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Full text of "Die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation"

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COMPAEATIVE ZOOLOGY, 

AT HARVARD CöllEGE, CAJIBRlIieE, MASS. 
jyountirt fin ptfiiate stitscrfiitfon, fn 1861. 



Deposited by Alex. Agassiz 
from the Library of LOUIS AGASSIZ. 






DIE 



VERSTEINERUNGEN 



DER 



ßOHlIISCHEK KREIDMORIIATION 



BESCHRIEBEN VON 

Dr. AUOIJST Eltt. REUSS, 

der k. bölimisclien Gcsellscliafl der Wissenschaften, des höljmisclien Natioiialmuseums, der k. k. Gesellscliaft der Ärzte za Wien, der mlueralosisdien Societät zu 

Jena, der naturforsclienden Gesellscliaft lu Halle, des naturwissenschaftlichen Vereins des Harzes und der Gesellschaft für vaterländische Naturkunde in Sachsen 

wirkendem oder korrespondirendcm Mitgliede, Brunnenarzte zu Billn in Böhmen, 

MIT 

ABBILDUNGEN DER NEUEN ODER WENIGER BEKANNTEN ARTEN, 

GEZEICHNET VON 

JOSEPH RÜBESCH, 

Kustos des fürstl. Lobkowitz'sclien Mineralienkahincts zu Biliii. 



/ 
MIT EINUNDPÜNFZIG LITHO GR A PHIUTEN TAFELN. 



STUTTGART. 

E. SCHWEIZERBART' SCHE VERLAGSBÜCHHANDLUNG UND DRUCKEREL 

^' 1S45— 46. 



MCZ LIBRARY 
HARVARD UMIVERSITT 
CAMBRIDGE. MA USA 



Seiner Kaiserlichen Hoheit 



dem 



Durchlauchtigsten Herrn Herrn Erzherzoge 

^ ^ m ^ m. ^m^ 

kaiserlichem Prinzen von Oesterreich, königlichem Prinzen von Ungarn und Böhmen 

Rittei- des goldenen Vliesses, Giosskreuz des österreichisclien kaiserl. Leopoldordens, Ritter des königl. preussisclien scinvarzcn und rofhen 
Adlerordens I. Klasse und des köni^I. Hannover. Haus- und Ritterordens vom heil. Georg-, Grosskreuz des königl. hannöver. Guelfen- 
oi'dens, Ritter des Ordens der königl. württenibergisehen Krone, Grosskreuz des grossherzogl. toskanischen Joseplisordens und des kurfürstl. 
Iiessisclicn Haiisordens vom goldenen Löwen, des konstant. St. Georgordens von Parma, des grossherzogl. oldenburo-isclien Haus- und 
Verdienstordens und des grossh. saclisen-weimarsclicu weissen Falkenordens, Ritter des grossh. badcn'schen Ordens der Treue und Gross- 
kreuz des Ordens vom Zähringer Löwen, des grossh. sächsischen Ernest. Hausordens, des hcrzogl. braunschweigisrhen Hiiu.sordens Heinrich 
des Löwen und des herzogl. Anhalt. Gesammthausesordens Albrecht des Bären; kaiserl. königl. Generalmajor und Inhaber des 
Infanterie-Regiments Nr. 58, Landescbef des Königreichs Böhmen, 



dem 



Iiolieii Göunei« un«l Keniiei* f aterlänfliscliei* H^isseuscliaft 



in tiefster Ehrfurcht gewidmet 



Verfasser, 



DIE 



K m\ Wml 



DER 



BÖHMISCHEN RREIDEFORMATION, 



BESCHRIEBEN VON 



Dr. AUGUST Em. REUSS, 



der köiiigl. bolmiischen Gesellscliaft der Wissenschaften, des bühmisclien National-Museimis , der k. k. Oesellsehaft der Arzte la Wien, der mineralogisclien Societiit 

zu Jena, der ilaluiforsclienden GescUacliaft zu Halle, des naturwissenscliafdiclien Vereins des Harzes und der Gesellschan für vaterländische Naturkunde in Sachsen 

wirkendem oder korrespondirendeni Mifgliede, Brunnenarzte zu Bilin in Biihnien. 



ABBILDUNGEN DER NEUEN ODER WENIGER BEKANNTEN ARTEN, 



GEZEICHNET VOtt 



JOSEPH RUBESCH, 

Kusto« des fürstlicli Lobkowilzschcn Mineralicu-Kabinets zu Bilin. 



ERSTE ABTHEILUNG. 



/. 



MIT DREIZEHN LITHOGRAPHIRTEN TAFELN. 




STUTTGART. 

E. SCHWEIZERBART'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG. 
^'^'^ 1845. 



MCZ LIBRARY 
HARVARD UMIVERSITY 
CAMBRIDGE. MA USA 



Vorirorf« 

Schneller, als ich geholTt haue, bin ich in den Stand gesetzt, das in der Vorrede zum zweiten Bande 
meiner geognostischen Skizzen gegebene Versprechen zu erfüllen und die Abbildungen zu der darin entiialtenen 
Monographie des böhmischen Kreide-Gebirges, welche sogleich beizugeben widrige Umstände damals verhinder- 
ten , nachzuliefern. Ich habe mich dabei fast ganz auf die neuen , noch nicht abgebildeten Arten beschränkt 
und nur wenige andere beigefügt, welche entweder durch eine von der gewöhnlichen abweichende Form oder 
durch besondere Vollständigkeit der Exemplare einiges Interesse zu gewähren schienen. Eine Ausnalime machen 
hierbei die Abbildungen der zahlreichen Fisch-Zähne , die zum Theil schon in dem klassischen Werke von 
Agassiz enthalten sind. Doch glaubte ich auch solche wiedergeben zu müssen , theils um eine vollständige 
Übersicht des Ueichthums der böhmischen Kreide-Schichten an diesen fossilen Resten zu liefern, theils weil die 
Vergleichung der verschiedenen Spezies und der verschiedenen Formen einer Spezies durch das unmittelbare 
Nebeneinanderstehen und durch die Zusammenstellung möglichst vollständiger Formen-Reihen wesentlich erleich- 
tert wird. Auch glaubte ich, dass die Kenntniss dieser interessanten Fossil-Reste, die bisher nur in dem erwähn- 
ten kostspieligen Werke abgebildet sind und daher doch nicht allgemein und zu jeder Zeit zugänglich sejn 
dürften, durch wiederholte Abbildung nur gefördert werden müsste; abgesehen von dem Interesse, das die völ- 
lige Übereinstimmimg derselben an so weit entfernten Fundstätten jedem Paläontologen gewähren muss. 

Die Zeichnungen zu den gegebenen ganz naturgetreuen Abbildungen sind alle nach Exemplaren angefertigt, 
welche mit wenigen Ausnahmen in dem fürstlich Lobkowitz'schen Mineralien-Kabinete hierselbst zur Ansicht 
vorliegen. 

In dem den Abbildungen beigegebenen Texte habe ich nur von den abgebildeten Arten vollständige Beschrei- 
bungen geliefert. Sie sind zum Theile den erwähnten geognostischen Skizzen entnommen , doch mit vielen 
Veränderungen und Zusätzen, welche das Auffinden zahlreicherer und oft besser erhaltener Exemplare oder 
genaueres Studium und wiederholte Vergleichung derselben nothwendig machten. Ein grosser Theil der Be- 
schreibungen ist auch ganz neu entworfen, da manche Spezies erst seit der Herausgabe der genannten Schrift 
aufgefunden worden war. 

Von den übrigen fossilen Arten habe ich nur die Namen angeführt, um eine vollständige Übersicht der 
Fauna des böhmischen Kreide-Gebirges zu liefern und dadurch diese Schrift auch für die Nichtbesitzer der geo- 
gnostischen Skizzen ganz brauchbar zu machen. Überall habe ich die Schriften angeführt, in welchen die 



IV 

Gescliieibungen derselben nachgesehen werden können, so wie auch überall die in andern Werken schon ent- 
iialtenen Abbildungen, so weit sie mir in meinen beschränkten Verhältnissen zugänglich waren, bezeichnet, um 
eine Vergleichung derselben möglich zu machen. Da ich sie alle selbst nachgesehen habe , sind die Tafeln und 
F^iguren derselben auch mit zuverlässiger Richtigkeit zitirt. 

Auch hier muss ich wieder die Liberalität das böhmischen National - Museums, das mir seine Bibliothek 
bereitwillig öflFnete, dankbar anerkennen. 

Die erste Abtheilung, welche in diesen Blättern enthalten ist, umfasst die Fische, Crustaceen, Anneliden, 
Cephalopoden , Rhizopoden , Gasteropoden und Trachelipoden. Die Konchiferen , Radiarien , Polyparien und 
Pflanzen hoffe ich in einer zweiten Abtheilung bald nachliefern zu können , welche auch die nachträglich auf- 
gefundenen Spezies aus den frühern Familien aufnehmen wird. 

Einige Druckfehler, die wegen der Entfernung des Druckortes sich eingeschlichen hiiben und die der 
Leser am Ende der Schrift zusammengestellt findet, bitte ich vor Durchlesung derselben zu verbessern. 



Bilin, den 1. Oktober 1844. 

Dr. ReilSSi 



A« Fi.^elte« 



A. P 1 a c o i d e n. 

I. Cestraciontes. 

A er od US Ag. 

1. Äcr'odus affinis Reuss, — Taf. II, Fig. 3, h. 
Reuss, geognostische Skizzen, II, p. 218, 256. 

Dieser Zahn, der sich bisher nur in zwei Exemplaren im 
untern Plänerkalii von Kosstitz gefunden hat, ähnelt im Um- 
risse dem A. acutus Ac. , ist 3'" lang und beiläufig 1'" 
hoch und bildet in der Seiten- Ansicht ein niedriges, fast gleich- 
schenkliges Dreieck, dessen miltelständige Spitze stumpf, etwas 
gerundet ist. Der mittle Theil der Zahnkrone bildet einen 
niedrigen, nach aussen und innen steil abfallenden Kegel, von 
dem sieh nach vor- und rück-wärts eine niedrigere, fast gerade 
scharfe Kante erstreckt, von der die ebenen Seitenflächen dach- 
förmig abfallen. Der ganze Zahn hat fast eine gleiche Breite, 
nur an den Enden verschmälert er sich etwas. Von der mitt- 
len Spitze und Kante entspringen zahlreiche sehr feine scharfe 
Falten, erste sich baumförmig verästelnd, letzte regelmäsi- 
ger fast parallel verlaufend, nur stellenweise sich gabelnd, stets 
aber durch zahlreiche Querästchen anastomosircnd und ein sehr 
feines dem unbewaffneten Auge kaum sichtbares Netzwerk dar- 
stellend. An der geraden Basis des Emails bleibt ein sehr 
schmaler glatter Raum. Die Wurzel so hoch als die Zahn- 
krone, aber etwas dünner, lang vierseitig, gerade. 

Ptychodus Ag. 

1. Pt. latissimus Ag., — Taf. II, Fig. 5, 6, 7, 8. 

Agassiz , recherches s. 1. poissons foss. Vol. III, p. 
157, T. XXV a und XXV b, F. 24— b. 

ScHLOTH., Petrefaktenkunde, Nachlr.I, p. 70, T. XIII, F. 2. 

Verhandlungen des böhmischen Museums, 1827, Meerz, 
p. 67, F. 1. 

Mantell, Geol. of Sussex, T. XXXII, F. 19. 

Buckland, Geol. and Miner. T. XXVII, d, F. h, 5. 

Geinitz, Charakteristik des böhmisch-sächsisch. Kreide- 
Gebirges, T. VII, F. 5; T. XVII, F. 1, 2, 3. 

Ptychodus Schlotheimii Ag. Geinitz, Charakt. 
T. XVII, F. 4, 5. —"Reuss, geogn. Skizzen II, p. 256. 

Unter den Ptychodus-Arten erreichen die Zähne dieser 
Art die bedeutendste Grösse. Sie sind viereckig, ihr seitlicher 
Diameter ist gewöhnlich fast um die Hälfte länger als der von 
vorne nach hinten. Die obere Fläche erhebt sich in der Mitte 
mit breiter, fast halbkugeliger Wölbung, die gegen beide Seiten 
rcgelmäsiger abfällt, als nach vorne und hinten. An jeder 

Rei-ss, Vcisleintrungen. 



Seite dieses gewölbten Theiles ist die obere Fläche der Länge 
nach flach vertieft, welche Vertiefung nach aussen in den fla- 
chen mehr oder weniger ausgebreiteten Rand übergeht. Der ge- 
wölbte Theil trägt 4 — 6 breite, oben scharfe, aber oft abge- 
schliffene , wenig gebogene Querfalten , zwischen welche sich 
manchmal kleinere Falten oder auch längliche Höcker einschie- 
ben. Der übrige Theil der obern Fläche ist mit länglichen 
Granulationen bedeckt, die an dem senkrechten oder auch etwas 
konkaven Hinterrande am grössten , an diesem und gegen die 
schwach bogenförmigen Seitenränder hin in konzentrische 
Reihen geordnet, an dem vordem geraden sanft abfallenden 
Rande aber in undeutliche ausstrahlende Reihen gestellt sind, 
ohne dass aber auch hier eine konzentrische Anordnung zu 
verkennen ist. Übrigens werden sie desto kleiner, je weiter 
sie vom mittlen Theile des Zahnes entfernt stehen. Die Wur- 
zel ist viel kleiner, als die Zahnkrone. 

Eine andere weit flachere Form, welche auch am Hinter- 
rande nicht steil abfällt, sondern sich allmählich verflächt und 
an andern Orten unter den Namen Ptychodus Schlotheimii 
aufgeführt wird, kann von Pt. latissimus nicht getrennt werden. 
Beide Varietäten linden sicii im Plänerkalk von Hundorf und 
Settenz, im untern Plänerkalk von Kosstitz, wo besonders häu- 
fig kleine und manchfach verkrüppelte, doch auch 1 — 14-'" 
breite Exemplare vorkommen; — sehr selten endlich in den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzen und aus den Schillingen bei 
Bilin und im Grüiisandstein von Laun. 

2. Pt. decnrrens Ao., —Taf. II, Fig. 9, 10. 

Ag. poiss. foss. Vol. III, p. 154, T. XXV, b, F. 1—8. 
Mantell, Geol. of Sussex T. XXXII, F. 29. 
Geinitz, 1. c, T. XVII, F. 9, 11. 
Ptychodus altior Ag. 1. c. p. 155, T. XXV b, F. 9, 
10. — Mantell, 1. c. T. XXXII, F. 17, 21, 27. 

Diese Zähne finden sich im böhmischen Kreide-Gebirge 
seltener, als die der vorigen Art und von Pt. mammillaris. 
Sie nähern sich in ihrer Form bald mehr der einen oder der 
andern, kommen aber darin überein, dass sie mehr gewölbt 
sind und zahlreichere Querfalten haben, als Pt. latissimus. 

Das am meisten unterscheidende Merkmal besteht jedoch 
darin, dass die Granulationen der Seitentheile des Zahnes nicht 
in konzentrische , sondern in senkrechte dlvergirende Reihen 
geordnet sind, also gleichsam die unmittelbare Fortsetzung der 
sich spaltenden grossen Querfalten bilden. Dieselbe Anord- 
nung der Granulationen in zum Rande herablaufende Reihen 
beobachtet man am vordem und hintern Theile der Zähne. 

1 



Sie finden sich selten im Plänerkallie von Lissa (böhmisches 
Museum), von Hundorf und im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

3. Pt. mammillaris Ag., — Taf. 11, Fig. 11, 12, 13. 

Ag. poiss. foss. Vol. III, p. 151, T. CCLVI, F. 11—20. 

Mantell, 1. c. Taf. XXXII, Fig. 18, 20, 25. 

Geinitz, 1. c. T. XVII, F. 7, 8, 10, 12. 

Ptychodus Knorrii Sternberg, Verhandlung, des 
böhmischen Museums 1829, T. I, F. 5. 
Die Zähne dieser Spezies finden sich sehr häufig und 
schön im untern Plänerkalk von Kosstitz, häufig aber fast stets 
zerbrochen In den Konglomerat -Schichten vom Borzen bei 
Bilin, selten im Plänerkalk von Hundorf und im Plänermergel 
von Priesen. Meistens haben sie eine Grösse von 3 — 5'", 
selten erreichen sie einen halben Zoll. Die an ihrer Basis 
viereckige, bald von vorne nach hinten, bald von aussen nach 
innen längere Zahnkrone besteht aus einem mehr oder weniger flach 
ausgebreiteten untern Theile und einem in der Mitte des vori- 
gen sich erhebenden konischen Theile , so dass erster gleich- 
sam die verlängerten Ränder des letzten bildet. Der flache 
Theil hat einen vordem gewölbten, einen hintern ausgeschnit- 
tenen Rand und zwei mehr oder weniger schwach bogenförmige 
Seitenränder, die gerundet in den vordem Rand übergehen, 
mit dem hintern aber ein manchmal flügeiförmig vortretendes 
Eck bilden. Alle Ecken sind übrigens gerundet. Das Email 
dieses flachen Theiles schlägt sich nach unten über die Ränder 
um und verbindet sich dort mit der schmalen, nicht sehr hohen 
länglich viereckigen Wurzel (Fg. 11, d), die nach abwärts sich 
langsam verschmälert und an der untern Fläche ausgeschweift ist. 
Der mittle Kegel ist bald niedrig und bildet nur eine 
gerundete Vorragung, bald wieder sehr hoch und dann an den 
Seitenflächen fast senkrecht abfallend. Letztes ist vorzugs- 
weise bei den Zähnen der Fall , deren Diameter von vorne 
nach hinten , Erstes aber bei solchen , deren seitlicher Durch- 
messer vorwaltet. Der vordere Rand des Zahns steigt allmäh- 
lich gegen das gerundete obere Ende des Kegels an, während 
der hintere senkrecht abfällt und an der Basis einen tiefen 
dreieckigen Eindruck zeigt. 

Die obere Fläche des Kegels ist mit 4 — 12 regelmässigen, 
scharfen, schmalen, geraden Querfalten bedeckt, die aber manch- 
mal ganz verwischt sind. Ja mitunter ist der Gipfel des Zahns 
so abgenützt, dass an ihm dichtstehende feine Grübchen — 
die Durchschnitte der Röhren - Substanz des Zahns — zum 
Vorschein kommen. 

Die Seitenflächen des Kegels sind im obern Theile ganz 
glatt, der untere Theil jedoch , so wie die flache Ausbreitung, 
sind mit senkrechten aber flachen Fältchen bedeckt, welche 
von stärkern konzentrischen Furchen durchschnitten werden, 
so dass das Ganze mit kleinen Granulationen, die eine kon- 
zentrische Anordnung besitzen, bedeckt erscheint. 

Sehr oft sind die Zähne vielfach verschoben und dadurch 
in ihrer Form sehr unregelmäsig. 

4. Pt. triangularis Reuss, — Taf. II, Fig. 14, 15, 16, 
17, 18, 19; Reuss geognost. Skizz. pag. 218, 256. 
Die kleinen 2—3'" langen und ohne die W^urzel |— J'" 
hohen Zähne dieser Spezies weichen in ihrer Form von allen 



andern Ptychodus-Zähnen bedeutend ab. Sie sind nämlich nicht 
viereckig, wie diese, sondern bilden, von oben betrachtet, in 
ihrem Umrisse ein gleichschenkeliges Dreieck, welches bald 
rechtwinklig , bald stumpf , am seltensten spitzwinklig ist. 
Die hintere Seite des Zahns ist gerade abgeschnitten , während 
die vordere sich in die erwähnte, meistens stumpfe, gerundete, sel- 
ten langgezogene und dann plötzlich abgeschnittene Spitze endigt. 

Die verbindenden Seitenränder, welche senkrecht abfallen, 
sind, von oben betrachtet, gerade oder schwach ausgeschnitten, 
während sie, im Profil angesehen, etwas wellenförmig gebogen 
sind. Die obere Fläche ist in der Mitte von vorne nach hinten 
am meisten erhaben und bildet dort einen sehr stumpfen ge- 
rundeten Kiel, von welchem sie nach beiden Seiten dachförmig 
abfäflt. Sie trägt in der Regel drei bald gerade , bald mehr oder 
weniger gekrümmte oder auch wellenförmig gebogene, gewöhn- 
lich scharfe, selten gerundete Querfalten , deren zwei hinterste 
zwischen die sich manchmal noch eine kleinere einschiebt, in 
den Seiten-Ecken des Zaims zusammenlaufen. Die vorderste 
endet in der Mitte der Seitenränder. Die hinterste scharfe 
Kante entsteht durch das Zusammenstossen der oberen und 
hinteren Fläche des Zahns. Von ihr laufen sowohl nach ab- 
wärts, als auch nach vorwärts zur zweiten Kante kleine Längs- 
fältchen , die oft sehr kurz sind und in blosse Granulationen 
übergehen. 

Von der Mitte der vordersten Kante entstehen auf jeder 
Seite 2 — 3, selten mehr, divergirende Falten, welche manch- 
fach gebogen sind und in weiterem Verlaufe sich unregelmäsig 
verzweigen. Zuweilen entspringen auch aus der vordem Kante 
nur zwei Falten, die sich dann seitwärts wenden, mit vorwärts 
gerichteter Konvexität. Aus diesen entspringen dann die übri- 
gen baumförmigen Fältchen. Die Räume zwischen den Quer- 
falten sind rinnenförmig ausgehöhlt und zeigen zunächst dem 
Rande kleine Granulationen oder kurze Querfältchen. Die hin- 
tere Fläche des Zahns ist in der Mitte lief eingedrückt und 
steigt in einen dreieckigen Lappen bis über die Mitte der Wur- 
zel herab. Zu beiden Seiten zeigt sie mitunter längliche 
Granulationen. 

Der Sockel des Zahns erreicht nicht viel mehr als die 
halbe Höhe der Krone, ist unterhalb derselben stark eingeschnürt, 
quer rhomboidal. Er setzt nicht bis zum vordem Ende der Zahn- 
krone fort, sondern lässt die Spitze derselben frei, welche mit- 
hin rings von Email umgeben ist. Die untere Fläche ist ge- 
wölbt , durch eine schwache Längsfurche in zwei dreieckige 
Höcker getheilt. 

Diese Zähne finden sich sehr selten in unterem Pläner- 
kalk von Kosstitz und in den Konglomerat-Schichten vom Bor- 
zen bei Bilin. 

n. Hybodontes. 

Hybodus Ag. 

1. H. cristatus Reuss, — Taf. H, Fig. 20. 
Reuss, geognost. Skizz., pag. 219, 256. 

Dieser schöne Zahn, den ich bisher nur einmal im untern 
Plänerkalk von Kosstitz auffand, hat in seiner Form grosse 



Ähnlichkeit mit den Zähnen von H. raricostatus Ag. aus dem 
Lias von Bristol. Er ist fast gerade, kaum merkbar gebogen, 
^"' lang, in seiner ganzen Länge nicht mehr als 1,5'" breit, 
in der Mitte nicht viel über 3'" hoch, vcovon nur 1,2'" auf 
die Zahnkrone kommen. Die aus senkrechten, locker verweb- 
ten Fasern bestehende Wurzel ist fast überall gleich hoch und 
bildet ein längliches rechtwinkeliges Viereck. Unterhalb der 
Krone ist sie etwas eingeschnürt. 

Die Krone ist in der Mitte am höchsten und nimmt gegen 
die schmalen, fast gerade abgeschnittenen Enden hin nur sehr 
allmählich an Höhe ab. Oben bildet sie eine scharfe Kante, 
von der jederseits eine dachförmig abschüssige Fläche abfällt, 
welche mit einer sehr undeutlichen Kante in die niedrige senk- 
rechte Seitenfläche übergeht. 

Aus der mittlen Kante erheben sich in der Mitte 1 und 
auf jeder Seite 5, im Ganzen also II sehr niedrige zugespitzte 
Kegel, von denen der mittle der höchste ist, die seitlichen 
aber gegen die Enden des Zahnes allmählich kleiner werden. 
Die Entfernung zwischen der mittlen Spitze und den nächst 
gelegenen ist mehr als doppelt so gross, als die der seitlichen 
unter einander. Von der Spitze jedes Kegels laufen 2 — 4 
scharfe , stark vorragende , etwas gebogene divergircnde Falten 
an der äussern und innern dachförmigen Fläche des Zahnes 
herab , welche nach unten zu sich gabelförmig spalten. An 
den senkrechten Seitenflächen werden sie undeutlich und ver- 
schwinden zuletzt so, dass der untere Theil dieser Flächen fast 
glatt ist. Doch auch in den Zwischenräumen der mittlen 
Spitzen der Zahnkrone entspringen aus der Mittelkante selbst 
mehre solcher Falten , welche aber niedriger, weniger regel- 
mäsig und öfters unterbrochen sind, übrigens auch keine divcr- 
girende, sondern eine fast parallele Richtung haben. Nie sind aber 
die Falten durch Queräste verbunden. Der Zwischenraum zwi- 
schen den seitlichen Spitzen ist ganz glatt oder zeigt nur sehr 
wenige ganz kurze schwache Falten. 

Die Basis des Emails der Zahnkrone ist in der Mitte flach 
ausgeschweift, sonst ganz gerade. 

III. Squali pri^todontos. 

Wenn auch die äussere Form der Zähne und besonders 
das Gezähntseyn oder Glattseyn ihrer Ränder bei den lebenden 
Arten nicht unter die Kennzeichen des ersten Ranges gerech- 
net werden kann, so ist dieses doch bei den fossilen Formen, 
von welchen sich gewöhnlich nur die Zähne erhalten haben, 
von grosser Wichtigkeit und dient, mit gehöriger Umsicht be- 
nützt , zur Unterscheidung der verschiedenen Arten, besonders 
wenn auf den mikroskopischen Charakter zugleich Rücksicht 
genommen wird. Es dürfte daher die von Agassiz gebrauchte 
Gruppirung in die Haie mit gesägten und glattrandigen Zähnen 
mit bedeutenden Vortheilen in Bezug auf Diagnostik verbunden 
seyn und verdient also beibehalten zu werden, bis fortgesetzte 
genauere Untersuchungen andere konstantere und durchgrei- 
fendere Unterscheidungs-Merkmale aufgefunden haben werden. 

Corax Ag. 

1. C. heterodon Reus.s, — Taf. III, Fig. 49—71. 
Galeus appendiculatus Ag. 



Galeus pristodontus Ag. z. Th. poiss. foss. T. XXVI. 

Bronn, Lethaea, T. XXXIII, F. 20 b. 

Mantell, G. S. T. XXXII, F. 12, 13, 15, 16. 

NiLSSON, T. X, F. 1 a, 1 b. 

Geinitz, T. I, F. 1, 2. — Reuss, geogn. Skizz., pag. 257. 

Corax Kaupii Ag. poiss. foss. p. 225, T. XXVI, 

F. 4.-8; T. XXVI a, F. 25 — 34. 
C. falcatus Ag. poiss. foss. p. 226, T. XXVI, F. 14; 

T. XXVI a, F. 1—15. 
C. appe ndiculatus Ag. poiss. foss., p. 227, T. XXVI, 

F. 3; T. XXVI a, F. 16—20. 
C. affinis v. Münst. Ag. poiss. foss. p. 227, T. XXVI, 

F. 2; T. XXVI a, F. 21—24. 

Agassiz hat die früher von ihm unter den Namen Ga- 
leus pristodontus und G. appendiculatus beschriebenen Zähne 
in 5 Spezies zertheilt, die den Namen Corax pristodontus, C. 
Kaupii , C. falcatus , C. appendiculatus und C. affinis führen. 
Mit Ausnahme des C. pristodontus aus den Mastrichter Schich- 
ten , welcher eine wahrhaft selbstständige Spezies bildet, und 
vielleicht des C. appendiculatus (mit Ausschluss aber der Fig. 
3, Taf. XXVI) müssen wohl alle übrigen in eine einzige Spezies 
vereinigt werden , wovon ich mich durch Vergleichung einiger 
Hundert Exemplare überzeugt habe. Die als Unterscheidungs- 
zeichen angegebenen Merkmale, die grössere Höhe und Breite, 
Schlankheit oder Länge, der mehr oder weniger bogenförmige Ver- 
lauf des vordem, das mehr oder weniger deutliche Ausgeschnitten- 
seyn des hintern Randes, der mehr oder weniger geschiedene kleine 
Fortsatz am hintern Ende der Basis, die schärfere oder stumpfere 
Spitze u. s. w. sind so schwankend und wandelbar und bieten 
eine so grosse Reihe von Mittelstufen dar, dass an eine Tren- 
nung in scharf begrenzte Spezies nicht zu denken ist, wiewohl 
die blosse Betrachtung der wirklich sehr heterogenen Endglie- 
der der ganzen Reihe leicht zu einem solchen Verfahren ver- 
leiten kann. 

In den kalkigen Schichten unserer Kreide-Formation, be- 
sonders aber im untern Pläaerkalke von Kosstitz, kommen diese 
Zähne in solcher Menge und solcher Form- Verschiedenheit bei- 
sammen vor, dass man leicht unläugbare Übergänge zwischen 
den einzelnen Formen nachweisen kann. Um Diess deutlich 
ins Licht zu setzen, habe ich eine ganze Reihe derselben ab- 
bilden lassen. 

Am häufigsten sind die unter C. falcatus begriffenen For- 
men (meine Fig. 49, 50, 52, 53, 55—63, 65—68), weit selt- 
ner der C. Kaupii (Fig. 51, 54) und C. affinis (Fig. 64, 70). 
Die unter Fig. 69, 71 abgebildeten Formen lassen sich wohl 
kaum von C. appendiculatus unterscheiden oder bilden doch 
deutliche Übergänge auch zu dieser Form. Selbst die von 
Agassiz auf Taf. XXVI a gegebenen Abbildungen stellen mei- 
ner Meinung nach die Nothwendigkeit des Zusammenschmel- 
zens dieser Formen in eine Spezies ausser Zweifel. Alle 
stimmen darin überein , dass sie ein mehr oder weniger schiefes 
Dreieck bilden mit vorderer langer, hinterer kurzer Seite. Ge- 
wöhnlich stehen Höhe und Länge des ganzen Zahnes ziemlich 
im Gleichgewichte, oder eine Dimension waltet vor der andern 
doch nicht bedeutend vor. Die meistens rückwärts gerichtete 
Spitze ist mehr oder weniger scharf, der vordere Rand mehr 

1* 



oder weniger bogenförmig, fast nie ganz gerade und stets schräg ; der 
hintere kürzere nähert sich immer dem Senkrechten oder ist 
es wirklich. An der Basis ist er bald mehr bald weniger tief 
ausgeschnitten oder biegt sich unter einem rechten oder etwas 
stumpfen Winkel um und bildet einen zuweilen ziemlich langen 
Nebenzahn-artigen Fortsatz. Beide Ränder sind rundum mit 
kleinen dicht aneinander liegenden Sägezähnen besetzt, die nur 
zuweilen zunächst der Spitze verwischt sind. Stets sind sie 
aber im untern Theile grösser als im obern, so wie auch am 
vordem Rande deutlicher, als am hintern. 

Die innere Fläche ist regelmäsig stark gewölbt, die äus- 
sere entweder ganz flach oder nur in der Mitte der Länge nach 
etwas vorstehend. Selten zeigt sie einige kleine undeutliche 
Längsfalten an der Basis. Der untere Rand des Emails ist 
mehr oder weniger, nie aber sehr ausgeschnitten, was mit der 
Schiefheit des Zahnes zusammenhängt. 

Die Wurzel ist ziemHch dick, stark bogenförmig; beide 
Schenkel stossen oft in einem deutlichen, stumpfen Winkel 
zusammen. Die innere Fläche der Wurzel ist gewölbt, die 
äussere flach. Die Grösse der Zähne übersteigt |" nicht ; 
jedoch finden sich auch häufig Zähne, die kaum 4'" Höhe 
besitzen. Sie sind den Pläner-Schichten des böhmischen Kreide- 
Gebirges eigenthümlich und haben sich bisher im Quader noch 
nicht aufgefunden. Selten sind sie in den tiefsten Pläner- 
Schichten, z. B. in den Konglomerat-Schichten vom Borzen und 
aus den Schillingen bei Bilin , im Plänermergel von Priesen, 
Postelberg und Kystra. 

Am häufigsten trifft man sie im Plänerkalke, dem sie fast 
nirgends fehlen. In grosser Menge beherbergt sie der obere 
Plänerkalk von Hundorf und noch mehr der untere Plänerkalk 
von Kosstitz. 

2. C. obliquus Reuss, Taf. IV, Fig. 1, 2, 3. 
Reuss, geogn. Skizze H, pag. 220, 257. 

Offenbar verschieden von den eben beschriebenen sind 
Zähne, welche ebenfalls der Gattung Corax angehören und sich 
nur seilen in den Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin 
und im untern Plänerkalk von Kosstitz finden. Sic sind sehr 
klein (2 — 2^'" hoch) und an der Basis um die Hälfte länger. 
Sie bilden ein sehr schiefes , an der Basis rechtwinkliges 
Dreieck mit scharfer Spitze, dessen senkrechte Seite rückwärts 
gekehrt ist. Beide Ränder sind vollkommen oder doch bei- 
nahe gerade ; der hintere biegt sich an der Basis unter einem 
fast immer rechten Winkel um und bildet eine niedrige Ver- 
längerung mit fast horizontalem oberen Rande, deren Länge 
mehr als den dritten Theil der ganzen Zahn-Länge ausmacht. 
Die Ränder sind gewöhnlich nur in den untern zwei Dritthei- 
len sehr fein und dicht gezähnt. Beide Flächen sind regel- 
mäsig gewölbt, die innere jedoch, besonders im untern Theile, 
stärker. Der untere Rand vollkommen horizontal, so wie es auch 
die bei keinem Exemplar ganz erhaltene Wurzel zu seyn scheint. 
Der unter Fig. 2 abgebildete Zahn von Kosstitz unterscheidet sich 
in manchen Merkmalen von dem Normal-Typus, den Fig. 1 und 
3 ausdrücken; es unterliegt mithin noch manchem Zweifel, 
ob derselbe auch wirklich der beschriebenen Spezies angehöre. 



IV. Squali leiodontes. 

A. Scylliü. 

S c y 1 1 i u m Müller et Henle. 

1. Sc. Humboldtii Reüss, — Taf. IV, Fig. 4—8. 
Nicht gar selten kommen in den Konglomerat-Schichten 
vom Borzen bei Bilin kleine Zähne vor, die offenbar einem 
Scyllium oder Chiloscyllium oder Hemiscyllium angehören. Am 
meisten Ähnlichkeit haben sie mit den Zähnen von Scyllium 
Edwardsii Cuv. , Chioscyllium punctatum M. et H. und Stego- 
stoma fasciatum M. et H. (Müller u. Henle systematische 
Beschreibung der Plagiostomen pag. 4, 19, 24). Sie haben 
eine sehr dünne Email Schichte und eine grosse Zentral-Höhlung. 
Sie sind nur 0,75 — 1,25'" lang, dreispitzig, glatt, sehr schief, 
so dass ihre oft stumpfe, seltner langgezogene Spitze ganz 
nach rückwärts sieht und ihre vordere Fläche schräg aufwärts, 
ihre hintere abwärts gerichtet ist. Erste ist mäsig gewölbt 
und fällt gegen die Ränder allmählich ab, letzte ist von einer 
Seite zur andern stärker gewölbt und senkt sich gegen die 
Ränder steil nieder (Fig. 7 b). Die obere Fläche verlängert 
sich nach vorne und abwärts bedeutend zu einem rundlichen 
vorspringenden Lappen. Die Ränder sind ziemlich scharf, nicht 
selten an der Basis schwach gezähnelt. Auf jeder Seite ent- 
springt aus dem Rande ein kleiner Nebenzahn, der eine von 
dem mittlen Kegel divergirende Richtung hat, mitunter auch 
in einem fast rechten Winkel von demselben absteht. 

Sie sind bald spitzig, bald mehr gerundet, fast immer 
wenigstens im obern Theile ziemlich scharfrandig. Zuweilen 
fehlen sie fast ganz und an ihrer Stelle bemerkt man nur ein 
sehr schwach vortretendes gerundes Eck, so dass der Umriss 
des Zahnes ein Trapezoid wird, Ihre Oberfläche geht ent- 
weder unmittelbar in die flache Wölbung der obern Fläche 
des mittlen Zahnkegels über oder ist durch eine Vertiefung davon 
geschieden, die besonders an der untern Fläche stark aus- 
geprägt ist und zur deutlichen Rinne wird. 

Ob der Taf. IV, Fig. 9 abgebildete Zahn aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz, der sich bisher nur einmal, und zwar 
im Gesteine eingewachsen und daher nur eine Fläche dem 
Blicke darbietend, vorgefunden hat, auch hierher gehöre oder 
nicht , muss bis zur Auffindung zahlreicherer und besserer 
Exemplare unentschieden bleiben. 

2. Sc. crassiconum Reuss, — Taf. II, Fig. 21, 22, Taf. 
XII, Fig. 11. 
Hybodus ap pendic ulatus Reuss, geognost. Skizz., 
II, pag. 219, 256. 

Die Zähne übersteigen die Höhe von 1,5 — 2,5'" nicht. 
Der mittle Zahnkegel ist wenig höher als breit oder selbst 
noch niedriger, dick und sehr gewölbt, so dass die Seiten 
ränder gar nicht vortreten und die Ähnlichkeit mit einem kur- 
zen dicken Kegel deutlich in die Augen fällt. Die Spitze ist 
stumpf gerundet. An der Basis des mittlen Kegels entsprin- 
gen jederseits ein oder zwei sehr nahe stehende kleine und 
kurze, mit dem obern spitzigen oder stumpfen Ende aufwärts 
gerichtete Nebenzähne , die von dem mittlen Kegel durch eine 



ziemlich tiefe Furche geschieden sind. Die obere Fläche des 
Zahns an der Basis gerundet, mit kurzen feinen Fältchen be- 
setzt, die manchmal sehr undeutlich werden. Oft sind die 
Nebenzähne abgebrochen, und man findet nur den mittlen 
Theil des Zahnes. 

Sehr selten in den Konglomerat-Schichten vom Borzen 
bei Bilin. 

B. Lanmae. 
Otodus Ag. 

1, O. appendiculatus Ag., — Taf. III, F. 22—29. 
Agassiz, poiss. foss. Vol. III, p. 270, T. XXXII, Fig. 

1—25. 
Squalus cornubjcus Schloth. 
Squalus mustelus Mantell, G. S. T. XXXII, F. 2, 

3, 5, 6, 9. 
Geinitz, 1. c. T. I, F. 3 a, b und 5 a, b. 

Diese Zähne kommen häufig in dem Plänerkalk von Hun- 
dorf, im untern Plänerkalk von Kosstitz vor, seilen in dem 
von Laun, im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Postelberg, 
in den Konglomerat-Schichten vom Borzen, aus den Schillingen 
und vom Sauerbrunnen bei Bilin und von Teplitz u. s. w. 

Sie sind in Grösse und Form sehr veränderlich. Erste 
wechselt von 0,25—2,0". Auch das Verhältniss der Höhe zur 
Länge ist unbeständig. Es gibt sehr schlanke Formen, welche 
zugleich auch gerade und gleichseitig sind (Flg. 22, 23), dage- 
gen aber auch niedrige und lange Formen (Fig. 25, 29), welche 
oft schief und mit der Spitze rückwärts gekrümmt sind (Fig. 24, 
26, 27, 28). Diese ist nie sehr scharf, sondern mehr gerundet. 
Die Ränder sind glatt und schneidig. Neben ihnen verläuft 
auf der äussern Fläche eine sehr schmale und seichte Furche. 
Sonst ist diese flach , nur in der Mitte wenig gewölbt. Bei 
grossen Exemplaren ist diese Wölbung etwas stärker und steht 
selbst in Gestalt eines schwachen Längenkiels vor, der sich bis 
an die Basis erstreckt, während bei den flachem Exemplaren sich 
daselbst eine dreieckige Depression vorfindet. Grosse Exemplare 
zeigen übcrdiess noch mehre kleine unbeständige Längsfurchen. 

Die innere Fläche ist regelmäsig stark gewölbt, mitunter 
an der Basis sehr sehwach gefältelt. 

Die Spitze der sehr dicken massiven Zähne ist schwach 
nach aussen gebogen. Die Basis des Emails bildet an der Innern 
Fläche eine regelmäsige Bogenlinie; an der äussern ist sie, 
besonders bei grossen Exemplaren, in der Mitte ausgeschweift. 

Die etwas nach auswärts gerichteten, also vom mittlem 
Zahnkegel etwas divergirenden Nebenzähne sind verhällniss- 
mäsig gross und breit, oben stumpf zugespitzt, an den Rändern 
schneidig, oft deutlich dreieckig, selten mehr gerundet. 

Die Wurzel ist dick , unten bogenförmig ausgeschnitten, 
bei grossen Exemplaren sehr massiv, auch innen sehr gewölbt 
mit stark gekrümmten Scitenschenkeln. 

Die Figur 30 und 31 abgebildeten Zähne aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz unterscheiden sich durch kleinere Neben- 
zähne, welche zugleich von dem mittlen Zahnkegel weiter ab- 
stehen, als gewöhnlich. Es ist bisher nicht ganz gewiss, ob. 
sie ebenfalls hieher gehören. 



2. O. semiplicatus v. Münst., — T. III, F. 20, 21, 

Agassiz, poiss. foss. Vol. III, p. 272. T. XXXVI, 
F. 32, 33. 

Diese immer grossen, beinahe 1" hohen Zähne kommen 
selten im untern Plänerkalk von Kosstitz vor. Sie sind breit 
und etwas schief dreieckig mit wenig nach rückwärts gekehrter, 
mäsig scharfer Spitze. Die Länge der Basis übertrifft stets 
die Höhe des mittlen Zahnkegels. Die innere und äussere Fläche 
sind beschaffen, wie bei 0. appendiculatus ; nur sind beide längs 
der ganzen Basis dicht und scharf, aber fein gefaltet. Die 
Nebenzähne sind sehr gross, lang, dreieckig und scharf, und 
stehen weit vom mittlen Kegel ab. Ihr scharfer Rand ist hie 
und da undeutlich gezähnelt. Die dicke Wurzel ist bogenförmig 
gekrümmt, die Basis des Emails an der äussern Fläche stark 
ausgeschweift. 

3. O. latus Ag., — Taf. IH, F. 32, 33. 

Agassiz, poiss. foss. Vol. HI, p. 271, T. XXXII, F. 26. 

Hieher scheinen einige Zähne aus dem Plänerkalk von 
Hundorf und dem untern Plänerkalk von Kosstitz zu gehören, 
welche fast ganz mit der von Agassiz gegebenen Beschreibung 
übereinstimmen. 

Sie sind dick, aber verhältnissmäsig kurz, so dass die 
Länge der Basis des Zahns die Höhe des Kegels, der ein ziem- 
lich gleichseitiges Dreieck bildet, bedeutend übertrifft. Die 
innere Fläche ist stark gewölbt, die äussere flach, mit einer 
sehr schmalen, seichten Furche längs der schneidigen Ränder. 
Die Basis des Emails ist ganz horizontal. Die Wurzel sehr 
massiv, fast so hoch als der Zahnkegel, unten in der Mitte 
seicht ausgeschnitten. 

Ein bedeutender Unterschied findet aber bei den Neben- 
zähnen statt. Statt dass diese nämlich gross und gerundet wären, 
wie bei den Exemplaren von Mastricht, treten sie weniger deut- 
lich hervor und bilden nur eine fast horizontale niedrige Ver- 
längerung der Seitenränder, mit zuweilen schwach krenulirtem 
oberm Rande. 

Bei dem Zahne Fig. 32 erhebt sich jedoch die hintere 
Verlängerung zu einem deutlichen, wiewohl niedrigen Nebenzahn. 

Noch mehr weicht der kleine Zahn Fig. 33 aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz ab. Er ist fast dreimal so lang, als 
hoch, der Kegel auch an der äussern Fläche sehr gewölbt, mit 
deutlichen Seitenfurchen; die Spitze stumpf, die Seitenzähne 
verhältnissmäsig gross , besonders sehr lang , oben gerundet ; 
die Wurzel sehr dick und hoch. 

Wenn er hieher gehört, ist es wahrscheinlich ein Zahn 
von einem jungen Individuum aus der obern Kinnlade und aus 
dem hintersten Theile des Rachens. 

4. O. s e r r a t u s Ag. 

Agassiz, poiss. foss. Vol. III, p. 272, T. XXXII, F. 27, 28. 
Reuss, geogn. Skizz. H, p. 256. 
Fand sich nur einmal im untern Plänerkalk von Kosstitz 
und stimmt ganz mit der Abbildung von Agassiz überein. 

Oxyrrhjna Ag. 

1. O. Man teil ii Ag., — T. IH, F. 1—6. 

Agassiz, poiss. foss. Vol. III, p. 280, T. 33, F. 1—9. 



Mantell G. S. T. XXXII, F. 4, 7, 8, 10, 11, 26, 28. 
NiLSSON petr. Suec. T. X, F. 1 c, d, e. 
Geinitz 1. c. T. I, F. 4. 

Die hieher gehörigen Zähne findet man besonders häufig 
in den obern Schichten der Kreide-Formation. Am häufigsten 
sind sie im Plänerkalk von Hundorf und Settenz und im untern 
Plänerkalk von Kosstitz ; weit seltner in den Konglomerat-Schich- 
ten vom Borzen und aus den Schillingen, im Plänersandstcin von 
Trziblitz und Zaluz und im Grünsandstein von Laun. 

Sie sind dick, massiv, erreichen mitunter eine Grösse von 
11. — 2"; gewöhnlich jedoch wechselt sie zwischen ^ — 1". Sie 
bilden ein beinahe gleichschenkliges Dreieck, jedoch ist meistens 
die hintere Seite etwas länger, der Zahnkegel daher etwas nach 
rückwärts gerichtet ; nur selten tritt diese schiefe Stellung deut- 
licher hervor. Dabei hat die Basis der Zähne eine bedeutende 
Länge; so dass diese die Höhe des Kegels übertrifft, oder doch 
wenigstens ihr gleichkommt. Selten stösst man auf schlankere 
Formen, bei denen das umgekehrte Verhältniss Statt hat. 

Die Spitze ist nie sehr scharf, immer etwas gerundet, 
dabei etwas rückwärts gebogen , so wie auch der untere Theil 
des Zahnes, während der mittle eine schwache Biegung nach 
innen macht. 

Die innere Fläche ist sehr stark und regelmäsig gewölbt, 
die äussere selten ganz flach, meistens in der Mitte etwas ge- 
wölbt, an den Seiten aber durch eine sehr seichte und breite 
Furche, welche sich bis an die schneidig vortretenden Ränder 
erstreckt, vertieft. 

Eine andere , zuweilen dreieckige Depression findet sich 
auch oft an der Mitte der Basis. Dagegen gibt es Exemplare, 
bei denen ausser den Seitenfurchen auch mehre andere 
schmälere, aber tiefere Längsfurchen die äussere Fläche uneben 
machen, welche sich selbst bis an das oberste Drittheil des 
Zahnes erstrecken (Fig. 2). 

Wo diese fehlen, sieht man doch gewöhnlich an der Basis 
einige sehr schwache und kurze Furchen. 

Während die Seitenränder des Zahnkegels bis zur Basis 
sich regelmäsig herabsenken, breiten sie sich an derselben oft 
bedeutend aus und bilden längs dem ganzen obern Rande der 
Wurzel eine niedrige Verlängerung, deren oberer Rand mit- 
unter schwach gekerbt ist, und die dann einigermasen einem 
niedrigen Nebenzahn ähnlich wird. 

Die Basis des Emails bildet an der innern Fläche einen 
regelmäsigen Bogen , an der äussern ist sie horizontal, nur in 
der Mitte etwas ausgeschweift. 

Die Wurzel sehr dick und in der Regel auch ziemlich 
hoch, nach innen gewölbt, nach aussen besonders in der Mitte 
vertieft, ihr unterer Rand mehr oder weniger, selten aber stark, 
bogenförmig. 

Im untern Plänerkalk und in den Konglomerat-Schichten 
vom Borzen bei Bilin trifft man unter Andern auch selten Zähne, 
die nur 2 — 3'" hoch, aber um ein Drittheil länger, dabei an 
der Basis sehr dick sind, ein niedriges breites Dreieck mit 
etwas gerundeter Spitze bilden. 

Die innere Fläche ist sehr stark gewölbt und an der Basis 
sehr fein und sparsam gefältelt. Die äussere Fläche ist eben- 



falls, aber weniger gewölbt, zuweilen von oben nach unten et- 
was konkav. Die Ränder sind scharf und schneidig ; gleich 
neben ihnen nimmt aber der Zahn sehr schnell an Dicke zu, 
so dass dort eine schmale Rinne entsteht. 

Ob sie ebenfalls zu O. Mantellii und zwar zu den kurzen 
Zähnen aus den hintersten Theilen des Kiefers , oder zu den 
unpaarigen vordem Zähnen an der Kommissar beider Schenkel 
der Kinnladen gehören, oder ob sie von einer andern Species 
abstammen , müssen weitere Beobachtungen lehren. (T. VII, 
Fig. 16, 17). 

2. 0. an^ustidens Relss, — T. HI, F. 7— 13. 

In den Konglomerat-Schichten am südlichen Fusse des Borzen 
bei Bilin finden sich in grosser Menge Zähne einer Oxyrrhina, 
die sich von der eben beschriebenen 0. Mantellii durch mehre 
Merkmale unterscheidet. 

Auffallend ist ihre verhältnissmäsig geringe Länge bei be- 
deutender Höhe, obwohl auch dieses Verhältniss bei verschie- 
denen Exemplaren sehr wechselt. So finden sich dergleichen, 
bei welchen sich Höhe und Länge verhalten wie 3:1; bei 
andern stellt sich dieses Verhältniss wie 1,5 : 1. Mitunter 
erreichen sie eine Höhe von ^ — 1 Zoll, nie aber eine bedeu- 
tende Dicke. Nie sind sie so massiv, wie die Zähne von 0. 
Mantellii, von denen sie sich durch grössere Schlankheit unter- 
scheiden. Sie endigen in eine nicht sehr scharfe Spitze, von 
der die Seitenränder fast gerade, oder, unterhalb der Mitte nur 
sehr wenig eingebogen, herablaufen. Bis fast zur Basis herab 
nimmt die Breite des Zahns nur sehr allmählich zu, an der Basis 
aber divergiren die Ränder schnell nach aussen, so dass der 
Zahn dort fast doppelt so breit ist, als in seinen obern zwei 
Drittheilen. Gewöhnlich bilden die Zähne ein sehr spitziges, 
gleichschenkliges Dreieck ; doch finden sich auch viele, welche 
viel kürzer, breiler und schief dreieckig sind, so dass manch- 
mal der hintere Rand an der Basis eine tiefe Einbiegung bildet 
(Fig. 12), wo dann auch die Spitze des Zahnes nach rückwärts 
gewendet ist. Selten findet sich eine ähnliche Einbiegung an 
der Basis des vordem Randes. 

Die innere Fläche ist stark gewölbt, bei den schmalen 
langen Formen fast halbzylindrisch ; stets aber bemerkt man 
beiderseits an dem Rande eine äusserst schmale Furche , wo- 
durch der Rand schneidig wird. Die äussere Fläche ist immer 
in ihrer ganzen Länge ziemlich bedeutend gewölbt, obwohl 
weniger als die innere, und zunächst den Rändern mit einer 
breiten Längsfurche versehen; nur an der Basis ist in der Mitte 
ein dreieckiger Eindruck vorhanden. 

Beobachtet man den Zahn im Profil, so erscheint die Spitze 
etwas nach aussen gebogen, der zunächst darunter liegende 
Theil des Zahnes nach innen. In der Mitte wendet sich die 
Konvexität wieder nach aussen, während die Basis wieder nach 
einwärts gebogen ist. Jedoch sind alle diese Biegungen, be- 
sonders bei manchen Exemplaren, schwach ausgesprochen. Vor- 
züglich findet dieses bei breiten Exemplaren Statt. 

Das Email endet an der innern Fläche mit einer deut- 
lichen Bogenlinie ; an der äussern ist die Grenzlinie nur in der 
Mitte schwach eingebogen. Die Wurzel ist viel niedriger als 



bei 0. Manteilii, dünn, in der Mitte mäsig ausgeschnitten. Sie 
scheint mit dem Zahnkegel nur lociier verbunden zu seyn, da 
sie meistens abgebrochen ist. 

3. O. acuminata Rkuss, — T. III, Fig. 17, 18, 19. 
T. VII, F. 20. 

Unter häufigen Zähnen von 0. Manteilii stösst man im 
untern Plänerkalk von Kosstitz auf Zähne , die sich von den 
erstgenannten zu sehr unterscheiden, als dass sie mit ihnen 
vereinigt werden könnten. Sie sind immer sehr klein, über- 
steigen an Höhe von 3 — 4"' nicht ; dabei sind sie sehr schlank, 
fast nadeiförmig; nur an der Basis, in welche die Ränder in 
einer sanften Ausbiegung allmählich übergehen, breiten sie sich 
mitunter um das Dreifache aus. Sie sind vollkommen gleich- 
seilig, scharf spitzig, weit dünner, an der Innern Fläche viel 
weniger gewölbt, als bei 0. Manteilii. Auch die äussere Fläche 
zeigt eine sanfte, gleichmäsige Wölbung. 

Von 0. Manteilii unterscheiden sie sich endlich auch da- 
durch, dass sie in der Mitte sehr merkbar nach aussen gebogen 
sind. Die Basis ist ganz horizontal, die schwache Wurzel ist 
an der Basis tief ausgeschnitten, ihre Schenkel sind schlank und 
unten zugespitzt. Man findet diese Zähne auch, wiewohl sehr 
selten, im Pläncrmergel von Priesen. 

4. 0. heteroinorpha Reuss, — T. III, F. 14, 15, 16. 

Unter allen schon erwähnten Zähnen enthält der untere 
Plänerkalk von Kosstitz auch seltene kleine Zähne (von 2 — 2| — 3'" 
Höhe), welche Ähnlichkeit mit manchen Corax-Formen, von der 
andern Seite aber auch mit manchen Formen von Otodus besitzen. 
Von ersten unterscheiden sie sich aber durch die ganz glatten, 
scharfen Ränder, von den letzten durch den Mangel der Neben- 
zähne. Ich glaube sie daher am besten der Gattung Oxyrrhina 
einordnen zu können. Sie bilden ein schmales , sehr schiefes 
Dreieck, dessen stark rückwärts gerichtete scharfe Spitze mit 
dem hintern Ende der Basis des Zahnes genau oder beinahe 
in eine senkrechte Linie fällt. Die Länge der Basis übertrifft 
die Höhe des Zahnkegels fast um 0,3 — 0,5. Der vordere Rand 
ist schief, schwach bogenförmig und über der Basis etwas aus- 
geschweift; der hintere dagegen fast senkrecht und gerade, 
bildet über der Basis einen tiefen Ausschnitt, indem er sich 
unter fast rechtem Winkel umbiegt und so nach hinten , wie 
bei Corax, eine Verlängerung bildet, deren oberer Rand dem 
Horizontalen sich nähert. Beide Ränder sind scharf und ganz glatt. 

Die innere Fläche ist gewölbt, nicht viel weniger aber 
auch die äussere, welche nur in der Mitte über der Basis eine 
schwache Depression zeigt. Zunächst den Rändejn bemerkt 
man Spuren einer äusserst schmalen, seichten Längsfurche. 

Der untere Rand des Emails ist in der Mitte wenig aus- 
geschweift, sonst fast horizontal. Die niedrige Wurzel an der 
äussern Fläche in der Mitte eingedrückt, am untern Rande 
schwach ausgeschnitten. 

Hieher gehört vielleicht auch ein anderer i" langer Zahn 
(Fig. 16) von demselben Fundort, der ebenfalls sehr schief drei- 
eckig, scharf zugespitzt, rückwärts gekrümmt ist, und dessen 
hinterer Rand ebenfalls durch eine rechtwinkelige Umbiegung 



an der Basis einen kleinen Fortsatz bildet, dessen oberer Rand 
aber sehr schwach gekerbt ist, wie wir es auch bei manchen 
Exemplaren von 0. Manteilii finden. Die äussere Fläche ist 
schwächer gewölbt und an der Basis etwas stärker eingedrückt, 
die Wurzel stärker und am untern Rande mehr bogenförmig. 

Odontaspis Ag. 

1. O. raphiodon Ag., — T. IH, F. 34, 35, 36. 

Lamna raphiodon Ag. poiss. foss. Vol. III, p. 296, 

T. XXX\1I a, F. 11 — 16. 
Mantell, G. S. T. XXXII, F. 1. 
Faujas St. Fond mont. St. Pierre, T. XVIII, F. 2. 
? Buckland, geol. and. miner. T. XXVII d, F. 11. 

Die Zähne dieser Species scheinen nicht selten zu seyn ; 
allein nur sehr sparsam sind die wohl erhaltenen, noch mit 
den Nebenzähnen versehenen Exemplare. Ob also die übrigen, 
so gut sie sonst damit übereinstimmen, hieher gehören, bleibt 
zweifelhaft. Deutlich fand ich sie bisher im untern Plänerkalk 
von Kosstitz und im Pläncrmergel von Kautz. Sie sind bis ^" 
hoch , aber verhältnissmäsig sehr schmal. Unterhalb der Mitte 
sind sie etwas eingeschnürt, so dass sie dort schmäler erschei- 
nen; jedoch findet sich diese Einschnürung nicht bei allen 
Exemplaren. Sie sind spitzig und haben trotz ihrer Dicke 
scharfe Ränder. Die innere Fläche ist stark gewölbt und fein 
gefaltet; die äussere in der Mitte ebenfalls bedeutend konvex 
und gegen die Seiten hin schnell abfallend. Nie tritt aber die 
von AcASSiz angegebene Kante bei unsern Exemplaren deutlich 
auf ihr hervor. 

An der Basis befindet sich jederseits ein sehr spitziger, 
gewölbter, fast kegelförmiger Nebenzahn von bedeutender Höhe ; 
ja es finden sich Exemplare, bei denen die Nebenzähne beinahe 
die Hälfte der Höhe des mittlen Zahnkegels erreichen. Die 
Wurzel ist ziemlich hoch, unten stark bogenförmig gekrümmt. 

Lamna Ag. 
1. L. plicatella Reuss, — T. IH, F. 37—44. 

Die hieher gehörigen Zähne wechseln sehr in der Grösse, 
indem ihre Höhe zwischen ^ — J" schwankt. Sie sind sehr 
schmal, dreieckig, fast pfriemenförmig, ziemlich scharf zuge- 
spitzt, vollkommen gerade und gleichseitig; nur sehr selten 
finden sich Exemplare, die etwas schief und dann immer klein 
sind. Sie gehören wohl dem hintern Theile der Riefer an. 
Ihre Ränder stehen sehr wenig vor, sind aber trotz der Dicke 
des Zahnkegels doch genug scharf. Die innere Fläche ist sehr 
'stark und gleichmäsig gewölbt, fast zylindrisch und mit zahl- 
reichen, sehr netten und deutlichen Längsfalten versehen, die 
sich bald bis zum obern Drittheil des Zahnkegels erstrecken, 
bald schon in der Hälfte verschwinden. Die mittle unpaarige 
Falte ist die längste; je weiter sie auch aussen liegen, desto 
kürzer sind sie. Sie erstrecken sich nie bis zum Seitenrande, 
sondern lassen einen sehr schmalen, etwas vertieften Raum zu- 
nächst dem Rande frei und glatt. Zwischen die längern Falten 
schieben sich an der Basis kürzere ein (Fig. 38). Die äussere 
Fläche ist nur gegen die Spitze hin gewölbt, in der untern 



Hälfte fast eben, in ihrer ganzen Ausdehnung aber glalt. Der 
Zahnkegel ist mit der Spitze etwas, in der Mitte aber ziemlich 
stark auswärts gebogen. 

An der Basis, ziemlich weit entfernt vom mittlen Kegel, 
steht jederseits ein sehr kleiner, aber deutlicher Nebenzahn, der 
aber gewöhnlich abgebrochen ist. 

Auch die schmale, stark bogenförmige Wurzel ist gewöhn- 
lich abgebrochen. Die Basis des Emails bildet eine starke 
Bogenlinie. 

Ob diese Zähne mit L. subulata Ag. übereinstimmen, lässt 
sich wegen der sehr mangelhaften Beschreibung dieser Species 
nicht bestimmen. 

Sie finden sich, wiewohl nicht häufig, im untern Pläner- 
kalk von Kosstitz; im Plänermergel von Priesen, Postelberg, 
Wollenitz und Kautz, in den Konglomerat-Schichten vom Borzen 
bei Bilin und im Hippuriten-Kalk von Kutschlin. Mit ihnen fin- 
den sich etwas breitere, oben stumpfere Zähne, die aber übri- 
gens ganz damit übereinstimmen (Fig. 38). Ob der verhältniss- 
mäsig auch breitere Zahn (Fig. 44) von Kosstitz, dessen Neben- 
zähne auch weit grösser sind, hieher gehört , ist sehr zweifelhaft. 

2. L. iindulata Reuss, — T. III, Fig. 45, 46, 47, 48. 

Die Zähne dieser schönen Species kommen nur selten vor, 
und zwar ebenfalls nur in den obern Schichten der Kreide- 
Formation. Ich fand sie bisher im Plänerkalk von Hundorf, im 
untern Plänerkalk von Kosstitz und in den Konglomerat-Schich- 
ten vom Borzen bei Bilin. Sie sind klein, sehr scharf zuge- 
spitzt, pfriemenförmig, und gehören zu den schlanksten Lamna- 
arten. Die innere Fläche ist im untern Theile äusserst stark 
gewölbt, mehr als halbzylindrisch ; ja zuweilen tritt die Wölbung 
so stark hervor, dass der Zahn dort an den Seiten zusammen- 
gedrückt erscheint. Nach oben zu nimmt aber die Wölbung 
mehr und mehr ab und ist unter der Spitze nicht bedeutend. 
Das umgekehrte Verhältniss findet bei der äussern Fläche statt. 
Diese, welche in ihrer ganzen Länge neben dem Rande eine 
sehr schmale Furche zeigt, ist im untern Theil des Zahns wenig, 
im obern Thcile aber sehr stark gewölbt, fast halbzylindrisch. 
Dieses Verhältniss hängt mit der eigenthümlichen iS-förmigen 
Biegung der in ihrer ganzen Länge schneidigen Seitenränder zu- 
sammen. Diese biegen sich nämlich unterhalb der Spitze stark 
nach aussen, so dass sie gleichsam eine Diagonale an dem 
Profile des Zahns beschreiben. Der Zahn erscheint also , im 
Profil angesehen, fast wellenförmig gebogen, was aber, wenn 
man ihn von aussen oder innen ansieht, bei weitem nicht so 
sehr auffällt, da die Biegung der Fläche nicht gleichen Schritt 
hält mit der der Ränder. 

Beide Flächen sind vollkommen glatt. 

Die Wurzel tritt nach innen sehr stark gewölbt vor und 
hat nur kleine Scitenschenkel. Die sehr kleinen Nebenzähne 
sind fast immer abgebrochen. 

3, L. acuminata Ag. 

Ag. poiss. foss. Vol. IH, p. 292, T. XXXVII, a, F. 54—57. 

Selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 



Flosseiiistaclioln. 

Spinax Bon. 

In dem untern Plänerkalk von Kosstitz findet man, wie- 
wohl selten, Flossenstacheln, welche in Bezug auf den Mangel 
gezähnter Ränder und ihre Grössen-Verhältnisse am meisten 
mit denen von Spinax übereinstimmen, sich aber darin wieder 
von ihnen unterscheiden, dass sie an ihrem hintern Rande nicht 
gefurcht, sondern an beiden Seiten mehr oder weniger zugerundet 
sind. Ihr Querdurchschnitt bildet also eine breitere oder 
schmälere Ellipse (T. IV, Fig. 12, 13, 14). Sie sind 0,5—0,75" 
lang, bald sehr schlank, bald wieder kegelförmig, an der Basis 
fast 0,25" dick, ganz gerade, oder mit der Spitze nur wenig 
rückwärts gekrümmt. Die Oberfläche ist ganz glatt, oft giän 
zend oder sehr fein der Länge nach lineirt. Ihre Substanz ist 
braun , undurchsichtig und verräth im Innern die Zusammen- 
setzung aus koncentrischen Schalen. Ich habe sie in meinen 
geognostischen Skizzen Vol. II , p. 220 unter dem Namen 
Spinax rotundatus beschrieben. 

Später entdeckte ich an demselben Fundorte Stacheln, die 
wohl einer andern Species angehören dürften. Der längste war 
fast 1" lang, ganz gerade, glatt, von den Seiten zusammen- 
gedrückt und am vordem und hintern Rande mit einer schma- 
len scharfen Längsleiste versehen, gleichsam schwach geflügelt. — 
Ein andres Exemplar ist 0,75" lang, an der Basis 0,23" dick, 
mit der stumpfen Spitze sehr schwach rückwärts gekrümmt, am 
hintern Rande schwach zusammengedrückt, aber nicht scharf, 
am vordem in der untern Hälfte gerundet und dicker, in der 
obern mit der erwähnten scharfen Leiste versehen. Die Ober- 
fläche zeigt hie und da die feinen schrägen koncentrischen 
Linien, wie sie Agassiz T. X b, Fig. 14 bei Spinax major ab- 
bildet. Man unterscheidet an ihm sehr gut den untern zuge- 
spitzten Theil, mit welchem er in die Haut eingesenkt war 
(T. IV, Fig. 10). 

Ein drittes Exemplar ist ebenfalls an der Spitze schwach 
gebogen, aber weit schlanker, als das vorige, und von den 
Seiten zusammengedrückt. Der hintere Rand ist in seiner 
ganzen Länge mit der schmalen scharfen Längsleiste versehen, 
vor welcher die Oberfläche vertieft erscheint. Der vordere 
Rand ist gerundet und besitzt nur im obersten Drittheile die 
schwache Leiste, die über den untern Theil vorragt. Die Ober- 
fläche ist zunächst dem vordem Rande der Länge nach fein 
lineirt (T. IV, Fig. 11). Vielleicht gehört der zuerst beschriebene 
Stachel der vordem, die beiden andern der hintern Rücken- 
flosse an. Ich belege sie provisorisch mit dem Namen Spinax 
mar gina tus. 

Placoiden- Wirbel. 

Agassiz, poiss. foss. Vol. IH, p. 360, T. XL a, F. 9—23. 
Coeloptychium acaule Goldf. T. LXV, F. 12. 
Bronn, Lethaea T. XXVH, Fig. 24. 

RoEMER, Verst. d. norddeutsch. Kreidegeb. p. 108. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 35. 

Mit den Zähnen zugleich finden sich ziemlich häufig vereinzelte 



Wirbel, von denen es bei der jetzigen Kenntniss dieser fossilen 
Reste wohl unmöglich ist, die Gattung oder gar die Species, 
der sie angehören , zu bestimmen. Im übern Plänerltalk von 
Hundorf und im untern von Kosstitz trifft man grosse Wirbel 
2 — 3" breit und 0,75 — 1" hoch, an der Peripherie mit zahl- 
reichen feinen Spalten, an der doppelten Konkavität mit feinen 
Radialstreifen versehen , die ganz mit den von Agassiz T. XL a, 
F. 9 — 15 abgebildeten übereinstimmen und von diesem Forscher 
dem Otodus app endicula tus und der Oxyrrhina Man- 
tellii zugeschrieben werden, was um so wahrscheinlicher ist, da 
mit ihnen sehr häufig Zähne dieser Arten vergesellschaftet sind. 

Der untere Plänerkalk von Kosstitz enthält ausserdem kleinere 
Wirbel von 0,75" Durchmesser und 0,33 — 0,4" Höhe, bei denen 
die radialen Streifen besonders hervortreten , und welche mit 
denen von Lamna und Odontaspis (poiss. foss. T. XL a, 
Fig. 16 — 3^) übereinkommen. 

Ganz kleine Wirbel (0,3 — 0,4" breit und fast eben so hoch) 
liegen in Menge im untern Plänerkalk von Kosstitz und in den 
Konglomerat-Schichten vom Borzen, in deren härteren Gesteinen 
sie gewöhnlich nur leere Räume hinterlassen haben. Wo sie 
besser erhalten sind, zeigen sie denselben Bau , wie die vorer- 
wähnten, nur dass die Spalten an der Peripherie fehlen. Sie 
stammen offenbar von einem Plakoiden von geringen Dimensio- 
nen, vielleicht vonSpinax, dessen Flossen- Stacheln sich auch 
daselbst finden. 

B. G a n o i (1 e n. 



I. Pycnodoiitae. 

Sphaerodus Ag. 



1. Sph. mammillaris Ag., — T. VH, F. 28. 

Agassiz, poiss. foss.. Vol. U, p. 15, T. LXXHI, F. 1, 2. 

Reüss, geogn. Skizz. , U, p. 257. 

Sehr klein, 1 — 1,5'" breit und eben so hoch und selbst 
noch etwas höher, niedrig zylindrisch mit senkrechten Seiten. 
Die obere Fläche wird von einem gerundeten schmalen Rande 
umgeben, der nach innen von einer kreisförmigen, seichten 
Furche begrenzt wird und in seinem ganzen Umfange oder 
auch nur in seinem hintern Theile durch kurze Querfurchen 
schwach gekörnt erscheint. Innerhalb der Kreisfurche erhebt 
sich die Mitte des Zahns als ein mehr oder weniger hoher, ge- 
rundeter oder auch durch eine mittle Einschnürung schwach 
zweilappiger Höcker. Die Oberfläche des Emails ist glatt. Das 
abgebildete Exemplar ist nicht regelmäsig, sondern etwas schief, 
dürfte aber demungeachtet hieher gehören. 

Sehr seilen im untern Plänerkalk von Kosstitz und in den 
Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. 

2. Sph. tenuis Reuss. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 220, 257. 

Sehr selten irrt untern Plänerkalk von Kosstitz. 

Gjrodus Ag. 

1. G. angustns Ag., — T. IV, F. 55. 

Agassiz, poiss. foss.. Vol. U, T. LXVI a, Fig. 14, 15. 

Reüüs, Versteinorungen. 



Lang und schmal elliptisch, 0,45" lang, 0,08" hoch; 
obere Fläche flach mit einer tiefen schmalen Längsfurche, sonst 
glatt ; die Seiten gerundet , steil ; äusseres und inneres Ende 
schmal, zugerundet. Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

2. G. Münster! Ag., — T. IV, F. 57, 58, 59, 60. 

Agassiz, poiss. foss., Vol. II, T. LX a, F. 17. 

1,5 — 2'" lang, bald rundlich, bald breiter oder schmäler 
elliptisch, gewöhnlich nicht sehr regelmässig, 0,5^ — 0,75"' hoch; 
obere Fläche sehr wenig gewölbt oder ganz flach , mit einer 
grössern oder kleinern, seichtem oder tiefern Depression in der 
Mitte ; der übrige Theil mit sehr kleinen, kurzen Falten bedeckt, 
die bald eine kreisförmige Anordnung zeigen, bald ganz unregel- 
mässig verlaufen und dann sehr flach und niedrig sind. Die 
Seiten theils gerundet, steil abfallend, theils auch ganz senkrecht. 

Selten in den Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. 

3. G. q n a d r at u s Reuss, — - T. IV, F. 56, 61. 

Reüss, geogn. Skizz. H, p 222, 257. 

1 — 1,25'" lang, rundlich, mehr oder weniger vierseitig, 
0,5 — 1'" hoch, oben flach und mit grosser, seichterer oder tieferer, 
rundlicher oder viereckiger Depression, umgeben von sehr klei- 
nen und flachen unregelmäsigen Fältchen; mit gerundeten steilen 
Rändern oder mit hohen senkrechten Seiten. Sehr vereinzelt, 
mit den vorigen. 

Pycnodus Ag. 

1. Pycnoduscomplanatus Ag., — T. IV, F. 27 — 36. 
P. c o m p 1 a n a t u s Ag., poiss. foss., Vol. II, T. LXXII a, 

F. 40 — 48. 
P. Münsteri Ag., poiss. foss., Vol. H, T. LXXII a, 
F. 26 — 39. 

Obwohl es überhaupt sehr schwierig ist, einzelne lose 
Pycnodus-Zähne in Bezug auf die Species, der sie angehören, 
näher zu bestimmen, und obwohl eine solche Bestimmung immer 
zweifelhaft und unsicher bleiben muss, so ist es doch vortheil- 
haft, ja selbst nothwendig, dieselben provisorisch durch besondere 
Namen zu unterscheiden, bis fernere Untersuchungen und Ent- 
deckungen die wirkliche Selbstständigkeit oder Identität dieser 
Arten ausser Zweifel setzen. 

Im untern Plänerkalk von Kosstitz, noch häufiger aber in 
den Konglomerat - Schichten am Borzen bei Bilin findet man 
Pycnodus-Zähne, die sich von denen des P. complanatus Ag. 
aus dem Grünsand von Regensburg, von welchem P. Münsteri Ag. 
sich wohl nicht trennen lässt, kaum unterscheiden. Nur sind 
sie alle weit kleiner, indem sie die Grösse von 0,5 — 2"' nicht, 
übersteigen. Sie sind sehr wechselnd in ihrer Form, bald und 
zwar meistens rund, bald eiförmig, bald vierseitig (Fig. 27, 26), bald 
halbkreisförmig (Fig. 30) oder selbst halbmondförmig (Fig. 31). 
Gewöhnlich sind sie niedrig, 0,5—0,75'" hoch, oben ganz flach 
oder sehr wenig gewölbt, oder selbst vertieft (Fig. 26, 30, 31). 
Sie dürften dann wohl von dem Sphaerodus depressus Ao. 
(V.II, T.LXXIII, F.4— 10) kaum zu unterscheiden seyn. Sehr 
selten ist ihre Wölbung bedeutender, oder es erheben sich doch 
auf ihr bedeutende einzelne gerundete Höcker (F. 37, 32). 

An den Seiten fallen sie ringsum steil ab mit meistens 



10 



gerundeten Rändern ; selten sind die Seiten ganz senkrecht. 
Ilirc Oberfläche ist ganz glatt. 

Mit ihnen findet man \ereinzelte Schneidezähne, deren 
Form ebenfalls sehr verschieden ist. Man trifft ihrer, welche 
stehend herzförmig sind, oben ausgerandet, an der Basis ver- 
schmälert, an der einen Fläche niäsig gewölbt , an der andern 
ganz eben und senkrecht. Die Ränder sind durchaus gerundet 
(Fig. 33). Andere haben mehr die Form eines halben zusammen- 
gedrückten Kegels. Sie enden oben mit sehr stumpfer, ge- 
rundeter Spitze und werden gegen die Basis breiter. Die eine 
Fläche ist ebenfalls senkrecht und eben, die andere von einer 
Seite zur andern gewölbt, von oben nach unten ausgeschweift. 
Neben der Basis haben sie einen querlaufendcn Kiel, der in 
der Mitte durch eine seichte Rinne vertieft und in zwei seit- 
liche Leisten getrennt ist (Fig. 36). 

2. P, scrobiculatus Reuss, — T. IV, F. 15—25, 64. 
Reüss, geogn. Skizz., II, p. 221, 258. 

Ein einziges Mal fand ich die Zähne dieser Species noch 
auf einem Kiefer-Fragmente aufsitzend (Fig. 15). Sie stehen in 
fünf Reihen, von denen die mittle unpaarig ist und die 
grössten Zähne enthält. Die der äussersten Reihe sind um das 
Doppelte kleiner, die der Zwischenreihen die kleinsten. Letzte sind 
zugleich von denen der Mittelreihe weiter entfernt, als von 
denen der äussern Reihen, mit welchen sie alterniren, und 
zwischen die sie bis auf ein Drittheil eingeschoben sind. Die 
Form derselben ist eben so wandelbar, wie bei der vorigen 
Species, bald rund, bald breit elliptisch, bald herzförmig (Fig. 17), 
bald quadratisch (Fig. 16) oder länglich viereckig (Fig. 22). Am 
.seltensten nähert sie sich der sechseckigen (Fig. 19). Auch sie 
.sind oben gewöhnlich wenig gewölbt oder ganz flach (Fig. 15), 
doch auch mitunter stärker gewölbt (Fig. 19,18), ja selbst fast 
halbkugelförmig (Fig. 25). Die flachern Varietäten fallen an den 
Seiten unter scharfen, selten gerundeten Rändern senkrecht ab. 
Ihre Grösse wechselt von 0,75 — 5'". Die Höhe übersteigt nur 
bei den gewölbten Exemplaren 1'". Bei allen ist die Ober- 
fläche durch zahlreiche, unregelmäsige Grübchen punktirt, die 
schon dem blosen Auge merkbar sind, was nicht etwa von 
einer Abreibung herrührt, da dieselben sich selbst bei solchen 
Zähnen finden, deren Email-Schichte ganz unversehrt ist. Auch 
die damit vorkommenden Schneidezähne haben eine sehr ver 
Hnderliche Gestalt, deren Krone die Höhe von 3'" nicht über- 
steigt. Ein Exemplar von Kosstitz ist zylindrisch, von den 
Seiten nur wenig zusammengedrückt, mit mäsig gewölbter 
oberer Fläche. Die 1,5'" hohe und fast eben so dicke Krone 
ist durch eine sanfte Einschnürung von der 2"' langen, etwas 
dünnern Wurzel gesondert (Fig. 64). Andere sind halbzylindrisch, 
oben breiter und gerundet, an der Basis etwas schmäler; die 
eine Fläche ist ganz eben und senkrecht, die andere gewölbt 
(Fig. 21). 

Der Zahn Fig. 24 zeigt am obern Theil der gewölbten 
Fläche einen Eindruck, der mit grössern Grübchen eingefasst ist. 

Sie finden sich häufig in den Konglomerat-Schichten vom 
Borzon bei Bilin, seltner im untern Plänerkalk von Kosstitz. 



3. P. rostiatus Reuss, — T. IV, F. 37. 

Reüss, geogn. Skizz., II, p. 221, 258. 

Fast kreisförmig, 4'" lang und 3,2'" breit. Die Krone 
2'" hoch, an der obern Flache gewölbt und durch eine un- 
deutliche gerundete Kante in die senkrechten Seiten übergehend. 

Aus der Mitte eines der längern Seitenränder entspringt 
ein schmaler, schnabelförmiger, am Ende abgeplatteter Fort- 
satz. Die Oberfläche zeigt selbst dem unbewaffneten Auge 
zahlreiche Grübchen, welche oft durch unregelmäsige, sehr 
seichte und schmale Furchen zusammenhängen. 

Sehr selten in den Konglomerat-Schichten vom Borzen bei 
Bilin. 

4. P. semiluiiaris Reuss, — T. IV, F. 43, 44, 45. 

Reüss, geogn. Skizz., H, p. 221, 258. 

Bisher fanden sich diese Zähne sehr vereinzelt in dem 
untern Plänerkalk von Kosstitz und in den Konglomerat-Schich- 
ten vom Borzen bei Bilin. Sie sind 2 — 2,5'" lang, 0,5 — 1,2'" 
breit, die Krone ist 1 — 1,25'" hoch. Ihr Umriss ist halbmond- 
förmig mit gerundeten stumpfen Enden, von denen das eine 
dicker ist. Die eine Seite ist von einem Ende zum andern 
konvex, die andere schwächer konkav, die obere Fläche der 
Krone ist schwach gewölbt und geht durch den gerundeten Rand 
in die Seiten über. Sie zeigt dem bewaffneten Auge feine 
Vertiefungen. Die etwas dünnere Wurzel ist durch eine schwache 
Einschnürung von der Krone getrennt. Es wäre möglich, dass 
diese Zähne, trotz ihrer abweichenden Form und verhältnissmäsig 
grossen Höhe, nur eine Varietät von P. scrobiculatus v/ären. 

5. P. ihomboidalis Reuss, — T. IV, F. 46— 54. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 221, 258. 

Die Mittelzähne, die sich bisher gefunden haben, sind 
2,5—5'" lang, 1 — 3"' breit und kaum 1'" hoch. Sie 
stellen ein regelmäsiges Rhomboid dar, oder sind durch Ab- 
rundung der stumpfen Ecken lang elliptisch ; die obere Fläche 
ist eben und glatt, selten stellenweise eingedrückt, und geht 
in einer gerundeten Kante in die steilen Ränder über. Die 
Email- Schichte ist sehr dünn. 

Sie finden sich ziemlich häufig an denselben Fundorten, 
wie die vorigen Arten. 

6. P. subdeltoideus Reuss, — T. IV, F. 38 — 42. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 220, 258. 

Die hieher gehörigen Zähne haben einen dreiseitigen Um- 
riss, sind 1,5 — 3'" lang und nicht viel mehr als halb so breit, 
gewöhnlich ungleich dreiseitig ; das eine Ende stumpf, das 
andere spitziger. Seltner stellen sie ein beinahe gleichseitiges 
Dreieck mit gerundeten Ecken dar. Die Ränder sind gerade, 
selten etwas ausgeschweift (Fig. 41). Die Krone ist nicht mehr 
als 0,75'" hoch, oben ganz flach und eben, an den Seiten 
ziemlich steil, an den Enden senkrecht abfallend. Bei manchen 
Zähnen tritt das mittle Eck sehr zurück, wobei sie dann eine 
lang und schmal eiförmige Gestalt annehmen. — Vielleicht sind 
sie nur eine Varietät von P. rhomboidalis , entstanden durch 
Verschwinden des einen Eckes. 

Sie finden sich selten mit den vorigen. 



II 



7. P. subclavatus Ac. 

Agassiz, poiss. foss., Vol. II, T. LXXII a, F. 59, 
RoEMER, Verst. d. nordd. Kreidegeb. , p. 109. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 258. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

Plijllodus Ag. 

1. Pli. cretaceusREUSs, — T. IV, F. 62, 63,T. XII, F. 16. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 222, 257. 

3—5'" lang, 2—2,5'" breit, 1 — 1,2'" hoch, elliptisch. 
Oberfläche eben oder sehr seicht konkav. Auf ihr läuft an 
der Peripherie eine schmale seichte Furche, die nach aussen 
von einer schmalen Leiste, die oft etwas niedriger ist, als die 
obere Kronenfläche selbst, eingefasst wird. Die untere Fläche, 
die mit der nur sehr locker anhängenden Wurzel verbunden 
ist, gleichmässig gewölbt (T. XII, Fig. 16 b). Die Krone 
besteht aus dünnen horizontalen Blättern, deren Ränder man 
an der horizontalen Slreifung des senkrechten Zalinrandes er- 
kennt, während die Wurzel, welche etwas schmäler ist, als die 
Krone, sonst aber von derselben Gestalt, eine fasrige Zusammen- 
setzung hat (T. XII, F. 16 c, senkrechter Längendurchschnitt). 

Sie sind in den Konglomerat-Schichten am Fusse des 
Borzen, in welchem sie sich allein finden, öfters in beginnen- 
der Verwitterung begriffen, wo sich dann die einzelnen Lagen 
des Zahnes aufuli-ttern. Sie wird durch die sehr dünne Email- 
Schlchte der Krone begünstigt. 

II. Sauroidos. 

Macroponia Ag. 

1. M. Mantelli Ag., — T. IV, F. 68—80; TV, F. 1 — 6. 
Agassiz, poiss. foss., Vol. II, T. LXV a, b, c, d. 
Amia Lewesiensis Mant., G. S.T. XXXVII, XXXVIII, 
G. SE. 142, 145. Koprolithen G. S. T. IX, F. 5 — 11. 
Buckland, gcol. and. miner., T. XV^ F. 5, 6, 7. 
Bronn, Lethaea (Koprolithen) T. XXXIV, F. 8 a, b, c. 
Geinitz, 1. c. T. II, F. 4 a, b, 5. 

Von diesem Fische fanden sich bisher im böhmischen 
Kreidegebirge vorzugsweise die Koprolithen. Sie sind 1 — 3" 
lang, zylindrisch, die kleinem eiförmig und ähnlich den Zapfen 
einer Konifere, besonders den Lärchen-Zapfen, für welche die- 
selben früher auch angesprochen wurden. Das eine Ende ist 
stumpf, gerundet, das andere dünnere mehr zugespitzt. Vom 
ersten Ende an bis über drei Viertheile der Länge verlaufen 
über den Cylinder mehr oder weniger entfernte wellenförmige 
Spiral - Linien , ganz ähnlich denen, welche die einzelnen 
Schuppen-Umgänge eines Koniferen-Zapfens trennen , wodurch 
auch die Oberfläche des Koprolithen in einzelne, sich schuppen- 
förmig deckende, schmale Zonen gesondert wird (Klappen-Ein- 
drücke). Diese Ähnlichkeit wird oft noch durch kleine, senk- 
rechte Einschnitte vermehrt, wodurch die erwähnten Zonen in 
einzelne Schuppen zertheilt vi'erden. Die Oberfläche der letzten 
ist mehr oder weniger dicht mit feinen , unregelmäsigen , sich 
oft verästelnden , vertieften , senkrechten Linien (Gefass-Ein- 
drücken) bedeckt. 

Das dem spitzen Ende zunächst gelegene Drittheil zeigt 
keine Spiral -Linien, dagegen aber längere und tiefere, von 



der Spitze ausstrahlende, senkrechte Furchen (T.' IV, Fig. 68, 
70, 73, 75, 76; T. V, Fig. 2). Zuweilen beobachtet man 
nur wenige entfernt stehende Spiralstreifen (F. 69, 74), oder 
sie fehlen auch ganz, wo dann auch die Ähnlichkeit mit Koni 
feren-Zapfen verschwindet (T. IV, Fig. 71 ; T. V, Fig. 1, 3). Gewöhn- 
lich sind sie im Querdurchschnitt rund, seltner von den Seiten 
zusammengedrückt (T. V, Fig. 6) oder auch ganz unförmlich 
'T. IV, Fig. 72); meistens gerade, selten gekrümmt. Auf dem 
Querdurchschniltc zeigen sie abwechselnde, lichte und dunkel- 
braune, schmale, konzentrische Zonen und in der Mitte einen 
kleinen, dunkeln Kern, um den sich die konzentrischen Schalen 
herumgelegt haben. 

In ungeheurer Menge finden sie sich im untern Pläner- 
kalk von Kosstitz zusammengehäuft; selten kommen sie im 
obern Plänerkalke von Pokratitz und vom Sauerbrunnen von 
Bilin vor. An letztem Orte sind sie sehr fest und bestehen 
aus kohlensaurem Kalk, der mithin die Stelle des phosphor- 
s;iurcn Kalkes und des organischen Stoffes eingenommen hat. 
Ganz zerlirochen und zerrieben trifft man sie endlich auch in 
den Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. 

Ein einziges Mal fand sich in dem Pyropen-Sande von Trzi- 
blitz ein 5'" langer, elliptischer, in Brauneisenstein umge- 
wandelter Koprolith, dessen Oberfläche keine zusammenhängen- 
den Spiral-Linien, wohl aber zahlreiche getrennte Schuppen 
zeigt (T. IV, Fig. 77). Die Konglomerat Schichten vom 
Borzen führen sehr zahlreiche, äusserst kleine (0,5 — 1,5'") lange 
cylindrische, fast kugelige oder auch gekrümmte Koprolithen, 
von denen es uneiitsciiieden bleiben muss, von welchem Fische 
sie herstammen (Fig. 78, 79, 80). 

Den oben beschriebenen ganz ähnliche Koprolithen von 
2 — 3,5" Länge besitze ich aus einem kohligen Schiefer des 
Rotlien Todtliegendcn von Hohenelbe im Bunzlauer Kreise. Sie 
sind denen von Macropoma Mantellii zum Verwechseln ähnlich; 
nur zeigt ihre Oberfläche noch zahlreichere und sich vielfach 
verästelnde Gefäss-Eindrücke. Sie stammen vielleicht von einer 
grossen, gefrässigen Pygopterus-Art ab. Ich verdanke sie der Güte 
meinesFreundes CORDA in Prag. Zur Vcrgleichung habe ich einige 
auf T. V, Flg. 7, 8 abgebildet. [Jahrb. f. Min. 1843, 757.] 

Zu Macropoma jMantellii dürften auch einzelne spiegelglatte, 
mit Email überzogene Schlippen gehören, die sich in den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin finden. Sie sind 2,5 — 
3,5'" lang und eben so hoch, rautenförmig, mehr oder weniger 
schief, hinten quer abgeschnitten, an den Ecken gerundet. Die 
Oberfläche ist mit sehr feinen, konzentrischen Linien gezeichnet 
und zeigt dem vordem Rande zunächst einige seichte gerade 
Furchen, Die kleinen Stacheln, die sonst die Schuppen des 
genannten Fisches bedecken, sind aber verloren gegangen (T. V, 
Fig. 21, 21 b). 

C. Ctenoiden. 

Percoides. 

B e r j X Cuv. 

1. B. Zippei Ag., — T. I, T. 11, F. 1- ^ 

Agassiz, poiss. foss.. Vol. IV, p. 120, T. XV, F. 2. 

2 * 



12 



Verhandl. d. böhm. Mus. 1834, p. 68. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 222, 258. 
Dieser seltene Fisch, welcher bisher nur aus einem Exemplare 
bekannt war, das aus dem Pliinersandstein von Smeczna im 
Rakonitzer Kreise herstammt und sich im böhmischen National- 
Museum befindet, wurde vor Kurzem auch im Pläner-Sandstein 
von Zaluz gefunden. Nach einem schönen bis auf die Schwanz- 
flossen wohlerhaltenen Exemplare dürfte sich Einiges in der 
AGASSiz'schen Beschreibung ergänzen lassen. 

Das erwähnte Exemplar ist 8,5" lang und beim Anfange 
der Rückenflosse, wo der Körper am höchsten ist, über 3" 
hoch. Der Körper ist daher breit oval und nimmt nach hinten 
schnell an Höhe ab, indem er vor der Schwanzflosse nur 
noch 11'" Höhe hat. Der grosse Kopf ist 3" lang, misst 
also mehr als ein Drittheil der genannten Körper-Länge. Nicht 
viel weniger beträgt seine Höhe. Der Nacken ist sehr gerundet, 
die Augenhöhle gross, die Mundspalte weit, der Unterkiefer 
nach hinten sehr breit werdend, die Koptknochen stark, an 
den Rändern gezähnelt. Das Praeoperculum, am hintern Rande 
seines langen und schmalen vertikalen Astes fein und gleich- 
förmig gezähnelt, stösst mit dem kürzern und breitern untern 
Aste im stumpfen Winkel zusammen; der untere Rand ohne 
Zähne ; am hintern Winkel ein starker Dorn. Das grosse Oper- 
culum zeigt ausser feinen ausstrahlenden ästigen Furchen drei 
Leisten, welche in vorspringende Dornen enden, und deren 
eine aufwärts, die andere rückwärts, die dritte abwärts läuft, 
alle aber zunächst der Einlenkungs-Stelle des Knochens in Win- 
keln von beiläufig 75" zusammenstossen. 

Die Wirbelsäule kurz, die Wirbel gross und stark. Man 
zählt 14 Schwanzwirbel; die Zahl der Bauchwirbel lässt sich 
nicht genau angeben. Die Dornfortsätze stark ; die der ersten 
Schwanzwirbel am längsten, am kürzesten die der Bauchwirbel. 
Die Rippen lassen sich an dem Exemplare nicht erkennen. Die 
Rückenflosse sehr entwickelt; sie beginnt gleich hinter dem 
Nacken und reicht bis 1" weit von der Schwanzflosse. Sie 
besteht aus fünf starken, langen, etwas gekrümmten Dornen 
und eilf etwas längern, weichen, gegliederten und am obern 
Ende bündeiförmig zertheilten Strahlen (5/'10). Sie werden von 
sechszehn starken und langen Zwischenknochen getragen. Beson- 
ders stark und breiter, als die andern, sind die der dornigen Strahlen. 
Von der Schwanzflosse sind nur einige der 1,75" langen 
gegliederten Strahlen sichtbar. Die Afterflosse liegt weit nach 
hinten und reicht fast bis zum Schwänze. Sie ist ebenfalls 
stark entwickelt und zählt zwei starke Dornen und neun 2'" 
lange gegliederte Strahlen (2/^9). Die Bauchflossen sind un- 
vollständig, bestehen aber aus wenigstens acht Strahlen. Von 
den Brustflossen ist nichts wahrzunehmen. 

Die Schuppen sind sehr gross, höher als lang. Ihre Höhe 
beträgt über 0,5" in der Mittellinie , in welcher man ihrer 
21 — 22 zählt An den Schuppen der Seitenlinie sieht man 
dieselbe Eigenthümlichkeit, die Agassiz bei Beryx radians be- 
merkt. Ihr Nahrungskanal ist nämlich nicht einfach, sondern 
theilt sich büschelförmig In mehre Zweige. Die Seitenlinie, 
die sehr deutlich erkennbar ist, läuft mit nach oben gerichteter 
Komexitäl dem obern Rande des Körpers ziemlich parallel. 



2. B. oinatus Ac, — T. II, F. 2, T. XII, F. 1, 2; 

Schuppen T. V, F. 12, 13, 15. 
Agassiz, poiss. foss.. Vol. IV, p. 115, T. XIV a, T. XIV b, 

F. 1, T. XIV c, F. 1—6, T. XIV d. 
Zeus Lewesiensis Mantell, G. S. T. XXXIV, F. 6, 

T. XXXV, XXXVI; G. SE. p. 136. 
Geinitz, Nachtrag 1843, p. 5, T. IV, F. 1, Schuppe. 

In dem obern Plänerkalk von Kutschlin fand sich ein 
Fragment der vordem obern Körper-Hälfte eines Fisches, welches 
der genannten Specics angehören dürfte. Man erkennt daran 
die kurzen dicken Wirbel mit ihren langen Dornfortsätzen ; 
die vordem, nach hinten allmählich an Länge zunehmenden, 
schwach gebogenen, 0,75" langen, nicht sehr dicken Dornen 
der Rückenflosse, die sehr entwickelten breiten und beinahe 
einen Zoll langen vordem Zwischenknochen. Ausserdem sind 
auf demselben Stücke viele, demselben Fische angehörige Schup- 
pen zerstreut. Sie sind 5 — 6"' hoch und bis 4'" lang, vorne 
und hinten schwach ausgeschweift, in der Mitt3 der Fläche etwas 
erhaben und mit zahlreichen sehr feinen konzentrischen An- 
wachslinien bedeckt. Das Anwachs-Centrum liegt dem hintern 
Rande der Schuppe näher. Die kleinen Stacheln , mit denen 
die Schuppen dieser Species in ihrem hintern Theilc bedeckt 
sind, sind bei unsern Exemplaren nicht mehr wahrzunehmen. 
Die Schuppen der Seitenlinie erkennt man an dem einfachen 
konischen Nahrungskanal. 

Im böhmischen National-Museum befindet sich ein Fragment 
eines Fisches aus dem Plänersandstein des Bunzlauer Kreises, 
welches dieser Species angehören wird und T. XII, Fig. 1 abge- 
bildet ist. Es umfasst den vordersten Theil des Rumpfes nebst 
einigen Trümmern von Kopf-Knochen. Der Körper ist daselbst 
fast 5" hoch und mit bis Zoll-grossen elliptischen Schup- 
pen bedeckt, deren eine Fig. 2 derselben Tafel isolirt darstellt. 
Man sieht an ihnen sehr deutlich die konzentrischen Anwachs- 
Linien, das hinter der Mitte liegende Anwachs-Centrum und die 
den hintern Theil der Schuppe bedeckenden Spitzen, welche 
an dem Abdruck gedrängt stehende Grübchen hinterlassen 
haben. Dasselbe Stück lässt vier ganze Bronchial-Strahlen und 
Spuren von noch zwei andern wahrnehmen. Die daselbst wahr- 
nehmbaren Bruchstücke des Kiemendeckels sind sehr undeut- 
lich. Auf der andern Seite des Exemplars sieht man Frag- 
mente von acht dünnen Strahlen der Brustflossen. 

Isolirte Schuppen dieser Art trifft man auch häufig zer- 
streut im untern Plänerkalk von Kosstiz (T. V , Fig. 13), im 
obern von Kutschlin (Fig. 12), Kröndorf u. s. w. , im Pläner- 
Mergel von Luschitz, Priesen, Kystra, Horzens (T. V, Fig. 15). 
Andere kleinere gerundet vierseitige Ctenoiden-Schuppen, 
am hintern Rande kammartig zerspalten, finden sich im Pläner- 
Mergel von Priesen (T. V, Fig. 20), von Postelberg (Fig. 9) u. s. yr. 
Sie könnten vielleicht von Berjrx microcephalus Ao. abstammen. 

D. C y c 1 o i d e n. 

Halecoides. 

Osmeroides Ag. 

1. O. Lewesiensis Ag., Schuppen T. V, F. 10, II. 
14?, 16, 19. 



13 



Agassiz, poiss. foss., Vol. V, T. 60 b, T. 60 c. 
Salmo Lewesiensis Mantell, G. S. T. XL, F. I. 

T. XXXIII, F. 12, T. XXXIV, F. 1 , 3, G. SE. 

p. 140. 
Geinitz, I. c. Schuppen, T. II, F. 3 a, b. 

Häufig und allgemein verbreitet in unserm Kreide-Gebirge 
sind die Schuppen dieser Gattung. Sie stimmen vollkommen 
mit den von Agassiz, T. 60 b, F. 7 und T. 60 c, F. 8 gegebenen 
Abbildungen überein. Sie sind bis 4, 2'" lang und fast eben 
so hoch, vierseitig, hinten gerundet, vorne gerade abgeschnitten 
und mit 4 — 6 vom Centrum ausstrahlenden, wellenförmigen 
Biegungen versehen, die durch eben so viele Furchen geschie- 
den sind. Die Oberfläche ist mit etwas geschlängelten, kon- 
zentrischen, feinen Linien bedeckt. Man findet sie in fast allen 
Gliedern der Pläner-Gruppe, im obern Plänerkalk von Hundorf, 
Kutschlin, , Kröndorf, im untern Plänerkalk von Kosstitz, im 
Plänermergel von Luschitz, Priesen, Kystra, Kautz u. s. w., in 
den Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin und im Pläner- 
Sandstein von Schirzowitz. 

Ausserdem finden sich nnc.h Schuppen von nndernFisr.hen 
aus der Klasse der Cykloiden. Sie sind bald fast kreisrund, 
bald oval, dabei höher als lang, hinten mehr, vorne weniger 
gerundet, am hintern Rande mit vielen ausstrahlenden feinen 
Furchen, übrigens fein konzentrisch lineirt. T. V, F. 18 ist eine 
fiolche Schuppe aus dem Plänermergel von Priesen abgebildet. 

Halec Ag. 

1. H. Sternbergii Agassiz. 

Agassiz, poiss. foss.. Vol. V, T. 63. 

Verband!, d. Ges. d. böhm. Mus. 1834, p. 67. 

Bisher ein einziges Mal im Plänersandstein von Jungkoldin 
Königgrätzer Kreises gefunden. Das bis 1,5' lange Exemplar 
befindet sich im böhmischen National-Museum. 



Esoces. 

Enchodus Ag. 
1, E, Halocyon Ag., — T. IV, F. 65, 66. 

Agassiz, poiss. foss., Vol. V, T. 25 c, F. 1 — 16. 
Esox Lewesiensis Mantell, G. S. T. XXXIII, F. 2, 
3, 4, T. XLIV, F. I, 2; G. SE. p. 140. 

Im obern Plänerkalk von Hundorf fand ich ein 2" langes 
und 0,6" hohes Bruchstück eines hierher gehörigen Unter- 
kiefers mit vier 2 — 3 Linien weit von einander abstehen- 
den Zähnen , von denen aber nur einer — der hinterste — 
ganz erhalten ist. Er ist dünn, kegelförmig, fast 1" lang und 
unten 1,5'" dick, fast rund im Durchschnitte, nichtsehr spitzig, 
glatt; nur unter der Loupe treten sehr feine Vertikallinien 
hervor. 

Auch einzelne Zähne dieser Species kommen nur selten 
vor. T. IV, Fig. 66 stellt einen solchen aus dem untern Pläncr- 
Kalk von Kosstitz dar. Er ist 3'" lang, schmal kegelförmig, 
scharf zugespitzt, stark gewölbt, fast zylindrisch, etwas nach 
rück- und ein-wärts gebogen. An der vordem Seite zieht sich 
das Email tiefer herab , als an der hintern. Die von Geinitz 
1. c. T. XVII, Fig. 13 abgebildeten und zu Enchodus gerech- 
neten Zähne dürften wohl kaum hieher gehören, sondern viel- 
mehr von einer Lamna, vielleicht Lamna plicatella, abstammen. 

Saur cephalus Hablan. 

1. Saurocephalus lanciformis Harl., — T. IV, F. 67. 

Agassiz, poiss. foss.. Vol. V, T. XXV c, F. 21—29. 

Harlan, Journ. acad. Philad. 1824, III, PI. 1, F. 1—5. 

Mantell, G. S. T. XXXHI, F. 7, 9. 
Hieher glaube ich einen losen Zahn aus dem obern Pläner- 
Kalke vom Sauerbrunnenberg bei Bilin ziehen zu müssen. Er 
ist beiläufig 0,5" lang, an der Basis 0,125'" breit, verschmälert 
sich aufwärts ziemlich stark, ist gerade, konisch, beinahe kreis- 
rund im Umfange, im Innern hohl, der Länge nach fein ge- 
streift; die Spitze ist abgebrochen. 



B« d*U!§taeeeii« 



Decapoden. 
I. Macroura. 

Klytia v. Mkyeb. 

1. Klytia Leacliii Reuss, — T. VI, F. 1, 2, 3, 4, 5, 6. 

Astacus Leachii Mantell, G. S. T. XXIX, F. 1, 
4, T. XXX, F. 1, 2, T. XXIX, F. 1—4. 

Glyphea Leachii Roemer , norddeutsch. Kreidegeb., 
p. 105. 

Astacus Leachii, Geinitz, I. c, T. A'II, F. 4, T. IX, 
F. 1, S. 14, 39. 

Dieser schöne Krebs wurde zuerst in der Kreide von Sussex 
gefunden und von Mantell mit dem Namen Astacus Leacliii 
belegt; später entdeckte ihn Geinitz im Plänerkalk von Strehlen, 
und Roemer beschrieb ihn unter den Namen Glyphea Leachii. 
In dem böhmischen Kreidegebirge kommt er ziemlich häufig 
vor, wiewohl meistens in Bruchstücken. So fand ich ihn im obern 
Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin, am häufigsten aber im 
Plänersandstein von Trziblitz und Hradek. Ein Scheeren Frag- 
ment von erstem Orte wird auch im böhmischen National- 
Museum aufbewahrt. 

Die aufgefundenen Exemplare setzen es ausser Zweifel, 
dass dieser Krebs niciit zu der Gattung Glyphea gehören könne, 
denn es fehlen ihm die charakteristischen Merkmale derselben. 
Der Cephalothorai ist nicht so lang und schmal und nicht in 
so scharf begrenzte drei Theile geschieden, von denen der 
mittle sich nicht so weit nach rückwärts erstreckt. Der vor- 
dere und mittle derselben besitzen keine scharf unterschie- 
denen Regionen. Der Seitenrand des vordem Theils ist nicht 
so stark eingebogen. Vergleicht man unsern Krebs etwas ge- 
nauer mit den übrigen Makrouren-Gattungen, so findet man viel- 
mehr eine völlige Übereinstimmung mit der Gattung Klytia 
V. Meyer, wie aus der folgenden Beschreibung hervorgeht. 

Das Fig. 1, 2 abgebildete Exemplar von Hundorf zeigt 
den Cephalothorai ziemlich vollständig. Er ist zwar von oben 
nach unten etwas zusammengedrückt; man erkennt aber doch, 
dass er nicht sehr viel schmäler als lang ist (3"). Er hat eine 
breite ovale, etwas dem Fünfseitigen sich nähernde Form, ist 
vorne zugespitzt, nimmt nach rückwärts allmählich an Breite zu, 
verschmälert sich im hintern Theile schnell und endet mit 
einem tiefen, halbmondförmigen Ausschnitt zur Einlenkung des 
Schwanzes. Die Ränder des Brustschildes sind zu einer ziem- 
lich starken Leiste verdickt und haben eine entsprechend tiefe 
Furche neben sicJi. Die Rückenlinie ist gerade. Der Cepha- 
lothorax wird durch zwei breite tiefe Querfurchen in drei Theile 



getheilt. Der vordere verläuft sich nach vorne in eine stumpfe 
Spitze und ist in der Mitte des Seitenrandes etwas ausge- 
schnitten ; sein hinteres Ende ist gerundet und wenig verlängert. 

Der mittle Theil ist der kürzeste und verlängert sich 
nicht weit nach hinten. An beiden Seiten wird ein kleiner 
Theil durch eine kurze Längsfurche, welche beide Querfurchen 
verbindet, abgegrenzt, der sich dann nach vorne unter den 
Seitenrand des vordem Theils verlängert. 

Zwischen dem mittlen und hintern Theile liegt auch der 
Quere nach eine schmale gabelförmige Region, welche durch 
eine dritte Querfurche gebildet wird, die beiderseits in die zweite 
einmündet. 

Der hinterste Theil ist der grösste und reicht bis zum 
hintern, halbmondförmigen Ausschnitte. 

Die ganze Oberfläche ist mit unregelmäsig zerstreuten 
grössern und kleinem Höckern und spitzen Knötchen bedeckt, 
welche im vordem und in den Seiten-Gegenden des mittlen 
Theiles am meisten vorragen, im hintern Theil aber dichter 
zusammengedrängt sind. 

An der untern Fläche des Cephalothorax (Fig. I) sieht man 
die Einlenkungs-Stellen der dicken 4 hintern Füsse und deren 
ersten kurzen Glieder zum Theile. Die übrigen Theile sind an 
keinem Exemplare erhalten. 

Wohl aber ist Dicss mit den Scheerenfüssen der FalL 
Diese haben, besonders bei den grössern Exemplaren, eine be- 
deutende Grösse, indem sie die Länge von 5 — 6 Zollen erreichen. 

Das sehr kurze erste Glied ist nirgends zu unterscheiden; 
das zweite (brachium — das lange Glied von Mever's — Fig. 1, 2) 
ist bis 1,4" lang, 0,66" breit, mäsig gewölbt, verschmälert 
sich nach vorne und endet mit einer schief auswärts geneigten, 
von einer starken Leiste eingefassten Gelenkfläche. 

Das dritte Glied (carpus — das kurze Glied v. Meyer's — 
Fig. 1, 3, 6) ist 0,65" lang, stark gewölbt, fast zylindrisch, nach 
innen durch einen sehr tiefen schmalen Ausschnitt von dem 
vorigen gesondert und bildet nach aussen einen langen, halb- 
runden Fortsatz, der mit dem langen Gliede eingelenkt ist. 
Die vordere Gelenkfläche ist ebenfalls von einer hohen Leiste, 
hinter der sich eine Furche befindet, umgeben. 

Die Hand ist sehr gross, bis 2" lang und 1,2 — 1,4', 
breit, vierseitig, ziemlich gewölbt, an der Innern Kante etwas 
zugeschärft, an der äussern gerundet, verschmälert sich nach 
vorne und hinten etwas (Fig. 1, 3, 4, 5). 

Beide Finger, der bewegliche und der unbewegliche, sind 
sehr lang (bis 3"), fast zylindrisch, ganz gerade und an den 
einander zugekehrten Rändern gleich einer Säge mit vielen 



15 



entfernt stehenden starken 1 — li'" langen dornigen Höckern be- 
setzt, welche im geschlossenen Zustande der Scheere ineinan- 
der eingreifen. 

Die Oberfläche aller Fussglieder ist mit zahlreichen grössern 
und kleinern spitzigen Höckern besetzt, die an der innern Fläche 
des langen Gliedes am kleinsten und sparsamsten sind. 

An dem Exemplare Fig. 1 sieht man auch ein 3" langes 
Bruchstück einer ziemlich starken äussern fadenförmigen Antenne. 

Callianassa Leacu. 

1. C. Faujasii Desmarest, — T. V, F. 52. 

Faujas St. Fond. mont. St. Pierre, T. XXXH, F. 5, 6. 

RoEMER, nord. Kreidegeb. , p. 106. 

Pagurus Faujasii Desmarest, crustac. foss., T. XI, 

F. 2. 
Mantell, G. S. T. XXIX, F. 3. 
König, ic. sect. II, 1, T. H, F. 20. 
Bronn, Lethaea, T. XXVII, F. 23. 
Pagurus Bernliardus Hell. Petrcf., p. 149. 

Im böhmischen National-Museum befinden sich Scheeren- 
Fragmente aus dem Plänersandstein von Leitmeritz, welche 
länger und schmäler sind, als die Exemplare \on Mastricht, 
aber ganz mit denen von Dülmen übereinstimmen. 

Hieher gehören wohl auch die sehr seltnen Scheeren- 
Stücke aus dem Plänersandstein von Hradek. Die Hand ist 
vierseitig, beiläufig 1" lang und fast eben so hoch, oben und 
unten scharf gekantet, an der äussern Seite flach gewölbt, an 
der innern flach, mit wenig gebogenen Fingern, die an Länge 
beinahe die Hand selbst erreichen, und mit glatter Oberfläche 
(Reuss, geogn. Skizz., II, pag. 82). 

Ähnliche, aber kleinere Scheeren trifft man im Pläner- 
mergel von Luschitz, Priesen und Kosstitz zerstreut (T. VI, Fig. 7). 

II. Bracliyura. 

Podophthalmus Desmarest. 
1. P. Buchii Reuss, — T. V, Fig. 50, 

In dem Plänermergel von Hochpetsch findet sich, wie- 
wohl sehr selten, eine kleine Krabbe, die aber stets mit ihrer 
Bauchfläche fest ins Gestein eingewachsen war, so dass sich 
nur der Rückenschild sehen Hess. Auch die Augen konnten 
nicht untersucht werden. Desshalb ziehe ich sie auch nur mit 
Zweifel zu der obengenannten Gattung, mit der sie sonst ganz 
gut übereinstimmt. 

Der glatte, glänzend schwarze Rückenschild ist 1" breit 
und 0,5" lang, vorne schwach gerundet, hinten in der Mitte 
gerade abgeschnitten und eine niedrige vertikale Fläche bildend ; 
an beiden Seiten in eine stark vorragende Spitze auslaufend. 
Durch zahlreiche, deutlich ausgesprochene Regionen ist die 
Oberfläche uneben. In der Mitte ist sie stark gewölbt und 
zeigt eine ziemlich deutliche Quer-Kante. Der vordere Rand ist 
ganz oder doch nur sehr undeutlich gezähnelt. Die Magen- 
Gegend (a) bildet ein mäsig gewölbtes Fünfeck, das in der 
Mitte durch eine vertiefte Längsfurche getheilt ist und durch 



ziemlich breite und tiefe Furchen von den vordem Leber- 
Gegenden und den Branchial Gegenden geschieden wird. Die Ge- 
nital-Gcgend (b) ist schmal, wenig gewölbt, vorne in eine lange 
Spitze auslaufend, die sich zwischen beide Hälften der Magen- 
Gegend hineinschiebt. Die vordere Leber-Gegend (e) ganz flach 
und schmal, durch eine sehr schmale vertiefte Querlinie von 
der hinter ihr liegenden Branchial Gegend geschieden. Die Herz- 
Gegend (c) sehr stark gewölbt, hinter der Mitte des Brust-Schildes 
liegend, durch breite, tiefe Furchen von den Branchial-Gegen- 
den, durch eine schmale seichte Furche von der Genital- 
Gegend geschieden. Die Branchial-Gegend (d) von vorne nach 
hinten stark gewölbt und eine stark vorspringende Quer-Kante 
bildend, die in den seitlichen Spitzen des Brust-Schildes endet; 
nach hinten dachförmig abschüssig. Die hintere Leber-Gegend 
(e') wenig bemerkbar, schwach vertieft und von der vor ihr 
liegenden Herz-Gegend kaum geschieden. 

Dromilites Milne Edwards, 

1, Dr, pustulosus Reuss, — T.VII, F. 26 a, b, c, F, 29 
T. XI, F. 23. 

Brachyurites rugosus Schloth., Nachtr. I, p. 23 
T. I, F. 2 a, b. 

Sehr selten findet man im Plänermergel von Postelber» 
Brust-Schilder eines kleinen Brachyuren , der nach allen Kenn- 
zeichen der Gattung Dromilites angehören dürfte und mit dem 
Brachyurites rugosus Schloth. aus der Kreide von Faxöe sehr 
grosse Ähnlichkeit hat, wenn nicht ganz übereinstimmt. 

Der Cephalothorax ist 6 — 7'" breit, 5,5—6"' lang, im 
Umrisse viereckig-rundlich oder herzförmig, gewölbt, an der 
Stirne etwas verlängert, an den Seiten gerundet oder einen 
gerundeten Winkel bildend, hinten quer ab- und etwas aus- 
geschnitten. Die Stirne mit drei Zähnen , von denen der 
mittle der kürzeste und schmälste ist. Die mäsig von einander 
abstehenden Augenhöhlen bilden einen tiefen, rundlich-ovalen, 
schräg auswärts gerichteten Ausschnitt (Fig. 29) , der in dem 
Fig. 26 abgebildeten Exemplare nicht sichtbar ist, weil das- 
selbe ganz flachgedrückt ist. Die Seitenränder sind unregel- 
mäsig und undeutlich gekerbt und stehen in Form einer Kante 
vor, von welcher die Seiten fast senkrecht abfallen. 

Die Oberfläche ist durch die sehr deutlich abgegrenzten 
Regionen sehr uneben und höckerig. Die Magen-Gegend (a) 
klein, bildet ein schmales Trapezoid, das von der grossen vor- 
dem Leber-Gegend (e) durch eine seichte Längsfurche geschie- 
den wird. Die Genital-Gegend (b) steht in Form eines runden 
Höckers vor und ist von der Magen-Gegend ebenfalls durch eine 
seichte Furche getrennt. Ihre Mitte verlängert sich nach vorne 
in eine schmale Leiste, die sich zwischen beide Hälften der 
Magen-Gegend einschiebt und im mittlen Zahne der Stirne endigt. 

Neben ihr erhebt sich das hintere Ende der Magen- 
Gegend beiderseits in einen sehr kleinen rundlichen Höcker, wäh- 
rend die vordere Leber-Gegend zwei dergleichen unmittelbar 
hinter dem Augenhöhlen-Ausschnitt aufzuweisen hat. Hinter der 
Genital-Gegend liegt die schmale , einen vertieften Sattel bil 
dende, etwas gebogene und mit der Konkavität vorwärts ge- 
richtete Herz-Gegend (c). Eine breite tiefe Furche grenzt sie 



16 



gegen die dahinter befindliche, ziemlich grosse, aufgeblasene 
hintere Leber-Gegend (e'; ab. Die sehr grossen trapezoidalen 
Branchial-Gegenden (d) nehmen den ganzen übrigen Raum ein. 
Von der vordem Leber-Gegend trennt sie eine deutliche, aber 
nicht breite Querfurche. Jede wird überdiess durch zwei starke 
Querfurchen, deren vordere bogenförmig nach vorne und aussen 
läuft , die hintere breitere fast gerade auswärts sich erstreckt, 
in drei hinter einander liegende Theile geschieden, auf deren 
erstem sich jederseits 2—3 in einer geraden Linie liegende 
kleine steile Höcker erheben, während der zweite nur z^vei 
grössere , der hinterste nur einen flachern besitzt. Die ganze 
Oberfläche ist mit gedrängten, aber ohne alle Ordnung stehen- 
den, grössern und kleinern, hohen, regelmässig runden Pusteln 
besäet, welche oben gewöhnlich abgerieben sind, wodurch die 
Ähnlichkeit mit den in der Mitte vertieften Blattern-Pusteln 
noch grösser wird (Fig. 26 c). Am kleinsten und gedräng- 
testen sind sie im vordem Theile. 

Von derselben Species hat sich auch ein Scheeren-Frag- 
ment (T. XI, Fig. 23) vorgefunden. Man bemerkt an demsel- 
ben die 3'" lange, 2,33'" breite, schief vierseitige, an der 
obern Fläche stark gewölbte, nach hinten sich etwas ver- 
schmälernde Hand, an der noch ein Bruchstück des Fingers 
sich befindet, und das 2'" lange und eben so breite fünfseitige, 
ebenfalls stark gewölbte vorletzte Glied, welches an den Ge- 
lenkflächen einen vorstehenden Saum , den eine entsprechende 
Furche begleitet, sehen lässt. 

T. V, Fig. 51 stellt eine kleine Krebs-Scheere eines Bra- 
chyuren aus dem Plänermergel von Luschitz dar. 

Die Hand ist gerundet vierseitig, 3'" lang und 2'" breit, 
mäsig gewölbt, mit scharfen Kanten, an der Innern Kante mit 
4 entfernt stehenden 0,75'" langen geraden Dornen besetzt; die 
Oberfläche ist fein gekörnt. Der gerade unbewegliche Finger 
ist etwa 1,5'" lang, nach innen umgebogen und bildet mit der 
Innern Kante der Hand einen rechten Winkel. Der Daumen 
ist ebenfalls sichelförmig nach innen gebogen. 

Diese Scheeren stimmen dem generischen Charakter nach 
am meisten mit denen von Heia speciosa v. Münster (Bei- 
trags z. Petrefaktenkunde HI, T. 2, Fig. 1, 2, 3) aus den Tertiär- 
Schichten von Bünde überein ; ob sie aber wirklich diesem 
Genus angehören, muss bis zum Auffinden vollständigerer 
Exemplare unentschieden bleiben. 

111. liopliyropoda. 

Cytherina Lamarck. 

1. C. siibdeltoidea v. Münster, — T. V, F. 38. 
V. Münster in Leonhard u. Bronn's Jahrbuch 1830, 

p. 64. 
Roemer, L c. p. 105, T. XVI, Fig. 22. 

0,5 — 1'" lang, breit eiförmig dreiseitig, stark gewölbt, 
an einem Ende in eine Spitze verlängert, glatt. Durch die 
ganze Kreide-Formation allgemein verbreitet, in vertikaler Rich- 
tung bis in den Eiogyren-Sandstein hinab ; besonders häufig 
aber in den Pläner-Schichten. 



2. Hilseana Roem., — T. V, Fig. 39. 

0,5'" — 0,75'" lang, elliptisch, glatt, an den Seiten 
stark gewölbt; der untere Rand gerade, der obere bogenförmig; 
die Enden gerundet , das eine etwas breiter. Hie und da im 
Plänerkalk (Kröndorf) und Plänermergel (Priesen). 

3. C. parallela Reuss, — T. V, Fig. 33. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 217. 

0,5'" lang, glatt und glänzend, länglich vierseitig; der 
obere und untere Rand gerade und parallel ; die Seiten hoch, 
nach den Kanten steil, nach den zugerundeten Enden allmählich 
abfallend. 

Einzeln im obern Plänerkalk von Kutschlin und im Pläner- 
mergel von Priesen , häufiger im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

4. C. c o m p I a n a t a Reuss , — T. V, Fig. 34. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 217. 

Bis 1'" lang, elliptisch, an beiden Enden gleichförmig 
gerundet, der obere und untere Rand fast gerade und parallel, 
oder doch sehr wenig gewölbt, der eine mitunter seicht ein- 
gebogen ; die Seiten sehr flach und gleichmäsig gewölbt, die 
Oberfläche glatt und glänzend. 

Sehr häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz, seltner im 
obern von Kutschlin und im Plänermergel von Priesen und 
Aannay. 

5. C. elongata Reuss, — T. V, Fig. 36. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 217. 

0,5 — 0,75'" lang, glänzend, glatt, lang eiförmig, gleich- 
seitig, an dem einen Ende breit gerundet, gegen das andere 
hin sich allmählich verschmälernd zur gerundeten Spitze, fast 
zweimal so lang als hoch, sehr flach und gleichmäsig gewölbt. 

Nicht häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

6. C. ovata Roem., — T. V, Fig. 35. 

Roemer, 1. c. p. 104, T. XVI, Fig. 21. 

1'" lang, breit eiförmig, gleichseitig, mäsig gewölbt, an 
dem breiten Ende am flachsten , glatt und glänzend. 
Nicht selten im obern und untern Plänerkalk. 

7. C. asperula Reuss, — T. V, Fig. 37. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 217. 

0,5 — 0,75'" lang, schmal, fast dreimal so lang als hoch, 
an dem einen Ende breiter, an dem andern Ende sich allmäh- 
lich verschmälernd. Die Seiten gewölbt, zum untern gerade 
abgeschnittenen oder auch etwas eingebogenen Rande steil, zum 
obern flach bogenförmigen allmählich abfallend. Oberfläche, 
rauh. Einzeln im untern Plänerkalke von Kosstitz und im 
Plänermergel von Rannay. 

T'V. Cirripedes. 

P 1 1 i c i p e s Lamarck. 

I. P. ßronnüRoEM., — T.V, Fig. 40, 41, T. XII, Fig. 4. 
Bronn, Lethaea T. XXXH, Fig. 16, p. 720. 



17 



ROEMER, I. c. p. 103, T. XVI, F. 8. 
Geinitz, 1. c. p. 4.3, T. XIV, F. 9. 

Die Rückenklappe ist 4 — 6'" lang, dreiseitig pyramidal, 
oben zugespitzt und etwas nach vorn gebogen. Von der Spitze 
nach dem untern Ende läuft eine gerade scharfe Kante herab, 
wodurch der Rüclien in zwei dachförmig abschüssige Flächen 
geschieden wird und an deren Ende die beiden Hälften des 
untern Randes in einem bald rechten , bald sehr stumpfen 
Winkel zusammenstossen. Die ganze Oberfläche ist mit regel- 
mässigen feinen Linien bedeckt, welche den untern Rändern 
parallel laufen und bei manchen Exemplaren in ziemlich glei- 
chen Entfernungen von stärkern unterbrochen werden. Die 
innere Fläche ist rinnenförmig ausgehöhlt und reicht nicht so 
WL'it hinab, als die äussere. Nächst den schneidigen Rändern 
liegt auf ihr eine schmale, seichte Furche. Die Substanz der 
Schale ist in der Witte ziemlich dick und verdünnt sich gegen 
die Ränder allmählich. Sie besteht aus dünnen, auf einander 
liegenden Lamellen. — Die übrigen Klappen sind bisher nicht 
vorgekommen. 

Selten im untern Plänerkalk von Kosstitz, im obern von 
Kostenblatt und in den tiefsten Austern- und Korallen-reichen 
Schichten des Plänerkalks aus den Schillingen bei Silin. 

2. P. radiatns Sow. — T. V, F. 42. 

FiTTON on some of the strata between the chalk and 
the Oxford-Oolithe etc. in Geol. Transact. 1836, 
IV, 2; T. XI, F. 6. 

Die hintere Seitcnklappe, die ich bisher allein auffand, 
ist 5'" lang, 3'' breit, spitzig dreieckig, neben der Mitte un- 
deutlich längsgekantet, unten gerade abgeschnitten. Die Ober- 
fläche mit dichten, feinen Radiallinien und einzelnen Quer- 
linien bedeckt. Eine zweite kaum bemerkbare Kante läuft 
hinter der erstem von der Spitze zum hintern Eck. 

Selten im Plänerkalk von Hundorf. 

3. P. gl ab er Roem. — T. V, F. 4.5—49; T. XIII, 

F. 86—91. 
RoEMER, nordd. Kreidegeb. p. 104, T. XVI, F. 11. 
P. gracilis Roemer bei Geinitz 1. c. p. 65, T. XVII, 

F. 16, 17, 18. 

Die Rückenschale (F. 90 a) keilförmig, gerade, in der 
Mitte gekielt , an den Seiten gewölbt. Die hintern Seiten- 
schalen (T. V, F. 46, 48 ; T. XIII, F. 86, 90 b) rautenförmig, 
fast eben so breit als hoch, sehr wenig gewölbt, in der Mitte 
gekantet; das obere Eck bald gerundet, bald zugespizt; neben 
dem vordem Rande eine flache Furche, der am vordem untern 
Rande eine kleine Einbiegung entspricht. Die Oberfläche mit 
ungleichen feinen, dem untern Rande parallelen Linien. 

Die vordem paarigen Seitenschalen (T. V, F. 47, 49; 
T. XIII, F. 87, 88, F. 90 c) dreiseitig, massig gewölbt, gerade 
oder an der Spitze sehr wenig rückwärts gebogen, mit zwei 



flachen Längskanten , die am untern Rande schwach vorsprin- 
gende Ecken bilden, zuweilen auch mit einer seichten, mittlem 
Längsfurche. Stets sind sie dem untern Rande parallel fein 
lineirt. 

Die T. V, F. 45 und T. 13, F. 89 abgebildeten Schalen 
mögen zu den Zwischenschalen gehören , die man bei den 
lebenden Arten zwischen den vordem und hintern paarigen 
Seitenschalen eingeschoben findet (T. XIII, F. 90 e). Sie sind 
keilförmig, oben etwas abgestutzt, mit 1 — 3 flachen Riicken- 
kanten, feinen, dem untern Rande parallelen Streifen und ein- 
zelnen feinen Radiallinien oder Furchen. 

T. XIII, F. 91 stellt eines der zahlreichen kleinen Schild- 
chen dar, die bei den lebenden Arten die Basis der grössern 
Schilder einnehmen (T. XIII, F. 90 f). Sie sind breit drei- 
eckig, massig gewölbt, in der Mitte mit einer schmalen ge- 
rundeten Längskante versehen. — T. XIII , F. 90 gibt eine 
ideelle Zusammenstellung des ganzen Gehäuses. 

Nicht selten im untersten Plänerkalk der SchiUinge bei 
Bilin und im Plänermergel von Luschitz und Kystra. 

4. P. unguis Sow. — T. V, F. 44. 

FiTTON, 1. c. T. XI, F. 5*. 

Von dieser Species haben sich im Plänermergel von Lu- 
schitz einzelne Schalen gefunden, welche wahrscheinlich für 
vordere Scitenklappen zu halten sind. Sie sind bei 0,85" 
Länge nur 0,33" breit, schief dreiseitig, stark nach hinten 
gebogen, flach gewölbt, unten schräg abgeschnitten, ziemlich 
dick und glatt. 

5. P. conicus Reüss, — T. V, F. 43. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 216. 

Die Rückenschale stellt einen sehr regelmässigen, der 
Länge nach halbirten Kegel dar. Sie ist etwa 0,5" hoch und 
nicht halb so breit. Der Rücken hoch gewölbt und mit regel- 
mässiger Rundung nach beiden Seiten abfallend. Oben schwach 
vorwärts gebogen, unten gerade abgeschnitten. Gedrängte sehr 
feine Querringe laufen über die Oberfläche. 

Sehr selten im Plänerkalkc vom Sauerbrunnenberge bei 
Silin. 

Wahrscheinlich gehören hieher auch einzelne 2'" hohe 
und halb so breite Schalen , die sich im Plänermergel von 
Luschitz finden. Sie sind dreieckig, in der Mitte der Länge 
nach sehr stumpf gekantet und faUen beiderseits dachförmig 
ab. Sehr feine Querlinien zieren die Oberfläche. Auf der 
Innern Fläche sieht man dagegen gegen die Spitze hin unter 
rechtem Winkel konvergirende, etwas blättrige Streifen, — die 
Zeichen der übereinander liegenden Schalen-Lamellen. Viel- 
leicht sind diese Schalen für die kleinen, vorderen, unpaarigen 
Mittelschalen anzusehen. 



Reitss, Verstcincrunirpn. 



C* Anneliaeii. 



Serpnia Linn^:. 

a. Mit dreiseitiger Röhre. 

i. S. biplicata Reuss, — T. V, F. 23. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 216. 

1,5'" dick, schlangenförmig hin- und her-gebogen , mit 
der Basis angewachsen, dreiseilig, oben mit einem niedrigen, 
scharfen Längskiel ; die Seiten steil dachförmig abfallend. Ziem- 
lich regelmässige konzentrische Fältciien bedecken die Ober- 
fläche und werden in unbestimmten Entfernungen von einzelnen 
stärker hervortretenden Falten unterbrochen. 

Selten im Plänerkalk von Hundorf, auf Micrastcr coran- 
guinum aufsitzend. 

2. S. depressa v. Münst.? — T. V, F. 28. 

GoLDFiss, Petref. I, p. 236, T. LXX, F. 6. 

Das abgebildete Exemplar fand sich, auf Terebratula octo- 
plicata aufsitzend, im Plänerkalk von Hundorf. Es scheint 
jedenfalls ein junges Individuum gewesen zu seyn. Es hat 
einen Durchmesser von 0,75 — 1'", ist kreisförmig gebogen, 
niedergedrückt, sehr schwach gekielt, dreiseitig, mit der brei- 
testen Seite aufgewachsen, an der Oberfläche glatt. 

3. S. cristata Dujardin, — T. 13, F. 92. 

Vermilia cristata Dujardin, mem. d. 1. soc. geol. 
d. Fr. 1837, II, 2, p. 233, T. XVII, F. 17. 

8 — 9'" lang, 1,5'" breit, schlangenförmig gebogen, mit 
rundlicher Älüiidung und dicker Schale. Der Querdurchschnitt 
ist undeutlich dreiseitig. Der Rücken trägt drei ziemlich scharfe, 
wellenförmig gebogene Kiele, deren mittelster der höchste ist. 
Die gerundeten Zwischenrinnen sind hie und da etwas quer- 
gestreift; die Seiten steil abfallend , wenig eingebogen. Die 
Basis breitet sich in einen schmalen, dünnen, etwas lappigen 
Saum aus. 

Auf Ostrca hippopodium aufsitzend , selten im untersten 
Plänerkalk der Schillinge bei Silin. 

4. S. Leoiihardl Reuss, — T. XIII, F. 93. 

6 — 8'" lang, 1,5 — 2'" breit, mit dem hintern Ende 
Schlangenförmig gebogen, sehr dünnschalig, mit rundlicher 
Mündung, mit flacher Basis aufgewachsen, lieber den Rücken 
laufen fünf parallele, durch eben so breite Zwischenrinnen ge- 
trennte , niediige, gerundete, glatte Kiele. Die Seiten fallen 
ziemlich steil ab. 



Auf Ostrea hippopodium Nilss. und Manon sparsum 
Reuss aufgewachsen, selten im untersten Plänerkalk der Schil- 
linge bei Bilin. 

5. S. rotula Goldfuss, — T. XIH, F. 94. 

GoLDFUss, Petref. I, p. 237, T. 70, F. 7- 

Diese kleine flache Serpula sieht einem zusammengedrück- 
ten Ammoniten ähnlich. Sie ist involut, am Rücken gekielt, 
an den Seiten mit einer flachen Furche versehen. Feine 
konzentrische Linien zieren die Oberfläche. 

Auf Spondylus spinosus aufgewachsen, selten im Plänerkalk 
von Hundorf und Ktitschlin ; auf Cnemidium pertusum Reuss 
in dem untersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

b. Mit vierseitiger Röhre. 

6. S. tetragona Sow. — T. XH, F. 26. 

SowEKBV, M. C. T. DXCIX, F. 1, 2. 

1,5 — 2'" im Durchmesser haltend, scharf vierkantig, die 
Seitenflächen in der Mitte breit und stark längsgefurcht; übrigens 
die Oberfläche mit dichten feinen konzentrischen Linien be- 
deckt. Der Kanal drehrund. 

Seltene Fragmente im Plänermergel von Luschitz. 

c. Mit fünfseitiger Röhre. 

7. S. subtorquata v. Münst.? — T. V, F. 24. 

Goldfuss, Petref. I, p. 238, T. LXX, F. 11. — Roemkr 
1. c. p. 100. 

Die im Plänermergel von Luschitz und Kautz vorkommen- 
den geraden Bruchstücke sind 1,5 — 3"' dick, scharf fünfkantig, 
auf den Seiten tief und scharf gefurcht ; die Wände der Seiten- 
furchen gerade, mit feinen Anwachsstreifen, die in der Furche 
selbst etwas vorwärts gerichtet sind. Sie stimmen also niciit 
ganz mit der GoLDFüSS'schen Diagnose überein und haben 
selbst grössere Älnilichkeit mit den als S. quinquecristata 
V. Münst. (Goldfuss 1. c. T. LXVII, F. 7) bezeichneten For- 
• men aus dem Liasmergel von Banz. Überhaupt dürften sich 
S. quinquecristata v. Münst. , S. quinquesulcata v. Münst. 
aus dem Gryphitenkalke des Baireuth'schen und S. subtorquata 
V. Münst. aus dem Kreidemergel von Rinkerode sehr nahe 
stehen. Dagegen stimmt unser Fossil vollkommen mit der 
Beschreibung Roemer's (aus der untern Kreide von Hannover) 
überein; ich habe es daher unter demselben Namen auf 
geführt. 



19 



d. Mit sechsseitiger Rühre. 

8. S. spinulosa Reuss. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 216. 

0,5 — 0,75'" dick, mit kreisrundem Kanal. Auf der Ober- 
fläche der ziemlich dicken Scliale sechs schwache Kiele, deren 
drei obere einander mehr genähert sind, als die übrigen. Jeder 
besteht aus einer Reihe dicht aneinander stehender Knötchen, 
welche selir kurze dicke Stacheln tragen, die aber gewöhnlich 
nur hie und da noch vorhanden sind, sich also leicht ablösen 
müssen. In den Zwischenräumen der Kiele sieht man ebenfalls 
in Längsreihen stehende, aber entferntere, grössere, Narben- 
ähnhche Vertiefungen. 

Einzelne Bruchstücke im Plänermergel von Luschitz. 

e. Mit walzenförmiger Rühre. 

9. S. aiiiphisbaena Goldfuss, — T. V, F. 29—32. 

GoLDFU.ss, 1. c. I, p. 239, T. LXX, F. 16. 
Fistulana amphisbaena Geinitz, Nachtrag 1843, 
T. IV, F. 11 — 14, p. II. 

Vollkommen walzenförmig oder nur wenig zusammen- 
gedrückt, 0,25 — 0,5" dick, wenig schlangenförmig gebogen, 
nicht sehr dickschalig, mit nähern und entferntem, sehr nie- 
drigen, bald kantenförmig vorstehenden, bald gerundeten oder 
auch fast ganz verwischten Wachsthumsringen und zuweilen 
mit dicliten feinen konzentrischen Linien. Das Mundende sah 
ich nie; möglich daher, dass das Fossil vielmehr zur Gattung 
Fistulana gerechnet werden müsse; in versteinertem Holze 
steckend, entdeckte ich es aber niemals. 

Häufig, mitunter in Menge zusammengehäuft, im Pläner- 
kalk von Hundorf und Kutschlin; selir selten im Plänermergel 
von Mühlhausen und Luschitz, im Hlppuritenkalk von Kutschlin 
und im Pyropensande von Trziblilz ; ziemlieh häufig im Pläner- 
sandstein von Tiziblitz und im Grünsandstein von Malnitz und 
Czencziz. 

Von der oben beschriebenen Form dürfte S. gastrochae- 
noides Leymerie (mem. sur le terrain cretace du depart. de 
i'Aube in Mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 1842, V, 1 , p. 2, 
T. II, F. 2) aus dem Neocomien von Chaource, Vendeuvre 
und Rumilly kaum verschieden seyn. S. Richardi Leym. (1. c. 
p. 2, T. II, F. 3) von demselben Fundorte unterscheidet sich 
nur durch mehr gleichbleibende Dicke bei grösserer Länge 
und fast vollkommener Glätte der Schalenoberfläche. 

10. S. gordialis v. Schlotheim. 

Serpulites gordialis v. Schloth. Petref. Nachtrag 

I, 96. 
Goldfuss, 1. c. I, p. 241, T. LXXI, F. 4. 

Ziemlich häufig im Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin, 
im untern Plänerkalk von Brozan, Kosstitz und aus den Schil- 
lingen bei Bilin ; im Plänermergel von Luschitz und Priesen, 
im Hippuritenkalk von Kutschlin, im Plänersandstein von Hradek, 
im Exogyren-Sandstein von Malnitz und Drahomischcl, im un- 
tern Quader von Zloseyn, im Pyropen- führenden Konglomerate 
von Meronitz. 



Varietäten : 

a. S. tuba Sow. (Fitton 1. c. T. XVI, F. 3) im Pläner- 

mergel von Priesen. 

b. S. serpentina Goldf. (1. c. I, T. LXXI, F. 4) im 
untersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin und in 
Plänersandstein- Brocken des Pyropen-führenden Konglo- 
merates von Meronitz. 

c. S. infibulata Geimtz (S. tortuosa Geinitz, 1. c. 
T. XXII, F. 7) im Plänerkalk von Hundorf. 

d. S. implicata v. Hagenow (Leonh.\rd's und Bronn's 
Jahrb. 1840, p. 668, T. IX, F. 17) findet sich in nicht 
aufgewachsenen , sondern frei im Gesteine liegenden 
Knäueln von Strohhalmdicke im Plänerkalk von Krön- 
dorf, Kutschlin und Brozan. 

e. S. planorbis Geinitz (1. c. T. XXII, F. 11) im 
Exogyren-Sandstein von Malnitz. 

f. S. spirata Reuss (geogn. Skizz. II, p. 216) etwa 
1,5'" dick, drehrund, eine hohe offene Spirale bildend. 
Schale fast glatt, mit undeutlichen entfernten Ringen. 
Niclit selten in den Konglomeratschichten von Teplitz 
und aus den Schillingen bei Bilin. 

11. S. subfalcata Geinitz. 

Geinitz, 1. c. p. 65, T. XXII, F. 8, 9, 10. 

Im Exogyrensandstein von Malnitz und im untern Quader 
von Tyssa. 

12. S. subinvoluta Reuss, — T. 5, F. 27. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 216. 

i" lang und im dicksten Theile 2'" dick, sehr schlank 
kegelförmig , gerade , nur an der Spitze eine sehr kleine , fast 
anliegende Spirale (von 1,5'" Durchmesser) bildend. Die 
Spitze etwas verdickt und gerundet. Die Oberfläche glatt 
mit entfernt stehenden , sehr flachen Ringen. — Vielleicht 
stimmt damit S. lituola Leymerie (mein d. 1. soc. geoL d. 
Par. 1842, V, 1, p. 2, T. I, F. 7 a, b) überein. 

Selten im Plänermergel von Priesen. 

13. S. pustulosa Geinitz, — T. V, F. 25. 

Geinitz, 1. c. p. 65, T. XXII, F. 5. 

Sehr selten im Plänerkalk von Hundorf. 

14. S. bipartita Reuss, — T. XIII, F. 95. 

Büdet eine niedrige, einfache Spirale, indem sie sich um 
dünne cylindrische Körper herumlegt. Sie hat 1,5'" im Durch- 
messer, ist stielrund und nicht sehr dickschalig. Ihre Ober- 
fläche ist ganz glatt, nur verläuft auf dem Rücken eine schmale, 
aber tiefe Längsfurche, wodurch sie gleichsam in zwei Hälften 
getheilt wird. An der etwas abgeplatteten Basis bildet sie 
einen schmalen, vorragenden Saum, mit welchem sie ange- 
wachsen ist. 

Sehr selten im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin. 

3* 



20 



15. S. granulata Sow. — T. Xm, F. 96, 

Sow. M. C. T. DXCVII, F. 7, 8. 

Klein , spiralförmig gewunden und nur mit dem hintern 
Ende aufgewaclisen , mit drehrundem Kanal. 12 erhabene 
in feine Kerben getheilte Längslinien laufen über die Ober- 
fläche. Unterscheidet sich von der sehr nahe stehenden, viel- 
leicht nicht specifisch verschiedenen S. crenato-striata v. Münst. 
(GoLDF. 1. c. p. 239, T. LXXI, F. 2) aus dem Kreidemergel 
des Baumberges bei Münster , durch das weniger schnecken- 
förmige Gewundenseyn, die nicht Trichter-förmig ausgebreitete 
Müßdung und die stärkern Kerben der Längsstreifen. 

Sehr selten im obern Plänerkalk des Sauerbrunnenbergs 
bei Bilin. 

16. S. filiformis Sow. — T. V, F. 26. 
Parkinson, erg. rem. III, T. VII, F. 2; Indroduct. 

T. 3, F. 18. 
SowiiRBY bei FiTTON, I. c. T. XVI, F. 2. 
S. Plexus Sow. M. C. T. DXCVIII, F. 1. 
S. socialis Goldfüss, I. c. I, p. 233, T. LXIX, 

F. 12. 

Eine Menge dünnerer oder dickerer, zuweilen fast faden- 
förmiger, rundlicher, mehr oder weniger gebogener Röhren 
sind der Länge nach lockerer oder fester zu unregelmässigen 
Bündjln vereinigt. Wo sie enger aneinander liegen , sind sie 
mannigfach zusammengedrückt, eckig. 

Selten im Hippuritenkalk von Kutschlin, im Plänersandstein 
von Hradek und im kalkigen untern Quadersand der Teufels- 
mauer bei Kessel (Bunzlauer Kreises). 

17. S. ampullacea Sow., — T. V, F. 22. 
SowERBY, M. C. T. DXCVII, F. 1—5. 

Die Röhre ist 2 — 3,5'" dick, mehr oder weniger rund, 
sehr dickwandig, mit cylindrischer Höhlung. Die Oberfläche 
ist mit sehr feinen, sich unregelmässig verzweigenden Quer- 
runzeln dicht bedeckt; überdiess zeigt die Röhre zahlreiche, 
stärkere konzentrische Anwachsringe und mehr oder weniger 
tiefe Einschnürungen. Oft sind auch 1 — 4 schmale und seichte 
Längsfurchen bemerkbar und zuweilen ein schwacher Längskiel 



am Rücken des vordem Theils des Gehäuses. Die Form der 
Röhre ist je nach der Verschiedenheit des Gegenstandes , der 
zur Basis dient, sehr veränderlich. Nicht selten ist sie spiral- 
förmig aufgewunden; jedoch nur selten ist die Spirale ganz 
regelmässig, indem ihr Durchmesser mit jeder Windung zu- 
nimmt und das Ganze einen kurzen umgekehrten Kegel dar- 
stellt. Dann ist unser Fossil von der Vermicularia Sowerbyi 
Mantell (G. S. p. 111, 112, T. XVIII, F. 14, 15. — Phil- 
lips G. Y. T. II, F. 29) und der V. Phillipsii Roemer (1. c. 
p. 102, T. XVI, F. 1) wohl kaum zu unterscheiden. Die 
einander berührenden Windungen sind durch eine Verlängerung 
der äusseren Schalenschichten mit einander fest verschmolzen, 
so dass mitunter selbst nicht eine vertiefte Linie zum Zeichen 
der Begrenzung zurückgeblieben ist , wie es auch bei S. con- 
juncta Geinitz Statt findet. — Gewöhnlich ist jedoch die 
spiralförmige Aufrollung der Röhre sehr unregelmässig oder 
diese ist zu einem unordentlichen Knäuel verflochten, der nur 
mit einem kleinen Theile aufgewachsen war ; oder es findet 
gar keine solche Verflechtung Statt und die Röhre ist ihrer 
ganzen Länge nach auf einen andern Körper aufgewachsen und 
dabei höchstens schlangenförmig hin - und her-gebogen. Wo 
sich zwei oder mehrere dieser Biegungen so nahe liegen, dass 
sie sich berühren , sind auch sie auf oben erwähnte Weise 
miteinander verschmolzen. An der Basis breitet sich die Röhre 
in einen unregelmässigen, ziemlich dicken Saum aus, der mit 
der Unterlage fest verwachsen ist. Gegen die Mündung hin 
schwillt die Röhre sehr oft etwas , selten bedeutend an , die 
Mündung selbst ist aber wieder verengert. An derselben findet 
sich nicht selten eine freie, senkrecht abstehende, zahnförmige 
Verlängerung, wie sie an der T. V , F. 22 gegebenen Abbil- 
dung zu sehen ist. Diese, welche nur ein Bruchstück darstellt, 
ist übrigens wenig gelungen ; bessere und vollständigere Ab- 
bildungen werden später folgen. 

Sehr häufig, bald in freien Knäueln^ bald auf die ver- 
schiedensten Körper, Austern, Scyphia-, Manon-, Cnemidium- 
Arten aufgewachsen , im untersten Plänerkalk der Schillinge 
bei Bilin. 



U« Mollusken« 



A. Cephalopoden. 

Belemnites Breyn. 

1. ß. min im US Lister. 

Lister, histor. aninial. angL F. 32. 

Miller, in geol. transact. II, T. IX, F. 6. 

Blainville, Belemn. T. IV. F. 1 ; T. V, F. 5 — 7. 

SowERBY, M. C. T. DLX).X1X, F. 1. 

Phillips, G. Y. T. I, F. 18. 

Bronn, Lethaea, p. 711, T. XXXIII, F. 13. 

Geinitz, 1. c. T. XVII, F. 32-34. 

d'Orbigny, paleol. fran^. I, p. 55, T. V, F. 3 — 9. 

B. Listeri Mantell, G. S. X. XIX, F. 17, 18, 23. 

Actinocamax fusiformis Voltz , Belemn. T. I, 

F. 6. 
B. p is til liforniis Blainville, Belemn. T. V, 

F. 15 — 17. 
B. attenuatus Sow. M. C. T. DLXXXIX, F. 2. 

Findet sich von 2 — 3" Länge nur seilen im obern Pläner- 
kalk von Hundorf. 

Nautilus LiNNE. 

1. N. Simplex Sowerby. 

Sow., M. C, T. CXXIL 

Häufig im obern Plänerkalk von Hundorf und Settenz, im 
untern von Kosstitz und Laun, im Plänersandsteln von Slawie- 
tin, Trziblitz, Hradek, Mühlhausen u. a. 0. 

2. N. elegans Sow. 

Sow. M. C. T. CXVI. 

Mantell, G. S. T. XX, F. 1 ; T. XXI, F. 1, 4, 8. 
d'Orbigny, Paleont. fran?. I, p. 87 — 90, T. XIX. 
N. radiatus Sow. M. C. T. CCCLVL 

Sehr häufig (bis zu 1' im Durchmesser) im Plänerkalk 
von Hundorf, Kutschlin, Teplitz, vom Sauerbrunnberg u. s. w. ; 
im Plänersandsteln von Trziblitz und vom weissen Berg bei 
Prag ; im Grünsandstein von Laun, Czencziz und Malnitz. 

3. N. inaequalls Sow. — T. VII, F. 12. 

Sowerby, M. C. T. XL, F. 2, 3. — Mantell, G. S. 
T. XXI, F. 14, 15. 

?N. obscurus Nilsson, petr. Suec. p. 7, T. X, F. 4. 

Vollkommen involut, fast sphärisch, mit sehr engem Nabel. 
Die Mundöffnung breit, fast dreilappig; die Scheidewände der 
Kammern gebogen; die Nähte schwach vertieft; die der Innern 
Kammern weiter von einander entfernt, als die der äussern. 



— Nach d'Orbigny (I. c. p. 93) ist N. inaequalis nur der 
Jugendzusland seines N. Dcslongchampsianus (1. c. T. XX) und 
N. Archiacinus (1. c. T. XXI). Nur ist es dann zu verwundern, 
dass sich bei uns nie erwachsene Individuen finden sollten, 
indem unsere nie die Grösse von 4 — 5'" übersteigen. 

Sehr seilen im Plänermergel von Priesen und im Pyropen- 
führenden Konglomerat von Meronitz ; am lezteren Orte sehr 
wohl erhalten, durch Schwefelkies vererzt. 

Ammonites v. Bcch. 

a. Planulati v. Buch. 

1. A. Cottae Roemer, — T. VH, F. 10 a, b, c. 

Roemer, 1. c. p. 86, T. XIII, F. 4. 

Fast kreisförmig, discoid, mit drei sehr involuten Windun 
gen ; die Seiten flach gewölbt ; der Rücken schmal, gerundet. 
Von der gerundeten Sulurkante laufen zalilreiche (auf dem 
lezten Umgange 18 — 22) schmale und flache, gerundete, etwas 
vorwärts gerichtete Falten , welche beiläufig in der Mitte tri- 
cholomiren und dann gerade über den Rücken hinweglaufen. 
Mündung länger als breit, oval-herzförmig, an der Basis zur 
Aufnahme der zweiten Windung ziemlich tief ausgeschnillMi. 
Die Loben unpaarig, die Sättel paarig gelheilt; der Dorsallobus 
kürzer, als der obere Lateral; die kleinen Hülfsloben sehr 
schief. 

Seilen und nur 1 — 1,5" gross im Plänermergel von 
Priesen und Posleiberg , grösser im Plänerkalk von Hundoif. 

b. Ligati D'OnBiürci. 

2. A. peramplus Sowerby. 

Sow. M. C. T. CCCLVH. — Mantell G. S. p. 200. 

— d'Orbigny, Paleont. franc. I, p. 333, T. C, 

F. 1, 2. 
A. Lewesiensis Mantell G. S. T. XXU, F. 2. — 

Sow. M. C. T. CCCLVm. — Geinitz, 1. c. T. XII, 

F. 2; T. xm, F. 4. — d'Orbigny, 1. c. p. 336, 

T. CI, T. CII, F. 1, 2. 
A. cinclus Sow. M. C. T. DLXIV, F. 1. 
?A. Stobaei Nilss. petr. Suec. T. L 

Sehr häufig und zuweilen bis 2,5 — 3' im Durchmesser, 
im obern Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin , im untern 
von Laun, im Plänersandsteln von Trziblitz, im Grünsandstein 
von Laun; sehr selten im Schieferthon zwischen Pläner- und 
unterm Quadersandstein von Weberschan. Die dem A. Stobaei 
Nilss. ähnliche Form sehr selten im Plänermergel von Priesen. 



Ol 



c. Rlio to m agc HS CS d'Oi'.b. 

3. A. ili otomageiisis Defrance. 

Al. Brongniart, env. d. Paris T. VI, F. 2. — So- 
WERBY, M. C. T. DXV. — Bronn, Lethäa, T. XXXIII, 
F. 1, 3. — V. Buch , Ammonilen in den Abhandl. 
der Berlin. Akademie 1830, p. 147. — d'Orbigny, 
paleont. fran?. I, p. 345—349, T. CV, CVI. 

A. Sussexiensis Mantkll , G. S. T. XX , F. 2 , 
T. XXI, F. 10. 

A. hippocastanum Sowerby , M. C. T. DXIV, 
F 2 

A. Woolgari Mant. G. S. p. 197, T. XXI, F. 16, 
22 ; T. XXII, F. 7. — Sowerby, M. C. T. DLXXXVII, 

F. 1. — d'Orbigny, paleont. fran9. I, p. 352 — 
354, T. CVIII, F. 1 — 3. 

A. rusticus Sow. M. C. T. CLXXVII. — Mantell 

G. S. p. 199. — d'Orbigny, 1. c. I, p. 358, T. 
CXI, F. 1, 2. 

Obwohl d'Orbigny (1. c. p. 349 und 353) den A. rho- 
tomagensis Defr. und den A. Woolgari Mant. als verschie- 
dene Spezies trennt, so dürften sie doch wohl nur als Varie- 
täten einer und derselben Spezies zu betrachten seyn, da sich 
bei uns zahlreiche Mittelglieder zwischen beiden Formen finden. 
Ausgezeichnete Exemplare von A. rhotomagensis kamen bisher 
im untern Pliinerkalk von Laun und AYollenitz, im Grünsand- 
stein von Czencziz und Malnitz und im grauen Kalkstein von 
Czencziz keineswegs häufig vor. Wenn die mittlere Knoten- 
Reihe des Rückens, so wie die Knoten-Reihe, die den Rücken 
an jeder Seite unmittelbar begrenzt , allmählich verschwinden, 
so wird der Rücken viel breiter, eben, die Form des Quer- 
durchschnittes der Windung deutlich quadratisch ; man hat statt 
der sieben Knoten-Reihen des echten A. rhotomagensis nur 
vier dergleichen, wobei zugleich die Knoten der Seiten-Reihen 
stärker und länger werden und es übergeht mithin A. rhoto- 
magensis allmählich in A. Woolgari, welcher demnach nur die 
höchste Altersstufe des erstem zu seyn scheint. Deutliche 
Exemplare von A. Woolgari, stets grösser als die des A. rho- 
tomagensis (von 10 — 20" Durchmesser), trifft man sehr häufig 
im Plänersandstein von Trziblitz und Zaluz. A. hippocastanum 
Sow. stellt dagegen die Jugendform des A. rhotomagensis dar. 

Auch A. rusticus Sow. scheint nur eine andere Varietät 
von A. rhotomagensis zu seyn, indem beim Fortbestehen der 
Rücken-Knoten die oberen Seiten-Knoten sehr gross und lang, 
die unteren dagegen sehr klein werden , der Querdurchschnitt 
mithin eine Trapezoid-Form annimmt. Zugleich sind die Rip- 
pen, welche sonst die beiden seitlichen Knoten-Reihen verbin- 
den, ganz verstrichen ; wie es auch schon oft bei A. Woolgari 
stattfindet. A. rusticus findet sich ebenfalls, obwohl selten, im 
Plänersandstein von Hradek. 

4. A. Manteilli Sowerby. 

Walch et Knorr II, T. A, F. 1. — Sowerby M. C. 

T. LV. — Mantell G. S. T. XXI, F. 9 ; T. XXII, 

F. 1, p. 113. — d'Orbigny paleont. Frang. I, p. 

340—345, T. cm, CIV. 
A. navicularis Mantell, G. S. T. XXII, F. 5. — 

Sow. M. C. T. DLV, f. 2. 
A. Gentoni Defr. — Al. Erogn. env. d, Par. 

p. 83, T. VI, F. 6. 



A. Nutfieldiensis Sow. M. C, T. CVIII. 
A. catinus Mantell, G. S. T. XX, F. 5. 

Ziemlich häufig im Plänerkalk von Hundorf, im Exogyren- 
Sandstein und Grünsand von Malnitz und im untern Quader- 
sandstein von Tyssa. 

d. Dcntati v. Buch. 

5. A. splendens Sow. 

Parkinson, geol. transact. IV, p. 112, 152, 156. — 

Sowerby, M. C. T. CHI. 
A. planus Mantell, G. S. p. 39, T. XXI, F. 13, 17. 

— Phillips G. Y. p. 123, T. II, 42. 
A. subplanus Parkinson, geol. soc. V, p. 17. 

Eine sehr kleine Form (von 3 — 4'") aus dem Pläner- 
mergel von Luschitz, Priesen, Kystra, Wollenitz. 

c. Flexuosi V, Buch. 

6. A. Gerinari Reuss. — T. VII, F. 10 a, b, c. 

Rel'ss, geogn. Skizz. II, p. 295. 

Flach, scheibenförmig, 4'" — 2" gross, mit vier wenig in- 
voluten Windungen , mit hohen und ganz flachen Seiten. An 
der steilen Suturflächc entspringen zaiilreiche (auf der letzten 
Windung 30 — 40) scharfe, einfache Falten, zwischen die sich 
in der Älitte hie und da kürzere und schwächere einschieben. 
Sie verlaufen anfänglich ganz gerade , biegen sich dann etwas 
vorwärts, bis diese Biegung endlich auf dem Rücken sehr be- 
deutend wird. Unter dem obern Rande der Seitenfläche bildet 
jede Falte einen Knoten , der bei grösseren Exemplaren zu 
einem 2 — 3'" langen Dorne wird, wendet sich dann auf dem 
Rücken stark vorwärts , so dass sie verlängert mit der ent- 
sprechenden der andern Seite in einem rechten Winkel zusam- 
menstossen würde. Kurz vor ihrem Ende schon auf dem 
Rücken bildet jede Falte noch einen zweiten sehr kleinen Knoten, 
Der Rücken scharf gekielt. Der Kiel in kleine Kerben getheilt, 
die weil zahlreicher sind als die Falten, beiderseits von einer 
tiefen Furche begleitet, die neben sich nach aussen die zweite 
Knotenreihe hat. 

Ziemlich häufig, aber fast immer zerdrückt und zerbro- 
chen im Plünermergel nächst der Postelberger Brücke. Sehr 
kleine Exemplare von 3 — 4'" im Durchmesser finden sich auch 
im Pyropensande von Trziblitz. 

f. Fi nibriati D'ORBiGNr. 

7. A. striato-snlcatus d'Orbigny. 

d'Orbigny, paleontol. fran9. I, p. 153, T. XLIX, 

F. 4 — 7. 
A. tripartitus Raspail, Ann. d. scienc. d'observ. 

V, 4, T. II. 

Im Granaten-Sande von Trziblitz und im Pyropen führen- 
den Konglomerate von Meronitz findet man selten kleine Am- 
moniten von 4 — 5'" Durchmesser, welche ganz mit der oben 
genannten Spezies übereinstimmen, von welcher sie jedenfalls 
junge Individuen sind. Das Gehäuse ist scheibenförmig, zu- 
sammengedrückt und besteht aus 5 — 6 gewölbten, fast cylindri- 
schen, wenig breitern, als hoh?n Windungen, welche fast ganz 



23 



sichtbar, nur sehr wenig involut sind, so dass der letzte Um- 
gang nur ein Viertheil des ganzen Schalen-Durchmessers m'sst. 
Der Rücken ist rund, gewölbt. Ueher die Umgänge laufen 
dichte feine, wenig gebogene, ungetheilte, erhabene Quer-Strei- 
fen, die in gewissen Entfernungen von einer seichten geboge- 
nen Kreis-Furche unterbrochen werden , deren vier auf einen 
Umgang itommen. Die Mündung ist rundlich, etwas niedergedrückt, 
daher wenig breiter als hoch. Die Loben und Sättel sind 
paarig gelheilt; der Dorsal-Lobus grösser als der obere Late- 
ral; der Dorsal-Sattel eben so breit als der Dorsal-Lobus. Bei 
unseren jungen Exemplaren sind die Lappen und Sättel nur 
wenig zerschlitzt. — Mit der oben beschriebenen Spezies finden 
sich eben so kleine Exemplare einer andern Spezies, die mit 
A. Clementinus d'Orb. (1. c. I, p. 260, T. LXXV, F. 5, 6) 
aus der Gruppe der Ligali d'Orb. am meisten übereinkommt. 
Das Gehäuse ist scheibenförmig, massig gewölbt, bedeckt von 
sehr flachen und schmalen, ziemlich gedrängten, schwach ge- 
bogenen Rippchen , welche über den runden Rücken hinweg- 
laufen. Die Knoten am Nabel sind an unsern, jedenfalls jugend- 
lichen Exemplaren niclit zu entdecken. Die Windungen sind 
sehr involut, so dass nur ein sehr kleiner Theil der inneren 
Windungen in dem engen und liefen Nabel sichtbar ist und 
die Höhe der letzten Windung fast die Hälfte des gesanimten 
S^-Iialen-Durclinifssers ausmacht. Die MundölTiiung ist breit 
oval, oben gerundet, von den Seiten zusammengcdrückl, unten 
durch die Spirale der nächsten Windung tief ausgeschnitten. 
Die Scheidewände bestehen aus 5 unpaarig gethcilten Loben 
und aus in nicht ganz gleiche Paare gclheilten Sätteln. Der 
Dorsal-Lobus ist sehr wenig kürzer als der obere Lateral, und 
ebenso breit. Dieselbe Breite besitzt der Dorsal-Sattel. 

Andere kleine Exemplare von demselben Fundorte haben 
grosse Aehnlichkeil mit A. bicurvalus Michel. (.Mem. d. 1. Soc. 
Geol. d. Fr. III, 1, p. 99, T. XII, F. 7} und A. versicostalus .Michel. 
(1. c. T. XII, F. 10. - d'Orbignv 1. c. I, p. 273, T. LXXXI, 
-F. 1 — 3) aus dem Gaulf von Gaty. Sie sind aber nicht voll- 
kommen genug erhallen, um eine genaue Bestimmung zu gestalten. 

S c a p h i t e s Paukinson. 

1. Sc. aequalis Sow. 

SowERBY, M. G. T. XVin, F. 1—3. Mantell, G. S. 
T. XXII, F. 14, 15. — d'Orbignv lab), d. cepha- 
lopod. T. LXXIV. — Defrance diel. d. sc. nat. 
XLVIII, T. XXIII, F. 3. - Deshayes coq. caracl. 
T. VI, F. 7, 8. — Bronn, Syst. urweit. Konchyl. 
T. VU, F. 20. Lethäa T. XXXIII, T. 8. — Buck- 
land, geol. and mineraL T. XLIV^ F. 15, 16. — 
d'Orbigny paleont. fran^. I, p. 518, T. CXXIX, 
F. 1 — 7. 

Sc. obliquus Sow. M. C. T. XVÜI, F. 4 — 7. — 
Erongniart env. d. Par. T. VI, F. 13. — de la 
Beche geol. man. p. 299, F. 50. 

Sc. striatus Mantell, G. S. T. XXtl, F. 3 , 4, 9, 
11, 13 — 16 und G. SE. 160, F. 2. 

Sc. CO Status Mantell, G. T. XXII, F. 8, 12. 

Ziemlich häufig im Plänjerkalk von Hundorf, Kutschlin, 
Trzembschitsch ; im untersten Plänerkalk der Sohillinge und vom 
Borzen bei Bilin ; im Plänerraergel von Luschitz , Pries:n, 



Kystra, WoUenitz, Patek, Raimay; im Pyropensande von TrÄi- 
blitz einzelne Fragmente. 

FI am lies Parkinson. 

1. H. ro tu iid HS Sow. 

Sow. M. C. T. LXI, F. 2, 3. — Brongn. 1. c. T. VII, 
F. 5. — Phillips G. Y. T. I , F. 24. — Fitton, 
1. c. T. XII, F. 12. — Bronn, Lethäa, p. 730, T. 
XXXIII, F. 9. — Geinitz, 1. c. p. 41, T. XXIII, 
F. 8, 13. — d'Orbigny, 1. c. p. 536, T. CXXXII, 
F. 1 — 4. 

Schlank, 3 — 4'" dick, im Querschnitte kreisrund, mit ein- 
fachen , ziemlich hohen, scharfen, schwach nach rückwärts 
schrägen Querfalten, welche schiefe Richtung besonders in dem 
gewundenen Theile stärker hervortritt. 

Ziemlich selten und stets nur in Bruchstücken im Pläncr- 
mergel von Luschilz, Priesen, Kystra und WoUenitz; sehr selten 
im Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz. 

2. H. attenuatus Sow. — T. VII, F. 19. 

Sow. M. C. T. LXI, F. 4, 5. — Mantell, G. S. T. 
XXIH, F. 8, 13. — Fitton in geol. Irans. II, Ser., 
IV, T. Xn, F. 1,2, 3. — Phillips G. Y. T. l, 
F. 24. — de LA Beche geol. man. p. 299, F. 51. 
— d'Orbignv, I. c. p. 533, T. CXXXI, F. 9 — 13. 

H. tenuis Sow. M. C. T. LXL F. 1. 

H. compressus Sow. M. C. T. LXI, F. 7 , 8. — 
ROEMER, 1. c. p. 92, T. XIII, F. 9. 

H. funatus Brongn. I. c. T. VII, F. 7. 

Mehr oder weniger zusammengedrückt, im Querschnitt breit- 
bis schmal-eiförmig, mit gedrängten, einfachen, schmalen, schar- 
fen, nach vorwärts abhängigen schi.'fen Querfalten, die an der 
Bauchseite schwächer werden. Ohne alle Knoten. 

Selten im Plänermergel von Priesen. 

3. H. ellipticus Mantell. 

Mantell, G. S. T. XXIII, F. 9. — Roemer , 1. c. 

p. 93, T. XIV, F. 5. 
H. Simplex d'Orbigny 1. c. I, p. 550, T. CXXXIV, 

F. 12—14. 

Zusammengedrückt, im Querschnitte elliptisch, mit ring- 
förmigen , einfachen, scharfen, nach rückwärts abhängigen , an 
der Bauchseite nicht unterbrochenen Querfalten. Ohne Knoten. 

Seltene Bruchstücke im Plänermergel von Luschilz und 
Priesen. 

4. H. plicatilis Sow. — T. VII, F. 5, 6. 

Sow. M. C. T. CCXXXIV, F. 1. — Mantell, G. S. 

T. XXIII, F. 1, 2. — Geinitz, 1. c. T. XII, F. 4; 

T. Xni, F. 2. — Roemer, 1. c. p. 94, T. XIV, 

F. 7. 
H. armatus Sow. M. C. T. CLXVni; T. CCXXXIV, 

F. 2. — Mantell G. S. T. XXIII, F. 3, 4 ; T. XVI, 

F. 5. — Buckland min. and geol. T. XLIV, F. 9. 

— Roemer, !. c. T. XV, F. 2. — d'Orb. 1. c. I, 

p. 547, T. CXXXV. 
H. alternalus Mantell, G. S. T. XXHI, F. 10, 11. 

0,33 — 1,2" im Durchmesser haltend, breit oval oder fast 
kreisförmig im Querschnitt, mit zahlreichen, einfachen, an der 



24 



Bauchseite sich rerdünnenden und etwas gehogenen, ringför- 
migen Querfalten, bei denen 2 — 4 schwächere immer zwischen 
zwei stärliern liegen. Letzte tragen jederseits zwei Reihen 
starker rundlicher Höcker, deren eine zunächst dem Rücken, 
die andere tiefer an den Seiten liegt. Manchmal , wie bei 
Fig. 6, übergehen die Höcker in 3 — 4'" lange Dornen, was 
besonders an der dem Rücken zunächst gelegenen Reihe statt- 
findet. 

Im Plänermergel von Priesen, Kystra und Wollenitz. 

5. H. f issicostatu s Phillips. 

Phillips, G. Y. T. H, F. 49. — Roemer, 1. c. T. 
XHI, F. 13. 

Seltene Bruchstücke im untern Quader von Tyssa. 
T u r r i 1 i t e s Montfort. 

1. T. polyploCUS ROEMER. 

Roemer, nordd. Kreidegeb. p. 92, T. XIV, F. 1, 2. 

— Geinitz, 1. c. T. XIH, F. I. 

Sehr selten im Plänerkalk von Hundorf. 

2. T. undulatns Sow. — T. VII, F. 8, 9. 

Sow. M. C. T. LXXV, F. 1—3. — Mantell, G. S. 

T. XXIH, F. 14, 16 ; T. XXIV, F. 8. — Geinitz 

1. c. T. XIII, F. 3. 
Langius, bist. lap. figur. Helv. T. XXXII, F. 6. 
Scheuchzer, T. LVIII. 
T. S che uchzerianus Bosc. 1801. — d'Orbigny, 

1. c. J, p. 602, T. CXLVI, F. 3, 4. 
T. decussatus Reuss, geogn. Skizz. II, p. 209. 

G — 8" lang, schlank thurraförmig, die hohen steilen Um- 
gänge mit 18^ — 25 starken, scharfen, geraden, senkrechten 
Fallen , die sich nach unten verschmälern und mit breitern 
rinnenförmigen Zwischenräumen, ohne alle Knoten. Die ganze 
Oberfläche ist mit dicht gedrängten feinen Längs- und Qucr- 
Linien bedeckt, die sich rechtwinklig durchkreuzen und an den 
Purchschnitts-Punkten ganz kleine Knötchen bilden. Die vor- 
liegenden Exemplare sind alle rechts gewunden. 

Selten im Grünsandstein von Czencziz und Malnitz. 

8. T. Astierianiis d'Orbigny. — T. VII, F. 7. 

d'Orbigny, paleontolog. franc. I, p. 580, T. CXLI, 
F. 3—6. 

Niedrig kegelförmig, links gewunden, mit wenigen kreis- 
runden Umgängen und sehr weitem Nabel. Die Umgänge sind 
mit wenig schiefen , scharfen und senkrechten ringförmigen 
Falten bedockt. 

Sehr selten im Plänermergel von Kystra. 

B a c u 1 i t e s Lamarck. 

1. B. anceps Lamk. — T. VII, F. 1, 2, 

NiLSSON , petr. Su?c. T. II, F. 5. — Hisinger Leth. 
Suec. T. VI, F. 2. — Deshayes coq. caract. T. VI, 
F. 2. — Desmarest journ. d. phys. Vol. 85, T. II, 
F. 7, 8. — Bronn, Lethäa p. 732, T. XXXIII, F. 6. 

— Buckland min. and geolog. T. XLIV, F. 5. — 
d'Orbigny, 1. c. p. 565—568, T. CXXXIX, F. 1 — 7. 



B. vertcbralis Lamk 
T. XXII. 

B. dissimilis Desmarest, 1 
Orthoceratites verlebralis 
tenk. p. 56. 



Defbance dict. d. sc. nat. 

D. T. II, F. 4—6. 
Schlotheim Pctretak- 



Im Plänermergel von Luschifz , Priesen und Wollenitz 
finden sich häufig Bruchstücke dieser Art, mitunter von 5 — 6" 
Länge und 1" Breite und mit gut erhaltener Loben-Zeichnung. 
Der obere Theil ist glatt, der untere ungekammerte Theil mit 
schrägen und etwas bogenförmigen , flachen , rundlichen Falten 
oder Runzeln bedeckt, die gegen die Rückenkante hin allmäh- 
lich verschwinden. Diese Biegung entspricht der Gestalt des 
Mundrandes. Die Rückenseite ist zusammengedrückt, die Bauch- 
seite dicker, gerundet, der Querschnitt daher schmal eirund. 

2. B. Faujasil Lamk. — T. VH, F. 3. 

Sow. M. C. T. DLXXXXII, F, 1. — Faujas, Montagne 
St. Pierre I. XXI, F. 2, 3. — de la Beche g6ol. 
man. p. 299, F. 53. 

Bac. ovatus Say in Silliman's amer. Journ. of 
scienc. and arts Vol. 18, JuH 1830, T. I, F. 6, 7, 8. 

Schale eben, von den Seiten zusammengedrückt, mit ellip- 
tischem Querschnitt. Beide Seiten stumpf und gleich. 

Kleine Bruchstücke findet man selten im Pyropcn-führen- 
den Konglomerate von Meronitz, im Pyropensande von Trzi- 
bhtz und im Plänermergel von Priesen. 

3. B. rotundus Reuss. — T. VII, F. 4. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 210. 

1 — 3"' im Durchmesser haltend, gerade, cylindrisch, dreh- 
rund. Schale eben und glalt , Kammern sehr schmal, 30 auf 
1" Länge bei 1'" Breite. — Stimmt vielleicht mit Hamites 
Bouchardianus d'Orbigny (1. c. I, p. 540, T. CXXXII, F. 11 
— 13) überein; ich sah aber nie die geringste Biegung 
daran. 

Bruchstücke ziemlich selten, gewöhnlich in Brauneisenstein 
umgewandelt, im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

Anliang : Aptjchus v. Meyer. 

1. A. cret accus v. Münster. — T. VII, F. 13. 
Geinitz, 1. c. T. XVII, F. 25. 

Anatifa convexa Roemer, I. c. p. 103, T. XVI, 
F. 7. 

2 — 4'" lang und 1,5 — 3'" breit, massig gewölbt, fast recht- 
winkelig dreiseitig. Die eine Seite, mit der beide Klappen sich 
gegenüberstehen und meistens nur im obern Theile berühren, 
ist ganz gerade ; die gegenüberliegende Hypothenuse stark 
bogenförmig; die dritte Seite am kürzesten und beinahe ge- 
rade. Sie stösst mit der inneren Seite in einem gerundeten 
Winkel von fast 90-g zusammen. Die Schale dick und mit 
dicht gedrängten , gerundeten konzentrischen Falten bedeckt, 
deren Konkavität nach dem obern inneren Winkel hinsieht. 
Ueber sie laufen zahlreiche feine Linien in derselben Richtung, 
so wie auch entfernt stehende , feine Radial-Linien , die von 
dem genannten Winkel ausstrahlen. 

Dieser bishor noch immer zweifelhafte Körper findet sich, 



25 



wenn auch nicht häufig, doch fast überall im Plänerkalk und 
Pliinermergel. Ob das von Geinitz T. XVII, F. 26 abgebil- 
dete Fossil aus dem untern Quader von Tyssa auch zu dieser 
Spezies zu zählen sey, ist zweifelhaft. 

2. ?A. complanatus Geinitz. — T. VII, F. 14. 
Geinitz, 1. c. T. XVII, F. 27, 28, 29. 

1" lang-, schief eiförmig, sehr flach und dünnschalig, mit 
fast geradem innerem Rande , der mit dem untern in einem 
spitzen , mit dem obern hintern in einem fast rechten oder 
selbst stumpfen Winkel zusammenstösst. Der hintere Rand ist 
bogenförmig. Oberfläche glatt, nur hie und da lassen sich 
Spuren sehr feiner, gebogener Streiten wahrnehmen. 

Selten im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

B. R li i z o p o d e n. 

Da die Stelle unter den Bryozoen, welche diese kleinen 
Körper nach Ehrenberg's Untersuchungen einnehmen müssen, 
noch nicht mit völliger Sicherheit ausgemittelt ist, so lasse ich 
sie noch provisorisch an dem alten Platze, den sie bisher ein- 
genommen haben. 

I. Sticliostcsfi<^i*< 

Nodosaria Lamarck. 

a. Glandulina D'OnßicNT. 

1. N. cylindracea Reus.s. — T. XIII, F. 1, 2. 

Diese nur 0,5 — 1,5'" lange Art zeichnet sich vor allen 
verwandten Arten durch die vorwiegende Länge aus. Sie ist 
gerade, cylindrisch, in ihrer ganzen Länge fast gleich dick, nur 
in der Mitte zuweilen sehwach eingeschnürt, verschmälert sich 
am untern Ende sehr schnell und ist daselbst wenig zugespitzt. 
Oben verlängert sie sich in eine kurze, zentrale Spitze, die die 
kleine runde Oeffnung trägt. Die Oberfläche ist ganz glatt, 
ohne alle Begrenzung der Kammern ; nur bei hellem durch- 
fallendem Lichte verralhen sich die Scheidewände von 5 — 6 
Kammern durch etwas dunklere Linien. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz und Kystra. 

b. Nodosaria D'OBBrcNr. 
a) Längsgestreifte oder gerippte Arten. 

2. N. Infi ata Reuss. — T. XIII, F. 3, 4. 

Von ganz eigenthümlicher Form , die durch verschiedene 
Gestalt und Grösse der wenig zahlreichen (4 — 5) Kammern 
bedingt wird. Die oberste ist kugelig, verlängert sich oben in 
eine kurze , stumpfe , zentrale Spitze und ist durch eine tiefe 
Einschnürung von der nächsten Kammer getrennt. Die mitt- 
leren (1 — 2) sind sehr wenig gewölbt und von der untern 
kaum geschieden. Die unterste schwillt zum doppelten Durch- 
messer der übrigen an und ist kugelförmig mit einer kurzen 
dünnen Spitze am untern Ende. 5 — 6 schmale, hohe Rippen 
laufen der Länge nach über alle Kammern herab. Auf der 
untersten lerren sich zwischen je zwei derselben 1 — 2 kürzere. 

Rzrss, Vcratoiiiprniiocn. 



Ähnlich ist N. raphanistrum d"Orb. aus den Tertiärschichten 
von Baden bei Wien, hat aber eine grössere Zahl von Kammern 
und Längsrippen aufzuweisen. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

3. N. Zippei Reuss. — T. VIII, F. 1, 2, 3. 

N. Septem costata Geinitz, 1. c. p. 69, T. XVII, 

F. 20. 
N. undecimcostata Geinitz, I. c. p. 69, T. XVII, 

F. 19. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 210. 

Diese ausgezeichnete Spezies erreicht mitunter eine Länge 
von 1,5 Zoll, findet sich jedoch ihrer Zerbrechlichkeit wegen 
selten ganz erhalten. Sie ist gerade, besteht aus 20 — 30 
Kammern , die im obern Theile des Gehäuses kugelig und 
durch breite und tiefe Einschnürungen geschieden sind. Nach 
unten zu werden diese weniger deutlich und die ersten Kam- 
mern sind kaum durch schwache Furchen getrennt. Die unterste 
ist kugelig, gewöhnlich etwas grösser als die nächstliegenden 
und mit einer kurzen Stachelspitze versehen. Ueber die Kammern 
verlaufen der Länge nach 7 — 14 stark vorragende, dünne, 
geflügelte Rippen , deren Zahl sich aber an demselben Indivi- 
duum nicht immer gleich bleibt. Oft vermehrt sie sich, nicht 
durch Dichotomie, sondern durch Einschieben neuer Rippen 
oder sie nimmt auch ab , indem ein? oder die andere Rippe 
plötzlich endet. Selten nur verschmelzen zwei benachbarte 
Rippen miteinander. Öfter bemerkt man zwischen zwei Rippen 
eine oder zwei erhabene Längslinien als Andeutungen von 
Rippen. Die oberste Kammer endigt in eine centrale Spitze, 
auf der die kleine runde Öffnung befindlich ist. Die Höhlung 
jeder Kammer ist vollkommen rund und kommunicirt durch 
einen kurzen cylindrischen Kanal mit der nächsten, wie dio 
Betrachtung des Steinkerns F. 3 zeigt. — Unserem Fossil 
kommen manche Varietäten von Dentalina Cuvieri d'Orb. von 
Baden bei Wien selu' nahe. 

Fast überall im Plänerkalk und Plänermergel ; äusserst 
häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz, seltener im Pläner- 
mergel von Luschitz, Priesen, Kystra, Wollenitz, Rannay, Hor- 
zenz und Brozan, sehr selten im obern Plänerkalk von Kutschlin 
und Kröndorf und in den Konglomeratschichtcn vom Borzen 
bei Bilin. 

4. N. tenuicosta Reuss. — T. XIII, F. 5, 6. 

Ist viel kürzer als die vorige Spezies und besteht nur 
aus 3 — 8 Kammern , die nach abwärts sehr wenig an Dicke 
abnehmen. Sie sind stark gewölbt, fast kugeUg oder breit 
elliptisch und durch tiefe breite Einschnürungen getrennt, nur 
bei den untersten Kammern sind diese oft mehr verwischt. Die 
unterste läuft in eine kurze Spitze aus, die oberste ist sehr 
wenig und stumpf zugespitzt. 5 — 7 entfernte, sehr niedrige 
und schmale Längsrippen zieren die Oberfläche und lassen 
nur die unterste Kammer zum Theile frei. Oftmals sind sie 
aber nur in den Einschnürungen der Kammer sichtbar (F. 6). 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Kystra, Rannay und 

Brozan. 

4 



'26 



5. N. paupercula Reüss, — T. XII, F. 12. 

Sehr klein, 0,75'" lang, gerade, nach abwärts sehr wenig 
an Dicke abnehmend. Nur 5 gewölbte kugelige Kammern, 
die nur wenig höher sind als breit und durch nicht sehr tiefe 
Einschnürungen von einander getrennt werden. Ihre Oberfläche 
mit 12 — 16 sehr feinen, erhabenen Längslinien bedeckt. Die 
erste Kammer endet unten in eine dünne Spitze , die letzte 
läuft oben in einen ziemhch langen, geraden, mittelständigen 
Schnabel aus, der die Mündung trägt. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

6. N. obscura Reüss, — T. XIII, F. 7, 8, 9. 

Gewöhnlich sehr klein , selten 2—2,5'" lang, in ihrer 
Form ziemlich veränderlich, gewöhnlich linear, cylindrisch, fast 
in ihrer ganzen Länge gleich breit , selten oben viel dicker, 
langgezogen eiförmig. 4 — 6 Kammern, von denen nur die 
obern ihre Grenzen durch undeutliche Linien zwischen den 
Längsrippen andeuten, die unleren aber gewöhnlich gar keine 
Trennung von aussen wahrnehmen lassen. Nur selten sieht 
man zwischen den oberen seichte Einschnürungen. Das ganze 
Gehäuse verschmälert sich nach abwärts nur wenig und lang- 
sam, selten schneller und endet unten in einer kurzen, dünnen 
Spitze, die man aber nur selten wohlcrhalten antrifft. Die 
oberste Kammer ist oben zugerundet und trägt ebenfalls auf 
einer sehr kurzen centralen Verlängerung die kleine, runde 
Mündung. Über alle Kammern , die unterste ausgenommen, 
verlaufen 7 — 10 gerade, sehr schmale, ziemlich hohe, oft un- 
gleiche Längsrippen. Zuweilen sind sie abwechselnd stärker 
und machen das Gehäuse etwas dreikantig. Auf der lezten 
Kammer legen sich oft noch 1 — 2 kurze Längsfältchen zwischen 
je zwei Rippen. Mitunter übersteigt die Zahl der Rippen 
5 — 6 nicht und wenn dann zugleich das Exemplar dicker, 
langgezogen eiförmig ist, so kann man diese Form von N. 
paucicosta Roemer (I. c. p. 95, T. XV, Fg. 7) gar nicht 
untMscheiden. 

Ziemlich gemein im Plänermergel von Luschitz, selten in 
dem von Kystia. 

ß. Olinc Läiiijsstrcifcn und Rippen. 

7. N. conferta Reuss, — T. XIII, F. 10. 

Schon der Name deutet die kurze, gedrängte Form dieser 
1 — 1,25"' langen, vollkommen geraden Art an. Sie besteht 
aus 5 — 6 gewöhnlich unrcgehnässigen Kammern, die durch 
sehr schmale , aber ziemlich tiefe Nähte gesondert sind. Sie 
nehmen nach oben sehr schnell an Grösse zu. Die unteren 
kleineren sind sehr wenig gewölbt, die oberste gross und 
stark gewölbt, fast halbkugelig, oben in eine kurze, centrale 
Spitze mit feiner Mündung auslaufend. Oberfläche glatt, glän- 
zend. Nahe steht N. humilis RoEMGa (1. c. p. 95, T. XV, 
F. 6). 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

8. N. subulata Reuss. — T. XIII, F. II. 

1 — 1,5'" lang, sehr dünn, pfriemenförmig, unten zuge- 
spitzt, mit zahlreichen (bis 20) niedrigen, nicht gewölbten 



Kammern, welche nur durch vertiefte Linien getrennt werJen. 
Die oberste verlängert sich in eine kurze, centrale Spizc 
Oberfläche rauh. 

Selten im Plänermergel von Kystra und Rannay. 

9. N. constricta Reüss, — T. XIII, F. 12, 13. 7i 

Unterscheidet sich durch ihren Habitus von unsern andern 
Nodosarien bedeutend. Immer sind nur 4 — 5 Kammern vor- 
handen, von denen die mittleren von oben stark niedergedrückt, 
viel breiter als hoch, kuchenförmig sind. Die oberste verlängert 
sich in eine ziemlich lange centrale Röhre , welche die Mün- 
dung trägt. Die unterste ist ebenfalls , jedoch weniger ver- 
längert , eiförmig oder schwach dreikantig. Alle sind durch 
sehr tiefe Einschnürungen getrennt, die mittlere ist gewöhnlich 
viel länger und am tiefsten , so dass die obern Kammern mit 
den untern gleichsam nur durch ein dünnes Röhrchen zusam- 
menhängen, welches sehr leicht abbricht. Daher ist auch fast 
nie ein unverleztes Exemplar zu gewinnen. Die Oberfläche 
ist sehr uneben, rauh. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz. 

10. N. aspera Reüss, — T. Xin, F. 14, 15. 

1 — 1,5'" lang, nach abwärts sich ziemlich schnell ver- 
schmälernd, gerade oder nur sehr wenig gekrümmt. 6 Kammern, 
kugelrund oder wenig in die Länge gezogen, mit tiefen, aber 
sehr schmalen Einschnürungen. Die oberste Kammer läuft in 
eine lange, aber sehr dünne centrale Spitze aus. Das untere 
Ende ist gerundet mit aufsitzender , kurzer, stacheliger Spitze. 
Die Oberfläche sehr rauh, mit höckerigen und warzigen Erha- 
benheiten dicht bedeckt. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz. 

c. Deiitalina d'Obeignt. 
o. Liingsgcstrpift oder gerippt. 

11. N. affinis Reüss, — T. XIII, F. 16. 

2,5 — 3'" lang, sehr dünn, linienförmig, nach unten sich 
nur wenig verschmälernd. 8 — 9 schmal elliptische Kammern, 
die durch deutliche Einschnürungen gesondert und von 4 — 5 
hohen Flügel-artigen , unregelmässigen Rippen bedeckt sind, 
welche die Einschnürungen mehr oder weniger verdecken. 
Die unterste Kammer schnell in eine kurze haarförmige Spitze 
auslaufend, die oberste ziemlich lang zugespitzt. 

Sehr vereinzelt im Plänermergel von Luschitz , Rannay 
und Brozan. 

12. N. suicata Nilsson, — T. XIII, F. 17. 

NiLSSüN, 1. c. p. 8, T. IX, F. 1 a, b. 

Scheint trotz einiger Abweichungen in der Grosse, der 
Zahl und Beschaffenheit der Kammern nur eine Varietät der 
NiLssoN'schen Species zu seyn. Sie ist beiläufig 1 — 1,3'" 
lang, sehr wenig gebogen, nimmt nach abwärts sehr langsam 
an Dicke ab, bis sie sich am untern Ende dann plötzlich ver- 
schmälert und in eine dünne Spitze ausläuft. Die Zahl der 
gewölbten Kammern lässt sich nicht genau bestimmen, da nur 



27 



die obern, welche eben so hoch als breit sind, durch ziemlich 
tiefe Einschnürungen getrennt werden, während die untern sich 
durch keine Abgrenzung verrathen. Die oberste endigt in 
eine kurze , nicht ganz centrale Spitze mit kleiner runder 
Mündung. Über alle Kammern laufen zahlreiche (17 — 18) 
feine schmale Längsrippchen herab. 

Die ORBiGNY'sche Dentalina sulcata (mem. d. 1. soc. geol. 
d. France 1840, p. 15, T. I, F. 10—13), bei der der Nils- 
SON'sche Name als Synonym angeführt wird, unterscheidet sich 
bedeutend davon, kann also keineswegs damit identiflcirt wer- 
den. Viel näher steht dieser die D. mullicostata d'Orb. (1. c. 
p. 15, T. I, F. 14, 15), obwohl sie auch nicht vollkommen damit 
übereinstimmt. Auch N. elegans v. Münst. aus dem Nord 
deutschen Tertiärsande (Rüemer, die Cephalopoden d. nord- 
deutsch. Meeressandes in Leonh. u. Br. Jahrb. 1838, p. 382, 
T. III, F. 1) ist ihr nahe verwandt. 
[ Sehr selten im Plänermcrgel von Luscbitz. 

13. N. lineolata Reuss, — T. VIII, F. 8. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 211. 

Mit der N. Lorneiana d'Orb. in den Umrissen sehr über- 
einkommend. 2 — 3'" lang, sehr schlank, schwach gebogen, 
nach abwärts sich sehr langsam verdünnend. Die Kammern 
mehr als zweimal so lang als breit, lang -elliptisch , schwach 
convex, gegen die liifen Nähte hin sich plötzlich verschmälernd; 
die letzte in eine dünne Spitze auslaufend. Die Oberfläche 
mit äusserst fernen, dichten Längslinicn gezeichnet. 

Sehr selten im untern Plänerkalkc von Kosslitz, im Pläner- 
mcrgel von Luscbitz und Brozan. 

14. N. costellata Reuss, — T. XIII, F. 18. 

Eine der schlanksten Formen. Sie ist kaum 1,5 — 2'" 
lang, linienförmig, nach abwärts sich bis zu einer feinen Spitze 
verdünnend und schwach gebogen. Zahlreiche (15 — 20) schwach 
gewölbte elliptische Kammern, höher als breit; die obern durch 
deutliche, aber nicht sehr tiefe Einschnürungen getrennt, wäh- 
rend bei den untern die Trennung nur durcii schwache Furchen 
angedeutet wird. Die oberste Kammer verlängert sich in eine 
kurze, nicht centrale Spitze mit der sehr kleinen Oeffnung. 
Ueber die Kammern verlaufen 10 — 12 sehr feine Längsripp- 
chen mit ziemlich gleichbreiten Zwischenrinnen , welche die 
obern Rammern in ihrer ganzen Länge bedecken, in den Ein- 
schnürungen aber am deutlichsten sind; bei den untern aber 
nur in den Einschnürungen sichtbar sind, während der übrige 
Theil glatt ist. 

Selten im Plänermergel von Kystra. 

ß. Nicht gestreift oder gerippt. 

15. N. oligostegia Reuss, — T. XIII, F. 19, 20. 

Diese 1,5 — 2'" lange und verhältnissmässig dicke Art 
zeichnet sich vor allen Andern durch die geringe Zahl und 
verschiedene Form der Kammern aus. Von den zwei oder 
drei vorhandenen Kammern ist die unterste kugelig und läuft 
unten in eine kurze Spitze aus, die mittlere bald kugelig, bald 



elliptisch, bald fast cylindrisch, die oberste eiförmig, länger 
als die übrigen und verläuft oben in eine ziemlich lange, ko- 
nische, nicht vollkommen centrale Spitze, welche die runde 
Oeffnung trägt. Die Nähte sind breit und tief eingeschnürt, 
die Oberfläche vollkommen glatt und glänzend. 

Nicht zu selten im Plänermergel von Luscbitz und Brozan, 
sehr selten bei Rannay. 

16. N. raonile v. Hagenow, — T. 8, F. 7. 

V. IIagenow in Leonh. u. Bronn's Jahrb. 1842, 
p. 5Ö8. 

2 — 2,5'" lang, sehr schlank, etwas gebogen, nach abwärts 
sich stark verschmälernd. Die Kammern kugelig oder selbst 
etwas breiter als lang, sehr gewölbt, gegen die sehr tiefen 
Nähte hin schnell und gleichmässig an Dicke abnehmend. Die 
letzte Kammer kurz zugespitzt. Die Oberfläche glatt und 
glänzend. — N. linearis Roemer , die ihr sonst ähnlich ist, 
hat schiefe Kammern, die unten mehr gewölbt sind als oben. 

Sehr selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und im 
untern Plänerkalk von Kosstitz, häufiger im Plänermergel von 
Luscbitz und Brozan. 

17. N. annulata Reuss. — T. VIII, F. 4, 67; T. XIII, 

F. 21. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 210. 

2 — 4'" lang, dünn, linienförmig, glatt und glänzend, 
schwach gebogen, drehrund, nach unten sich langsam ver- 
dünnend, mit stumpfem, gerundetem untern Ende. 10 — 16 
Kammern, breiter als hoch ; die obern an Höhe zunehmend, 
bauchig , gewölbt und durch tiefe breite Einschnüiungen ge- 
trennt; die übrigen gar nicht gewölbt, walzenförmig. Ilire 
Scheidewände bilden an der Oberfläche schwach erhabene, 
dunklere Ringe. Die oberste Kammer verlängert sich in eine 
nicht ganz mittelständige, röhrenförmige Mündung. Als seltene 
Ausnahme finden sich dichotome Missbildungen (T. VIII, 
F. 67). 

Gemein im untern Plänerkalk von Kosstitz, wcidgcr häufig 
im obern Plänerkalk von Kutschlin und Wollenitz, im Pläner- 
mergel von Luschitz, Brozan, Rannay, Kystra. 

18. N. Lorneiana d'Orbigny. — T. VIII, F. 5. 

Dentalina Lorneiana d'Orbigny in Mem. d. 1. 
soc. g6ol de Fr. IV, 1, p. 14, T. I, F. 8, 9. 

Nicht viel über 2'" lang, sehr schlank, schwach gebogen, 
glatt , nach oben nur langsam an Dicke zunehmend. Die 
Kammern lang elliptisch, zweimal so lang als breit, wenig 
konvex , bleiben fast bis zur tiefen Naht gleichbreit , wo sie 
dann schnell an Dicke abnehmen. Die lezte Kammer verlängert 
sich in eine kurze nicht zentrale Spitze , welche die kleine 
runde Öffnung trägt. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz und im 
Plänermergel von Luschitz , Kautz , Rannay , Wollenitz, Kystra 
und Brozan. 

19. N. gi'acilis d'Orbigny. — T. VIII, F. 6. 
Dentalina gracilis d'Orb. I. c. p. 14, T. I, F. 5. 



28 



1,5 — 2'" lang, sehr dünn und schlank, schwach gebogen, 
nach abwärts sich wenig verdünnend. Die Kammern gerade, 
sehr wenig konvex , länger als breit. Die oberste sehr zu- 
gespitzt. Die Nähte nur durch eine schwache Einschnürung 
bezeichnet. 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Rannay, Wollepschitz 
und Brozan. 

20. N. nodosa d'Orbigny. — T. xni, F. 22. 
Dentalina nodosa d'Orbigny, 1. c. p. 14, T. I, 

F. 6, 7. 

1 — 1,5'" lang, glatt und glänzend, sehr schlank, schwach 
gebogen, nach abwärts sehr allmählig an Dicke abnehmend. 
8 — 9 stark gewölbte, fast kugelige oder breit eiförmige Kammern, 
deren Wölbung unten mehr hervortritt als oben, und welche 
durch sehr tiefe, aber schmale Einschnürungen getrennt sind. 
Ihre Höhe übertrifft die Breite nur wenig. Die lezte Kammer 
verschmälert sich oben schnell und trägt auf der nicht ver- 
längerten Spitze die kleine runde Mündung. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Kystra. 

21. N. filifüvinis Reuss. — T. XII, F. 28. 

3 — 5'" lang, haarförmig, schwach gebogen, sich nach ab- 
wärts kaum verdünnend. Die Kammern sind 4 — 5mal so lang 
als dick, fast zylindrisch und an den Nähten fast gar nicht 
eingeschnürt. Die oberste Kammer verlängert sich in eine 
kurze Spitze. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Rannay und 
wegen der grossen Dünne des Gehäuses immer zerbrochen. 

22. N. legumen Reuss. — T. XIII, F. 23, 24. 

1,5 — 2'" lang, sehr schlank, linienförmig, schwach gebogen, 
etwas von den Seiten zusammengedrückt, nach abwärts sich 
allmählig verschmälernd. 6 — 8 quere oder öfters etwas schiefe 
eiförmige Kammern , deren Wölbung an der konvexen Seite 
mehr heivorlritt, als an der konkaven. Die obern sind durch 
ziemlich breite und tiefe Nähte gesondert. Die oberste ver- 
längert sich in eine lange röhrenförmige, oben etwas verdickte 
Spitze, welche mitunter ganz an der konkaven Seite liegt. 
Die unterste Kammer ist kurz und fein zugespitzt. Die Ober- 
fläche zeigt keine deutlichen Unebenheiten, ist aber matt, nicht 
glänzend. 

Selten im Plänermergel von Rannay. 

23. N. communis d'Orbigny. — T. XH, F. 21. 
Denlalina communis d'Orb. 1. c. p. 13, T. I, F. 4. 

1 — 1,33'" lang, sehr dünn, glatt und glänzend, nach 
abwärts sich allmählig verschmälernd bis zur ersten Kam- 
mer , welche etwas grösser als die nächstangrenzenden und 
am untern Ende mit einer kurzen feinen Spitze versehen ist. 
6—9 niedrige, sehr schiefe Kammern, welche durch kaum be- 
merkbare Nälite getrennt sind, bis auf die oberste, deren Naht 
deutlicher ist. Sie ist zugleich etwas stärker gewölbt und 
läuft oben in eine kurze , nicht mittelständige Spitze aus. 



welche die mit einem feinen Strahlenkranze umgebene Mündung 
trägt. 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Brozan und Rannay. 

24. N. aculeata d'Orbigny. — T. XIII, F. 29. 

Dentalina aculeata d'Orb. 1. c. p. 13, T. I, 
F. 2, 3. 

2,5 — 3'" lang, gebogen, sich nach abwärts kaum ver- 
dünnend. Die stark gewölbten, eiförmigen oder fast kugeligen 
Kammern sind durch sehr lange und dünne röhrenförmige 
Einschnürungen, welche oft länger sind als die Kammern selbst, 
getrennt, dass sie gleichsam rosenkranzförmig aneinander ge- 
reiht sind. Die oberste verlängert sich in eine nicht zentrale 
Spitze mit der Mündung. Die Oberfläche ist mit entfernt 
stehenden, ungleichen, stacheligen Spitzen bedeckt. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz, Rannay, 
Brozan und Kystra; wegen der ungemeinen Zerbrechlichkeit 
ist es aber unmöglich, ein ganzes Exemplar zu ge^nnen. 

Marginulina d'Orbigny. 

a. Vaginuli na d'Orbigny. 

1. M. Roemeri Reuss. — T. VIII, F. 10. 

Vaginulina elongata Roemer, I. c. p. 96, T. XV. 
F. 13. — Reuss, geogn. Skizz. II, p. 157. 

1 — 1,5'" lang, pfriemenförmig , glatt, stark zusammenge- 
drückt, nach abwärts sich wenig und langsam verschmälernd. 
Kammern wenig breiter als hoch. Scheidewände schief. Nähte 
seicht. Rücken- und Bauchseite stumpf gekantet. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

2. M. costulata Roemer. — T. XIII, F. 25. 

Vaginulina costulata Roem. in Leonh. u. Bronn's 
Jahrb. 1842, p. 273, T. VII, B, F. 3 a, b, c. 

Eine der längsten und schmälsten Arten der Gattung 
Vaginulina. Sie ist beinahe linienförmig, 10 — 12mal längi^r 
als breit, gerade oder nur sehr wenig gebogen. Nach abwärts 
verschmälert sie sich nur sehr allmählig bis zum gerundeten 
Ende , oben ist sie lang zugespitzt. Von den Seiten ist sie 
blattförmig zusammengedrückt. Sie besteht aus zahlreichen 
(13 — 15) sehr spitzwinkligen und schiefen, niedrigen Kammern, 
die durch an der Oberfläche in Gestalt schmaler Rippen vor- 
stehende Scheidewände gesondert sind. Ein anderer schmaler 
erhabener Saum läuft längs des Rückens herab. Die erste 
Kammer ist rundlich und etwas gewölbt. Die Mundfläche der 
obersten Kammer schräge, linienförmig, ganz eben und trägt 
an der Spitze die runde Öffnung. Der Rücken gerade ab- 
geschnitten, eben ; die Bauchseite durch die etwas vorragende 
Wölbung der Kammern schwach gekerbt, übrigens eben so breit 
wie der Rücken. 

Nicht häufig im Plänermergel von Kystra, sehr seilen bei 
Brozan; wegen der Dünne und Länge des Gehäuses fast immer 
zerbrochen. 

b. Marginulina d'Orbicnt. 

3. M. Nilssoni Roemer. 

Roemer, 1. c. p. 96. 



29 



Nodosaria laevigala NiussoN , petr. Suec. p. 8, 
T. IX, F. 20. 

Bisher nur selten im Plänermergel von Priesen vorge- 
kommen. 

4. M. ensis Reuss. — T. XII, F. 13; T. XIII, F. 26, 27. 

0,5 — 5'" lang, scheidenförmig , seitlich etwas zusammen- 
gedrückt, mit ovalem oder elliptischem Querschnitt, fast in der 
ganzen Länge gleichhreit, unten vorwärts schwach eingebogen 
und gerundet, oben etwas zugespitzt. Der Rücken gerundet, 
die Bauchseite bald von derselben Beschaffenheit , bald etwas 
«ugeschärft. Zahlreiche (7 — 20) niedrige, wenig schiefe Kam- 
mern , von denen nur bei grossen Exemplaren die obersten 
durch vortiefte Nähte abgesondert sind. Bei den übrigen treten 
die Scheidewände als schwach erhabene Säume an der Ober- 
fläche hervor , wodurch die Seitenflächen der Kammern etwas 
ausgeschweift erscheinen. Bei den untersten Kammern ist die 
Trennung nur durch dunkel durchscheinende Linien angedeutet. 
Die oberste Kammer ist gewöhnlich am stärksten gewölbt und 
verlängert sich am Rücken in eine kurze Spitze , welche die 
IMündung trägt. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz , Kystra, Ran- 
nay und Brozan, so wie im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

5. M. elongata dOrbigny. — T. XIII, F. 28-32. 

d'Orbigny, 1. c. p. 17, T. I, F. 20—22. 

Ist in ihrer Form sehr veränderlich, 1 — 1,5'" lang, fast 
rylindrisch oder von den Seiten schwach zusammengedrückt, 
mit rundem oder breit - elliptischem Querschnitt ; fast gerade 
oder schwach gebogen, am unteren slumpfen Ende nur wenig 
eingerollt. 6 — 8 ziemlich hohe, etwas schiefe Kammern, deren 
oberste besonders gross, stark gewölbt ist und an der Rücken- 
seite in eine kurze Spitze ausläuft, welche die kleine runde 
Mündung trägt. Zuweilen ist sie auch viel breiter und über- 
ragt die übrigen auch in dieser Richtung. Die obern Kammern 
sind durch ziemlich tiefe , aber schmale Nähte getrennt , wäh- 
rend bei den unteren die Trennung kaum sichtbar ist. Rücken 
und Bauchseite gerundet. Oberfläche glatt und glänzend. — 
Vaginulina laevis Roemer (I. c. p. 96, T. XV, F. 11) steht 
der kurzen Varietät der ORBicNY'schen Spezies (Orb. I. c. 
T. I, F. 22) sehr nahe. 

Ziemlich selten im Plänermergel von Luschitz , Rannay, 
Kystra und Brozan. 

6. 31. coinpressa d'Orbigny. — T. XIII, F. 33. 

d'Orbigny, 1. c. p. 17, T. I, F. 18, 19. 

In dem Plänermergel von Rannay findet sich sehr selten 
eine Marginulina, welche trotz mancher Abweichungen doch 
wohl nur als eine Varietät der oben genannten ORBiONY'schen 
Spezies betrachtet werden dürfte. Sie ist 0,75 — 1,0'" lang, 
und beiläufig ein Drittlieil so breit, seitlich stark zusammen- 
gedrückt, schwach gebogen, oben zugespitzt, unten etwas vor- 
wärts gekrümmt. 7—8 sehr schief-", niedrige Kammern, die 
durch keine deutlichen Nähte gesondert sind, indem die Tren- 
nung der Obern Kammern nur durch Linien angedeutet wird, 



bei den untern kaum sichtbar ist. Die Mundfläche der letzten 
Kammer sehr lang und schief, ge-.\ölbt, trägt an der Spitze die 
kleine runde Öffnung. Rücken und Bauchseite schmal, aber 
nicht gekantet, sondern abgerundet. Oberfläche glatt und 
glänzend. 

7. M. bacillum Reuss. — T. VIII, F. 11. 

Ähnelt sehr der M. trilobata d'Orbigny (1. c. T. I, F. 16, 
17). Sie ist 2 — 3"' lang, pfriemenförmig, von den Seiten 
stark zusammengedrückt, nach abwärts sich sehr langsam ver- 
schmälernd, oben schräg abgeschnitten. Rücken gerundet, 
Bauchseite scharf, gekantet. Kammern viel breiter als hoch. 
Scheidewände äusserlich nicht wahrnehmbar. Die Aussenfläche 
jeder Kammer mit einer verhältnissmässig dicken, gerundeten, 
kurzen Querrippe verziert, welche aber nur die Mitte einnimmt, 
die Seiten frei lässt. 

Bisher wurde ein einziges Bruchstück im Plänermergel 
von Postelberg aufgefunden. 

8. M. bullata Reuss. — T. XIII, F. 34—38. 

Diese kleine , kaum 0,5 — 0,75'" lange Spezies zeichnet 
sich durch die aufgeblasene, gewöhnlich vollkommen kugelige 
Form ihrer Kammern aus, deren Anzahl zugleich sehr gering 
ist. Die obersten 2 — 3 sind gross, kugelig, durch liefe Ein- 
schnürungen getrennt ; die unteren 2 — 3 sehr kleinen , deren 
Grenzen selbst bei starker Vergrösserung kaum zu erkennen 
sind , sind sehr niedrig und beinahe mit der lezten kugeligen 
Kammer verschmolzen. Bei den meisten Exemplaren zeigen 
sie eine Spur von spiralförmiger Einrollung. Die Mundfläche 
der lezten Kammer kugelig aufgeblasen und trägt einen langen 
und dünnen, röhrenförmigen Fortsatz mit der feinen Mündung, 
der bald am hintern Ende, bald aber auch fast in der Mitte 
derselben sizt, bald gerade aufwärts, bald schräg rückwärts 
gerichtet ist. — Steht der M. comma Roemer (1. c. p. 96, 
T. XV, F. 15) aus dem Hilsthone des Hilscs sehr nahe und 
könnte leicht nur eine Varietät derselben abgeben, da nach 
den aufgefundenen Exemplaren die Form sehr zu wechseln 
scheint. 

Ziemlich selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 

Frondicularia d'Orbigny. 

1. Fr. angnsta Nilsson. — T. VIH, F. 13, 14. 

Planularia angusta Nilsson, petr. Suec. p. 11, 

T. IX, F. 22. 
Frondicularia angustata Roemer, 1. c. p. 96. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 211. 
Fr. angusta Geinitz, 1. c. p. 70, T. XVH, F. 22. 

2 — 6'" lang, schmal lanzettförmig, am untern Ende selir 
verlängert, oben zugespitzt, in oder über der Mitte am breite^ 
sten. Von der Mitte aus gegen die Seitenränder sich zu- 
schärfend. Sehr zahlreiche (15 — 25), sehr schmale Kammern, 
die durch verhältnissmässig breite, dachförmig abschüssige Leisten 
geschieden sind. Diese werden durch eine in der Mitte ver- 
laufende Längsfurche, die nach unten schmäler wird, unter- 
brochen und überdiess noch durch mehrere feine, kurze Seiten- 



30 



furchen, welche sich jedoch in die Zwisclienrinncn der Leisten 
nicl;l fortsetzen, gestrichelt. Die unterste Kammer sehr klein, 
fast kugelig , auf jeder Seite mit drei scharfen Längsrippchen 
und einer kurzen Spitze an der Basis. Der ziemlich scharfe 
Soitenrand setzt über die erste Kammer bis an die Spitze des 
Gehäuses fort. 

Sehr häufig und fast überall im Pliinerkalk und Pläner- 
mergel ; besonders gemein im untern Pliinerkalk von Kosstitz, 
im Plänermergel von Luschitz, Rannay , Hochpetsch, Kystra ; 
selten in den Konglomeratschichten vom Borzen und aus den 
Schillingen bei Bilin. 

2. Fr. trisulca Reuss. — T. VIII, F. 22. 

3 — 3,5'" lang, schmal-lanzettförmig, nach oben und unten 
gleichförmig sich verschmälernd, unten fast zugerundet. In 
der Mitte dicker, gegen die Ränder hin sich verdünnend. 
Nicht sehr zahlreiche (tO — 12), breitere, vcenig zugespitzte 
Kammern mit breiten, dachförmig abschüssigen Leisten und 
doppelt schmäleren Zwischenrinnen. Die Leisten werden in 
der Mitte unterbrochen durch eine ziemlich tiefe, zusammen- 
hängende Längsfurche, welche auf jeder Seite eine etwas 
schmälere und seichtere solche Furche neben sich hat. Die 
erste Kammer stark gewölbt, breit eiförmig, mit drei schmalen 
Längsrippen. Der Rand durch eine breite und tiefe Längs- 
furche in zwei scharfe Seitenleisten gespalten. Er umfasst als 
ein schwacher Saum auch die erste Kammer. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

3. Fr. canaliculata Reüss. — T. VIII, F. 20, 21. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 212. 

Ii5 — 2'" lang , schmal -lanzettförmig, in der Mitte am 
breitesten, gegen beide Enden hin sich allmählig verschmälernd 
und nach oben in eine kurze, nach unten in eine mehr lang- 
gezogene Spitze übergehend. Gleichmässig zusammengedrückt, 
dünn. 10 — 14 ziemlich breite, nicht sehr spitzwinklige Kam- 
mern mit dachförmig abschüssigen, hohen Leisten, welche die 
dazwischen liegenden Furchen an Breite übertreffen und in 
der Mitte etwas unterbrochen sind. Die erste Kammer äusserst 
klein, eiförmig -kugelig, jederseits mit zwei, selten mit einer 
oder 3 Längsrippen und an der Basis mit einer kurzen , sta- 
cheligen Spitze versehen. Der Rand, der auch die erste Kam- 
mer umfasst, ist in der Mitte mit einer tiefen Längsfurche 
versehen. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz und im 
Plänermergel von Luschitz. 

4. Fr. apiculata Reuss. — T. VIII, F. 24. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 212. 

2 — 2,5'" lang, in der Mitte ziemlich dick, nach den 
Seiten hin sich verdünnend, breit lanzettförmig, im obern 
Drittheil am breitesten , nach oben sich schnell zur stumpfen 
Spitze zusammenziehend, nach abwärts sich langsam verschmä- 
lernd, unten gerundet mit langer Stachelspitze. Wenige (4 —7) 
ziemlich breite Kammern mit breiten, oben scharfen, dach- 
förmig abschüssigen Leisten und mehr als doppelt schmälern 



Zwischenrinnen. Erstere sind durch eine schmale Längsfurche 
in der Mitte unterbrochen. Die unterste Kammer gross, ellip- 
tisch, massig gewölbt mit fünf schmalen Längsrippen auf jeder 
Seite. Der Rand scharf, vorstehend. Die Oberfläche der 
Leisten zeigt Spuren feiner Längsstreifung. — Ähnelt der 
Fr. Verneuilina d'Orbigny (1. c. p. 20, T. II, F. 32, 33). 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz und im 
Plänermergel von Luschitz. 

5. Fr. margin ata Reuss. — T. XII, F. 9. 

1,5 — 3'" lang, linear-lanzettlich, ziemlich dick, nicht weit 
vom obern Ende am breitesten und nach abwärts sich sehr 
allmählig verschmälernd und mit stumpfer Spitze endigend. 
In der Mitte wenig dicker als an den Rändern. 10 — 15 schmale 
spitzwinklige Kammern mit hohen Leisten. Bei den obern 
Kammern sind diese breiter als die Zwischenrinnen, dachförmig 
abschüssig, gegen die Ränder hin sich allmählig verschmälernd ; 
bei den untern , weniger spitzwinkeligen Kammern werden sie 
scharf, schmal, fast doppelt schmäler , als die Zwischenrinnen. 
Alle werden in der Mitte durch eine Längsturche unterbrochen. 
Die erste Kammer sehr klein, gewölbt, schmal oval, oben und 
unten zugespitzt, mit einer scharfen Längsrippe in der Mitte 
jeder Seite. Die zweite Kammer flach, aber hoch und in der 
Mitte mit einer schwach erhabenen Längslinie versehen. Der 
Rand breit, flügelartig vorstehend, gerade abgeschnitten, nur 
in der Mitte seicht vertieft. Er umgibt auch die erste Kammer 
bis zur Spitze , indem er sich allmählig verschmälert. 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Rannay und Brozan. 

6. Fr. tenuis Reuss. — T. VIII, F. 25. 

1,5 — 2'" lang, verkehrt lanzettförmig, im obern Dritlheil 
am breitesten, nach oben sich schnell zur kurzen Spitze, nach 
unten sich langsam verschroälernd. 8 — -9 schmale, spitzwinke- 
lige Kammern mit sehr dünnen, senkrechten Leisten und 2 — 3- 
mal so breiten , flachen Zwischenrinnen. Die erste Kammer 
gross, breit eiförmig, stark gewölbt, auf jeder Seite mit drei 
schmalen Längsrippen. Der scharfe Rand setzt auch über die 
erste Kammer, welche unten mit einem kurzen Stachel ver- 
sehen ist, fort. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

7. Fr. striatula Reuss. — T. VIII, F. 23. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 212. 

2,5 — 3'" lang, gleichförmig zusammengedrückt, sehr dünn, 
breit lanzettförmig , über der Mitte am breitesten , nach auf- 
wärts sich schnell zuspitzend , nach abwärts sehr allmählig 
schmäler werdend, am untern Ende gerundet. 8 — 9 breite 
Kammern mit sehr schmalen, senkrechten Leistchen und doppelt 
so breiten flachen Zwischenrinnen. Die äussere Fläche einer 
jeden zeigt gegen die Mitte hin 7 — 9 längliche, kurze, sehr 
feine Fältchen. Die erste Kammer verhältnissmässig gross, 
kugelig, mit 7 schmalen Längsrippen, von denen die mittelste 
die längste ist. Der Rand in der obern Hälfte scharf, einfach, 
in der unteren breiter, durch zwei schmale, tiefe Längsfurchen 



31 



in drei scharfe Leisten gespalten, in welclicr Beschaffenheit er 
auch die erste Kammer umfasst. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz und im 
Plänermergel von Luschitz. 

8. Fr. Archiacina d'Orbigny. — T. XIII, F. 39. 

d'Orb., 1. c. p. 20, 21, T. I, F. 34—36. 

Die schmälste unserer Frondicularien , denn trotz ihrer 
Kleinheit (sie ist kaum 0,5 — 0,75'" lang) übertrifft die Länge 
doch beinahe um das Fünffache die Breite. Sie ist in ihrer 
ganzen Länge fast gleichbreit, indem sie sich nach abwärts 
nur sehr allmählig und wenig verschmälert, und endet unten 
in eine lange feine Spitze. Die Ränder sind gerade abgestutzt 
und flach. Nur 4 — 6 Kammern, welche sich durch ihre ver- 
hältnissmässig grosse Breite auszeichnen. Sie sind oben sehr 
spitzwinkelig, längs der Mitte etwas vertieft und durch sehr 
schmale , erhabene Leisten geschieden. Zuweilen sieht man 
an der Oberfläche Spuren feiner Längsfurchen. Die unterste 
Kammer ist elliptisch, stark gewölbt, beiderseits von dem ver- 
längerten Randsaume eingefasst und in der Mitte der vordem 
und hintern Seite mit einer scharfen Längsfalte versehen , die 
manchmal noch jederseits ein undeutliches Fältchen neben 
sich hat. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

9. Fr. angulosa d'Orbigny. — T. XIII, F. 40, T. VIII, 

F. 78. 
d'Orbigny, I. c. p. 22, T. l, F. 39. 

Mit der ORBiGNY'schen Beschreibung und Abbildung stimmt 
eine Frondicularia überein, die sich ziemlich selten im Pläner- 
mergel von Luschitz, Rannay und Brozan findet. Sie ist bei- 
läufig 0,75 — I'" lang, schmal elliptisch, ziemlich dünn, oben 
zugespitzt, am untern gerundeten Ende mit einem kurzen 
Stachel versehen. Sie besteht nur aus 3 — 4 Kammern, die ver- 
hältnissmässig breit, aussen glatt sind und oben durch einen schma- 
len, vorstehenden Saum begrenzt werden. Der Seitenrand ist 
breit, abgestutzt, durch eine Längsfurche in zwei schmale 
Leislchen gelheilt. Er sezt sich, etwas verschmälert, auch 
über die erste Kammer fort. Diese ist gross , kugelig und 
trägt ausser den durch den Rand gebildeten Seitenkielen jeder- 
seits zwei feine Längsrippen. 

10. Fr. Simplex Reuss. — T. Vm, F. 30. 

0,5"' lang, eiförmig, oben etwas verlängert und stumpf 
zugespitzt, unten gerundet. Zwei Kammern ; die erste elliptisch, 
gewölbt; die andere bogenförmig, verhältnissmässig gross, eben, 
ganz umfassend. Der Rand breit und dick, eben, gekantet, 
ragt eben so hoch über die Ausbreitung der zweiten Kammer 
vor als die erste. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

11. Fr. Cordai Reüss. — T. Vm, F. 26, 27, 28; 

T. XIII, F. 41. 

Reuss, geogn. Skizz. H, p. 302. 

Wechselt nach der verschiedenen Grösse sehr in ihrer 
Form. Sie ist bald ei-lanzettförmig oder eiförmig, bald breit- 



oval oder verkehrt herzförmig, an der Basis o:ler nicht weit 
über derselben am breitesten, gewöhnlich sehr dünn (besonders 
die grössern Exemplare) , oben kurz zugespitzt , unten schnell 
zugerundet oder fast gerade abgestutzt mit gerundeten Ecken. 
5 — 15 sehr schmale, spitzwinklige oder bogenförmige Kammern, 
die durch eben solche niedrige Leisten geschieden werden. 
Die erste Kammer ragt in Gestalt eines sehr kleinen , ellipti- 
schen, gewölbten Zapfens über die Basis hervor und zeigt bei 
starker Vergrösserung drei scharfe Längsrippen auf jeder Seite. 
Die übrigen Kammern sind fast ganz umfassend und an der 
Oberfläche mit sehr feinen zerstreuten Längsfältchen besezt, 
welche aber bei den kleinern Exemplaren fehlen. Auf der 
einen Seite läuft längs der Mitte eine sehr schmale , feine 
Furche herab , die bei den kleinen Exemplaren manchmal 
stärker hervortritt , so dass die Fläche" dort rinnenförmig ver- 
lieft erscheint ; auf der andern Fläche bemerkt man an ihrer 
Stelle eine feine Längsfalte oder selbst Kante. Der Rand 
ist abgestutzt, eben, gekantet, bei kleinen Lidividuen zuweilen 
verdickt. 

Ziemlich gemein im untern Plänerkalk von Kosstitz, im 
Plänermergel von Luschitz, Brozan, Rannay, Kystra. 



12. Fr. mucronata Reuss. 



T. XIII, F. 43, 44. 



Ähnelt im Umrisse sehr der vorigen Spezies , unterscheidet 
sich aber bei genauerer Betrachtung sehr. Sie ist 1 — 3'" 
lang, bald herzförmig-oval, bald schmäler, ei-lanzettlich , unten 
gerundet, oben zugespitzt, sehr dünn und besteht aus 5 — 9 
Kammern, deren äusserste die inneren ganz umschliesst. Die 
äusserste ist gewöhnlich die schmälste. Alle sind spitzwinklig 
und durch schmälere Furchen geschieden. Die erste Kammer 
lanzelt- oder linienföimig, lang, gewölbt, endet unten in einen 
langen, sehr dünnen Stachel. Der Rand der letzten Kammer 
gerade abgeschnitten und eben , wird gegen die Basis hin all- 
mählig schärfer. 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Priesen und Ranray. 

13. Fr. inversa Reuss. — T. Vm, F. 15 — 19; T. XIII, 
F. 42. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 211. 

Gehört ebenfalls unter die sehr veränderlichen Formen. 
Sie ist 2 — 5'" lang, gewöhnlich ei-lanzettförmig, seltner eilur- 
mig, rhomboidal oder sehr schmal, fast linienförmig, immer 
gleicliförmig zusammengedrückt, sehr dünn. Nach aufwärts 
verschmälert sie sich gewähnlich schneller zur kurzen Spitze, 
während sie an der Basis eine sehr langgezogene, dünne Spitze 
bildet. Die meistens sehr zahlreichen (6 — 30), äusserst schmalen 
Kammern sehr spitzwinklig, nur durch schmale niedrige Leisten 
gesondert. Im obern Theile fliessen die Furchen in der Mitte 
nicht zusammen, sondern lassen daselbst eine erhabene Längs- 
linie frei, während bei den untern Kammern sie nicht nur 
zusammenhängen, sondern auch die Leisten durch eine schmale 
mittlere Längsfurche unterbrochen sind. Der Rand ist nicht 
verdünnt. Die erste Kammer ist schmal ei- oder lanzettförmig, 
etwas gewölbt, der Länge nach fein lineirt und wird von der 



32 



Fortsetzung des Randes eingefasst. Sie ist wegen der grossen 
Dünne des untern End^s gewöhnlieh abgebrochen. 

Nicht gemein im untein Plänerkallc von Kosstitz und im 
Plänermergel von Luschitz und Brozan, häufig und sehr schön 
im Plänermergel von Hochpetsch, Rannay und Kystra. 

14. Fr. bicornis Reuss. — T. XIII, F. 45. 

Diese I — 2'" grosse Spezies zeichnet sich beim ersten 
Anblick durch ihre Dicke und regelmässige Trapezoidform aus. 
Oben läuft sie in eine stumpfe Spitze aus, unten in eine 
schärfere. 4 — 5 breite, fast rechtwinklige Kammern werden 
durch schmale, aber hohe Leisten, die in der Mitte eine breite 
Lücke lassen , geschieden. Die erste Kammer ist elliptisch, 
gewölbt und mit 1 — 3 scharfen kurzen Rippen jederseits be- 
setzt. Der dicke, in der Mitte tief längsgefurchte Rand sezt, 
breiter werdend, bis über das untere Ende der ersten Kammer 
fort, so dass die Spitze derselben durch die breite Furche des 
Randes in zwei getrennte kleine Hörner getheilt wird. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

15. Fr. bicuspidata Reuss. — T. XIII, F. 46. 

Sehr klein, kaum 0,75'" lang, ziemlich dick , fast in der 
ganzen Länge gleich breit. 3 breite, flachgewölbte Kammern, 
die nach oben von einem schmalen, spitzwinkligen, erhabenen 
Saum begrenzt werden. Die oberste verlängert sich in eine 
lange Spitze, die die kleine runde Mündung trägt ; die unterste 
ist elliptisch, etwas stärker gewölbt, glatt, ohne alle Rippen 
und bildet unten eine kurze feine Spitze. Der Rand eben, 
breit , wird , wo er die erste Kammer umsäumt , etwas breiter 
und verschmälert sich erst gegen die untere Spitze hin. 

Sehr selten im Plänermergel von Kystra. 

II. Helicosteg^ier. 

a. Ntmtiloiden. 

Flab ellin a d'Orbigny. 

1. Fl. cordata Reüss. — T. VllI, F. 37—46, 78. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 213. 
?Fr ondicularia ovata Roemer, 1. c. p. 96, T. XV, 

F. 9. — Geinitz, p. 43, 69, T. XVI, F. 9, 10. 
?Planularia elliptica Nilss. 1. c. p. II, T. IX, 

F. 21. 

1 — 4,5'" lang, gleichmässig zusammengedrückt, ziemlich 
dick, im Umriss sehr wechselnd, gewöhnlich herzförmig, unten 
fast gerade abgeschnitten oder selbst ausgeschweift, seltner 
breit eiförmig, elliptisch, rhomboidal oder dreieckig. Bei der 
ersten und letzten Form ist die grösste Breite gleich an der 
Basis, bei den übrigr-n mehr oder weniger in der Mitte. Das 
obere Ende stumpf zugespitzt oder bogenförmig ; das untere 
abgestutzt oder in eine kürzere oder längere stumpfe Spitze 
auslaufend. Zahlreiche (5 — 20), schmale, oben stumpfwinklige 
oder bogenförmige Kammern mit schmalen , sehr niedrigen, 
kaum vorstehenden, dunkel durchscheinenden Scheidewänden. 
Die untersten bilden eine kleine, unregelmässige Spirale, die 



etwas stärker gewölbt ist, als die Umgebung. Bei den unten 
verlängerten Varietäten bildet sie die vortretende stumpfe Spitze. 
Die obern Kammern sind bei den herzförmigen Varietäten 
ganz umfassend. Der Rand der letzten Kammer eben, ge- 
kantet , der Seitenrand der übrigen zugeschärft. Oberfläche 
eben, aber matt, nicht glänzend. — Eine kleine Varietät von 
0,5 — 0,75'" Lä!:ge mit nur 2 — 4 Kammern wurde in den 
geogn. Skizz. II, p. 212 irrthümlich als Frondicularia crassa 
beschrieben. 

Frondicularia ovata Roemer scheint mit unserer Form 
identisch zu seyn, wenigstens gehört alles , was ich von Tyssa 
und aus Sachsen unter diesem Namen sah, hieher. 

Eine der verbreitetsten Formen. Sie geht beinahe durch 
alle Glieder unserer Kreideformation hindurch, obwohl sie vor- 
zugsweise den obern, kalkigen angehört. Sehr gemein ist sie 
im untern Plänerkalk von Kosstitz und Rannay , im Pläner- 
mergel von Kystra , Hochpetsch und Rannay und im Pläner- 
Sandstein von Zittolieb ; in geringerer Zahl findet man sie fast 
überall im Plänerkalk und Plänermergel. Selten ist sie da- 
gegen in den Konglomeratsehichten vom Borzen und aus den 
Schillingen bei Bilin, im Plänersandstein von Hradek und Trzi- 
blitz, im Grünsand von Neuschloss und Laun, im grauen Kalk- 
stein von Czencziz und im untern Quadersandstein von Tyssa. 
Auch unter den kleinen Petrefakten des Pyropensandes von 
Trziblitz habe ich sie angetroffen. 

2. Fl. ornata Reüss. — T. XIII, F. 48. 

Eine sehr zierliche Form, verkehrt eiförmig, oben breiter 
und kurz zugespitzt, unten gerundet, ziemlich dick. 7 — 9 
ungleiche Kammern ; die oberen winklicht gebrochen , halb- 
umfassend ; die unteren unregelmässig, in eine ziemlich grosse 
Spirale eingerollt; die erste Kammer klehi, rund, stark vor- 
ragend, eine abgeplattete hohe Scheibe darstellend. Die oberste 
Kammer ist schwach gewölbt. Die übrigen sind alle in der 
Mitte etwas eingedrückt , so dass über die Mitte des ganzen 
Gehäuses eine seichte breite Längsrinne herabläuft. Die Kam- 
mern sind durch sehr hohe, schmale Leisten gesondert, die 
fein gekörnt sind, was besonders regelmässig an den untern 
Kammern wahrzunehmen ist. Der Rand breit , in der Mitte 
tief längsgefurcht, setzt über alle Kammern fort. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

3. Fl. Baudouiniana d'Orbigny. — T. VIII, F. 36. 

d'Orbigny, 1. c. p. 24, T. II, F. 8—11. 

0,5 — 0,75"' lang und verhältnissmässig dick, besonders im 
untern Theile ; eiförmig, oben stumpf und kurz zugespitzt, 
unten zugerundet. Die Kammern weniger zahlreich, als bei 
Fl. rugosa, viel breiter, mit sehr hohen senkrechten Leist"n. 
Die letztern am obern Ende mehr oder weniger rugespitzt, 
stets stumpfwinklig ; die untern bogenförmig , gerundet. Die 
untersten , viel gewölbteren Kammern sind in eine vorwärts 
gerichtete Spirale eingerollt , welche stets regelmässiger und 
mehr involut ist, als bei Fl. rugosa. Der besonders in der 
untern Hälfte breite , ebene , gekantete Rand sezt auch über 
die Spirale fort. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 



33 



4. FI. riigosa d'Orbigny. — T. VIII, F. 31 — 34, 68; 
T. XIII, F. 49 — 53. 
d'Orbigny, 1. c. p. 23, T. II, F. 4, 5, 7. 

0,5 — 2'" lang, gleichmässig zusammengedrückt, stets dünner, 
als die vorige Art, trapezförmig oder mehr oder weniger breit 
oval, oben ziemlich stumpf zugespitzt, unten breit abgerundet 
oder in eine kurze stumpfe Spitze ausgezogen. Zahlreiche 
schmale Kammern mit sehr schmalen , ziemlich hohen , senk- 
rechten Leisten ; die obersten bogenförmig, mehr oder weniger 
umfassend , oben in einen Winkel endend , seltner gerundet ; 
die untersten sehr kleinen in eine vorwärts gerichtete, stets 
unregelmässige Spirale eingerollt. Bei manchen Exemplaren 
ist die Spirale sehr klein und undeutlich ; dann bilden die 
ersten Kammern eine mehr oder weniger langgezogene, stumpfe 
Spitze. Der Rand gekantet und bei unseren Exemplaren stets 
in der Mitte tief längsgefurcht, umgibt auch die Spirale. Die 
Oberfläche sehr rauh. 

Junge Exemplare haben keine winkligen Kammern, sondern sind 
in ihrer ganzen Ausdehnung mehr oder weniger spiraI(F. 52, 53). 

Ist im untern Plänerkalk von Kosstitz sehr gemein, selten 
im Plänermergel von Luschitz, Priesen und Rannay. 

Cristellaria d'Ohbigny. 

1. Cr. complaiiata Reuss. — T. XIII, F. 54. 

Ist ein Übergangsglied zwischen den Gattungen Marginu- 
lina und Cristellaria , so dass man sie mit demselben Rechte 
zu jeder von beiden rechnen könnte. Von der andern Seite 
nähert sie sich auch sehr den Flabellinen. Sie ist 0,5 — 0,75'" 
lang, schmal dreiseitig, unten massig gebogen, so dass die 
untersten Kammern nicht ganz eine Spirahvindung bilden. 
Von den Seiten ist sie ganz flach zusammengedrückt ; der 
Rücken scharf, aber nicht schneidend, die Bauchseite wenig 
breiter, in der Mitte der Länge nach seicht gefurcht. 10 — 
12 sehr niedrige, stark gebogene Kammern, welche alle fast 
bis zum Centrum der Spira reichen und deren Begrenzung 
aussen durch sehr schmale niedrige Leistchen angedeutet wird, 
die dem Rücken zunächst zuweilen zu länglichen Knötchen 
anschwellen. Die sehr schmale gebogene Mundfläche der letzten 
Kammer trägt an dem obern Winkel die sehr kleine runde 
Öffnung. Die erste, sehr kleine Kammer ist mitunter etwas 
angeschwollen. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

2. Cr. recta d'Orbigny. — T. XIII, F. 55. 

d'Orbigny, I. c. p. 28, T. II, F. 23—25. 

Diese kaum mehr als 0,5'" lange Spezies gehört, gleich 
der vorigen, zu den Arten, welche wegen der geringen spiral- 
förmigen Windung und des gestreckten Baues der Gattung 
Marginulina nahe stehen. Sie ist schmal, lanzettförmig, mehr 
als viermal so lang als breit, fast gerade; nur die untersten 
Kammern sind etwas eingerollt und bilden eine halbe Spiral- 
windung. Der Rücken ist winkelig, aber nicht scharf, die 
Bauchseite breiter, flach oder selbst in der Mitte der Länge 
nach etwas eingedrückt. 10 sehr niedrige und schiefe, spitz- 

Reuss, VersBeiiieninQen. 



winklige Kammern, von denen nur die drei obersten das Centrum 
der Spirale nicht berühren. Nur die lezte Kammer ist von 
der nächsten durch eine schwach, aber deutlich vertiefte Naht 
gesondert. Die Grenzen der übrigen sind nur durch durch- 
scheinende Linien angedeutet. Die Mundfläche der lezten 
Kammer ist wenig gewölbt und sehr schief gegen die Bauch- 
seite abschüssig. Die kleine runde Öffnung mit einem Kranze 
sehr feiner und kurzer Strahlen umgeben. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 



3. Cr. limbata Reuss. 



T. xm, F. 56. 



Steht in der Form einigermassen der Vorigen nahe. Sie 
ist nur 0,5 — 0,75'" lang, scheidenförmig, schwach gebogen, 
von den Seiten stark zusammengedrückt. Wenige Kammern, 
von denen die obersten vier die Spira nicht erreichen. Sie 
sind schief und durch deutlich vertiefte Nähte gesondert. Die 
unteren, eine halbe Spirale bildenden Kammern sind dagegen 
äusserlich gar nicht begrenzt. Der Rücken ist gerundet ; an 
ihm läuft vom Ende der letzten Kammer bis fast zum Ende 
der Spira ein scharfer , flacher , ziemlich breiter Saum herab, 
welcher durch vertiefte Querlinien fein gekerbt ist. Die Mund- 
fläche der letzten Kammer ist schräg abschüssig und gewölbt, 
die Bauchseite der übrigen Kammern breit und sehr wenig 
konvex. Die Oberfläche glatt und glänzend. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

4. Cr. deiiticulata Reuss. — T. VIII, F. 12. 

Planularia denticulata Reuss, geogn. Skizz. II, 
p. 211. 

0,5'" lang, schmal scheidenförmig, oben sehr schräg ab- 
geschnitten, unten vorwärts eingerollt, seitlich zusammengedrückt, 
im Querschnitte schmal und lang dreieckig , am Rücken mit 
scharfem, sehr fein gezähneltem Kiele. 7 — 8 niedrige, schiefe, 
sehr wenig gewölbte Kammern, deren untere spiralförmig ein- 
gerollt sind. Die Nähte kaum bemerkbar, wenig gebogen. 
Die Mundfläche der lezten Kammer schwach gewölbt mit klei- 
ner runder Mündung an der Rückenkante. 

Sehr selten im untern Plänerkalke von Kosstitz. 

5. Cr. intermedia Reuss. — T. XIII, F. 57, 58. 

Der Umriss dieser seltenen, 0,5 — 0,75'" langen Spezies 
ist eiförmig oder nierenförmig , unten breit gerundet , oben 
kurz zugespitzt. Von den Seiten ist sie stark zusammengedrückt, 
so dass der Querschnitt schmal elliptisch wird. Rücken- und 
Bauchseite nicht scharf, sondern schwach gerundet. 6 — 7 
etwas gebogene grosse Kammern, welche, die obersten 2 — 3 
abgerechnet, alle zum Centrum der Spira reichen. Diese ist 
bald sehr kurz, bald etwas nach vorn verlängert und über den 
senkrechten Theil des Gehäuses vorragend. Alle Kammern 
sind durch schwach vertiefte Nähte begrenzt. Die Mundfläche 
der letzten Kammer ist stark abschüssig, schwach gewölbt und 
trägt auf einem kleinen angeschwollenen Knötchen an der 
Rückenkante die kleine runde Mündung. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz und Rannay. 



34 



6. Cr. tiiiingularls d'Orbigny. — T. VIII, F. 48. 

d'Orbigny, 1. c. p. 27, T. II, F. 21, 22. 

0,25 — 1,25'" lang, dreieckig, sehr gewölbt, glatt und 
glänzend. Der Rücken gekielt, schneidig. 7 — 8 ziemlich 
grosse, etwas gebogene Kammern ; die untern spiralförmig nach 
vorn eingerollt, die 3 — 4 obersten die Spirale nicht erreichend, 
sondern gerade gestreckt. Die Nähte an der Oberfläche nicht 
vorstehend , nur dunkel durchscheinend. Die Bauchfläche 
schwach quer konkav. Die Mundfläche der lezten Kammer 
schwach gewölbt mit kleiner Mündung an der Rückenkante. 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Rannay und Brozan. 

7. Cr. navicula d'Orbigny. — T. XII, F. 27. 

d'Orbigny, 1. c. p. 27, T. II, F. 19, 20. 

Sehr klein, 0,33 — 0,5'" lang, länglich dreiseitig, gewölbt, 
glatt und glänzend, am Rücken scharf gekeilt. 8 — 10 sehr 
niedrige, etwas gebogene Kammern, die alle zum Centrum der 
Spira reichen und durch keine deutlichen Nähte gesondert sind. 
Die untersten sind zu einer sehr kleinen Spirale, die nur ein 
Vieriheil der ganzen Länge des Gehäuses misst , eingerollt. 
Die Mundfläche der lezten Kammer sehr lang, gebogen, stark 
abschüssig, gewölbt. Die kleine Mündung ist von einem sehr 
feinen und kurzen Strahlenkranze umgeben. 

Ziemlich selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 

8. Cr. rotulata d'Orbigny. — T. VIII, F. 50, 70; 

T. XII, F. 25. 
d'Orbigny, 1. c. p. 26, T. II, F. 15 — 18. 
Lenticulites rotulata Lamk. Ann. d. Mus. V, 

p. 188; VIII, T. LXII, F. 11; Eneycl. meth. T. 

CCCCLXVI, F. 5. 
Lenticulina rotulata Parkinson, org. rem. T. 11, 

F. 4. — Blainville, malacol. p. 389. 
Nautilus Comptoni Sowerby, M. C. T. 121. 
Lenticulites Comptoni Nilsson, 1. c. p. 7, T. II, 

F. 3. 
Robulina Comptoni Roemer, 1. c. p. 99, T. XV, 

F. 34. — Geinitz, I. c. p. 43, T. XVII, F. 24. 

— Reuss, geogn. Skizz. II, p. 158. 
Robulina crassa Roemer , 1. c. p. 98 , T. XV, 

F. 32. 

0,25 — 2'" gross, kreisrund oder breit-oval, scheibenförmig, 
gewölbt mehr oder weniger, je nachdem die helle Nabelscheibe 
mehr oder weniger konvex und gross ist. Manchmal ist sie 
diess in hohem Grade, welche Varietät dann von Roemer mit 
dem Namen Robulina crassa belegt wird. Sie kann jedoch keine 
eigenthümliche Spezies darstellen, da sich die unzweideutigsten 
Uebergänge beobachten lassen. Besonders stark ist die Convexität 
bei den kleinen jugendlichen Individuen und scheint dann mit 
dem Alter abzunehmen, obwohl es auch sehr gewölbte grosse 
Exemplare gibt. Der Rücken ist ringsum scharf gekielt, oft- 
mals selbst schmal geflügelt. Zahlreiche (20 — 24) schmale, 
etwas gebogene Kammern, welche in einer r?gelmässigen Spi- 
rale von zwei Windungen geordnet sind; im letzten Umgange 
10—12. Die erste oder innerste Kammer ist kreisförmig, bald 
grösser, bald kleiner (F. 70). Die etwas nach rückwärts ge- 
bogenen Scheidewände scheinen bald nur mit dunkler Farbe 



durch , bald stehen sie als erhabene Linien oder selbst als 
schmale , scharfe Falten hervor. Die Mundfläche der lezten 
Kammer schmal dreieckig, an den Seitenrändern etwas vertieft, 
bei alten Individuen beinahe linear, mit deutlicher runder 
Mündung an der Rückenkante. Die Oberfläche glatt und 
glänzend. 

Findet sich fast in allen Schichten der Kreideformation 
verbreitet, besonders aber in den obern kalkigen Schichten. 
An manchen Orten ist sie in ungeheurer Menge zusammen- 
gehäuft, z. B. im untern Plänerkalk von Kosstitz , wo manche 
Schichtenablösungen mit ihr und andern Rhizopoden, mit klei- 
nen Cytherinen, mit Terebratula gracilis v. Schloth. (T. ornata 
Roemer) , kleinen Austern (0. vesicularis , lateralis , hippopo- 
dium, minuta u. s. w.), Cidaritenstacheln, Haifischzähnen u. s. w. 
dicht bestreut sind. Auch der Plänermergel enthält sie überall 
häufig. Seltner dagegen kommt sie in den Conglomeratschichten, 
im Plänersandstein , im Grünsand von Laun und Neuschloss, 
im grauen Kalkstein von Czencziz vor. 

9. Cr. lob ata Reuss. — T. XIII, F. 59. 

Kreisförmig, konvex. Die 2 — 4 letzten Kammern sind 
stärker gewölbt als die übrigen und durch tiefe Nähte geson- 
dert. Die tibrigen sind ganz eben und von aussen beinahe 
nicht zu unterscheiden. Der Rücken ist scharf, gekielt; die 
ziemlich grosse Nabelscheibe flach gewölbt und zum Theile 
durch die Lappen der letzten Kammern verdeckt. Die JMund- 
fläche der lezten Kammer stark gewölbt, verkehrt herzförmig, 
rauh , trägt an der Rückenkante auf einer kurzen , röhrenför- 
migen Verlängerung die grosse runde oder etwas längliche 
Mündung. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz , häufiger bei 
Rannay und Brozan. 

10. Cr. ovalis Reuss. — T. VIII, F. 49; T. XII, F. 19; 

T. XIII, F. 60, 61, 62, 63. 

REUS.S, geogn. Skizz. II, p. 213. 

0,25 — 0,5'" lang, breit eiförmig oder fast halbkreisförmig, 
die älteren Individuen stark gewölbt, zuweilen im untern Theile 
fast kugelig, mit grosser glänzender Nabelscheibe. 5 — 6 schwach 
gebogene Kammern , die alle zum Centrum reichen und eine 
einfache Windung bilden. Ihre Nähte sind äusserlich weder 
vertieft, noch erhaben, sondern scheinen nur als dunkle Linien 
durch. Die erste Kammer ist die grösste, rund, mehr oder 
weniger aufgeblasen und liegt gerade unter der Nabelscheibe. 
Der Rücken ist scharf, bei jungen Individuen gekielt; mit zu- 
nehmendem Alter und wachsender Wölbung der Nabelscheibe 
wird er immer stumpfer. Die Schärfe des Rückens umgibt 
aber nicht die ganze Spirale wie bei Cr. rotulata und lobata ; 
sondern die Bauchseite der untersten Kammern ist breit, ge- 
wöhnlich flach, seltner etwas gewölbt oder auch in der Mitte 
etwas vertieft. Die Mundfläche der letzten Kammer dreiseitig, 
in der Mitte gewöhnlich etwas vertieft; selten zeigt sich eine 
tiefere dreieckige Depression an ihrer Basis (T. XII, F. 19). 
An der Rückenkante der Mundfläche steht auf einem kleinen 
Höcker die ziemlich grosse runde Öffnung, umgeben von einem 



35 



kurzen Sirahlenkranze. Die Oberfläche des Gehäuses glatt 
und glänzend. 

Ziemlich häufig im obern PläneriiaHi von Kutschlin und 
Kröndorf, im untern von Kosstitz, im Plänermergel von Luschitz, 
Priesen, Wollenitz, Rannay, Brozan. 

Nonionina D''ORBiG>nr. 

1. N. compressa Roemer. — T. VIII, F. 51. 
RoEMER, 1. c. p. 99, T. XV, F. 33. 

Breit eirund, fast kreisrund, auf einer Seite konvexer als 
auf der andern, glatt, mit schmalem, ziemlich scharfem, aber 
nicht gekieltem Rücken und schwach vertieftem Nabel. 10 — 12 
schmale Kammern, deren schwach gebogene Scheidewände un- 
deuthch durchscheinen. Die Mundfläche der letzten Kammer 
schmal dreieckig, wenig vertieft, besonders an den Seitenrändern. 
Die Länge' des Gehäuses misst 0,25 — 0,5"'. 

Nicht häufig im Plänerkalk von Hundorf, Kutschlin, im 
untern Plänerkalk von Kosstitz ; hie und da im Plänermergel, 
z. B. bei Priesen, Horzenz. 

S p i r 1 i n a Lajiarck. 

1. Sp. inaequalis Roemer. — T. VIII, F. 62 — 

66, 75. 
Roemer, 1. c. p. 98, T. XV, F. 29. — Geinitz, 1. c. 

p. 70. 
Spirolina lagenalis Roemer, 1. c. p. 98, T. XV, 

F. 28. 

2 — 3'" lang, an der Oberfläche sehr rauh, grob punktirt; 
flaschenförmig oder von der Form eines Bischotstabes, walzen- 
förmig oder seitlich etwas zusammengedrückt. Jlehr oder 
weniger zahlreiche Kammern, fast stets breiter als hoch. Die 
untersten (5 — 12) bilden eine unregelmässige Spirale, die ge- 
wöhnlich zusammengedrückt, selten kugelig ist. Die andern 
4—8 Kammern liegen in einer geraden Linie und bilden einen 
zylindrischen Fortsatz, der bald aus der Mitte, bald aus einer 
Seite der Spirale entspringt. Mitunter sind die Kammern sehr 
unregelmässig gestaltet, verschoben, gespalten ; im gewöhnlichen 
Falle ist ihre obere und untere Fläche ziemlich parallel. 

Häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz, seltner im obern 
von Kutschlin und Kröndorf. 

b. Ammonoiden. 

Operculina »'Orbicnv. 

1. O. cretacea Reuss. — T. XIII, F. 64, 65. 

Diese 0,5 — 1,5'" grosse, kreisrunde oder breit elliptische 
Art steht der 0. incerta d'Orb. aus dem Tertiärsande von 
Baden bei Wien nahe; nur ist sie noch dünner. 10 — 15 
sehr schmale und wenig konvexe spirale Umgänge sind in 
einer Ebene dicht eingerollt und nur wenig involut, so dass 
jede an der Innern Seite nur eine schwache Längsfurche zeigt, 
welche die nächstinnere "Windung aufnimmt. Gegen das Centrum 
hin werden die Umgänge schmäler und dünner, so dass das 
scheibenförmige Gehäuse gegen die Mitte hin beiderseits flach 



vertieft wird. Die Mündung eine schmale halbmondförmige 
Querspaltc zunächst der vorlezten Windung. Die Oberfläche 
des Gehäuses rauh. 

Nicht häufig im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

c. Turhinoiden. 
Rotalina d'Ohbigny. 

1. R. nitida Reuss. — T. VIU, F. 52; T. XII, F. 8, 20. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 214. 
?R. turgida v. Hagenow in Leonh. u. Brgnn's 
Jahrb. 1842, p. 570, T. IX, F. 22. 

0,165 — 0,35'" gross, verkehrt kurz -konisch oder halb- 
kugelig, fast eben so hoch als breit, glänzend, glatt, oben fast flach, 
unten sehr gewölbt, beinahe kugelförmig mit sehr kleiner 
Nabelvertiefung. Das Gewinde kaum vorstehend, aus drei 
schmalen Umgängen bestehend , deren letzter etwas knotig 
ist. Dieser mit 6 hohen, schmalen, massig gewölbten Kammern, 
die durch schwach vertiefte , wenig schiefe Nähte gesondert 
sind. An manchen Exemplaren treten jedoch die Nähte deut- 
licher hervor und dann ist der innere Rand des letzten Umgangs 
lappenartig eingeschnitten (T. XII, F. 20). Die lezte Kammer 
besonders hoch und stark gewölbt. Der Rücken des Gehäuses 
gewölbt, zuweilen in Form einer abgerundeten Kante vorstehend. 
Mitunter ist die Spira selbst etwas eingesenkt (T. XII, F. 8). 

Häufig im Plänermergel von Luschitz , Brozan , Rannay, 
Patek, Kautz, Horzenz; sehr vereinzelt im untern Plänerkalk 
von Kosstitz. 

2. R. lenticula Reuss. — T. XII, F. 17. 

Sehr klein, 0,12 — 0,2'" im Durchmesser haltend, kreis- 
rund, an der Peripherie eine gerundete Kante bildend, oben 
sehr wenig gewölbt , fast flach , unten stärker konvex , jedoch 
viel weniger, als die vorige Art. Ohne Nabel, indem 
derselbe durch eine kleine zungenförmige Verlängerung der 
letzten Kammer verdeckt wird. 2i Umgänge , die äusserlich 
fast nicht gesondert sind ; nur das Ende des letzten Umganges 
ist durch eine schwache Naht geschieden. Die Kammern sind 
gebogen, ziemlich hoch ; ihre Grenzlinien sind aber nur bei 
starker Vergrösserung und dann noch undeutlich wahrzunehmen. 
Oberfläche glatt und glänzend. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz, Brozan und 
Rannay. 

3. R. polynaphes Reuss. — T. XII, F. 18. 

Sehr klein, 0,15 — 0,2'" im Durchmesser haltend, kreis- 
rund, an der Peripherie stumpf gekantet ; die obere Seite fast 
ganz flach , die untere schwach gewölbt , noch schwächer als 
bei der vorigen Spezies und sehr eng genabelt. 2i — 3 Um- 
gänge mit 14 — 15 sehr schiefen, schmalen gebogenen Kammern, 
die an den äusseren zwei Windungen durch schwache , aber 
deutliche Nähte , an der ersten aber nur durch sehr feine 
Linien gesondert sind. Auf der untern Fläche verlaufen die 
Nähte weniger schief. Die Oberfläche des Gehäuses glatt und 
glänzend. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 



36 



i. R. Miclieliuiana d'Orbigny. — T. XII, F. 31. 
d'Orbigny, 1. c. p. 31, T. III, F. 1, 2, 3. 

0,2 — 0,25'" im Durchmesser haltend, kreisförmig, fast 
eben so hoch als breit, oben ganz flach, zuweilen selbst seicht 
konkav, unten konisch gewölbt, an der Peripherie scharf ge- 
kielt. Das Gewinde flach abgestutzt, aus 2i — 3 sehr wenig 
deutlichen Umgängen bestehend. Die Kammern sind nur am 
letzten Umgänge zu unterscheiden und selbst dort ist ihre 
Begrenzung nur durch Linien angedeutet. Uebrigens sind sie 
breit, schief, etwas gebogen. Die Nähte laufen auf der obern 
Fläche bogenförmig, auf der untern gerade. Kein Nabel. Die 
Öffnung eine Längsspalte an der Mitte des Innern Randes der 
letzten Kammer, sehr lang und sich fast bis zum obern Theile 
der Kammer erstreckend. 

Nicht selten mit den Vorigen. 

Rosalina d^Orbigny. 

1. R. ammonoides Reuss. — T. VIII, F. 53 (mala); 

T. XIII, F. 66. 

Reuss, geogn. Skizz. 11, p. 214. 

0,163 — 0,45'" im Durchmesser haltend, kreisrund, schei- 
benförmig, stark niedergedrückt ; oben in der Mitte schwach 
vertieft, unten flach gewölbt , stark genabelt , im Umfange ge- 
rundet. Das Gewinde schwach konkav, aus drei schnell ab- 
nehmenden, sehr deutlichen Umgängen bestehend ; der letzte 
mit 7 — 9 Kammern. Sie sind oben niedergedrückt, an der 
äussern Seite gerundet, die innersten sehr flach ; alle schmal, 
schief, bogenförmig gekrümmt. Unten gegen den Nabel hin 
läuft jede in eine sehr kleine , die benachbarte zum Theil 
deckende, zungenförmige Spitze aus. Nur am letzten Umgange 
sind die selir seichten Nähte sichtbar; sie laufen oben bogen- 
förmig gekrümmt, auf der untern Fläche mehr gerade. Auf 
den Innern Windungen ist die Begrenzung der Kammern nur 
durch schwache Linien angedeutet. Die lezte Kammer ist zu- 
weilen unten ziemlich stark gewölbt, wie aufgeschwollen. — 
Ist der Rosalina Lorneiana d'Orb. ähnlich , unterscheidet sich 
aber durch die zahlreicheren, sehr schmalen, flachen, weniger 
schiefen Kammern und die sehr seichten Nähte. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz, Rannay, Kystra 
und Brozan. 

2. R. monilifonnis Reüss. — T. XII, F. 30 (mala); 

T. XIII, F. 67. 
Reüss, geogn. Skizz. II, p. 214. 

Diese 0,25 — 0,5"' grosse Spezies unterscheidet sich von 
der Vorigen schon beim ersten Anblick durch viel grössere 
Dicke des gewölbteren Gehäuses. Auch ist es viel stärker 
involut, so dass von der innern Windung nur ein sehr kleiner 
Theil zu sehen ist. Beide Flächen sind ziemlich gleich ge- 
wölbt ; die Spira stark vertieft, die untere Fläche tief genabelt. 
Der Rücken ist hoch gewölbt. Auf den lezten Umgang kom- 
men 6 — 7 etwas schiefe und gebogene Kammern , von denen 
die äussersten stark gewölbt und durch tiefe Nähte von ein- 
ander getrennt sind , die auf der untern Fläche gerade 



verlaufen. Die übrigen Kammern haben nur sehr schmale 
und seichte Nähte, während die der innern 2 Umgänge kaum 
wahrnehmbar sind. Die vordere Fläche der lezten Kammer 
ist stark gewölbt, rundlich und etwas höher als breit und über 
der Mitte zur Aufnahme der nächsten Windung ziemlich tief 
ausgeschnitten. Die Oberfläche des Gehäuses ist mit dicht- 
stehenden Grübchen bedeckt, wodurch sie rauh und glanzlos 
erscheint. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 

3. R. marginata Reüss. — T. VIII, F. 54,74; T. XIII, 
F. 68. 

0,25 — 0,6'" gross, kreisrund, sehr niedergedrückt, scheiben- 
förmig. Das Gewinde sehr wenig erhaben, aus zwei Umgängen 
bestehend; der lezte mit 6 Kammern. Im Ganzen 10 — 12 
Kammern, oval, sehr .schief, bogenförmig. Jede ist auf der 
obern Fläche am äussern Rande mit einem sehr schmalen, 
erhabenen Saume eingefasst , in der Mitte sehr flach gewölbt 
oder selbst seicht konkav ; an der untern Fläche sind sie 
massig gewölbt und durch wenig tiefe Nähte gesondert , die 
viel weniger schief verlaufen, als auf der obern Fläche. Der 
äussere Umfang der Kammern senkrecht abgestutzt. Die untere 
Fläche weit genabelt. Die Oberfläche des ganzen Gehäuses 
mit kleinen Spitzen dicht übersäet. T. VIII, F. 54 stellt einen 
Steinkern dar. 

Äusserst häufig im Plänermergel von Luschitz, Rannay, 
Brozan, Kautz, seltner in dem von Kystra, im unteren Pläner- 
kalk von Kosstitz und im obern von Kutschlin. 

Globigerina d'Orbigny. 

1. Gl. cretacea d'Orbigny. — T. VIII, F. 55. 

d'Orb. 1. c. p. 34, T. III, F. 12, 13, 14. 

0,25 — 0,4'" gross, kreisförmig, niedergedrückt, mit rauher, 
punktirter Oberfläche. Das Gewinde sehr niedrig , kaum vor- 
stehend, mit drei sehr deutlichen, schnell an Dicke zunehmen- 
den Windungen und grossem tiefem Nabel an der Basis. 13 
— 16 Kammern, 5 — 6 in letztem Umgange, selir gewölbt, fast 
kugelig, wenig niedergedrückt, durch tiefe Nähte — förmliche 
Einschnürungen — gesondert. Eine grosse rundliche Mündung 
an der letzten Kammer im Nabel selbst. 

Ziemlich selten im untern Plänerkalk von Kosstitz , im 
Plänermergel von Luschitz, Kautz, Rannay, Patek , Wollenitz, 
Brozan. 

2. Gl. trochoides Reuss. — T. XII, F. 22. 

0,4 — 0,5"' im Durchmesser haltend, sehr gewölbt, fast 
kugelig. Gewinde kegelförmig, aus vier Umgängen bestehend, 
deren unterster 3 — 4mal so hoch ist als die übrigen drei 
wenig deutlichen zusammengenommen. Jeder mit 3^ Kammern. 
Die des letzten Umganges gross, kugelig, nehmen nach aufwärts 
äusserst schnell an Grösse ab, so dass die übrigen Windungen 
sehr klein und undeutlich sind. Die des ersten Umganges 
ausgenommen , werden sie durch sehr wenig vertiefte Nähte 
geschieden. Die lezte Kammer vollkommen kugelförmig, sehr 



37 



gross, dem ganzen übrigen Gehäuse an Grösse gleichkommend. 
Kein Nabel. Die Oberfläche nur mit sehr feinen Rauhigkeiten 
bedeckt. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

Truncatulina d'Orbignt. 

1. Tr. laevigata Roemer. — T. VIII, F. 71 (pessima); 
T. XIII, F. 47. 
Roemer, 1. c. p. 97, T. XV, F. 23. 

Sehr klein, dem unbewaffneten Auge kaum sichtbar, oval 
vierseitig. Das Gewinde ganz flach und stets fest angewachsen, 
so dass es ohne Zerstörung nicht gelöst werden kann. Die 
obere FJäche gewölbt, mit 4 breit ovalen konvexen Kammern, 
welche durch tiefe Nähte geschieden sind. 

Häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

V a 1 V u 1 i n a d'Orbigny. 

1. V. spicula Reüss. — T. XIII, F. 69. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 214. 

0,2 — 0,3'" lang, länglich eiförmig, fast walzenförmig, 
zweimal so lang als breit. Das Gewinde stumpf, l^mal so 
lang, als die letzte Windung. 5 — 6 niedrige Windungen mit 
deutlichen, schwach vertieften Nähten. Jede Windung mit 4 
wenig gewölbten, etwas schiefen Kammern , die an der Ober- 
fläche fast vierseitig sind und schuppenartig über einander zu 
liegen scheinen. Die letzte Kammer ist etwas mehr gewölbt 
und oben abgestutzt. Die Klappe an der Mündung rundlich- 
eiförmig, niedergedrückt. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz, Palek und 
Rannay. 

Bulimina d''Orbigny. 

1. B. variabilis d'Orbigny. — T. Vni, F. 56, 76, 77. 
d'Orb. 1. c. p. 40, T. IV, F. 9 — 12. 

0,25 — 1'" lang, fast eben so breit, beinahe kugelig oder 
breit eiförmig , unten gerundet , oben abgestutzt. Die wenig 
Eahlreichen Kammern niedrig, breiter als hoch, an den Seiten 
stark gewölbt, durch schwach vertiefte Nähte geschieden. Die 
letzte Kammer am grössten, oben abgeplattet, ihre zwei stum- 
pfen Enden nach Art eines Hufeisens gegen einander gebogen, 
so dass zwischen ihnen die ziemlich grosse ovale Mündung 
liegt. Die ersten Kammern bilden eine unregelmässige kurze 
Spirale, deren stumpfes Ende aufwärts und seitwärts bis zu 
dem einen Seitenende der letzten Kammer gebogen ist , das- 
selbe zum Theil umfassend. Selten ist die Spirale gerade 
gegen die Mitte der lezt-'n Kammer aufgerollt, so dass alle 
Kammern in einer Ebene liegen (F. 76), oder sie ist ganz 
seitwärts gerichtet und in ihrer ganzen Ausdehnung sichtbar 
(F. 77). Die letzten 3 — 4 Kammern dagegen stehen in ge- 
rader Linie über einander. Die Oberfläche ist rauh, fein 
punktirt. 

Häufig im Obern Plänerkalk von Kutschlin, im untern 
von Kosstitz, im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Postelberg, 



Wollenitz, Kystra, Rannay, Brozan ; nur einmal gefunden in 
den hornsteinartigen Konglomeratschichten vom Borzen bei 
Bilin. 

2. B. truncata Reuss. — T. VIII, F. 73. 

Reüss, geogn. Skizz. II, p. 215. 

0,166 — 0,33'" lang, länglich-eiförmig, rauh, massig gewölbt. 
Gewinde konisch , unten stumpf zugespitzt, mit 5 — 6 drci- 
kammerigen Umgängen. Die Kammern wenig gewölbt, breit, 
aber niedrig, durch kaum sichtbare Nähte getrennt. Die letzte 
Kammer sehr breit , oben schräg abgestutzt und eine flache, 
kaum vertiefte Scheibe bildend, die das Gewinde fast in seinem 
ganzen Umfange bedeckt und in der Mitte des Randes eine 
ovale Spalte hat. — Sehr ähnlich der B. obtusa d'Orb. (I. c. 
T. IV, F. 5, 6). 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz und im untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

3. B. Ovulum Reuss. — T. VHI, F. 57; [T. XIII, 

F. 73. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 215. 

0,122 — 0,2"' lang und nicht mehr als halb so breit, 
verkehrt eiförmig-elliptisch, unten zugespitzt, oben stumpfer, 
massig gewölbt. Vier Windungen, die durch seichte, aber 
deutliche Nähte getrennt sind. Die letzte so hoch oder höher 
als alle übrigen. Jeder Umgang mit drei wenig gewölbten 
breiten, dachziegelförmig auf einander liegenden Kammern, 
welche deutliche Nähte zwischen sich haben. Die letzte Kam- 
mer ebenfalls wenig gewölbt, mit schmaler, abschüssig ge- 
wölbter, oberer Fläche; die Mündung eine schmale Spalte 
senkrecht auf den obersten Theil des Innern Randes. Ober- 
fläche glänzend und glatt. 

Häufig im Plänermergel von Luschitz, Rannay und Brozan. 

4. ß. Miirchisoniana d'Orbigny. — T. VHI, F. 69, 

72; T. XIII, F. 70. 
B. tumida Reuss, geogn. Skizz. II, p. 215. 

0,2 — 1'" lang, wenig schmäler, breit eiförmig, stark ge- 
wölbt, bauchig, oben gerundet, unten stumpf zugespitzt. Das 
konische Gewinde deutlich, mit 5 — 6 Windungen, auf deren 
jede drei Kammern kommen. Die lezten Kammern gross, 
kugelig gewölbt, durch tiefe Furchen getrennt. Die ersten 
Kammern sehr klein, wenig gewölbt, mit undeutlichen Nähten. 
Die letzte Windung eben so hoch als das übrige Gewinde. 
Die Öffnung eine eiförmige Spalte senkrecht auf die Mitte des 
Innern Randes der letzten Kammer. Oberfläche sehr fein rauh. 

Selten im Plänerkalk von KutschUn, im untern Plänerkalk 
von Kosstitz und im Plänermergel von Luschitz. 

5. B. intermedia Reuss. — T. XIII, F. 71. 

Steht der Vorigen nahe, unterscheidet sich aber von ihr 
durch die kürzere , gedrängtere Eiform , die grössere Breite, 
welche der Länge fast gleichkömmt, das viel kürzere, weniger 
deutliche Gewinde, dessen letzter Umgang die übrigen 3 — 4 
an Länge beinahe übertrifft. Jeder Umgang besteht aus drei 



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Kammern; die des lezten Umganges sind sehr gross, aufgebla- 
sen, ]vii:elförmig, aber nicht durch so tiefe Nähte geschieden, 
wie bei B. Murchisoniana ; die übrigen sind klein , massig ge- 
wölbt , durch schwache Nähte gesondert. Die Mündung ist 
eine kleine schmale Spalte senkrecht auf die Spira. 

Ziemlich selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 

6. B. Preslii Reüss. — T. XIII, F. 72. 

0,25 — 0,33'" lang, sehr breit eiförmig, eben so breit als 
lang, oben gerundet, unten stumpf zugespitzt. 5 Windungen, 
die durch deutliche schwach vertiefte Linien getrennt sind 
und deren lezte so hoch ist, als das gesammte übrige Gewinde. 
Auf jeden Umgang kommen 4 Kammern, welche schmal und 
wenig gebogen sind. Die obere Fläche der letzten Kammer 
fast eben. Die Mündung ein grosser halbmondförmiger Aus- 
schnitt in der Mitte des Innern Randes der letzten Kammer. 

Häufig im Plänermergel von Luschitz, Rannay und Brozan, 
seltner im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

7. B. d 'Orbig 11 yi Reüss. — T. XIH, F. 74. 

Ist die grösste unserer Buliminen , indem sie die Länge 
von 1,5'" erreicht, und ähnelt etwas der B. obliqua d'Orb. 
(1. c. p. 40, T. IV, F. 7, 8). Sie ist lang eiförmig, oben 
gerundet, unten stampf zugespitzt. Das hohe Gewinde, das, 
wie bei allen zuvor beschriebenen Arten, bald recht-, bald 
linkseitig ist, besteht aus 6 deutlichen Umgängen, deren letzter 
ein Drittheil der Länge des ganzen Gehäuses nicht übersteigt. 
Auf jeden Umgang kommen vier massig gewölbte, sehr schmale, 
stark gebogene, durch tiefe Nähte getrennte Kammern. Die 
lezte Kammer ist an der obern nierenförmigen Fläche fast 
eben und nur zunächst der kurzen halbmondförmigen Mündung 
wenig vertieft. Die Oberfläche sehr rauh. 

Ziemlich häufig im Plänermergel von Luschitz, Kystra 
und Brozan. 

Verneuilina d'Orbigpjy. 
1. V. Broniiii Reuss. — T. XII, F. 5. 

0,33 — 0,4'" lang, verkehrt dreiseitig-pyramidal, nicht viel 
länger als breit, oben abgestutzt, massig gewölbt, nach unten 
sich allmählig verschmälernd und in einer stumpfen Spitze 
endigend. Dreiseitig mit ganz ebenen, nur in der Mitte wenig 
vertieften Seitenflächen und ziemlich scharfen Kanten. 6 — 7 
Spirale Umgänge, jeder mit 3 Kammern, welche in drei pa- 
rallelen geraden Reihen über einander liegen und sich zum 
Theil decken. Die alternirenden und in der Mitte der Seiten- 
flächen zusammenstossenden Kammern an den Seiten gar nicht 
gewölbt, dreiseitig, niedrig, schräg, durch sehr undeutliche 
Nähte , die nur bei starker Vergrösserung und hellem Lichte 
erkennbar sind, gesondert. Die des letzten Umganges höher, 
besonders die letzte, welche oben ziemlich gewölbt, gerundet 
ist. Die Öffnung eine Spalte am Innern Rande der letzten 
Kammer , einer der Seitenflächen des Gehäuses parallel. Die 
Oberfläche rauh. 

Ziemlich selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 



Gaudryina d'Orbignt. 

1. G. rugosa d'Orbigny. — T. XII, F. 15, 24. 
d'Orb. 1. c. IV, I, p. 44, T. IV, F. 20, 21. 

0,5 — 0,75'" lang, länglich kegelförmig, oben abgestutzt, 
unten zugespitzt, an der Oberfläche sehr rauh. Die jungen 
Individuen (F. 24) sind dreiseitig pyramidal, scharf dreikantig, 
mit ebenen oder in der Mitte schwach vertieften Seitenflächen 
und fein krenulirten Kanten. Ihre Kammern niedrig dreiseitig, 
schräg, drei einen Umgang der Spirale bildend und um drei 
parallele Längenaxen über einander liegend , 6 — 7 in jeder 
Reihe ; die Nähte kaum und nur bei hellem Lichte und starker 
Vergrösserung bemerkbar. Die obere Fläche der letzten Kam- 
mern schwach gewölbt; am innern Rande der lezten Kammer 
die grosse halbmondförmige Öffnung, parallel einer der Seiten- 
flächen des Gehäuses liegend. 

Bei älteren Individuen ist nur der untere Theil dreiseitig 
Spiral. Die Kammern des obern Theiles (1 — 3 auf jeder Seite) 
sind zweizeilig, alternirend , viel grösser, etwas niedriger als 
breit , an den Seiten stark gewölbt und durch tiefe Nähte ge- 
sondert. Die letzte Kammer oben stark gewölbt, halbkugelig 
mit grosser ausgeschnittener ÖQ'nung am innern Rande. — 
Die Gattung Gaudryina bildet mithin einen Übergang von den 
Helicostegiern zu den Enallostegiern. 

Sehr gemein im Plänermergel von Luschitz und Priesen, 
seltner bei Horzenz, Kystra und Brozan. 

III. Enallosteg^ier. 

a. Textularideen. 
Textularia Defrance. 

1. T. obtiisangula Roemer. — T. VIII, F. 58. 

RoEMER, 1. c. p. 97, T. XV, F. 18. 

0,25 — 0,6'" lang, ziemlich breit eirund, im Querdurch- 
schnitt oval, an den Seiten gerundet, in der Mitte schwach 
gewölbt, unten stumpf zugespitzt. Die niedrigen alternirenden 
Kammern gerade, nach aussen massig gewölbt. Die Oberfläche 
sehr rauh. 

Selten im Plänerkalk von Kutschlin und im Plänermergel 
von Luschitz. 

2. T. conulus ReüSS. — T. VIII, F. 59; T. XIII, 

F. 75. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 215. 

0,25—0,4'" lang und 0,133—0,3"' breit, verkehrt-kegel- 
förmig, öfters an den Seiten schwach zusammengedrückt, mit 
breit - elliptischem oder fast kreisrundem Querschnitt. Das 
untere Ende stumpf zugespitzt, das obere abgestutzt, massig 
gewölbt. Jederseits 6 — 7 niedrige, durch schmale, aber tiefe 
Nähte geschiedene alternirende Kammern, die an den Seilen 
gerundet sind. Die lezten zwei Kammern oben gewölbt. 
Mündung gross. Die Oberfläche mit sehr feinen Rauhigkeiten 
bedeckt. 



39 



Ziemlich häufig im Plänermergel von Luschit/ , Kautz, 
Kystra und Brozan. 

3. T. turris d'Orbigny. — T. XIII, F. 76. 
d'Orb. 1. c. p. 46, T. IV, F. 27, 28. 

0,75 — 1"' lang, verkehrt kegelförmig, im Querschnitt voll- 
kommen rund, die Seiten nicht ausgeschweift, unten lang zu- 
gespitzt, oben gerade abgeschnitten. Sehr zahlreiche, sehr 
niedrige, horizontale, alternirende Kammern (15 — 20 auf jeder 
Seite), deren Begrenzung nur durch sehr feine Linien ange- 
deutet ist, welche nur dem bevraffneten Auge bemerkbar sind. 
Die zwei letzten Kammern sind oben gerade abgestuzt , flach, 
am Rande scharf gekantet. Die Mündung ist eine kleine 
Spalte in der Mitte der Innern Seite der letzten Kammer, die 
durch eine kurze dünne Lippe verdeckt wird. 

Sehr selten in dem untersten Plänerkalk der Schillinge 
bei Bilin und im Plänermergel von Luschitz. 

4. T. tric.-irinata Reuss. — T. VIII, F. 60. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 215. 

0,5 — 1'" lang, scharf dreikantig, in der Seitenansicht oval, 
sich oben und unten zur stumpfen Spitze veischmälernd ; im 
Querschnitte dreiseitig mit stark eingebogenen Seiten. Jederscits 
5 — 6 niedrige, ganz flache, durch kaum bemerkbare Nahte 
geschiedene Kammern. Am inncrn Rande der letzten Kammer, 
-der dritten Kante gegenüber, die ziemlich grosse rundliche 
Öffnung. Die Oberfläche rauh. 

Sehr gemein im untern Plänerkalk von Kosslitz und im 
Plänermergel von Rannay, seltner im Plänermergel von Kystra. 

5. T. triquetra v. Münster. — T. XIII, F. 77. 

RoEMER in Leonhard und Bronn's Jahrb. 1838, p. 
384, T. III, F. 19. 

1 — 1,25'" lang, keilförmig, scharf dreikantig mit in der 
Mittn ausgeschweiften Seilenflächen, so dass der Querdurch- 
schnitt ein Dreieck mit etwas eingebogenen Seiten darstellt. 
Jcderseits 7 — 8 sehr niedrige, etwas schräge Kammern, deren 
Nähte schwach erhaben sind. Die oberste Kammer wenig 
gewölbt. Die Öffnung eine Spalte an der Innern Seite der 
letzten Kammer , parallel einer Seitenfläche der Pyramide. 

Nicht selten, aber gewöhnlich zerdrückt im Plänermergel 
von Luschitz. 

6. T. aiiceps Reuss. — T. VIII, F. 79; T. XIII, F. 78. 

0,5 — 1'" lang, keil- oder lanzettförmig, sehr zusammen- 
gedrückt, zweischneidig, mit schmalem rhomboidalem Quer- 
durihschnitt; oben schräg abgeschnitten, nach abwärts sich 
allmählig verschmhlernd und mit gerundeter Spitze endend. 
Die Seitenflächen schwach gewölbt, der Länge nach in der 
Mitte schwach gekantet und gegen die dünnen Ränder ab- 
fallend. Die Kammern zahlreich, jederseits 7 — 9, sehr niedrig, 
schräg, durch sehr feine vertiefte Linien geschieden. Die 
Öffnung eine kleine Spalte am Innern Rande der oben ab- 
schüssigen, flachen, letzten Kammer. 

Ziemlich häufig im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 



7. T. praelonga Reuss. — T. XII, F. 14. 

1,25 — 1,5'" lang und nur ein Fünftheil so breit, linien- 
förmig, sich nach abwärts sehr langsam zur stumpfen Spitze 
verschmälernd; stark zusammengedrückt, im Querschnitte schmal 
rhomboidal. Beide Flächen in der Mitte der Länge nach 
stumpf gekantet und sanft zu den fast scharfen, im obern 
Theile und bei altern Individuen fein gekerbten Rändern sich 
abdachend. Sehr zahlreiche (jederseits bis 15) niedrige, schräge, 
alternirende flache Kammern, von denen die obern schiefer 
sind als die untern. Die Nähte sind durch feine vertiefte 
Linien angedeutet, wie bei der vorigen Art ; bei grössern In- 
dividuen erheben sich aber die Scheidewände auf der Ober- 
fläche zu verhältnissmässig hohen und breiten gerundeten Rippen. 
Die letzte Kammer oben in eine kurze Spitze endigend, ihre 
obere Fläche bald gewölbt, bald ganz flach abschüssig. Am 
Innern Rande die grosse Spaltöffnung. 

Sehr häufig im Plänermergel von Luschitz, selten in dem 
von Brozan, Kystra und Rannay. 



8. T. obsoleta Reuss. 



T. XIII, F. 79. 



Diese Spezies könnte vielleicht mit T. laevis Roemkr 
(I. c. p. 97, T. XV, F. 17) übereinstimmen, deren Beschrei- 
bung aber nicht erschöpfend genug ist. Jedenfalls steht sie 
ihr nahe. Sie ist ei-keilförmig, unten stumpf zugespitzt, in 
der Mitte der Seitenflächen am gewölbtesten, an den Seiten- 
rändern verdünnt, zugerundet, mit elliptischem Querschnitt. 
Jederseits 8 — 9 sehr niedrige, wenig schräge Kammern, deren 
Begrenzung sich nur bei starker Vergrösserung durch feine 
Linien verräth. Die letzten Kammern an der obern Fläche 
gewölbt. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz und Rannay. 



9. T. Partschii Reuss. 



T. XIII, F. 80. 



Ähnelt sehr der T. Baudouiniana d'Orb. (1. c. p. 46, 
T. IV, F. 29, 30). Ei -keilförmig, zusammengedrückt, mit 
schmal-elliptischem Querdurchschnitt, unten stumpf zugespitzt, 
oben abgestutzt. Die Seitenränder gerundet , nicht gekielt. 
Jederseits 9 — 10 niedrige, etwas bogenförmige, horizontale 
Kammern, die an der Oberfläche nur durch sehr feine Linien 
gesondert sind. Die letzte Kammer oben sehr wenig gewölbt; 
an ihrem innern Rande die Mündung in Form eines halbmond- 
förmigen Ausschnittes. 

Sehr selten im Plänermergel von Kystra. 

10. T. globulosa Reuss. — T. XII, F. 23. 

0,2 — 0,25'" lang, keilförmig, von den Seiten zusammen- 
gedrückt, oben abgestutzt, unten fein zugespitzt. Jederseits 
6 stark gewölbte, durch tiefe Einschnürungen gesonderte Kam- 
mern ; die obersten ganz kugelig. Nach abwärts nehmen sie 
sehr rasch an Grösse ab. Die Öffnung klein, halbmondförmig, 
an der innern Seite der letzten Kammer. 

Ziemlich gemein im Plänermergel von Luschitz, sehr selten 
bei Brozan. 



40 



V i r g u 1 i n a d'Orbigny. 

i. V. Reiissii Geimtz. — T. VIII, F. 61. 
Geinitz, 1. c. p. 70, T. XVII, F. 23. 

0,5" lang, veikehit-lanzettförmig, unten zugespitzt. Beider- 
seits drei alternirende Kammern , an die sich unten die erste 
unpaarige anscliliesst. Alle sind lang zugespitzt, schmal, sehr 
schief und decken sich dachziegelförmig zum Theile. Die 
oberen Kammern gross, nehmen nach abwärts sehr schnell an 
Grösse ab , so dass die oberste , am obern Ende kurz zuge- 
spitzte , länger ist, als alle übrigen zusammengenommen. Sie 
sind durch schmale, aber tiefe Nähte gesondert. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

2, V. tegulata Reuss. — T. XIII, F. 81. 

Diese sehr kleine, 0,33 — 0,45'" lange und nur ein Vier- 
theil so breite Spezies, steht der V. squamosa d'Orb. aus 
dem Tertiärsande von Nussdorf bei Wien nahe. Sie unter- 
scheidet sich von der vorigen Art durch die zahlreicheren, 
kaum gewölbten Kammern (jederseits 8 — 10), welche nicht 
viel höher als breit und nur sehr wenig schief sind. Die 
Nähte sind sehr schmal und seicht, so dass die Kammern dach 
ziegeiförmig auf einander zu liegen scheinen. Das ganze stark 
zusammengedrückte Gehäuse nimmt nach abwärts nur allmählig 
an Breite ab und endet unten zugespitzt. 

Sehr gemein im Plänermergel von Kystra und Rannay, 
sehr selten bei Luschitz. 

b, Polymorphinideen. 
Poljmorpliina d'Orbigny. 

a) Polymorph! na d'Orbigny. 

1. P. glomerata Roemer. — T. XII, F. 32. 

RoEMER, 1. c. p. 97, T. XV, F. 19. 

0,2 — 0,25'" im Durchmesser haltend , zusammengedrückt 
kugelig. Drei grössere, fast kugelige Kammern , die im Drei- 
eck gestellt sind, so dass zwei gleiche eine dritte etwas kleinere 
zur Hälfte umfassen. An der Basis der letzten 2 — 3 sehr 
kleine rundliche Kammern. Die Oberfläche glatt. 

Nicht selten im untern Plänerkalk von Kosstitz, sehr ver- 
einzelt, aber grösser, im Plänermergel von Luschitz. 

ß) Guttulina d'Orb. 

2. P. trigonuia Rr.uss. — T. XIII, F. 84. 

0,3 — 0,75'" hoch, stumpf dreikantig, oben kurz zugespitzt, 
unten breit und abgeplattet. 8 Kammern sind sichtbar , von 
denen die äusserslen gewölbt und durch deutliche Nähte ge- 
schieden, die innern flach und durch sehr wenig vertiefte 
Linien gesondert sind. Oberfläche glatt und glänzend. Die 
kleine runde Öffnung mit einem sehr feinen Strahlenkranze 
umgeben. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 



3. P, damaecornis Reuss. — T. XIII, F. 85. 

Der untere Theil des Gehäuses stimmt in der Form mit 
der vorigen Spezies überein. Er ist ebenfalls sehr stumpf 
dreikantig, unten breit und abgeplattet; nur sind blos 6 Kam- 
mern sichtbar, von denen die äusseren durch deutliche Nähte 
gesondert sind. Der obere Theil verlängert sich in einen un- 
regelmässigen, von vorn nach hinten zusammengedrückten Kamm, 
der, nach Art eines Geweihes, in zahlreiche, nach allen Seiten 
gerichtete lange spitzige Zacken auseinanderläuft. Der untere 
Theil des Gehäuses ist glatt und glänzend , der obere Fort- 
satz rauh. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

y) Globuliiia d'Orb. 

4. P. globosa V. Münster. — T. XIII, F. 82. 

RoEMER in Leonh. u. Bronn's Jahrb. 1838, p. 386, 
T. III, F. 33. 

Ist von den Exemplaren aus dem Tertiärsande von Osna- 
brück kaum zu unterscheiden und findet sich auch zu Nussdorf 
bei Wien. Fast kugelrund , nur manchmal oben etwas ver- 
schmälert, glatt und glänzend. Drei sich wechselseitig um- 
schliessonde Kammern sind sichtbar und nur bei starker Ver- 
grösserung undeutlich zu unterscheiden, indem ihre Begrenzung 
nur durch sehr feine Linien angedeutet wird. Die kleine Öff- 
nung liegt an dem obern, etwas dünnern Ende und ist von 
einem sehr feinen Strahlenkranze umgeben. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Brozan. 

5. P. lacrima Reuss. — T. XIII, F. 83; T. XII, 6 *. 

0,75 — 1,0'" lang, eiförmig, oben zugespitzt, glänzend- 
glatt. Nur bei starker Vergrösserung sind drei umfassende 
Kammern zu unterscheiden. Die kleine Öffnung, welche am 
zugespitzten Ende liegt, ist mit einem feinen Strahlenkranze 
umgeben. — Steht der P. minuta Roem. und der P. acuta 
RoEM. aus dem norddeutschen Tertiärsande nahe, unterscheidet 
sich aber von der ersteren durch das untere breitere Ende, 
von der letzteren durch den vollkommen runden Querschnitt. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

C. Gaste ropoden. 

a. Dentalidae d'Orbwny. 

Dentalium Linne. 

1. D. medium Sow. — T. XL F. 4. 

Sow., M. C. T. LXX, F. 5. — Mantell, G. S. T. 
XIX, F. 28. — FiTTON, 1. c. T. XVIII, F. 4. — 
Geinitz, 1. c. p. 74, T. XVIII, F. 25, 26. 

D. decussatum Sow., M. C. T. LXX, F. 5; d'Or- 
bigny, paleol. franc. II, p. 400, T. 236. 

1,5 — 2,5" lang, sanft gebogen, mit kreisrundem oder 
breit elliptischem Querschnitt. Die Oberfläche mit zahlreichen 



* Die Figuren a und b sind durch Versehen verkehrt gestellt, 
dns Obere nach abwärts. 



41 



feinern und grobem erhabenen Längslinien bedeckt, welche 
von noch feinern konzentrischen Linien durchkreuzt werden. 
Selten ist die Röhre ganz wohl erhalten, gewöhnlich zusammen- 
gedrückt und der Länge nach zerbrochen. 

Charakteristisch für den Pläncrmergel , dem dieses Fossil 
nirgends fehlt. Besonders häufig trifft man es bei Priesen und 
Luschitz, woher auch das abgebildete, durch seine Grösse und 
Erhaltung ausgezeichnete Exemplar stammt. 

Im untern Plänerkalke von Laun , so wie im obern vom 
Sauerbrunnberge u. a. 0. kommen Dcntalien vor, die ganz 
damit übereinstimmen, bei denen aber die Streifung gar nicht 
oder nur sehr undeutlich sichtbar ist, — wahrscheinlich 
Steinkerne. 

2. D. striata m Sow. — T. XI, F. 18. 

Sow., M. C. T. LXX, F. 4. — Mantell, G. S. T. 
XIX, F. 4. — Geinitz, 1. c. p. 74, T. XVIII, 
F. 27. 

1 — 1,5" lang, dünn, fast gerade, drehrund, mit 10 — 12 
entfernt stehenden erhabenen Längslinien. 

Seltener und gewöhnlich undeutlich im Plänerkalk vom 
Sauerbrunnberge, im untern Plänerkalk von Laun, im grauen 
Kalkstein von Czencziz. 

3. D. lati Costa tum Reuss. — T. XI, F. 3. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 201. 

Kurz und gerade, drehrund, nach oben sich wenig ver- 
dünnend, wenigstens 3 — 4'" im Lichten habend, mit 16 — 18 
breiten flachen Längsrippen und zweimal schmälern Zwischen- 
furchen. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

4. D. polygen um Reuss. — T. XL F. 5. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 201, 202. 

1 — 1,5" lang, schlank kegelförmig, sehr schwach gebogen, 
drehrund, mit 15 — 16 ungleichen, hohen, schmalen, senkrechten 
Längsrippen, welche eine, selten zwei schmälere und niedri- 
gere zwischen sich haben. Sie werden alle von feinen kon- 
zentrischen Linien bedeckt, welche aber in den tiefen, gleich- 
breiten Zwischenfurchen deutlicher hervortreten. 

Nicht selten im Plänermergel von Priesen, Postelberg und 
Wollenitz. 

5. D. ellipticum Sow. — T. XI, F. 20. 

Sow., M. C. T. LXX, F. 6, 7. — Mantell, G. S. 
T. XIX, F. 21. 

Gerade , sehr breit elliptisch oder drehrund im Durch- 
schnitte. Oberfläche ohne Rippen, mit gedrängten feinern und 
gröbern konzentrischen Anwachslinien. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

6. D. glabrum Geinitz, 

Geinit.z, 1. c. p. 74-, T. XVIII, F. 18. — Nachtrag 
1843, T. I, F. 27. 

Sehr häufig im untern Quadersandstein von Tyssa und 
Zioseyn. 

Reuss, VersteineniDgen. 



b. Fissurellidae d'Orb. 

E m a r g 1 n u 1 a Lajik. 

1. E. carinata Reuss. — T. XL F. 6. 

Patella carinata Reuss, geogn. Skizz. II, p. 201. 

Es haben sich bisher nur Steinkerne vorgefunden. Sie 
sind 0,5 — 0,75" gross. Länge : Breite : Höhe ^ 80 : 70 : 
40, fast kreisrund, nur wenig von vorn nach hinten verlängert. 
Sehr bauchig, besonders an der vordem Seite, während die 
hintere mehr steil abfällt. Der übergebogene Wirbel liegt 
ziemlich weit hinter der Mitte. Von ihm läuft auf der Mitte 
der vordem Seite bis an die Basis ein starker gerundeter 
Kiel, den jederseits eine flache Furche begleitet. Am untern 
Ende desselben befand sich an der Schale wahrscheinlich der 
Ausschnitt. Unregelmässige konzentrische Streifen bedecken die 
Oberfläche. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

Fissurella Lamk. 

1. F. depressa Geinitz. — T. XL F. 10. 

Geinitz, 1. c. p. 75, T. XVIII, F. 24. 

0,416" lang, 0,33" breit und 0,084" hoch. Breit ellip- 
tisch, fast kreisförmig, mit hinter der Mitte stehendem Scheitel. 
Die hintere Fläche im obern Theile sehr steil, im untern sanft 
abfallend, wodurch sie in der Mitte konkav wird. Der übrige 
Theil ist konvex. Zahlreiche (bis 22) schmale, gerundete 
Rippehen strahlen vom Scheitel aus und in den Zwischenräumen 
derselben feine RadiaUinien , die von eben solchen konzentri- 
schen Linien , welche die Rippen selbst freilassen, durchsetzt 
werden, wodurch sie in feine Körnchen zerschnitten werden. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

2. F. patelloides Reuss. — T. XL F. 9. 

2 — 2,5'" lang, schildförmig, sehr flach. Basis fast kreis- 
rund, wenig von vorn nach hinten verlängert. Der Scheitel 
liegt etwas nach hinten und trägt die ziemlich grosse rundliche 
Öffnung. Die hintere Seite von oben nach unten schwach 
konkav. Die dünne Schale ist mit unregelmässigen feinen kon- 
zentrischen Linien bedeckt. 

Sehr selten im untern Plänerkalk zwischen Malnitz und 
der Hassina-Mühle unweit Postelberg. 

Acmaea Bschscholtz. 

1. A. orbis Roemer. — T. VH, F. 27. 

Patella orbis Roemer, 1. c. p. 76, T. XI, F. 1. — 
Geinitz, 1, c. p. 48, T. XVI, F. 4. 

3,5"' hoch, 4,5'" breit, kreisrund, kegelförmig; Scheitel 
spitz, mittelständig. Oberfläche mit feinen konzentrischen 
Linien. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf, im Plänermergel 
von Luschitz (sehr klein), im untern Quader von Tyssa (?). 

2. A. Reussii Geinitz. — T. VH, F. 22. 

Patella Reussii Geinitz, I. e. p. 74, T. XVIII, F. 23. 
6 



42 



Gross, 1,45" lang, 1,165" breit, 0,5" hoch, oval, 
sclir niedrig kegelförmig, schildförmig, mit aufrechtem mittel- 
ständigem Scheitel. Ooerlläche mit feinen konzentrischen 
Linien, die yon vielen stärkeren Anwachsstreifen unterbrochen 
werden. 

Sehr selten im Pläncrkalk von Hundorf. 

3. A. laevis Sow. — T. XI, F. 7. 

Patella laevis Sow., M. C. T. CXXXIX, F. 3, 4. 

?Patella ovalis Nilsson, 1. c. p. 14, T. IIl, F. 8. 

2 — 2,5'" lang, 1"' hoch, breit oval, fast kreisrund, sehr 
niedrig kegelförmig, äusserst dünnschalig, mit aufrechtem, 
wenig rückwärts stehendem Wirbel. Oberfläche glatt, glänzend; 
nur das bewaffnete Auge nimmt sehr feine konzentrische 
Linien wahr. 

Selten im Plänermergel von Luschitz. 

4. A. (limidiata Reuss. — T. XI, F. 8. 

Reuss, g ogn. Skizz. II, p. 201. 

Sehr klein (1,5"'), kreisrund, schildförmig, niedrig, mit 
mitlelstündigem aufrechtem Scheitel. Die Schale dünn, in der 
obern Hälfte ganz glatt und glänzend, in der untern mit sehr 
feinen , dem freien Auge nicht erkennbaren radialen Linien 
gestrichelt. 

Sehr selten im obern Plänerkalk vom Sauerbruimberge 
bei Bilin und im Plänermergel von Horzeni. 

c. Bucci/iidue d'Orb. 

Bucciniim Lamarok. 

1. ß. productiim Reuss. — T. X, F. 18. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 206. 

2 — 2,5" hoch, mit verlängertem thurmförmigem Gewinde. 
6 — 7 massig gewölbte Umgänge; der unterste bauchig, halb 
so gross als das übrige Gewinde. 6 — 8 sehr starke, grrundele 
Längsrippen, die von zahlreichon Längslinien bedeckt sind. 
Über die Rippen und ihie Zwischenräume verlaufen dicht ge- 
drängte Querlinien , die am untersten Umgange gegen den 
kurzen breiten Kanal hin von entfernt stehenden, stärkern 
wellenförmigen unterbrochen werden. Die äussere Mundlippe 
verdickt. 

Sehr selten im Grünsandstein von Laun. 

Ccrithium Bruglikrk. 

1. C. trimonile IIIichelin. — T. X, F. 2. 

JilCHELiN in Möm. soc. geol. de Fr. 1838, III, 1, 
p. 100, T. Xll, F. 5. — d'Orbigny, palcol. franc. 
n, p. 369, T. CCXXX, F. 7 — 9. 
Cerithium Lu schi tz i a n um Geinitz, 1. c. p. 72, 
T. XVHI, F. 21. — Reuss , geogn. Skizz. II, 
p. 205. 

Hoch thurmförmig, mit 10—12 niedrigen, abschüssigen, 
hart an einander liegenden, durch eine sclir wenig vertiefte 
Naht gctreni-.tcn Umgängen, auf deren jedem drei breite u;ul 
flache Querstreifen verlaufen, welche durch 15—20 seichte 



Längsfurchen in eben so viele kleine rundliche Knoten getheilt 
werden. Zwischen den Querleisten und auf denselben sieht 
man noch zahlreiche (auf jeder Windung 9 — 10) feine Quer- 
linien, so wie auch feine, etwas wellenförmige Längslinien dar- 
über verlaufen. Die Basis des letzten Umgangs und der kurze 
Kanal nur mit feinen Spiralstreifen bedeckt. Höhe : Breite 
= 2,5 : 1. 

Äusserst häufig und stellenweise in Menge zusammen- 
gedrängt im Plänermergel von Luschitz, seltner in ' dem von 
Priesen, Horzenz u. a. 0. Ziemhch häufig, jedoch meistens 
als Sleinkern im Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz. 

2. C. ternatum Reuss. — T. X, F. 3. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 205. 

Bis 0,75" hoch. Breite : Höhe = 33 : 100. Hoch 
und sehr spitzig kegelförmig, mit 15 und mehr durch eine 
schmale tiefe Naht getrennten niedrigen, wenig gewölbten Um- 
gängen. Auf jedem drei regelmässig gekörnte Quersäume, 
deren mittlerer stärker vorragt, als die übrigen beiden. Die 
Körner (20 — 24 in einer Reihe des letzten Umganges) stehen 
in geraden Reihen über einander. An der Basis zieht sich 
das Gehäuse schnell zu dem sehr kurzen Kanal zusammen. 

Nicht häufig im Pyropen- führenden Konglomerate von 
Meronitz. 

3. C. fasciatum Reuss. — T. X, F. 4. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 205. 

0,416—0,5" lang. Breite : Höhe = 50 : 100. 

Thurmförmig mit stumpfer Spitze, mit 10 nur durch eine 
seichte Naht getrennten, niedrigen, wenig gewölbten Umgängen. 
Auf jedem Umgange zwei nahe stehende Querbinden, welche 
regelmässig gekörnt sind, doch so, dass die Körner (30—34 
auf der untersten Windung) beider Binden nicht immer regel- 
mässige senkrechte Reihen bilden, sondern bald über einander 
liegen, bald alterniren. Feine Querlinien laufen darüber hin. 
Auf den obern Umgängen verschmelzen beide Binden und 
mithin auch die übereinander liegenden Körner zu schrägen 
länglichen Knötchen. An der obern Naht eines jeden Um- 
ganges und vo.i der obern Querbinde weiter entfernt, als der 
Abstand beider Binden von einander beträgt, und zugleich durch 
eine tiefere Zwischenfurche getrennt, läuft ein erhabener, eben- 
falls fein li^ieirter Saum, dir auch gekörnt ist, doch so, dass 
seine Körner (35—40 auf dem letzten Umgänge) zahlreicher 
und kleiner sind und den Körnern beider Binden nicht ent- 
spr.-chen. Kanal shr kurz. — Nähert sich dem C. binodosum 
RoEMER (1. c. T. XI, F. 16), welches aber an der obern und 
untern Naht einen schmälern Saum und sparsamere, mehr ge- 
wölbte Unig;inge hat. 

Selten im Plänermergel von Priesen, im Pyropen-führen- 
den Konglomerate von Meronitz und im Pyropensande von 
Trziblitz. 

4. C. reticnlatnin Sow.? — T. X, F. 5; T. XI, F. 22. 

WüoDwARD, Norfolk T. I, F. 2. — v. Buch in Kar- 
stens Archiv 1838, XI. p. 316. 



43 



Es fanden sich von dieser schönen Schnecke nur seltene 
Bruciistiicke im Pyropcn-fQhrenden Konglomerate von Äleronitz. 
Die ziemlicJi hohen und gewölbten Umgänge sind durch eine 
tiefe Naht getrennt. Über jeden laufen 4 starke erhabene 
Querstrrifen mit eben so breiten Zwischenriinien, welche von 
entfernteren eben solchen Liingsstreifen durchkreuzt werden. 
Die Durchkreuzungspunkte bilden schuppig - knotige Hervor- 
ragungen. 

Hicher gehört wohl auch ein Exemplar aus dem Pliiner- 
mergcl von Postclberg. Es ist 0,6" lang und 0,25" breit, 
spindelförmig, mit 10 — 12 niedrigen, wenig gewölbten Um- 
piingen und sehr kurzem Kanal. Übrigens stimmt es ganz mit 
der gegebenen Beschreibung überein (T. XI , F. 22). Auch 
das von Geinitz (I. c. p. 72) unter dem Namen Cer. imbri- 
catum beschriebene und (1. c. T. XVIII, F. 22) abgebildete 
Exemplar aus dem Pliincrmergel von Luschitz ist nichts als 
ein ganz flachgedriicktcs Individuum der eben beschriebenen 
Spezies. 

5. C. tess lila tum Reuss. — T. X, F. 6. 

Gegen 0,75" lang, thurmförmig , mit 8 — 10 gewölbten, 
in der Mitte gekanteten Umgängen, die durch eine tiefe Naht 
getrennt sind. Jeder trägt 10 — 12 feine Querlinien, deren 
zwei immer eine feinere zwischen sich haben. Sie werden 
auf jeder Seite von 25 — 30 feineren Längslinien rechtwinklig 
durchkreuzt , wodurch ein sehr zierliches quadratisches Netz- 
werk entstein. An den Durchkreuzungspunkten bilden sie 
kleine, aber sehr deutliche, runde Knötchen. Unterscheidet 
sich von dem sehr ähnlichen C. clatliratuni Roemer (I. c. 
X I , F. 17) durch die weit grössere Anzahl der Längs- 
und Querlinicn. 

Findet sich sehr selten im Plänermergel von Horzenz. 
Gewölmlich sind nur kleine Fragmente der Sc.'mecke erhalten, 
während von den übrigen Thcilcn nur der llohlabdruck vor- 
handen ist. 

6. C. carinatum v. Buch. 

V. Buch in Karsten's Archiv, 1838, XI, p. 316. 

Wird von v. BrcH im Pyropensande von Trziblitz an- 
gegeben. 

d. Fusidae d'Orb. 

Pleurotoma Lamauck. 

1. PI. Roemeri Reuss. — T. IX, F. 10 a, b, c, d. 
Rostella ria elongata Roemer, 1. c. p. 78, T. XI, 

F. 5. — Geinitz, 1. c. p. 71, T. XVIII, F. 7. 
?Pleurotoma remote-lineata Geinitz, 1. c. p. 
70, T. XVIII, F. 5. — Nachtrag 1843, T. V, F. 6. 

Lang spindelförmig, mit 7 hohen, fast senkrechten, wenig 
gewölbten Umgängen, welche 10 — 16 scharfe, vorwärts gerich- 
tete Längsfalten tragen. Über diese laufen zahlreiche , sehr 
regelmässige, feine Spirallinien, die besonders am untern Theile 
der lezten Windung zunächst dem Kanäle und auf diesem 
selbst hervortreten. Das mit stumpfer Spitze endigende 



I Gewinde ist gewöhnlich nur zwei Drittheile so lang, als die letzte, 
1 allmälig in den dünnen, langen, spitzen Kanal übergehende 
Windung. Die Grösse des ganzen Gshäuses wechselt an den 
verschiedenen Fundorten sehr (von 0,75—3"). 

Ist für den Plänermergel besonders charakteristisch. Die 
kleine, schmale, spind-lförmige Varietät (F. 10 a) mit schärfern 
Falten findet sich häufig im Plänermergel von Luschitz, hie 
und da auch bei Priesen ; die grössere, mitunter auch breitere 
Abart, letztere mit flachen Falten (F. c), kommt im Pläner- 
mergel von Priesen, Patek und Wollenitz vor. IMit sparsamem 
Längsrippen und entfernt stehenden Querlinien erscheint sie 
im untern Quader von Tyssa (PI. remote-lineata Gein.). Sehr 
selten trifft man diese Spezies im untern Piänerkalk von Laun 
und im Exogyrensandstcin von Lobkowitz. 

2. PI. semilineata v. Münster. 

Goldfüss, Pctref. III, p. 19, T. CLXX, F. 13. 

Sehr selten im Piänerkalk vom Sauerbrunnberg bei Bllin. 

F u s u s Lamk. 

1. F. n 0(1 USUS Reuss. — T. X, F. 1. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 204. — Geinitz, 1. o. 
p. 44, T. XV, F. 6. 

Steht dem F. Clementinus d'Orbigsy (I. c. II, p. 339, 
T. 223, F. 8, 9) sehr nahe. 1,5—2" lang, spindelförmig, 
sehr bauchig , mit 4 stark gewölbten , bauchigen Umgängen, 
über welche der Länge nach stark hervortretende platte Knoten 
laufen, die durch breite und seichte Vertiefungen getrennt sind 
und dem Gehäuse ein eckiges Ansehen geben. Am meisten 
ragen sie an der letzten Mündung hervor. Die GEiNiTz'.schß 
Abbildung zeigt entfernt stehende Spirallinien, die an unseren 
Steinkernen nicht bemerkbar sind. 

Selten in den kalkigen Konglomeratschichten, welciie bei 
Kutschlin Spalten im Gneiss ausfüllen. 

2. F. cariiiifer Reuss. — T. X, F. 13. 

F. carinatus Reuss, geogn. Skizz. II, p. 204. 

0,75 — 1" hoch, spindelförmig, bauchig, mit 4 — 5 treppen- 
förmigen Windungen, deren jede in der Mitte mit einer scharfen 
Kante versehen ist, von welcher ab- und aufwärts eine Fläche 
dachförmig abfällt. Der Länge nach schwach knotig gerippt, 
mit abwechselnd breitern und schmälern wellenförmigen Quer- 
streifen. Die letzte Windung länger als das übrige Gewinde, 
geht in den nicht sehr langen, ziemlich breiten, schräg ge 
streiften Kanal über. 

Selten im Plänermergel von Priesen. 

3. F. vittatus Reuss. — T. X, F. 14. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 204. 

Diese schöne Spezies ist dem F. Albensis d'Orbigny (I. c. 
II, p. 334, T. GGXXII, F. 8—10) verwandt. Sie ist 2—2,5" 
hoch , spindelförmig , sehr bauchig , mit 4 Windungen , deren 
unterste länger ist als das übrige treppenförmige Gewinde. 
Jede Windung ist in der Mitte scharf gekantet, nach oben 
und nach unten mit einer Fläche dachförmig abfallend, \on 



44 



denen die untere, sich umbiegend, an der Naht eine senkrechte 
Binde bildet. Die unterste, beinahe 1,75" breite Windung 
geht unmittelbDr in den liurzen , sehr breiten Kanal über. 
Starlie, ziemlich regelmässige Spiralstreifen, die mit schwächeren 
abwechseln und von wellenförmigen Längsstreifen durchkreuzt 
werden, bedecken die Oberfläche. 

Selten im Grünsandstein von Czencziz. Zerdrückte Exem- 
plare im Plänersandstein von Trziblitz dürften ebenfalls dieser 
Spezies angehören. Auch undeutliche Steinkerne, die sich im 
Schieferlhone von Weberschan finden, werden hieher zu 
rechnen seyn. 

4. F. depauperatus Reuss. — T. XII, F. 7. 

0,45" hoch und 0,14" breit, thurm-spindelförmig, mit 5 
schnell an Höhe abnehmenden , massig gewölbten, gerundeten 
Windungen, deren letzte in einen langen, schmalen Kanal aus- 
läuft und mit demselben mehr als zweimal so lang ist als das 
übrige stumpfe Gewinde. Jede Windung trägt 7 — 8 breite 
flachrunde Längsrippen, über welche ziemlich entfernt-stehende 
regelmäs.sige, erhabene Querlinien laufen (am letzten Umgange 
8 — 10). Mundöffiiung lang eiförmig, oben zugespitzt. — Ist 
dem F. Renauxianus d'Orb. (I. c. II, p. 339, T. CCXXIII, 
F. 10) ähnlich. 

Selten im Plänermergel von Priesen. 

P j r u 1 a Lamk. 

1. P. Cottae RoEMKR. — T. X, F. 12. 

RoEMER, 1. c. p. 79, T. XI, F. 9. — Geinitz, 1. c. 

p. 72. 
Murcx quadratus Sow. M. C. T. CCCCX, F. 1. 
?PyruIa Brightii Sow. bei Fitton, 1. c. T. XVIII, 

F. 21. 

1,75" hoch, 1,25" breit, birnförmig, bauchig, mit hoch 
vorstehendem, oben abgestutztem und zugerundetem Gewinde. 
Drei Umgänge, in der Mitte gekantet, unter der Kante senk- 
recht abfallend oder auch etwas konkav, über derselben dach- 
förmig ansteigend. Am letzten Umgange wird die Basis noch 
durch eine zweite Kante begrenzt. Abwechselnd feinere und 
stärkere Spiralstreifen zieren die Oberfläche, welche von schwa- 
chen Längsfalten durchschnitten werden, wodurch die Kanten 
des letzten Umganges schwach eingeschnürt werden. Die 
Mündung bildet ein unregelmässiges Dreieck; der Kanal kurz 
und breit. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen. 

2. P. plan 11 lata Nu.sson. 

NiLSSON, petr. Suec, p. 13, T. III, F. 5. — Roemer, 
1. c. p. 78, T. XI, F. 11. 

Nur einmal ein kleines Exemplar im Plänermergel von 
Kautz vorgekommen. 

e. Vohitidae d'Orb. 

Mitra Lamk. 
1. M. clathiata Reuss. — T. XI, F. 13. 

0,33 — 0,85" hoch, schlank spindelförmig, mit 7 — 8 hohen. 



fast senkrechten Umgängen, über welche 10 — 14 schmale, 
hohe, senkrecht abfallende Längsrippen verlaufen. Sie werden 
wieder von zahlreichen , regelmässigen, gedrängten , erhabenen 
Längslinien durchkreuzt, wodurch ein sehr schönes rechtwink- 
liges Netzwerk entsteht. Zunächst der Basis sind die Quer- 
linien deutlicher und gebogen. Die Mündung lanzettförmig; 
ihre Höhe J des Gewindes betragend. Die Spindel mit vier 
Falten. 

Selten im Plänermergel von Priesen und im Pyropen- 
führenden Konglomerate von Meronitz. Im Pyropensande von 
Trziblitz findet man sehr selten eine kleine schlanke Mitra 
mit 18 glatten Längsrippen, die v. Buch (Karsten's Archiv, 
Bd. XI, 1838) der Mitra leucozona PuscH (Pol. Paläontol. 
T. XI, F. 6) vergleicht. Sie dürfte nur ein Steinkern der 
eben beschriebenen Spezies seyn. 

f. Stromhidae d'Orb. 
R s t e 1 1 a r i a Lamk. 

1. R. acutirostris Pusch. 

PüSCH, Pol. Paläont. T. XI, F. 14. — Geinitz, I. c. 
p. 44, 71, T. XV, F. 3 ; T. XVIII, F. 9. 

Selten im untern Quader von Tyssa. 

2. R. papilionacea Goldf. — T. IX, F. 6. 

GoLDF. Petref. HI, p. 18, T. CLXX, F. 8. — Geinitz, 
1. c. p. 71, T. XVIII, F. 8; Nachtrag 1843, p. 9, 
T. I, F. 11. 

Über 1" hoch, spindelförmig, mit 8 wenig konvexen 
Windungen, die mit scharfen Längsrippen besetzt sind. Auf 
der letzten Windung sind diese sehr flach und gehen am Flüge! 
in feine konzentrische Streifen über. Über die Falten ver- 
laufen zarte Spirallinien , die zunächst dem Kanäle am deut- 
lichsten hervortreten. Der Flügel breit, ganzrandig, an seinem 
Ende schwach gerundet, wird gegen den äussern Rand hin 
breiter und bildet oben und unten ein gerundetes Eck, von 
denen das obere besonders hervortritt und bis ins Niveau der 
dritten Windung emporsteigt. Kanal kurz, zugespitzt. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

3. R. coarctata Geinitz. — T. IX, F. 1. 

Geinitz, I. c. p. 71, T. XVHI, F. 10. 

0,75" hoch, kurz thurmförmig, ziemlich bauchig, mit 7 
niedrigen, gedrängten Umgängen, welche der Länge nach flach 
gefaltet sind. Diese Falten sind auch, wiewohl noch flacher, 
am Flügel bemerkbar. An dem sehr kurzen spitzigen Kanal 
und seiner nächsten Umgebung sieht man gedrängte feine 
Spirallinien. Der Flügel gross, breit, dreiseitig. Er steigt von 
der letzten Naht etwas in die Höhe bis zur nächsten Windung 
und geht dann , sich wieder bis zum Niveau des letzten Um- 
gangs herabsenkend, fast geradlinig nach aussen, wo er in ein 
stark vortretendes spitzes Eck ausläuft, von welchem der untere 
Rand bogenförmig zum Kanal zurückkehrt. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 



45 



4. R tenuistiiata Reuss. — T. IX, F. 4. 

R. tenui Stria Reuss, geogn. Skizz. II, p. 202. 

1 — 1,5" hoch, thurmförmig, mit 8 gewölbten Umgängen, 
von denen der letzte S3 lang ist als das übrige Gewinde. 
Ihre Oberfläche in der Regel ohne Längsrippen, aber mit dicht 
gedrängten, äusserst feinen Querlinien, die von eben solchen, 
aber weniger deutlichen Längslinien durchkreuzt werden. Der 
Flügel vierseitig, mit gerade abgeschnittenem äusserem Rande, 
gerundetem unterem Winkel, während der obere in einen lang- 
gezogenen, sehr schmalen, spitzigen, nach oben und aussen 
gerichteten Finger, der jedoch kürzer ist als das Gewinde, 
ausläuft. Der Kanal ziemlich lang , dünn. — Steht der R. 
Robinaldina d'Orb. (I. c. II, p. 282, T. CCVI, F. 4, 5) sehr 
nahe, könnte selbst ganz mit ihr zusammenfallen, da sich auch 
bei unseren Exemplaren an der letzten Windung manchmal 
Spuren flacher Längsfalten wahrnehmen lassen. 

Vereinzelt im Plänermergel von Wollenitz. 

5. R. Reiissii Geinitz. — T. IX, F. 9 a, b. 

Geimtz, 1. c. p. 71, T. XVIII, F. 1. 
R. Parkinson! Sow. bei Fitton, 1. c. T. XVIII, 
F. 24. 

1 — 2" hoch, thurmförmig, mit 8 — 9 niedrigen, gewölbten 
Windungen, deren letzte eben so hoch oder noch höher ist, 
als das ganze übrige Gewinde. Jeder Umgang mit 10 — 15, 
bald mehr flachen, bald scharfen Längsfalten, die am letzten 
Umgange zahlreicher sind und sich bis zum äusseren Rande 
des Flügels fortsetzen, wo sie eine demselben parallele Bie- 
gung annehmen. Nächst der Spitze des Kanals bemerkt man 
überdiess einige kurze, gebogene Spiralstreifen. Der grosse 
Flügel fast vierseitig, am äussern Rande gerade abgeschnitten, 
mit gerundeten Ecken. Oberhalb des obern Eckes entspringt 
ein schmaler , kurzer , in der Mitte gekielter Finger, der nach 
aussen und oben ansteigt und von der Ausbreitung des Flügels 
durch einen mehr oder weniger tiefen Ausschnitt gesondert 
ist. Der Kanal massig lang. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz , Priesen, 
Postelberg ; im obern Plänerkalk vom Sauerbrunnberg bei 
Bilin, im untern von Laun ; im Schieferthon des Quaders von 
Weberschan ; im untern Quader von Tyssa ; jedoch überall 
selten wohl erhalten. 

Etwas verschieden von der gegebenen Beschreibung sind 
die Exemplare aus dem Plänermergel vom Postelberg. Der 
zahnförmige Fortsatz des Flügels entspringt mehr aus dem 
obern Rande und ist von der darunter liegenden vierseitigen 
Ausbreitung durch einen weit tiefern Ausschnitt getrennt; die 
Längsrippen des Gewindes sind sparsamer , aber stärker, und 
gehen am letzten Umgangs in förmliche Knoten über, welche, 
so wie der Flügel, wieder von feinern Längsstreifen bedeckt 
sind. Ausserdem ist der ganze untere Theil des Gehäuses mit 
zahlreichen Querrippen besetzt, welche, stärker werdend , sich 
gegen den Flügelrand fächerförmig ausbreiten (F. 9 b). 

6. R. niegaloptera Reuss. — T. IX, F. 3 a, b, c. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 202. 



1.5 — 3" hoch, thurmförmig, mit 8—9 bauchigen Win- 
dungen, deren letzte grösser ist als alle übrigen zusammen. 
Sie sind mit 15 — 18 regelmässigen, scharfen Längsrippen be- 
setzt, die von feinen Querlinicn gekreuzt werden. Erstere 
verflachen sich auf der letzten Windung und gehen am Flügel 
in zarte konzentrische Streifen über. Der grosse Fiü-rel ist 
zwtMlappig. Der obere lang und schmal dreieckige, in der 
Mitte der Länge nach gekielte, fingerförmige Lappen steigt 
vom Ursprung des Flug Is, einen Theil der zweiten Wimlung 
verdeckend, «rst hart an derselben empor, wendet sich dann, 
allmählig schmäler werdend, etwas nach aussen und oben und 
endet erst in gleicher Höhe mit der Spitze des Gewindes oder 
noch über derselben mit einer langgezogenen, balJ m hr 
scharfen, bald stumpfen Spitze. Der untere Lappen — die 
eigentliche Fortsetzung des Flügels — aus dessen oberm Rande 
der beschriebene, fingerförmige Fortsatz entspringt, geht gerade 
nach aussen, wird etwas breiter und endet, fast gerade ab- 
geschnitten, mit nur wenig gerundetem Rande und zwei Ecken. 
Das obere tritt stärker hervor und ist vom obern Lappen des 
Flügr-ls durch einen tiefen runden Ausschnitt getrennt; das 
untere ist ganz abgerundet. Der schmale, ziemlich lange Kanal 
hat die halbe Länge des Gehäuses. 

Kommt nicht selten im Plänermergel von Priesen, Wollenitz 
und Postelberg vor. 

7. R. calcarata Sow. — T. IX, F. 5 a, b. 

Sow., M. C. T. CCCXLIX, F. 6, 7. — Geinitz, 1. c. 

p. 70, T. XVIII, F. 2. — d'Orbigny, I. c. p. 285, 

T. CCVII, F. 3, 4. 
R. stenoptera Goldf. Petref. IH, p. 18, T. CLXXH, 

F. 6. 
R. composita LEVMEaiE, Mem. de la soc. geol. d. 

Fr. 1842, V, 1, p. 31. 

1 — 2" hoch, thurmförmig, mit 8 gewölbten Windungen, 
welche mit 14 — 18 starken, geraden Längsrippen besetzt sind, 
über welche feine Querstreifen laufen. Die letzte Windung 
besitzt in der Mitte einen scharfen Kiel, der durch die darüber 
laufenden Längsrippen schwach knotig wird und sich bis in 
die Spitze des Flügels fortsetzt. Unter ihm liegt in einiger 
Entfernung noch ein zweiter schwächerer Kiel. Der Flügel ist so 
lang, wie das ganze Gehäuse, Schwert- oder Sichei-förmig, 
schmäler oder breiter , gegen die Spitze hin etwas nach auf- 
wärts gebogen, so dass seine Spitze etwa in gleichem Niveau 
mit der vorletzten Windung steht. Der Kanal kurz, ziemlich 
breit. 

Nicht sehr selten im Plänermergel von Luschitz, Priesen, 
Kautz , Kystra , Wollenitz , Postelberg u. a. 0. ; im Schiefer- 
thon zwischen Plänersandstein und unterm Quader bei Weber- 
schan und im untern Quader von Tyssa. 

8. R. ßiichii V. Münster. 

Graf V. Münster, Beitr. z. Petref. I, p. 98, T. XII, 
F. 1. — Goldf. I. c. III, p. 17, T. CLXX, F. 4. 
— Geinitz, 1. c. p. 70, T. XVin, F. 4, 6. 

Bruchstücke im Grünsandsteine von Laun und im unter- 
sten Quader von Tyssa. 



46 



9. R. divaricata Reuss, — T. IX, F. 2; T. VII, 

F. 23. 

Rel'ss, gcojii. Skizz., II, p. 203. 

3 — 3,5" Iiocii, spindeMIiurniförmig, mit beiläufig 8 Win- 
dungen, die in den aufgefundenen Exemplaren immer zerdrückt 
waren. Gedrängte, breitere und schmälere Quer-Linien zieren 
die Oberfläche. Die unterste Windung, welche in einen kurzen, 
stumpfen Kanal endet, hat oberhalb der Älilte einen starken, 
querlaufenden Kiel, der in den 1,5" langen Flügel übergeht. 
Dieser theilt sich gleich bei seinem Ursprünge in zwei lange, 
gekielte Finger. Der obere lanzettförmige steigt, mit dem 
Gewinde verwachsen, senkrecht empor und setzt, nur wenig 
gebogen, bis weit über die Spitze desselben fort; der andere 
geht, mit dem ersten einen stumpfen Winkel bildend, nach 
aussen und etwas abwärts, zuerst in gleicher Breite, dann sich 
in einen grossen dreieckigen, mit der stumpfen Spitze abwärts 
gekehlten Lappen ausbreitend und endlich sich schnell ver- 
sclimälernd und mit stumpfer Spitze endend, so dass das Ende 
des Flügels eine halbpfeilförmige Gestalt besitzt. — Sie ähnelt 
der R. Buchii, von welcher sie sich aber durch die abwei- 
chende Form des Flügels unterscheidet. 

Sehr selten im Plänennergel von Priesen. 

10. R. Parkinsoni Mantell, — T. IX, F. 7. 

Parkinson, org. rem. III, T. V, F. 11. — Mantell, 

G. S. T. XVIII, F. 1, 2, 4, 5, 6, 10. — Geinitz, 
I. c. p. 44, 70, T. XV, F. 1, 2; T. XVIII, F. 3. 

0,25 — 1,5" lang, thurmförmig, mit 6 — 8 niedrigen, ge- 
wölbten Umgängen ; der letzte so lang als das übrige Gewinde. 
Die Oberfläche mit 12 — 16 geraden, scharfen Längs-Falten, 
über welche feine Spiral-Linien laufen. Der Kanal kurz. Der 
Flügel theilt sich gleich vom Anfange in zwei Finger, deren 
oberer senkrecht hart am Gewinde bis zur Spitze desselben 
emporsteigt , während der andere etwas breitere , fast recht- 
winkelig zu dem ersten, gerade nach aussen geht. Der Flügel 
ist nur äusserst selten erhalten. F. 7 stellt einen Steinkern 
aus dem untern Quader von Zloseyn dar. 

Sehr häufig, aber immer zerbrochen, im Pläncrmergel von 
Luschitz, Priesen, fiannay, Kystra u. s. w. und daraus in dem 
Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz und dem Pyro- 
pen-Sande von Trziblitz. Seltner, aber grösser, im obern 
Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin, im untern von Laun, 
im untern Quader- Sandstein von Zloseyn und Tyssa. 

11. R. subniata Reüss, — T. IX, F. 8 a, b, c, d. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 203. 

0,33 — 0,583" hoch , niedrig thurmförmig, mit 5 — 6 ge- 
drängten, bauchigen Umgängen, von denen der letzte dem übri- 
gen Gewinde an Länge gleichkommt. Die obern nehmen schnell 
an Höhe ab, so dass das Gehäuse, welches mit sehr stumpfer 
Spitze endigt, kurz und gedrängt erscheint. Die Oberfläche 
der Windungen zeigt niedrige, scharfe Längs-Rippen (die letzte 
Windung 20 — 21) und gedrängte, feine , regelmässige Quer- 
Linien. Beiläufig auf der Mitte der untersten Windung ein 
schmaler scharfer Kiel , der in den Flügel fortsetzt. Dieser, 



welcher fast stets abgebrochen Ist, besteht aus zwei sehr schma- 
len, linienförmigen, gekielten Fingern, die die Länge des gan- 
zen Gehäuses erreichen oder selbst übertreffen. Der eine steigt, 
mit dem Gewinde verwachsen , senkrecht bis über die Spitze 
desselben empor; der andere geht, im rechten Winkel mit 
dem vorigen , gerade aus und endigt schwach gebogen , wie 
der obere, mit langer scharfer Spitze. Der Kanal lang (| des 
Gewindes gleichend), sehr dünn und spitzig. 

^"icht selten, aber fast stets des sehr gebrechlichen Flügels 
beraubt, im Pläncrmergel von Priesen, selten in dem von 
Wollenitz und Luschitz. 

P t e r c e r a L.\mauc'k. 

1. Pt. gigantea Geinitz, — T. XI, F. 14, 15. 

Rostellaria giaantea Geinitz, 1. c. p. 71, T. 
XVIII, F. 11, 12. 

1 — 6" hoch, lang eiförmig, mit 5 — 6 Windungen, deren 
unterste sehr bauchig und so lang ist als das übrige Gewinde. 
An den Steinkernen stehen die Umgänge weit von einan- 
der ab; daher muss die Sciiale sehr dick gewesen seyn, was 
auch durcli hie und da noch festsitzende Stückchen derselben 
bestätigt wird. Die Obcrlläche der Steinkerne ist ganz glatt, 
ohne Spur von Rippen und Kielen. Die letzte Windung ver- 
längert sich in einen abstehenden Flügel, der bis jetzt aber noch 
nicht wohlcrhalten gefunden ward. Vielleicht war er in mehre 
Finger zertheilt und desshalb zerbrechlich. Nach den vorhandenen 
Spuren muss sich ein Theil desselben, mit dem Gewinde ver- 
wachsen, in die Höhe erstreckt haben. Der Kanal dick, kurz, 
gebogen. 

Findet sich häufig in dem Hippuriten-Kalke von Kutsch- 
lin, in welchem sie nebst einigen Hippuriten-Arten und Car- 
dium alternans Reuss die gemeinste Versteinerung ist. 

2. Pt. i^racilis Reuss, — T. XL F. 21. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 204. 

Mit der vorigen Spezies finden sich selten Steinkerne 
einer Schnecke , die wohl eine andere Art derselben Galtung 
darstellen. Sie ist 2 — 2,5" hoch und nur halb so breit, kegel- 
förmig, mit 5 hohen, wenig gewölbten, schrägen Umgängen und 
kurzem, dickem, etwas gebogenem Kanal. Der Flügel ist eben- 
falls stets abgebrochen. An den Steinkernen stehen die Um- 
gänge weit von einander ab. Die stellenweise anhängende 
Schale ist 2"' und darüber dick, und die dachförmig abschüs- 
sigen Windungen sind daran kaum durch eine seichte Naht 
angedeutet. 

Strombus Lamakck. 

1. St. ventricosus Reuss, — T. IX, F. II. 

Reuss, geogn. Skizz., IL p. 207. 

Fast 2" lang, bauchig eiförmig. Gewinde sehr kurz, kaum 
vorstehend. 4 Umgänge, von denen die obern wenig gewölbt 
sind, der unterste, sehr grosse stark gewölbt, bauchig ist. Mün- 
dung lang und schmal, nach unten sich erweiternd. Kanal 



47 



sehr kurz, ofTen. Die äussere Lippe sehr diel», einen vom 
Gewinde gerade abstellenden kurzen Flügel bildend mit ganzem, 
dickem, gerundetem Rande und an der obcrn Ecke mit einem 
kleinen, vom Gewinde getrennten, Lapp?n -artigen Fortsatz. 
Oberfläche der Steinkerne glatt. 

Sehr selten in den Hippuriten-Schichten von Kutschlin. 

Conus LiNNE. 

1. C. cy lind raceus Geimtz, — T. XI, F. 11, 19. 

Geinitz, 1. c. p. 72, T. XVIII, F. 18. 

0,23" hoch und 0,126 — 0,166" breit, cylindriscb, nach 
abwärts sich wenig versclimälernd, oben abgestutzt, mit flachem, 
kaum vorstehendem Gewinde. Die Oberfläche mit äusserst 
feinen, schrägen Spiral-Linien bedeckt, die von entferntem fei- 
nen Längs Linien durclikreuzt werden. Die Steinkerne ganz 
glatt. Die ölündung sehr schmal. 

Sehr selten im Plänerniergel von Luschitz und im Pyro- 
pen-führenden Konglomerat von Jleronitz. 

g. Iluliolidae o'OitB. 
P 1 e II r 1 111 a r i a Di'.i-r.vnce. 

1. PI. linearis .Mantell. 

Trochus linearis Mantell, G. S. T. XVIII, F. 

16, 17. 
Cirrus perspectivus JIantell, G. S. T. XVIII, 

F. 12, 21. — Sow. M. C. 1. CCCCXXVIII, F. 1, 2. 
Cirrus depressus Mantell, G. S. T. XVIII, F. 18, 

22. — Sow., AI. C. T. CCCCXXVIII, F. 3. 
Solarium strialum Goldf. 
Pleur toniaria distincta Dujardin , Mcm. de la 

soc. geol. de Fr. II, 2, p. 231, T. XVII, F. 6. — 

RoKMEB, 1. c. p. 82. ■ — Geinitz, 1. c. p. 46, T. 

XV, F. 18, 19, T. XUI, F. 6, 8. 
PI. perspcctiva d'Oruiuny, paleont. franc. II, p. 

255, T. CXCVI. 

2 — 5" breit, kreisrund, niedrig kegelförmig, kaum halb 
so hoch als breit, mit 5 gewölbten, über der Mitte gekanteten 
Umgängen, die an der Oberfläche mit erhabenen Spiralslreifcn 
bedeckt sind, welche an manchen Exemplaren von feinern 
Längsstreifen durchkreuzt werden. Die Basis am Umfange 
gerundet, nicht gekantet, zunächst des sehr weiten Nabels fast 
glatt, übrigens mit entferntem Spiralslreifcn geziert. — F. 8 a 
stellt den Seitenumriss eines hieher gehörigen Exemplars dar. 

Häufig im obern Plänerkalk von Ilundorf, Kutschlin und 
vom Sauerbrunnberg bei Bilin ; kleine, ganz glatte Steinkerne 
liefert der Hippuritenkalk von Kutschlin. 

2. PI. secaiis d'Okbigny. — T. X, F. 8 b, c. 

d'Orbicny, paleont. frane. II, p. 261, T. CC, F. 1 — 4. 

Diese zuvor mit der vorigen Spezies verwechselte Art 
unterscheidet sich von ihr durch geringere Höhe des Gewindes, 
weniger gewölbte , in der Mitte stark gekielte Umgänge. Das 
von der Mundspalte ausgehende vorragende kantige Band der 
Umgänge (bände du sinus) ist in der Mitte etwas vertieft ; über 
ihm trägt jeder Umgang beiläufig vier , unterhalb desselben 



nur zwei erhabene Spiralstreifen, welche von eben so starken 
schrägen Querstreifen durchsetzt werden, die über der Kante 
nach rückwärts, unter derselben nach vorwärts gebogen, daher 
auf der Kante selbst unter fast 90° winklig gebrochen sind. 
Die Spiralstreifen v/erden dadurch grob gekörnt. Die letrcte 
Windung ist an der Basis scharf gekantet; die Basis weit ge- 
nabelt und mit starken konzentrischen Spiralstrcifen ganz be- 
deckt. Die Jlündung ist sehr niedergedrückt, sehmal rhom- 
boidal, aussen und innen spitzwinklig. 

Äusserst häufig im Grüiisandstein von Laun , Czencziz, 
Malnit? und Neuscbloss ; selten dagegen im grauen Kalkstein 
von Czencziz und im Exogyren-Sandstein von Malnilz. Nicht 
selten finden sich Exemplare, die nicht kreisrund sind, fondern 
elliptisch, wie das Abgebildete. 

3. PI. funata Reuss. — T. X, F. 11. 
Rel-ss, geogn. Skizz. II, p. 208. 
"? Trochus funatus Dujardin. 1. c. p. 231, T. XVII, 
F. 7. 

4- — 5"' hoch und eben so br^it oder wenig breiter, 
spitzig kegelförmig, mit 5 ebenen, dachförmig abschüssigen, 
unten scharf gekanteten, beinahe gekielten Umgängen, die durch 
ein? schmale, aber deutliche Naht getrennt sind. Auf jedem 
■'<■ — 5 starke, grob gekörnte Spiralstreifen, die durch eben so 
breite Furchen geschieden werden. Die Basis massig g^wöliit, 
scharf gekantet, mit dichten, nicht gekörnten S|)iralslreifen. 
Nabel sehr klein. Mündung rundlich-vierseitig, fn^t ihomliisch. 
Die äussere Mundlippe mit einer starken dcutiijhen Sp-ille. 

Ziemlich häufig im Pyropcnführenden Konglomerate ^on 
Bleronitz, selten im Plänerniergel von Priesen. 

•'(.. PI. gurgites Brongniart. 

D'diiBiONV, paleont. frane. II, p. 249, T. CXCII, 
F. 4—6. 

Trochus gurgites Al. Brongniart, euv. d. Viids 
T. IX, F. 7. 

Selten im obein Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin. 

5. PI. "ioantca Sow. — T. VII, F. 18. 

Sow. 'bei Fitton, 1. c. T. XIV, F. 16. — Roemer, 
1. c. p. 82. — Geinitz, Nachtrag 1843, p. 10, 
T. V, F. 5. 

Trochus j u re nsis iniili s Roeiier, Oolith. T. XVi, 
F. 13. 

2 — 2,5" breit und fast eben so hoch, mit 5 kaum yo- 
wölbten, ebenen, dachförmig abschüssigen, an den Steinker:ii'n 
glatten Windungen, die durch schmale, seichte Nälite geschieden 
sind. Die Basis fast eben, weit und tief genabelt, scharfkantig. 
Die Mündung eirund-vierseitig. 

Selten in den Hornstein-arligen Konglomerat-Sjiuchtcn von 
Janegg bei Teplitz. 

6. PI. sublaevis Geinitz. — T. X, F. 9; T. XH, 

F. 10. 

Trochus sublaevis Geinitz, 1. c. p. 73, T. XVill, 
F. 19. — Reuss, geogn. Skizz. 11, p. 208. 

0,166 — 0,25" breit, aber etwas niedriger; niedrig kegel- 



48 



förmig mit 4 — 5 kaum gewölbten , dachförmig abschüssigen, 
an der Basis mehr oder weniger gekanteten Umgüngen , die 
nur durch sehr seichte Nähte gesondert sind. An den ganz 
glatten Steinkernen dagegen werden die mehr gerundeten 
Windungen durch litfe Nähte getrennt. Die Basis sehr wenig 
konvex, fast flach. Nabel weit und tief. Mündung vierseitig- 
oval. Die Schale mit 6 — 8 Spirallinien, die manchmal deut- 
lich hervortreten , manchmal aber kaum bemerkbar sind, be- 
deckt; sie werden durch entfernte, feine, schräge Längsfurchen 
gittcrförmig durchkreuzt und schwach gekörnt; zuweilen wer- 
den am letzten Umgange zunächst der Naht dadurch kleine 
Knötchen gebildet. — Ich habe diese Spezies nur der voll- 
kommenen Formähnlichkeit wegen zu den Pleurotomarien ge- 
stellt; die Älundöffr.ung selbst fand ich stets verbrochen. Das 
T. XII, F. 10 abgebildete Exemplar hat 6 ganz ebene dach- 
förmige Umgänge, die aber durch deutliche Nähte geschieden 
sind ; die Schale ist fast glatt bis auf entfernte schwache 
Längslinien, die nur der obern Naht zunächst in kleine Fält- 
chen übergehen. Die durch eine scharfe Kante begrenzte 
Basis zeigt regelmässige feine Spirallinien. Die Mündung ist 
vcrschoben-vierseitig. 

Iläu/ig im Pläncrmergel von Luschitz, Priesen, Wollenitz, 
Horzenz, Rannay; im Pyropen-führenden Konglomerate von 
Mcronitz und im Pyropensande von Trziblitz; sehr selten im 
untern Plänerkalk von Kosstitz. 

h. Trochidae d'Orb. 
Trochus Lamahck. 

1. Tr. Basteroti Brongn. 

Al. Brongn. env. d. Paris T. III, F. 3. — Nilsson, 
petref. Suec. p. 12, T. III, F. 1. — Pusch, Pol. 
Paläont. T. X, F. 15. — Geinitz , \. c. p. 46, 
T. XIII, F. 9. 

Nicht selten im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Wolle- 
nitz, Kautz, Kystra, Horzenz. 

2. Tr. plicatus Reuss. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 208. 

Solarium Lamarck. 

1. S. decemcostatuin v. Buch. — T. X, F. 12. 

V. Buch in Karsten's Archiv 1838, Bd. XI, p. 315, 

— Reuss, geogn. Skizz. II, p. 208. 
? Turbo sulcifer Roemer, 1. c. p. 81, T, XII, 

F. 1. 

1,5 — 4'" breit, 1 — 3'" hoch, kreisrund, niedrig kegel- 
förmig , mit 4 runden , gewölbten , durch eine tiefe Naht ge- 
trennten Umgängen. Sie werden von zehn , durch sehr feine 
schräge Längslinien gekörnte , erhabene Querstreifen bedeckt. 
Basis massig gewölbt, durch keine Kante von der obern Fläche 
gesondert, sonst mit schwachen, nicht gekörnten Spiralstreifen 
geziert. Nabel klein , gezähnt. Mündung schief , vierseitig- 
rundlich. 

Häufig und 1 — 1,5'" gross im Pyropensand von Trziblitz; 



grösser (bis 4'") im Pyrnpen - führenden Konglomerat von 
Meronitz und im Plänermergel von Luschitz, Priesen und 
Wollenitz. 

2. S. angulatum Reuss. — T. VII, F. 24. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 209. 

Sehr klein (1,5 — 2'"), flach kegelförmig, mit 3 — 4 schnell 
abnehmenden treppenförmigen Windungen. Jede trägt oben 
und unten eine scharfe Kante , so dass dadurch drei Flächen 
entstehen , die unter fast rechten Winkeln zusammenstossen, 
eine obere ganz ebene, eine äussere abschüssig-gewölbte und 
eine sehr wenig konvexe untere. Der Querschnitt jeder Win- 
dung wird dadurch vierseitig. Sehr feine schräge Längsstreifen 
laufen über die Oberfläclie und sind an der Basis am kennt- 
lichsten. Um den weiten Nabel steht ein Kranz kleiner ruad- 
licher Höcker. 

Selten im Plänermergel von Priesen. 

Turbo Lamarck. 

1. T. concinnus Roemer, — T. X, F. 13. 

Trochus concinnus Roemer, 1. c. p. 81, T. XII, 
F. 9. — Geinitz, 1. c. p. 72, T. XVIII, F. 20. 

Steht dem Trochus Sarthinus d'Orb. (1. c. II, p. 189, 
T, CLXXVn bis, F. 6—8) nahe. Lang kegelförmig, 0,4 
— 1" lang, 0,25 — 0,33" breit. Mit 7 niedrigen, gewölbten, 
runden Umgängen, die durch sehr tiefe Nähte getrennt sind. 
Basis sehr gewölbt, mit sehr kleinem Nabel. Jede Windung 
mit 10 — 12 Spirallinien, die durch feine Längslinien fein ge- 
körnt sind. Mündung fast kreisrund. 

Ziemlich häufig im Plänermergel von Luschitz , Priesen, 
Postelberg u. a. 0. und im Pyropen-führenden Konglomerat 
von Meronitz. 

2. T. scrobiculatiis Reuss. — T. X, F. 14. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 207. 

0,33" breit und eben so hoch, kurz und stumpf kegel- 
förmig, mit 5 etwas bauchigen Windungen, deren letzte höher 
ist, als das übrige Gewinde. Über die Oberfläche laufen zahl- 
reiche schmälere und breitere Spiralfurchen, welche eben so 
feine Längslinien durchkreuzen, die sich aber nur in den 
Furchen als feine Grübchen zu erkennen geben. Der Theil 
zunächst unter der Naht ist frei von Furchen, aber durch 
seichte Einschnürungen knotig. Diess ist jedoch nur an der 
untersten Windung bemerkbar. Auf der konvexen Basis sind 
die Furchen alle gleichförmig. Mündung rund. 

Sehr selten in den kalkigen Konglomerat-Schichten, welche 
bei Kutschlin Klüfte im Gneiss ausfüllen. 

3. T. obtusus Reuss. — T. X, F. 10. 

T. decussatus Reuss, geogn. Skizz. II, p. 207. 

0,25 — 0,33" hoch, etwas höher als breit, kurz eiförmig, 
mit 4 gewölbten Umgängen. Der letzte bauchig und höher, 
als das übrige Gewinde. Feine Spiralfurchen (10 — 12 auf 
dem letzten Umgänge) laufen über die Oberfläche und werden 



49 



durch eben solche schräg rückwärts gerichtete Längsfurchen 
durchkreuzt, wodurch die ganze Oberfläche in ein feines, 
rhombisches Gitt'rwerk zerschnitten wird. Ähnelt sehr dem 
T. arenosus Sow. aus den Gosauschichtcn (Transact. of the 
geol. soc. 1832, T. XXXVIII, F. 14). — Der frühere Name 
T. decussatus wurde verändert, weil d'Orbigny schon einen 
Turbo dieses Namens beschreibt (Lilorina decussata Deshayes, 
Leymerie (T. 17, F. 6)). 

4. T. subinflatus Reüss, — T. XI, F. 12. 

0,125 — 0,166" hoch und fast eben so breit, niedrig und 
stumpf kegelförmig, mit 4 schnell an Breite abnehmenden, 
stark gewölbten , runden Umgängen , sehr konvexer Basis und 
engem Nabel. Über die Oberfläche laufen entfernte feine 
Spirallinien (6 — 8 am letzten Umgänge), die von feinen Längs- 
falten durchsetzt werden. An den Steinkernen sind die "Win- 
dungen wenig gewölbt, abschüssig. Die letzte Windung nicht 
gekantet, geht gerundet in die Basis über. Mündung rund. 

Selten im Pyropensand von Trziblitz und noch seltener 
im Pyropen-führendcn Konglomerat von Meronitz. 

Litorina Sowerby. 

1. L. lotuntlata Sow. — T. X, F. 15. 

Turbo rotundatus Sow, M. C. T. CCCCXXXIII, 

F. 2. 
Auricula spirata Roemer, 1. c. p. 77, T. XI, F. 4. 
Lilorina rotundata Sow. bei Geinitz, 1. c. p. 45, 

T. XIII, F. 7; ?T. XIV, F. 10; T. XV, F. 16, 17. 

0,166 — 0,45" lang, ei-kegelförmig. Das Gewinde mehr 
oder weniger vorragend, mit vier stark gewölbten Windungen, 
deren letzte bauchig und höher ist, als das ganze übrige Ge- 
winde und an dem untern Rande eine Einbiegung zeigt. Die 
Mundöffnung breit eiförmig , oben zugespitzt. Die Oberfläche 
der Steinkerne glatt. 

Steinkerne flnden sich ziemlich häufig im Plänerkalk vom 
Sauerbrunnberg bei Bilin; im Plänermergel von Luschitz und 
Priesen, im untern Quader von Tyssa, Zloseyn und Mühlhauscn; 
sehr häufig, in Schwefelkies verwandelt, im Pyropen-führenden 
Konglomerat von Jleronitz, mit Brauneisenstein imprägnirt und 
sehr klein im Pyropensand von Trziblitz. 

2. L, sculpta Sow. — T. X, F. 16. 

Turbo sculptus Sowerby, M. C. T. 395, F. 2. 

0,5" lang, ei-kegelförmig. Das kegelförmige, stark vor- 
stehende Gewinde mit 5 Windungen, deren unterste etwas 
bauchig und niedriger oder nur eben so hoch ist, als das 
übrige Gewinde, Die Oberfläche mit entfernt stehenden er- 
habenen Spirallinien, die von eben solchen Längslinien gekreuzt 
werden. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

Phasianella Lamarck. 

1. Ph. lineolata Reuss, — T, X, F, 19; T, VII, 
F. 25. 

B u ccinum lineolatumREuss,geogn. Skizz.II, p. 206. 

Reuss, Verslcinej ungen. 



0,33 — 0,5" lang, schlank thurm-spindelförmig , mit 7 
sehr wenig gewölbten Umgänjen. Die letzte Windung höher 
als das übrige Gewinde, nach unt?n sich verschmälernd. Mund- 
öiTnung ei lanzettförmig , oben spitz. Gewöhnlich ist sie zer- 
brochen. Die Oberfläche der Windungen ist mit ungleichen 
sehr feinen, nicht sehr gedrängten, schrägen, vertieften Spiral- 
linien bedeckt, die am Grunde punktirt sind, — Könnte viel- 
leicht auch eine Nassa seyn , ähnlich der N. lineolata Sow. 
(M. C, T, 375, F. 1) aus dem Londonclay, indem manche 
Exemplare Spuren einer verdickten , innen gekerbten , äussern 
Mundlippe darzubieten scheinen ; nirgends aber ist wegen 
Mangelhaftigkeit der Exemplare ein Kanal wahrzunehmen. 

Sehr selten im Plänermergel von Werschowitz bei Laun, 
häufiger im Pyropensande von Trziblitz und im Pyropen-führen- 
den Konglomerate von Meronitz, 

i. Neritidae d'Orb. 

Nerita Lamarck. 

1, N. costulata Roemer. 

Roemer 1, c. p. 82, T, XH, F. 12. 

Sehr selten als Steinkern im Pyropcn-führendea Konglo- 
merat von Meronitz. 

k. Nalkklue v'Ons. 
Natica Lamarck. 

1. N. canaliculata Sow. — T, XI, F, 1. 

Sowerby bei Fitton, 1, e, T, XI, F, 12; T. XVIII, 

F. 6. — Geinitz, 1. e. p. 47, T. XV, F. 25. 26, 

Nachtrag 1843, p. 10, T, I, F. 20. 
Ampullaria canali culata Mantell, G. S. T, XVIII, 

F, 11; T. XIX, F. 13. 
Natica Gaultina d'Orb., paleont. frane. II, p. 156, 

T, CLXXIII, F. 3, 4. 
?IIelix Gentii Sow. M. C. T. CXLV. 
■?Natica acutimargo Roemer, 1. c, p. 83, T, XII, 

F. 14. 

0,5 — 2,5" breit, kugelig gewölbt, besonders die letzte 
Windung. Gewinde sehr niedergedrückt, kaum vorstehend, 
mit 4 bauchigen , schnell an Grösse abnehmenden Windungen 
und weitem kreisförmigem Nabel. Am obern Rande der Win- 
dung zunächst der Naht läuft eine tiefe, ziemlich breite Rinne, 
die nach aussen von einer vorstehenden Kante begrenzt wird, 
welche im Steinkerne gerundet, bei erhaltener Schale meiir 
vertieft ist. Diese Rinne ist an der letzten Windung am deut- 
lichsten ausgesprochen. Die Oberfläche der Schale ist mit 
gedrängten, gröbern und feinern Linien bedeckt, welche in 
der Rinne zuerst quer, dann aber, sich bedeutend rückwärts 
biegend, dem Mundsaum parallel laufen. 

Mit erhaltener Schale, aber fast immer verdrückt, nicht 
selten im Plänermergel von Luschitz , Wollenitz , Priesen und 
Kautz. Steinkerne selten im untern Plänerkalk von Laun, im 
obern von Kröndorf, im Ilippuritenkalk von Rutschlin , im 
Exogyrensandstein von Malnitz, im Grünsandstein von Sjmich 
und Malnitz, im untersten Quader von Tyssa. 



50 



2. N. unicariiiata Geinitz. 

Geinitz, 1. c, p. 7i, T. XVIII, F. 17, 17*. 

Natica caiinata Roemer, 1. c. p. 83, T. XII, F. 15. 

Selten im Plänermevgel von Priesen, häufig im untern 
Quader von Tyssa, Zloseyn und Miihlljausen. 

3. N. rugosa Höninghaus. 

Roemer, 1. c. p. 83, T. XII, F. 16. — Geinitz, 1. c. 
p. 74, T. XVIII, F. 15. 

Sehr selten im Exogyren-Sandstein von Alalnitz. 

4. N. nodosa Geinitz, — T. XI, F. 2. 

Geinitz, 1. c. p. 47, T. XV, F. 27, 28. — Roemer, 
1. c. p. 83. 

1 — 3" breit, eirund liugelig, sehr bauchig. Gewinde 
etwas vorstehend , mit drei , äusserst schnell an Grösse ab- 
nehmenden, deutlich gekanteten Umgängen. Die gerundete 
Kante wird durch breite seichte Längsfurchen in breite Knoten 
zerlheilt. Über der Kante, welche sich an der letzten Win- 
dung immer mehr von der Naht entfernt , ist die Windung 
flach, ja selbst etwas vertieft, unterhalb derselben stark gewölbt. 
Die Oberfläche der dicken Schale ist dicht mit starken , im 
untern Theile etwas zurückgebogenen, dem Mundsaume paral- 
lelen Streifen bedeckt. 

Nicht gar selten in den Hippuriten-Schichten von Kutschlin. 

5. N. d i c h o t o m a Geinitz. 

Geinitz, 1. c. p. 48, T. XIII, F. 5. Nachtrag 1843, 
p. 10, T. I, T. 19. 

Ziemlich h'iufige, aber wenig deutliche Steinkerne in den 
Hippuritenseliicliten von Kutschlin. 

6. N. vulgaris Rf.uss, T. X, F. 22. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 209. — Geinitz, Nachtrag 

1843, p. 10, T. I, F. 21—23. 
N. lamellosa Roemer, 1. c. p. 83, T. XII, F. 13. 

0,5 — 1" hoch, höher als breit, breit eiförmig, fast kuge- 
lig, mit 5 gewölbten Umgängen und vorstehendem, kegel- 
förmigem Gewi:ide , das mehr als halb so lang ist , als die 
letzte Windung. Diese ist bauchig kugelig ; die übrigen kurz, 
gewölbt. Die dünne Schale zeigt dicht gedrängte, feinere und 
stärkere Längslinien, die nicht zurückgebogen sind, sondern 
fast gerade herablaufen und von entfernten , feinen , vertieften 
Spirallinien durchkreuzt werden. 

Sehr gemein, aber fast stets zerdrückt, im untern glau- 
konitischen Pläncrkalk von Laun und im Plänermergel von 
Priesen und Postelberg; sparsamer in dem von Kystra, Wolle- 
nitz und Luschitz, so wie auch im untern Quader von Tyssa. 

l, Actaeonidae d'Orb. 
Actaeonella d''Orb. 

1. A. laevis Sow., — T. X, F. 21. 

d'Orb. paleont. fianc. II, p. 110, T. 165, F. 2, 3. 
Volvaria laevis Sowerby bei Skdgwick und MuR- 
CHisoN in Gcol. Transact. III, 419, T. XXXIX, F. 33. 



0,75 — 1" lang, fast cylindrisch, wenig bauchig, nach oben 
sich verschmälernd und mit gerundeter Spitze endend. Das 
Gewinde tief eingesenkt. Die Spindel mit drei starken, schrägen 
Falten. Die Oberfläche glatt. 

Steinkerne selten in den Hippuriten-Schichten von Kutschlin. 

Volvaria Lamarck. 

2. V. tenuis Reuss, — T. X, F. 20. 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 206. 
Scheeren-Stücke eines kleinen Krebses bei Geinitz, 1. c. 
p. 64, T. XVII, F. 15 a, b. 

0,33 — 0,6" lang, 0,165 — 0,33" dick, cylindrisch, oben 
und unten wenig verschmälert. Das Gewinde gar nicht vor- 
stehend. Die Oberfläche mit feinen, vertieften, am Grunde 
punktirten Spiral-Linien bedeckt , welche in der obern Hälfte 
horizontal , in der untern aber schräg aufwärts laufen. Am 
obern Ende bemerkt man übcrdiess entfernte kurze und schwache 
LängsFältchen. Die Schale dünn. Die Spindel mit 3 (?) 
Falten. — Ähnelt in der Form der V. acutiuscula Sovv. 
(M. C. T. CCCCLXXXVH) aus dem Londonclay von Rarton 
Clifi'. 

Einzeln im Plänermergel von Luschitz, Priesen und Po- 
stelberg. 

Acteon Montfort. 

1. Ä. elongatus Sow. — T. VII, F. 21. 

Tornatella elongata Sow. bei Fitton, 1. c. T. 
XI, F. 1. 

2,5 — 3'" lang, verlängert elliptisch, mit 4 wenig ge- 
wölbten Windungen, an der Oberflache mit Spiralfurchen be- 
deckt , welche von kurzen Länaslinien durchkreuzt werden, 
wodurch sie punktirt erscheinen. Die Spindel mit drei kurzen 
Falten; der äussere Muiidsaum etwas verdickt. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen. 

2. A. Ovum DujARDiN. 

d'Orbigny, paleont. franc. II, p. 123, T. CLXVH , F. 

19, 20. 
Auricula ovum Dujardin , Mem. d. 1. soc. geol. 

d. Fr. II, 2, p. 231, T. XVÜ, F. 2. — Roemer, 

1. c. p. 77, T. XI, F. 3. — Geinitz, 1. c. p. 48, 
T. XV, F. 1, 2, 3. 

Pedipes glabratus Roemer bei Geinitz,!. c. p, 48. 

Sehr selten im Plänerkalk von Hundorf, Kutschlin, Lieb- 
schitz und vom Sauerbrunnberg bei Bilin, im Plänermergel 
von Luschitz und Wollenitz , im Pyropen - führenden Konglo- 
merat von ]\Ieronitz. 

Avellana d'Oub. 

1. A. incrassata Sow. 

d'Orbigny, paleont. franc. II, p. 133, T. CLXVHI, 

F. 13 — 16. 
Auricula incrassata Sow. M. C. T. CLXIII, F. 1, 

2, 3. — Mantell, G. S. T. XIX, F. 2, 3. — Gei- 
nitz, Nachtvag 1843, p. 11, T. I, F. 26. 



51 



Auricula ringcns Parkinson, org. rem. III, T. V, 

F. 4. 
Pedipes incrassatus Qbenstedt , Wiegm. Archiv 

1836, III, p. 249. 
Auricula sulcata Dujardin, Mem. d. I. soc. geol. 

d. Fr. II, 2, p. 231, T. XVII, F. 3. — Roemer, 

1. c. p. 77. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Priesen , im 
untern Quader von Tyssa und im Pyropen-führenden Konglo- 
merat von Meronitz. 

m. Pyramidellidae d'Orb. 

Chemnitzia d'Orb. 

1. "?Cli. areiiosa Reuss, — T. X, F. 7. 

Melania arenosa Reuss, geogn. Skizz. II, p. 209. 

4,5 — 5" lang, hoch Ihurmförniig, mit 7 — 8 hohen, wenig 
gewölbten , am Steinkern durch eine tiefe Naht getrennten 
Umgängen, die am untern Rand einen 1 — 2'" breiten Saum 
wahrnehmen lassen. Die Mundöffnung schief oval, oben spitz 
zulaufend, unten an der Spindel ziemlich stark eingebogen. 
Die Oberfläche der Steinkerne zeigt undeutliche Spuren seich- 
ter breiter Spiralfurchcn, deren 5 — 6 auf die Windung kommen. 

Sehr selten im Griinsandstein von Czencziz. 

Nerinaea Defrance. 

1. N. Borsoni Catullo. 

Roemer, 1. c. p. 78, T. XI, F. 8. — Geinitz, I. c. 
p. 43, T. XIV, F. 6, 7. 

Sehr selten in den kalkigen Konglomerat-Schichten von 
Kutschlin. 

n. Pahidinidae d'Orb. 
Turritella Laäurck. 

1. T. granulata Sow. 

Sowerby, M. C. T. DLXV, F. 1. — Geinitz, I. c. 
p. 44, T. XV, F. 7, 9, 11. Nachtrag 1843, 



p. 10, T. I, F. 18. — d'Orb., paleont. franc. II, 
p. 46, T. CLIII, F. 5 — 7. 

Sehr häufig im untersten Quader von Tyssa, Zloseyn und 
Mühlhausen ; selten im Exogyren-Sandstcin von Lobkowitz und 
Drahomischel , im Grünsand von Midnitz und Laun und im 
Plänersandstein von Hradek und Schelkowitz. 

2. T. sexlineata Roemer. 

Roemer, 1. c. p. 80, T. XI, F. 22. 

Selten im untern Quader von Zloseyn, 

3. T. multistriata Reuss, — T. X, F. 17; T, XI, 

F. 16. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 207. 

Bei 1,5" Länge an der untersten Windung 0,5" breit. 
Zahlreiche (10 — 12) massig gewölbte, durch eine tiefe Naht 
getrennte Umgänge. Jeder trägt 4 hohe und scharfe , aber 
schmale Querstreifen, welche gleichweit von einander liegen 
und 5 — 8 sehr feine Querlinien zwischen sich haben, zwischen 
denen man mit scharfer Loupe noch viel feinere erkennt. 
Der unterste der vier Streifen steht hart über der Naht, der 
oberste ist aber von der nächstliegenden Naht durch 12 — 14 
äusserst feine Querlinien getrennt. Alle Streifen und Linien 
sind vollkommen glatt, nicht gekörnt. 

Häufig im untern Plänerkalk von Laun , im Plänermergel 
von Priesen, WoUenitz, Postelberg. 

4. T. acicularis Reuss, — T. XI, F, 17, 

Sehr schlank thurmförmig, pfriemenförmig, mit zahlreichen 
(l4 — 15) wenig gewölbten, aneinander schliessenden Umgängen, 
die nur durch schwache Nähte angedeutet sind. Jeder Umgang 
mit 4 gleichförmigen, glatten, erhabenen Querlinien, die gleich- 
breite Zwischenräume zwischen sich lassen. — Ähnelt im 
ganzen Habitus sehr der T. minuta Dunker et Koch , T. V, 
F, 6, 

Nicht häufig im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Wol- 
lenitz, Postelberg u. s. w. ; einzelne Bruckstücke im Pyropen- 
führenden Konglomerat von Meronitz, 



Erklärung^ der Tafeln. 



Taf. I. 

Beryx Zippei Ac, aus dem Plänersandstein von Zaiuz. 

Taf. II. 

Fig. 1. Bruchstück von Beryx Zippei Ac, aus dem Pläiicrsaud- 
cteiii von Zaluz. 

Fig. 2. Bruchsflick von Beryxornatus Ac, aus dem obern Plä- 
nerkalk von Kutschlin. 

Fig. 3. Zahn von Acrodus affinis Reoss, aus dem untern Plä- 
ncrkalk von Kosstitz. 

a Seiten-Ansicht in natürlicher Grösse, a' vergrössert. 
b Obere Ansicht in natiirlicher Grösse, b' vergrössert. 
Fig. 4. Bruclistütk eines Zahns von Acrodus affinis Reuss, 
ebendaher. 

a in natürlicher Grösse, b vergrössert. 
Fig. 5, 6. Zahn von Ptychodus latissimus Ac, ebendaher. 
„ 7. Zahn von Ptychodus lati.ssimus Ac, aus dem obern Plä- 
nerkalk von Si^ttenz. 

a Seiten-Ansicht, b obere Ansicht. 
Fig. 8. Zahn von Ptychodus latissimus Ac , aus dem untern 
Pläncrkalk von Kosslitz. 

Fig. 9. Zaiin von Ptychodus mammillaris Ag., aus dem obern 
Plänerkalk von Hundorf. 

a Seiten-Ansicht, b obere Ansicht. 
Fig. 10. Zuhn von Ptychodus dccurrens Ac , aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

a Obere Ansicht, b Seiten-Ansicht. 
Fig. II. Zahn von Ptychodus maHimillaris Ac, ebendaher. 

a von hinten, b von der Seite, c von oben, d von unten. 
Fig. 12. Zahn von Ptychodus mammillaris Aü., aus dem untern 
Plänerkalk von Kosslitz. 

a von oben, b von der Seite. 
Fig. 13. Zahn von Ptychodus mammillaris Ac, ebendaher. 
„ 14. „ „ „ triangularis Riiuss, ebendaher, 

a von oben, b von der Seile, c von hinten, d von unten 
in natürlicher Grösse, a', b', c', d', e' vergrössert. 

Fig. 15. Zahn von Ptychodus triangularis Rkuss, aus den Kon- 
glomerat-Schichten vcni Borzcn bei Bilin. 

a von oben, b von der Seite, c von hinten, d von unten, 

e von vurne, in natürlicher Grösse, 
a', b', c', d', e' vergrössert. 
Fig. 16. Zaiin von Ptychodus triangularis Reuss, aus dem 
untern Planeikalk von Kosstitz. 

a von oben, b von der Seite, beide vergrössert. 
Fig. 17. Zahn von Ptychodus triangularis Rekss, aus den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzcn bei Bilin. 

a von oben, b von hinten, beide vergrössert, 
Fig. 18, 19. Zahn von Ptychodus triangularis Reuss, eben- 
daher. Vergrössert, 

Fig. 20. Zahn von Hybodus cristatus Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

a in natürlicher Grösse, b vergrössert. 
Fig. 21, 22. Zahn von Scyllium cra.ssiconum Reuss, aus den 
Konglomerat-Schichten vom Borzeu bei Bilin. 



Taf. m. 

Fig. l. Zahn von Oxyrrhina Mantellii Ag., aus dem Plänerkalk 
von Hundorf. Innere Ansicht. 

Fig. 2 , 3. Zahn von Oxyrrhina Mantellii Ag., ebendaher. 
Äussere Ansicht, 

Fig. 4. Zahn von Oxyrrhina Mantellii Ac , aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

a von innen, b von der Seite. 

Fig. 5, 6. Zahn von Oxyrrhina Mantellii Ac, ebendaher, 
a äussere, b innere Ansicht. 

Fig. 7. Zahn von Oxyrrhina angustidens Reuss, aus den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzeu bei Bilin. a äussere, b Seiten- 
Ansicht. 

Fig. 8. Zahn von Oxyrrhina angustidens Reuss, ebendaher, 
a innere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 9. Zahn von Oxyrrhina angustidens Reuss , ebendaher, 
a innere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 10, 11, 12, 13. Zahn von Oxyrrhina angustidens Reuss, 
ebendaher. Äussere An.sicht, 

Fig, 14, 15, Zahn von Oxyrrhina heteromorpha Reuss, aus 
dem untern Plänerkalk von Kosstitz. Äussere Ansicht. 

Fig. 16. Zahn von Oxyrrhina hetcromoipha Reuss? ebendaher. 
Äussere Ansicht. 

Fig. 17, 18, 19. Zahn von Oxyrrhina acuminata PiEuss, eben- 
daher. Äussere Ansicht. 

Fig. 20. Zahn von Otodus seniiplicatus v. Münst., ebendaher, 
a innere, b äussere Ansicht, 

Fig. 21. Zahn von Otodus semiplicatus v. MOnst. , eheiuhiher. 
Äussere Ansicht. 

Fig. 22. Zahn von Otodus appendiculatus Ac , ebendaher, 
a innere, b seitliche, c äussere Ansicht. 

Fig. 23. Zahn von Otodus appendiculatus Ac, aus dem Pläner- 
kalk von Hundorf. Äussere Ansicht, 

Fig. 24, 25, 26. Zahn von Otodus appendiculatus Ac, aus dem 
untern Plänerkalk von Kosslitz. Äussere Ansicht. 

Fig. 27, 28. Zahn von Otodus appendiculatits Ac , aus den 
Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. Äussere Ansicht. 

Fig. 29, 30. Zahn von Otodus appendiculatus Ac, aus dem 
untern Plänerkalk von Kosstitz. Äussere Ansicht. 

Fig. 31. Zahn von Otodus appendiculatus Ac , ebendaher. 
Innere Ansicht. 

Fig. 32. Zahn von Otodus latus Ac, aus dem Plänerkalk von 
Hundorf. Äussere Ansicht. 

Fig. 33. Zahn von Otodus latus Ag , aus dem untern Pläner- 
kalk von Kosslitz. 

Fig. 34. Zahn von Odontaspis raphiodon Ac, aus dem Pläner- 
mergel von Kautz. Äussere Ansicht. 

Fig. 35, 36, Zahn von Odontaspis raphiodon Ag. , aus dem 
untern Plänerkalk von Kosstitz. Äussere Ansicht. 

Fig. 37. Zahn von Lamna plicateila Reüss, aus den Kotiglo- 
merat-Schichten vom Borzen bei Bilin, Innere Ansicht. 

Fig. 38. Zahn von Odontaspis raphiodon Ac, aus den Hippuriten- 
Schichten von Kutschliu. Innere Ansicht, a vergrössert, b natürl. 
Grösse (schlecht). 



53 



Fi^. 39. Zahn von Lamna pllcatolla Reuss. aus dem untern 
Pläncrkalk von Kosstitz. a innere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 40. Zahn von Lamna plicatella Rüuss , aus dem Pläner- 
mcrgel von Priesen. 

Fig;. 41. Zahn von Lamna plicatella Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstifz. 

Fi"-. 42. Zahn von Odontaspis raphiodon Ag. , aus den Konglo- 
merat-Schichten vom Borzen bei Bilin. a innere Ansicht vcrgrüs- 
sert, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 43. Zahn von Lamna plicatella Reuss , aus dem Pläner- 
mergel von Kautz. a innere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 4 J ? Zahn von Lamna plicatella Reuss , aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. b vergrössert. 

Fig. 45. Zahn von Lamna undulata Reuss, aus den Konglo- 
merat-Schichten vom Borzen bei Bilin, Seiten-Ansicht, b vergrössert. 

Fi"'. 46. Zahn von Lamna undulata Reuss, ebendaher. 
,, 47. „ „ „ „ „ aus dem Plänerkalk 

von Hundorf. 

Fig. 48.' Zahn von Lamna undulata Reuss , aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. Vergrüsserte Seiten-Ansicht. 

Fig. 49, 50. Zahn von Corax heterodon Reuss, aus dem Plä- 
nerkalk von Hundorf. 49 äussere, 50 innere Ansicht. 

Fig. 51. Zahn von Corax heterodon Reuss, aus dem Pläner- 
mergel von Priesen. Äussere Ansicht. 

Fig. 52 — 56. Zahn von Corax heterodon Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 54 innere An.-iclit, 52, 53, 55, 66 äussere 
Ansicht. 

Fig. 57. Zahn von Corax heterodon Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk der Schillinge hei Bilin. Au.sscre Ansicht. 

Fig. 58, 59. Zahn von Corax heterodon Reuss, aus den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. 58 äussere, 69 innere 
Ansicht. 

Fig. 60 — 71. Zahn von Corax heterodon Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 60, 61, 65, 66, 67, 69, 71 innere, 62, 63, 
64, 68, 72 äussere Ansicht. 

Taf. IV. 

Fig. 1 , 2. Zahn von Corax obliquus Reuss , aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. Äussere Ansicht, a natürliche Grösse. 
b vergrössert. 

Fig. 3. Zahn von Corax obliqnus Reuss, ebendaher. 
„ 4—8. Zahn von Scyllium Humboldtii Reuss, aus den 
Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. a naiiirl. Grösse, 
b vergrössert. 7 b, hintere Ansicht. 

Fig. 9 ? Zahn von Scyllium Humboldtii Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

Fig. 10, 11, 12. Flo.'^sen-Stachel von Spinax niarginatus Reuss, 
ebendaher, 

Fig. 13 , 14. Flossen-Stachel von Spinax rotundatus Reuss, 
ebendaher. 

Fig. 15. Kicfer-Frngnient mit Zähnen von Pycnodus scrobi- 
culatus Reuss, ebendaher. 

Fig. 16 — 19. Zahn von Pycnodus scrubiculatus Reuss, aus den 
Konglomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. a obere, b Seiten- 
Ansicht. 

Fig. 20. Vergrössert. Stuck der Oberfläche eines solchen Zahnes. 

Fig. 21, 24. Schneidezahn von Pycnodus scrubiculatus Ac, 
ebendaher, a innere, b seitliche Ansicht. 

Fig. 22, 23. Zahn von Pycnodus scrobiculatns Reuss, ebendaher. 
Obere Ansicht. 

Fig. 25. Zalm von Pycnodus scrobiculatus Reuss, ebendaher. 
Seiten-Ansicht. 

Fig. 26—32, 35. Zahn von Pycnodus complanatus Ag., eben- 
daher und BUS dem untern Plänerkalk von Kosstitz. a obere, b 
Seiten-Ansicht. 



Fig. 33. Schneidezahn von Pycnodus complanatus Ag., eben- 
daher, a Vorder- , b Seiten-Ansicht. 

Fig. 34. Zahn von Pycnodus complanatus Ag , ebendaher, a, b 
obere, c Seiten-Ansicht, b, c vergrössert. 

Fig. 36. Schneidezahn von Pycnodus complanatus Ag. , eben- 
daher, a, b vordere, c Seiten-Ansicht, b, c vergrössert. 

Fig. 37. Zahn von Pycnodus rostratus Reuss, ebendaher, a 
seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 38. Zahn von Pycnodus subdeltoideus Reuss, ebendaher. 
a obere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 39, 40, 42. Zahn von Pycnodus subdeltoideus Reuss, eben- 
daher. 

Fig. 41. Zahn von Pycnodus subdeltoideus Reuss, ebendaher, 
a obeie, b untere Ansicht. 

Fig. 43, 44, 45. Zahn von Pycnodus semilunaris Reuss, 43 
ebendaher, 44, 45 aus dem untern Plänerkalk von Kosstitz. a obere, 
b Seiten-Ansicht. 

Fig. 46, 47, 48, 50 — 54. Zahn von Pycnodus rhomhoidalis Reuss, 
47, 51 aus dem untern Plänerkalk von Kosstitz, die übrigen aus 
den Konglomerat-Schichten vom Borzen. a obere, b Seiten- Ansicht. 

Fig. 49. Zahn von Pycnodus rhomhoidalis Reuss, aus den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. a obere, b untere Ansicht. 

Fig. 55. Zahn von Gyrodus angustus Ag. , aus dem untein 
Plänerkalk von Kosstitz. a obere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 56. Zahn von Gyrodus quadratus Reu.ss, aus den Kon^lo- 
merat-Schichten vom Borzen bei Bilin. a obere Ansicht, c dieselbe 
vergrössert, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 57. Zahn von Gyrodus Miinsteri Ag., ebendaher, a seit- 
liche, b obere Ansicht, c die Seiten-Ansicht vergrössert. 

Fig. 58. Zahn von Gyrodus Miinsteri Ag., ebendaher, a seit- 
liche, b obere Ansicht, beide vergrössert. 

Fig. 59, 60. Zahn von Gyrodus Miinsteri Ag. , ebendaher. 
Obere Ansicht, a natürliche Grösse, b vergrössert. 

Fig. 61. Zahn von Gyrodus quadratus Reuss, ebendaher, a 
seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 62, 63. Zahn von Phyllodus cretaceus Reuss, ebendaher, 
a obere, b seitliche Ansicht. 

Fig. 64. Schneidezahn von Pycnodus complanatus Ag. , aus 
dem untern Plänerkalk von Kos.stitz. 

Fig. 65. Kiefer-Fragment mit Zähnen von Enchodus halocyon 
Ag., aus dem Plänerkalk von Hundorf. 

Fig. 66. Zahn von Enchodus halocyon Ag., aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

Fig. 67. Zahn von Saurocephalus lanciformis Harl., aus dem 
Plänerkalk vom Saiieibrunnbcrg bei Bilin. 

Fig. G8— 79. Koprolitli von Macropoma Mantellü Ag., aus dem 
untern Plänerkalk von Kosstitz. 

Fig. 77. Koprolith aus dem Pyropensand von Tiziblitz. 

Fig. 78, 79, 80. Koprolithen aus den Konglomerat-Schichten 
vom Borzen bei Bilin. 

Taf. V. 

Fig. 1. Koprolith von Macropoma Mantellü Ag., aus dem Plä- 
nermergel von Postelberg. 

Fig. 2. Koprolith von Macropoma Mantellü Ag., aus dem Pläncr- 
mergel von Friesen. 

Fig. 3. Koprolith von Macropoma Mantellü Ag., aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

Fig. 4. Querdurchschnitt eines solchen Koprolithen, ebendaher. 

Fig. 5. Koprolith ebendaher. Vergrössert. 

Fig. 6. Koprolith von Macropoma Mantellü Ac, ebendaher. 

Fig. 7, 8. Koprolith aus dem kohligen Schiefer des rothen Todt- 
liegenden von Hohcnelbe. 

Fig. 9. Schuppe von ? Beryx , aus dem Plänermergel von 
Postelberg. 



54 



Fig. 10. Schlippe von Osmcroides Lcwcsiensis Ag. , aus dem 
Pläncrsand.stein von S. Iiirzowilz. 

Fig-. 11. S<liu|i|)p von O.'imcrOKlc's I.cv.'osieii.sis Ac, aus dem 
Pliincnncrgel von WoUcnilz. 

Fig. 12. Siliuppe von Bciyx ornatus Ag. , aus dem Plänerkalk 
von Kut.sclilin. 

Fig. 13. Scluippe von Beryx ornatus Ag. , aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

Fip. 14. Schuppe von ?OsQieroides Lcwesiensis Ag. , aus dem 
Plänermergel von Postclbcrg. 

Fig. 15. Schuppe von Beryx ornatus Ag., aus dem Planermer- 
gel von Priesen. 

Fig. 16. Schuppe von Osmeroides Lewesiensis Ac, ebendaher. 

Fig. 17. Kteiioidcn-Schuppe. ebendaher. 

Fig. 18. Cykloiden-Schuppc, ebendaher. 

Fig. 19. Schuppe von Osmeroides Lewcsiensis Ag. , aus dem 
Plänermergel von Hochpetsch. 

Fig. 20. Schuppe von ? Beryx microcephalus Ag. , aus dem 
Plänermergel von Priesen. 

Fig. 21, 21 b. Ganoiden - Schuppen aus den Konglomerat- 
Schichten vom Borzen bei Bilin. 

Fig. 22. Serpula ampullacea Sow. , aus dem untern Plänerkalk 
der Scliillinge bei Bilin. a Seiten-Ansicht, c Mündung, b ein vcr- 
grössertes Stück der Oberfläche. 

Fig. 23. Scrptila biplicata Reuss, aus dem Planerkalk von 
Hundorf. a in natürlicher Grösse, auf Micraster cor anguinum auf- 
sitzend, b vergrüssert. 

Fig. 24. Serpula subtorquata v. Mi;^•.ST., aus dem Plänermergel 
in Kautz. a natürl. Grösse, b ein Stück vergrüssert. 

Fig. 25. Serpula pustulosa Gein. , aus dem Plänerkalk von 
Kutschlin. 

Fig. 26. Serpula filiformis Sow., aus dem Hippuriteukalk von 
Kutschlin. 

Fig. 27. Serpula subinvoluta Reüss, aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 28. Serpula ?depressa von MiJKST., aus dem Plänerkalk 
von Hundorf. 

Fig. 29. Serpula amphisbaena Goldf., aus dem Grünsandstein 
von Czencziz. 

Fig. 30. Serpula amphisbaena Goldp., aus dem Plänermergel 
von Mühlhausen. 

Fig. 31, 32. Serpula amphisbaena Goldp., aus dem Plänersand- 
.stcin von Trziblitz. 

Fig. 33. Cytherina parallela Reüss., aus dem untern Pläner- 
kalk von Kosstitz. 

Fig. 34. Cytherina complanata Reuss, ebendaher. 
„ 35. „ ovata Roehi., ebendaher. 

„ 36. „ elongata Reuss, ebendaher. 

„ 37. „ asperula Reuss, aus dem Plänermergel von 

Rannay. 

Fig. 38. Cytherina subdeltoidea v. Mükst., aus dem Pläner- 
kalk von Kutschlin. 

Fig. 39. Cytherina Hilseana RoEivi., aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 40. PoUicipes Bronnii Roeivi., aus dem untern Plänerkalk 
der Schillinge bei Bilin. Vergrössert. a äussere, b innere Fläche. 
Fig. 41. PoUicipes Bronnii Roem. , aus dem untern Plänerkalk 
von Kosstitz. Vergrössert. 

Fig. 42. PoUicipes radiatus Sow., aus dem Plänerkalk von 
Hundorf. Vergrössert. 

Fig. 43. PoUicipes conicus Reüss, aus dem Plänerkalk vom 
Sauerbrunnberg bei Bilin. Vergrössert. 

Fig. 44. PoUicipes unguis Sow., aus dem Plänermergel von 
Luschitz. 



Fig. 45, 48, 40. PoUicipes glaberRoEM., aus dem untern Plä- 
nerkalk der Schillinge bei Bilin. Vergrössert. 

Fig. 46, 47. PoUicipes glaber Roem. , aus dem Plänermergel 
von Kystia. Vergrössert. 

Fig. 50. Brustschild von Podophthalmus Buchii ReusS) aus dem 
Plänermergel von Hochpet.sch. 

Fig. 51. Scheere eines Brachyuren aus dem Plänermergel von 
Luschitz. a natürliche Grösse, b vergrössert. 

Fig. 52. Scheere von Callianassa Faujasi Desm. , aus dem 
Plänerkalk des Bunzlauer Kreises. 

Taf. VI. 

Fig. 1. Bruchstück von Klytia Leachii Mant. , aus dem Plä- 
nerkalk von Hundorf. 

Fig. 2. Dasselbe von der obern Seife. 

Fig. 3. Bruchstück von Klytia Leachii Makt., aus dem Pläner- 
sandstein von Trziblitz. 

Fig. 4. Scheere von Klytia Leachii Mant., aus dem Pläner- 
sandstein von Hradek. 

Fig. 5. Scheere von Klytia Leachii MaNt., aus dem Pläner- 
kalk von Hundorf. 

Fig. 6. Eru( hstück von Klytia Leachii Mant., aus dem Pläner- 
sandstein von Hradek. 

Fig. 7. Krebsschcerc aus dem Plänermergel von Priesen. 

Taf. VII. 

Fig. 1, 2, Baculites anceps Lamk., aus dem Plänermergel von 
Luschitz. 

Flg. 3. Baculites Faujasii Lamk., aus dem Pyropen-Sand von 
Trziblitz. a natürl. Grösse, b Durchschnitt, c vergrössert. 

Fig. 4. Baculites rotundus Reuss, aus dem Plänermergel von 
Priesen, a natürl. Grösse, b Querschnitt, c vergrössert. 

Fig. 5, 6. Hamites plicatilis Sow., aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 7. Turrilites Astierianus d'Ore. aus dem Plänermergel 
von Kystra. 

Fig. 8, 9. Turrilites undulatus Mant. , aus dem Grünsandstein 
von Czencziz, 8 b ein Stückchen der Oberfläche vergrössert. 

Fig. 10. Ammonites Germari Reuss, aus dem Plänermergel 
von Werschowitz. 

Fig. 11. Ammonites Coltae Roem., aus dem Plänermergel von 
Priesen, b Querschnitt, c Lohen-Zeichnung. 

Fig. 12. Nautilus inaequalis Sow. , aus dem Pyropen-fuhrendcn 
Konglomerate von Meronitz. a Seiten-Ansicht, b hintere Ansicht. 

Fig. 13. Aptychus cretaceus v. Münst., aus dem Plänermergel 
von Wollenitz. 

Fig. 14. Aptychus complanatus Gein.? aus dem Hippuritenkalk 
von Kutschlin. 

Fig. 15. Zahn von Odontaspis raphiodon Ag., aus den Konglo- 
merat-Schichten vom Borzen bei Bilin. Vergrössert. 

Fig. 16, 17. Zahn von Oxyrrhina? ebendaher. 17 vergrössert. 
a innere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 18. Pleurotomaria gigantea Sow., aus den Konglomerat- 
Schichten von Janegg. 

Fig. 19. Hamites attenuatus Sow., aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 20. Zahn von Oxyrrhina acuminata Reuss, aus dem unfern 
Plänerkalk von Kosstitz. Äussere Ansicht. 

Fig. 21. Actcon elongatus Sow., aus dem Plänermergel von 
Priesen. Vergrössert. a hintere, b vordere Ansicht, c ein stark 
vergrösserles Stück der Oberfläche. 

Fig. 22. Acmaea Reussii Gein., aus dem Plänerkalk von Hun- 
dorf. a obere, b Seiten-Ansicht. 



55 



Fig. 23. Biuclistiick von Rastellaria divaiicala Rüuss,. aus dem 
Pläiici mci gel von Postelbcrg. 

Fig. 24. Solarium angulalum Reus.s, ebcndalier. Vcrgrössert. 
„ 25. Phasianclla lineolatii Reuss , ebendaher. Hintere An- 
sicht , vergiüssert. 

Fig. 26. Brustschild von Dromilites pustulosus Reuss, eben- 
daher, a natürliche Grösse, b vergrüsscrt, c ein Stück stark ver- 
grössert. 

Fi"-. 27. Acmaea orbisRoEMEP. , aus dem Plänerkalk von Hun- 
dorf, a oljerc, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 28. Zahn von Sphaerodus mammillaris Ac. ? aus den Kon- 
glomerat-Schichten vom Borzen bei Bilin. Vergrössert. a vordere, 
1> hintere, c Seiten-Ansidif. 

Fig. 29. Brustschild von Dromilites pustulosus Reuss, aus dem 
Pliinermcrgel von Postclberg. 

Taf. VIII. 

Fig. 1, 2 , 3. Nodosaria Zippei Relss, aus dem Pläncrmergel 
von Luschitz. Vergrössert. 

Fig. 4. Nodosaria annulata Reuss, ebendaher. Vergrössert. 

Fig. 5. Nodosaria Lorneiana D'Oc.D.'GMr, ebendaher. 

Fig. 6. „ gracilis D"ORBl^,^Y. aus dem Planermergel von 

Wollcnitz. 

Fig. 7. Nodosaria nionilc Reuss, aus dem untern Plänerkalk 
von Kosslitz. 

Fig. 8. Nodosaria linrolnta Reuss, ebendaher. 
„ 9. „ monilc v. Hag.? aus dem Planermergel von 

Kuutz. 

Fig. 10. Marginulina Roemeii Reuss, aus dem Planermergel 
von Luschitz. 

Fig. 11. Marginulina bacillum Rtuss , aus dem Planermergel 
von Postelberg. 

Fig. 12. Crisfellaria denticulata Reuss, aus dem untern Pläner- 
kalk von Kosstitz. a seitliche, b vordere Ansicht. 

Fig. 13. Frondicularia angusta Nilss., aus dem Pliinermergel 
von Hochpctsch. b ein paar Kammern stark vergrössert. 

Fig. 14. Frondicularia angusta Nii.ss., aus dem untern Plüner- 
kalk von Kosstitz. a natürl. Grosso, b die erste Kammer stark ver- 
grössert. 

Fig. 15. Frondicularia inversa P>euss , aus dem Planermergel 
von Hochpetsch, b ein paar Kammern stark vergrössert. 

Fig. 16, 17, 18. Frondicularia inversa Reuss., ebendaher. 

Fig. 19. Frondicularia inversa Rkuss , ebendaher, a natürl. 
Grösse, b die erste Kammer vergrössert. 

Fig. 20. Frondicularia canaliculata Reuss, aus dem untern 
Plänerkalk von Kosstitz. b Seiten-Ansicht , c die erste Kammer 
stark vergrössert. 

Fig. 21. Frondicularia canaliculata Reuss, aus dem Planermer- 
gel von Kosstitz. 

Fig. 22. Frondicularia trisuira Reuss, aus de.n untern Pläner- 
kalk von Kosstitz. b Seiten-Ansicht. 

Fig. 23. Frondicularia striatula Reuss , ebendaher, b Seiten- 
Ansicht, c die erste Kammer stark vergrössert. 

Fig. 24. Frondicularia apiculata Reuss, ebendaher. 

Fig. 25. „ tenuis Reuss, ebendaher. 

Fig. 26. „ Cordai Reuss, aus dem Planermergel 

von Luschitz. 

Fig. 27. Frondicularia Cordai Reuss, ebendaher, b die erste 
Kammer stark vergrössert. 

Fig. 28. Frondicularia Cordai Reuss, aus dem untern Pläner- 
kalk von Kosstitz. 

Fig. 29. Frondicularia crassa Reu.ss, ebendaher. 

Fig. 30. „ Simplex Reuss, ebendaher. 

Fig. 31—35. Flabellina rugosa c'OREiGNy. ebendaher. 



Fig. 36. Flabellina Baudouiniana d'Oiieigmt, ebendaher, b Sei- 
ten-Ansicht. 

Fig. 37, 3?, 40, 42, 43. Flabellina cordata Rkiss, ebendaher. 

Fig. 39, 41. Flabellina cordata Reuss, ebendaher, a natürl. 
Grösse, b vergrössert. 

Fig. 44. Flabellina cordata Reuss , aus dem Planermergel von 
Hochpetsch. a vergrössert, b die Spirale stark vergrössert, c natür- 
liche Grösse. 

Fig. 45. Flabellina coidata Reuss, aus dem Planermergel von 
Kystra. 

Fig 46. Flabellina cordata Reuss, aus dem untern Plänerkalk 
von K(;sslilz. b Seiten-Ansicht. 

Fig. 4H. Cri.stellaria triangularis d'Orb., aus dem Pläncrmergel 
von Luschitz. a seitliche, b vordere Ansicht. 

Fig. 49. Cri.'tellaria oviilis Reuss, aus dem Plänerkalk von 
Kutschlin. a seilliche, b vordere Ansicht 

Fig. 50. Cristelloria rolulata d'Ore., aus dem Planermergel 
von Luschitz. Natürl. Grösse, a seitliche, b vordere Ansicht. 

Fig. 51. Nonionina compressa Roem., aus dem untern Plänei-- 
kalk von Kosstitz. a seitliche, b vordere Ansicht. 

Fig. 52. Rotalina nitida Reuss , aus dem Planermergel von 
Kautz. a untere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 53. Rüsalina amnionoides Reuss, aus dem Pläncrmergel 
von Luschitz. a obere, b untere Ansicht (sclileclit). 

Fig. 54. Rosalina marginata Reuss, ebendaher, a obere, b 
untere Ansicht. Steinkern. 

Fig. 55. Globigerina crctacea ü'Or.EiGNy, ebendaher, a obere, 
b untere Ansicht. 

Fig. 56. Bulimina variabilis d'Orbigky, aus dem Pläneikalk 
von Kutschlin. 

Fig. 57. Bulimina Ovulum Reuss, aus dem Planermergel von 
Rannay (schlecht). 

Fig. 58. Tcxtularia obtusangula Roem. , aus dem Plänerkalk 
von Kutschlin. 

Fig. 59. Tcxtularia conulus Reuss, aus dem Pläncrmergel von 
Kautz. a seilliche, b obere Ansicht. 

Fig. 60. Tcxtularia tricariiiata Reuss, aus dem untern Pläner- 
kalk von Kosslitz. a Seiten-Ansicht, b obere An.sicht. 

Fig. 61. Virgulina Rcussii Gein. , aus dem Pläncrmergel von 
Luschitz. Natürl. Grösse. 

Fig. 62 — 66. Spirolina irregularis PiOEivi., aus dem untern Pli- 
nerkalk von Kosstitz. 

Fig. 67. Nodosaria annulata Reuss, var. dichotoma, ebendaher. 

Fig. 68. Flabellina rugosa d'Orbigkv, ebendaher. 

Fig. 69. Bulimina Murchisoniana dOrb., ebendaher (schlecht). 

Fig. 70. Querdurchschnitt von Crislellaria rolulata d'Orb. aus 
dem Planermergel von Piiesen. 

Fig. 71. Truncatulina laevigata Roem. Obere Ansicht. Aus 
dem untern Plänerkalk von Kosstitz. 

Fig. 72. Bulimina Murcliisoniana d'Orb. ebendaher. 

Fig. 73. „ truncata Reüss. 

Fig. 74. Rosaliua marginata Reuss, ebendaher, a untere, 
b obere Ansicht. 

Fig. 75. Spirolina irregularis Roem., eljendaher, 

Fig. 76, 77. Bulimina variabilis d'Oreigny , aus dem Pläncr- 
mergel von Postelbcrg. a vordere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 78. Frondicularia angulosa d'Ore. 

Fig. 79. Tcxtularia anceps Reuss, aus dem Pläncrmergel von 
Luschitz. b Querdurchschnitt. 

Alle Figuren, bei denen das Gegcntheil nicht ausdrücklich ba- 
nierkt ist, sind stark vergrössert. 

Taf. IX. 
Fig. 1. Rostellaria coarctata Geinitz, aus dem Planermergel 
von Luschitz. 



56 



Fig. 2. Roslcllarla divaricata Re'Jss, aus dem PläncrmergRl 
von Priesen. 

Fig. 3. Piostellaria mpnaloptera P.euss. Ebendaher. 
„ 4. „ tenuistriata „ aus dem Plänermergel 

von VVüllenitz. 

Fig. 5. P.osfollaria calcarafa Sow. , a aus dem Plänerniergel 
von Luscliitz. b von Prie.sen, 

Fig. 6. Rostellaria papilionacea Goldf., aus dem Plänermergel 
von Luscliitz. 

Fig. 7. Rostellaria Parkinson! Mant., aus dem untern Quader 
Sandstein von Zloseyn. 

Fig. 8. Rostellaria subulata Reuss, aus dem Plänermergel von 
Priesen, a, c in natürlicher Grösse, b, d vergrössert. 

Fig. 9 a. Rostellaiia Reussii Geinitz, aus dem Plänermergel 
von Luscliitz. 

Fig. 9 b. Rostellaiia Reussii Geimtz, aus dem Plänermergel 
von Poslelberg. 

Fig. 10. Pleurotonia Roemeri Reuss. a aus dem Plänermergel 
von Luschilz. b, c, d von Priesen. 

Fig. II. Strombus vcntricosus Reuss, aus dem Hippuritcnkalk 
von Kulsililin. 

Fig. 12. Pyrula Cottae Roem. , aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 13. Fusus carinifer Recss, ebendaher, b ein Stück der 
Oberfläche stark vergrössert. 

Fig. 14. Fusus vittatus Redss, aus dem Grünsandstein von 
Czencziz. 

Taf. X. 

Fig. 1. Fusus nodosus Reuss, aus den Konglomerat-Schichten 
von Kutschlin. 

Fig. 2. Ceritliium trimonile Michklin, aus dem Plänermergel 
von Luschitz. 

Fig. 3. Cerithium teinatuni Reuss, aus dem Pyropcn-fiihrenden 
Konglomerate von Meronitz. Vergrössert. 

Fig. 4. Cerithium fasciatum Reuss, aus dem Pyiopensande von 
Trziblitz. Vergrössert. b ein Stück der Oberfläche stark ver- 
grössert. 

Fig. 5. Cerithium reticulatum Sow., aus dem Pyropen-führen- 
den Konglomerate von Meronitz. Vergrössert. 

Fig. 6. Cerithium tessulalum Reuss, aus dem Plänermergel von 
Horzenz. a natürl. Grösse, b vergrössert, c ein Stück der Oberfläche 
stark vergrössert. 

Fig. 7. Chemnitzia arenosa Reuss, aus dem Grünsandstein von 
Czencziz. 

Fig. 8 a. Pleurotomaria linearis Mant. Aus dem Plänerkalk von 
Hundorf, Seiten-Ansicht. 

Fig. 8 b, c. Pleurotomaria secans d'Op.b.. aus dem Grünsandstein 
von Czencziz: b obere, c Seiten-Ansicht. 

Fig. 9. Pleurütomariasublacvis Geinitz. a vergrössert, aus dem 
Plänermergel von Priesen, b Sfeinkcrn aus dem Pyropen-führenden 
Konglomerat von Meronitz in natürl. Grösse. 

Flg. 10. Turbo decussatus Reuss, aus dem Plänermergel von 
Priesen, b ein Stück der Oberfläche stark vergrössert. 

Flg. 11. Pleurotomaria funala Reuss, aus dem Pyropen-fülircn- 
den Konglomerat von Meronitz. Vergrössert. a hintere, b vordere 
Ansicht. 

Fig. 12. Solarium decemcostatum v. Buch, ebendaher. Vergrös- 
seiU a vordere, b untere Ansicht. 

Fig. 13. Turbo concinnus Roem., ebendaher, b ein Stück der 
Oberfläche stark vergrössert. 

Fig. 14. Turbo scrobiculatus Reuss, aus den Konglomerat- 
Schichten von Kiitscliliii. Vergrössert. 

Fig. 15. Litorina rotundata Sow., aus dem Pyropen-führen- 
den lionglcmeiate von Meronitz. a, c hintere, b vordere Ansicht. 



Fig. 16. Litorina sculpfa Sow., aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 17. Turritella niultistriata Reuss, ebendaher, b ein Stück 
der Oberfläche stark vergrössert. 

Fig. 18. Buccinura productum Reuss, aus dem Grünsandstein 
von Laun. 

Fig. 19. Phasianella lineolata Reuss, aus dem Plänermergel von 
Werschowitz. b Ein Stück der Oberfläche vergrössert. 

Fig. 20. Volvaria tenuis Reuss, aus dem Plänermergel von 
Luschitz. c ein Stück der Oberfläche vergrössert. 

Fig. 21. Actionella laevis Sow., aus dem Hippuritcnkalk von 
Kutschlin. 

Fig. 22. Natica vulgaris Reuss , aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Taf. XL 

Fig. 1. Natica canaliculata Mant. , aus dem Plänermergel von 
Priesen. 

Fig. 2. Natica nodosa Gein. , aus dem Hippurilciikalk von 
Kutschlin. 

Fig. 3. Dentalium laticostatum Reuss, aus dem Plänermergel 
von Luschitz. 

Fig. 4. Dentalium medium Sow., ebendaher. 

Fig. 5. ,, polygonum Reuss, aus dem Plänermergel 

von Priesen, b ein Stück vergrössert. 

Fig. 6. Emarginula carinata Reuss, ebendaher, a obere, b Seiten- 
Ansicht. 

Fig. 7. Acinaea ovalis Nir.ss., aus dem Plänermergel von Lu- 
schitz. Vergrössert. a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 8. Acmaca dimidiata Reuss, aus dem Plänerkalk des Sauer- 
brunnbergs bei Bilin. a Seiten - Ansicht in natüilicher Grösse, b 
obere Ansicht vergrössert. 

Fig. 9. Fissurella patelloides Reuss , aus dem Plänermergel 
von IVIalnitz. Vergrössert. a obere, b Seiteu-Ansiclit. 

Fig. 10. Fissurella depressa Geinitz, aus dem Plänermergel 
von Luschitz. a seitliche, b obere Ansicht, c ein Stück vergrössert. 

Fig. 11. Conus cylindraceus Geinitz, ebendaher. 

Fig. 12. Turbo subinflatus Reuss , aus dem Pyropensand von 
Trziblitz. Vergrössert. a hintere, b vordere Ansicht. 

Fig. 13. Mitra clalhrata Reuss , aus dem Pyropen-führenden 
Konglomerate von Meronitz. a hintere, b vordere Ansicht, c ein 
Stück vergrössert. 

Fig. 14, 15. Pterocera gigantea Geinitz, aus dem Hippuritcn- 
kalk von Kutschlin. 

Fig. 16. Turritella multistriata Reuss, aus dem untern Pläner- 
kalk von Laun (schlecht). 

Fig. 17. Turritella acicularis Reuss, aus dem Plänermergel 
von Postelberg. 

Fig. 18. Dentalium striatum Sow., aus dem untern Plänerkalk 
von Laun. 

Fig. 19. Conus cylindraceus Geinitz, aus dem Pyropen-führen- 
den Konglomerat von Meronitz. a vordere Ansicht in natürlicher 
Grösse, b hintere Ansicht vergrössert. 

Fig. 20. Dentalium ellipticum Sow. , aus dem Plänermergel 
von Luschitz. 

Fig. 21. Pterocera gracilis Reuss, aus dem Hippuritcnkalk von 
Kutschlin. 

Fig. 22. Cerithium reticulatum Sow., aus dem Plänermergel 
von Postelberg. 

Fig. 23. Scheeren-Slück von Droniilites pustulosus Reuss, aus 
dein Plänermergel von Postelberg, a natürl. Grösse, b vergrössert. 

Taf. XII. 

Fig. 1. Bruch.stück von Beryx ornatus, aus dem Plänersand- 
s.tcin des Bunzlaucr Kreises. 



57 



Fig;. 2. Eine riiizelne Siluippc drssclbeii Sliickes. 

Fip;. 3. Odoiitiispis rapliioclon Ag.. aus dem untern Pläneikalkp 
von Kosytilz. 

Fig. 4. Polliiipcs Bionnii Roem., ans dem Pläncrkalke von 
Kostenblatt. 

Fi'ef. 5. Verneiiilina Bronnii Reüss, aus dem Pläncrniergel von 
Lusiliit/,. Stark vero^iösscrt. 

Fig. 6. Globnlina laciima Rkuss , ebendaher. Staik ver- 
grö.'seit. a vordere, b hinleie, c obere Ansicht. 

Figp. 7. Ftisus depaupcratus Reuss, aus dem Plänerniergd von 
Fliesen. 

Fig. 8. Rolalina nitida Reuss, aus dem riäneimergel von 
Brozan. Stark vergrossert. 

Fig. 9. Frondiiularia marginata Reu.>.s, aus dem Plauermcrgel 
von Luschitz. Vergiosscrt (schlecht). 

Fig. 10. Pleurotcniaiia sublaevis Ci:in., ans dem Pläucrmergcl 
von Piiesen. Veigrössert. 

Fig. 11. Scylliuin crassicnnum Reuss, aus den Knuglonierat- 
Schichten voip Borzcn bei Bilin. Vergrösscrt. 

Fig. 12. Pfodosaria pauperrula Reuss, aus dem untern Pliiner- 
kalk von Kosstitz. Stark vergiössert. 

Fig. 13. Margiiiulina eusis Reuss, ebendaher'. Slaik vergiös- 
sert. a Seiten-Ansicht, b obere Ansicht. 

Fig. 14. Textiilaiia piarlonga Rei'ss, aus dem Plänermergel 
von Luschitz. a Seiten-Ansicht sehr stark vergrösscrt, b Längs- 
Durchschnilt, e obere Fläche, weniger staik vcrgrossert. 

Fig. 15. Gaudryi^ia lugosa d'Okbigiw, ebendaher. Vergrossert. 
a scitlielie, b obere Ansiclit. 

Fig. 16. Pliyllodiis crclareus Reuss , aus den Konglomerat- 
Srliichteii vom Borzcn bei Bilin. a obere, b untere Ansicht, c 
vertikaler Längen-Durchschnitt. 

Fig. 17. Rutalliia leniciila Reuss, aus dem Plänermergel von 
Lusdiitz. Vergiössert. a unlere, b obere, c seitliche Ansicht. 

Fig. 18. Rotalina poljrraphcs Reuss , ebendaher. Vergrossert. 
a untere, b obere Ansicht. 

Fig. 19. Cri.stellaiia ovalis Reuss, ebendaher. Vergrossert. 
a seitliche, b vordere Ansicht. 

Fig. 20. Rotalina nitida Reuss, ebendaher. Vergrossert. a 
untere, b seitlir lie Ansicht. 

Fig. 21. Nodosaiia communis d'Obb., ebendaher. Vergiössert. 

Fig. 22. Globigeiiiia trochoides Reuss, ebendaher. Vergiös- 
sert. a seitliche, b nnteit An.sicht. 

Fig. 23. Textiilaria globulosa Reuss, ebendalier. Vergrossert. 
a seitliehe, b obere Ansicht, 

Fig. 24. Gaudryina riigo.sa d'Orbigky , ebendalier. Junges fn- 
dividuum. Vergrossert. a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 25. Cristcllaiia rotulata d'Orbigkv, ebendaher. Altes In- 
dividuum. Vergiössert. Vordere Ansicht. 

Fig. 26. Serpula tetragona Sow. , ebendaher, a seitliche An- 
sicht, b Querdurcbschnitt, c ein Sli'ick einer Seitenflüche vergrossert. 

Fig. 27. Cristellaria navicula o'OnEiGNy, ebendaher. Vergros- 
sert. a seitliche, b vordere Ansicht. 

Fig. 28. Nodosaria filiformis Reuss , ebendaher. Vergrossert. 
b ein Theil stark vergrösseit. 

Fig. 29. Nodosaria aculeata d'Op.bignv, ebendaher. Vergrossert. 

Fig. 30. Rosalina moniliformis Reuss, ebendaher. Vergros- 
sert. a obere, b untere, c vordere Ansicht. 

Fig. 31. Rotalina IWidieliniana D''OBBiGriy, ebendalier. Vergros- 
sert. a obere, b seitliche Ansicht. 

Fig. 32. Polymorphina glomerata Roemeb, ebendaher. Ver- 
giössert. a seilliche, b obere Ansicht. 

Taf XIIJ. 

Fig. 1, 2. Glandulina cylindiacea Reuss. aus dem Plänenuer- 
gel von Luschitz. 



Fig. 3, 4. Nodosaria inflata Reuss, ebendaher. 
Fig. 5, 6. „ tenuicosta Reuss, ebendaher. 

Fig. 7, 8, 9. „ obscura Reuss. ebendaher. 

F'f?- 10- „ conferta Reuss, ebendaher. 

F'o- !'• » subu'ata Reuss, aus dem Plänermergel 

von Rannay. 

Fig. 12, 13. Nodosaria ronstrirta Reuss, aus dem Plänermergel 
von Luschitz. 

Fig. II, 15. Nodosaria aspera Reuss, ebendaher. 

Fig. 16. Nodosaiia aftinis Rküss , ebendaher, b eine Kammer 
stärker vergrösseit. 

Fig. 17. Nodosaiia suleata NilsScw, ebendaher. 

Fig. 18. Nodosaria costellula Reuss, aus dem Plänermergel 
von Kystra. b einige Kammern .stärker vergrossert. 

Fig. 19, 20. Nodosaria oligostegia Reuss, aus dem Pläner- 
mergel von liUschitz. 

Fig. 21. Nodosaria annulala Reuss, ebendaher. 

Fig. 12. Nodosaiia nodosa d'Obb., ebendaher. 

Fig. 23. 24. Nodosaiia legiiineii Reuss, aus dem Plänermergel 
von Rannay. 

Fig. 25. Vaginulina costulata Roemer, aus dem Plänermergel 
von Kystra. a Seiten-Ansicht, c vordere Ansicht, b ein Stück stär- 
ker vergiössert. 

Fig. 26, 27. Marttinulina cnsis Reuss, aus dem Pläaernicrge| 
von Luschitz. a Seiten-Ansicht, b Querdurchschnitt. 

Fig. 28-32. Marginnlina elongata d'Okb., ebendaher, a Seilen- 
Ansiebt, b Querdiirclischnitt. 

Fig. 33. Maiginulina cmiipressa d"Obb., ans dem Plänermergel 
von Rannay. a Seiten-Ansicht, b Querilurehschiiilt. 

Fig. 34— 38. Maiginulina buUala Reuss, aus dem Plänermergel 
von Luschitz. 

Fig. 39. Frondicularia Archiacina d'Oue. , ebendaher, b eine 
Kammer stärker vergrösseit. 

Fig. 40. Frondicularia angulosa d'Op.b., ebendaher, a vordere, 
b Seiten-Ansicht. 

Fig 41. Frondicularia Cordai Reuss, ebendaher. a vordere 
An.sicht, b ein Stück der Kammern, c die ersten Kammern stärker 
vergrossert. 

Fig. 42. Frondicularia inver.sa Reuss , aus dem Plänermergel 
von Rannay. 

Fig. 43, 44. Frondicularia mucronata Reus.s, aus dem Pläner- 
mergel von Luschitz. 

Fig. 45. Frondicularia bicornis Reuss, ebendaher, a vonlcre, 
b Seiten-Ansicht. 

Fig. 40. Frondicularia bicuspidata Reuss, aus dem Plänermer- 
gel von Kystra. a vordere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 47. Truncatuljiia laevigata Roemer, aus dem untern Piüner- 
kalk von Kosstitz. 

Fig. 48. Flabellina oinata Reuss, aus dem Plänermergel voa 
Luschitz. a vordere, b Seiten-Ansicht. 

Fig. 49—52. Flabellina rugosa d'Orb., ebendaher, a vordere, 
b Seiten-Ansicht. 

Fig. 53. Flabellina rugosa d'Orb., ebendaher. Längs-Durthsciulitt. 

Fig. 54. Cristellaria coniplanata Reuss , ebendaher, a Seiten- 
Ansicht, b Querdurcbschnitt. 

Fig. 55. Cristcllaiia recta d'Obb., ebendaher, a Seiten-Ansicht, 
b obere Ansicht 

Fig. 56. Cristellaria limbata Reus.s , ebendaher- a Seiten- 
Ansicht, b vordere Ansicht. 

Fig. 57. Cristellaria intermedia Reuss, ebendaher, a Seiten- 
Ansicht, b Querdurchschnitt. 

Fig. 58. Cristellaria intermedia Reuss, ebendaher, a Seileu- 
Ansicht, b vordere Ansicht, c Quei durchschnitt. 

Fig. 59. Cristellaria lobata Reuss, ebendaher, a Seiten-Ansicht, 
b vordere Ansicht, 



58 



Fig. 60. Cristellaiia ovalis Reuss. ebciidalior. a Scitcii-Aiisiclit, 
b vordere Ansicht, c die Mündung stärker vergiössert. 

Fig. 61. Cristellaria ovalis Risuss. cbi'udalier. Längsdurchschnitt. 

Fig. 62, 63. Cristellaiia ovalis Rkuss, ebendaher, a Seiten- 
Ansicht, b vordere Ansicht. 

Fig. 64, 65. Operculina cretacea Reuss , ebendaher, b die 
]Miindung stärker vergrössert. 

Fig. 66. Rosalina animonoides Reuss, ebendaher, a obere, b 
untere, c seitliche Ansicht. 

Fig. 67. Rosalina moniliformis Reuss, ebendaher, a obere, 
b untere, c seitliche Ansicht. 

Fig. 68. Rosalina marginata Reuss, ebend:\lier. a obere, b 
untere Ansicht. 

Fig. 69. Valvulina spicula Reüss, ebendaher, a vordere, b 
hintere Ansicht. 

Fig. 70. Bulimina Murchisoniana d'Ore., ebendaher, a hintere, 
b vordere Ansicht. 

Fig. 71. Bulimina intermedia Reuss, ebendaher, a vordere, 
b hintere Ansicht. 

Fig. 7-2. Bulimina Preslii Reuss, aus dem Pliinerniergel von 
Rannay. Vordere Ansicht. 

Fig. 73. Bulimina Ovulum Reuss, aus dem Plänermergel von 
Luschitz. a vordere, b hintere Ansicht. 

Fig. 74. Bulimina d'Orbignyi Reuss, ebendaher, a vordere, 
b hintere Ansicht. 

Fig. 7.5. Tcxtularia conulus Reiss. ebendaher, a seitliche, b 
obere Ansicht. 

Fig. 76. Textularia lurris o'Or.E. , aus dem untern Planerkalk 
der Schillinge, a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 77. Textularia triquetra v. Mikst., aus dem Pliinerniergel 
von Luschitz. a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 78. Textularia anceps Reuss , ebendaher, a seitliche , b 
obere Ansicht. 

Fig. 79. Textularia obsoleta Reuss, aus dem Plänermergel von 
Bannay. a seitliche, b obere Ansicht. 



Fig. SO. TcÄtuIaria Partsihii Reuss, aus dem Plänermergel 
von Kystra. a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 81. Virgulina tegulata Reuss, aus dem Plänermergel 
von Rannay. 

Fig. 82. Globulina globosa v. Mün.st. . aus dem Plänermergel 
von Luschitz. a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 83. Globulina lacriina Reuss, ebendaher, a seitliche, b 
obere Ansicht. 

Fig. 84. Guttiilina tiigonula Reuss, ebendaher, a soitlidie, b 
obere, c untere Ansicht. 

Fig. 85. Guttulina damaecornis Reus.s, obendalior. a seitliche, 
b untere Ansicht. 

Fig. 86. PoUicipes glaber Ruemer, aus dem untern Plänerkalk 
der Schillinge. Hintere Seilenklappe. 

Fig. 87, 88. PoUicipes glaber Roemeu, ebendaher. Vordere 
Seitenklappe. 

Fig. 8ö. PoUicipes glaber RciEiMEr., ebendaher'. Giosscre, siit- 
liche Zwischenklappc. 

Fig. 90. Pullicipes glaber Roewer. Ideale Fi^ur des ganzen 
Gchiiuses. 

Fig. 91. PoUicipes glaber Roemer. Ebend;!her. Untere kleine 
Seilenklappe. 

Fig. 92. Serpula cristata Dujabdin, ebendaher, a natiiiliclie 
Grösse, b ein Sliick vergrössert, c Querschnitt. 
I Fig. 93. Serpula Leunhardi Reuss, ebendaher, a natürliche 

Grösse, b ein Stück vergiössert. 

Fig. 91. Serpula rolula GiiLDP., ebendaher. Natiiilii he Grö.sse. 

Fig. 95. Sei pula bipailita Reuss , ebendaher. Natiiiliclie Glosse. 
a seitliche, b obere Ansicht. 

Fig. 96. Serpula giaiuilosa Suw. , aus dem Pläneikalk iles 
Sauerbrunnbergs, a iiad'irlichc Grösse, b ein Stück veigiös.sert , c 
Querschnitt. 

Fig. 97. Ammoiiites sliialosulcatus uOr.E. , aus dem Pyropen- 
sand von Tizibliz. 



Verbesserungen. 



Seite 
1, 


Spalte 


Zeile 
19 von 


1, 




22 V. i 


2, 




4 V. c 


2. 




l(i V. c 


3, 




3 V. n 


4, 




9 V. c 


4, 




25 V. i 


ö, 




7 V. i 


5, 




3 V. i 


tii 




20 V. c 


7, 




7 V. 


7, 




19 V. 1 


8, 




17-19 



lie.< s 

oben setze hinter ger ein Kotiii 



Oxvrihina (Jx 



setze liinter : 36 hinzu: 3S, 42; T. Vll, 13. 

T. )1I.F.87, 31), 40, 41. 43. 44 statt T. 111, F. 37—44. 

Die hier bemerkten breite, n Zahne gehören zn Odon- 
taspis rapliindon Ag. Da die Zaii'nc dieser Spezie.'. 
seither liaiilig und vvolilerlialten im untern l'läner- 
k.llli von Weisskirclilitz hei Teplitz gefunden wor- 
den sind, so werden bessere Ahbildnnsen nachje- 
liefert werden. Die auf T. III, F. 38 a abgebil- 
dete Anordnung der Falter ist Bunz unriclltig ; 
richtiger ist sie auf T. Vll. F. 13 gegeben. 



Seite Spalte Zeile 

12, 2, 10 

14, I, 1 

14, 1, 2 



1 po den 



2. Brachvura 

II. Lophvropods 
C. 11 i I s e a n a 

R a n 11 

III. C i 



ipede 



Dec.apoden 
1. Macroura 
Scheeren Frag- 



il. Brachvura 
III. Lophyropoda 



Nord 

gekeilt 

dach 



DIE 



l\ ^W) 






DER 



BÖHMISCHEN RREIDEFORMATION 



BESCHRIEBEN VON 



Dr. AIJGJIJIST EH. REUSS, 



der k. höhmisclien Gescllscliaft der Wissenscliaften , des bblimisclien Nationalmuseums, der k. k. Gesellschaft der Ärzte zu Wien, der mineralo^isclien Societnt zu 

Jena, der naturforsclicnden Gesellschaft zu Halle, des naturwissenschaftlichen Vereins des Har/.es und der Gesellschaft für vaterländische Naturkunde in Sachsen 

wirkendem oder korrespondirendem Mitgliede , Brunnenarzte zu Bilin in Böhmen. 



MIT 



ABBILDUNGEN DER NEUEN ODER WENIGER BEKANNTEN ARTEN, 



GEZEICHNET VON 



JOSEPH RUBESCH, 

Kustos des fürsttich Lohkowitz'schcn Mineralicnkabinets zu Bilin. 



<Bu)cttc ^btljctl«n0. 



MIT ACHTUNDDREISSIG LITHOGRAPHIRTEN TAFELN. 



STUTTGART. 

E. SCHWEIZERBART'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG UND DRUCKEREL 

1S46. 



Vorwort. 

Wenn das Erscheinen der zweiten Abtheilung meiner Schrift über die böhmischen Kreidepetrefakten , die 
ich hiemit der gelehrten Welt übergebe, länger verzögert wurde, als es mein Wunsch war, so geschah es 
nur, well fortgesetzte Forschungen immer neues Material lieferten, das gesichtet, verglichen und benützt werden 
musste, wenn die erwünschte Vollständigkeit einigermassen erreicht werden sollte. Die Zahl der aufgefundenen 
Fossilreste ist dadurch auf das Doppelte angewachsen, und obwohl fernere Untersuchungen sich immer noch durch 
manchen neuen Zuwachs lohnen dürften, so bin ich doch überzeugt, dass keine der häufigeren und wichtigeren 
Versteinerungen übersehen worden ist und die neuen Entdeckungen also keine wesentliche Änderung in dem 
aufgestellten Gemälde der Fauna und Flora der einzelnen Kreideschichten hervorbringen werden. Eher wäre 
diess noch bei der KreideDora möglich, die durch die bis jezt bekannt gewordenen Arten nur sehr dürftig ver- 
treten wird. Vielleicht werden in Zukunft noch mehrere der kleinen, hie und da den Kreideschichten einge- 
lagerten Süsswasserdepots aufgefunden werden, deren jedes eigenthümliche Pflanzenformen liefert, wie es von 
rein lokalen, oft recht weit entfernten Uferbildungen nicht anders zu erwarten steht. 

Die vorliegende zweite Abtheilung des Werkes uuifasst die Bivalven, Radiarien, Poljparlcn und Pflanzen 
und bringt überdiess noch einen Nachtrag zur ersten Abtheilung, theils Beschreibungen neuerdings aufgefundener 
Formen, theils einige Zusätze und Verbesserungen zu schon früher beschriebenen Arten. 

Zulezt habe ich es auch für nöthig gefunden, eine kurzgefasste Seh Idernng der geognostischen Verhält- 
nisse der einzelnen Schichten der böhmischen Kreideformafion beizufügen, da nur dadurch die gehörige Deut- 
lichkeit, eine klare Ansicht über die Vertheilung der Thier- und Pflanzenformen in den einzelnen Schichten und 
eine schärfere Charakteristik der lezteren erreicht werden kann. Und diess ist doch wohl die Hauptaufgabe 
der Paläontologie, die sich nicht blos bei einer dürren Aufzählung und unfruchtbaren Beschreibung der fossilen 
Reste beruhigen soll. Zur leichtern Übersiclit des grossen Artenreichtliums der böhmischen Kreidegebiide habe 
ich endlich noch eine tabellarische Zusammenstellung derselben nach den einzelnen Schichtenabtheilungen angehängt. 

Nun muss ich noch einige Worte über die Anordnung des Materials hinzufügen, welche von beiden Ab- 
theilungen des Werkes gelten. Die Eintheiluiig der einzelnen Thierklassen ist die allbekannte, bedarf also 
keiner Erläuterung. Die Rhizopoden sind in der ersten Abtheilung noch hinter den Cephalopoden aufgeführt, 
hätten aber erst in die zweite Abtheilung bei den Bryozoen aufgenommen werden sollen. Es geschah, theils 
um das ohnehin verspätete Erscheinen der ersten Lieferung nicht noch mehr zu verzögern, theils weil es wegen 
mangelhafter Kenntniss mancher verwandter Brjozoenformen mit besonderen Schwierigkeiten verbunden war, 
die einzelnen Poljthalamiengattungen dort an der richtigen und passenden Stelle unterzubringen. Übrigens kann 
sich .Jeder diese fehlerhafte Stellung leicht einigermassen verbessern durch Einschaltung des ganzen Abschnittes 
über die Poljthalamien zwischen den Brjozoen und Amorphozoen. Ebenso hätten gewiss manche der Gattun- 
gen der Foraminiferen füglich verschmolzen werden können und sollen; ich unterliess aber Änderungen an dem 
ohnehin ganz künstlichen, nur auf die Form der Gehäuse basirten Systeme vorzunehmen, bis sie durch genauere 
Untersuchungen der Thiere an lebenden Formen erleichtert und gerechtfertigt sejn werden. 

Der eben erwähnte Vorwurf trifft auch die Stellung der Rudisten. Auch sie habe ich an ihrer alten 
Stelle unter den Bivalven gelassen, bis genauere und glücklichere Forschungen über ihren Bau die Zweifel über 
den Platz, den sie in der Reihe der Thierformen einnehmen müssen, zum Theile wenigstens gelöst haben wer- 
den. Sie mit den Brachiopoden zu vereinigen , konnte ich mich jedoch nicht entschliessen, da nebst dem Mangel 
der den Brachiopoden eigenthümlichen so schönen und harmonischen Symmetrie ihr Bau auch anderweitig voll- 
kommen abweicht. Ich habe also aus ihnen eine gesonderte Gruppe gebildet, welche ich ganz am Schlüsse 
den übrigen Abtheilungen der Bivalven folgen liess. 



IV 

Die Charakteristik der einzelnen Gattungen aufzunehmen hielt ich für überflüssig, da man sie im Nothfalle 
leicht in anderen zoologischen Werken nachschlagen kann und der Umfang des Buches dadurch nur unnöthig 
vermehrt worden wäre. Aus demselben Grunde habe ich auch keine lateinischen Diagnosen der Spezies beige- 
fügt, da sie bei ihrer nothwendigen Kürze ohnehin zur klaren und deutlichen Erkenntniss der Spezies nicht hin- 
reichen und durch die so vollständig als möglich abgefassten Beschreibungen mehr als genügend ersetzt werden. 

Von früher schon bekannten und abgebildeten Arten habe ich deshalb auch gar keine Beschreibungen ge- 
geben, da ich nur das, was man leicht in andern, jedem Paläontologen ohnehin zu Gebote stehenden Werken 
findet, hätte wiederholen müssen. Nur, wo ich auf neue oder weniger bekannte Details aufmerksam machen 
konnte oder wo zur leichtern Verständniss und schärfern Unterscheidung ein unmittelbares Nebeneinanderstellen 
der Beschreibungen mehrerer Formen erforderlich oder vortheilhaft war, habe ich eine Ausnahme gemacht. 

Bei der Nomenklatur habe ich überall so streng als möglich die Rechte der Priorität zu wahren gesucht, 
mit Ausnahme einiger schon allgemein bekannter und angenommener Benennungen, welche sich, ohne die Na- 
menverwirrung noch zu vermehren, nicht wohl beseitigen Hessen. Öfters fand ich mich aber genöthigt, statt 
anderweitig schon verbrauchter Namen neue einzuführen. Leider ist es jetzt schon überaus schwierig, ein sol- 
ches double emploi überall zu vermeiden, da es fast unmöglich geworden, die ungemeine Menge der in den 
verschiedensten Werken zerstreuten Speziesnamen zu übersehen, und ich bitte desshalb sogleich im Voraus um 
Nachsicht, wenn ich selbst hie und da gegen das eben ausgesprochene Gesetz gesündigt haben sollte. 

Ebenso ersuche ich, mir es nicht zum Vorwurfe zu machen, wenn ich auch den Arten, welche ich in an- 
dere Gattungen zu versetzen gezwungen war, ein mihi angehängt habe. Es geschah nicht aus Eitelkeit, um 
die Zahl der mihi's zu vermehren , da die Menge der mir neu scheinenden Arten ohnediess gross genug ist, 
sondern nur, um der Nomenklatur die grösstmögliche Einfachheit und Deutlichkeit zu geben und das zeitraubende 
Nachschlagen in andern Büchern zu vermeiden. Wem das Verdienst der ersten Aufstellung der Spezies ge- 
bühre, ersieht man übrigens leicht aus der, jeder Spezies beigefügten, möglichst vollständigen Synonymie. 

Dass bei aller Sorgfalt meine Arbeit an manchen Mängeln leiden. Manches übersehen oder vielleicht un- 
richtig gedeutet seyn werde, kann und will ich mir nicht verhehlen; ich bitte den Leser deshalb um gütige 
Nachsicht, da dergleichen Fehler in meinen Verhältnissen bei dem Mangel mancher Hilfsmittel nicht überall zu 
vermeiden waren, besonders, da ausser den schätzbaren Untersuchungen meines Freundes Dr. Geinitz in Dres- 
den mir keine Vorarbeiten über die Paläontologie der böhmischen Kreide zu Gebote standen. 

Schliesslich fühle ich mich noch gedrungen. Allen denen, die mich in meiner Arbeit gütigst unterstützten, 
meinen innigsten Dank auszusprechen, besonders Sr. Kaiserl. Hoheit, dem Durchlauchtigsten Herrn Erzherzoge 
Stephan, indem Höchstderselbe nicht nur das H. p. 103 beschriebene treffliche Exemplar von Klytia Leachii 
mir zur Untersuchung und Abbildung gnädigst mitzutheilen , sondern auch die Widmung dieses Buches huld- 
reichst anzunehmen geruhte; sodann Sr. Herzogl. Durchlaucht dem Fürsten Ferdinand von Lobkowitz, 
welcher mir gnädigst die unbeschränkte Benützung seiner trefflichen und umfassenden Sammlung und Bibliothek 
gestattete; dem böhmischen Nationalmuseum; den Herren: Custos Corda in Prag, k. k. Custos Partsch in 
Wien und Custos Rubesch in Bilin , Professor Zippe in Prag, Professor Jou. Mijller in Berlin, Dr. Geinitk 
in Dresden, u. a. m., welche mir theils ihre Sammlungen, theils ihre Bücherschätze bereitwilligst öffneten 
oder mich auch sonst durch Rath und That unterstützten. 

Ebenso danke ich Herrn Scuweizerbart in Stuttgart, der den Verlag meines Werkes gütigst übernahm 
und es mit nicht geringen Opfern zweckmässig und schön ausstattete. 

Bilin, den 1. Juli 1846. 

Dr. Reiiss. 



EI« Aeeiilialeii« 



A. C o 11 c h i f e r e n. 

I. Ortlioconcliae d'Orb. 

A. Integropallcales d'Orb. 

a. Cardklae d'Orb. 

Cardium Brug. 

1, C. pustulosum V. Münster. 

GoLDFüss, Petref. II, p. 221, T. CXLIV, F. 6. 

Höhe : Länge = 100 : 58. 2 — 2, 5" hoch, verlängert 
eiförmig, von vorne nach hinten zusammengedrückt. Die vor- 
dere Seite abgestutzt, herzförmig, wenig konvex, die hintere 
etwas verlängert. Der Rücken hoch gewölbt und, besonders 
nach vorne , steil abfallend. Die Wirbel ganz vorne liegend, 
gegen einander gebogen. Die Oberfläche mit zahlreichen, 
schmalen, gekörnten Rippen bedeckt. An der vordem Seite 
der Muschel werden die Körner zu grösseren Höckern. — Nicht 
selten im obern Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin , im 
untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin , im Grünsand von 
Laun, Malnitz, Czencziz und Drahomischel, selten im Exogyren- 
Sandstein von IloUubilz und im untersten Quader von Tyssa. 

2. C. altern ans, Reuss. — T. XXXV, F. 15, 16. 

Reuss geogn. Skizz. II, 1843, p. 196. 

2 — 6" hoch, verlängert-eiförmig, hoch gewölbt, mit dicken, 
vorstehenden, gegen einander gebogenen Wirbeln. Die vor- 
dere Seite steil abfallend; die hintere, breitere fällt ebenfalls 
steil ab, geht aber dann in eine Verlängerung über, die vom 
Rücken durch eine breite flache Furche geschieden ist. Grosse, 
stark eingesenkte Muskeleindrücke. Zahlreiche (120 — 150) 
schmale , wenig vorstehende Rippen strahlen vom Wirbel aus 
und sind abwechselnd durch eine tiefere und breitere Furche 
geschieden. Jede zweite Rippe ist mit starken stachligen 
Höckern besetzt, während die dazwischenliegende nur gekörnt 
ist. Auf den Steinkernen treten die Rippen mehr hervor, als 
auf den Hohlabdrücken , und meistens sind die Rippenpaare 
zu einer einzigen zusammengeschmolzen. Sie müssen daher 
an der Innern Fläche der sehr dicken Schale deutlicher ge- 
wesen sein, als an der äussern. Dieses Cardium unterscheidet 
sich von seinen Verwandten, dem C. Carolinum, C. Moutonia- 
num , C. alternatum d'Orb., C. productum Sow., durch die 
Steilheit der vordem Seite und die daraus hervorgehende Un- 
gleichseitigkeit der Schale und das Vorhandensein abwechselnd 
grösserer und kleinerer Höcker auf den Rippen. 

Reuss, Versteinerungen; II. Abth. 



Sehr häufig — eine der bezeichnendsten Versteinerungen 
— im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

3. C. intermedium, Reuss. — T. 40, F. 13. 
10—12'" hoch und 8—9"' lang. Steht mitten inne 

zwischen G. pustulosum und C. asperum v. MiJnst., indem es 
sich Ersterem in Bezug auf seine Form, Letzterem in Bezug 
auf seine Oberflächen-Beschaffenheit nähert. Es ist oval, hoch- 
gewölbt, vorne steil, beinahe abgestutzt, hinten allmälig ab- 
fallend und sich etwas ausbreitend. Die schlanken, gegen ein- 
ander gebogenen Wirbel liegen wenig vor der Mitte. Ueber 
die Oberfläche laufen zahlreiche feine, gekörnte radiale Rippen, 
so dass stets eine schwächere mit einer stärkern wechselt. Sie 
sind übrigens am Rücken und an den Seiten gleichförmig. 
Selten im untern Plänerkalk von Laun. 

4. C. alutaceum v. Münst. 

GoLDFUSS 1. c. II, p. 220, 221, T. CXLIV, F. 5. 

Bis 1" hoch und nicht viel weniger lang; eiförmig-rund- 
lich, stark gewölbt mit mittelständigem, dickem, übergebogenem 
Wirbel und dichtstehenden, feinen, gleichmässig gekörnten Ra- 
dialrippen. Selten im Plänerkalk von Hundorf und im Hip 
puritenkalk von Kutschlin. 

5. C. lineolatum, Reuss. — T. XXXV, F. 17. 

Reuss geogn. Skizz. II, p. 197. 

2, 5—3'" hoch, fast eben so lang, gleichseitig, breit- 
eiförmig, stark gewölbt, mit übergreifendem mittelständigem 
Wirbel. Die Oberfläche mit sehr zahlreichen (90—100). sehr 
feinen gerundeten Rippchen mit etwas schmälern, tiefen Zwi- 
schenfurchen bedeckt, die gegen den untern Rand sich zum 
Theile spalten und von einzelnen Anwachsstreifen durchkreuzt 
werden. 

Sehr vereinzelt im Plänermergel von Patek, im Pläner- 
sandstein von Zittolieb und in den Plänersandstein-Trümmern 
aus dem Pyropenführenden Konglomerate von Meronitz. 

6. C. semipapillatum, Reuss. — T. 40, F. 12. 

Reuss geogn. Skizz. II, p. 197. 

C. scabrum Reuss 1. c. II, p. 197. 

3_5'" hoch, ebenso lang, fast kreisrund, hoch gewölbt, 
mit kurzen, dicken, mittelständigen Wirbeln. Hinten zusam- 
mengedrückt, so dass die Schale daselbst hinter dem besonders 
steil abfallenden Rücken eine seichte Einbiegung bildet. Der 
Rücken und die vordere Seite mit regelmässigen, tief einge- 
schnittenen, konzentrischen Linien bedeckt, deren Zwischenräume 



flach gewölbt sind. Sehr feine Radiallinien laufen darüber, die 
in den tiefern Lamellen der Schale breiter und deutlicher er- 
scheinen und den untern Rand der Schale kerben. Auf der 
hintern Seite der Schale 15 — 20 schmale, radiale Rippen, die 
durch sehr schmale Furchen geschieden und mit entfernt ste- 
henden kleinen runden Knötchen besetzt sind. — C. scabrum 
Reuss ist nur auf niedergedrückte Exemplare derselben Spezies 
gegründet, deren äussere Sclialenlamelle verloren gegangen 
ist, bei denen also die Radialstreifen deutlicher hervortreten. 

Nicht selten im Plänermergel von Priesen und Postelberg, 
sehr selten in dem von Kystra. 

7. C. Neptuni, Goldfüss. 

GoLDFUss, 1. c. II, p. 221, T. CXLIV, F. 9. 

Selten im untern Quader von Kreibitz. 

Isocardia Laak. 

1. I. cretacea, Goldfuss. — T. XLn, F. 29. 

GoLDFUss, 1. c. II, p. 211, T. CXLI, F. 1. — Geinitz, 
I. c. p. 53, T. XI, F. 6, 7. Nachtrag, T. II, F. 14. 

0,75 — 2" lang, fast kreisrund oder etwas höher, als 
lang, stark gewölbt, mit etwas vor der Mitte stehenden, hohen, 
eingerollten Wirbeln , hinten steil abfallend, indem der Buckel 
unmittelbar in den hintern Rand übergeht; vorne in einen 
gerundeten , niedergedrückten Lappen sich ausbreitend. Die 
Oberfläche mit konzentrischen Runzeln und Linien bedeckt. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf und im untern 
Plänerkalk von Laun und Kreibitz. Immer als Steinkern. 

2. 1. lunulata, Roemer. — T. XL, F. 17. 

RoEMER, 1. c. p. 70, T. IX, F. 5. 

1,5" gross, quer-eirund, etwas vierseitig und schief, stark 
gewölbt. Die dicken , gegen einander gebogenen Wirbel weit 
hinter der Mitte liegend. Vorne sich in einen halbkreisförmi- 
gen Lappen ausbreitend. Der Rücken hinten sehr stumpf ge- 
kielt. Der vordere Schlossrand stark eingebogen, ein tiefes, 
breites, herzförmiges Mondchen bildend. Am Steinkerne kon- 
zentrische Runzeln. Die Steinkerne selten im Grünsandstein 
von Czencziz. 



3. 1, tui-gida, Reuss. — 
1,33" hoch. Höhe : Länge 



T. XL, F. 16. 



Dicke = 100 : 87, 5 : 112,5. 
Breit-eiförmig, sehr hoch gewölbt, bauchig. Der Rücken nach 
beiden Seiten steil abfallend; zunächst den Wirbeln am stärk- 
sten gewölbt, fast gekielt. Schale gleichseitig, ohne vordem 
Lappen. Die mittelständigen Wirbel stark eingerollt, abste- 
hend und ein breites Feld zwischen sich lassend. Der untere 
Rand kreisförmig. Die Oberfläche der Steinkerne glatt. 
Als Steinkern selten im obern Plänerkalk von Hundorf. 

4. I. pygraaea, Reuss. — T. XXXV, F. U. 

Sehr klein, kaum 2'" hoch und eben so lang. Höhe : Dicke 
= 100 : 75. Kreisrund, gewölbt; die schlanken Wirbel stark 
vorwärts gebogen. Nach hinten steil abfallend ; der hintere 
Rand mit dem untern einen undeutlichen Winkel bildend ; der 



vordere gerundet, mehr vortretend. Steinkern glatt, am Rande 
mit Spuren feiner konzentrischer und hie und da auch radialer 
Linien. 

Als Steinkern selten im Pyropen-führenden Konglomerat 
von Meronitz. 

b. Astartidae bOrb. 
p i s Defrance. 

1. O. bicornis, Geinitz. 

Area bicornis, Geixitz, Nachtrag, p. 14, T. V, 
F. 10—12. 

Die Steinkerne sind bis 5" hoch, bauchig, mit sehr lan- 
gen, umgebogenen, spitzen Wirbeln. Die Basis ist etwas vier- 
seitig, vorne schwach gerundet, hinten abgestutzt und etwas 
ausgesch',veift ; ihr unterer Rand schwach bogenförmig. Die 
vordere Seite der Schale gewölbt ; die hintere fällt steil ab 
und an ihr verläuft eine breite Furche zur Spitze des Wirbels, 
Die Muskeleindrücke gross , stark vertieft. Die innere Seite 
des Wirbels ist durch schmale Kanten begrenzt. 

Sie wurde zuerst von Geinitz im untern Plänerkalk von 
Plauen in Sachsen aufgefunden (Grundriss p. 427); einzelne 
Steinkerne kommen auch in den kalkigen Ronglomeratschichten 
von Kutschlin bei Bilin vor. 

2. 0. pusilla, Reuss. — T. XXXIII, F. 15. 

Diese kleine Muschel wird der Gattung Opis nur proviso- 
risch einverleibt, da an den zu Gebot stehenden Exemplaren 
nichts vom Schlosse zu sehen ist ; ich ziehe sie nur hieher 
wegen ihrer grossen Aehnlichkeit mit O. neocomensis d'Orb. 
Sonst könnte sie wohl auch zu Cardita gehören. — Sie ist 
nur 2,5 — 3'" hoch, dreiseitig. Die langen Wirbel sind stark 
gegen einander gerollt; die vordere Seite ist abgestutzt; die 
hintere verlängert sich in einen kleinen, sehr niedergedrückten, 
dreieckigen Lappen , der durch eine scharfe Kante von dem 
viel höhern Rücken geschieden ist. Von vorne und von hin- 
ten angesehen, haben beide vereinigten Klappen eine herzför- 
mige Gestalt. Der Rücken ist mit sehr feinen Radiallinien 
bedeckt, die auf dem hintern Lappen fehlen. Auf ihm sind 
nur die ziemlich regelmässigen Anwachsringe sichtbar , die 
aber auch auf dem Rücken stärker hervortreten. 

Sehr selten im Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz. 

Astarte Sow. 
1. A. porrecta, Reuss. — T. XXXIII, F. 19. 

Aehnelt in der Form etwas der A. excavala Sovv. 
Höhe : Länge ^=- 100 : 133. 1,5'" hoch, quer-oval, sehr 
schief; die kleinen Wirbel ganz am vordem Ende liegend; der 
vordere Schlossrand sehr kurz, tief ausgeschnitten; der hintere 
lang, horizontal, durch eine Rundung in den untern schwach 
bogenförmigen Rand übergehend. Das Mondchen klein, aber 
tief, herzförmig; Schildchen schmaManzettförmig. Die Schale 
mit sechs hohen, scharfen, abschüssigen, konzentrisch linirten 
Falten, mit zweimal breitern, tiefen Zwischenfurchen. 

Sehr selten im Pyropensande von Trziblitz. 



2. A. nana, Relss. — T. XXXIII, F. 18. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 301. 

Sehr klein, 1 — 1, 5'" hoch und ebenso lang, fast kreis- 
förmig, ziemlich stark gewölbt, besonders zunächst dem mittel- 
stiindigen, fast rechtwinkligen Buckel. Der vordere Schlossrand 
wenig eingebogen. Die Oberfläche mit 10 — 12 regelmässigen, 
niedrigen, scharfen, konzentrischen Falten, seichten Zwischen- 
rinnen und gekerbtem, bogenförmigem unterm Rande. 

Nicht häufig im Plänermergel von Priesen. 

3. A. acuta, Reuss. — T. XXXIII, F. 17; T. XXXVII, 

F. 14. 

1,5 — 2,5'" lang und ebenso hoch, dreieckig-kreisförmig, 
sehr wenig gewölbt, mit spitzigem, fast rechtwinkligem, mittel- 
ständigem Buckel, mit fast geradem hinterm und schwach ein- 
gebogenem vorderm Schlossrande, welch' letzterer mit dem 
bogenförmigen, untern Rande einen deutlichen Winkel bildet. 
Das Mondchen lang, lanzettförmig, tief eingedrückt. Der Stein- 
kern zeigt 5 — 9 dicke, oben gerundete, konzentrisch linirte 
Falten mit gleich breiten, konkaven Zwischenrinnen. Der un- 
tere Rand fein radial gestrichelt. 

Steht der A. similis v. Münster (Goldfuss, 1. c. p. 193, 
T. CXXXIV, F. 22), mit der sie Geinitz (Grundriss p. 428, 
T. XVIII, F. 17) noch vereinigt, nahe, unterscheidet sich 
aber durch die mehr winklige, dreieckige Form, den mehr ge- 
raden hintern Schlossrand , die sparsameren Falten und die 
feine Kerbung des untern Randes. 

Selten im Plänermergel von Priesen und Kreibitz und im 
Pyropensande von Trziblitz. 

4. A. multist riata, Sow. 

FiTTON, 1. c. T. XVI, F. 17. — Geinitz, Grundris.s, 

p. 429. 
A. formosa, Sow. bei Geinitz, G. T. XXI, F. 19. 

Nach Geinitz im ? untern Pläner von Kreibitz. 

Crassaiella Lamk. 
1. C. protracta, Reuss. — T. XXXVn, F. 15. 

1 — 1,25" lang und halb so hoch, quer-trapezoidal , ge- 
wölbt. Die vordere Seite sehr kurz, niedrig, gerundet; die 
hintere stark verlängert und schräg abgeschnitten , unten in 
ein langes, spitzwinkliges Eck auslaufend. Die kurzen Buckeln 
liegen ganz am vordem Ende. Der hintere Schlossrand ge- 
rade, horizontal, so lang als der hintere Rand, mit dem er in 
einem stumpfen Winkel zusammenslösst. Der hintere Rand 
schwach bogenförmig. Ueber den Rücken läuft in diagonaler 
Richtung eine scharfe Kante bis zum untern Eck herab, wo- 
durch er in zwei Flächen getheilt wird, deren vordere (untere) 
gewölbt, die hintere (obere) von einer Seite zur andern schwach 
konkav ist. Die Oberfläche der Steinkerne zeigt schwache 
konzentrische Linien. 

Aehnelt sehr der Cr. trapezoidalis Roemer (1. c. p. 74, 
T. IX, F. 22), welche aber viel v/eniger verlängert, stärker 
gewölbt und auch an der hintern Fläche konvex ist. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Laun. 



2. Cr. regularis, d'ORB. — T. XXXIII, F. 25. 

d'ORB., palacol. Franc. III, p. 80, T. CCLXVI, F. 4—7. 

0,8—1,4" lang. Länge : Höhe = 100 : 88. Quer- 
eirund, etwas dreiseitig, flach gewölbt, hinten fast gerade ab- 
geschnitten und stark zusammengedrückt , vorne gerundet. Die 
dicken Buckeln stehen etwas vor der Mitte. Der vordere Schloss- 
rand in der Gegend der kurzen, aber tiefen Lunula etwas aus- 
geschweift. Der hintere Schlossrand gerade und schräge, bil- 
det mit dem hintern Rande einen stumpfen Winkel. Der 
Rücken hinten mit einer deutlichen Kante, welche vom Wirbel 
zum hintern untern Winkel, der beinahe = 90° beträgt, 
herabläuft. Die Oberfläche mit entfernten regelmässigen kon- 
zentrischen Furchen. 

Selten im untern Plänerkalk von Laun. 

3. C. arcacea, Roemer. — T. XXXIII, F. 27. 

Roemer, 1. c. p. 74, T. IX, F. 24. — Geinitz, Grund- 
riss, p. 429, T. XVIII, F. 2. 

Ist der Vorigen sehr ähnlich, unterscheidet sich aber doch 
bei genauerer Betrachtung bedeutend. Sie ist 1 — 1,25" lang, 
quer eiförmig-dreiseitig , aber im Verhältniss zur Höhe länger, 
als die Vorige (Höhe : Länge = 72 : 100). Wenig gewölbt, 
hinten ebenfalls stampf gekantet. Das vordere Ende kurz ge- 
rundet , die hintere Seite stark verlängert und fast gerade ab- 
geschnitten, aber weit schmäler, als bei Cr. regularis, fast in 
eine abgestumpfte Spitze auslaufend. Der vordere Schlossrand 
kurz, etwas eingebogen, der hintere lang, gerade, weit schrä- 
ger stehend , als bei der vorigen Art. Der untere Rand fast 
gerade, nach Roemer fein gekerbt, was ich aber an den böh- 
mischen Steinkernen nicht beobachten konnte. 

Nicht selten im untern glaukonitischen Quader von Kreibitz. 

c. Carditidae d^Orb. 
Cardita BiiuG. 

1. C. parvula V. Muenster. 

Goldfuss, 1. c. n, p. 187, T. CXXXIII, F. 13. — 
Geinitz, 1. c. p. 51, T. XI, F. 5. 

5 — 6"' hoch und nicht viel mehr als halb so lang. Ver- 
längert-eiförmig, mit kurzen eingerollten Wirbeln. Von vorne 
nach hinten zusammengedrückt, so dass der hohe Rücken fast 
stumpf gekielt erscheint. Beide Flächen, besonders die hintere 
schmälere, steil abfallend, die vordere in einen kleinen runden 
Lappen sich verlängernd. Beide Klappen vereinigt haben, von 
vorne betrachtet, einen lang-herzförmigen Umriss, Regelmässige 
Streifen strahlen vom Wirbel aus, über welche feinere kon- 
zentrische Linien verlaufen. 

Selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und Hundorf. 

2. C. modiolus, Nilsson. — T. XXXVII, F. 13. 

NiLSSON, 1. c. p. 17, T. X, F. 6. — Hisjnger , leth. 
suec. p. 62, T, XVIII, F. 15. 

9,5—10"' hoch und 5,5—6"' lang, verlängert-eiförmig, 
hoch gewölbt. Die kurzen eingerollten Wirbel am vordem 

1* 



Ende liegend. Unter denselben ein kurzes, ziemlich tiefes, 
ovales Mondchen. Die Oberfläche der Steinkerne glatt. 
Selten im obern Plänerkalk von Hundorf. 

3. C. (Venericardia) tenuicosta, d'Orb. — T. XXXin, 
F. 16. 

Cardita tenuicosta, d'Orb., pal. franc. III, p. 87, 

T. CCLXVIII, F. 1—5. 
Venericardia tenuicosta, Fitton, geol. transact. 

IV, T. XI, F. 7. — Leymerie, niem. d. 1. soc. 

geol. d. Fr. V, 1, T. III, F. 9. — Geinitz, 1. c. 

p. 76, T. XX, F. 9. 
Cardita (Venericardia) corrugata, Reuss, geogn. 

Skizz. II, p. 190. 
Cardium tetragonum. Michelin., mem. d. I. soc. 

geol. d. Fr. III, T. XU, F. 3. 

5 — 12'" hoch, etwas länger als hoch, kreisförmig-vier- 
seitig, mit dicken, vorwärts gebogenen, vor der Mitte liegenden 
Wirbeln. Die vordere Seite kurz, niedrig, mit einem schmalen, 
aber tiefen, lanzettförmigen Mondchen; die hintere höher, un- 
deutlich abgestutzt. Uebcr die Oberfläche der dicken Schale 
verlaufen 40 — 45 schmale, gerundete Radialrippen mit gleich- 
breiten Zvs'ischenfurchen, welche von hohen konzentrischen Falten, 
deren Zwischenräume fein linirt sind, durchkreuzt werden. 
Dadurch entsteht auf dem Durchkreuzungspunkte jeder Rippe 
eine Runzel oder eine kleine vorstehende Schuppe. Die Stein- 
kerne sind nur undeutlich gestreift und am untern Rande stark 
gekerbt. 

Sehr häufig im Plänermergel von Priesen und Postelberg, 
selten beiKystra, Horzenz und Luschitz. Grössere Steinkerne 
findet man häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz, sehr ver- 
einzelt im obern Plänerkalk von Hundorf. 

Cjpricardla Lamk. 

1. C. elongata, PuscH.— T. XXXIII, F. 26; T.XLI, F. 5. 

PuscH, Pol. Paläontol. p. 68, T. VII, F. 6. — Geinitz, 

Nachtrag, p. 13, T. V, F. 7. 
Cytherea plicata, Reuss, geogn. Skizz. II, p. 199. 

0,83—1,3'" lang. Höhe : Länge = 60 : 100 (im Mittel). 
Schief oval-dreiseitig, gewölbt. Die dicken, übergebogenen 
Wirbel liegen weit nach vorne. Das vordere Ende kurz, viel 
niedriger, gerundet. Das hintere sehr verlängert und in ein 
stumpf gerundetes Eck auslaufend. Das Mondchen kurz, aber 
tief, herzförmig. Der hintere Schlossrand lang, schwach bogen- 
förmig , langsam gegen den Wirbel ansteigend. Der untere 
Rand in der Mitte etwas eingebogen. Am Rücken läuft vom 
Wirbel schräg nach rückwärts eine sanfte Rucht bis zum Rande 
herab, lieber den Rücken laufen dichte ungleiche, bald mehr 
scharfe, bald niedergedrückte, sehr schmale konzentrische 
Falten. 

Vereinzelt im untern Plänerkalk von Laun und in den 
Schillingen bei Bilin und im Exogyrensandstein von Grossdorf. 

C j p r i n a Lamarck. 

1. C. oblonga, d'Orb. — T. XL, F. 15. 

d'Orb. pal. franc. III, p. 105, T. CGLXXVII, F. 1—4. 
Venus tetragona, Reuss, geogn. Skizz. II, p. 198. 



1- 1,5" lang. Länge : Höhe : Dicke = 100 : 74 : 55, 
Quer oval, etwas vierseitig, gewölbt, mit dicken, eingebogenen, 
weit vorne stehenden Wirbeln. Die vordere Seite kurz, nie- 
drig, schwach gerundet; die hintere verlängert, höher. Der 
hintere Rand wenig gebogen, stösst mit dem ebenfalls fast ge- 
raden untern Rande in einem abgerundeten, aber deutlichen 
Winkel von beiläufig 90" zusammen. Der vordere Schlossrand 
eingebogen, bildet manchmal mit dem untern Rande ebenfalls 
einen, aber undeutlichen Winkel. Die Oberfläche des Stein- 
kernes mit feinen konzentrischen Streifen bedeckt. Der ge- 
wölbte Rücken ist nach hinten schwach gekantet. — Obwohl 
unsere Form etwas mehr eckigt, weniger gerundet ist, als die 
Orbigny'sche , glaube ich sie doch nicht davon trennen zu 
dürfen. 

Steinkerne selten in einem grauen, sandigen Kalkstein 
(Pläner ?) zwischen dem obern und untern Quadersandstein 
bei Sterndorf ohnweit Auscha. — Eine andere 2 — 3" lange, 
aber unbestimmbare Cyprina kömmt im Plänermergel von 
Hochpetsch vor. 

2. C. crassitesta, Reuss. 

2 — 4" hoch und fast ebenso lang, etwas schief kreis- 
herzförmig, vorne niedriger, einen etwas vorspringenden, ge- 
rundeten Lappen bildend ; hinten schwach abgestutzt. Der Rü- 
cken hoch gewölbt, besonders hinten, wo er auch steiler abfällt. 
Die kurzen dicken Wirbel sind eingeroHt, berühren sich bei- 
nahe und liegen etwas vor der Mitte. Unter ihnen befindet 
sich ein breiter und tiefer, aber niedriger Hof. Die Schale 
sehr dick (3 — 4'"), mit gedrängten feinern und gröbern kon- 
zentrischen Streifen und vielen starken Anwachsringen bedeckt. 

Selten im Hippuritenkalk von Koriczan. Die dicke, in 
Kalkspath verwandelte Schale springt bei Entblössung aus dem 
festen umgebenden Gesteine fast immer ganz ab. 

d. Lucinidae d'Orb. 
Lucina Brvg. 

1. L. lenticularis Goldfüss. — T. XXXm, F. 20, 
21, 22, 23, 24; T. XXXVH, F. 17; T. XLI, F. 10. 

Goldfüss, 1. c. p. 228, T. CXLVI, F. 16. — Geinitz, 
Nachtrag, p. 13, T. II, F. 4, 5, 6. 

L. lens, RoEMER, 1. c. p. 73, T. IX, F. 14. 

L. circularis, Geinitz, 1. c. p. 76, T. XX, F. 4. 

L. Reichii, Roemer, 1. c. p. 73, T. IX, F. 15. — 
Geinitz, 1. c. p. 49, T. XVI, F. 7. 

0,4 — 2,5" hoch, fast kreisrund, selten durch Missbildung 
in die Länge oder Quere gezogen, mitunter selbst schief. Die 
kurzen Buckeln mittelständig und vorwärts gebogen. Der Schloss- 
rand vorne etwas eingebogen, geht beiderseits in unmittelbarer 
Rundung in den untern Rand über. Das Schloss mit zwei 
grossen, gegen die Spitze konvergirenden Zähnen; vor und 
unter dem Buckel ein grosser Nebenzahn. Kein Mondchen. 
Die Oberfläche der dicken Schale mit dichten, regelmässigen, 
erhabenen, konzentrischen Linien. Der vordere Muskeleindruck 
kaum länger, als der hintere, beide stark, eiförmig, verhältniss- 
mässig nicht sehr gross. Es nähert sich diese Spezies sehr 



dem Genus Diplodonta Bronn, zu dem es von Lucina unzäh- 
lige Uebei'gänge giebt, so dass es wohl als Unterabtheilung, 
nicht aber als selbstständige Gattung bestehen kann. 

Sehr häufig im Grünsandstein von Laun , Neuschloss, Se- 
mich, Malnitz , Czencziz; im grauen Kalksteine von Czencziz 
und im untern Plänerkalk von Kosstitz (nur 8 — 12'" hoch); 
selten im Plänersandstein von Hradek , Trziblitz und Rannay, 
im untern Plänerkalk von Laun und Lenneschitz, im oberen 
Plänerkalk von Hundorf, im untersten Quader von Tyssa, Krei- 
bitz und Zloseyn (6 — 12'" hoch); sehr selten im Hippuriten- 
kalk von Rutschlin (5 — 6'" hoch). 

e. Trigonidae, d'Orb. 
Trigonia, Bkug. 

1. Tr. sulcataria, Lamk. 

Lamarck annal. du mus. VI, p. 64. — Deshaves, 

traite element. d. conch. T. XXXIII, F. 10. — 

Agassiz, etudes crit. s. 1. moll. foss. \, T. XI, F. 17. 

— d'Orbignv pal. franc. III, p. 150, T, CCXCIV, 

F. 5—9. 
Lyrodon sulcatum, Goldfuss I. c. II, p. 203, 

T. CXXXVII, F. 7. — Geinitz, 1. c. p. 54, 

T. XXI, F. 3. 
Trigonia pennata, Sowerby, M. C. T. CCXXXVII, 

F. 6. 

Steinkerne häufig im untern Quader von Mühlhausen und 
Tyssa ; selten im Exogyrensandstein von Grossdorf und im 
Grünsandstein von Czencziz. 

2. Tr. alaeformis, Park. 

Parkinson, org. rem. III, T. XII, F. 9. — Sowerby, 
M, C. T. CCXV. — Deshayes, coq. car. T. X, 
F. 6, 7 und tr. el. d. conch. T. XXXIII, F. 3. — 
BircH, petref. recueill. en Amerique, 1839, T. I, 
F. 10. — Agassiz, et. crit. s. 1. moll. I, T. VII, 
F. 14, 15, 16, T. VIII, F. 12. — Geinitz, Nach- 
trag, T. II, F. 15, 16. — d'Orbignv, pal. franc. 
III, p. 143, T. CCXCI, F. 1—3. — Geinitz, Grund- 
riss, p. 443, T. XVIU, F. 15. 

Lyrodon alifornie, Goldfuss, I. c. II, p. 203, 
T. CXXXVII, F. 6. 

Liriodon alaeformis, Bronn, Lethäa , p. 700, 
T. XXXII, F. 15. 

Trigonia thoracica, Morton, synops., T. XV, 
F. 13. 

Don^cites alatus, v. Schlotheim, Petref. -Kd. I, 
p. 194. 

Häufig im untern Quader von Böhmischkamnitz und 
Kreibitz. 

3. Trig. pulchella, Reuss. — T. XLI, F. 3. 

Eine der kleinsten Formen , indem sie die Länge von 
2—2,5"' selten übersteigt. Länge : Höhe = 112 : 100. Sie 
ähnelt im Umrisse am meisten der T. disparilis d'Orb. (1. c. 
T. CCXCIX, F. 3, 4), ist eiförmig-rhomboidal, massig gewölbt, 
vorne kurz und gerundet ; die hintere Seite stark verlängert, 
nicht viel niedriger, aber stark zusammengedrückt und schräg 
abgestutzt. Daher ist der obere fast gerade Rand auch nur 



wenig schräg und dem unleren, schwach bogenförmigen, beinahe 
parallel. Der Rücken mit 20—24 vom Buckel ausstrahlen- 
den Reihen sehr niedriger, kleiner, runder Knötchen , die aber 
den vordersten Theil der Schale frei zu lassen scheinen. We- 
nigstens verhielt sich diess so an den in Schwefelkies verwan- 
delten Exemplaren, bei denen die äusseren Zeichnungen der 
Schale überhaupt etwas undeutlich waren. Uebrigens ist der 
ganze Rücken mit feinen konzentrischen Linien bedeckt. Das 
breite hintere Feld ist vom Rücken durch einen scharfen 
schrägen Kiel getrennt, der vorne von einer schmalen tiefen 
Furche begleitet wird. Die vordere Hälfte des Feldes ist schwach 
konvex, die hintere ebenso konkav, beide stossen in einer mitt- 
leren Längsfurche zusammen. Die Oberfläche beider ist im 
obern Theile mit queren Reihen sehr kleiner Knötchen , ganz 
aber mit feinen Querlinien bedeckt. 

Sehr selten im Pyropenführenden Konglomerate von Me- 
ronitz, stets in Schwefelkies verwandelt. 

4. Tr. parvula, Reuss. — T. XLI, F. 4. 

Von dieser kleinen Spezies, die nur 2 — 3'" lang ist, 
haben sich bisher nur Steinkerne in ziemlich reichlicher Menge 
im Pyropensande von Trziblitz, seltner im Konglomerate von 
Meronitz vorgefunden. Höhe : Länge : Dicke = 80 : 100 : 64. 
Quer oval-dreiseifig, stark gewölbt. Die vordere Seite sehr 
kurz, viel niedriger, gerundet; die hintere verlängert, bedeutend 
höh?r, schräg abgeschnitten. Die vorwärts eingerollten kleinen 
Wirbel liegen sehr weit vorne. Das hintere Feld klein, sehr 
stark zusammengedrückt. Die hintere Ansicht beider vereinigten 
Klappen bildet eine verlängert-herzförmige, in der Mitte kantig 
erhabene Fläche. Ueber dieser vorspringenden Mittelkante, 
welche beiderseits den kleinen, breit eirunden, hinteren Mus- 
keleindruck neben sich hat, ist die Fläche etwas konkav und 
stösst mit dem Rücken der Schale in einer fast rechtwinkligen 
Kante zusammen. Der untere Rand ist wenig bogenförmig, 
der Jlanleleindruck sehr tief. Die Oberfläche der Steinkerne 
ist glatt, nur an manchen sieht man dem untern Rande zu- 
nächst einige flache, konzentrische Streifen. Kleine anhän- 
gende Stückchen der verhältnissraässig sehr dicken Schale er- 
scheinen mit fein gekörnten Querstreifen bedeckt, 

f. Nuculidae, d'Orb. 

Nucula, Lamk. 

a. Truncatae. 

1. N. pectinata, Sowerby. — T. XXXIV, F. 1 — 5. 

Mantell., G. S., p. 94, T. XIX, F. 5, 6, 9. — 
Sowerby, M. C. T. CXCII, F. 6, 7. — Sow., gen. 
of Shells Heft 17, F. 8. — d'Orbigny, pal. franc. 
HI, p. 177, T. CCCIII, F. 8—14. 

Nucula truncata, Nilsson, p. 16, T. V, F. 6. — 
HisiNGER, leth. suec, p. 59, T. XVHI, F. 8. — 
Geinitz, 1. c. p. 77, T. XX, F. 25; Grundriss, 
p. 445, T. XIX, F. 10. 

N. striatula, Roemer, 1. c. p. 68, T. VIII, F. 26. 

N. Blochmanni, Geinitz, \. c. p. 50, T. X, F. 8. 



Höhe : Länge = 66 : 100. — 0,5 



1,5" lang. 



6 



Ungleichseiüg, quer elliptisch-dreiseitig, vorne sehr kurz, schräg 
abgestutzt, mit breitem und tiefem herzförmigem Älondchcn; 
hinten verlängert. Älehr oder weniger gewölbt. Die dicken vor- 
wärts gebogenen Wirbel stehen weit vorne. Die Schlossränder 
bilden einen wenig stumpfen, beinahe rechten Winkel ; der hin- 
lere in einem gerundeten Winkel in den untern bogenförmi- 
gen Rand übergehend; der vordere schwach eingebogen. Er- 
sterer mit 25 — 30, letzterer mit 12 — 15 Zähnen, von denen 
die äussersten etwas gebogen und gross, die innersten aber 
sehr klein sind. Die Schale dick, sehr selten erhalten und 
dann sehr zerbrechlich, kalzinirt. Zahlreiche Rippchen strah- 
len vom Wirbel aus , welche bei kleinen Exemplaren nur als 
sehr feine, kaum dem freien Auge erkennbare Streifen erschei- 
nen. Auf der vollkommen erhaltenen Schale sind sie sehr 
niedrig, flach gerundet, schmäler, als die seichten Zwischen- 
rinnen, Sobald aber die obersten Schalenlamellen zerstört 
sind, werden die Rippchen höher und gleich breit oder selbst 
breiter als die tiefen Zwischenfurchen. Auf den Steinkernen 
sieht man nur schwache Radiallinien. Die Rippchen werden 
von zahlreichen, unregelmässigen, feinen, konzentrischen Linien 
durchkreuzt, hie und da — bei alten Individuen — auch von 
starken Anwachsstreifen treppcnformig unterbrochen. An den 
Steinkernen erscheint der unlere Rand stets deutlich gekerbt; 
die Muskeleindrücke sind gross und stark. 

Die an der vorderen Seite Iierablaufende Furche, die 
NiLSSON abbildet und die auch v. Buch (über den Jura in 
Deutschland, p. 48) bei N. pectinata angibt und wegen deren 
er sie zu seiner Familie der Nuculae lobatae zählt , kann 
nicht wesentlich sein , da ich sie nie bemerkte und auch JIan- 
TELL und Orbigny nicht darauf aufmerksam machen. 

Diese Muschel hat sich bisher fast nur in den kalkigen 
Schichten gefunden, selten im oberen Plänerkalk von Hundorf, 
Kutschlin, vom Borzen bei Bilin, und im unteren Plänerkalk 
von Kosstitz ; sehr häufig dagegen im Plänermergel von Lu- 
schitz, Priesen, Postelberg, Krssina , Kystra, Rannai, Horzenz, 
WoUenitz, Johnsbach und Kreibitz. Ein einziges Exemplar 
fand ich im Schieferlhon zwischen Plänersandstein und unte- 
rem Quader von Weberschan. 

Sehr kleine, flachere, äusserst fein gestreifte Exemplare, 
welche mit N. concinna Sow, aus den Gosauschichten (geol. 
transact, See. Ser. III, 2, T. 38, F. 1) übereinstimmen, aber 
wohl auch zu N. pectinata gehören, deren junge Brut sie sein 
dürften, kommen im Plänermergel von Priesen und Luschitz vor. 

2. N. iinpressa Sowerby. — T. XXXIV, F. 6, 7. 

SowERBY, M. C. T. CDLXXV, F. 3. — d'Orbigny, pal. 

franc. p. 165, T. CCC, F. 6 — 10. 
N. ovata Nilsson 1. c. p. 77, T. V, F. 5. — Hi- 

siNGER, leth. suec. p. 59, T. XVIII, F. 7. — Geinitz 

1. c. p. 77, T. XX, F. 24. 
N. denudata Reuss, geogn. Skizz., II, p. 301, 302. 

Länge : Höhe = 100 : 75. — 1" lang, quer eiförmig- 
dreiseitig, massig gewölbt, vorne sehr kurz, abgestutzt, hinten 
verlängert, mehr gerundet als N. pectinata. Die dicken um- 
gebogenen Wirbel liegen ganz am vorderen Ende ; unter ihnen 
ein breites ovales, im oberen Theile ausgehöhltes Mondchen. 



Der vordere, etwas ausgeschweifte Schlossrand mit 8 — 9, der 
hintere, schwach gebogene mit 12 — 15 grossen Zähnen; beide 
stossen im rechten Winkel zusammen. Die Oberfläche der 
Schale mit gedrängten , feinen , aber unregelmässigen konzen- 
trischen Linien, ohne alle radiale Streifung. An dem Stein- 
kerne die Muskeleindrücke nicht so gross und weniger stark, 
als bei der vorigen Spezies; der untere bogenförmige Rand 
glatt, nicht gekerbt. 

Ziemlich selten im Plänermergel von Postelberg , Priesen 
und Luschitz und im Pyropen-führenden Konglomerat von 
Meronitz. 

3. ]N. niargaritacea Lamk. — T. XXXIV, F. 26, 27. 

Lamarck, ann. d. mus. IX, T. XVIII, F. 3, daraus in 
Coq. foss. des env. d. Par., T. XVIII, F. 3. — 
Blainville, tr. d. malacol. p. 537, T. LXXV, 
F. 5. — Deshayes, Coq. d. env. d. Par., I, 231, 
T. XXXVI, F. 15—21. — Sowerby, gen. of shells, 
Heft 17, F. 7. — DüBois, conch. Volh. Pod., 
T. Vn, F. 35, 36. — PuscH, Pol. Paläont. 
p. 63, T. VI, F. 8. — Philippi, moll. Sic. p. 64, 
T. V, F. 8. — GoLDFUss, Petrefact., II, p. 158, 
T. CXXV, F. 21. 

Area nucleus L. Chemnitz, Conch., VII, T. LVIII, 
F. 574 a, b. — Brander, foss. Haut p. 40, T. VHI, 
F. 101. 

Nucula pectinata bei Pusch, Pol. Paläont. p. 63, 
T. VI, F. 7. 

N. trigona Sow., M. C. T. CXCII, F. 5. 

N. similis Sow., M. C. T. CXCII, F. 3, 4. 10. 

N. antiquata Sow., M. C. , T. CDLXXV, F. 4. — 
Reuss, geogn. Skizz., II, p. 190. 

Im Plänermergel von Luschitz und Priesen kommen ein- 
zelne Exemplare einer Nucula vor, die vollkommen mit N. an- 
tiquata Sow. übereinstimmen, welche sich durch kein konstan- 
tes Merkmal von Bedeutung von N. margaritacea Lamk. unter- 
scheidet und daher von ihr auch wohl nicht getrennt 
werden kann, wie es auch schon Pusch (1. c. p. 63) mit Be- 
stimmtheit aussprach. 

Sie sind 3 — 4'" hoch, eiförmig - dreiseitig , flach gewölbt, 
vorne abgestutzt und etwas ausgeschweift, mit tiefem ovalem 
Mondchen; der hintere Rand wenig gebogen, fast gerade; der 
untere stark bogenförmig. Vorne 8 — 12, hinten 7 — 8 gerade 
Zähne. Der Schlosskantenwinkel ein rechter oder nur wenig 
kleiner. Die kurzen Wirbel etwas vor der Mitte liegend. Die 
Oberfläche der Schale mit äusserst feinen radialen Linien, 
welche in den tieferen Schalenlamellen deuthcher hervortreten 
und von sehr feinen konzentrischen Linien durchkreuzt wer- 
den. Die Steinkerne ganz glatt und am unteren Rande fein 
gekerbt. 

b. Rostratae, dOrb.* 

4. N. tenuirostris Reuss. — T. XXXIV, F. 8 — 10. 

N. apiculata ** Reuss, geogn. Skizz. II, p. 191. 



" Ob die folgenden Nuculae rostratae wirklich zu Lcnibulus 
Risse g'ehören, kann ich bis jetzt nicht entscheiden, da ich bei keiner 
mit Sicherheit einen Mantelaussclinitt wahrnehmen konnte; ich lasse 
sie daher indessen noch bei Nucula. 

'■'■■' Den Namen tragt schon eine andere Spezies bei Fitton. 



Achnelt im Umrisse sehr der N. niucronata , Sow. aus 
dem Lias und der tertiären N. minuta Brocchi. — Höhe : Länge 
= 60 : 100. — 2 — i'" lang, eiförniig-rhomboidal, gewölbt, 
vorne breit gerundet, hinten in eine Spitze verlängert und 
zusammengedrücltt. Diese fliigelartige Verlängerung ist durch 
eine flache , breite Rinne, die vom Wirbel schräg nach hinten 
herabläuft, vom Rücken der Muschel geschieden. Der untere 
gewölbte Rand ist an dieser Rinne seicht ausgebuchtet. Die 
fast geraden Schlossränder, deren vorderer 9 — 10 grosse, der 
hintere 11 — 12 kleinere, winklig gebrochene Zähne zählt, stos- 
sen in einem sehr stumpfen Winkel zusammen. Die kurzen 
übergebogenen Wirbel stehen vor der Mitte. Das Mondchen 
oval, wenig vertieft, das lanzettförmige Schildchen scharf ge- 
randct. Die Oberfläche der dünnen Schale ist mit regelmäs- 
sigen, blätterigen, konzentrischen Linien geziert. Die Steinkerne 
sind glatt. 

Vereinzelt im Plänermergel von Luschitz , Priesen und 
Postelberg. 

5. N. siliqua, Goldfuss. — T. XXXIV, F. 11. 

GoLDFUss, 1. c. 11, p. 156, T. CXXV, F. 13. 

8—10'" lang. Länge : Höhe = 100 : 33. Quer säbel- 
förmig, sehr flach gewölbt, vorne sehr kurz, breit gerundet, 
hinten sehr stark verlängert und sich gegen das hintere eben- 
falls gerundete, aber niedrigere Ende allmälig verschmälernd. 
Die kurzen, kleinen Wirbel ganz am vordem Ende. Die Schloss- 
kanten stossen in einem Winkel von 130" zusammen, die hin- 
tere sehr lang, fast gerade, mit 30 — 45 sehr kleinen, die vor- 
dere kurze mit 8 — 12 grösseren, winklig gebrochenen Zähnen. 
Der untere Rand flach bogenförmig. Die Oberfläche mit we- 
nig regelmässigen, feinen, konzentrischen Linien. Die Steinkerne 
glatt; Muskeleindrücke sehr schwach. 

Nicht häufig im Plänermergel von Luschitz , Priesen und 
Postelberg. 

6. N. porrecta, Reuss. — T. XXXIV, F. 12, 13. 

N. siliqua, Goldfuss bei Geinitz, 1. c. p. 77, T. XX, 
F. 28, 29 (ic. mal.) — Reuss, geogn. Skizz. II, 
p. 112. 

Diese Spezies wurde früher mit N. siliqua, Goldf. ver- 
wechselt, von welcher sie sich jedoch wesentlich unterscheidet. 
Sie ist 5 — 6'" lang und weniger als halb so hoch (Länge : 
Höhe = 100 : 45), quer verlängert-eiförmig, vorne gerundet, 
kürzer und etwas höher, als auf der hintern Seite, welche we- 
niger verlängert ist, als bei der vorigen Spezies. Beide Enden 
sind zugerundet. Die kurzen, stumpfen Wirbel liegen vor der 
Mitte, im Anfange des zweiten Drittheils der Schalenlänge, 
während sie bei N. siliqua am Anfange des zweiten Fünftheils 
derselben befindlich sind. Der Schlosskantenwinkel noch weit 
stumpfer, als bei voriger Art, von beiläufig 160". Die vordere 
Schlosskante schwach konvex, kürzer, als die etwas eingebogene 
hintere; erstere mit beiläufig 20 kleinen, letztere mit 28 — 30 
grösseren winkelig gebrochenen Zähnen. Die Steinkerne ganz 
glatt, die Muskeleindrückc kaum wahrnehmbar. 

Sehr häufig im untersten Quader von Tyssa , Zloseyn 
und Mühlhausen. 



7. N. teil ine IIa, Reuss. — T. XL, F. 14. 

Im Umriss selir ähnlich der N. complanata, Piiill. aus 
dem Lias. 4 — 4,5'" lang und nur halb so hoch, quer eiför- 
mig-dreiseitig, vorne höher, gerundet, hinten niedrig, in eine 
stumpfe Spitze auslaufend, flach gewölbt. Die Buckeln mittel- 
ständig. Der vordere Schlossrand gerade, der hintere etwas 
eingebogen. Jederseits 12 — 14 kleine Schlosszähne. Die 
Oberfläche der Schale mit ziemlich regelmässigen, etwas blätt- 
rigen, konzentrischen Streifen. 

Selten im Pyropen-führsnden Konglomerate von Meronitz. 

8. N. semilunarls, v. Buch. — T. XXXIV, F. 14—16, 

v. Buch, in Karsten's Archiv, 11. Bd., p. 315. — 
Geinitz, I. c. p. 77, T. XX, F. 30. — Reuss, 
geogn. Skizz., II, p. 190. 

Im Umrisse sehr ähnlich der N. nitida, Brocchi (Brocchi. 
H, T. XI, F. 3. — Goldfuss, 1. c. H, T. CXXV, F. 23), 
3 — 6"' lang (Länge : Höhe : Dicke = 100 : 77 : 45), quer 
eiförmig, vorne breit gerundet, hinten etwas verlängert und 
stumpf zugespitzt; massig gewölbt. Die kurzen gegen einan- 
der gebogenen Wirbel liegen etwas vor der Mitte. Schloss- 
kantenwinkel sehr stumpf, von beiläufig 150". Die vordere 
Schlosskante gerade, mit 10 — 12, die hintere, etwas längere 
eingebogen, mit 15 — 18 verhältnissniässig grossen, geraden 
Zähnen. Das Mondchen schmal oval, das Schildchen lanzett- 
förmig, beide vertieft und ziemlich scharfrandig. Die Ober- 
fläche der Schale mit regelmässigen, blättrig erhabenen, kon- 
zentrischen Streifen. Die Steinkerne ganz glatt. 

Häufig im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Postelberg, 
Kystra und Kreibitz ; Steinkerne sehr gemein imPyropensande von 
Trziblitz und im Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz, 
sehr selten im obern Plänerkalk des Sauerbrunnberges bei Bilin. 

c. Aequales. 

9. N. producta, Nilsson. — T. XXXIV, F. 17—20. 
N'iLssoN, 1. c. p. 16, T. X, F. 5. — Hisinger, leth. 

suec. p. 60, T. XVm, F. 10. — Pusch, Pol. Pal. 
p. 62, T. VI, F. 10. — Geinitz, 1. c. p. 77. 
T. XX, F. 26. 
Lembulus productus, Geinitz, Grundriss, p. 420, 
T. XIX, F. 15. 

Länge : Höhe = 100 : 70. — 6 — 8,5'" lang, quer 
elliptisch, beinahe gleichseitig, beiderseits gerundet, die Hinter- 
seite jedoch etwas verlängert und niedriger. Die verlängerten, 
schmalen Wirbel fast mittelständig. Der Schlosskantenwinkel 
stumpf, von 115". Die vordere Schlosskante gerade oder 
schwach konvex, die hintere eingebogen, jede mit 12 — 15 
starken Zähnen. Die Oberfläche der Schale mit regelmässigen, 
erhabenen, konzentrischen Streifen. Die Steinkerne glatt; die 
Stellen der Muskeleindrücke ziemlich stark vorragend. Von 
der Gegenwart eines Mantelausschnittes konnte ich auch hier 
keine Gewissheit erlangen. 

Sehr gemein im Plänermergel von Priesen , Postelberg, 
Kystra, WoUenitz, Horzenz, Luschitz, Rannay, Johnsbach und 
Kreibitz ; sehr selten im untern Plänerkalk von Laun und im 
Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 



10. N. ovata, Mantell. — T. XXXIV, F. 25. 
Mantell, G. S. p. 94, T. XIX, F. 26, 27. — Phil- 
lips, Yorksh., T. II, F. 10. 

N. Mantellii, Geinitz, 1. c. p. 77, T. XX, F. 22. 

Mit Zweifel rechne ich eine Nucula hieher, die selten im 
Plänerniergel yon Luschitz und Priesen voikömmt. Sie stimmt 
wohl mit der Abbildung und der Beschreibung Mantell's 
grossen Theils überein, keineswegs aber mit der N. ovata bei 
d'Orbigny (1. c. III, p. 173, T. CGCII, F. 1—3. — N. cap- 
saeformis. Michelin, mem. d. I. soc. geol. d. Fr. III, T. XII, 
F. 8). 

Unsere Muschel ist 4—6'" lang (Länge : Höhe = 100 : 60), 
quer oval oder elliptisch, ziemlich gewölbt, an beiden Enden 
gerundet. Der untere Rand flach bogenförmig. Die dicken 
kurzen Wirbel wenig \or der Mitte stehend. Das Mondchen 
verlängert herzförmig, seicht. Der Rücken nach hinten zu- 
weilen schwach und undeutlich gekantet. Die Oberfläche 
mit unregelmässigen, feinen, selten gröberen, konzentrischen 
Linien. 

11. N. falcata, Reuss. — T. XXXIV, F. 21. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 191. 

2,5 — 3'" lang, sehr flach gewölbt, sichelförmig; der un- 
tere Rand schwach gewölbt; das vordere und hintere Ende 
zugespitzt. Die dünnen, verlängerten Wirbel stark vorstehend 
und beinahe mittelständig. Beide Schlosskanten ausgeschweift, 
mit vielen kleinen Zähnen , im stumpfen Winkel zusammen- 
stossend. Die Oberfläche der Steinkerne glatt. 

Sehr selten im Plänerniergel von Luschitz. 

12. N. subaequalis, Redss. — T. XXXIV, F. 23, 24. 

N. aequalis, Reuss, geogn. Skizz. II, p. 300. 

Im Umrisse sehr ähnlich der N. subovalis , Goldfiiss, 
(T. CXXV, F. 4) aus dem Lias und der N. amygdaloides, Sow. 
aus dem London Clay, von ersterer sich nur durch die er- 
habene Linirung der Oberfläche, von letzterer nur durch die 
geringere Länge (bei der SowERBY'schcn Muschel Länge : Höhe 
= 100 : 50) unterscheidend. 

Länge : Höhe = 100 : 70. — 2—3,5'" lang, quer 
elliptisch, flach gewölbt, beiderseits ganz gleichmässig gerundet. 
Die kleinen, kaum vorstehenden Wirbel mittelständig. Der 
Schlosskantenwinkel stumpf, von beiläufig 120**. Schlosskanten 
gleich lang, jede mit 7—8 kleinen Zähnen. Die Oberfläche 
mit regelmässigen , etwas entfernt stehenden , erhabenen , kon- 
zentrischen Linien bedeckt. 

Selten im Plänerniergel von Postelberg. 

g. Arcacklae, d'Orb, 
Pectunculus, Lamk. 

1. P. arcaceus, Reuss. — T. XXXV, F. 4. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 295. 

Länge : Höhe = 100 : 66. — 2,5—3'" lang, quer 
oval, stark gewölbt, vorne gerundet, hinten beinahe gerade ab- 
geschnitten. Der Umriss ähnelt manchen Arcaarten vollkommen. 



Der Rücken fällt nach vorne steil, aber gleichförmig ab ; nach 
hinten ist er deutlich gekantet. Die durch diese fast recht- 
winklige , aber gerundete Kante getrennte , hintere Fläche ist 
beinahe senkrecht und seicht vertieft. Der Schlossrand ist 
lang, gerade ; der untere Rand kaum gewölbt, ersterem parallel ; 
der hintere stösst mit dem Schlossrande in einem wenig 
stumpfen, mit dem unteren in einem deutlichen, wenig spitzen 
Winkel zusammen. Die vordere Seite ist gerundet. Die dicken, 
wenig vorstehenden Wirbel sind fast mittelständig. Die Zahn- 
fläche der Schlossränder ist sehr schmal, besitzt 12 — 14 kleine 
Zähne und ist sehr unsymmetrisch. Die Zähne der hintern 
Seite, die etwas grösser sind, stehen in einem sehr flachen 
Bogen; die der vordem Seite bilden einen sehr starken, fast 
winklig gebrochenen Bogen. Feine konzentrische Linien, von 
einzelnen, stärkern Anwachsringen unterbrochen, bedecken die 
Oberfläche der dünnen Schale. Zugleich sind Spuren feiner 
Radiallinien bemerkbar. Sehr selten im Plänerniergel von 
Postelberg. 

2. P. iiisculptus, Reuss. — T. XXXV, F. 5. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 191. 
Cucullaea orbicularis, Geinitz, 1. c. p. 78, T. XX, 
F. 17. 

3 — 3,5'" lang, fast kreisrund, selten in der Richtung der 
Höhe oder Länge etwas mehr ausgedehnt, flach gewölbt, bei- 
nahe gleichseitig. Die kleinen Wirbel stehen etwas vor der 
Mitte , daher ist die hintere Seite der Muschel schwach ver- 
längert. Die Schlossfläche breit, die Zähne verhältnissmässig 
gross. Vorne 7 (3 grosse, 4 kleine), hinten 10 (4 kleine, 
6 grosse) Zähne, welche in einem nicht symmetrischen, vorne 
viel kurzem und sehr flachen Bogen stehen. Die Oberfläche 
der Schale ist mit sehr regelmässigen , entfernt stehenden, 
äusserst schmalen, vertieften, konzentrischen Linien geziert, 
zwischen deren zwei immer eine feinere eingeschoben ist. 

Nicht gar selten im Plänermergel von Luschitz , sehr sel- 
ten im Plänermergel von Priesen, Postelberg und Kystra, und 
im Pyropenführenden Konglomerate von Meronitz. 

3. P. reticulatns, Reuss. — T. XXXV, F. 7, 8. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 191, 192. 

2 — 2,5'" hoch und fast ebenso lang, kreisförmig, etwas 
schief, sehr hoch gewölbt, so dass die Dicke der ganzen Mu- 
schel der Höhe gleichkömmt. Der Rücken in der Nähe der 
Wirbel am höchsten und von da nach allen Seiten allmälig, 
nach hinten am steilsten abfallend. Die spitzigen, stark vor- 
ragenden und übergebogenen Wirbel nur sehr wenig hinter 
der Mitte stehend. Der untere Rand stark bogenförmig. Die 
Schlossfläche breit, stark gebogen, mit nur 9 sehr grossen 
Zähnen, von denen 5 auf die vordere, stärker gebogene Hälfte 
des Zahnbogens kommen. Die Schale mit regelmässigen, dich- 
ten, feinen, erhabenen, konzentrischen Linien bedeckt , welche 
von eben solchen, aber entfernt stehenden Radiallinien durch- 
kreuzt werden , und so ein nettes , rechtwinkliges Netzwerk 
bilden. 

Selten im Plänermergel von Priesen, Luschitz und Kystra, 



4. P. spinescens Reuss. — T. XXXV, F. 6. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 192. 

3,5 — 5"' hoch, kreisrund, fast gleichseitig, stark gewölbt; 
die Steinkerne mit wenig stumpfwinkligem Buckel. Die Zahn- 
reihe symmetrisch gebogen, mit 7 verhältnissmässig kleinen 
Zähnen auf jeder Seite, von denen die 4 äusseren grösser und 
auswärts gekrümmt sind. Auf der Oberfläche der Schale 
25 — 30 hohe, äusserst schmale, senkrechte Radialrippen mit 
doppelt breiteren, konkaven Zwischenrinnen. Ueber beide ver- 
laufen 15 — 20 in regelmässigen Entfernungen stehende, schmale, 
konzentrische , erhabene Streifen , die sich auf den Rippen 
jedesmal zu kleinen, dornartigen Fortsätzen erheben. Der un- 
tere Rand der Steinkerne stark gekerbt. Die Muskeleindrücke 
stark entwickelt. 

Häufig als Steinkerne im untern Quadersandstein von 
Zloseyn bei Weltrus. 



5. P. ventruosus Geinitz. 



T. XXXV, F. 18. 



10 — 14'" hoch, beinahe kreisrund oder wenig höher, 
halbkugelig gewölbt. Am Steinkerne überragen die überge- 
bogenen, spitzwinkligen Wirbel die kurze, gerade Schlosskante 
bedeutend. Die Schale ist beinahe gleichseitig, der Zahnbogen 
breit , jederseits mit 8 schiefen Zähnen , von denen die zwei 
innersten sehr klein sind. Die Oberfläche mit 25 — 30 breiten, 
flachen , gerundeten , radialen Rippen mit schmalen Zwischen- 
furchen , über welche einzelne Anwachsringe laufen. Die 
Muskeleindrücke und der Manlelrand stark markirt. Der untere 
Rand der Steinkerne stark gekerbt. Häufig im unlcrn Quader 
von Tyssa, selten in dem von Mühlhausen und im Exogyren- 
sandstein von Lobkowitz und Drahomischel. 

6. P. umbonatus Sow. — T. XLI, F. 20. 
SowERBY, M. C. , T. CLVI, F. 2, 3, 4, T. CDLXXII, 

F. 3. — GoLDFUss, Petref. II, p. 160, T. CXXVI, 
F. 2. 
P. decussatus Roemeu, 1. c. p. 69. 

6 — 12'" hoch, fast kreisförmig, stark gewölbt, besonders 
in der Nähe der übergebogenen, wenig stumpfwinkligen , über 
den Schlossrand weit vorragenden Wirbel. Ungleichseitig ; die 
vordere Seite kürzer und etwas eingedrückt. Der Zahnbogen 
nicht ganz symmetrisch, jederseits mit 8 — 9 schiefen Zähnen, 
von denen die zwei innersten sehr klein, die übrigen gross 
sind, Die vordere Hälfte des Rogens ist kürzer und stärker 
konvex, als die hintere. Die Oberfläche mit beiläufig 30 — 35 
breiten, aber sehr flachen und niedrigen Rippen, welche gegen 
die Seiten hin, besonders die vordere , undeutlich werden und 
durch schmälere Zwischenfurchen getrennt werden. Ueber beide 
laufen dichte, konzentrische Streifen, die an der vordem Seite 
vorzugsweise hervortreten. Der untere Rand an den Steinker- 
nen stark und tief gekerbt. 

Häufig im untern Quader von Zloseyn, hie und da in 
denselben Schichten bei Tetschen. 

7. P. sublaevis Sowerby. — T. XXXV, F. 10, 11. 

SowEßEY, M. C, T. CDLXXH, F. 4. — Goldfuss, 

Reuss, Veistoinerungen, II. Abtii. 



1. c. II, p. 160, T. CXXVI, F. 3. — Geinitz, Nach- 
trag, p. 17, T. 2, F. 19, 20, 21. 
? P. lens RoEMER, 1. c. p. 68. 

Bis über 1" hoch, fast kreisrund oder wenig länger, stark 
gewölbt, an der vordem Seite etwas eingedrückt und verkürzt, 
mit kurzen, übergebogenen, über die gebogene Schlosslinie 
sehr wenig vorragenden, wenig stumpfwinkligen Buckeln. Zahn- 
bogen nicht ganz symmetrisch, vorne etwas kürzer und stärker 
konvex mit 18 — 20 schiefen, mittelmässig grossen Zähnen. 
Oberfläche mit feinen, undeutlichen Radiallinien, die bei be- 
ginnender Verwitterung stärker hervortreten und von feinen 
Anwachsstreifen durchsetzt werden. Unterer Rand der Stein- 
kerne mit langen schmalen Kerben. 

Häufig im grauen Kalkstein von Czencziz und im kalkigen 
untern Quader zwischen Daubitz undKreibitz; Steinkerne auch 
im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

8. P. lens, NiLSsoN. — T. XXXV, F. 13. 

NiLssoN, 1. c. p. 15, T. V, F. 4. — Hisinger, leth. 
suec. p. 59, T. XVHI, F. 6. — Geinitz, 1. c. 
p. 77, T. XX, F. 33. 

8 — 12'" hoch, kreisrund, flach gewölbt, mit wenig ge- 
bogenem Sclilossrande, der keine vorspringenden Ecken bildet, 
und kurzem, kaum vorragendem, wenig stumpfem, beinahe recht- 
winkligem Buckel. Gleichseitig; der Zahnbogen symmetrisch, 
jederseits mit 10 langen, schiefen Zähnen. Oberfläche mit 
undeutlichen, feinen Radialrippchen, die meistens nur dem 
Rande zunächst sichtbar sind. Der untere Rand der Steinkerne 
mit langen, aber flachen und schmalen Kerben. 

Häufig im Grünsand von Laun, selten im unteren Pläner- 
kalk von Laun. 

9. ? P. brevirostris, Sow. — T. XXXV, F. 12. 

Sowerby, M. C, T. CDLXXII, F. 1. — Geinitz, 1. c. 
p. 78, T. XX, F. 18, 21. 

Nur mit Zögern ziehe ich die zu beschreibende Muschel 
zu der SowERBY'schen Spezies, da sich bisher nur Steinkerne 
vorgefunden haben, die der Unterscheidung der einzelnen Pec- 
tunculusarten oft unübersteigliche Schwierigkeiten in den Weg 
legen. So viel ist jedoch gewiss, dass sie sich von allen vor- 
her angeführten Spezies unterscheidet. 

Sie ist 1 — 1,5" hoch und kreisrund oder etwas mehr in 
die Höhe oder Länge ausgedehnt, massig gewölbt. Buckel kurz, 
gerade, kaum vorragend, rechtwinklig oder nur wenig stumpf. 
Die Schlosskante nur schwach gebogen, in unmittelbarer Run- 
dung in den Seitenrand übergehend. Zahnbogen symmetrisch 
jederseits mit 10 sehr grossen, schiefen Zähnen. Die Ober- 
fläche mit undeutlichen, breiten, niedrigen Rippen. Der untere 
Rand breit und stark gekerbt. 

Sehr häufig im Grünsand von Czencziz und Neuschloss. 



10. P. annulatus Reuss. 



T. XXXV, F. 9. 



Steinkerne 1,5 — 2" hoch und wenig kürzer, sehr stark 

gewölbt, mit dicken, stark vorragenden und übergebogenen 

mittelständigen, recht- oder selbst etwas spitzwinkligen Buckeln. 

Die Zahl der sehr grossen, schiefen Zähne Hess sich an keinem 

2 



10 



Exemplare mit Genauigkeit bestimmen. Die Sclilossitanle lang, 
gerade. Die Oberfläche mit dünnen Radialrippen bedeckt, 
wciclie von vielen, sehr starken, förmliche Absätze bildenden 
Wachsthumsringen unterbrochen werden. Der untere Rand 
gekerbt; die Kerben kurz, aber sehr stark und breit, gegen 
die hintere Seite hin kleiner und dichter stehend. 

Nicht zu häufig im Grünsandstein von Czencziz und 
Malnitz. 

Area LiNNE. 

1. A. exaltata Nilsson. 

NiLSSON, 1. c. p. 15, T. V, F. 1. — HisiNGER, leth. 
suec, p. 58, T. XVIII, F. 3. — Goldfuss, 1. c. 
n, p. 143, T. CXXII, F. 1. 

Seltene, 3 — 5" lange, gewöhnlich sehr zusammengedrückte 
Steinkerne im Grünsandstein von Laun und Malnitz und im 
kalkigen untern Quader der Teufelsmauer bei Kessel. 

2. A. trapezoidea Geinitz. — T. XXXIV, F. 36, 37. 
Geinitz, 1. c. p. 78, T. XX, F. 10 (ic. mal.) — 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 193. 

0,75" lang und fast ebenso hoch, quer trapezoidal, hoch 
gewölbt, vorne gerundet, niedriger und zusammengedrückt, 
hinten schief abgestutzt. Die kurzen spitzen übergebogenen 
Wirbel liegen vor der Mitte. Die hintere ganz senkrechte 
Fläche stösst mit dem Rücken in einer schrägen , rechtwinkli- 
gen, gerundeten Kante zusammen. Der untere Rand wenig 
gewölbt, mit dem hinteren in einem spitzigen Winkel zusam- 
menstossend. Die Oberfläche mit 30 — 35 gerundeten Rippen 
und ebenso breiten, flachen Zwischenrinnen. 

Sehr selten im Exogyrensandstein von Malnitz und im 
grünlichgrauen untern Quader von Kreibitz. 

3; A. angulata Reüss. — T. XXXIV, F. 30. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 194. 

Länge : Höhe = 100 : 48. — 0,58—0,75" lang, schmal, 
quer vierseitig, vorne mehr oder weniger gerundet, hinten schief 
abgestutzt und stark zusammengedrückt. Der ziemlich stark ge- 
wölbte Rücken unweit der dicken, abstehenden und fast mittel- 
ständigen Wirbel am höchsten und gegen die Basis steil 
abfallend. Die hintere, ebene oder schwach vertiefte Fläche 
im stumpfen Winkel, aber mit einer scharfen Kante mit dem 
Rücken zusammenstossend. Der untere Rand fast gerade, mit 
dem hinteren einen spitzen Winkel bildend. Die Oberfläche 
mit feinen, regelmässigen, erhabenen, konzentrischen Linien 
bedeckt, die sich an der Rückenkante spitzwinklig zur hintern 
Fläche umbiegen, auf der sie entfernter stehen und stärker 
hervortreten. Das Bandfeld breit. 

Nicht häufig im untern glaukonitischen Plänerkalk von Laun. 

4. A. truncata Reuss. — T. XXXIV, F. 35. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 193. 

Länge : Höhe = 100 : 8. — 0,5" lang, eiförmig-rhom- 
boidal, wenig gewölbt, vorne niedriger, gerundet; hinten zu- 
sammengedrückt, abschüssig, gerade abgestutzt, so dass der hin- 
tere Rand mit dem sehr wenig gebogenen untern und dem 



Schlossrande fast rechte Winkel bildet. Die dicken , wenig 
vorstehenden Wirbel mittelständig. Ueber den Rücken laufen 
sehr zahlreiche , äusserst feine , dem freien Auge kaum sicht- 
bare, regelmässige, erhabene Radiallinien mit flachen, dreimal 
breiteren Zwischenräumen , welche von weniger regelmässigen, 
schwächern und stärkern, konzentrischen durchsetzt werden. 
Die hintere , dachförmig abschüssige Fläche ist durch eine 
deutliche, aber sehr stumpfwinklige Kante vom Rücken geschie- 
den. Auf ihr verlaufen noch zwei schwächere Kanten , deren 
hinterste dem Schlossrande sehr nahe liegt. Zwischen ihnen 
ist die Analfläche etwas vertieft; die radialen Linien fehlen 
ihr ganz ; dagegen sind die konzentrischen desto deutlicher. 
Sehr selten im Plänermergel von Priesen. 

5. A. bicarinata Reuss. — T. XXXIV, F. 43. 
Reüss, geogn. Skizz., II, p, 194. 

Länge : Höhe = 100 : 60. — 3—4"' lang, verlängert 
eiförmig , flach gewölbt , mit wenig vor der Mitte liegenden, 
genäherten Wirbeln; am vordem Theile des untern Randes 
etwas ausgebuchtet. Der Rücken fällt nach vorne und hinten 
unter steilem Winkel und mit einer gerundeten Kante ab und 
ist hinter der vordem Kante etwas eingedrückt. Dichte, feine, 
konzentrische Linien zieren die sonst glatte Oberfläche. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen bei Postelberg. 

6. A. dictyophora Reuss. — T. XXXIV, F. 29. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 301. 

2,5"' lang, 1,75"' hoch, stark gewölbt, fast rhombisch, 
vorne gerundet, hinten fast gerade abgeschnitten. Die überge- 
bogenen Wirbel liegen etwas vor der Mitte. Der gerade 
hintere Rand bildet sowohl mit dem sehr wenig konvexen un- 
teren, als auch mit dem geraden Schlossrande einen fast 
rechten Winkel ; während der vordere nur mit dem Schloss- 
rande rechtwinklig zusammenstösst, in den untern aber in un- 
mittelbarer Rundung übergeht. Der Rücken fällt nach vorne 
und unten steil ab; von der breiten, seicht konkaven Analfläche 
ist er durch eine deutliche Kante geschieden. Die Oberfläche 
ist mit nicht sehr nahe stehenden hohen und scharfen Radial- 
streifen versehen (35 am Rücken und der vordem Fläche, 
15 auf der hintern), welche von eben solchen, aber entfernter 
stehenden , konzentrischen Streifen rechtwinklig durchkreuzt 
werden und ein sehr schönes Netzwerk bilden. An den Durch- 
schnittspunkten bilden sie kleine Knötchen. 

Sehr selten im Plänermergel von Postelberg. 

7. A. bifida Reüss. — T. XXXIV, F. 40. 

Stimmt sehr mit der GoLDFüSs'schen Abbfldung von Area 
quadrilatera Lamk. (T. CXXII, F. 5) überein. — Länge : Höhe 
= 100 : 75. — Sehr klein, 1 — 2'" lang, breit-eiförmig, 
vorne viel niedriger und gerundet, hinten etwas abgestutzt. 
Der Rücken hoch gewölbt, durch eine vom Wirbel zum untern 
Rande herablaufende, sehr tiefe Furche gleichsam in zwei 
Hälften zerschnitten. Er fällt nach vorne mehr allmälig, hin- 
ten aber sehr steil ab zu der vertieften Analfläche. Die stark 
übergebogenen, wenig vor der Mitte stehenden Wirbel sind 
einander ganz genähert, daher das Bandfeld sehr schmal, linear. 



11 



Der vordere Rand bildet mit dem Schlossrande ein vortreten- 
des, beinahe rechtwinkliges Eck, geht aber in unmittelbarer 
Rundung in den ziemlich stark konvexen, in der Mitte — dem 
Ende der Rückenfurche — eingebogenen , daher gleichsam 
2weilappigen, untern Rand über. Der hintere Rand ist gerade 
oder selbst etwas ausgeschweift und stösst mit dem Schlossrande 
ebenfalls in einem beinahe rechten Winkel zusammen. Die 
Oberfläche ist mit sehr zahlreichen, feinen, erhabenen Radial- 
linien bedeckt, die von eben solchen konzentrischen Linien 
durchsetzt werden und ein äusserst zartes, rechtwinkliches Netz- 
werk bilden. Auf der Analfläche treten sie stärker hervor. 
Ziemlich selten im Plänermergel von Priesen und Po- 
stelberg. 

8. A. pygmaea Reuss. — T. XXXIV, F. 38. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 193, 194. 

Aehnelt im Umrisse sehr der A. nana Leymerie (mem. 
d. 1. soc. geol. franc. 1842, V, 1, T. IX, F. 1. — d'Orbigny, 
pal. franc. III, p. 210, T. CCCXI, F. 8—12), unterscheidet 
sich aber doch bedeutend von ihr. Sie ist 1,5 — 3'" lang 
(Länge : Höhe : Dicke = 100 : 66 : 53), eiförmig, gewölbt. 
Die dicken, stark eingebogenen Wirbel liegen etwas vor der 
Mitte und sind einander sehr genähert. Der gerundete Rücken 
fällt vorne und hinten steil ab und geht in die schmale, sehr 
schwach vertiefte Analfläche durch eine schwache Kante über. 
Das vordere Ende ist gerundet, das hintere etwas abgestutzt. 
Der untere Rand bildet einen starken Rogen. Die Oberfläche 
der Schale mit zahlreichen (30 — 32) hohen, schmalen, gerun- 
deten Rippchen geziert, welche eben so breite, tiefe Furchen 
zwischen sich haben und von sehr zarten, konzentrischen Linien 
fein gekörnt werden. Auf der vordem, ebenfalls schwach kon- 
kaven Fläche, so wie auf der Analfläche treten je 4 Rippchen 
stärker hervor. 

Nicht selten im Plänermergel von Priesen und Postelberg, 
selten in dem von Luschitz und Wollenitz, sehr selten im un- 
fern Plänerkalk von Laun und im Pyropensand von Tiziblitz. 

9. A. Geinitzii Reuss. — T. XXXIV, F. 31. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 192, 193. 
A. radiata v. Münster bei Geinitz, 1. c, p. 78, 
T. XX, F. 13, 14 (ic. mal.) 

0,5 — 1" lang und nur halb so hoch, flach gewölbt, 
vorne niedriger, gerundet; hinten abgestutzt, aber nicht ge- 
rade , unter einer schwachen , manchmal kaum bemerkbaren 
Kante abschüssig und zusammengedrückt. Der hintere Rand 
schwach gebogen, mit dem Schlossrand ein stumpfes Eck bil- 
dend , in den untern gerundet übergehend. Die stumpfen 
Wirbel im Anfange dos zweiten Drittheils der Schalenlänge. 
Am Rücken läuft vom Wirbel eine breite, sehr flache Rucht 
bis zu dem kaum gewölbten , in der Mitte eingebogenen , un- 
tern Rande herab. Die Oberfläche mit zahlreichen, feinen, 
radialen Rippchen, zwischen welche sich durehgehends schon 
über der Mitte feinere einschieben; die auf der hintern Fläche 
(8 — 10) stehen etwas weiter von einander entfernt. Sie wer- 
den alle von feinen, erhabenen, konzentrischen Linien durchsetzt. 



wodurch ein schönes Netzwerk gebildet wird, dessen Durch- 
schnittspunkte deutliche Knötchen zeigen. 

Diese schöne Muschel unterscheidet sich von Area radiata 
MüNST. durch das weniger gerundete vordere Ende , die sehr 
schwache Rückenkante und die schöne, netzförmige Zeichnung 
der Schalenoberfläche. — Sie bildet übrigens schon einen 
Uebergang zu der Abtheilung der Cucullaeen, da bei ihr die 
Zähne nicht mehr senkrecht auf dem Schlossrande stehen, 
sondern die äussern sich schon nach aussen umbiegen und ver- 
längern. 

Ziemlich vereinzelt im Plänermergel von Luschitz, sehr 
selten in denselben Schichten bei Postelberg. 

10. A. isopleura Recss. — T. XXXIV, F. 32. 

Mehr als 1" lang. Länge : Höhe = 100 : 58. Quer 
oval, beinahe gleichseitig, beide Ende schwach gerundet und 
fast gleich hoch; die kurzen, wenig vorragenden Wirbel etwas 
vor der Mitte liegend , der untere Rand sehr schwach konvex, 
in der Mitte etwas eingebogen. Der wenig gewölbte Rücken 
zeigt in der Mitte eine breite, aber seichte Buclit. Die Ober- 
fläche des Steinkernes ist dicht mit ausstrahlenden, feinen 
Streifen bedeckt, welche von zerstreuten, stärkeren, konzentri- 
schen unterbrochen werden. 

Steinkerne selten im untern Plänerkalk der Schillinga 
bei Rilin. 

11. A. teil iiistriata v. Münst. 

GoLDFUss, 1. c. U, p. 142, T. CXXXVIII, F. 1. 

Unsere Muschel , deren Steinkerne selten in der Gesell- 
schaft der vorigen Spezies vorkommen, weicht zwar in eini- 
gen Merkmalen von der GoLDFUss'schen Abbildung ab , was 
jedoch nicht hinreichend sein dürfte , um sie zu einer selbst- 
ständigen Spezies zu erheben. Sie ist 1 — 1,25" lang (Länge : 
Höhe = 100 : 42), verlängert eiförmig, vorne viel niedriger, 
hinten sich sehr verlängernd und ausbreitend. Reide Enden 
gerundet. Die kurzen, dicken Wirbel liegen sehr weit vorne, 
am Anfange des zweiten Viertheils der ganzen Schalenlänge. 
Der Rücken massig gewölbt, nach hinten sich allmälig abdachend; 
im vordem Theile desselben eine flache Bucht, die jedoch bei 
Weitem nicht so tief ist, als in der GoLDFUSs'schen Abbildung. 
Der untere Rand fast gerade , nur im vordem Theile — der 
Bucht entsprechend — etwas eingebogen. Die Oberfläche der 
Steinkerne ist dicht mit feinen, radialen und konzentrischen 
Streifen bedeckt. 

12. A. CCucullaea} costellata Sowerby, 

Cucullaea costellata Sow. , M. C, T. CDXLVII, 

F. 2. 
Area carinata Sow., M. C, T. XLIV, F. 2. — 

d'Orb., pal. franc. III, p. 214, T. CCCXIII, F. 1 — 3. 
Cucullaea striatella Michelin, mem. d. 1, soc. 

geol. III, p. 102, T. 12, F. 11. 

In der Gesellschaft der vorigen zwei Spezies findet man 

im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin Steinkerne einer 

Area, die zwar immer undeutlich und fragmentarisch sind, aber 

doch deutlich ihre Uebereinstimmung mit der Beschreibung 

2* 



12 



von SowERBY und d'Orbigny verrathen. Sie sind 10'" — 1" lang, 
(Länge : Höhe = 100 : 62), rhomboidal, gewölbt, hinten 
schräg abgestutzt und gekantet; vorne mehr gerundet und am 
Schlossrande zugespitzt, mit vor der Mitte liegenden, abstehen- 
den Wirbeln. Der Rücken ist dicht mit sehr feinen, radialen 
und konzentrischen Linien bedeckt, während die etwas konkave 
Analfläche und die vordere Seite 5 — 6 breite, stärkere Rippen 
zeigt. 

13. A. (Cucullaea) propingua Reuss. — T. XXXIV, 

F. 34. 

Area furcifera v. Mijnst. — Goldfuss , I. c. II, 
p. 142, T. CXXI, F. 14. — Geinitz, 1. c. p. 78, 
T. XX, F. 12 (ic. mal.) 

CucuUaea propingua Reuss, geogn. Skizz. II, 
p. 194. 

Länge : Höhe =; 100 : 65. — 0,75" lang, quer ei- 
förmig-rhomboidal, nicht sehr gewölbt ; in der Mitte des Rückens 
etwas niedergedrückt, so dass der untere Rand daselbst aus- 
gebuchtet erscheint ; vorne niedriger und kurz ; hinten sich 
sehr ausbreitend und abgestutzt. Die übergebogenen Wirbel 
liegen weit vor der Mitte. Die grosse, dachförmig abschüssige, 
etwas vertiefte Analfläche stösst unter einer stumpfen Kante 
mit der Rückenfläche zusammen. Auf dieser strahlen 27 — 30 
ungleiche, schmale, scharfe Rippen vom Wirbel aus , zwischen 
die sich schon oberhalb der Mitte noch schwächere und nie- 
drigere einschieben. Die hintere und die vordere Fläche 
zählen nur 4 , aber stärkere Rippen mit dreimal so breiten, 
flachen Zwischenrinnen. Ueber alle laufen gedrängte , feine, 
wellenförmige, konzentrische Streifen, wodurch auf den Rippen 
kleine schuppenförmige Knötchen entstehen. 

Von der GoLDFUSS'schen Abbildung unterscheidet sich 
unsere Muschel durch die etwas schiefere Form, die stärkere 
hintere Verlängerung, die davon abhängige Vorwärtsstellung des 
Wirbels und endlich durch die Reschaffenheit der Rippen. 
Demungeachtet könnte sie nur für eine Varietät von A. furci- 
fera angesehen werden. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

14. A. (Cucullaea) undulata Reuss. — T. XXXIV, 

F. 33, 39. 
CucuIIaea undulata Reuss, geognost. Skizz., II, 

p. 195. 
CucuIIaea trapezoidea Geinitz, 1. c. , T. XX, 

F. 11, 

Stimmt im Umrisse fast ganz mit Area Cottaldina d'Orb. 
(1. c. m, T. CCCXm, f. 7—9) übereln. 2,5—9'" lang. 
Länge : Höhe = 100 : 68. Quer eiförmig-rhomboidal, stark 
gewölbt. Die übergebogenen, genäherten Wirbel stehen wenig 
vor der Mitte. Der vordere Rand geht in regelmässiger Run- 
dung in den wenig konvexen unteren Rand über, bildet aber 
mit dem geraden Schlossrande ein ziemlich rechtwinkliges Eck. 
Der etwas schiefe, hintere Rand stösst mit dem Schlossrande 
in einem etwas stumpfen , mit dem untern in einem gerunde- 
ten Winkel von beiläufig 90" zusammen. Der gewölbte Rü- 
cken fällt steil nach vorne ab , während er in einer stumpfen, 



gerundeten Kante in die kleine, dachförmig abschüssige, hintere 
Fläche übergellt. Der Rücken ist von zahlreichen (25 — 30) 
Rippen bedeckt, die auf den Steinkernen flach gerundet und 
zweimal breiter, als die Zwischenfurchen sind. Auf der Schale 
sind die Rippen ziemlich hoch, oben flach, selbst zuweilen 
durch eine feine, mittlere Längsfurche getheilt. Auf der 
Analfläche sind sie breiter und flacher, auf der vordem werden 
sie undeutlich. Sie werden von regelmässigen, etwas entfernt 
stehenden, feinen, vertieften, konzentrischen Linien durchkreuzt, 
welche dadurch ein schön wellenförmiges Ansehen erhalten. 

Sehr häufig im Plänermergel von Luschitz , Priesen , Po- 
stelberg, WoUenitz, seltner in dem von Kystra, Johnsbach und 
Kreibitz ; vereinzelt im untern Plänerkalk von Laun und im 
glaukonitischen untern Quader zwischen Daubitz und Kreibitz, 
im Pyropensand von Trziblitz uiiJ im Pyropen-führenden Kon- 
glomerate von Meronitz. 

15. A. cCucullaea) striatula Reuss. — T. XXXIV, 

F. 28. 
CucuIIaea striatula Reüss, geogn. Skizz., II, 

p. 195, 1843. 
Area Hugardiana d'Orbigny, 1. c. UI, p. 216, 

T. CCCXUI, F. 4—6, 1844. 

Länge : Hölie = 100 : 50. — 6—14"' lang, quer 
schief-oval, vorne viel niedriger, kurz und gerundet, hinten ver- 
längert, sich sehr ausbreitend, schräg abgeschnitten. Nicht 
sehr gewölbt. Die kurzen, eingebogenen, genäherten Wirbel 
liegen sehr weit nach vorne , im ersten Viertheil der ganzen 
Schalenlänge. Der hintere Rand bildet mit dem Schlossrande 
ein stumpfwinkliges Eck , während er in den , vor der 
Mitte etwas eingebogenen, untern Rand gerundet übergeht. 
Der Rücken geht in einer sehr stumpfen, gerundeten Kante in 
die grosse, schwach vertiefte Analfläche über. Vor der Milte 
ist der Rücken sehr schwach eingedrückt. Die Oberfläche ist 
dicht mit feinen, radialen und konzentrischen Linien bedeckt, 
welche letztere gewöhnlich nur zunächst dem Rande sichtbar 
sind. Ueberdiess werden sie von einzelnen, stärkeren Anwachs- 
linien unterbrochen. Das Randfeld niedrig, schmal lanzettför- 
mig, lang. 

Niclit selten im Plänermergel von Luschitz, Priesen und 
Postelberg, selten in denselben Schichten von .Tohnsbach und 
Kreibitz, im untern Plänermergel von Laun und im glaukoni- 
tischen, untern Quader von Kreibitz. 

16. A. luclinata Reuss. — T. XXXV, F. 3. 

1,25 — 1,45" lang und nicht halb so hoch (Länge : Höhe 
= 100 : 45), sehr schief, mit sehr weit vorne liegenden über- 
gebogenen, dicken Wirbeln; massig gewölbt. Die vordere Seite 
kurz, gerundet, die hintere sehr verlängert, abgestutzt. Die 
Analfläche breit, in einer fast rechtwinkligen Kante mit dem 
Rücken zusammenstossend. Dieser ist in der vordem Hälfte 
am gewölbtesten , im hintern Theile mehr niedergedrückt und 
bildet selbst vor der hintern Kante einen breiten, sehr flachen 
Sinus. Der untere Rand erscheint daher vor der Mitte etwas 
in die Höhe gezogen. 



13 



Der Rücken ist mit breiten , flachen Rippchen bedecitt, 
die von entfernten, tiefen, konzentrischen Streifen durchkreuzt 
werden, wodurch dieselben wie von dachziegelförmigen Schup- 
pen bedeckt erscheinen. Gegen den Wirbel hin werden Strei- 
fen und Rippen undeutlich. Die Analfläche hat keine Rippen 
aufzuweisen, die konzentrischen, blättrigen Streifen sind aber 
sehr deutlich ausgesprochen. Das gestreifte Bandfeld ist sehr 
hoch und breit , daher auch die Wirbel weit abstehen. Die 
Steinkerne glatt. Die Muskeleindriicke schwach, der Mantel- 
saum aber stark ausgesprochen. 

Nicht selten im Hippuritenkalk (U. Q.) von Koriczan. 
Die dicke , in Kalkspath umgewandelte Schale zerbricht aber 
beim Ausschlagen aus dem sehr festen Gesteine fast stets. 

17. A. (Cucullaea) Römeri Geinitz. — T. XXXIV, 

F. 41, 42. 
Geinitz, 1. c. p. 50, 78, T. X, F. 10, 11 (ic. mal.), 

T. XX, F. 15. 
? Venus Ringmeriensis Mantell, G. S., p. 126, 

T. XXV, F. 5. 

Länge : Höhe =: 100 : 85. — 1—2" lang, sehr breit 
quer-eiförmig, fast kreisförmig, ungleichseitig, vorne gerundet, 
hinten flügelartig verlängert, indem der wenig gebogene hintere 
Rand mit dem geraden Schlossrande ein vorspringendes, stumpf- 
winkliges Eck bildet. Der untere Rand sehr stark bogenförmig, 
in den vordem und hintern in unmittelbarer Rundung über- 
gehend. Die starken übergebogenen Wirbel genähert, vor 
der Mitte liegend. Der Rücken ziemlich hoch gewölbt. Die 
Oberfläche ist mit dichten, feinen, radialen Linien bedeckt, die 
besonders bei beginnender Verwitterung stärker hervortreten, 
über welche feine konzentrische Linien und viele stärkere 
Anwachsringe verlaufen. Letztere treten manchmal sehr stark 
hervor. Die innere Seite des untern Randes ist stark gekerbt. 

Häufig im obern Plänerkalk von Hundorf, Kutschlin, Lieb- 
schitz , Mariaschein und im untern Plänerkalk von Laun (be- 
sonders schön) ; selten im untern Plänerkalk von Kosstitz. 
Scheint in den unteren sandigen Schichten ganz zu fehlen. 

18. A. (Cucullaea) Cornueliana d'Orb. 

d'Orbigny, 1. c. IH, p. 208, 209, T. CCCXL F. 1—3. 
Cucullaea semiradiata Reuss, geogn. Skizz. II, 
p. 196. 

Im grauen Schieferthone zwischen Plänersandstein und 
unterm Quader bei Weberschan trifft man nicht selten ge- 
wöhnlich sehr verdrückte Steinkerne einer Cucullaea , die bei- 
nahe ganz mit der obengenannten ORBiGNY'schen Spezies über- 
einstimmt. Sie ist 8 — 15'" lang, breit eiförmig, gewölbt, mit 
etwas vor der Mitte liegenden, dicken, übergebogenen Wirbeln. 
Das vordere kürzere Ende gerundet, mit am Schlossrande vor- 
springendem scharfem Eck ; das Isintere schräg abgeschnitten. 
Auf der Analfläche, die mit dem Rücken eine deutliche Kante 
bildet, verläuft in der Mitte eine kielartige Erhöhung, wodurch 
sie in zwei Hälften geschieden wird, welche beide etwas ver- 
tieft sind. Diesen Vertiefungen entspricht eine doppelte Ein- 
biegung des hintern Randes. Auf den Steinkemen verläuft 
überdiess auf der vordem Hälfte der Analfläche eine schmale 
Furche bogenförmig nach aussen und hinten, — die Spur 



einer vorstehenden Leiste im Innern der Schale. Die Ober- 
fläche ist mit dichten, feinen, konzentrischen Linien bedeckt, 
die von noch feinern, radialen durchschnitten werden, von 
denen aber nur hie und da eine Spur an unsern Exemplaren 
wahrzunehmen ist. 

19. A. (Cucullaea) glabra Sow. — T. XXXIV, 
F. 44; T. XXXV, F. 1, 2. 

Sowerby , M. C. , T. LXVH. — Goldfuss , I. c. II, 
p. 149, T. CXXIV, F. 1. — Geinitz, Nachtrag, 
T. m, F. 4, 5, 6, 7; Grundriss p. 448, T. XIX, 
F. 11. 

Cucullaea fibrosa Sowerby, M. C, T. CCVII, F. 2. 

Area fibrosa d'Orb., 1. c. III, p. 212, T. CCCXIL 

Arcacites rhombiformis v. Schloth. 

Area rhombea, Nilsson, 1. c. p. 15, T. V, F. 2. — 
HisiNGER, leih. suec. p. 58, T. XVIH, F. 4. 

A. ovalis NiLSS., 1. c. p. 15, T. V, F. 3. — HisiN- 
GER, leih. suec. p. 58, T. XVIII, F. 5. 

A. ligeriensis d'Orb., 1. c. III, T. CCCXVIL 

A. Matheroniana d'Orb., 1. c. III, T. CCCXXV. 

Diese sehr verbreitete Spezies wechselt bei uns, so wie 
in England und Frankreich, sehr in der Form. Sie ist 
1,5 — 3,5" lang (Höhe : Länge = 80 : 100 im Mittel), rhom- 
boidal, trapezoidal oder selbst breit eiförmig, sehr hoch gewölbt, 
mit dicken, stark eingebogenen, entfernten, fast mittelständigen 
Buckeln und breitem Bandfelde. Die vordere Seite mehr oder 
weniger gerundet oder ein nur wenig vortretendes Eck bildend; 
die hintere schräg abgeschnilten , daher der hintere Rand fast 
gerade, seltner oben etwas eingebogen, mit dem massig kon- 
vexen untern Rande einen gerundeten Winkel, mit dem Schloss- 
rande dagegen ein stark vortretendes, stumpfwinkliges Eck bil- 
dend. Der Rücken hoch gewölbt, nach vorne steil abfallend, 
von der fast rechtwinklig anstossenden hintern Fläche durch 
eine breite, gerundete Kante geschieden. Jedoch nicht immer 
tritt diese Kante so stark hervor; mitunter fehlt sie fast ganz 
und dann sieht man den Rücken unmittelbar gerundet in die 
Analftäche übergehen. (Geinftz, 1. c. T. XX, F. 16; Nachtrag 
T. 3 , F. 7). Die Steinkerne zeigen auf der seicht vertieften 
Analfläche eine tiefe, mit der Konvexität vorwärts gerichtete 
Furche, von einer starken Leiste im Innern der Schale her- 
rührend. Die Schale selbst ist selten wohlerhalten. Sie zeigt 
unregelmässige konzentrische Streifen, die von vielen stärkeren 
Anwachsringen unterbrochen werden. Bei manchen, besonders 
jüngeren Exemplaren treten jedoch anch zahlreiche radiale 
Streifen auf, die vorzugsweise bei beginnender Verwitterung 
sichtbar werden. Die Maskeleindrücke und der Mantelrand 
sind bei den Steinkernen sehr stark bezeichnet. 

Sehr häufig in den tiefern sandigen Schichten der Kreide- 
formation, besonders dem untern Quader von Zloseyn, Mühl- 
hausen und Tyssa ; dem Grünsand von Laun, Semich, Czencziz, 
Malnitz, Neuschloss ; seltner im Exogyrensandstein von Malnitz 
und Drahomischel , dem grauen Kalkstein von Czencziz und 
dem untersten Quader von Tyssa. Vereinzelt findet man sia 
aber auch in den kalkigen Schichten , dem obern Plänerkalk 
von Hundorf und Kutschlin, dem untern Plänerkalk von Laim 
und dem Hippuritenkalk von Kutschlin. 



14 



h. Mytilidae d'Orb. 
Pinna Linne;. 

1. P. quadrangularis Goldfuss. 

GoLDFUss, 1. c. II, p. 166, T. CXXVII, F. 8. — 
d'Orbigny, 1. c. III, p. 256, T. CCCXXXIII, F. 4, 5. 

Bis 1' lang, verlängert und schmal pyramidal, im Quer- 
schnitt vierseitig, mit gespaltener Rückenkante. Auf der obern 
(Band-) Seite 6, auf der untern (Mantel-) Seite 2 schmale 
Längsrippen, die durch zweimal breitere Zwischenräume geson- 
dert sind. Der untere Theil der untern Seite mit zahlreichen, 
konzentrischen Streifen und Falten, die in sehr spitzem Winkel 
mit den Falten zusammenstossen und in schwächerem Grade 
sich auch über die Rippen fortsetzen, wovon an den Steinker- 
nen aber gewöhnlich keine Spur wahrzunehmen ist. 

Im untern Quader von Tyssa, Rosenthal, Tetschen u. s. w. 

2. P. decussata Goldfuss, T. XXXVII, F. 1, 2. 

Goldfuss, 1. c. p. 166, T. CXXVIII, F. 1. 

P. pyramidalis v. Münster. Goldfuss, 1. c. II, 

p. 167, T. CXXVIII, F. 2. 
P. restituta Höninghaus. Goldfuss, I. c. II, p. 166, 

T. CXXXVIII, F. 3. 
P. depressa Goldfuss, I. c. II, p. 167, T. CXXVIU, 

F. 3. 
? P. tetragona Sovverby, M. C, T. CCCXIII, F. 1. 

Bis 1,5' lang, höher als die vorige Spezies (bei 1' Länge 
bis 4" hoch am Analende), lanzettförmig-pyramidal, im vordem 
Theile gekantet, vierseitig, im hintern Ende konvex, ohne Kante ; 
am Analende senkrecht abgestutzt, wenig gerundet; mit ge- 
spaltener Rückenkante. Oberhalb der Spalte 8 — 9, unterhalb 
derselben 5 — 7 schmale Rippchen mit 2 — 3mal breiteren, 
ebenen Zwischenräumen. Die untern Rippen sind jedoch schmä- 
ler und einander mehr genähert. Das Pallealende der IMuschel 
— bis zu \ der ganzen Muschelhöhe — ist mit dichten Längs- 
streifen und Falten bedeckt, welche dem obern Rande der 
Schale fast parallel laufen und mit den untersten Rippen in 
sehr spitzigem Winkel zusammenstossen. An dieser Stelle 
biegen sie sich unter einem abgerundeten Winkel von beiläufig 
90" plötzlich um und laufen, sich weiter von einander entfer- 
nend , in beinahe gleichen Abständen über alle Rippen bis 
zum Bandrande empor, wodurch ein ziemlich regelmässiges 
Gitterwerk entsteht. Der Abstand zweier solcher Streifen ist 
kleiner, als der zweier Längsrippen von einander. Die Schale 
selbst ist verhältnissmässig dünn. 

Häufig im untern Quader von Tyssa, Eulau , Tetschen, 
Böhmischkamnit.i!, Kreibitz, Pankratz, u. s. w., im Plänersand- 
stein von Hiadek, Trzibhtz, Schelkowitz und Tuchorziz; selten 
im Exogyrensandstein von Lobkowitz ; einzelne Spuren im obern 
Plänerkalk des Chlum bei Bilin. 

3. Pinna nodulosa Reuss. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 187. 

Nach den bisher aufgefundenen, meistens sehr zerdrückten 
Bruchstücken der 1,5 — 3" langen Muschel zu schliessen, scheint 
diese lang - eiförmig oder schinkenförmig , hinten abgerundet. 



massig gewölbt gewesen zu sein, gleich der Pinna ampla Sow. 
Vom Wirbel strahlen zahlreiche, nicht ganz regelmässige, schmale 
und niedrige Rippen aus , zwischen welche sich bald neue 
schmälere einschieben. Sie werden von vielen gerundeten, 
konzentrischen Runzeln und Falten zerschnitten , wodurcii die 
ganze Oberfläche wie mit kleinen Knötchen übersäet erscheint. 
Längs dem Mantelrande bleibt nur ein kleiner, halbcUiptischer 
Raum von den Längsrippen frei, auf welchem man nur dichte 
Längslinien wahrnimmt, welche, sobald sie an die Längsrippen 
anstossen, sich rasch umbiegen und über dieselben hinweglaufen. 
Am hintern Theile dieses abgegrenzten Raumes werden , wie 
bei Pinna ampla, diese Längsstreifen von schrägen, ausstralilen- 
den Linien durchsetzt. 

Seltene Fragmente des Schalenabdruckes mit aufsitzenden 
Stückchen der dünnen, fasrigen Schale im Plänermergel von 
Luschitz. 

Mjoconclia Sow. 
1. M. minima Reuss. — T. XXXIII, F. 14. 

3 — 4'" lang, breit eiförmig, hinter dem Wirbel sich schnell 
ausbreitend, sehr ungleichseitig, ziemlich gewölbt, besonders 
der Bandseite zunächst. Der obere Rand stärker bogenförmig, 
als der untere; unter ihm eine seichte, schmale Furche. Das 
Analende breit gerundet. Die Oberfläciie der Steinkerne ganz 
glatt. 

Sehr seltene in Schwefelkies umgewandelte Steinkerne im 
Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz. 

Mjtiliis Linne:. 

a. Mytilns Lamk. 

1. M. Cottae Roemer. — T. XXX, F. 4. 

RoEMER, I. c. p. 66, T. VIII, F. 18 (zusammenge- 
drücktes Exemplar). — Geinitz, 1 c. p. 56, T. X, 
F. 5 (Abdruck eines verdrückten Exemplars) ; Nach- 
trag, p. 15. 

Mytilus undulatus Reuss, geogn. Skizz. II, p. 188. 

Länge : Höhe = 3:1. — 1,5 — 2" lang, lanzettförmig, 
schwach gebogen, hoch gewölbt. Die grösste Höhe zunächst 
dem hintern Ende. Der obere Rand bogenförmig. Die Man- 
telseite steil, beinahe senkrecht abfallend , in der Mitte einge- 
bogen, durch eine stumpfe Kante von dem gewölbten Rücken 
geschieden. Das Analende schief abgerundet. Die Oberfläche 
mit dichten, feinen, erhabenen Längsrippchen besäet, die von 
einzelnen starken Anwachsringen, welche wahre Absätze bilden, 
unterbrochen, überdiess aber von gedrängten, vertieften, wellen- 
förmigen Querlinien durchkreuzt werden. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf und im sandigen 
Hippuritenkalk von Kutschlin. 

2. M. Gallienei d'Orbigny. — T. XXXHI, F. 5; 

T. XXXVII, F. 6. 
d'Orbigny, pal. franc. III, p. 273, T. CCGXXXIX, F. 1,2, 

1 — 1,5" lang, massig gewölbt, vorne zugespitzt, hinten 
breit gerundet. Der obere Rand schwach bogenförmig, der 
Mantelrand fast gerade, kaum eingebogen. Die Pallealgegend 



15 



sehr niedrig, steil abfallend. Die Oberfläche mit ungleichen 
konzentrischen Linien bedeckt, welche auf der Pallealgegend 
von feinen und kurzen Querlinien durchkreuzt werden. Bei 
den französischen Exemplaren ist das Analende weniger gerundet. 
Selten im untern Quader von Tyssa, häufiger im Hippu- 
ritenkalk (U. Q.) von Koriczan. 

3. M. ianceo latus Sowerby. — T. XXXVII, F. 5. 

SowERBY, M. C. T. CDXXXIX, F. 2. — d'Orbigny, 

pal. franc. III, p. 270, T. CCCXXXVIII, F. 5, 6. 
M. edentulus Sow., M. C. T. CDXXXIX, F. 1. 

1" lang, schief- eiförmig, vorne zugespitzt, hinten schief 
abgerundet, etwas hinter der Mitte am höchsten. Nur die vor- 
dere Hälfte des Rückens gekielt. Die Pallcalseite in ihrer vor- 
dem Hälfte fast senkrecht abfallend ; der Rücken sich gegen 
den obern Rand allmälig verflächend. Der Mantelrand fast 
gerade; der Schlossrand bis in die Hälfte der Schalenlänge 
reichend, gerade. Die Oberfläche mit gedrängten, ungleichen 
konzentrischen Linien bedeckt. 

Nicht selten im Hippuritenkalk (U. Q.) von Koriczan. 

b. Modiola Lauk, 

4. M. tetragonus Reuss. — T. XXXIII, F. 6. 

M. parallelus Reuss '■', geogn. Skizz. II, p. 188. 
Modiola pumila Reuss, geogn. Skizz. II, p. 188. 

0,5 — 1" lang und nicht halb so hoch, lang vierseitig-keil- 
förmig, vorne nicht viel schmäler, als hinten, wenig gewölbt. 
Die kleinen Wirbel liegen nicht weit zurück und werden von 
dem vordem Ende der Pallcalseite überragt, welches im Stein- 
kernc durch eine schmale , aber tiefe vom Wirbel senkrecht 
herablaufende Furche abgegrenzt wird. Der gerade Schloss- 
rand reicht bis zum hintern Ende und stösst mit dem hintern, 
wenig gebogenen Rande in einem fast rechten Winkel zusam- 
men. Der untere, auch ganz gerade Rand bildet mit dem hintern 
Rande ebenfalls einen deutlichen Winkel von beiläufig 90". 
Vom Wirbel läuft eine stumpfe, aber deutliche Kante diagonal 
zum hintern untern Winkel , von welcher die Mantel - und 
Bandseite gleichförmig sich abdachen. Die Oberfläche ist mit 
feinen konzentrischen Linien bedeckt, die auf der Rückenkante 
sich unter einem fast rechten Winkel plötzlich umbiegen. 

Die unter dem Namen M. parallelus (geogn. Skizz. II, 
p. 188) beschriebenen Exemplare waren am vordem Ende zer- 
drückt. Die mit dem Namen Modiola pumila ebendaselbst 
belegten Exemplare sind nur 4 — 5'" lang, mit weniger gekan- 
tetem, mehr gerundetem Rücken, was vielleicht ebenfalls von 
Verdrückung herrührt. 

Selten im Plänerkalk von Brozan lund im Plänermergel 
von Priesen. 

5. M. reversus Sow. — T. XXXIII, F. 9. 

Modiola reversa Sow. Fitton, 1. c. IV, T. XVII, 
F. 13. — Geinitz, Nachtrag, p. 15, T. III, F. 11; 
T. V, F. 8. 

Mytilus reversus d'Orb., paL fran9. III, p. 264, 
T. CCCXXXVII, F. 1, 2. 

1 — 1,3" lang, verlängert-eiförmig, bauchig. Das vordere 

* Der Name, so passend er auch ist, musste geändert werden, 
da Sowerby Echon einen M. parallelus hat. 



Ende kurz, gerundet. Die kleinen Wirbel werden von dem 
vordem Ende der Pallcalseite ziemlich weit überragt. Der 
Schlossrand schwach bogenförmig, der Mantelrand vor der Mitte 
etwas eingebogen ; das hintere Ende gerundet. Feine, aber 
scharfe, konzentrische Streifen bedecken die Oberfläche, welche 
in der Mitte der Pallealfläche von einigen feinen, radialen 
Streifen gitterförmig durchkreuzt werden. Hie und da sind 
stärkere Anwachsstreifen sichtbar. 

Seltene , meist undeutliche Steinkerne im untern Pläner- 
kalke von Laun. 

6. M. sphen Geldes Reuss. — T. XXXIII, F. 7. 

Modiola sphenoeides Reuss, geogn. Skizz. II, 
p. 188, 189. 

Länge : Höhe = 100 : 62. — 10 — 12'" lang, ei-keil- 
förmig, etwas vierseitig, massig gewölbt. Die kleinen Wirbel 
liegen wenig zurück. Das kurze, gerundete vordere Ende der 
Pallealseite wird am Steinkerne durch eine schmale, vom Wir- 
bel senkrecht herablaufende Furche begrenzt. Das vordere 
Ende der Muschel ist nur wenig niedriger, als das hintere. 
Der Schlossrand gerade , zwei Drittheile der ganzen Schalen- 
länge einnehmend. Der Mantelrand in der Mitte eingebogen. 
Das Analende etwas schief gerundet. Vom Wirbel läuft eine 
stumpfe Diagonalkante zum hintern untern Winkel , von wel- 
cher die Schale gegen den obern und untern Rand dachför 
mig abfällt. Die untere Fläche ist in der Mitte schwach ein- 
gedrückt. Die Oberfläche der Steinkerne ist mit starken, ge- 
rundeten, konzentrischen Falten bedeckt, die auf der Rücken- 
kante sich fast rechtwinklig umbiegen und mit feinen eben 
solchen Linien geziert sind. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Laun. 

7. M. aequalis Sow. — T. XXXIII, F. 10. 

Modiola aequalis Sowerby, M. C, T. CCX, F. 2. 
Mytilus aequalis d'Orbigny, 1. c. III, p. 265, 

T. CCCXXXVII, F. 3, 4. 
Modiola bipartita Leymerie , mem. d. \. soc. 

geol. d. Fr. V, T. IX, F. 8. 
Modiola laevigata Geinitz, 1. c. p. 78, T. XX, 

F. 35. 

Im Exogyrensandstein von Drahomischel finden sich Stein- 
kerne einer kleinen Modiola, welche mit M. aequalis Sow. fast 
vollkommen übereinstimmt. Sie ist quer und schmal oval, 
doppelt so lang als hoch und vorne wenig niedriger , als hin- 
ten. Ihre stumpfen Wirbel liegen fast ganz am vordem Ende. 
Der Schlossrand, der nur \ der Gesammtlänge beträgt, geht in 
den untern Rand über, ohne einen ausgesprochenen Winkel 
zu bilden ; der untere Rand ist in der Mitte schwach einge- 
bogen. Der Rücken stark gewölbt, besonders vorne, wo er 
sehr steil abfällt und beinahe eine gerundete Kante bildet; 
nach hinten verflächt er sich mehr aflmälig. Der vordere 
Lappen der Pallealseite ist durch keinen Absatz , keine Ver- 
tiefung vom Rücken gesondert, sondern geht allmälig in ihn 
über. Der untere Rand ist sehr wenig eingebogen. Die Ober- 
fläche Ist mit unregelmässigen konzentrischen Streifen und 
Linien bedeckt, die sich auf der Höhe des Rückens schnell 
umbiegen. 



16 



8. M. ligeriensis d'Orb. — T. XXXIII, F. 3. 
d'Orbigny, I. c. III, p. 274, T. CCCXL, F. 1, 2. 
M. Dulmensis Becks in litter. 

3 — 5" lang (Länge : Höhe = 100 : 45), verlängert und 
schief dreiseitig- oval, etwas gebogen, bauchig. Das vordere 
Ende breit gerundet , das hintere in einen schiefen gerundeten 
Lappen verlängert. Die kurzen , dicken Winkel werden von 
dem vordem Pallealende weit überragt. Vom Wirbel läuft ein 
breiter, stumpfer Kiel schräg zum hintern Ende. Unter ihm 
ist die Pallealseite etwas eingedrückt und diesem Eindrucke 
entsprechend der sonst ziemlich gerade Mantelrand eingebogen. 
Unregelmässige, feinere und gröbere, etwas blättrige, konzen- 
trische Streifen bedecken die Oberfläche, welche, die vordere 
Hälfte der Mantelseite abgerechnet, von feinen, entfernten aus- 
strahlenden Furchen durchsetzt werden. 

Sehr selten im kalkigen Sandstein von Wildenschwert in 
Begleitung von Lima multicostata Gein. Prof. Becks fand ihn 
auch im Kreidemergel von Dülmen in Westphalen. 

9. M. fi- actus Reuss. — T. XXXHI, F. 11. 

Modiola fracta Reuss, geogn. Skizz. II, p. 189. 

Höhe : Länge = 100 : 44. — 1" lang, quer vierseitig- 
keilförmig, massig gewölbt, mit wenig zurückstehenden, schlan- 
ken Wirbeln. Das vordere Ende viel niedriger, als das hintere. 
Eine scharfe Kante läuft vom Wirbel diagonal über den Rücken 
zum hintern untern Eck herab. Der einen sehr flachen Bo- 
gen bildende Schlossrand erstreckt sich bis zum hintern, fast 
gerade abgestutzten Rande und bildet mit ihm, so wie mit 
dem fast geraden untern Rande, einen beinahe rechten Winkel. 
Die obere Fläche ist sehr wenig gewölbt und fällt in ihrem 
vordem Theile steil, im hintern allmälig zum obern Rande 
ab. Die untere ist seicht vertieft. Auf ihr verläuft unter 
der Rückenkante und ihr parallel eine schmale Furche, wo- 
durch die Fläche gleichsam in zwei, unter einem Winkel zu- 
sammenstossende Theile zerbrochen erscheint. Die Oberfläche 
ist mit sehr feinen, konzentrischen Linien bedeckt, die auf der 
Rückenkante sich fast rechtwinklig umbiegen und auf der 
untern Fläche von entfernten, schwachen Radialstreifen durch- 
kreuzt werden. 

Bisher ein einziges Exemplar im untern Plänerkalk von 
Laun vorgekommen. 

10. M. radiatus Y. Münster. — T. XXXIH, F. 8. 
GoLDFuss, 1, c. II, p. 178, T. CXXXVIII, F. 6. 
Modiola arcuata Geinitz, 1. c. p. 78, T. XX, 
F. 34. 

Länge : Höhe = 100 : 44. — 1 — 1,5" lang, quer 
lang - eiförmig, massig gewölbt, vorne gerundet, viel niedriger, 
als das hintere, ebenfalls gerundete Ende. Die Wirbel nicht 
weit zurückstehend. Der Schlossrand nur ein Drittheil der 
ganzen Schalenlänge ausmachend, bildet mit dem hintern Rande 
einen sehr stumpfen, aber deutlichen Winkel. Der Mantel- 
rand fast gerade, sehr wenig eingebogen. Vom Wirbel läuft 
eine stampfe schwache Kante zum hintern Theile des untern 



Randes herab. Die untere Fläche ist im mittlem Theile etwas 
eingedrückt. Die obere Fläche fällt ziemlich gleichförmig zum 
obern Rande ab, nur in der Nähe des hintern Endes des 
Schlossrandes ist sie niedergedrückt. Die Oberfläche zeigt 
konzentrische Linien und einzelne starke Anwachsringe. Über- 
diess strahlen vom Rücken schmale divergirende Falten über 
die obere und untere Fläche aus, welche nur die vordere nie- 
dergedrückte Hälfte der Pallealseite frei lassen. 

Selten im Plänersandstein von Trziblitz, im Grünsand von 
Laun und Neuschloss. 

Litliodomiis Cüvier. 

1. S. spatulatus Geinitz. — T. XXXVI, F. 10. 

Modiola spatulata Geinitz, 1. c. p. 79, T. XXI, 

F. 7. 
Modiola subaequalis Reuss, geogn. Skizz. II, 

p. 148. 

Bis 2,5" lang, am Wirbel 0,5", hinten 0,75" hoch, stark 
in die Quere verlängert. Die sehr dünnschalige Muschel muss 
sehr gewölbt, fast zylindrisch gewesen sein; im Gesteine ist 
sie aber stets flach gedrückt, wie auch das abgebildete Exem- 
plar. Beide Enden sind gerundet; das vordere viel niedriger 
als das hintere. Die sehr kleinen Wirbel liegen weit vorwärts, 
am Ende des ersten Fünftheils der gesammten Schalenlänge. 
Die Oberfläche der Schale mit dichten, sehr feinen, konzentri- 
schen Linien bedeckt, die hie und da von stärkeren Anwachs- 
linien unterbrochen werden. 

Nur sehr selten im Plänersandstein von Trziblitz und im 
Grünsandstein von Malnitz. 



B. Sinupalleales d'Orb. 

a. Myacidae d'Orb. 

Solen Linn]e:. 

1. S. aequalis d'Orb. — T. XXXVI, F. 6. 

d'Orbigny, 1. c. III, p. 321, T. CCCL, F. 5—7. 
S. compressus, Goldf. bei Geinitz, 1. c. p. 76, 
T. XXI, F. 4. 

Länge : Höhe = 100 : 40. — 4—6'" lang, quer lang- 
elliptisch, sehr flach gewölbt, mit beinahe mittelständigen, sehr 
kleinen Wirbeln, an beiden Enden gerundet; das hintere Ende 
nur wenig breiter, als das vordere. Die Oberfläche unregel- 
mässig konzentrisch linirt. 

Im untern Quader von Tyssa. 

2. S. lamellosus Reuss. — T. XXXVI, F. 5. 

Höhe : Länge = 70 : 100. — 8"' lang, quer elliptisch, 
sehr flach, vorne nur wenig niedriger, mit mittelständigen, 
kleinen Buckeln. Die Oberfläche der dünnen Schale mit re- 
gelmässigen , entfernt stehenden , blättrigen , konzentrischen 
Linien. 

Selten im glaukonitischen untern Quader von Kreibitz. 



-* Leguniinaria Schüjiacher. 

1. L. truiicatiila Reuss. — T. XXXVI, F. 13, 16, 17. 

Solen truncatulus Reuss, geogn. Skizz. II, p. 201. 

Länge : Höhe = 100 : 34. — 6 — 10'" lang, sehr stark 
in die Quere verlängert, schmal vierseitig, flach gewölbt, vorne 
gerundet und niedriger, hinten fast gerade abgestutzt, stark 
klaffend. Der sehr kleine Wirbel liegt weit nach vorne, am 
Ende des ersten Viertheils der Schalenlänge. Vom Wirbel 
geht am Steinkerne eine starke Furche senkrecht zum untern 
geraden, dem Schlossrande parallelen Rande herab, herrührend 
von einer Querrippe im Innern der Schale. Die Oberfläche der 
sehr dünnen Sciiale mit feinen konzentrischen Linien bedeckt, 
die sich hinten rechtwinklig umbiegen, dem hintern Rande pa- 
rallel, und dabei weiter auseinandertreten. 

Nicht gar selten im untern Plänerkalk von Laun, sehr ver- 
einzelt im Plänermergel von Priesen. 

Panopaea Menard. 

1. P. Gurgitis Brongniaht. — T. XXXVI, F. 3. 
Geinitz, 1. c. p. 75, T. XX, F. 1. — d'Orbicny, I. 

c. III, p. 345, T. CCCLXI, F. 1, 2. 
Lutraria gurgitis Brongniart, desc. d. cnv. d. 

Par. T. IX, F. 15. — Nils.son, 1. c. p. 18, T. V, 

F. 9. — HisiNGER, leih. suec. p. 67, T. XX, 

F. 1. 
Panopaea plicata Goldfcss, 1. c. p. 274, 275, 

T. CLVIII, F. 5. 

Länge : Höhe = 100 : 64. — 1,5—3" lang, quer 
rhomboidal, gewölbt, vorne niedriger, gerundet ; hinten verlän- 
gert, viel höher und abgestutzt, stark klaffend. Die gegen 
einander gebogenen Wirbel liegen am hintern Ende des vor- 
dem Drittheils der Schalenlänge. Der hintere Schlossrand 
länger, nach hinton etwas aufsteigend , mit dem hintern Rande 
in fast rechtem Winkel zusamnienstossend und ein stark vor- 
tretendes Eck bildend. Die Oberfläche der Steinkerne mit 
unregelmässigen , starken , konzentrischen Falten und Runzeln 
bedeckt. 

Nicht selten im Grünsandstein von Czencziz , Malnitz, 
Semich, Neuschloss und Drahomischel; im grauen Kalkstein 
von Czenczciz ; im Exogjrensandstcin von Malnitz; im untern 
Quader von Tyssa , Kreibitz , Mühlhausen ; selten im untern 
Plänerkalk von Laun- und im obern Plänerkalk von Hundorf. 

2. P. plicata Sovv, 

ROEMER, 1. c. p. 75, T. IX, F. 25. — Geinitz, I. c. 

p. 75, T. XX, F. 2. ~ d'Orbigny, 1. c. III, p. 337, 

T. CCCLVH, F 4, 5. — Geinitz, Grundriss, p. 402, 

T. XVII, F. 7. 
Mya plicata Sowerby, M. C, T. XDXIX, F. 3. 
Panopaea Gurgitis Goldfuss , 1. c. II, p. 274, 

T. CLIII, F. 7. — Geinitz, Nachtrag, T. II, F. 2. 

Länger als die vorige Spozies, quer oval-rhomboidal. Die 
Vorderseite kurz, wenig niedriger, schwach gerundet ; die hin- 
tere verlängert, quer abgestutzt, stark klaffend. Die spitzen, 
gegen einander gebogenen Wirbel liegen am Anfang des zwei- 
ten Driltheils der Schalenlänge. Von ihnen läuft eine flache | 

Rruss, Versteineiun^en, 11. Abth. 



Furche zu dem hintern untern Eck. Der hintere Schlossrand 
gerade, dem untern parallel; beide mit dem hintern Rande 
einen gerundeten Winkel von beinahe 90° bildend. Die Ober- 
fläche mit starken konzentrischen Runzeln, die besonders im 
vordem Theile ausgesprochen sind, im Alter aber sich ver- 
flachen. Roemer und Geinitz erwähnen radiale Linien, die nach 
Ersterm gekörnt seyn sollen. Sie müssen aber nicht kon- 
stant seyn, da sie von mir nicht gefunden und auch von an- 
deren Beobachtern nicht erwähnt wurden. 

Selten im Hippuritenkalk von Kutschlin und im untern 
Quader von Tyssa und Kreibitz. 

3. P. regularis d'Orbigny. — T. XXXVI, F. 2. 
d'Orbigny, 1. c. III, p. 343, T. CCCLX, F. 1, 2. 

Länge : Höhe = 100 : 70. — 5 — 6" lang, quer rhom- 
boidal , massig gewölbt. Die vordere Seite kurz, sehr hoch, 
schwach gerundet, die hintere verlängert, etwas niedriger, ge- 
rade abgestutzt. Die dicken kurzen Wirbel liegen im Anfange 
des zweiten Drittheils der Schalenlänge. Stark klaffend. Un- 
regelmässige, stärkere und schwächere konzentrische Falten 
und Streifen bedecken die Oberfläche der Steinkerne. 

Selten im Exogyrensandstein von Drahomischel. 

4. P. Ewald! Reuss. — T. XXXVI, F. 1. 

Länge : Höhe = 100 : 52. — 5—6" lang, quer oval, 
sehr verlängert; vorne sehr kurz, hoch, gerundet; hinten stark 
verlängert, niedriger, ebenfalls gerundet. Die dicken , überge- 
bogenen Wirbel liegen am hintern Ende des ersten Drittlieüs 
der Schalenlänge. Der Rücken ziemlich stark gewölbt. Un- 
terer Rand massig gewölbt. Unrcgelmässige flache Falten laufen 
über den Steinkern, an welchem überdiess Spuren breiter, 
sehr niedriger radialer Rippen wahrzunehmen sind. 

Selten im Exogyrensandstcin von Malnitz. Findet sich auch 
in einem kalkigen glaukonitischen Sandstein von Sczerczez bei 
Lemberg in Galizien. 

5. P. sin u ata Reuss. — T. XXXVI, F. 4. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 200. 
Geinitz 1. c. p. 75, T. XX, F. 3. 

Länge : Höhe = 100 : 40. — 1,5 — 1,75" lang, quer 
lang-elliptisch, auf beiden Enden gerundet. Der untere Rand 
in der Mitte eingebogen. Die eingerollten Buckeln stehen 
weit vor der Mitte. Hinter ihnen läuft am Steinkerne eine 
flache Furche schräg abwärts. Der Rücken gewölbt, in der 
Mitte eingedrückt, gegen den untern Rand steil abfallend, zum 
hintern Ende sich allmälig verflächend. Am vordem Ende der 
Steinkerne sind Spuren starker konzentrischer Falten zu be- 
merken. Der Manteleindruck ist stark. — Ist vielleicht eine 
Anatina ? 

Selten im sandigen Hippuritenkalk von Kutschlin. 

Pholadomja Sowekby. 

1. Ph. (lecussata Phillips. 
Phillips Yorksh., T. 2, F. 9. 

Cardium decussatum Mantell , G. S. p. 126, 
T. XXV, F. 3. — Sowerby, M. C. T. DLII, F. 1. 
— Goldfuss, ). c. II, p. 222, T. CXLV, F. 2. 
3 



18 



1 — 1,5" hoch und fast ebenso lang, gerundet-dreiseitig, 
hinten in ein Eck verlängert, vorne senkrecht abgestutzt, so 
dass die grosse, etwas konkave, herzförmige vordere Fläche in 
einem rechten Winkel und einer gerundeten Kante mit dem 
Rücken zusamnienstösst. Das grosse, breit herzförmige, schwach 
konkave Mondchen ist durch eine scharfe vorstehende Kante 
von ihm abgegrenzt. Die eingerollten, sich berührenden Wirbel 
liegen ganz am vordem Ende. Auf der vordem Hälfte des 
Rückens strahlen 25 — 30 ungleiche, wenig vorstehende, schmale 
Rippen vom Wirbel aus. Über die ganze Oberfläche aber 
laufen zahlreiche, regelmässige, breite und hohe, konzentrische 
Falten, die, wie die gleich breiten konkaven Zwischenräume, 
mit dichten, feinen, konzentrischen Linien bedeckt sind. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen und Luschitz. 

2. Ph. caudata F. A. Roemer. — T. XXXVI, F. 8. 

RoEMER, I. c. p. 76, T. X, F. 8. — Geinitz, Nachtrag 

1. c. p. 11, T. I, F. 28, 29, 30; Grundriss p. 405, 

T. XVII, F. 9. 
Corbula aequivalvis, Goldfüss, 1. c. II, p. 250, 

T. CLI, F. 15. 
Cardium caudatum F. Roemer, in Bronn's Jahrb. 

1845, p. 388. 

Länge : Höhe = 100 : 75. — 1 — 1,4" lang, quer-ei- 
förmig, stark gewölbt, vorne höher, etwas gerundet, hinten zu- 
sammengedrückt, in eine stumpfe Spitze auslaufend. Die 
übergebogenen Wirbel liegen etwas vor der Mitte. Von ihnen 
strahlen 35 — 36 breite, gerundete Rippen mit schmäleren Zwi- 
schenrinnen aus, die nur das hintere Ende frei lassen. Über 
die ganze Schale aber laufen dichte, feine, konzentrische Linien. 

Steinkerne häufig im untern Quader von Krsibitz und 
Böhmischkamnitz ; sehr selten im Exogyrensandstein von Dra- 
homischel und im untersten Quader von Tyssa, 

3. Ph. nodulifera v. Münster. 

GoLDFUss 1. c. II, p. 273, T. CLVIII, F. 2. 

Ph. Albina Reich. Roemer, 1. c. p. 75, T. X, F. 7. 

— Geinitz, 1. c. p. 49, T. XII, F. 1. 

Seltene und gewöhnlich schlecht erhaltene Steinkerne im 
untern Quader von Tetschen. 

4. Ph. Esmarkii, PuscH. 

PuscH, Pol. Paläont. p. 87, T. VIII, F. 14. — Gold- 
füss, 1. c. II, p. 272, T. CLVII, F. 10. 
Cardita Esmarkii NiLSSON, 1. c. p. 17, T. V, F. 8. 

— HisiNGER, leth. suec. p. 61, T. XVIII, F. 14, 

Im untern Quader von Kreibitz. 

5. Ph. designata Goldf. 

Lysianassa designata Goldfuss, 1. c. II, p. 264, 

T. CLIV, F. XHL 
Gonyomya consignata Roemer, 1. c. p. 75, 

T. X, F. HI. 
Gonyomya designata Geinitz, Nachtrag p. 12, 

T. II, F. 4. 
Pholadomya Agassizli d'Orbigny, 1. c. III, p. 352, 

T. CCCLXIII, F. 1—3. 

Nach Geinitz im untern Quader von Kreibitz. 



6. ? Ph. biplicata Geinitz. 

Geinitz, 1. c. p. 75, T. XXI, F. 17. 

Nach Geinitz im untern Quader von Tyssa. 

b. Anatinidae d'Orb. 

Anatina Lasik, 
1. A. lanceolata Geinitz. 

Geinitz, Grundriss p. 410. 
Corbula lanceolata Geinitz, Nachtrag 1843, p. 12, 
T. II, F. 3. 

Selten im untern Quader von Kreibitz. 

Lyonsia Türton. 
I. ? L. elongata Reuss. — T. XXXVI, F. 9. 

Länge : Höhe = 100 : 40. — 2" lang, sehr verlängert, 
schmal-eiförmig, vorne gerundet, hinten sehr verlängert, gerade 
abgestutzt. Die dicken, kurzen, gegen einander gebogenen 
Wirbel liegen am Ende des ersten Viertheils der Schalenlänge. 
Der hintere Schlossrand gerade, dem unteren parallel. Der 
Rücken am Buckel am gewölbtesten , fällt vorne steil ab und 
verflächt sich nach hinten sehr allmälig. Vom Buckel läuft 
eine sehr stumpfe schräge Kante zum untern Eck des hintern 
Randes. Die Steinkerne glatt. — Da sich bisher nur Stein- 
kerne gefunden haben, ist die Gattung, der sie angehören, un- 
gewiss ; sie sind nur provisorisch in die Gattung Lyonsia ein- 
gereiht worden. 

Selten im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

c. Tellinidae d'Obb. 
Tellina Linn)6. 

1. T. concentrica Reuss. — T. XXXVI, F. 19, 20. 

Reuss, geogn. Skizz. 1843, II, p. 200. 
T. Moreana d'Orbigny, pal. franc. III, p. 421, 
T. CCCLXXX, F. 3—5. 

Länge : Höhe := 100 : 64. — Stimmt im Umrisse sehr 
mit T. inaequalis Sow. überein. 

0,5 — i" lang, quer-eiförmig, flach konvex, vorne niedri- 
ger, gerundet und zusammengedrückt; hinten fast gerade ab- 
gestutzt und abschüssig-zusammengedrückt. Der Rücken hin- 
ten sehr stumpf gekantet. Die kleinen Wirbel mittelständig. 
Beide Schlossränder gerade , der hintere beinahe horizontal 
oder sehr wenig ansteigend. Der untere Rand fast gerade. 
Die dünne Schale mit gedrängten, regelmässigen, feinen, er- 
habenen, konzentrischen Linien bedeckt, welche selten von stär- 
kern Anwachsstreifen unterbrochen werden. 

Sehr häufig im Plänermergel von Priesen und Postelbetg, 
selten in dem von Kystra, Luschitz und von Johnsbach unweit 
Kreibitz. 

2. T. strigata Goldfuss. — T. XXXVI, F. 21. 

Goldfüss, 1. c. II, p. 234, 235, T. CXLVII, F. 18. 
— Geinitz, Nachtrag, p. 12, T. HI, F. I, 2, 3. 

0,84—1" lang. Länge : Höhe — 100 : 60. — Quer- 
elliptisch, flach gewölbt, vorne gerundet, etwas niedriger, hinten 
abgestutzt, unter einer sehr stumpfen Kante abschüssig. Die 



19 



kleinen Wirbel mittelständig. Die hintere Schlosskant.e schwach 
gebogen, sanft abhängig. Die Oberfläche der Schale mit re- 
gelmässigen, feinen, konzentrischen Linien, die von feineren 
radialen rechtwinklig durchkreuzt werden und ein feines Netz- 
werk bilden. Steinkerne glatt, mit starken Muskelanheftungs- 
punkten. 

Nicht selten im untern Quader von Zloseyn und im Exo- 
gyrensandstein von Koriczan. 

3. T. costulata Goldfuss. 

GoLDFüss, 1. c. II, p. 235, T. CXLVII, F. 19. — 

Geinitz, Grundriss p. 412. 

Nach Geinitz im untern Quader von Kreibitz. 

4. T. plana Roemer. — T. 36, F. 22. 

RoEMER, 1841, 1. c. p. 74, T. 9, F. 19. 
T. Renauxii Matheron, 1842, Catalogue, p. 143, 
' T. XIII, F. 11. — d'Orbigny, pal. franc. III, 
p. 421, 422, T. CCCLXXX, F. 6-8. 

Länge : Höhe = 100 : 46. — 10 — 13'" lang, schmal 
dreiseitig-oval, sehr flach gewölbt. Die kurzen dicken Wirbel 
liegen vor der Mitte. Vorne gerundet , hinten viel niedriger, 
in einen stumpfen Schnabel auslaufend. Der untere Rand sehr 
wenig gebogen ; der vordere und der um mehr als die Hälfte 
längere hinlere Schlossrand gerade. Der Rücken hinten ganz 
schwach gekantet. Die Schale fein konzentrisch linirt. Die 
Steinkerne glatt. 

Selten im Exogyrensandstein von Lobkowitz und im un- 
tern Quader von Zloseyn. 

5. T. Goldfussii Roemer. — T. XXXVI, F. 7. 
Roemer, 1. c. p. 73, T. IX, F. 18. — Geinitz, I. c. 

p. 76, T. XX, F. 32. 

Länge : Breite = 100 : 45. — 7 — 10'" lang, quer- 
elliptisch, flach gewölbt, vorne gerundet, hinten etwas niedriger, 
schwach abgestutzt. Die kleinen Buckeln fast mittelständig. 
Der hintere Schlossrand etwas bogenförmig; der untere Rand 
fast gerade, selbst in der Mitte etwas eingebogen. Die Stein- 
kerne glatt. 

Nicht selten im untern Quader von Tyssa. 

6. T. tenuissima Reüss. - T. XXXVI, F. 18, 24, 

Länge : Höhe = 100 : 74. — 3 — 10'" lang, dreiseitig- 
oval, äusserst flach und dünn, vorne gerundet, hinten sich all- 
mälig in ein stumpfes, gerundetes Eck verschmälernd. Die 
Wirbel liegen etwas vor der Mitte; der hintere Schlossrand 
bogenförmig, der untere sehr wenig konvex ; beide stossen in 
einem vorstehenden abgerundeten Eck zusammen. Die Stein- 
kerne zeigen undeutliche konzentrische Linien. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Wollenitz und 
im Pyropenführenden Konglomerat von Meronitz. 

7. T. semicostata Reuss. — T. XXXVI, F. 11, 12. 

Psammobia semicostata Roemer, 1. c. p. 74, 
T. IX, F. 21. — Geinitz, 1. c. p. 49, T. XVI, 
F. 6. 

Länge : Höhe = 100 : 67. ~ 0,75 — 1,75" lang, quer- 



elliptisch, flach gewölbt, vorne etwas niedriger, hinten schwächer 
gerundet. Die Buckeln mittelständig. Die Oberfläche mit ge- 
drängten , regelmässigen, scharfen, erhabenen, konzentrischen 
Linien bedeckt, die am hintern Ende von beiläufig 10 — 12 
stärkeren entfernten Radiallinien durchkreuzt werden. Die 
Durchschnittspunkte sind fein knotig. 

Nicht selten im untern Quader von Tyssa, Zloseyn und 
Kreibitz. 

8. ? T. discrepans Reuss. — T. XXXVI, F. 14. 

Capsa discrepans d'Orbigny, pal. fran9. III, p. 424, 

T. CCCLXXXr, F. 3 — 5. 
Psammobia discrepans Dujardin , 1. c. p. 223, 

T. XV, F. 2. 

Im Hippuritenkalk von Kutschlin finden sich nicht selten 
Steinkerne, die hieher zu gehören scheinen; wenigstens stim- 
men sie fast ganz damit überein. Sie sind bis 2,5" lang 
(Länge : Höhe = 100 : 40), quer-elliptisch, beiderseits ge- 
rundet, hinten zusammengedrückt und undeutlich gekantet. Die 
kurzen dicken Wirbel liegen am Ende des vordem Drittheils 
der Schalenlängf. Man sieht an ihnen Spuren konzentrischer 
Falten , die sich hinten schnell , fast rechtwinklig umbiegen. 
Von der radialen Streifung ist jedoch nichts zu bemerken. 

Arcopagia d'Orb. 

1. A. circinalis d'Orbigny. — T. XXXVI, F. 15. 
d'Orbigny, pal. fran?. HI, p. 414, T. CCCLXXVIII 

F. 16 — 18. 
Psammobia circinalis Dujardin, mem. d. 1. soc. 

geol. d. Fr. II, 2, p. 223, T. XV, F. 3. 
Tcllina clathrata Reüss, geogn. Skizz. II, p. 200. 

Länge : Höhe = 100 : 80. — 1,3—1,5" lang, quer 
breit-eirund, ziemlich stark gewölbt, fast gleichseitig, vorne ge- 
rundet und wenig niedriger, hinten undeutlich abgestutzt. Die 
Wirbel mittelständig ; die Schlossränder gebogen. Die Ober- 
fläche mit entfernt stehenden, höchst regelmässigen, scharfen, 
erhabenen, konzentrischen Streifen bedeckt, welche von eben 
solchen, etwas schwächeren und mehr genäherten Radiallinien, 
von denen die an der hintern Seite mehr hervortreten, durch- 
kreuzt werden , wodurch ein sehr schönes, regelmässiges Netz- 
werk entsteht. 

Selten im untern Plänerkalk von Laun, im Grünsandstein 
von Czencziz und im Hippuritenkalk (U. Q.) von Koriczan. 

d. Petricoiidae d'Orb. 

Fistulana Bruguierg. 
1. F. tenuis Reuss. — T. XXXIII, F. 12, 13. 

0,5 — 1" lang, dünn, verlängert-keulenförmig , am dickern 
gerundeten Ende 1 — 2'" breit, das offene Ende sehr dünn, im 
Querschnitt rund oder elliptisch , gerade oder gebogen. Die 
Oberfläche glatt mit einzelnen sehr schwachen, vertieften Quer- 
ringen. Die innere Schale unbekannt, da die ganze Höhle 
immer mit kompakter Kieselmasse ausgefüllt ist. 

Findet sich nicht häufig auf den Steinkernen einer 
3* 



20 



gerippten Exogyra, deren Schale immer ganz zerstört ist, im 
untern Piänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

2. F. dilatata d'Orbigny. — T. XXXVII, F. 9. 

d'Orbigny, palaeont. frang. III, p. 394, T. CCCLXXV, 

F. 1—4. 
Gastrochaena dilatata Desh. Leymerie in mem. 

d. 1. SOG. geol. d. Fr. 1842, V, 1, p. 2, 3, T. III, 

F. 1. 
Fistulana Ostreae Geinitz, Nachtrag, p. 11, T. VI, 

F. 5, 6, 7. 
Gastrochaena Ostreae Geinitz, Grundriss der 

Verstkde. p. 395, 396, T. XVII, F. 2, 3. 

Die glatte Röhre 0,5 — I" lang, kurz und dick keulen- 
förmig, am vordem Ende geschlossen und zugerundet, am hin- 
tern offenen Ende sich schnell verschmälernd und oftmals 
knieförmig gebogen. Die innere Schale war ich nie so glück- 
lich, vollständig blosszulegen. 

In eine Astraea eingebohrt, selten im Hippuritenkalk 
(U. Q.) von Koriczan. 

3. F. pistilliformis Reuss. — T, XXXVII, F. 7, 8. 

Eine 1 — 2" lange, fast zylindrische, vorne zugerundete 
und geschlossene , hinten sich nur wenig verschmälernde und 
offene Röhre, welche ich in der Substanz einer Astraea in 
Gesellschaft der vorigen Spezies eingebohrt fand. Die Ober- 
fläche der Röhre zeigt entfernt stehende Sterne mit punktirten, 
nach allen Richtungen ausstrahlenden und mit denen der be- 
nachbarten Sterne theils zusammenfliessenden, theils in ver- 
schiedenem Winkel zusammenstossenden Furchen , welche der 
Abdruck der Lamellen der Astraea sind. Dieselbe Erscheinung 
beobachtete Leymerie an einer ebenfalls in einer Astraea ein- 
gewachsenen Röhre von Gastrochaena dilatata (1. c. p. 3). 
Nur ist es bemerkenswerth, dass die in Gesellschaft der Fistu- 
lana pistilliformis vorkommenden Röhren der F. dilatata bei 
uns keine solche sternförmige Zeichnung aufzuweisen haben. 

Die inneren Schalen sind bis 1" lang, schmal, gleich breit, 
hinten gerundet, vorne wenig verschmälert, mit beinahe am 
vordem Ende liegenden kleinen Wirbeln , stark klaffender Pal- 
lealseite und gedrängten feinen und gröberen , konzentrischen 
Streifen. An manchen Exemplaren ist noch die fleischrothe 
Färbung und der Glanz der glatten Muschelschalen erhalten. 

e. Corbulidae d'Orb. 
Corbula Lamk, 

1. C. caudafa Nilsson.— T. XXXVI, F. 23. 

NiLssoN, 1. c. p. 18, T. III, F. 18. — Hisinger, leth. 
suec. p. 66, T. XIX, F. 12. — Goldfuss, 1. c. II, 
p. 251, T. CLII, F. 16. 

Länge : Höhe = 100 : 50. — 0,75 — 1" lang, quer 
eiförmig-dreiseitig , gewölbt , vorne gerundet , hinten in einen 
zusammengedrückten, schmal dreieckigen, stumpf zugespitzten 
Flügel auslaufend, der mitunter die halbe Länge der Muschel 
beträgt und von dem Rücken derselben durch eine Bucht ge- 
trennt ist, welche sich am untern Rande durch eine starke 



Einbiegung ausspricht. Die Wirbel übergebogen und vor der 
Mitte liegend. Die Oberfläche mit regelmässigen, erhabenen, 
blättrigen, konzentrischen Streifen bedeckt, die der Einbiegung 
des untern Randes parallel laufend in den Flügel hinübersetzen 
und dort sich rasch zum Schlossrand umbiegen. 

Selten im untern Piänerkalk von Laun , im Plänermergel 
von Priesen , Werschowitz und Rannay und von Johnsbach 
bei Kreibitz. 

2. C. bifrons Reuss. 

Reuss geogn. Skizz. II, p. 199. 

3 — 3, 5'" lang und wenig niedriger, bauchig, ungleichklappig, 
vorne gerundet , hinten verlängert und fast gerade abgestutzt. 
Die Oberfläche scharf konzentrisch gestreift. Der untere Rand 
innen gekerbt. 

Selten im Plänermergel von Priesen und Luschitz. 

f. Cytheridae vOrb. 

Venus LiNNi. 

1. V. (Cy therea) elongata Reuss. — T. XLI, F. 9. 

5,5'" lang und 4,5"' hoch, schief oval -kreisförmig, 
gewölbt, vorne gerundet, hinten verlängert und nach unten in 
ein breites abgerundetes Eck auslaufend. Der Rücken in der 
Richtung vom Wirbel zu diesem Eck stark gewölbt, fast ge- 
kielt. Die kurzen eingebogenen Wirbel fast ganz vorne lie- 
gend. Die Oberfläche mit regelmässigen , blättrigen , konzen- 
trischen Streifen. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen, 

2. V. parva Sow. — T. XLI, F. 16, 17. 

SowERBY M. G. T. DXVIII, F. 4, 5, 6. — Goldfuss 
I. c. II, p. 246, T. CLI, F. 4. — Geinitz 1. c. 
p. 76, T. XX, F. 6, 7; Grundriss 1. c. p. 418, 
T. XVIII, F. 14. 

0,5 — 1" lang, fast kreisrund, gleichmässig stark gewölbt. 
Die kurzen, vorwärts gebogenen Wirbel liegen etwas vor der 
Mitte. Das Mondchen kurz, oval, vertieft ; der hintere Schloss- 
rand stark gebogen , der vordere sehr kurz, eingebogen. Die 
Schale mit unregelmässigen, dichten, feinen, konzentrischen 
Linien, die von stärkeren Anwachsstreifen unterbrochen werden. 

Manche Exemplare nähern sich in der Form sehr der V. 
caperata Sow. (M. C. T. DXVIII, F. 1 — 3), sind aber geivölb- 
ter und haben die entfernt stehenden, scharfen, konzentrischen 
Falten nicht. 

Selten im obern Piänerkalk von Kutschlin und Hundorf ; häu- 
figer im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Woflenitz, im Schie- 
ferthon zwischen Plänersandstein und unterm Quader von Weber- 
schan und im untersten Quader von Tyssa, Zloseyn und 
Kreibitz. 



3. V. immersa Sow. — T. XLI, F. 11. 

FiTTON, I. c. T. XVII, F. 6. — Geinitz I. c. p. 
T. XX, F. V. 



76, 



Länge : Höhe = 100 : 73. — Bis 1,33" lang, quer- 
oval, massig gewölbt, vorne gerundet, kürzer; hinten ein sehr 



21 



stumpfes abgerundetes Eck bildend. Die TVirbel liegen etwas 
vor der Mitte. Das Mondchen kurz, oval, vertieft. Der hin- 
tere Schlossrand lang, gebogen. Die Oberfläche mit feinen 
konzentrischen Linien und einzelnen stärkern Anwachsstreifen. 

Häufig im untern Quader von Tyssa und Zloseyn ; ein- 
zeln im Grünsand von Neuschloss. 

4. V. plana Sow. — T. XLI, F. 14. 

SowEREY M. C. T. XX, F. 2, 3. — d'Orbigny pal. 

fr. III, p. 447; T CCCLXXXVI, F. 1—3. 
Cytherea plana Goldfuss, 1. c. ü, p. 238, 239, 

T. GXLVIII, F. 4. 

10 — 15'" lang, der Vorigen sehr ähnlich, aber höher 
(Länge : Höhe = 100 : 86), quer -eirund dreiseitig, flacher 
gewölbt, hinten weniger eckig. Die starken Wirbel fast mittel- 
ständig; der hintere lange, gebogene Schlossrand stärker an- 
steigend ; das Mondchen flach, gross, lanzettförmig ; der untere 
Rand mehr bogenförmig. An den Steinkernen bemerkt man 
einzelne flache Anwachsstreifen. 

Selten im Exogyrensandstein von Malnitz, Drahomischel 
und Lobkowitz. 

5. V. faba Sow. — T. XLI, F. 12. 

SowERBY M. C. T. DLXVn, F. 3. — Goldfuss 1. c. 

II, p. 247, T. CLI, F. 6. — Geinitz, Nachtrag 

p. 13, T. II, F. 7 — 9. — d'Orbigny, pal. franc. 

m, p. 444, T. CCCLXXXV, F. 6—8. 
V. fabacea Roemer, 1. c. p. 72, T. IX, F. 13. 
V. sublaevis Sow. bei Fitton, I. c. T. XVH. 

F. 5. 

3 — 6"' lang, quer-oval, zuweilen fast kreisförmig, flach 
gewölbt, mit wenig vor der Mitte liegenden, kleinen Wirbeln. 
Beide Enden gerundet. Kein Mondchen; die Oberfläche mit 
gedrängten, feinen, regelmässigen, erhabenen, konzentrischen 
Linien bedeckt. 

Häufig im untern Quader von Zloseyn und Mühlhausen ; 
vereinzelt im Exogyrensandstein von Drahomischel und im un- 
tern Quader von Kreibitz. 

6. V. ovalis Sow. — T. XXXIV, F. 22. 

SowERBY, M. C. T. DLXMI, F. 1. — Goldfuss, I. c. 

II, p. 247, T. CLI, F. 5. 
Nucula concentrica Geinitz, I. c. p. 51, T. X, 

F. 9, T. XX, F. 27 (ic. mal.) 

Bis über einen Zoll lang. Länge : Höhe r=: 100 : 77. 
Der V. faba im Umriss ähnlich, quer-oval, viel stärker gewölbt ; 
hinten etwas verlängert und breit gerundet. Die dicken kur- 
zen Wirbel liegen etwas vor der Mitte. Der Schlosskanten- 
winkcl stumpf von beiläufig 130". Ein breit ovales, vertieftes, 
von stumpfen Kanten eingefasstes Mondchen. Die dicke Schale 
zeigt dichte, unregelmässige, konzentrische Streifen. Muskel- 
eindrücke stark ausgesprochen. 

Nicht sehr häufig im obern Plänerkalk von Hundorf und 
Kutschiin. 

7. V. subdecussata Roemer. — T. XLI, F. 13. 
Roemer, 1. c. p. 72, T. IX, F. 12. 



Länge : Höhe = 100 : 71. — 9—12'" lang, quer- 
oval, sehr ungleichseitig, vorne sehr kurz, hinten verlängert. 
Die kleinen kurzen Wirbel fast ganz am vordem gerundeten 
Ende liegend. Der hintere Schlossrand lang, gerade, beinahe 
horizontal, in unmittelbarer Rundung in den untern Rand 
übergehend. Rücken stark gewölbt. Das Mondchen kurz, 
breit oval. Die Steinkerne zeigen nur einzelne .'Vnwachsringe; 
die feine radiale Streifung ist aber verwischt. 

Selten im untern Plänerkalk von Laun und im Plänersand- 
stcin von Trzibhtz. 



V. tenera Sow. 
FiTTON, 1. c. T. XI, F. 7. 
T. XX, F. 8. 



Geinitz, I. c. p. 76, 



4 — 5'" lang, etwas weniger hoch, quer-oval, sehr flach 
gewölbt. Der vordere Schlossrand fast gerade ; das Mondchen 
schmal lanzettförmig ; die Schale dünn , mit sehr feinen kon- 
zentrischen Linien. 

Selten im Plänerniergel von Luschitz. 

9. V. lamiiiosa Reuss. — T. XLI, F. 6, 15. 

Reuss geogn. Skizz. H, p. 198. 

? V. concentrica Roemer, 1. c. p. 72, T. IX, F. II. 

Länge : Höhe = 100 : 90. — 4—6'" lang, fast kreis- 
förmig, wenig in die Quere verlängert, flach konvex ; die klei- 
nen, nach vorwärts gebogenen Wirbel liegen etwas hinter der 
Mitte. Das Mondchen und Schildchen schmal, vertieft; der 
hintere Schlossrand fast gerade, geht in den untern Rand ent- 
weder unmittelbar über oder bildet mit ihm einen sehr stum- 
pfen Winkel. Die dünne Schale mit sehr regelmässigen kon- 
zentrischen Linien, die als kleine Lamellen emporstehen. Hie 
und da bemerkt man Spuren feiner radialer Streifung. Die 
Steinkerne ganz glatt. 

Häufig im Plänerniergel von Priesen, Postelbcrg, Wollenitz 
und von Johnsbach bei Kreibitz. — Im Pyropen-führenden 
Konglomerate von Meronitz und im Pyropensande von Trziblitz 
finden sich Steinkerne dieser Spezies sehr zahlreich ; bei denen 
von ersterm Fundorte tritt die radiale Streifung etwas deut- 
licher hervor. 

10. V. pentagona Reuss. — T. XLI, F. 7, 8. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 198. 

Länge : Höhe = 100 : 8*. — 4—5'" lang, flach kon- 
vex, im Umrisse beinahe fünfseitig, hinten gerade abgestutzt. 
Der hintere Rand mit dem wenig gebogenen untern Rande 
in beinahe rechtem, mit dem Schlossrande im stumpfen Winkel 
zusammenstossend. Vorne zugerundet und unter dem mittel- 
ständigen Wirbel etwas eingebogen. Der Rücken hinten stumpf 
gekantet. Regelmässige , blättrige , konzentrische Streifen neh- 
men die Oberfläche ein , verwischen sich aber gegen den 
Wirbel. 

Selten im Plänermergel von Priesen; sehr selten im Py- 
ropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 



22 



g. Pseudocardidae Reuss. 

Bilden einen Übergang von den Integropallealen zu den Si- 
nupallealen, indem sie mit dem Mantelausschnitt der Letzteren 
die Charaktere der Cardien verbinden. Schale rundlich oder 
quer-oval , oft hinten abgestutzt , nicht klaffend, mit zwei, am 
vordem und hintern Ende liegenden, Muskeleindrücken. In der 
rechten Klappe zwei, in der linken ein oder zwei Zähne, den 
vorigen entsprechend ; daneben jederseits ein entfernter Neben- 
zahn. Band äusserlich. Der ganz hinten gelegene Mantelaus- 
schnitt klein. Umfasst bis jetzt die einzige ausgestorbene 
Gattung 

Protocardia Beyrich. 

1. Pr. Hillana Beyrich. — T. XLV, F. 2. 

Beyrich in Menke's Zeitschrift f. Malakozool. 1845, 
Febr. — Geinitz, Grundriss p. 421, T. XIX, F. 4. 

Cardium Hillanum Sow., M. C. T. XIV, F. 1. — 
GoLDFuss, 1. c. II, p. 220, T. CXLIV, F. 4. — 
Geinitz, Nachtrag p. 13, T. II, F. 10, 11. — d'Or- 
BiGNY, pal. franc. III, p. 27, T. CCXLIII. 

C. Marticense Matheron, catal. 1843, T. XVIII, 
F. 5. 

C. Requienianum Matheron, catal. T. XMII, F. 6. 

0,6 — 3,5" hoch und fast ebenso lang, fast kreisrund^ 
massig gewölbt, vorne gerundet, hinten mehr oder weniger deutlich 
abgestutzt. Der Rücken nach hinten steiler abfallend, zuweilen 
selbst etwas gekantet. Die dicken gegen einander gebogenen 
Wirbel liegen in oder wenig hinter der Mitte. Die Oberfläche 
mit gedrängten (60 — 70), regelmässigen, konzentrischen Streifen 
bedeckt, im hintern Theile aber mit 14 — 15 ausstrahlenden Rip- 
pen mit gleichbreiten Zwischenrinnen , welche beide dicht von 
wellenförmigen konzentrischen Linien bedeckt werden. Zuweilen 
sind einzelne der Rippen unter der Mitte gespalten. Soweit die 
Rippen reichen, ist der untere Schalenrand inwendig gekerbt. 
Der Mantelausschnitt unmittelbar unter dem hintern Muskel- 
cindruck, dem er an Grösse und Gestalt ähnlich ist. 

Für den untern Quader charakteristisch und überall ver- 
breitet. Sehr häuflg im untersten Quader von Tyssa, Kninitz, 
Kreibitz, Peterswald, Tetschen, Zloseyn, Mühlhausen, u. s. w. ; 
seltner im Grünsandstein von I,aun, Czencziz, Malnitz, Semich, 
Drahomischel ; im Exogyrensandstein von Lobkowitz, Grossdorf, 
Malnitz, Drahomischel, Tuchorzitz. 

In den oberen kalkigen Schichten des Kreidegebirges und 
im obern Quader fehlend. 

II. Pleurocondiae d'Opb. 

a. Malleaceae Lamk. 
Avicula Lamk. 

o. Complanatae. 

1. A. a 110 mala Sow. — T. XXXII, F. 1, 2, 3. 

Sowerby bei Fitton, 1. c. T. XVII, F. 18. — d'Or- 

BiGNY, pal. fr. III, T. CCCXCII. 
Gervillia anomala Geinitz, l. c. p. 80, T. XX, 

F. 38. 



Gervillia Reichii Roemer, p. 64, T. Vllf, F. 14. 

— Geinitz, 1. c. p. 80. 

Avicula Reichii Geinitz, 1. c. p. 56, T. X, F. 2. 

— Reuss, geogn. Skizz. U, p. 185. 

A. laevis, Roemer bei Geinitz, 1. c. p. 56. 
Gervillia Cottae, Roemer, T. VIII, F. 14. 

1 — 1,75" hoch. Im Umriss samt dem Flügel undeut- 
lich fünfseitig ; ohne Flügel sehr schief kegelförmig ; im Quer- 
durchschnitte mehr oder weniger deutlich vierseitig. Über den 
Rücken läuft eine stumpfe Kante, die ihn in eine vordere und 
hintere Fläche theilt. Die vordere kleinere fällt steil ab und 
ist hinten schief abgeschnitten; die hintere flach gewölbt, hin- 
ten fast gerade abgestutzt, wenig gerundet, so dass ihr hinterer 
Rand mit - dem der vordem Fläche einen fast rechten Winkel 
bildet, in welchem die Rückenkante endigt. Manchmal fehlt 
aber die Kante fast gänzlich und die vordere und hintere Fläche 
gehen unmittelbar in einander über. Der vordere Flügel sehr 
klein, spitzwinklig. Der hintere Flügel gross, mehr oder weniger 
hoch , vom Rücken durch einen bald höhern , bald niedrigem 
Absatz geschieden, stumpfwinklig, am hintern Rande ausge- 
schweift, stösst mit dem hintern Rande des Rückens in einem 
sehr stumpfen Winkel zusammen. Die gerade Schlosslinie lang, 
£ der Gesamthöhe der Muschel betragend. Die Oberfläche 
der Steinkerne glatt. Auf der wohlerhaltenen Schale strahlen 
entfernte, schmale, ungleiche, niedrige, erhabene Streifen vom 
Wirbel aus (15 — 20 am Rücken, 8 am hintern Flügel). Hie 
und da sind zwischen ihnen noch schwächere Längslinien siclit- 
bar. Sie werden von zahlreichen, entfernten, blätterigen, kon- 
zentrischen Linien durchkreuzt, die bis in die Flügel fortsetzen 
und an den Durchkreuzungsstellen kleine schuppige Knötchen 
bilden. 

Das bei Geinitz (Nachtrag T. III, F. 8) abgebildete Exem- 
plar von Kieslingswalde gehört wohl nicht zu dieser Spezies, 
sondern zu A. triloba Roemer (1. c. p. 64, T. VIII, F. 13). 

Steinkerne im untern Quader von Tyssa und sehr selten 
im Grünsand und im untern Plänerkalk von Laun ; mit erhal- 
tener Schale ziemlich häufig im Plänersandstein von Hradek, 
Trziblitz, Zittolieb und Opotschno. 

2. A. glabra Reuss. — T. XXXII, F. 4, 5. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 186. 
A. variabilis Becks in litter. 

6 — 11"' hoch. In der Form der vorigen Spezies ähn- 
lich, aber stets kleiner, weniger schief ; der hintere Flügel ge- 
wöhnlich schmäler und der Schlossrand nur | der Muschelhöhe 
ausmachend. Über den Rücken der schief eiförmigen Muschel 
läuft ebenfalls eine stets scharfe Kante , von der die kleine 
vordere Fläche steil, die hintere sehr allmälig abfällt und durch 
eine deutliche Einbiegung in den sehr spitz-dreieckigen Flügel 
übergeht, der hinten gerade abgestutzt oder schwach ausge- 
buchtet ist. Die Oberfläche der Schale zeigt nie radiale 
Streifen, sondern nur sehr feine, konzentrische Linien , welche 
sich auf der Rückenkante fast rechtwinklig umbiegen , um mit 
dem schwach gerundeten hintern Rande parallel zu laufen. — 
Die mir durch die Güte des Herrn Professors Becks in 



23 



Münster mitgetheilten Exemplare aus dem Plänermergel von 
Haltern stimmen ganz mit den Böhmischen überein. 

Häuflg im untern Plänerkalk von Laun, im Plänermergel 
von Priesen und Postelberg. 

3. A. Geinitzli Reuss. — T. XXXII, F. 6. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 186. 

Gervillia Reichii Geinitz, 1. c. T. XX, F. 36. 

7 — 8'" lang, sehr schief, schmal und lang eiförmig, wenig 
gewölbt. Der vordere Flügel gross und spitzwinklig, der hin- 
tere klein , sehr stumpfwinklig. Die Oberfläche mit flachen, 
unregelmässigen, konzentrischen Falten bedeckt, die bis in den 
vordem Flügel fortsetzen. 

Einzeln im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

4. A. pectinoides Reüss. — T. XXXII, F. 8, 9. 

A. pectinif ormis* Geinitz, 1. c. p. 79, T. XX, 
F. 37. 

3 — 8'" hoch, breit eiförmig, massig schief (die Axe der 
Muschel bildet mit dem Schlossrande einen Winkel von bei- 
läufig 60°), gewölbt und stark gerundet. Der Wirbel vor der 
Mitte liegend. Der vordere Flügel kurz, beinahe rechtwinklig, 
mit gerundeter Spitze. Der hintere länger, rechtwinklig, hin- 
ten schwach ausgeschweift; beide durch einen deutlichen 
Absatz vom Rücken geschieden. Die dünne Schale mit unre- 
gelmässigen, konzentrischen Streifen und Linien bedeckt. 

Häufig im Plänermergel von Luschitz, selten in dem von 
Priesen , WoUcnitz und Rannay. Eine Avicula , die sich ver- 
einzelt im Hippuritenkalk (U. Q.) von Koriczan findet, gehört 
wahrscheinlich ebenfalls hieher. 

5. A. semiradiata Reuss. — T. XXXII, F. 7. 

6'" hoch, schief eirund, stark gewölbt; die Wirbel sehr 
weit vorne liegend. Die Schlosslinie so lang, als die Muschel 
hoch ist, mit der Längenaxe des Rückens einen Winkel von 
55 — 60° bildend. Der vordere Flügel klein, spitzwinklig, vom 
Rücken abgesetzt. Der hintere sehr lang, aber niedrig, hinten 
ausgeschweift und in eine Spitze auslaufend , allmälig in den 
Rücken verlaufend. Auf der vordem Seite der Muschel 12 — 15 
feine Radialstreifen ; der übrige Theil mit regelmässigen , ge- 
drängten, konzentrischen Linien bedeckt. 

Selten im untern Quader von Zloseyn. 

6. A. neglecta Reuss. — T. XXXII, F. 10. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 187. 

Geinitz, 1. c. p. 79, T. XX, T. 36 (ic. mal.) 

2 — 3'" hoch, eiförmig, sehr schief, gewölbt. Wirbel vor 
der Mitte. Der vordere Flügel gross, spitzwinklig, der hintere 
ziemlich rechtwinklig, am Rande ausgeschnitten, mit vorstehen- 
der Spitze. Flache, ziemlich regelmässige, konzentrische Linien 
laufen über die ganze Oberfläche und werden von entfernt- 
stehenden erhabenen Radiallinien durchkreuzt. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und von Priesen bei 
Postelberg. 



Der Name wurde umgcänderf, da er schon verbraucht ist. 



7. A. paucilineata Reuss. — T. XXXII, F. 11. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 187. 

2 — 3'" hoch, fast gerade, breit eiförmige flach gewölbt. 
Der vordere Flügel sehr klein, rechtwinklig; der hintere, grös- 
sere stumpfwinklig, durch keinen Absatz geschieden. Die Schale 
mit feinen konzentrischen Streifen, welche von 5—6 entfern- 
ten, schmalen , erhabenen Radialstreifen durchkreuzt werden. 
Sie bilden an den Durchschnittspunkten sehr kleine schuppige 
Knötchen. Die Ohren sind einfach linirt. 

Sehr vereinzelt im Plänermergel von Luschitz. 

8. A. min Uta Reuss. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 187. 

2,5 — 3'" hoch, schief oval kreisförmig , massig gewölbt. 
Die Flügel vom Rücken der Schale durch keine Furche geson- 
dert. Der vordere halb so lang , als die ganze Muschel hoch 
ist ; der hintere klein , gerundet. Die dicke glänzendweisse 
Schale glatt, mit sehr feinen konzentrischen Linien. 

Sehr selten mit der vorigen Art. 

b, Grypheatae. 

9. A. sulcata Reuss. — T. XXXII, F. 12. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 186. 

Von dieser Spezies, welche der. A. bidorsata und im- 
pressa v. Münster aus den Schichten von St. Kassian nahe 
steht, hat sich bis jetzt im Plänermergel von Luschitz nur die 
linke Schale gefunden. Sie ist 3 — 4'" hoch und nicht viel 
länger, hoch gewölbt mit stark übergebogenem Wirbel. Der hin- 
tere grössere, gerundete Flügel ist durch eine tiefe Furche vom 
Rücken geschieden, während der vordere etwas kleinere einen 
gerundeten vorstehenden Lappen bildet und allmälig in den 
Rücken übergeht. Über die Mitte des Rückens läuft eine 
schmale ziemlich tiefe Längsfurche. Regelmässige konzentri- 
sche Linien zieren die ganze Oberfläche ; am Rücken sieht 
man hie und da auch schwache Spuren feiner Radiallinien. 

Gervillia Defbance. 

1. G. solenoides Defk. — T. XXXII, F. 13, 14. 
Defrance dict. d. sc. nat. T. XII, F. 2, T. LXXXVI, 
F. 4. — SowERBY, M. C. T. DX, F. 1—4. — 
GoLDFUSS, 1. c. II, p. 124, T. CXV, F. 10. — 
Bronn, Lethäa, p. 698, T. XXXII, F. 17.— Geinitz, 
Nachtrag p. 15, T. I, F. 33, T. IH, F. 9, 10 
(pessim). 
1 — 4" lang. Länge : Höhe = 100 : 14. Sehr in die 
Quere verlängert, lanzettlich, etwas säbelförmig gebogen, mas- 
sig gewölbt, im Querdurchschnitt schmal-viereckig, am Rücken 
massig gewölbt, mit kurzem, spitzem vorderm und längerem, 
stumpfwinkligem hinterm Flügel. Die Schlosslinie bei einem 
4" langen Exemplare einen Zoll lang, gerade, mit drei tiefen, 
oben zugespitzten , kegelförmigen Bandgruben ; unter diesen 
ein schmales, schräges Grübchen; hinter ihnen einige schmale 
horizontale Falten. Schale dick, an der Oberfläche unregel- 
mässig und etwas blättrig, konzentrisch gestreift. 

Meistens als Steinkern. Nicht selten im Plänermergel 
von Luschitz, Priesen, Horzenz, Kautz; im untern Quader von 



24 



Zloseyn ; selten im obern Plänerkalk von Maiiaschein, im un- 
tern Plänerkalk von Laun, im Grünsandstein von Laun, im Exo- 
gyrensandstein von Lobkowitz , im untern Quader von Tyssa, 
Zloseyn, Pankratz und Kreibitz. Fragmente einer sehr gros- 
sen Gervillia , die wohl auch hieher gehört , kommen im Plii- 
nersandstein von Trziblitz vor. 

P e r n a Lamk. 

1. P. cretacea Reüss. — T. XXXII, F. 18, 19, 20, 

T. XXXIII, F. 1. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 185. — Geinitz, Nach- 
trag p. 15. 

Bisher sind nur Abdrücke mit anhängenden Resten der 
fasrig-blättrigen Schale vorgekommen. Sie ist 3 — 6" hoch 
und wechselt in ihrer Form bedeutend. Bald ist sie schief 
eiförmig mit sehr konnexem vorderm und fast geradem oder 
schwach eingebogenem hinterm Rande ; bald wieder breit halb- 
mondförmig mit stark gewölbtem vorderm und ebenso kon- 
kavem hinterm Rande. Der Wirbel bildet ein ziemlich stark 
vortretendes Eck ; unter ihm macht der Rand eine seichte 
Einbiegung, um dann darunter starker gewölbt vorzutreten. 
Die gerade Schlosslinie bildet mit der Längenaxc der Schale 
einen Winkel von 40 — 45". Sie zeigt 8 — 9 lange Bandrinnen 
mit parallelen Rändern, die nur durch schmale Zwischenräume 
geschieden sind. Die ganze Schale ist flach gewölbt und geht 
allmälig in die flügeiförmige Verlängerung über. Auf der Ober- 
fläche der Steinkerne sieht man hie und da feine , dem Um- 
risse der Schale parallele, konzentrische Linien. 

Findet sich stets in den tiefern Schichten der Kreide- 
lormation. Sie ist ziemlich verbreitet im Plänersandstein von 
Trziblitz und Schelkowitz , im Grünsandstein von Czencziz, 
Laun und Neuschloss ; selten im Exogyrensandstein von Malnitz 
und im untersten Quader von Tyssa. 

2. P. subspatulata Reuss. — T. XXXII, F. 16, 17. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 300. 

2,5^—3" hoch, fast rhomboidal, unten spatelförmig ge- 
rundet , sehr flach konvex. Der Rücken vom breiten, flachen 
Flügel nicht gesondert. Der sehr spitze Wirbel am vordem 
Ende und stark vorspringend. Der vordere Rand unterhalb 
des Wirbels ausgeschweift, mit dem geraden Schlossrande in 
einem wenig spitzen Winkel , der fast gerade hintere Rand 
mit demselben in einem beinahe rechten Winkel zusammen- 
stossend. Die Längenaxe der Schale bildet mit dem Schloss- 
rande einen wenig spitzen Winkel. Der Schlossrand mit 
12 — 13 kurzen breiten Bandrinnen und ziemlich ebenso brei- 
ten Zwischenräumen. Die Steinkerne zeigen nur einzelne 
schwache konzentrische Anwachsstreifen. Ähnelt in der Form 
sehr dem Inoceramus nobilis v. Münst. 

Sehr selten im Exogyrensandstein von Malnitz. 

3. P. lanceolata Geinitz. — T. XXXII, F. 15, 21; 

T. XXXIII, F. 2; T. XXXVII, F. 3, 4. 
Geinitz, 1. c. p. 80, T. XXI, F. 18. 

1,5 — 2" hoch , schmal eiförmig , sehr schief. Die Län- 
genaie der Schale bildet mit dem Schlossrande einen Winkel 



von beiläufig 45". Wenig gewölbt. Der vordere Rand fast 
gerade, so wie auch der hintere ; das untere Ende spatelför- 
mig zugerundet. Die Schlosslinie mit 8 — 11 schmalen, hohen, 
quer linirten Bandgruben und etwas schmäleren Zwischenräu- 
men. Die Schale ziemlich dick, mit feinen konzentrischen 
Linien und einzelnen stärkeren Anwachsringen, zunächst dem 
Wirbel und im vordem Theile stärker gewölbt , nach hinten 
sich verflachend. Die Steinkerne ganz glatt. Ein sehr gros- 
ser elliptischer Muskeleindruck liegt auf der hintern flügelar- 
tigen Ausbreitung nahe unter dem Schlossrande. Nach Geinitz 
im untersten Quader von Tyssa; häufig, zuweilen mit Schale, 
im Hippuritenkalke von Koriczan. 

Inoceramus Goldfüss. 

1. J. coneentricus Parkinson. 

Parkinson , geol. Transact. V, T. I, F. 4. — Sow., 
M. C. T. CCCV, F. 1 — 5. — Brongn., descr. d. 
env. d. Par. T. VI, F. 1 1 ; dict. d. sc. nat. T. XCIII, 
F. 5. — Mantell, G. S. p. 95, T. XIX, F. 19. 
— GoLDFUss, 1. c. II, p. 111, T. CIX, F. 8. — 
Bronn, Lethäa, p. 692, T. XXXII, F. 9. 
J. gryphaeoidcs Sow., M. C. T. DLXXXIV, F. 1. 
J. propinquus v. Münst. — Goldf. 1. c. II, p. 112, 

T. CIX, F. IX. 
J. striatus Goldf. 1. c. II, p. 115, T. GXII, F. 2. 
1 — 5" hoch, stark gewölbt, spitz-eiförmig; die Vorderseite 
unter dem Wirbel eingedrückt, flach. Die Schalen ungleich. 
Der schlanke, spitze, hakenförmig gebogene Wirbel der ge- 
wölbtem linken Schale ragt über den weniger schlanken und 
kürzern der rechten, besonders bei Jüngern Individuen flachern 
Schale vor. Bei J. propinguus v. M. ist diese Ungleichheit 
der Wirbel weniger aufl'allend und zugleich die ganze Schale 
noch höher gewölbt, so dass die Vorderseite steil abfällt. Die 
Hinterseite der Schalen verlängert sich in einen kurzen Flügel, 
dessen oberer Rand gewöhnlich einen mehr oder weniger schiefen 
Winkel mit der Längenaxe der Schale bildet. Bei J. striatus 
Goldf. ist der Flügel fast rechtwinklig , bei J. propinguus am 
schiefsten. Die ganze Oberfläche ist mit ziemlich regelmässi- 
gen konzentrischen Falten und Linien bedeckt. 

Sehr häufig im untern Quader von Tyssa , Peterswalde, 
Tetschen, Kreibitz, Daubitz , Pankratz, u. s. w. ; in Pläner- 
mergel von Luschitz, Priesen, Johnsbach ; seltner im Exogyren- 
sandstein von Malnitz, Drahomischel und Lobkowitz , im Plä- 
nersandstein von Trziblitz. 

2. J. Brongniarti Parkinson. 

SowERBY, M. C. T. CDXLI, F. 2, 3. — Goldfüss, 1. 

c. II, p. 115, T. CXL F. 3. 
J. Lamarckii Mantell, G. S. p. 214, T. XXVH, 

F. 1. 
J. cordiformis Sow., M. C. T. CDXL. — Goldf. 

1. c. II, p. 113, T. CX, F. 6. 
? J. annulatus Goldfüss, 1. c. II, p. 114, T. CX, 

F. 7. 
J. alatus Goldf., 1. c. II, p. 116, T. CXII, F. 3. 
J. undulatus Mantell, G. S. p. 217, T. XXVII, 

F. 6. — ROEMER, 1. c. p. 63, T. VIII, F. 12. — 

Goldf. 1. c. II, p. 115, T. CXII, F. 1. 
Catillus Brongniarti Nilsson, 1. c. p. 19. 



25 



Ich folge dem Beispiele Geinitz's, indem ich die oben 
bezeichneten Formen, welche von anderen Beobachtern als 
selbstständige Arten betrachtet wurden, zu einer Spezies ver- 
einige. Sie sind durch so viele Mittelformen verbunden, dass 
sie gewiss nur Varietäten einer Spezies bilden. Die allen ge- 
meinschaftlichen Merkmale sind folgende : 

Die Schale ist breit eiförmig, gegen den Wirbel hin zu- 
gespitzt, am Rücken breit, hoch gewölbt, an der Vorderseite 
steil abfallend und dadurch eine flache oder selbst etwas kon- 
kave, herzförmige Vorderfläche bildend. Hinten verläuft sie 
in einen Flügel, der mit der Längenaxe einen rechten Winkel 
bildet und zu welchem der Rücken ebenfalls steil abfällt, wo- 
durch zwischen Rücken und Flügel eine tiefe schräge Bucht 
entsteht. Ziemlich regelmässige, feine, konzentrische Linien 
bedecken die ganze Oberfläche , den Rücken überdiess noch 
mehr oder weniger unregelmässige, hohe, stumpfe, wulstförmige, 
konzentrische Falten: Die Grösse wechselt von 1" bis zu 1,5'. 
Varietäten: 

a) J. Brongniarti Sow. , die Normalform, die grössten 
Individuen darbietend. 

b) J. cordiformis Sow., sehr hoch gewölbt, dass die 
Dicke der vereinigten Klappen die Höhe übertrifft. 

c) J. annulatus Goldf., weniger gewölbt, mit kleinem, 
durch eine seichte Bucht getrenntem Flügel und re- 
gelmässigen konzentrischen Falten. 

d) i. alatus Goldf., massig gewölbt, mit spitzem Wirbel 
und sehr grossem Flügel. 

e) J. undulatus Mant., kleine Jugendform mit grossem 
Flügel und hohen Falten. 

Gehört vorzüglich den oberen Schichten der Kreidefor- 
mation an. Findet sich häufig im obern Plänerkalk von Hun- 
dorf, Kulschlin , Mariaschein, Radowess , Krzemusch, Teplitz, 
Settenz u. a. 0. , so wie auch im Plänermergel von Luschitz, 
Priesen, Wollcnitz, Postelberg; selten im untern Plänerkalk der 
Schillinge bei Bilin, von Laun, Rannay, Kosstitz, Weisskirchlitz ; 
im Plänersandstein von Zaluz ; im obern Quader von Kreibitz 
und Daubitz. 

3. J. striatus, Mantell. 

Mantell. G. S. p. 217, T. XXVII, F. 5. — Sow. 

M. C. T. DLXXXII, F. 2. 
J. Websteri Mantell, p. 216, T. XXVII, F. 2. 

1,5 — 2,5" hoch, gleichschalig, breit-eiförmig, gewölbt, 
vorne steil abfallend, eingedrückt. Buckeln wenig vorstehend. 
Flügel nicht gross, Schlosslinie mit der Schalenaxe einen et- 
was spitzen Winkel bildend. Die Schalen mit feinen, etwas 
blättrigen, konzentrischen Linien bedeckt ; nur bei alten Indi- 
viduen bemerkt man hie und da am Rücken einzelne flache 
Falten, welche aber den Flügel und die Vorderfläche immer 
frei lassen. 

Im Plänerkalk von Hundorf, Kutschlin, Kostenblatt, vom 
Sauerbrunnberg bei Silin ; im Plänermergel von Priesen und 
Postelberg ziemlich selten. 

4. J. Cu V ieri Sow. 

SowERBY, M. C. T. CDXLI, F. 1 ; Linn. transact. XIH, 

Rtl-ss, Vcistfiiiüruiigcn, II. Abth. 



2, T. XXV. — GoLDFUss, 1. c. H, p. 114, T. CXI, 

F. 1. 
Catillus Cuvieri Brongniart 1. c. p. 386. — NiLS- 

SON, 1. c. p. 19. 
Inoceramus planus Goldf. 1. c. T. CXIII, F. 1, b 

(non F. 1, a;. 

3" — 1,5' hoch, sehr breit oval, mitunter fast rundlich, 
etwas schief, sich nach hinten und unten am meisten aus- 
breitend, flach gewölbt, mit breitem, aber flachem Rücken, der 
nur nach vorne etwas steiler abfällt. Nach hinten breitet sich 
die Schale in einen schmalen Flügel aus, der vom Rücken 
durch eine breite , aber seichte Furche geschieden ist. Die 
Schlosslinie bildet mit der Längenaxe der Schale einen spitzi- 
gen Winkel. Die Schale mit unregelmässigen, breiten, flachen, 
konzentrischen Falten , über welche ziemlich regelmässige 
konzentrische Linien verlaufen. 

Sehr häufig im Plänerkalk , überall , besonders häufig bei 
Hundorf, Settenz, Tepütz, Kutschlin, Liebschitz, am Sauerbrunn- 
berg bei Bilin. 

5. J. latus Mantell. 

Mantell, G. S. p. 216, T. XXVII, F. 10. — Sow., 
M. C. T. DLXXXn, F. 1. ~ Goldf., 1. c. H, p. 117, 
T. CXII, F. 5. 
J. tenuis Roemer, 1. c. p. 62, T. VHI, F. 11. 
Bis 6" gross, breit oval-rhomboidal, fast kreisförmig, flach 
gewölbt, vorne unter dem Wirbel wenig eingebogen, hinten 
unmittelbar in einen grossen dünnen Flügel übergehend. Die 
lange Schlosslinie bildet mit der Längenaxe der Muschel einen 
spitzigen Winkel. Zahlreiche flache, konzentrische Falten und 
Linien bedecken die ganze Oberfläche der Schalen. 

Ziemlich häufig im obern Plänerkalk von Hundorf und 
Kutschlin, im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Kautz, Ran- 
nay, u. s. w. ; selten im Hippurilenkalk von Kutschlin. 

6. J. planus v. MCmst. — T. XXXVII, F. 11. 

Goldf., I. c. II, p. 117, T. CXIII, F. 1 a. 

J. orbicularis v. Münst. — Goldf., 1. c. II, 
p. 117, T. CXIII, F. 2. 

1 — 3" gross, quer kreisrund-oval, etwas länger als hoch, 
sehr flach und dünnschalig, fast gleichseitig mit kleinem fast 
mittelständigem Wirbel. Die Schale mit beinahe regelmässigen, 
scharfen, konzentrischen Falten und eben solchen Linien bedeckt. 

Sehr häufig im Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

7. J. Cripsii Mantell.— T. XXXVII, F. 10, 12. 

Mantell, G. S. p. 133, T. XXVII, F. 11. — Goldf., 
1. c. II, p. 116, T. CXH, F. 4. 

2 — 4" lang, viel niedriger als lang, quer eiförmig, bald 
flach, bald stark gewölbt (die Exemplare aus dem Plänermergel 
flach, die aus dem Quader gewölbt), sehr ungleichseitig. Die 
Vorderseite sehr kurz, gerundet, die Hinterseite sehr verlängert. 
Die vorragenden Wirbel hegen sehr weit vor der Mitte. Die 
sehr lange Schlosslinie bildet mit der Axe, die durch die höchste 
Wölbung des Rückens gezogen wird, einen sehr spitzigen 
Winkel. Die Steinkerne mit hohen, gerundeten, fast regel- 
mässigen konzentrischen Falten, welche auf der Schale von 
gedrängten konzentrischen Linien bedeckt werden. 

4 



26 



Im obern Quader des Schneebergs bei Tetschen ; im 
Plänermergel von Priesen, Kystra und Wollenitz; im Pläner- 
sandstein von Trziblitz ; im Exogyrensandstein von Malnitz ; 
im untern Quader von Tyssa , Kreibitz, Panitratz, Georgswalde 
und des Königgrätzer Kreises; überall ziemlich selten. 

8. J. mytfloides Mantell. — T. XXXVII, F. 16. 

Mantell, G. S. p. 215, 216, T. XXVIIl, F. 2. — 
Sow., M. C. T. CDXLII. — Goldf., 1. c. p. 118, 
T. CXIII, F. 4. — Bronn, Lethäa, p. 695, T. XXXII, 
F. 10. 

Ostracites labiatus v. Schlothkim , mineral. Ta- 
schenbuch 1813, VII, p. 93. 

Mytilus problematicus v. Schlotheim, Petrefaktk. 
I, p. 302. 

Mytiloides labiatus Brongniart , descr. d. env. 
d. Par. T. III, F. 4. 

Catillus Schlotheimii Nilsson, 1. c. p. 19. 

Catillus mytiloides Deshayes , enc. method. II, 
p. 211. — PuscH., 1. c. p. 45. 

2 — 6" hoch und nur halb so lang, verlängert -eiförmig, 
ziemlich stark gewölbt. Der Bücken vorne am höchsten und 
steil abfallend, hinten sich schnell in einen kurzen niedrigen 
Flügel abdachend. Buckeln spitz, etwas vorstehend ; Schloss- 
linie so lang, als die grösste Breite der Muschel beträgt, mit 
dem Rücken einen sehr schiefen Winkel bildend und fast ohne 
Winkel in den Hinterrand übergehend. Die Oberfläche mit 
unregelmässigen konzentrischen Falten und gedrängten solchen 
Linien. 

Eine charakteristische Leitmuschel für den Plänersandstein 
Böhmens, in welchem sie überall in Menge vorkömmt, so z. B. 
bei Trziblitz;, Hradek, Schelkowitz, Pokratitz, Kamaik, Perutz, 
Smeczna u. s. w. ; ja im Plänersandstein des Königgrätzer 
Kreises ist sie beinahe die einzige Versteinerung. Überdiess 
findet sie sich noch häufig im obern Quader des Schneebergs 
bei Tetschen; im untern Quader von Tyssa, Tetschen, Krei- 
bitz ; selten im obern Plänerkalk von Hundorf und KutschUn, 
im Hippuritenkalk von Kutschlin und Grossdorf. 

b. Pectinidae d'Orb. 

Pecten Lamauck. 

ffl. Glatt oder konzentrisch gestreift (Pleuronectcs 

Roemer). 

1. P. laevis Nilsson. — T. XXXVHI, F. 22, 23. 

Nilsson, 1. c. p. 24, T. IX, F. 17. — Hisinger, 
leth. suec. p. 53, T. XVII, F. 7. — Geinitz, 1. c. 
p. 83, T. XXI, F. 9. 

Klein, 3 — 4'" hoch, ei-kreisförmig, flach gewölbt, jedoch 
stärker, als die folgenden zwei Arten; mit dünner, glatter, 
glänzender Schale, auf der nur das bewaffnete Auge sehr zarte 
konzentrische Linien wahrnimmt. Die geraden Schlosskanten, 
welche bis zur Hälfte der Schalenlänge herabreichen, stossen 
in einem rechten oder selbst etwas spitzigen Winkel zusam- 
men. Die Ohren ungleich ; das kleinere stumpfwinklig ; das 
grössere gerundet. 



Nicht häufig im Plänermergel von Luschitz ; im Exogyren- 
sandstein von Grossdorf, HoUubitz , Malnitz und Drahomischel 
und im untern Quader von Tyssa und Zloseyn. 

2. P. membranaceus Nilsson. — T. XXXIX, F. 4. 
Nilsson, 1. c. p. 23, T. IX, F. 16. — Hisinger, 1. c. 

p. 53, T. XVH, F. 6. — Goldf., 1. c. II, p. 75, 
T. XCIX, F. 7. 
P. spatulatus Roemer, 1. c. p. 50, T. VIU, 
F. 5. 

4 — 8'" hoch, oval-kreisförmig, höher als lang, sehr flach 
gewölbt, mit sehr dünner, glänzend-glatter, sehr fein konzen- 
trisch linirter Schale. Die geraden Schlosskanten reichen bis 
unter das oberste Drittheil der Schale herab und stossen in 
einem rechten oder wenig stumpfen Winkel zusammen. Die 
Ohren gleich, klein, stumpfwinklig, mit einer ihrem Schloss- 
rande parallelen Linie. 

Fast durch alle Glieder der Kreideformation verbreitet. 
Am häufigsten im Plänermergel von Kystra und im untern 
Plänerkalk von Laun ; vereinzelt auch im obern Plänerkalk 
von Kutschlin , im untern Plänerkalk von Kosstitz und Wolle- 
nitz, im Plänermergel von Luschitz, Priesen, Rannay, Wolle- 
nitz und von Pauchow bei Königgrätz; im Hippuritenkalk von 
Kutschlin; in Exogyrensandstein von Grossdorf, Malnitz und 
Drahomischel ; im Grünsandstein von Malnitz ; im untersten 
Quader von Tyssa, Tetschen und Mühlhausen. 

3. P. Nilsson i Goldf. — T. XXXIX, F. 1, 2, 3. 

Goldf., 1. c. IV, p. 70, T. XCIX, F. 8. — Hisinger, 

1. c. p. 52, T. XVII, F. 5. 
P. orbicularis Nilsson, 1. c. p. 23, T. X, F. 12. 

4 — 12'" hoch, sehr flach gewölbt, ziemlich wechselnd in 
seiner Form, bald kreisförmig, bald halbkreisförmig, bald dem 
Spateiförmigen sich nähernd; selten höher als lang, gewöhn- 
lich ebenso hoch als lang, oft auch länger und dem P, ab- 
breviatus v. Hagenow (Bronn's Jahrb. 1842, p. 554), welcher 
wohl hieher gehört, gleichend. Fast vollkommen gleichseitig. 
Die geraden Schlosskanten reichen nur bis zum obern Vier- 
theile der Schalenlänge herab. Der Buckel stumpfwinklig. 
Die Schale sehr dünn, glatt, glänzend, mit dichten, feinen 
konzentrischen Linien. Die Ohren der rechten Klappe fast 
gleich, rechtwinklig, klein, gerundet, den Seitenrändern parallel 
fein linirt. Das vordere Ohr der linken Klappe grösser, an 
der Basis ausgeschnitten. Die Schiosskanten mit den Seiten- 
rändern einen sehr schwachen Winkel bildend. An den Stein- 
kernen zeigen die Ohren 2 — 3 kurze Querfurchen. — Scheint 
in die vorige Spezies zu verfliessen , da es auch bei uns Mit- 
telformen gibt, die mit demselben Rechte einer und der an- 
dern zugetheilt werden können. 

Selten im untern Plänerkalk von Wollenitz und Brozan ; 
sehr häufig im Plänermergel von Luschitz , Priesen, Wollenitz, 
Hochpetsch, Postelberg, Johnsdorf bei Kreibitz; vereinzelt in 
den Plänersandsteintrümmern des Meronitzer Pyropen-führen- 
den Konglomerates ; im Hippuritenkalk von Hollubitz , im un- 
tern Quader von Tyssa und Zloseyn. 



27 



4. P. laminosus Mantell. - T. XXXIX, F. 5. 
Mantell, G. S. p. 128, T. XXVI, F. 8, 22. — Goldf. 

1. c. II, p. 76, T. XCIX, F. 9. 

5 — 14'" hoch, oval-kreisförmig, flach gewölbt. Die Bu- 
ckeln etwas spitzwinklig. Die Schlosskanten gerade , fast bis 
zur Hälfte der Schalenlänge herabsteigend. Die Schale mit 
entferntstehenden, erhabenen, blättrigen, konzentrischen Linien 
bedeckt; die Steinkerne ebenso tief gefurcht. Die Ohren we- 
nig stumpfwinklig, klein, fast gleich. 

Selten im Hippuritenkalk von Grossdorf und im Pläner- 
sandstein von Trziblitz. 

Im Plänersandstein von Semich, Neuschloss, Trziblitz, 
Hradek und Tuchorzitz , im Grünsandsteine und Exogyren- 
sandsteine überall finden sich kleine, nur 2 — 4,5"' lange 
Schalen, die ebenfalls hieher zu gehören scheinen. Sie sind 
breit-eirund, flach gewölbt, etwas spitzwinklig oder rechtwink- 
lig am Buckel, mit regelmässigen, feinen, erhabenen, konzen- 
trischen Linien auf der dünnen Schale und kleinen rechtwink- 
ligen Ohren, die ein starker Absatz vom Rücken der Muschel 
trennt. 

5. P. oibiculaiis Sowerby. — T. XLI, F. 18, 19. 
Sow., M. C. T. CLXXXVI. 

0,5 — 2" hoch, kreisrund, sehr dünnschalig, flach gewölbt, 
ungleichklappig. Die linke Schale mit enlferntstehenden re- 
gelmässigen, blättrigen, konzentrischen Linien. Die etwas ge- 
wölbtere rechte Klappe fast glatt mit sehr feinen, gedrängten, 
konzentrischen Linien. Die Schlosskanten fast gerade , kaum 
eingebogen , bis zu y^ der Schalenhöhe herabreichend ; die 
hintere nur wenig länger. Buckel wenig stumpfwinklig, Ohren 
ziemlich gross, stumpfwinklig, gleich, das vordere Ohr der rech- 
ten Klappe an der Basis nicht ausgeschnitten. 

Selten im Plänersandstein von Trziblitz und Hradek, im 
Gault von Kystra , im Exogyrensandstein von Blalnitz ; be- 
sonders schön und gross im kalkigen untern Quader von Klein- 
herrendorf. Das abgebildete Exemplar befindet sich im böh- 
mischen Nationalmuseum. 

6. P. squamula Lamarck. — T. XXXIX, F. 12. 

Lamarck , ann. du Mus. VIII, p. 354, n. 3 und 
Anim. sans. vert. VI, p. 183, n. 27. — Deshayes, 
coq. foss. d. env. d. Paris I, p. 304, T. XLV, 
F. 16, 17, 18. — GoLDF., 1. c. II, p. 75, T. XCIX, 
F. 6. 

F. inversus Nilsson, 1. c. p. 24, T. IX, F. 18 a, 
b, c. — HisiNOER, 1. c. p. 53, T. XVII, F. 8. 

P. octosulcatus Geinitz, I.e. p. 83, T. XXI, F. 8. 

2 — 3'" hoch, kreisförmig, gleichseitig, sehr flach gewölbt. 
Die Schale dünn, aussen ganz glatt oder fein konzentrisch 
linirt. Die innere Fläche mit acht sehr schmalen senkrechten 
Rippen, deren je zwei immer eine niedrigere Rippe oder auch 
nur eine erhabene Linie, die nicht bis zum Wirbel reicht, 
zwischen sich haben. Zugleich sind die konzentrischen Strei- 
fen auf der Innern Fläche viel stärker, so dass die Rippen 
durch sie gekörnt werden. Der Buckel spitzwinklig. Die 
Schlosskanten gerade bis an oder unter die Hälfte der Schale 



hinabreichend. Die Ohren verhältnissmässig gross, so dass die 
Länge der geraden Schlosslinie der Länge der ganzen Muschel 
fast gleichkömmt. Die Seitenränder der spitzwinkligen Ohren 
laufen schräg zum Seitenrande der Muschel herab. Das vor- 
dere Ohr der linken Klappe ist an der Basis tief ausgeschnit- 
ten. Die Oberfläche der Ohren ist fein gerippt und zugleich 
senkrecht linirt, so dass die Rippen dadurch gekörnt sind. 
Jedoch scheint diess nicht auf beiden Schalen der Fall zu 
sein. Überhaupt dürften beide Klappen verschieden sein, da 
die konzentrischen Linien auf den einen stark hervortreten, 
während die anderen fast glatt sind. 

Ziemlich häufig im Plänermergel von Luschitz, sehr selten 
im Plänermergel von Priesen. 

b. Mit bogenförmigen Linien {Arcuati Roemer). 

Unter den Arten dieser Gruppe herrscht eine grosse Ver- 
wirrung, die sich in den Abbildungen und Beschreibungen der- 
selben deutlich zeigt und die Bestimmung ausserordentlich er- 
schwert. So sind, um nur ein Beispiel anzuführen, unter dem 
Namen P. arcuatus wenigstens drei verschiedene Spezies be- 
griffen, da der P. arcuatus Sowerby's von dem Nilsson's und 
GOLDFüss's sich wesentlich unterscheidet. 

Durch die Aufstellung des P. striato-punctatus Roemer 
ist diesem Mangel nicht abgeholfen worden, da die Beschrei- 
bung zu unvollständig und von keiner Abbildung begleitet ist. 
In der Kreideformation Böhmens kommen drei Spezies vor, 
die früher alle unter P. arcuatus begriffen wurden. Ich will 
versuchen, sie zu trennen. Ob diese Trennung zulässig ist, 
müssen forlgesetzte Beobachtungen lehren. 

7. P. arcuatus Sowerby. — T. XXIX, F. 7. 
SowERBY, M. C. T. CCV, F. 5, 7. 
P. curvatus Geinitz, Nachtrag p. 16, T. III, F. 13. 

10 — 14'" hoch, schief oval-kreisförmig, flach gewölbt, 
am meisten zunächst dem spitzwinkligen Buckel, und von den 
Flügeln durch einen holien Absatz geschieden. Die vordere 
Schlosskante länger, bis zur Hälfte der ganzen Schale herab- 
steigend , ziemlich stark eingebogen ; die hintere kürzer und 
gerade. Die Oberfläche von sehr zahlreichen feinen , jedoch 
dem freien Auge noch sichtbaren , bogenförmigen , vertieften 
Linien bedeckt, zwischen welche sich gegen den Rand hin 
immer mehrere einschieben. Über sie und die flachen Zwi- 
schenräume verlaufen noch feinere, unregelmässige, konzen- 
trische Linien , die in den Radialfurchen als vertiefte Punkte 
auftreten. Einzelne stärkere Anwachsringe fehlen nicht. Ge- 
gen den Buckel verschwinden die Radiallinien oftmals ganz. 
Die Ohren ungleich , das vordere der linken Klappe gerundet 
und an der Basis tief ausgeschnitten , das hintere kleiner 
und etwas stumpfwinklig. 

Pecten lens Sow. unterscheidet sich nur durch die fast 
kreisrunde, weniger schiefe Form und die regelmässigem kon- 
zentrischen Linien. 

Selten im untern Plänerkalk von Wegstädtl, im Pläner- 
mergel von Postelberg und im Grünsandstein von Laun und 
im kalkigen untern Quader zwischen Daubitz und Kreibitz. 

4* 



28 



8. P. d-ivaiicatus Reüss. — T. XXIX, F. 6. 

P. arcuatus Goldf. I. c. II, p. 50, T. XCI, F. 6. 

5 — 10'" hoch, breit-oval-kreisförmig oder auch vollkommen 
kreisrund, sehr flach konvex. Beide Schlosskanten fast gleich, 
äusserst wenig eingebogen, in unmittelbarer Rundung in den 
Seitenrand übergehend. Buckel rechtwinklig oder nur sehr 
wenig stumpfwinklig. Die Oberfläche mit weniger zahlreichen 
(70 bei 5,5'" Höhe) und gröberen, dem freien Auge sehr 
deutlich sichtbaren, vertieften, an den Seiten bogenförmigen 
Radiallinien, die sich nach unten durch Einschiebung und 
Spaltung vermehren und deren P/o — 2 mal breitere Zwischen- 
räume flach gewölbt sind. Über beide laufen dichtere, ver- 
tiefte, konzentrische Linien, die besonders in der Nähe des 
Wirbels und an den Seiten dem freien Auge sichtbar sind. 
Sie punktiren nicht nur die Radialfurchen , sondern sind auch 
auf den gewölbten Zwischenräumen als vertiefte Linien sicht- 
bar, die mitunter so tief werden, dass jene gekörnt erscheinen. 
Die Ohren der rechten Klappe rechtwinklig, das vordere etwas 
grösser; das vordere Ohr der linken Klappe gross, gerundet, 
an der Basis sehr tief eingebogen. Ihre Oberfläche ist stark 
konzentrisch und radial gestreift. 

Häufig im Plänersandstein von Trziblitz, Schelkowitz, 
Hradek ; selten im Plänermergel von Priesen , Hochpetsch , im 
Grünsandslein von Czencziz, Neuschloss, Malnitz ; im Exogy- 
rensandstein von Malnitz und Drahomischel ; im obern Pläner- 
kalk vom Sauerbrunnberg bei Bilin und in Plänersandstein- 
trümmern aus dem Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 

9. P. concentrice-punctatus Rkuss. — T. XXXIX, 

F. 8. 
P. arcuatus Nilsson, I. c. p. 22, T. IX, F. 14. — 
HisiNGER, 1. c. p. 52, T. XVII, F. 2. 

5 — 7'" hoch, fast kreisförmig, wenig höher als lang, mit 
sehr dünner, zerbrechlicher, glasig-glänzender Schale, wie bei 
P. membranaceus ; stärker gewölbt , als der dickschaligere P. 
divaricatus ; der Rücken von den Ohren deutlich abgesetzt. 
Der Buckel rechtwinklig ; die Schlosskanten gleich, sehr wenig 
eingebogen und kaum bis zum Anfange des zweiten Schalen- 
Drittheils herabreichend. Die Oberfläche mit zahllosen äus- 
serst feinen, punktirten, sich vielfach spaltenden, nach aussen 
bogenförmigen, vertieften Radiallinien bedeckt, die in der Mitte 
der Schale oft ganz verwischt und selbst dem Rande zunächst 
nur bei stärkerer Vergrösserung sichtbar sind. Über sie , so 
wie über die breiteren ganz flachen Zwischenräume laufen 
noch feinere, vertiefte, konzentrische Linien, wodurch ein sehr 
zartes Netzwerk entsteht, wie bei P. lens, von dem sich un- 
sere Muschel durch ihre Umrisse genugsam unterscheidet. Die 
Punkte stehen daher in ziemlich regelmässigen konzentrischen 
Reihen , was bei den vorhergehenden zwei Arten nicht statt 
findet. Mehr stimmt sie mit der Abbildung von P. lens bei 
Sow. (M. C. T. CCV, F. 2, 3) überein. Überhaupt passt die 
Fig. 7 dieser Tafel, welche P. arcuatus darstellen soll, weit 
mehr auf P. lens, wie auch Bronn bemerkt. Die Ohren un- 
serer Muschel gleichen vollkommen denen von P. Nilssoni, sie 
sind an der rechten Klappe fast gleich gross, rechtwinklig. 



Selten im untern Plänerkalk von Laun und im Pläner- 
mergel von Kystra. 

10. P. granulifer Reuss. — T. XXXIX, F. 9. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 294. 

5 — 6'" hoch, kreisrund, selbst etwas länger als hoch, 
sehr flach, mit sehr stumpfwinkligem Buckel und kurzen , we- 
nig eingebogenen Schlosskanten, die nicht bis zum Ende des 
obersten Fünftheils der Schalenlänge herabreichen. Die Ober- 
fläche ist mit sehr zahlreichen (über 100) ungleichen , mehr- 
fach dichotomen, erhabenen, nach aussen bogenförmigen Ra- 
diallinien bedeckt, welche breiter sind als die Zwischenfurchen. 
Sie sind mit unregelmässigen Knötchen bedeckt. Von konzen- 
trischer Streifung ist nichts zu bemerken. Die Ohren wenig 
vom Rücken abgesetzt, zeigen eben solche gekörnte Radial- 
linien. 

Sehr selten im Plänermergel von Hochpetsch. 

c. Mit glatten Radtalrippen oder Linien {Radiati). 

11. P. nitidus, Mantell. 

Mantell, G. S. p. 202, T. XXVI, F. 4, 9. — Sow. 

M. C. T. CCCXCIV, F. 1. 
P. undulatus NiLSSON, I. c. p. 21, T. IX, F. 10, 

T. X, F. 10. — GoLDFUss, 1. c. II, p. 50, T. XCI, 

F. 7. — Hisingeb, 1. c. p. 51, T. XVI, F. 7. 
P. crelo sus und 
P. arachnoides Defrance; Brongniart, descr. 

d. env. d. Par. T. III, F. 7, 8. 
P. inlexlus Defrance; Brongniart, 1. c. T. III, 

F. 10. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf. 

12. P. spatulaeformis Reuss. — T. XXXIX, F. 10. 

1 — 2" hoch, lang-oval oder spateiförmig, sehr flach ge- 
wölbt, mit sehr spitzwinkligem Buckel und geraden Schloss- 
kanten , deren Länge nur ein Drittheil oder gar ein Viertheil 
der ganzen Schalenlänge ausmacht. Die grösste Breite über 
,der Mitte. Die Schlosskanten gehen in unmittelbarer Rundung 
in den Seitenrand über. Die Oberfläche ist mit zahlreichen 
schmalen und flachen Radialrippen bedeckt, die nach unten 
zum Theil dichotomiren und von einzelnen starken Anwachs- 
ringen aus ihrer geraden Richtung abgelenkt werden. Überdiess 
sind sie von gedrängten feinen , regelmässigen , konzentrischen 
Linien durchschnitten. Der vordere Flügel der linken Klappe 
massig gross, spitzwinklig, an der Basis tief ausgeschnitten; 
der hintere fast rechtwinklig, klein. Beide mit starken kon- 
zentrischen Linien. 

Nicht häufig im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

13. P. decemcostatus v. Münster. — T. XXXIX, 

F. 1-4. 
GoLDFüss, 1. c. II, p. 53, T. XCII, F. 2. 

0,75 — 1" hoch, breit oval-kreisförmig, flach gewölbt, mit 
rechtwinkligem Buckel und zehn hohen, breiten, gerundeten 
Radialrippen. Die fast gleichbreiten, am Grunde ebenen Zwi- 
schenrinnen sind von den Rippen scharf abgesetzt. Die Ohren 



29 



ziemlich gross , ein rechtwinkliges gleichschenkliges Dreieck 
darstellend. 

Vereinzelt im obern Plänerkalk vom Sauerbrunnberge bei 
Bilin , im untern Plänerkalk von Laun , in den Konglomerat- 
schichten und im Hippuritenkalk von Kutschlin, im Plänersand- 
Stein von Trziblitz, im Grünsandstein von Czenczic, im Eio- 
gyrensandstein von Drahomischel und in den Plänersandstein- 
brocken aus dem Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz. 

14. P. trigeminatus Goldfüss. 
GOLDFUSS, 1. c. II, p. 52, T. XCI, F. 14. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen. 

15. P. acuminatus Geinitz. — T. XXXIX, F. 20, 21, 

Geinitz, 1. c. p. 84, T. XXI, F. 6. 

P. Albinus Reuss, geogn. Skizz. 11, p. 182. 

1,25—4,5" hoch. Höhe : Länge = 100 : 65. Lang- 
eiförmig, flach gewölbt. Die vordere Schlosskante etwas ein- 
gebogen, wenig kürzer; beide fast bis zur Mitte der Schalen- 
länge herabreichend und gerundet in die Seitenränder über- 
gehend. Buckel spitzwinklig (von 60°). Die dicke Schale mit 
22 — 25 breiten, hohen, oben ziemhch scharfen, dachförmig 
abschüssigen , selten mehr gerundeten Rippen, deren einzelne 
zuweilen schmaler und mehr genähert sind. Sie werden durch 
ebenso breite konkave Zwischenrinnen geschieden. Bei den 
Exemplaren von Grossdorf läuft bei einzelnen Rippen auf je- 
der Seite der Mittelkante eine schwach erhabene Linie und 
dann sieht man auch in den Zwischenfurchen eine ähnliche 
aber stärkere Linie, die mitunter auch allein vorhanden ist. 
Rippen und Zwischenfurchen werden von dicht gedrängten, 
sehr regelmässigen, feinen, wellenförmigen , konzentrischen Li- 
nien bedeckt, die hie und da von entfernten starken Anwachs- 
ringen unterbrochen werden. Die Ohren durch einen tiefen 
Absatz vom Rücken getrennt , gross, ungleich. Das vordere 
der rechten Klappe gross, rechtwinklig; das hintere viel klei- 
ner, stumpfwinklig; an der linken Klappe das vordere sehr 
gross, gerundet, an der Basis sehr stark ausgeschnitten; das 
hintere wenig stumpfwinklig. 

HäuGg und stets kleiner im untern Quader von Tyssa, 
selten im Hippuritenkalk von Kutschlin; sehr häufig und gross 
im Hippurtienkalk von Grossdorf bei Weltrus , von Hollubitz, 
Deberno und KOriczan ; im Exogyrensandslein von Lobkowitz 
und Koriczan. 

16. P. affinis Recss. — T. XXXIX, F. 11. 

6'" hoch, eiförmig, im Umrisse dem P. serratus sehr 
ähnlich, mit spitzwinkligem Buckel. Die Schlosskanten fast 
gleich, nur die vordere wenig kürzer ; beide gerade, gerundet 
in die Seitenränder übergehend. Die Oberfläche der dünnen 
Schale mit 18 — 20 niedrigen, schmalen, gerundeten Rippen, 
deren 2 — 3 mal breitere Zwischenrinnen sehr flach konkav 
sind. Zwischen je zwei und zwei Rippen schiebt sich ge- 
wöhnlich eine niedrigere, bald längere, bald kürzere Zwischen- 
rippe ein, die mitunter zu einer erhabenen Linie herabsinkt. 
Über die Rippen laufen entfernte undeutliche, seicht vertiefte 
konzentrische Linien, durch welche erstere etwas eingekerbt 



werden. Besonders zeigt sich diess gegen die Peripherie der 
Schale hin. Die Ohren etwas ungleich, beide rechtwinklig, 
das vordere sehr schwach ausgerandet. Die konzentrischen 
Linien sind auf ihnen deutlicher. 

Selten in den untersten Plänerkalkschichten am südlichen 
Fusse des Borzcn bei Bilin. 

17. P. com ans Roemer. — T. XXXIX, F. 13. 
RoEMER, 1. c. p. 51, T. VIII, F. 6. 

1 — 1,5" hoch, eirund, etwas schief, flach gewölbt, mit 
spitzwinkligem Buckel. Die vordere Schlosskante eingebogen 
und nicht weit über das erste Drittheil der Schale herab- 
reichend. Die hintere länger, schwach konvex und unniilfelbar 
in den Seitenrand übergehend. Die Oberfläche der dicken 
Schale trägt 35—40 ungleiche, schmale, flache Rippciien, 
zwischen deren zwei gewöhnlich ein schwächeres eingeschoben 
ist, so dass ihre Gesamtzahl auf 50—60 steigt. Zuweilen, 
besonders in der Mitte der Schale, ist jede Rippe noch von 
zwei feinen erhabenen Längslinien eingefasst. Die Rippen 
zunächst den Seitenrändern sind durch doppelt breitere, flache 
Zwischenrinnen getrennt, welche schräg ein- und aufwärts linirt 
sind. Einzelne starke Anwachsringe laufen über die ganze 
Muschel. Das hintere Ohr gross, rechtwinklig, mit 8 Rippen 
und konzentrisch linirt ; das vordere ? 

>'icht selten im Hippuritenkalk von Grossdorf bei Weltrus. 



U 



P. obliquus Sow. — T. XXXIX, F. 18. 
Sow. M. C. T. CCCLXX, F. 2. 



15—18"' hoch. Länge : Höhe = 77 : 100. — Eiför- 
mig, flach gewölbt, mit spitzwinkligem Buckel und ziemlich 
gleich langen Schlosskanten, welche in unmittelbarer Rundung 
in die Seitenränder übergehen ; die vordere ist stark einge- 
bogen. Über die Oberfläche laufen beiläufig 30 scharfe, dach- 
förmig abschüssige Rippen , zwischen welche sich oft kürzere 
und niedrigere einschieben. Auf den Steinkernen sieht man 
einzelne starke Anwachsringe darüber laufen. Die Ohren gross, 
ungleich. Das vordere der linken Klappe rechtwinklig, an der 
Basis stark ausgeschnitten. Das hintere etwas stumpfwinklig, 
beide blättrig konzentrisch gestreift. 

Einzeln im Plänersandstein von Trziblitz. 

19. P. subaratus Nilsson. — T. XXXIX, F. 16. 

NiLSSON, 1. C. p. 21, T. IX, F. 11. — HiSINGER, I. 

c. p. 51, T. XVL F. 8. 

2 — 5"' hoch, fast kreisförmig, massig gewölbt, mit recht- 
oder wenig spitzwinkligem Buckel und geraden gleich langen 
Schlosskanten, die fast bis zur Hälfte der Schalenlänge herab- 
reichen. Die Oberfläche der dicken Schale zeigt 25 — 30 hohe, 
senkrechte, radiale Rippen, die am untern Ende gewöhnlich 
gespalten sind und zwischen die sich oft niedrigere einschie- 
ben, die den Buckel nicht erreichen. Die tiefen, am Grunde 
flachen Zwischenfurchen sind ebenso breit oder noch breiter, 
als die Rippen. Über beide verlaufen tiefe konzentrische 
Streifen, welche in die Rippen ziemlich tief einschneiden und 
sie, besonders gegen die Peripherie hin, knotig-schuppig machen. 
An der inneren Fläche der Schale treten die Zwischenfurchen 



30 



als breite, flach-konvexe, unten gespaltene Rippen henor. Die 
Ohren ungleich ; das hintere klein , etwas stumpfwinklig ; das 
vordere gerundet , an der Basis flach ausgeschnitten ; beide 
stark schuppig-gerippt. 

Nicht häufig im Plänermergel von Luschitz; sehr selten 
im Obern Plänerkalk des Sauerbrunnbergs bei Bilin. 

ä. Die Rippen mit deutlichen Schuppen oder Stacheln 
bewehrt. {Armati}. 

20. P. d enticiilatus v. Hagenow. 

v. Hagenow in Bronn's Jahrb. 1842, p. 549, 550. 
ROEMER, 1. c. p. 52. 

Bisher haben sich nur Bruchstücke im Plänermergel von 
Luschitz und im Hippuritenkalk von Grossdorf gefunden, welche 
zu dieser Spezies gehören dürften, wie sich aus der Ver- 
gleichung mit einem von Hagenow selbst mitgelheilten Exem- 
plare von Rügen ergibt. Sie lassen auf eine Grösse von 
12 — 15'" schliessen. Die Muschel ist breit-eiförmig, sehr 
flach , mit spitzwinkligem Buckel. Auf der ziemlich dünnen 
Schale sieht man zahllose, dichtstehende, ungleiche, nicht ganz 
gerade, wenig erhabene, radiale Linien, die ganz aus kleinen 
gedrängten, schuppigen Erhabenheilen zu bestehen scheinen. 
Zwischen je zwei stärkere Linien schiebt sich gewöhnlich 
schon über der Mitte eine niedrigere und schmälere ein, so 
dass am Rande auf die Breite von 2'" im Ganzen 13 — 14 Li- 
nien kommen. Einzelne Anwachsringe laufen darüber. Die 
Ohren waren nie erhalten. 

21. P. serratus Nilsson. — T. XXXIX, F. 19. 
NiLSSON, 1. c. p. 20, 21, T. EX, F. 9. — Hisinger, 

leth. suec. p. 50, T. XVL F. 5. — Goldfuss, 1. 
c. II, p. 58, T. XCIV, F. 3. — Bronn, Lethäa, 
p. 676, T. XXX, F. 18. 

8 — 18'" hoch, breit eirund, flach gewölbt, dünnschalig, 
mit spitzem Buckel und ziemlich gleichlangen Schlosskanten, 
die bis zum Ende des ersten Drittheils der Schalenlänge herab- 
reichen und gerundet in den Seitenrand übergehen. Die vordere 
Schlosskante ist überdiess etwas eingebogen. Die Oberflächen- 
beschaffenheit scheint bei dieser Spezies sehr zu wechseln, 
wie auch schon aus den Beschreibungen von Nilsson und 
Goldfuss hervorgeht. Auch zeigen bei uns die Exemplare 
von verschiedenen Fundorten eine sehr verschiedene Be- 
schaffenheit. 

Die Exemplare aus dem Plänermergel von Luschitz und 
dem obern Plänerkalk von Kutschlin besitzen 35 — 45 un- 
gleiche , schmale , senkrechte Rippen, welche oben mit kurzen 
aufrechtstehenden Schuppen besetzt sind. Die bald 1 , bald 
2 — 3 mal so breiten Zwischenrinnen sind flach und der 
Länge und Quere nach sehr fein linirt. (P. serratus, 
F. 19, d.) 

Die Muschel aus dem Plänermergel von Priesen zählt 
30 — 35 ebensolche, mitunter dichotome, bald genäherte, bald 
mehr entfernte Rippen, deren Sägezähne eine mehr knotige, 
als schuppige Form haben und entfernter stehen. Die 1 — 3 mal 



so breiten flachen Zwischenrinnen sind nicht sehr dicht 
diagonal linirt, ganz wie bei P. hispidus Goldf. (1. c. p. 59, 
T. XCIV, F. 4), welcher wohl auch nur eine Varietät von P. 
serratus ist. (P. hispidus, F. 19 c). Endlich die Exemplare 
aus den untersten Plänerschichten vom Borzen, welche die 
grössten sind (von 1,5" Höhe), besitzen beiläufig 40 ungleiche, 
aber stets höhere, senkrechte Rippen, deren Schuppen grösser, 
dicker, rundlich, schräge sind, sehr dicht stehen und sich fast 
dachziegelförmig decken. Die flachen Zwischenrinnen sind 
2 — 3 mal breiter , dicht und scharf radial und konzentrisch 
linirt, wodurch ein sehr deutliches feines Netz entsteht. (P. 
imbricatus, F. 19 b.) 

Die Ohren sind bei allen drei Varietäten gleich gebildet, 
gross, rechtwinklig ; das vordere Ohr bedeutend grösser ; beide 
mit gesägten Rippen besetzt. 

Ausser den angeführten Fundorten findet sich unsere Mu- 
schel noch im obern Plänerkalk von Kutschlin ; im untern Plä- 
nerkalk von Kosstitz; im Grünsand von Laun und im untersten 
Quader von Tyssa. 

22. P. crispus Roemer. 

RoEMER, 1. C. p. 51. 

P. cretosus Defrance bei Goldfuss, 1. c. II, p. 58, 
T. XCIV, F. 2. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf. 

23. P. Faujasii Defrance. 

Defrance, dict. d. sc. nat. Vol. 38, p. 265. — Gold- 
fuss 1. c. n, p. 57, T. XCIII, F. 7. 
Faujas St. Fond, mont. St. Pierre, T. XXIV, F. 5. 

Selten im Plänersandstein von Schelkowitz. 

24. P. asper Lamarck. — T. XL, F. 5. 

Lamarck, annal. du Mus. VI, p. 180. — Brongniart, 
descr. des env. d. Par. T. V, F. 1. — Sowerby, 
M. C. T. CCCLXX, F. 1. — Lister, conchyl. 
T. CDLXX. — Goldfuss, I. c. II, p. 58, T. XCIV, 
F. 1. 

1 — 2,5" hoch, fast kreisrund, ziemhch gewölbt, mit stumpf- 
winkligem Buckel und 15 — 18 ausstrahlenden breiten Rippen, 
die durch schmälere Zwischenrinnen gesondert sind. Jede Rippe 
zerfällt wieder in drei kleinere Rippen, von denen die mittlere 
die breiteste ist und welche an den Steinkernen glatt sind. An 
der Schale trägt aber die Mittelrippe drei, jede der Seitenrip- 
pen zwei Reihen sich dachziegelförmig deckender Schuppen. 
Das vordere Ohr der rechten Klappe gross, an der Basis 
etwas ausgeschnitten, das hintere kleiner, fast rechtwinklig. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf und Trzembschitz, 
im Grünsand von Malnitz , im untern Quader von Graslitz im 
Königgrätzer Kreise ; nach Geinitz im obern Quader von Aders- 
bach und Weckelsdorf. Die Spezies kann also nicht für eine 
dem obern Quader ausschliesslich angehörende Muschel gelten. 

25. P. Dujardinii Roemer. — T. XXXIX, F. 17. 

Roemer, 1. c. p. 53. 

P. septemplicatus Düjardin, mem. d. 1. soc. geol. 

d. France 1837, II, 2, p. 227, T. XVL F. 11. 
P. squamifer Geinitz, I. c. p. 83, T. XXL F. 5. 



31 



6 — 14.'" hoch, fast kreisförmig, flach gewölbt, mit recht- 
winkligem oder wenig spitzwinkligem Buckel und beinahe ge- 
raden Schlosskanten, von denen die vordere etwas länger ist 
und bis zur Hälfte der Schalenlänge herabreicht. Auf der 
Oberfläche 8 — 9 breite flache Rippen, deren jede drei ziem- 
lich gleich starke Längsfalten trägt, deren mittlere am meisten 
vorragt. Die gleich breiten Zwischenfurchen zeigen ebenfalls 
drei Längsfalten , so dass zwischen zwei hohen Falten immer 
fünf niedrigere zu liegen kommen. Sie tragen alle nicht sehr 
nahe stehende, niedergedrückte Schuppen, die aber nicht im- 
mer gleich entwickelt sind, besonders in den Zwischenfurchen. 
Über die Rippen und Zwischenfurchen laufen sehr dichte, 
feine, wellenförmige, konzentrische Linien und entfernte stär- 
kere Anwachsringe, die mitunter so stark werden, dass sie 
förmliche Absätze bilden. Die innere Fläche der Schalen zeigt 
ebenfaUs die wellenförmigen konzentrischen Linien , die sich 
auch auf den Steinkernen sehr schön finden. 

Es scheinen beide Klappen verschieden zu sein, denn es 
finden sich unter den zahlreichen Exemplaren der beschrie- 
benen Art rechte Klappen, die wohl dieselbe Zahl und Be- 
schaffenheit der Rippen besitzen, aber ohne Schuppen, nur 
mit besonders deutlichen konzentrischen Streifen. 

Die Ohren sind ungleich , an der linken Klappe das hin- 
tere rechtwinklig, das vordere unten ausgeschnitten, oben ge- 
rundet, beide konzentrisch und radial linirt, manchmal auch 
schuppig; an der rechten Klappe beide rechtwinklig, das hin- 
tere jedoch kleiner. 

Diese schöne Muschel ist für den Plänersandstein charak- 
teristisch, in welchem sie bei Trziblitz, Ilradek und Schelkowitz 
häufig, bei Wegstädtel seltner vorkömmt. 

26. P. rarispiiius Reuss. — T. XXXIX, F. 15. 
Reüss, geogn. Skizz. II, p. 181. 

1" hoch, kreisrund, flach, etwas ungleichseitig, mit wenig 
stumpfwinkligem Buckel. Die vordere Schlosskante kürzer, 
eingebogen. Die hintere fast gerade. Die dünne Schale mit 
1 1 breiten, schrägseitigen , oben scharfen Rippen und ebenso 
breiten, konkaven Zwischenfurchen. Jede Rippe ist durch zwei 
schmale, nicht sehr tiefe seitliche Furchen in drei Leisten ge- 
theilt, deren mittlere die höchste und schärfste ist und ent- 
ferntstehende, kleine, röhrenförmige Stacheln trägt. Jede seit- 
liche Leiste wird nach aussen noch von einer erhabenen Linie 
begleitet. Drei solcher Leistchen befinden sich auch in jeder 
Zwischenfurche. Zarte, stark wellenförmige, konzentrische Li- 
nien bedecken dicht die ganze Oberfläche und setzen bis in 
die Ohren fort. 

An der Innern Fläche der Schale, welche ebenfalls sehr 
deutliche konzentrische Linien zeigt, stehen die Zwischenrin- 
nen als breite, oben ebene Rippen empor, die an den Seiten 
scharf gekantet sind und an der Innern Seite jeder Kante 
eine schmale seichte Furche tragen. 

Die Ohren klein; das vordere spitzwinklig, an der Basis 
tief ausgeschnitten, mit einigen ausstrahlenden Rippen; das 
hintere rechtwinklig, beide radial und konzentrisch linirt. 

Kleinere Exemplare aus dem Plänerraergel von Priesen 



haben nur 10 Rippen, breitere, am Grunde flach konkave Zwi- 
schenfurchen ohne Leisten und entfernt stehende, lange, gerade 
Dornen. 

Selten im untern Plänerkalk von Kosstitz und Laun. 

27. P. cicatrisatus Goldfuss. 
GoLDFUss, 1. c. II, p. 56, T. LXIII, F. 6. 

P. squamulatus Dujardin, mem. d. 1. soc. geol. 
d. Fr. 1837, II, 2, p, 227, T. XVI, F. 12. 

4 — 5'" hoch, breit eirund, sehr flach gewölbt, mit spitz- 
winkligem Buckel und ziemlich dünner Schals. Die vordere 
Schlosskante ist kürzer und sehr schwach eingebogen ; die 
hintere längere reicht bis zur Hälfte der Schalenlänge herab. 
8 — 9 scharfe, dachförmig abschüssige Rippen, die, wie die 
tiefen gleich breiten Zwischenfurchen , mit mehreren Längs- 
linien gezeichnet sind. Die scharfe Mittellinie der Rippen 
trägt entfernte narbenförmige Schuppen ; dazwischen sieht 
man Spuren sehr feiner konzentrischer Linien. Das vordere 
Ohr der linken Klappe oben löfFelförmig verlängert, wodurch 
an der Basis ein tiefer Ausschnitt entsteht. Das hintere fast 
rechtwinklig ; beide radial und konzentrisch gestreift. Beson- 
ders stark, ja rippenähnlich sind die Radialstreifen des vor- 
dem Ohres. 

Selten im Plänermergel von Priesen. 

c. Neithea Droüet. 

28. P. decipiens Reüss. — T. XLV, F. 3. 

Von dieser Spezies kenne ich bisher nur die linke Schale. 
Sie ist 0,6 — 1,2" hoch, breit eirund, fast kreisrund, hochge- 
wölbt, mit übergebogenem Wirbel. Die Oberfläche ist fast 
glatt und eben. Nur dem Wirbel zunächst sind schmale 
seichte Radialfurchen mit zweimal breiteren flachen Zwischen- 
räumen sichtbar, die aber schon über der Mitte verschwinden, 
und in allmälig breiter werdende , dunkle, oft schwärzlich ge- 
färbte Streifen übergehen, die weder über die Oberfläche der 
umgebenden Schale sich erheben, noch aucli in sie einschnei- 
den. Zunächst dem Wirbel werden sie durch einige regel- 
mässige, entfernte, schmale, vertiefte, konzentrische Linien 
durchkreuzt. 

Die innere Fläche der Schale ist von der äussern ganz 
verschieden. Denn die Steinkerne sind gerippt und zwar ent- 
sprechen den dunkeln Streifen der Schalenoberfläche schmale 
senkrechte Rinnen mit ebenem Boden, ihren lichtgefärbten Zwi- 
schenräumen aber die Furchen doppelt an Breite übertreffende, 
massig hohe Rippen mit senkrechten Seitenwänden und flachem 
Rücken. 

Die Ohren sind rechtwinklig und klein, besonders das 
vordere , und beide ebenfalls mit schmalen schwärzlichen und 
doppelt breiteren weissen, nicht erhabenen, konzentrischen 
Linien gezeichnet. 

Selten im Hippuritenkalk von Hollubitz und Koriczan, 
und im Exogyrensandstein des letztern Fundortes. 

29. P. versicostatus Lamarck. 

Lamarck, histoire d. anim. s. vertebr. VI, p. 181. 
Neithea versicostata Drouet, in mem. d. 1. soc. 
Linn. 1824, p. 183. 



32 



P. quinquecostatus Sow., M, C. T. LVI, F. 4 — 8. 

— Brongniart , descr. des env. d. Par. T. IV, 
F. 1. — NiLSSON, 1. c. p. 19, T. 9, F. 8, T. X, 
F. 7. — HisiNGER, 1. c. p. 50, T. XVI, F. 2. — 
Fauj&s St. Fond, mont. St. Pierre T. XXVIII, F. 4. 

— Mantell, G. S. p. 201, 202, T. XXVI, F. 14, 
19, 20. — Morton in Silliman's americ. journ. 
of sc. and. arts. 1830, XVIII, T. III, F. 5; synops. 
of the org. rem. of tlie cretac. group of the unit. 
Stat. T. XIX, F. 1. — GoLDFUSs, 1. c. II, p. 55, 
T. XCIII, F. I. — DE LA Beche, geol. man. p. 298, 
F. 44. — Bronn, Lethaea geogn. p. 678, T. XXX, 
F. 17. 

P. quadricostatus Sow., M. C. T. LVI, F. 1, 2. 

— Faüjas St. Fond, mont. St. Pierre T. XXIII, 
F. 2. — DE LA Beche, geol. man. p. 298, F. 45. 

— Bronn, Leth geogn. p. 680, T. XXX, F. 16. 

— Geinitz, Nachtrag T. 3, F. 14, 15. 
Pectinites regularis und Pect, gryphaeatus 

Schlotheim, Petieflakde. I, p. 221, 224. 

Ich glaube beide Spezies vereinigen und nur als Varietä- 
ten betrachten zu müssen, da die Zahl der lileineren Rippen, 
welche zwischen den sechs grösseren, am untern Rande eckig 
vorstehenden Rippen liegen, keineswegs konstant ist und sich 
sonst gar kein Unterscheiilungsmcrkmal aufstellen lässt. Ich 
fand Exemplare, die bald drei, bald vier, ja selbst fünf solcher 
Rippen zugleich zählen. Dasselbe bemerkte Dujardin (mem. 
d. 1. soc. geol. d. Fr. 1837, 11, 2, p. 222). 

Findet sich häufig im obern und untern Quader des Schnee- 
bergs bei Tetschen , im untern Quader des Scheibenbergs bei 
Kaltcnbach nach Geinitz, von Pankratz, Kreibitz, von Mühl- 
liausen und Zloseyn, von Graslitz und Nesselfleck (Königgrätzer- 
Kreis); selten im Plänerkalk von Hundorf und Trzembschitz; 
im Exogyrensandstein von Lobkowitz , im Hippuritenkalk von 
Grossdorf und Koriczan. 

30. P. aequicostatiis Lamarck. — T. XXXIX, F. 22; 
T. XL, F. 2, 3. 

Lamarck, hist. des anim. s. vert. VI, p. 181. — 
Faujas St. Fond, mont. St. Pierre, T. XXIII, F. 1. 

— GoLDFUss, 1. c. n, p. 54, T. XCII, F. 6. 

P. longicollis Roemer, 1. c. p. 54, T. VIII, F. 8 
(Var. minor). 

0,5 — 4" hoch, sehr wechselnd in seiner Form, seltner 
ebenso hoch als lang, gewölinlich höher. Die Höhe oft die 
Länge weit übertreffend; oft schief. Eirund, etwas dreiseitig. 
Die linke Schale hoch gewölbt, halbkugelig, mit sehr stark 
übergebogenem spitzwinkligem Buckel. Die rechte Klappe ei- 
rund, mitunter fast kreisrund, ganz flach. Auf der Oberfläche 
28—35 hohe, gewöhnlich oben schwach gerundete oder nie- 
dergedrückte, seltner scharfe Rippen mit ebenso breiten oder 
etwas schmäleren, am Grunde flachen Zwischenfurchen. Zu- 
weilen sind die Rippen nicht alle gleich, sondern einzelne 
treten mehr hervor, wodurch der Übergang zu P, versicosta- 
tus vermittelt wird. Wo die Schale gut erhalten ist, sieht man 
über die Rippen und Zwischenfurchen dichte, feine, wellenför- 
mige, konzentrische Linien verlaufen. Die Ohren verhältniss- 
niässig nicht gross, gleich, etwas spitzwinklig. 



Häufig im untern Quader von Tyssa (Var. longicollis), 
Pankratz, von Slangendorf und Graslitz bei Kukus, von Nessel- 
fleck und Czihak ; selten im Exogyrensandstein von Hollubitz, 
Grossdorf und Lobkowitz und im Hippuritenkalk von Deberno. 

31. P. striato-costatus Goldfuss. 

Goldfuss, 1. c. II, p. 55, T. XCHI, F. 2. 

Faujas St. Fond, 1. c. T. XXIV, F. 4. 

P. elegans Reuss, geogn. Skizz. II, p. 183. 

Ziemlich selten im untern Quader von Tyssa und im Hip- 
puritenkalk von Hollubitz, Deberno und Grossdorf; nach Gei- 
nitz auch in den Zwischenschichten zwischen oberm und 
unterm Quader von Langenau bei Haida. 

32. P. notabilis V. ÄIünster. 

Goldfuss, 1. c. p. 56, T. XCHI, P. 3. 

? P. anatipes Morton, synops. T. V, F. 4. 

Nach Geinitz im untern Quader von Tetschen. 

Lima Lank. 

o. Aequales Roemer; fast gleichseitig, ohne Hüfchen. 

1. L. decussata v. Münster. — T. XXXVIII, F. 15. 
Goldfuss, 1. c. H, p. 91, T. CIV, F. 5. 

5 — 6'" hoch, eiförmig, flach gewölbt, nach beiden Seiten 
gerundet abfallend. Über den Rücken laufen zahlreiche ra- 
diale Rippen, deren mittlere 15 — 20 am stärksten vorragen, 
während die seitlichen sich mehr verflachen und nach aussen 
ganz verschwinden. Die ganze Oberfläche aber ist mit ge- 
drängten feinen konzentrischen Linien bedeckt. 

Sehr selten im Plänerkalk von Pokratitz und im Pläner- 
mergel von Kautz. 

2. L. sein isu I cata Deshayes. 
Goldfuss, 1. c. II, p. 90, T. CIV, F. 3. 
Plagiostoma s e mi sulcatu ni Nilsson, 1. c. p. 23, 

T. IX, F. 3. 

Unsere Exemplare, die nur selten im glaukonitischen un- 
tern Quader zwischen Kreibitz und Daubitz angetroffen wer- 
den, sind sehr klein, nur 5 — 6'" hoch, stimmen übrigens ganz 
mit der Abbildung Nilsson's und Goldfuss's überein. Sie sind 
oval, hoch gewölbt, mit übergebogenem Wirbel und kleinen 
Ohren. Der Rücken fällt gleichmässig, aber steil gegen beide 
Seiten ab und trägt 15 — 20 regelmässige, scharfe, radiale 
Rippen mit schmälern Zwischenfurchen. Nur bei den äussersten 
Rippen, die zugleich flacher sind, werden die Furchen breiter, 
Dichte, konzentrische, feine Linien laufen über die Rippen 
und die übrigens glatten rippenlosen Seiten der Muschel. 

3. L. granulata Deshayes. — T. XXXVIII, F. 21. 

Goldfuss, 1. c. II, p. 89, T. CHI, F. 5. — Dujardin, 
mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 1837, II, 2, p. 226, 
T. XVI, F. 4. 

Plagiostoma granulatum Nilsson, p. 26, T, IX, 
F. 4. . 

L. muricata Roemer, 1. c. p. 55. 

8'" hoch, oval-kreisförmig, gewölbt, fast symmetrisch, mit 
vorragendem mittelständigem Buckel. Die. Schale zeigt 23 — 28 



33 



ziemlich breite , dachförmig abschüssige , radiale Rippen mit 
gleichbreit.cn Zwischenrinnen. Jede Rippe trägt drei erhabene 
Längslinien, deren mittelste am höchsten ist, welche mit nahe- 
stehenden, kleinen, runden Körnern besetzt sind. Feine kon- 
zentrische Linien laufen darüber. — Auf den Steinkernen sind 
die Rippen scharf, glatt und schmäler als die Zwischenrinnen. 
Die Ohren sehr klein, gekörnt. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen und Werschowitz. 

4. L. aequicostata Geinitz, — T. XXXVIII, F. 1. 

Geinitz, 1. c. p. 82, T. XX, F. 4-0, 41. 

Sehr klein, 1,5 — 2,5'" hoch, oval-kreisförmig, gewölbt, 
mit 9 — 11 hohen, leistenartigen, konzentrisch linirten Rippen 
und gleichbreiten Zwischenfurchen. 

Nicht selten in den Hippuritenschichten von Kufschlin. 

5. L. paucicostata Reuss. — T. XXXVIII, F. 4^. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 183. 

Sehr klein, I — 2'" hoch, breit-eiförmig, fast kreisrund, 
gleichseitig, hochgewölbt, mit übergebogenem Wirbel. Die 
Seiten glatt, nur mit feinen konzentrischen Linien. Über den 
Rüiken laufen 10 — 12 hohe, scharfe, schrägseitige Rippen mit 
fast doppelt so breiten flachen Zwischenfurchen, in deren jeder 
eine erhabene Längslinie liegt. Die ganze Oberfläche der 
dicken Schale bedecken feine konzentrische Linien, durch 
welche die Rippen und die Zwischcnlinien schwach gekörnt 
werden. Sie werden von einzelnen stärkeren Anwachsringen 
unterbrochen. Ohren sehr klein, stumpfwinklig, wenig umge- 
bogen, fein konzentrisch gestreift, mit 5 — 7 kleinen gerundeten 
Querfalten. 

Sie ähnelt der L. minuta Goldfuss (1. c. II, p. 89, 
T. CHI, F. 6), von der sie sich aber durch die glatten Seiten, 
die breiteren Zwischenfurchen, die auch in den Furchen be- 
merkbaren Querlinicn und die deutlichen Ohren unterscheidet. 

Einzeln im Plänermergel von Kautz und von Horzenc. 

6. L. p s e u d o c a r d i u m Reuss. — T. XXXVIII, F. 2, 3. 

Cardium dubium Geinitz, 1. c. p. 52, 53, T. XVI, 
F. 21 (mal.); T. XXI, F. 20. — Reuss, geogn. 
Skizz. II, p. 151. — Geinitz, Grundriss, p. 4-24, 
T. XIX, F. 5. 

Ist im Umrisse der L. (Plagiosfoma) pectinoides Sow. sehr 
ähnlich. 3 — 8'" hoch, breit eiförmig, etwas schief, hoch ge- 
wölbt, vorne steiler abfallend , sonst ohne deutlichen Hof, mit 
schlanken übergebogenen Wirbeln. Die selten sichtbaren Ohren 
klein, stumpfwinklig. Vom Wirbel strahlen 40 — 50 gleiche, 
schmale, hohe, oben gerundete, senkrechte Rippen aus mit 
breiteren , am Grunde flachen Zwischenrinnen. Dichte , feine 
konzentrische Linien laufen darüber. Auf der dünnen Schale 
bemerkt man auf der Höhe der Rippen auch sehr feine dichte 
Längslinien. 

Häufig im Hippuritenkalk von Kutschlin, im Plänersand- 
stein von Hradek, Trziblitz, Tuchorzitz und Rannay, im Grün- 
sandstein von Gzencziz, Neuschloss, Semich, Malnitz und Laun, 
im grauen Kalkstein von Gzencziz, im Exogyrensandstcin von 
Malnitz, Drahomischel, Tuchorzitz und Koriczan, im untern 

Rürss, Versteinerungen, II. Abth. 



Quader von Tyssa und Kreibitz ; selten im untern Plänerkalk 
von Laun und in den Plänersandsteinbrocken aus dem Pyropen- 
führenden Konglomerate von Meronitz. 

7. L. amygdaloides Reuss. — T. XXXVIII, F. 16. 

Die grösste unserer Limen. Sie ist 2 — 2,5" hoch und 
1,5—1,6" lang (Höhe : Länge = 100 : 62), eiförmig und 
höchst gleichförmig gewölbt, so dass der gerundete Rücken 
nach allen Seiten gleich und alhnälig sich abdacht. Die vor- 
deren und hinteren Schlosskanten sind gleich, massig lang (y^s der 
gesamten Schalenhöhe betragend) und gehen in unmittelbarer 
Rundung in die Seitenränder über. Der Schlosskantenwinkel 
etwas spitzig (75"). Die Ohren gross und lang, besonders das 
vordere, oben stumpfwinklig. Kein Höfchen , wohl aber ein 
deutlicher Byssusausschnilt am vord?rn Rande. Die Schale 
dick, mit gedrängten feinen und stärkeren, konzentrischen Strei- 
fen und zahlreichen bogenförmigen, vertieften, am Grunde 
fein punktirten , radialen Linien, deren 2 — 3 mal so breite 
Zwischenräume sehr flach gewölbt sind. Letztere sind ge- 
wöhnlich nur am Rande sichtbar. 

Nicht selten im Hippuritenkalk von Koriczan. 

b. Truncalae , sehr ungleichseitig, vorne abgestuht, 
mit deutlichem Höfchen. 

8. L. septenicostata Reuss. — T. XXXVHI, F. 5, 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 184. 

Diese Spezies bildet eigentlich den Übergang von der 
vorigen Abtheilung zu der der Truncatae. Sie ist beiläufig 
0,5" hoch (Höhe : Länge = 100 : 66), etwas schief elliptisch, 
gewölbt , vorne undeutlich abgestutzt und ein schwaches Höf- 
chen bildend. Die kleinen spitzigen Wirbel stehen vor der 
Mitte. Die vordere Schlosskante doppelt so lang als die hin- 
tere. Auf dem Rücken sieben nicht sehr hohe, aber scharfe, 
schrägseitige , radiale Rippen mit gleichbreiten flachen Zwi- 
schenrinnen, über welche , so wie über die glatten Seiten, ge- 
drängte, feine, konzentrische Linien laufen, welche von noch 
feinern radialen Linien durchkreuzt werden. Die Ohren klein, 
besonders das vordere, welches durch einen deutlichen Absatz 
von der vordem Seite der Schale abgegrenzt ist. 

Sehr selten im untern glaukonitischen Plänerkalk von 
Laun. 

9. L. elongata Sow. — T. XXXVIII, F. 6, 9. 

Mantell, G. S. p. 129, T. XIX, F. 1. 
Plagiostoma elongatum Sow., M. C. T. DLIX, 

F. 2. 
Modiola parallela Sow., M. G. T. IX, F. 1. 
Lima plicatilis, Düjardin, 1. c. p. 227, T. XVI, 

F. 9. 

Ist sehr wechselnd in ihrer Form. Die Exemplare aus 
dem untern Plänerkalk von Laun, in welchem sie sehr häufig 
und von 1 — 2" Höhe vorkömmt, sind länger (Höhe : Länge 
= 100 : 78), schief-oval oder beinahe halbkreisförmig, mei- 
stens flach gewölbt, selten konvexer und besitzen 15 — 16 hohe, 
scharfe , schrägseitige Rippen mit etwas breiteren , am Grunde 



34 



flachen Zwischenrinnen. Besonders an der hintern Seite der 
Schale stehen die Rippen ■weiter auseinander. 

Die seltenen Exemplare aus dem Grünsandstein von Mal- 
nitz stimmen mit ihnen fast ganz überein, nur sind sie stets 
flach gewölbt. Diese Form steht also der L. canalifera Goldf. 
(1. c. T. CIV, F. 1) nahe. 

Die Exemplare dagegen aus dem Hippuritenkalke von 
Kutschlin und aus dem Plänersandstein von Trziblitz und 
Sembsch sind klein (6 — 12'" hoch), schmäler (Höhe : Länge 
= 100 : 50) , schief elliptisch , höher gewölbt und haben 
16 — 18 hohe, aber breitere, mehr rundrückige Rippen mit 
etwas schmäleren Zwischenrinnen. 

Immer ist die Oberfläche aber mit gedrängten , feinen, 
konzentrischen Linien bedeckt, welche auch die sonst glatte, 
seichte, schmale Lunula und die kleinen Ohren bedecken. Sie 
werden, besonders gegen den Rand hin, von einzelnen starken 
Anwachsringen unterbrochen. Die vordere Schlosskante ist fast 
doppelt so lang als die hintere ; beide slossen bei der schmä 
lern Form in einem spitzigen, bei der breitern im rechten 
Winkel zusammen. 

Ausser den schon oben erwähnten Fundorten trifft man 
diese Spezies noch, wiewohl selten, im obern Plänerkalk von 
Kutschlin und im Hippuritenkalk von Koriczan. 

10. L. lati Costa Roemer. 
RoEMER, 1. c. p. 57, T. 8, F. 9. 

1,5" hoch, 11'" lang, massig gewölbt, schief-halbkreis- 
rund, mit 14—15 breiten, steilen, flachrückigcn Längsrippen 
und gleichbreiten tiefen Zwischenrinnen. Über beide laufen 
feine konzentrische Linien und gegen den Rand hin einige 
stärkere Anwachsstreifen. Das lange lanzettförmige Mondchen 
ist nur der Länge nach fein linirt. Der vordere Schlossrand 
mehr als 1'/, mal so lang als der hintere. Der Buckel bei- 
nahe rechtwinklig. 

Selten im untern Plänerkalk von Laun. 

11. L.multicostata Geinitz. — T. XXXVIII, F. 7,8, 18. 

Geinitz, 1. c. p. 28, T. VIII, F. 3; Nachtrag T. VI, 
F. 10. — Reuss, geogn. Skizz., II, p. 183, 184. 

1—4" hoch; Höhe : Länge = 100 : 65. — Schief 
halbkreisrund, vorne gerade abgeschnitten, flach gewölbt. Der 
vordere Schlossrand 1 Yj mal oder bald doppelt so lang als 
der hintere. Der Buckel etwas spitzwinklig. Die dicke Schale 
mit 25 — 45 hohen, flachrückigcn, senkrechten Längsrippen 
und ebenso breiten oder etwas breileren, am Grunde flachen 
Zwischenfurchen. Über beide laufen gedrängte, feine, konzen- 
trische Linien, die bei beginnender Verwitterung der Schale 
deutlicher werden, unterbrochen von einzelnen stärkeren An- 
wachsringen. Bei fortschreitender Verwitterung der Schale 
sieht man aufder Höhe der Rippen überdiess sehr feine dichte 
Längslinien. 

An den Steinkernen sind die Rippen breiter, niedrig, 
flach-konvex und durch schmälere Furchen getrennt. Die Lu- 
nula tief eingedrückt, langoval, der Länge nach gestreift. Die 
Ohren verhältnissmässig klein, linirt. 



Sehr häufig im Plänersandstein von Hradek, Trziblitz und 
Schelkowitz (hier kleiner, mit 30 — 45 höhern schmälern Rip- 
pen), im Grünsandstein von Gzencziz, Semich, Malnitz, AVer- 
schowitz (gross, mit 20 — 25 breiteren Rippen) ; selten im Exo- 
gyrensandstein von Malnitz und Drahomischel ; häufig im un- 
tern Quader am Habichtstein bei Neuschloss, von Pankratz bei 
Reichenberg, von Kreibitz und Daubitz, und im obern Quader 
des Tetschner hohen Schneebergs. 

12. L. aspera Mantell. — T. XXXVIII, F. 17. 
Mantell, G. S. p. 129, T. XXVI, F. 18. — Goldf.i 

1. c. p. 90, T. CIV, F. 4. — Geinitz, 1. c. p. 23, 24, 
T. XX, F. 43, 44; Nachtrag T. VI, F. 9. 

0,5 — 1,4" hoch, schief eiförmig, flach gewölbt, vorne ge- 
rade abgeschnitten. Die vordere Schlosskante 1 ^/.^ — 2 mal so 
lang als die hintere. Der Buckel spitzwinkhg; das Mondchen 
lanzettförmig, seicht. Die Ohren klein. Die Schale mit zahl- 
reichen (35 — 50) flachen, niedrigen, oft etwas geschlängelten 
Rippen und doppelt schmäleren Zwischenfurchen. Dichte, feine, 
konzentrische Linien laufen darüber, wodurch die Rippen ge- 
körnt werden ; jedoch ist diess nur bei wenigen Exemplaren 
bemerkbar. Einzelne stärkere Anwachsringe fehlen nicht. 

Häufig im Hippuritenkalk von Kutschlin ; selten in den 
Konglomeratschichten von Kutschlin und aus den Schillingen 
bei Bilin; in dem Hippuritenkalk von Koriczan; im Exogyren- 
sandstein von Lobkowitz und Deberno, im Grunsandstein von 
Malnitz und im Plänersandstein von Trziblitz. 

13. L. Reiclienbaclii Geinitz. 

Geinitz, I. c. p. 24, T. VIII, F. 4; Nachtrag T. V, 
F. 9. — Roemer, 1. c. p. 57. 

Selten in den Konglomeratschichten von Teplitz und Ja- 
negg, und im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

14. L. Hopeii Deshayes. — T. XXXVIII, F. 11, 12. 

Plagiostoma Hoperi Mantell, G. S. p. 205, 

T. XXVI, F. 2, 3, 15. — SowERBY, M. C. 

T. CCCLXXX. 
Pachytos Hoperi Defrance, dict. d. sc. nat. Vol. 

37, p. 207. 
Lima Hoperi Bronn, leth. geogn. p. 682, 683, 

T. XXXII, F. 8. 
Plagiostoma Mantellii Brongniart, desc. d. env. 

d. Par. T. IV, F. 3. 
Lima Mantellii Goldfuss, 1. c. II, p. 92, T. CIV, 

F. 9. — Roemer, I. c. p. 59. — Geinitz, \. c. 

p. 24. 

0,25 — 2,5" hoch, in seiner Form sehr wechselnd, bald 
quer-oval, bald schief -eirund oder selbst mehr als halbkreis- 
rund, bald sehr flach, bald etwas stärker gewölbt. Der Wirbel 
sehr kurz, vom Rechtwinkligen bis zum Stumpfen alle Mittel- 
stufen darbietend. Die vordere Schlosskante fast um die 
Hälfte länger als die hintere. Beide gerade, selten die vordere 
schwach eingebogen. Die glänzend glatte Oberfläche der dün- 
nen Schale zeigt zahlreiche, auf den Seiten mehr genäherte, 
in der Mitte entfernter stehende, undeutlichere oder im höhern 
Alter auch ganz verwischte, oft etwas gebogene, feine, vertiefte 



35 



Radiallinien mit breiteren flachen Zwischenräumen. Gegen 
den Wirbel hin fehlen sie gewöhnlich ganz. Ausseist feine 
konzentrische Linien laufen darüber und treten ia den radialen 
Linien als feine Grübchen auf, die nur dem bewaffneten Auge 
deutlich sind. Bei ganz kleinen Exemplaren sind beiderlei 
Linien am deutlich.sten und auf der ganzen Schale sichtbar ; 
bei älteren und grösseren Exemplaren nur an den Seiten und 
dem Rande zunächst. Manchmal bemerkt man auch einzelne 
starke Anwachsringe. 

Das Mondchen gross, oval, ziemlich tief. Die Flügel klein, 
besonders der hintere, der Länge nach stark linirt. 

L. Mantellii und Hoperi stimmen ganz überein; nur der 
Schlosskantenwinkel würde den Unterschied machen. Doch 
auch dieser fällt weg, da man an einem und demselben Fund- 
orte alle Mittelstufen von dem Winkel von beiläufig 90" bis 
zu dem von 130" findet. 

Sehr häufig im obern Plänerkalk von Hundorf, Kutschlin, 
Kystra, Mariaschein , Pokralitz , vom Sauerbrunnberg bei Bilin 
u. a. 0. ; selten im untern Plänerkalk von Laun, im Pläner- 
mergel von Luschitz und Kystra sehr klein) ; in den Konglo- 
meralschichten vom Borzen bei Bilin. 

15. L. undulata Reuss, T. XXXVIII, F. 13. 

ReüSS, geogn. Skizz., II, p. 184, 185. 

1_1,5" hoch. Höhe : Länge = 100 : 91. Schief 
halbkreisförmig, sehr flach gewölbt, vorne gerade abgeschnitten 
und ein fast ebenes schmales Höfchen bildend , das mit dem 
Rücken im rechten Winkel zusammenstösst. Die Schlosskanten 
bilden einen Winkel von nicht ganz 90". Der untere Rand 
bildet das Viertheil eines Kreises. Zaidreiche, etwas wellen- 
förmige, vertiefte, punktirte Linien verlaufen vom Wirbel aus 
fast bogenförmig über die Schale. Die flachen, 3 — 4 mal 
breiteren Zwischenräume derselben zeigen dichte äusserst feine 
Radiallinien. Über alle sieht man mehrere sehr starke An- 
wachsringe verlaufen. Sie ähnelt der L. obscura Dujardin, 
von der sie sich aber durch die feinen Streifen zwischen den 
punktirten Linien, so wie durch die Kürze des hintern Schloss- 
randes , der nur die Hälfte des vordem beträgt , unterscheidet. 

Findet sich häufig im Plänersandstcin von Trziblitz und 
Schirzowitz. 

Seltene und undeutliche Steinkerne aus dem Grünsandsteine 
von Laun scheinen ebenfalls hieher zu gehören. 



16. L. dicliotoma Reuss. 



T. XXXVIII, F. 10. 



Es hat sich von dieser schönen Muschel bisher nur ein 
wohl erhaltenes Exemplar im obern Plänerkalk von Hundorf 
gefunden. Es ist 2,33" hoch und 1,5" lang , schief-eiförmig, 
flach gewölbt, mit spitzwinkligem Buckel. Der vordere ge- 
rade Schlossrand ly^ mal so lang, als der hintere. Das ver- 
tiefte Mondchen lanzettförmig, stösst mit dem Rücken recht- 
winklig zusammen. Die ziemlich dicke Schale mit 30—35 
breiten, niedrigen, oben ganz flachen, senkrechten, ungleichen 
Rippen, die in der Mitte der Schale 2—4 mal so breit sind, 
gegen die Seiten hin schmäler und etwas gewölbt werden. Sie 



sind durch sehr schmale, aber tiefe, am Grunde flache Furchen 
geschieden. Durch einzelne starke Anwachsringe werden sie 
unterbrochen und zum Thcile von der geraden Linie abgelei- 
tet. Unterhalb des ersten dichotomiren alle Rippen mit Aus- 
nahme der schmälsten am vorderen Rande, die sich erst gegen 
ihr unteres Ende hin spalten. Gedrängte, feine, konzentrische 
Linien laufen über Rippen und Furchen und sind an den seit- 
lichen Rippen besonders deutlich, während sie in den seillichen 
Furchen als seichte quere Grübchen auftreten. Die Ohren 
verhältnissmässig klein, besonders das vordere; das hintere 
grösser, stumpfwinklig, durch einen deutlichen Absatz vom 
Rücken getrennt, mit 6 — 7 flachen Rippen und dichten kon- 
zentrischen Linien. Das Mondchen nur längsgestreift. 

17. L. plana Roemer. — T. XXXVIII, F. 20. 

RoEMER, Oolith. T. XIII, F. 18; Kreidegeb. p. 57. 

1—1,25" hoch (Höhe : Länge = 100 : 72), schief- 
halbkreisförmig, sehr flach gewölbt. Die vordere Schlosskante 
1 y, mal so lang als die hintere. Die lanzettförmige schmale 
Lunula ziemlich tief, scharf gekantet, fein längs- und querge- 
streift. Die Oberfläche der dünnen Schale mit schmalen, ra- 
dialen, punktirten Furchen, deren oftmals dichotome flache 
Zwischenräume 2 — 3 mal breiter sind. Überdiess laufen dichte, 
feine , konzentrische Linien und zahlreiche stärkere Anwachs- 
ringe darüber. 

Häufig im Hippuritenkalk und dem darunter liegenden Exo- 
gyrensandstein von Koriczan. 

18. L. laevissima Reuss. — T. XXXVIII, F. 14. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 184. 

0,5 — 1" hoch. Höhe : Länge = 100 : 86. — Bei- 
nahe schief-kreisförmig, sehr flach gewölbt, vorne gerade ab- 
geschnitten und ein nur wenig eingedrücktes llnirtes Höfchen 
bildend. Der vordere Schlossrand zweimal so lang als der 
hintere, der allmälig in den untern Rand übergeht und mit 
ihm mehr als einen halben Kreisbogen bildet. Die Schloss- 
ränder stossen in einem kaum stumpfen Winkel zusammen. 
Die Rückenfläche ganz glatt, nur dem bewaffneten Auge 
äusserst feine, gedrängte, etwas bogenförmige, radiale und eben- 
solche konzentrische Linien zeigend. Die Ohren klein, be- 
sonders das vordere, fein linirt. 

Selten im Exogyrenkalk von Drahomischel , im sandigen 
Hippuritenkalk von Kutschlin und im grauen Kalkstein von 
Czencziz. 

19. L. decalvata Reuss. — T. XXXVIII, F. 19. 

Bis 2" hoch und fast ebenso lang, beinahe kreisförmig, 
sehr flach gewölbt, mit rechtwinkligem Buckel. Die vordere 
Schlosskante nur um ein Viertheil länger als die hintere. Die 
dünne Schale mit dichten, feinen, konzentrischen Linien und 
zahlreichen stärkeren Anwachsringen bedeckt. Die Ohren sehr 
klein, linirt. 

Selten im Plänersandstcin von Trziblitz, 



36 



c. Sponäylidae d'Orb. 
Spondjlus Deshayes. 
a. Pacht/los Defrance. 

1. Sp. spinös US GoLDFUss. 

Plagiostonia spinosum Sow. , M. C. T. LXXVIII, 
F. 1, 2, 3. — Defrance, dict. d. sc. nat. T. LXXVIII, 
F. 2 ; T. LXXIX, F. I. — Brongniart, descr. des 
env. d. Par. T. IV, F. 2. — Hisinger , leth. suec. 
p. 5'«., T. XV, F. 4. — Mantell, G. S. p. 203, 
T. XXVI, F. 10. — DE LA Beche, geol. man. 
p. 298, F. 4.3. 

Pachytos spinosus Defrance, dict. d. sc. nat. 
Vol. 37, p. 207. 

Pectinitcs aculeatus v. Sculotheim, Petrefktlide. 
I, p. 228. 

Spondylus spinosus Goldfuss , I. c. II, p. 95, 
T. CV, F. 5. — Bronn, letii. geogn. p. 684, 685, 
T. XXXII, F. 6. 

Spondylus duplicatus Goldfuss, I. c. p. 95, 96, 
T. CV, F. 6. 
Var. ß. Mit gleichförmigen Rippen (Sp. spinosus Goldf.) 
(3. Mit abwecliselnd grösseren Rippen (Sp. dupli- 
catus Goldf. \ 

Beide Varietäten sehr häußg im obem Plänerkalk, überall, 
besonders bei Hundorf, Kutschlin , Pokratitz, Mariaschein, Ko- 
stenblatt, am Sauerbrunnberge und am Borzen beiBilin u. s. w. ; 
seltner im untern Plänerkalk von Kosstitz, Laun, aus den Schil- 
lingen bei Bilin ; in den Konglomeratschichten von Teplitz 
und im Plänersandstein von Trziblitz. Im Plänermergel und 
untern Quader fehlend. 

2. Sp. hystrix Goldfu.ss. 

Goldfuss, 1. c. II, p. 96, T. CV, F. 8. 

Im Plänersandstein von Trziblitz trifft man selten Schalen, 
welche, obwohl sie nicht ganz mit der GoLDFUSs'schen Diagnose 
übereinstimmen , ihr doch am nächsten kommen. Sie sind 
0,5 — 0,7" hoch, etwas schief kreisförmig, gewölbt und mit 
zahlreichen schmalen Längsrippen bedeckt, die durch etwas 
breitere Zwischenrinnen geschieden werden. 13 — 15 Rippen 
ragen stärker hervor und sind mit entfernten senkrechten Sta- 
cheln besetzt. Zwischen je zwei solcher Rippen liegen zwei 
niedrigere , die bald unterhalb des Wirbels zum ersten Male 
und unter der Mitte zum zweiten Male dichotomiren und glatt 
sind. Feine konzentrische Linien laufen übrigens über die ganze 
Schale. 

5. Podopsis Lamarck. 

3. Sp. truncatus Lamk. — T. XLV, F. 18. 
Goldfuss, 1. c. II, p. 97, 98, T. CVI, F. 4. — Bronn, 

Lethäa, p. 686, 687, T. XXXII, F. 7. 

Encycl. meth. T. CLXXXVIII, F. 6, 7. 

Ostracites labiatus Wahlenberg, act. Upsal. VIII, 
p. 59, T. IV, F. 5, 6. 

Podopsis truncata Lamk., bist. nat. VI, 1, p. 195. 
— Defrance dict. d. sc. nat. T. LXXVIII, F. 3. — 
Brongniart, descr. d. env. d. Par. T. V, F. 2. — 
Nilsson, 1. c. p. 27, T. III, F. 20. — Hisinger, 



leth. suec. p. 55, T. XVI, F. 1. — de la Beche, 
geol. man. p. 298, F. 46. 

Die linke Schale 7 — 10'" hoch, eiförmig, sehr stark ge- 
wölbt , oben fast cylindrisch. Der starke verlängerte Buckel 
durch eine breite höckerige Anheftungsfläche abgestutzt. Die 
Oberfläche mit bald gleichen, bald ungleichen, schmäleren und 
breiteren, mehr oder weniger genäherten, oftmals sich in linienför- 
niige Radien zerspaltenden , oben gerundeten Rippen , welche 
von feinen konzentrischen Linien bedeckt und von einzelnen 
starken , reifenartig vorstehenden Anwachsringen unterbrochen 
werden. An den Seiten, dem Wirbel zunächst, und an den 
breiten Ohren nehmen die immer flacher werdenden Rippen 
plötzlich eine andere, mit der frühern einen starken Winkel 
bildende Richtung an. 

Sehr selten in dem untersten Plänerkalk vom südlichen 
Fuss des Borzen und in den Schillingen bei Bilin und im 
Plänersandstein von Trziblitz. 

c. Dianchora Sowerby. 

4. Sp. lineatus Goldfuss. — T. XL, F. 7, 8, 9. 
Goldfuss, 1. c. II, p. 97, T. CVI, F. 3. — Geinitz, 
L 0. p. 25, T. XX, F. 39. 

0,33 — 1,5" hoch, breit-oval oder fast kreisförmig. Die 
linke flache Schale mit ihrer ganzen äusseren Fläche ange- 
wachsen ; ihre innere Fläche mit zahlreichen flachen, unglei- 
chen , öfters etwas wellenförmigen Rippchen, deren Zwischen- 
räume schmäler sind; der untere Rand stark gekerbt, setzt in 
stärkere oder schwächere Randfalten fort, die mit dem unter- 
liegenden Körper zusammenhängen. Zuweilen ist jedoch nicht 
die ganze äussere Fläche angeheftet und dann ist der dem 
unteren Rande zunächst gelegene freie Raum flach und schmal 
gerippt und überdiess mit dichten, wellenförmigen, konzentri- 
schen Streifen bedeckt ; ebenso der zunächst den Ohren senk- 
recht emporsteigende Seitenrand. Die Ohren klein, rechtwink- 
lig, zuweilen schwach gefaltet oder verbogen. 

Die rechte Schale hoch gewölbt, mitunter fast halbkugelig, 
bedeckt mit 60 — 70 schmalen, flacbgewölbten , an den Seiten 
nur sehr selten dichotomirenden Rippen, deren Zwischenrinnen 
bald breiter, bald schmäler sind. Feine konzentrische Linien 
lauten darüber und sind besonders in den Furchen deutlich. 
Auch fehlen stärkere Amvachsringe nicht. Die Ohren sind 
klein, rechtwinklig, herablaufend und immer längs-linirt. Der 
Buckel ist gewöhnlich rechtwinklig. 

Äusserst häufig, aber selten wohl erhalten im untern 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, selten in den Konglomerat- 
schichten daselbst, im obern Plänerkalk von Hundorf, Kutsch- 
lin und vom Sauerbrunnberg bei Bilin, im Plänersandstein von 
Trziblitz und Im Exogyrensandstein von Malnitz. 

5. Sp. obliquus Mantell. — T. XL, F. 4. 

Dianchora obliqua Mantell, G. S. p. 206, T. XXV, 
F. 1; T. XXVI, F. 2. 

1,5 — 2" hoch, schief-eiförmig oder kreisförmig. Die linke 
Klappe angewachsen; auf ihrer Innern Fläche zahlreiche (55 — 70), 
grossentheils dichotome, schmale, gewölbte Rippen mit gleich- 



37 



breiten oder schmäleren Zwischenrinnen ; die Seitenränder un- 
gleich emporstehend. Oft ist die ganze Schale unregelniässig 
verbogen. 

Die rechte Schale massig gewölbt, mit rechtwinkligem 
Buckel. Die Schale nach hinten eine schiefe halbkreisförmige 
Ausbreitung bildend. Auf der Oberfläche 55 —70 schmale, 
gewölbte, oft dichotome Rippen mit breiteren flachen Zwischen- 
rinnen. Zwischen den nicht dichotomen Rippen liegt in der 
Furche eine schwach erhabene Längslinie. Die Rippen sind 
zuweilen fein längsgestreift und feine konzentrische Linien und 
hie und da auch stärkere Anwachsringe laufen über die Ober- 
fläche. Der untere Rand innen gekerbt. Die Ohren klein, 
etwas stumpfwinklig, herablaufend. 

Nicht häufig im Plänersandstein von Tiziblitz , im grauen 
Kalkstein von Czencziz und im untern Quader von Tyssa. 

6. Sp. striatus Sowerby. — T. XL, F. 5, 10, 11. 

GoLDFUss, 1. c. II, p. 98, T. CVI, F. 5. 
Dianchora striata Sowerby, M. C. T. LXXX, 

F. 1. — Defrance, dict. d. sc. nat. T. LXXVIII, 

F. 1. 
Podopsis striata Brongniart, I. c. T. V, F. 3. 
Spondylus Roemeri Deshayes, in mem. d. 1. 

SOG. geol. de Fr. V, 1, p. 10, 11, T. VI, F. 8, 

9, 10. 

1 — 3" hoch; die linke Schale aufgewachsen, unregelmäs- 
sig verbogen. Ihre innere Fläche mit massig hohen, zum 
Theile dichotomen, radialen Rippen, die bald breiter, bald 
schmäler sind, als die flach konkaven Zwischenrinnen. 

Die rechte Schale regelmässig, schief- kreisförmig oder 
breit-oval, flach konvex, mit zahlreichen, am Rande ziemlich 
hohen , gegen den fast rechtwinkligen Buckel aber sich bald 
verwischenden, radialen Rippen, die von zahlreichen konzen- 
trischen Linien und gegen den gekerbten Rand hin von starken 
Anwachsringen durchkreuzt werden. In den am Grunde flachen 
Zwischenrinnen , die gewöhnlich schmäler, zuweilen aber auch 
breiter sind als die Rippen, liegt oft eine erhabene Linie , die 
aber nur im untern Theile sichtbar ist. Die ungleichen stumpf- 
winkligen Ohren, deren vorderes bedeutend grösser ist, sind 
dicht konzentrisch gestreift. 

Ziemlich häufig in den Konglomeratschichten von Teplitz, 
im Hippuritenkalk von Kutschlin und Koriczan , im Grünsand- 
slein von Laun und Czencziz, im Exogyrensandstein von Mal- 
nitz und im Plänersandstein von Trziblitz und Hradek. 

7. Sp. undulatus Geinitz. — T. XL, F. 6. 
Geinitz, 1. c. p. 82. — Nachtrag, T. VI, F. 8. 

Immer sehr klein, nur 3 — 4'" hoch, mehr oder weniger 
breit-eiförmig mit spitzwinkligem Buckel. Linke Klappe stark 
gewölbt, die rechte flach konvex oder auch selbst etwas ver- 
tieft. Die Oberfläche ist mit sehr zahlreichen feinen , di- 
chotomen , wellenförmig gebogenen , erhabenen Linien be- 
deckt, die durch viele sehr starke Anwachsringe unterbrochen 
werden. 

Im Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz verein- 
zelt vorkommend. 



Plicatula Lamarck. 

1. P. inflata Sow. 

Sow., M. C. T. CDIX, F. 2. — Goldfuss , 1. c. II, 

p. 102, T. CVII, F. 6. 
Plicatula spinosa Mantf.ll , G. S. p. 129, 130, 

T. XXVI, F. 13, 16, 17. 

3 — 4'" hoch, fast kreisförmig, gewölbt, entweder mit rip- 
penförmigen Erhöhungen oder auch nur mit vorstehenden blätt- 
rigen, konzentrischen Absätzen, die mit kleinen, entfernten, an- 
gedrückten Stacheln — den Fortsätzen der Schalenlaraellen 
— besetzt sind. 

Selten im Plänerkalk von Kutschlin und Hundorf. 

2. PI. pectinoides Sow. — T. XXXI, F. 16, 17. 

Sow., M. C. T. CDIX, F. I. 

3,5 — 4'" hoch, breit-eiförmig oder fast kreisrund, etwas 
schief, gewölbt, mit durch eine breite Anheftungsstelle schräg 
abgestutztem Wirbel und zahlreichen (25 — 30) ungleichen, un- 
regelmässigen , schmalen , hohen', oft dichotomen Längsrippen, 
welche von feinen konzentrischen Linien und wenigen , aber 
starken Anwachsringen bedeckt sind und einzelne schwache, 
angedrückte Stacheln tragen. 

Nicht selten im obern Plänerkalk von Trziblitz, selten im 
Plänermergel von Weberschan und im Pyropensande von 
Trziblitz. 

3. PI. r ad lata Goldfuss. 

GoLDFUss, 1. c. n, p. 102, T. CVU, F. 7. 

0,5 — 1" hoch, oval-kreisförmig, sehr flach. Die geraden 
Schlossränder stossen im stumpfen Winkel zusammen. Die 
Oberfläche bald fast ganz glatt, mit unregelraässigen, feinen, 
konzentrischen Linien, bald mit dergleichen erhabenen oder 
auch blättrigen Streifen. Stets aber sind einzelne entfernte, 
kurze, unterbrochene, niedrige und schmale radiale Streifen 
vorhanden. 

Im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

d. Ostracidae d'Orb. 

Ostrea Lamarck. 

c. Gryphaeatae. 
1. 0. vesicularis Lamk. — T. XXIX, F. 21, 22; 

T. XXX, F. 1—8. 
Lamarck, annal. du Mus. Vol. 14, T. XXH, F. 3. — 

Brongniart, 1. c. T. III, F. 5. — Nilsson, 1. c. 

p. 29, T. VII, F. 3, 4, 5. — Goldfuss, 1. c. II, 

p. 23, 24, T. LXXXI, F. 2, a— p. — Hisinger, 

1. c. p. 46, T. XIII, F. 2. — DE LA Beche, geol. 

Man. p. 299, F. 48. — Geinitz, Grundriss p. 483, 

T. XX, F. 18. 
0. deltoidea Lamk., ann. du mus. Vol. 14, T. XXI, 

F. 3. 
Ostracites mysticus v. Schlotheim, min. Taschenb. 

1813, VII, p. 112. 
H nitre Faujas St. Fond., mont. St. Pierre, T. XXII, 

F. 4, T. XXV, F. 5? 
Gryphaea vesicularis Bronn, Lethäa. p. 670, 

T. XXXII, F. 1, a— c. 



38 



Gryphaea globosa Sow., M. C. T. CCCXCII. 
Gryphaea dilatata Sow., M. C. T. CXLIX, F. 1, 2. 

— Phillips Yorksh. T. VI, F. 1. 
Gryphaea convexa Morton, in Sillim. amer. journ. 

XVIII, p. 250. — Synops. of the org. rem. of Ihe 

cret. group of the unit. Stat. T. IV, F. I, 2. — 

Journal Acad. nat. Sc. VI, T. IV, F. 1, 2; T. V, 

F. 1-3. 
G. miitabilis Moeton, in Silliman. americ. journ. 

XVIII, p. 250. — Synops. of the rem. of the cret. 

group. of the unit. stat. T. IV, F. 3. — Journal 

acad. nat. sc. VI, T. IV, F. 3. 
Ostrea convexa Say, in Morton synops. 
Gryphites truncatus v. Schlotheim, Petrefktkd. 

p. 289. 
Gryphaea truncata GoLCFtss, b. Dachen, p. 321. 
Ostrea biauriculata Lamk., bist. nat. VI, p. 219. 
Ostrea m arglnata Riiuss, geogn. Skizz. II, p. 178. 

Diese im böhmischen Kreidegebirge sehr verbreitete Mu- 
schel wechselt ausserordentlich in ihrer Form. Gewöhnlich ist 
sie klein (4 — 6'" hoch), selten erreicht sie eine Grösse von 
11 — 18'". Die linke Schale ist hoch konvex, bald rundlich, 
balbkugclföimig, bald eiförmig, quer-oval, bald halbmondförmig 
gebogen und bildet voine sehr oft eine kleine llügelförinige 
Verlängerung, wahrend sie hinten kurz und gerundet ist. Sehr 
selten findet sie sich frei, mit verlängertem Wirbel, fast stets 
ist der Wirbel mehr oder weniger unregelmässig abgestutzt 
durch die konkave oder flache Anheftungsstelle , an der die 
Schalensubstanz oft bedeutend verdickt ist. Zuweilen ist sie 
so gross, dass die Auster fast mit ihrer ganzen äussern Fläche 
aufsitzt und nur ein 3 — 4'" hoher senkrechter Rand frei steht, 
der dann oft verbogen ist. (0. niarginata Reuss. — 0. trun- 
cata Lamk.) 

Die Deckclklappe ist mehr oder weniger rundlich oder in 
die Quere verlängert, ganz flach oder selbst eingedrückt. Von 
der Schlossrinne läuft ein wulstig vorstehender Saum Mantel- 
saum) rings um die Schale, welcher zunächst dem Schlosse ge- 
kerbt, im übrigen Theile glatt ist. Er scheidet den mittlem 
Theil der Schale von einem schmälern oder br?itern ganz fla- 
cJien oder, was gewöhnlich stattfindet, etwas nach aussen In 
die Höhe gebogenen Randsaume, der zuweilen auch etwas 
lallig verbogen ist. Der rundliche oder halbkreisförmige, kleine 
Muskeleindruck liegt in oder über der Mitte der Höhe vor der 
Mitte der Schalenlänge. 

Die äussere Oberfläche ist unregelmässig konzentrisch 
linirt und gestreift, oft mit blättrig vorstehenden Anwachslinien. 
Bei den grösseren Exemplaren treten einzelne grössere Falten 
hervor. Die radialen Linien, die sonst die äussere Fläche der 
Deckelklappe zieren, sind an unseren Exemplaren nicht zu 
bemerken. — Ostrea ungula equina v. Hagenovv (Bronn's 
Jahrb. 1842, p. 548) aus der Kreide von Rügen dürfte wohl 
auch hieher gehören ; wenigstens findet man bei uns Formen, 
die recht wohl damit übereinstimmen. 

Im obern Plänerkalk von Kutschlin und in den untern 
Plänerschichten vom Borzen bei Bilin findet sich auch die Form, 
die mit den Namen 0. biauriculata bezeichnet wird. Sie ist 
0,75 — 2" gross und besitzt an jeder Seite des Wirbels eine 



grosse flügelartige Ausbreitung, wodurch der Schlossrand lang 
und gerade wird. Sonst stimmt sie ganz mit den andern Va- 
rietäten überein. 

Geht durch alle Schichten der böhmischen Kreideforma- 
tion hindurch, indem man sie überall im Plänerkalk, Pläner- 
mergel, in den Konglomeratschichten, im Hippuritenkalk, Plä- 
nersandstein, Grünsandstein, grauen Kalkstein und Exogyrensand- 
stein findet. Am häufigsten trifft man sie jedoch im untern 
Plänerkalk von Kosstitz und im Exogyrensandstein von Malnitz 
und Drahomischel, besonders an letzterem Orto zu Tausenden 
dicht zusammengedrängt. 

b. Ostreae simplices. 
a. Pli c atap. 

2. 0. cai'i II ata Lamk. 

Parkinson, org. rem. III, T. XV, F. 2. 

Lamarck, bist. nat. VI, p. 216. — Encyclop. meth. 
T. CLXXXVII, F. 3 — 5. — Deshayes, coq. caract. 
T. Xni, F. 1. -- Brongniart, 1. c. T. III, F. 11. 
— SowERBY, M. C. T. CCCLXV; gen. of shells, 
Ostrea T. II, F. 1. — Zieten, Verslein. Württem- 
bergs, T. XLVI, F. 2. 

0. diluviana Nilsson, 1. c. p. 32, T. VI, F. 1, 2. 

0. prionota Goldfuss, 1. c. II, p. 10, T. LXXIV, 
F. 8. 

0. rectangularis Roemer, Oolith. Nachtr. T. XVIII, 
F. 15. 

Nicht selten im untern Quader von Tyssa und von Pan- 
kralz bei Reichenberg; selten im untern Quader von Merklo- 
witz (Königgrätzer Kreises) ; im untern Plänerkalk von Wollenitz, 
im Pläncrmergel von Priesen und im Pyropensande von Trzi- 
blitz (an den letzten drei Fundorten stets sehr klein). 

3. O. diluviana Linne. — T. XXX, F. 16,17; T. XLI, 

F. 1; T. XLV, f. 1. 

Encyclop. meth. T. CLXXXVII, F. 1, 2. — Goldfuss, 

I. c. II, p. 11, 12, T. LXXV, F. 4. — Hisinger, 

leth. suec. p. 49, T. XIV, F. 5. 
0. macroptera Sowerby, M. C. T. CDLXVIII, F. 2, 3. 
0. pectinata Goldfuss, 1. c. II, p. 9, 10, T. LXXIV, 

F. 7 (Jugendform). 
0. plicato-s triata Geinitz, I. c. p. 85, T. XXI, 

F. 14, 15. 

Bis 6" hoch, sehr dickschalig, im Jugendzustand lang dreiseitig- 
oval und etwas gebogen, später breit oval-dreiseitig oder selbst drei- 
seitig, besonders die rechte Schale. An der vordem Seite ein gros- 
ses, flaches, undeutlich geschiedenes Ohr, das im höhern Alter 
ganz mit dem Schalenkörper verschmilzt und nicht zu unter- 
scheiden ist. Die linke Schale stärker gewölbt in ihrem hin- 
teren Theile als die rechte, meistens mit der ganzen äussern 
Fläche aufgewachsen, so dass nur der dicke, hohe, mit säge- 
förmigen Falten bedeckte Rand frei in die Höhe steht; die 
Schlossrinne dreiseitig, zugespitzt, gebogen. 

Die rechte Klappe wenig gewölbt, an ihrer äussern Fläche 
mit 20—24 scharfen Fallen, die im Alter nur in der Nähe 
der Ränder sichtbar sind, auf dem Rücken aber ganz verschwin- 
den, so dass dieser dann ganz eben wird. Am Rande bilden 
sie hohe, scharfe, zackige Sägezähne, die zwischen die der 



39 



ünterklappe eingreifen. Ihre Oberfläche ist mit zigzagförmi- 
gen blättrigen Streifen bedeckt. Die Schlossrinne lang, aber 
nicht sehr breit, oben gerade abgestutzt. 

Der grosse, tiefe, breit nierenförmige oder eiförmige Mus- 
keleindruck liegt auf der vordem Hälfte der Schale, zum Theile 
auf der ohrförmigen Ausbreitung. 

Die feinen Längsstreifen, welche die Randfalten bedecken 
und welche Geinitz als charakteristisches Merkmal seiner O. pli- 
cato-striata anführt, findet man bei allen Exemplaren von 0. 
diluviana, aber hier wie dort nur auf den mittleren Schalen- 
lamellen, während die innere Fläche ganz glatt ist. 

Häufig im untern Quader von Tyssa ; im Hippuritenkalk 
von Kutschlin, von Deberno (Kaurzimer Kr.) und Wodolka, an 
letzterm Orte besonders gross ; selten in den Konglomerat- 
schichten von Kutschlin. 

4. 0. sulcata Blumenbach. — T. XXVHI, F. 2, 3, 4, 8. 
Blumenbach , spccim. archaeol. teil. T. I, F. 3. — 

— GoLDruss, 1. c. n, p. 13, T. LXXVI, F. 2. 

0,75 — 2" hoch, undeutlich dreiseitig-oval. Auf der äussern 
Fläche der Deckelklappe verläuft in der Mitte vom Wirbel bis 
zum untern Ende ein hoher, gleichförmiger, breiter, runder, 
glatter Kiel , wälirend der hintere und der breitere vordere 
Seitentheil der Schale flach ausgebreitet und der Quere nach 
gefaltet sind. Die Falten sind rundrückig und gehen entweder 
bis zu dem Kiele oder sind nur auf den Rand beschränkt. 
Selten fehlen sie ganz. Die dreieckige Bandrinne breit. Der 
grosse viereckig-rundliche Muskeleindruck liegt auf dem vor- 
dem flachen Theile der Muschel vor der breiten, tiefen, mitt- 
leren Längsfurche, die der oben erwähnte Kiel auf der Innern 
Fläche hervorbringt. Der Mantelsaum ist im obcrn Theile 
gekerbt. 

Selten und klein im Plänermergel von Priesen, häufiger 
und grösser im untern Piänerkalk der Schillinge bei Bilin und 
im untern Quader von Koschatek. 

5. 0. subplicata Geinitz. — T. XXXI, F. 11. 
Geinitz, 1. c. p. 85, T. XXI, F, 16. 

Von dieser Spezies wurde im Hippuritenkalk von Kutsch- 
lin bisher nur die rechte Schale aufgefunden. Sie ist im 
Durchschnitt 1,25" hoch, breit-eiförmig, massig dick, hoch ge- 
wölbt, mit dickem, etwas vorwärts gekrümmtem, hohem, steil 
abfallendem, oben abgestutztem Wirbel. Hinten fällt der halb- 
mondförmig gebogene, hohe Rücken fast senkrecht ab, während 
er nach vorne in eine halbkreisrunde Ausbreitung übergeht, 
die vom Buckel durch eine tiefe Bucht getrennt ist. Am Rande 
vier kurze, aber breite und hohe rundrückige Falten. 

6. 0. flabelliforinis Nilsson. — T. XXVIII, F. 16; 

T. XXIX, F. 19, 20. 
Nilsson, 1. c. p. 31, T. VL F. 4. — Goldfüss, I. c. 

II, p. 12, 13, T. LXXVI, F. 1. — HisiNGER, 1. c. 

p. 48, T. XIV, F. 1. 
Ostrea Mantell, G. S. p. 20", T. XXV, F. 4. 
O. semi plana Sowerby, M. C. T. CDLXXXIX, F. 3. 
0. inconstans Dujardin, mem. d. I. soc. geol. d. 

Fr. 1837, II, 2, p. 229. 



1 — 2,5" hoch, fast kreisrund oder breit-eiförmig oder 
auch in die Quere verlängert, oft schief nach hinten sich in 
einen breiten Lappen ausdehnend. Die Unterschale mit der 
ganzen äussern Fläche oder doch einem grossen Theile der- 
selben aufgewachsen, in der obern Hälfte konkav, mitunter 
ziemlich tief; im untern Theile sich verfläcliend. Die Band- 
rinne breit dreieckig, zugespitzt. Der Wirbel ist gewöhnlich 
auswärts gebogen , so dass er mit der äussern Fläche der 
Schale einen Winkel bildet. Der Mantelrand zunächst dem 
Schlosse fein gerunzelt oder gekerbt, sonst glatt. Er trennt 
von dem mittlem Theile der Schale einen bald breitern, bald 
schmälern Saum , der in mehr oder weniger zahlreiche, unre- 
gelmässige, gerundete Falten verbogen ist, die sich sehr selten 
über den Mantelrand fortsetzen. Die Falten sind zuweilen sehr 
sparsam oder auch sehr flach oder verschwinden beinahe ganz. 
Der massig grosse, flache, halbkreisförmige Muskeleindruck liegt 
in der Mitte der Schalenhöhe vor der Mitte ihrer Länge. 

Die rechte Klappe wenig konvex , selten stärker gewölbt, 
ebenfalls unregelmässig gefaltet, mit lappigem oder auch nur 
höckerig verbogenem Rande. Die äussere Fläche mit unregel- 
mässigen blättrigen Anwachsstreifen. 

Im obern Piänerkalk von Hundorf und vom Sauerbrunn- 
berge bei Bilin ; im untern Piänerkalk von Kosstitz, vom Panz- 
nersiiügel und aus den Schillingen bei Bilin ; im Exogyren- 
sandstein von Malnitz und Drahomischel; selten im untern 
Quader von Zloseyn. 

ß. Laeves. 

7. O. hippopodium Nilsson. — T. XXVIII, F. 10—15, 
17, 18; T. XXIX, F. 1 — 18; T. XXX, F. 13—15. 
Nilsson, 1. c. p. 30, T. VII, F. 1. — Goldfüss, 1. c. 
II, p. 23, T. LXXXL F. 1. — HisiNGER, 1. c. p. 47, 
T. XIII, F. 4. 
0. Nilssoni v. Hagenow in Bronn's Jahrbuch 1842, 
p. 546, 547. 

Wenn bei Bestimmung der Auslern überhaupt ihre sehr 
veränderliche Form immer sehr gj-osse Schwierigkeiten mit 
sich bringt , so scheint diess doch bei der erwähnten Spezies 
in besonders hohem Grade der Fall zu sein, umsomehr, da die 
NiLSSON'sche Beschreibung viel zu kurz und schwankend ist 
und die gegebene Abbildung nur eine einzelne Form darstellt. 
Es lässt sich daher die Spezies nur schwer sicher begrenzen 
und manche Form kann wohl nur mit Zögern ihr einverleibt 
werden. Erleichtert wird diess Bestreben wohl einigermassen 
durch die grosse Anzahl der zu Gebote stehenden Individuen, 
wodurch es möglich gemacht wird, ihre Formveränderungen 
von der frühesten Jugend an bis zum vollkommen ausgewach- 
senen Alterszustande zu verfolgen. 

Die Grösse unserer Individuen wechselt von 0,5 — 3". 
Die Form ist ebenfalls äusserst verschieden, bald kreisrund, 
bald elliptisch oder breit-oval, bald sehr schmal und langge- 
zogen, bald halbmondförmig gebogen, bald wieder in der Quere 
verlängert. Junge Individuen sind sehr dünn; Erwachsene er- 
reichen eine Dicke von 2 — 3"'. 

Die Unterschale ist ganz aufgewachsen; nur alte Indivi- 
duen scheinen sich zuweilen mehr oder weniger von ihrer 



40 



Anheftungsstelle loszulösen und frei zu werden. Sic sind ge- 
wöhnlich wenig vertieft ; selten ist die Konkavität etwas be- 
deutender. Die Schlossrinne ist schmal dreieckig, selten etwas 
breiter. Der Wirbel immer zugespitzt, etwas vorwärts gekrümmt 
und auswärts gebogen, so dass er mit der äussern Schalenfläche 
einen sehr stumpfen Winkel bildet. Der Mantelsaum ist dem 
Schlosse zunächst gekerbt. Er bietet einige charakteristische 
Kennzeichen dar. An der vordem Seite der Schale ragt er 
nur sehr wenig hervor, so dass die Schale daselbst fast ganz 
flach ausgebreitet erscheint ; an der hintern Seite dagegen er- 
hebt sie sich senkrecht zur Höhe von mehreren Linien und ver- 
flächt sich erst nach ab- und vonvärts allmälig wieder. Jen- 
seits des Mantelsaumes setzt sich die Schale noch in eine 
breitere oder schmälere Randausbreitung fort , die bald ganz 
flach ist, bald in kleine Falten gelegt, bald ganz unregelmässig 
verbogen. Besonders vorne ist diese Ausbreitung gross , wo- 
durch die ganze Schale eine schiefe Richtung annimmt. Der 
Muskeleindruck liegt in der Hälfte der Höhe, weit vor der Mitte 
der Länge, indem er gleich hinter dem Mantclsaume beginnt. 
Er ist gross, bei alten Individuen ziemlich tief, fast kreisrund 
oder sehr breit-elliptisch und konzentrisch gestreift. Die innere 
Fläche der Schale zeigt nur einige sehr niedrige konzentrische 
Falten und ist übrigens ganz glatt. Junge Individuen trifft 
man oft auf grössere Fossilien (Spondylus spinosus, Inocera- 
mus, Micraster cor anguinum, Nautilus simplex, Scyphia-Arten 
u. s. w.) aufgewachsen, so dass es nicht schwer fällt, alle 
Entwicklungsstufen zu beobachten. Im Anfange nimmt man 
an der Anlicftungsstelle nichts als einen sehr dünnen und 
schmalen, kreisförmigen Saum wahr, an dessen obern Ende der 
Wirbel liegt, während die übrige Schale so dünn ist, dass 
man den unterliegenden Körper noch durchsieht. Allmälig erst 
erhebt sich dieser Saum, besonders nach hinten und unten, die 
Schale wird dicker und aus dem äussern Rande des Saumes 
wächst die Randausbreitung hervor, erst dünn und nach aussen 
sich unmerklich verlierend, später sieh mehr erhebend und ver- 
dickend. Zuweilen setzt sich diese Ausbreitung auch bis an 
die Seite des Wirbels fort, so dass dieser dann jederseits oder 
nur auf einer Seile breit geöhrt erscheint. 

Es scheint daher 0. Nilssoni Hagenovv vohl auch nur 
als Jugendform von 0. hippopodium betrachtet werden zu 
müssen , da auch bei unseren Individuen im ersten Stadium 
der Entwicklung der Wirbel nicht ausgebildet ist, sondern sich 
an ssiner Stelle eine Lücke in dem ringförmigen Saume be- 
findet. Diese , so wie der Mangel des Äluskeleindruckes , der 
sich erst bei allmüliger Bildung mehrerer übereinander liegen- 
der Schalenlamcllen entwickelt, beweist übrigens unzweifelhaft, 
dass die 0. Nilssoni nur eine Jugendform , keineswegs aber 
eine ausgewachsene Muschel sein könne. Die von Hagenow 
als charakteristisch angefüiirten Unterschiede fallen also weg, 
da die übrigen angeführten Kennzeichen sich auch bei ein- 
zelnen ausgebildeten Exemplaren unserer 0. hippopodium finden, 
zur Aufstellung einer neuen Spezies also nicht hinreichen. 

Die Dekelklappe ist sehr wenig konvex , seltener ganz 
flach, mit oben abgestutzter, breiter, aber sehr niedriger, selten 
nur etwas höherer Bandrinne, Der Mantelsaum ist viel flacher 



als bei der linken Klappe und trennt ebenfalls die eigentliche 
Konkavität der Schale von der flachen, selten nach aussen 
umgebogenen, immer weit schmälern Randausbreitung. Die 
äussere Fläche ist mit unregelmässigen flachen Höckern und 
Eindrücken, seltner mit zahlreichen blättrigen, konzentrischen 
Linien und Streifen, nie aber mit Falten bedeckt. Zuweilen 
sind auch einzelne undeutliche und unregelmässige radiale 
Linien vorhanden. 

Diese Spezies kömmt in ungemeiner Menge im unteren 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin vor, wo sie zu Tausenden 
zusammengehäuft ist. Ebenfplls häufig ist sie im untern Plä- 
nerkalk vom Panznershügel bei Biiin und von Kosstitz , im 
obern Plänerkalk von Hundorf, Kutschlin und vom Sauerbrunn- 
berg bei Bilin ; selten im Piänersandstein von Trziblitz und 
Hradek und im untern Quader von Niemes. 

8. O. capillaiis Reüss. 

Von dieser seltenen Auster ist bisher nur die Unterschale 
im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin aufgefunden wor- 
den. Sie ist nur im obern Theile der äussern Fläche ange- 
wachsen, fast 2" hoch, unten 1,5" breit, fast elliptisch, flach, 
mit dem zugespitzten Wirbel etwas nach vorne und zugleich 
nach aussen gebogen, so dass die tiefe, schmal dreieckige, ge- 
krümmte Bandgrube einen stumpfen Winkel mit der äussern 
Fläche der Schale bildet. Der Mantelsaum ragt sehr wenig 
vor und ist nur vorne schwach gekerbt, so wie auch nur im 
vordem Theile eine kurze Ausbreitung des flachen Randes zu 
bemerken ist. Die innere Fläche ist nur im obern Theile 
schwach vertieft, sonst ganz flach und glatt. Der grosse, 
schief elliptische Muskeleindruck liegt fast in der Mitte der 
Schale. Die äussere Fläche ist dicht mit feinen, vielfach sich 
büschelförmig theilenden und verästelten, unregelmässigen , bo- 
genförmigen Radiallinien bedeckt und zeigt übcrdiess zahlreiche 
unregelmässige Höcker und einige undeutliche konzentrische 
Slreifen. 

9. 0. trapezoidea Geinitz. — T. XXX, F. 9 — 11. 

Geinitz, 1. c. p. 84, T. XXI, F. 13. 

1 — 2,5" hoch, rundlich -vierseitig, mitunter deutlich tra- 
pezoidal. Der flache Wirbel liegt gewöhnlich etwas nach 
hinten. Nach vorne verlängert sich die Schale in einen gros- 
sen, dreieckigen, flachen Flügel, in den sie ganz aUmälig über- 
geht und dessen oberer Rand gerade und horizontal ist. Beide 
Schalen scheinen frei zu sein ; wenigstens bemerkte ich an 
den bisher aufgefundenen Exemplaren keine Spur einer An- 
heftung. Die Unterschale hat einen bauchigen Rücken mit 
diagonaler Wölbung, die nach hinten ziemlich steil abfällt , in 
den vordem Flügel sich aber allmälig verflacht. Die Deckel- 
schale ist fast ganz flach und mitunter oben gerundet, so dass 
der vordere Flügel dann weniger deutlich vorspringt. Die 
innere schwach konkave Fläche ist durch den schwach erha- 
benen g:rundeten Mantelsaum von dem ganz flachen Flügel 
geschieden. Die Schlossrinne kurz dreieckig, breit und seicht 
vertieft. Der hintere Rand der Schale und die innere Fläche des 
Flügels sind dem Schlosse zunächst gekerbt. Der Muskeleindruck 



41 



gross, quer-oval, in der Mitte der Schale nach vorne liegend. 
Die äussere Fläche beider Schalen unregelmässig konzentrisch 
liiiirt und blättrig gestreift. 

Ziemlich selten im Exogyrensandstein von Malnitz und yon 
Lobkowitz und im Hippurilenkalk von Koriczan. 

10. O. Proteus Reuss. — T. XXVn, F. 12—27. 

0. polymorpha Reuss, geogn. Skizz. II, p. 179. 

0,33 — 0,75" hoch, in ihrer Form äusserst veränderlich. 
Bald ist sie breit-, bald schmal-, bald schief-eiförmig oder 
spateiförmig, bald fast vierseitig, bald dreieckig, bald halb- 
mondförmig gebogen ; gewöhnlich oben zugespitzt , seltner 
quer abgestutzt , immer wenig gewölbt ; die Oberschale ganz 
flach. Der meistens zugespitzte Wirbel liegt bald gerade in 
der Mitte, bald ist er nach vorne gekrümmt. Die Schloss- 
rinne kurz und breit dreieckig, seltner bei abgestutztem Wirbel 
rinnenförmig mit parallelen Rändern und dann auch länger. 
Von der Konkavität der Schale ist sie durch eine vorstehende 
scliarfe Leiste geschieden , liegt übrigens bald in der Ebene 
der Schale, bald macht sie mit ihr einen sehr stumpfen aus- 
springenden Winkel. Unterhalb des Schlosses sind beide Scha- 
Icnränder zuweilen fein gekerbt. Die ganze Schale ist dem 
Schlosse zunächst vertieft, mit etwas emporragenden Rändern, 
breitet sich aber nach abwärts flach aus mit dickem gerunde- 
tem Rande. Der Muskeleindruck verhältnissmässig gross , bald 
breiter, bald schmäler elliptisch, liegt der Länge nach in der 
Mitte der Schale gegen den vordem Rand zu. Die äussere 
Fläche der Schale mit unrcgelmässigen , blättrigen, konzentri- 
schen Streifen oder einigen dergleichen Falten. 

Gemein und stellenweise in Menge zusammengehäuft im 
Plänermergel von Luschitz , seltner in dem von Kystra und 
Kautz. 

11. O. Naumanni Reuss, — T. XXVII, F. 48—53; 

T. XXVIII, F. 1. 

Diese kleine, nur 3 — 8'" hohe Auster unterscheidet sich 
von den andern Arten , in deren Gesellschaft sie vorkömmt, 
bedeutend. 

Die Unterschale Ist dreiseitig-oval, sehr schief, nach vorne 
und unten mitunter bedeutend verlängert. Der hintere und 
vordere Rand sind fast gerade und stossen in einem rechten, 
seltner etwas stumpfen Winkel zusammen. Der kleine zuge- 
spitzte Wirbel ist plötzlich nach aussen gebogen, so dass die 
schmale, spitz-dreieckige, tiefe Bandgrube stets einen rechten 
Winkel mit der äussern Schalenfläche bildet. Diese ist zum 
grössten Theile frei; nur längs des hintern Randes ist sie im- 
mer an dünne zylindrische Körper angewachsen gewesen, was 
eine kurz vor dem, hintern Rande und diesem parallel verlau- 
fende tiefe Furche beweist. Der hintere Rand selbst ist ver- 
dickt und höckerig, zuweilen unregelmässig und kurz gefaltet. 
Die äussere Fläche ist nicht nur nicht gewölbt, sondern seicht 
vertieft, gegen den Wirbel etwas ansteigend, übrigens konzen- 
trisch blättrig-gestreift und linirt. Die vordere Ausbreitung ist, 
wenn sie gross wird, schwach gefaltet. Die innere Fläche ist 

Rsrss, Versteinerniigt-n , II, Abth, 



im Obern und mittlem Theile seicht konkav ; von ihr wird 
durch den niedrigen, nur im hintern Theile mehr vorragenden 
senkrechten Mantelsaum die flache oder etwas auswärts ge- 
bogene Randausbreitung geschieden. Ausser feinen konzen- 
trischen Streifen ist die innere Fläche ganz glatt. An der 
Stelle der äussern Anheftungsfurche zeigt sie einen flachen, 
schmalen , glatten Kiel. Die Deckelklappe ist viel kleiner, 
rundlich dreiseitig oder oval, sehr dünn und flach gewölbt, 
aber doch stets konvexer, als die linke Klappe. Die äussere 
Fläche, welche fein konzentrisch linirt ist, besitzt eine hart 
vor dem hintern Rande liegende und diesem parallele , vor- 
stehende Falte, die der Anheftungsfurche der untern Schale 
entspricht. Der Wirbel sehr klein, die Bandgrube ebenfalls 
sehr klein und kurz ; der Mantelsaum wenig vorstehend und 
zuweilen rundum fein gekerbt. Die äussere Randausbreitung 
fehlt ganz oder ist sehr schmal. 

Der sehr flache, fast kreisrunde , verhältnissmässig grosse 
Muskeleindruck liegt in der Mitte der Schalenhöhe gleich hin- 
ter dem vordem Theile des Mantelsaumes. 

Bisher nur im untern Plänerkalk von Kosstitz und zwar 
nicht selten vorgefunden. 

12. 0. operculata Reuss. — T. XXVIII, F. 9; 

T. XXX, F. 12. 

2,5 — 4,5" hoch und ebenso lang oder noch länger. Die 
linke Schale ganz aufgewachsen, an den Rändern oft mehr als 
einen Zoll dick, mit grossem, dreieckigem, stark querstreifigem, 
geradem Wirbel ; sehr stark vertieft, mit hohen, senkrecht auf- 
steigenden Rändern und grossem, sehr tiefem, fast zentralem 
Sluskeleindruck. 

Die rechte Klappe liegt auf den hohen Rändern der Un- 
terklappe, wie ein schräger, gegen das niedrige Schloss ge- 
neigter Deckel. Sie ist viel dünnschaliger, ganz flach; die 
Bandgrube breit, aber niedrig. An der vordem Seite, zuweilen 
aber auch an beiden Seiten, verlängert sie sich in einen brei- 
ten flügelartigen Lappen, der dem Schlosse zunächst schwach 
gekerbt ist. Der Schlossrand wird dadurch lang und fast 
gerade. Der Mantclsaum niedrig, gerundet. Der Rand dünn. 
Die äussere Oberfläche uneben, höckerig, mit unregelmässigen, 
blättrigen, konzentrischen Streifen. 

Nicht häufig im Hippuritenkalk von Kutschlin , Grossdorf 
und Deberno. 

13. O. minuta Roemer. — T. XXVII, F. 29—35. 
RoEMER, 1. c. p. 46, T. VIII, F. 2, 

2 — 5'" hoch, kreisrund oder oval, oft vorne oder hinten 
unregelmässig verlängert. Die Unterschale dünn, aufgewachsen, 
mit schwachem emporstehendem Rande. Die Oberschale sehr 
flach, mit blättrigen konzentrischen Linien und Streifen, etwas 
verdickten, oben gekerbten Seitenrändern und in der Mitte der 
Schalenhöhe etwas vorwärts liegendem , tiefem , schief-ovalem 
Muskeleindrucke. 

Im Plänermergel überall; im untern Plänerkalk von Kos- 
stitz, Laun, vom Borzen bei Bilin und von Wegstädtl bei 
Raudnitz. 

6 



42 



14. O. aurita Reuss. — T. XXVII, F. 36, 37. 

Reuss, geogn. Skizz., II, p. 179. 

0,33—0,5" hoch. Die untere Schale, die bisher allein 
bekannt ist, dreieckig-eiförmig, gewölbt. Der vordere längere 
und der hintere kürzere Rand , die in dem kleinen zugespitz- 
ten Wirbel in fast rechtem Winkel zusammenstossen, sind ge- 
rade. Der untere gebogene Rand stellt einen elliptischen 
Quadranten dar. Der hintere Rand, mit dem die Schale auf- 
gewachsen war , ist etwas faltig und höckerig verdickt und 
geht in einen kleinen gefalteten Flügel über , der von der 
übrigen Schale durch eine kleine Einschnürung an der Rasis 
getrennt isl. Der Rücken der Schale fällt bald nach vorne, 
bald nach hinten steiler ab. Die Oberfläche ist mit gedräng- 
ten, schwach blättrigen, konzentrischen Streifen bedeckt. 

Selten im Plänermergel von Luschitz. 

15. 0. gibba Reuss. — T. XXVII, F. 28. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 179. 

Risher ist nur die Oberschale beobachtet worden. Sie 
ist 0,5 — 0,75" hoch, gerade, verlängert -vierseitig -elliptisch, 
2 — 2'/, mal so hoch als lang. Der Rücken hoch gewölbt, 
fast halbzylindrisch, nach beiden Seiten, besonders nach hinten, 
steil abfallend, mit unregelmässigen, dicht an einander schlies- 
senden, blättrigen, konzentrischen Streifen und einigen entfern- 
ten, undeutlichen Radiallinien. Der kurze Wirbel liegt am hin- 
tern Ende. Die Schlossrinne ist lang, aber sehr niedrig ; der 
Rand an der Innern Fläche beiderseits in der Nähe des Schlos- 
ses gekerbt. Vor dem Wirbel eine gerundete ohrförmige 
Ausbreitung. Der hintere Rand mit einigen sehr kurzen schwa- 
chen Falten. Der grosse, flache, elliptische Muskeleindruck 
liegt vor der Mitte der Schale. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

Exogjra Sow. 

1. E. lateralis Reuss. — T. XXVII, F. 38—47. 

Ostrea lateralis Nilsson, 1. c. p. 29, T. VII, 

F. 7—10. — GoLDFüss, 1. c. II, p. 24, T. LXXXII, 

F. 1. — HisiNGER, 1. c. p. 46, T. XIII, F. 1. 
Chama canaliculata Sow., M. C. T. XXVI, F. 1. 
?Gryphaea vesiculosa Sow., M. G. T. CCCLXIX. 
"?Gryphaea similis PuscH , Pol. Paläont. p. 34, 

T. IV, F. 12. 
Gryphaea vomer Morton in Silliman's americ. 

Journ. XVIII, T. III , F. 1 , 2 ; Synopsis T, IX, 

F. 9. 
C- Exogyraparvula Leymerie mem. d. 1. soc. geol. 

d. Fr. 1842, V, 1, p. 17, T. XII, F. 8, 9. 

0,33 — 1,5" hoch , sehr wandelbar in ihrer Form. Die 
linke Klappe ist mit dem Wirbel angewachsen. Die Anheftungs- 
stelle ist gewöhnlich klein , manchmal so klein , dass man sie 
kaum bemerkt. Zuweilen aber ist die Schnle auch mit dem 
obern Rande der vordem flügelartigen Ausbreitung befestigt 
gewesen, der dann gerade abgeschnitten und knotig verdickt 
ist. Oft findet die Anheftung an beiden genannten Theilen 
statt. Der Rücken ist jedoch immer frei. Die Schale ist ge- 
wölbt und zwar oft sehr hoch, mit fast gekieltem Rücken. 



Die Gestalt sehr unregelmässig, schmal oder breit eiförmig. 
Der Wirbel bald kurz und dick, wie abgestutzt, bald aber 
auch schlank, eingerollt, so dass er bald nur einen halben, 
bald selbst 1 ■/, Umgang macht, je nachdem er mehr oder we- 
niger angewachsen ist. Selten ist er gerade gegen die Mitte 
der Schale eingerollt, gewöhnlich seitwärts, links oder rechts. 
Die vordere Seite der Schale bildet eine flügelartige Ausbrei- 
tung , die entweder nur schmal ist oder auch eine bedeutende 
Ausdehnung erlangt und oben gerade oder schräg abgeschnit- 
ten und gewöhnlich an diesem Rande in Folge der statt ge- 
habten Anheftung knotig verdickt ist. Doch gibt es auch 
wiewohl seltene Exemplare, bei denen weder an dem dann 
gerundeten Flügelrande , noch am Wirbel eine Spur solcher 
Anheftung zu bemerken wäre, die also frei gewesen oder es 
doch im Laufe ihrer Entwicklung geworden zu sein scheinen. 
Der Flügel ist stets, besonders im untern Theile, durch eine 
deutlich ausgesprochene, tiefe und breite Rucht von dem steil 
abfallenden Rücken geschieden. Der untere gebogene Rand 
der Schale zeigt dann an der Stelle dieser Furche eine Ein- 
biegung. Doch finden sich auch Exemplare, bei denen der 
Flügel gänzlich mangelt und welche dann mit Gryphaea vesi- 
culosa Sow. und Gr. similis Püsch übereinstimmen , nur dass 
der von Letzterem angegebene gekerbte Rand fehlt. — Zu- 
weilen ist die ganze Schale halbmondförmig gekrümmt und 
zwar stets nach der Seite des eingerollten Wirbels. 

Die innere Fläche der Schale ist tief konkav und rings 
durch einen erhabenen Rand begrenzt, durch den sie auch 
von der Innern Seite des flach ausgebreiteten Flügels gesondert 
wird. Hinter dieser Kante liegt über der Hälfte der Schalenhöhe 
vor der Mitte ihrer Länge der kleine, elliptische, sehr seichte 
Muskeleindruck. 

Der flügclförmige Fortsatz wird durch einen schmalen, 
aber tiefen Ausschnitt von der Spirale des Wirbels geschieden. 
An seinem Innern Rande sieht man den untern Theil der 
schmalen Randgrube, deren obere Fortsetzung durch den ein' 
gerollten Wirbel, an dessen innerer Seite sie liegt, verdeckt 
wird. 

Die Oberfläche der Schale ist mitunter fast glatt, gewöhn- 
lich mit mehr oder weniger zahlreichen blättrigen Anwachs- 
streifen , die zuweilen stark vorragen , versehen ; bei manchen 
Exemplaren aber dicht mit feinen, ziemlich regelmässigen, kon- 
zentrischen Linien bedeckt. 

Die kleine Deckelklappe ist ganz flach oder selbst seicht 
konkav, elliptisch, selten rundlich und besitzt vorne oft einen 
Fortsatz, der dem der linken Schale entspricht. Die äussere 
Fläche zeigt 4 — 9 scharfe, vorstehende, blättrige, konzentrische 
Falten, von denen die stärkeren auch an der Innern Fläche als 
niedrige, runde, konzentrische Wülste vortreten. Der flache 
Wirbel ist an der äussern Fläche als eine kleine , niederge- 
drückte, in der Ebene der Schale selbst liegende Spirale sicht- 
bar. Der kleine elliptische Muskeleindruck liegt nicht weit 
hinter dem vordem Rande. 

Die Reschaffenheit des Wirbels bei beiden Schalen ver- 
weist mithin unsere Spezies in die Gattung Exogyra, welche 
übrigens durch keine scharfen Grenzen von den Gattungen 



43 



Ostrea und Gryphaea gesondert ist, indem Übergangsglieder 
zwischen allen drei Gattungen bestellen. Wie schwankend die 
Charaktere derselben sind, geht am besten daraus hervor, dass 
manche Muschel und unter ihnen auch die Exogyra lateralis 
von verschiedenen Paläontologen bald zu Ostrea, bald zu Gry- 
phaea, bald zu Exogyra gezogen wurde. 

Sie ist sehr häufig im untern Plänerkalk von Kosstitz, von 
Laun und in den unleren Korallen-reichen Plänerschichten in 
den Schillingen bei Bilin ; mehr vereinzelt findet sie sich überall 
im obern Plänerkalk, im Plänermergel und Plänersandstein ; 
nur selten tritt sie auf in den Konglomeratschichten und Hip- 
puritenschichten und im Exogyrensandstein. 

Fast immer trifft man beide Klappen isolirt; nur im obern 
Plänerkalk des Sauerbrunnbergs bei Bilin gelang es, zwei kleine 
Exemplare mit noch verbundener Ober- und Unterschale auf- 
zufinden, von denen das grössere T. XXVII, F. 38 abge- 
bildet ist. 

2. E. columba Goldfuss. — T. XXXI, F. 1—4. 

GoLDFUss, 1. c. II, p. 34, T. LXXXVI, F. 9. — Bronn, 

Lethäa p. 674, 675, T. XXXI, F. 10. 
Walch und Knorr, Verstein. II, 1, T. DIU, c. F. 1, 

2, 3. — Encycl. melh. T. CLXXXIX, F. 3, 4. 
Gryphites R a ti sb o n ensis v. Sciiloth., min. Ta- 

schenb. VII, p. 105. 
Gryphites spiratus v. Schlotii., Petrefktkde. I, 

p. 288. 
Chama recurvata Sow., M. C. T. XXVI, F. 2. 
Gryphaea Columba Lamarck , bist. nat. VI, 1, 

p. 198. — Brongniart, 1. c. T. VI, F. 8. — 

Deshayes coq. caiact. T. XII, F. 3. — Sowerby, 

M. C. T. CCCLXXXIII, F. 1, 2. — DE la Beche, 

geol. man. p. 299, F. 48. — Dubois, conch. Vol- 

hyn. Podol. T. VIII, F. 17, 18. 
Ostrea C o lu m b a Deshaves, encyc. meth, — Geinitz, 

Grundriss p. 481, T. XX, F. 19, 20. 
Amphidonle columba PuscH , 1. c. p. 37, T. V, 

F. 1, 2. 

1 — 6" hoch. Die Unterschale sehr stark gewölbt, am 
Rücken, besonders aber an der vordem Seite des Wirbels fast 
gekielt. Der Wirbel sich scimell verdünnend und am Ende 
links eingerollt. An der Spitze des Wirbels eine kleine Ver- 
tiefung, als Spur der stattgefundenen Anheflung. Auch sieht 
man, wo die Individuen in grösserer Menge zusammengedrängt 
vorkommen, dieselben oft wechselseitig an einander hängen. 
Sehr oft fehlt aber ein solcher Anheftungspunkt bei älteren 
Individuen ganz und die Schale muss daher frei gewesen sein. 
Vorne bildet sie einen rundlichen Lappen , der von dem sehr 
steil abfallenden Rücken durch eine breite seichte Furche ge- 
trennt wird, welche an der vordem Seite des Wirbels ihren 
Ursprung nimmt und allmälig breiter werdend nach dem un- 
tern Rande herablauft. Oft, besonders bei kleineren Schalen, 
ist die Furche sehr undeutlich. Nach hinten verlängert sich 
die Schale ebenfalls in einen grössern Lappen, der aber von 
dem nach dieser Seite weniger steil abfallenden Rücken durch 
keine Furche gesondert ist, sondern in ihn allmälig übergeht. 
Die äussere Fläche der gegen den Wirbel hin sehr (oft 0,5") 
dicken Schale ist fein und nach unten zu blälti-is konzentrisch 



gestreift. Bei kleinen Schalen bemerkt man auch noch meh- 
rere vom Wirbel ausstrahlende, radiale, seichte Furchen, die 
sich nach unten bald verlieren. Auch sieht man nicht selten 
einige schwärzlich gefärbte breite Binden vom Wirbel diver- 
girend über die Schale laufen. — Die innere tief konkave 
Fläche ist ganz glatt ; auch ist bei unseren Exemplaren der 
Mantelrand nie granulirt , wie es Pusch bei den Polnischen 
angibt. 

Die deckeiförmige , ganz flache , oft verbogene rechte 
Klappe ist vollkommen kreisförmig oder etwas in die Quere 
verlängert, aussen blättrig konzentrisch gestreift, innen glatt. 
Der kurze, wenig eingerollte, stampfe Wirbel liegt in der äus- 
sern Fläche der Schale selbst. An seiner Innern Seite bildet 
diese eine starke, zahnförmig vorstehende, längliche Hervor- 
ragung, die in eine tiefe quere Grube unter dem Wirbel der 
Unterschale hineinpasst. Der quer-elliptische, ziemlich tiefe und 
grosse Muskeleindruck liegt in der linken Schale an der Grenze 
zwischen dem vordem Lappen und dem Rücken , also gerade 
in der erwähnten Seitenfurche, in der rechten Schale im vor- 
dem Theile derselben wenig über der Mitte. 

Häufig im obern Quader des Schncebergs bei Tetschen 
und von Neuland; überall im untern Quader (gewöhnlich kleine 
Steinkerne) ; in ungeheurer Menge im Exogyrensandstein von 
Malnitz, Drahomischel, Tuchorzitz, Grossdorf, Koriczan, HoUu- 
bitz (gross, mit trefflich erhaltenen Schale) ; selten im Exogy- 
rensandstein von Lobkowilz, im Grünsandstein von Merklowitz 
(Königgrätzer Kr.); im Plänersandstein von Ilradck, Trziblitz, 
Tuchorzitz, Smolnitz, Schirzowitz, Semich u. ?. w. (grosse 
und kleine Steinkerne, nur bei Tuchorzitz mit erhaltener Schale); 
im Hippuritenkalk von Deberno ; sehr selten im untern Pla- 
nerkalk von Laun. 

Mit der vorigen, eben beschriebenen Spezies findet man 
im Exogyrensandstein von Malnitz und Lobkowitz Schalen, die 
sich durch viel geringere Grösse (6 — 10'"), eine lang-ovale 
schmälere Form (noch schmäler als die Abbildung bei Pusch, 
T. V, F. 2), die am Rücken deutlicher geki?lte Unterschale, 
die vordere senkrechte Seite derselben , den Mangel des vor- 
dem Lappens, den von vorne zusammengedrückten, zuweilen 
abgestutzten Wirbel und deutliche, etwas knotige, radiale Strei- 
fen am Rücken unterscheiden. Sie stimmen mit Exogyra co- 
nica Sow. (M. C. T. DCV, F. 3 und Goldfuss, 1. c. p. 36, 
T. LXXXVII, F. 1, c) und E. aquila Goldfuss (T. LXXXVII, 
F. 3) fast ganz überein, scheinen aber wohl, wie die genann- 
ten Formen, nur eine Varietät von E. columba zu sein , wie 
es Pusch von der E. aquila (Brongniart, I. c. T. IX, F. 11) 
auch schon vemiuthet. Auch Gryphaea secunda Lamk. stimmt 
mit den jüngeren Individuen derselben ganz überein, und d'Ar- 
CH1AC (mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 1838, II, 2) fiihrt diese, 
so wie Gryphaea silicea Lamk., auch als E. Columba var. 
minor an. 

Hieher dürften vielleicht auch einzelne Schalen aus den 
Konglomeratschichten Schillinge bei Bilin zu rechnen sein, 
welche 14—18'" hoch sind, deren Untcrklappe ly, mal 
so hoch als lang ist, stumpf gekielt, vorne steil abfallend, mit 
vorstehendem kaum eingerolllem Wirbel, und stark blättrigen 

6* 



44 



konzentrischen Streifen , welche auf dem Rückenkiele kleine 
stumpfe Knoten bilden. Die Deckelklappe ist flach, äusserlich 
blättrig konzentrisch gestreift, der Mantelrand beider Schalen 
zunächst dem Schlosse gekerbt. Sie haben manche Ähnlich- 
keit mit E. cornu arietis Goldf. (I. c. II, p. 36, T. LXXXVII, 
F. 2. — Chama cornu arietis Nilsson, I. c. p. 28, T. Villi 
F. 1). 

3. E. haliotoidea Sowerby. — T. XXVn, F. 5, 9, 10; 

T. XXXI, F. 8, 9, 10. 

GoLDFüss, I. c. II, p. 38, T. LXXXVIII, F. I. 

Chama haliotoidea Sow., M. C. T. XXV, F. 1—5. 
— HisiNGER, 1. c. p. 62, T. XIX, F. 3. 

Amphidonte haliotoidea PüSCH, 1. c. p. 38 zum 
Theil. 
0,33 — 1,5" hoch, oval-ohrförmig. Unterklappe ganz auf- 
gewachsen, nur der hintere Rand senkrecht emporstehend. 
Die Oberschale mit dickem, senkrechtem, durch die auf ein- 
ander liegenden Schalenlamellen längs- oder etwas schräggestreif- 
lem und zuweilen auch quergefaltetem Hinterrande und ausge- 
breitetem , scharfem Vorderrande. Die Randausbreitung ist an 
ihrer Innern Fläche bis zum Mantelsaume mit feinen , dicho- 
lomen , körnigen Querfaltchen bedeckt, während der hintere 
Rand an seiner Innern Seite nur gekerbt ist. Die innere Fläche 
ist übrigens massig vertieft und glatt, der Äluskeleindruck flach, 
eiförmig, sehr gross, mehr als ein Drittheil der ganzen Schale 
einnehmend , fast zentral. Der schwielige Schlosszahn ragt 
stark hervor. Die äussere Fläche ist blättrig konzentrisch ge- 
streift. Der Wirbel eine kleine, nicht ein Drittheil der ganzen 
Schalenhöhe einnehmende Spirale bildend, welche in der Ebene 
der Schale selbst liegt. 

In grosser Menge im Exogyrensandstein von Lobkowitz 
zusammengehäuft; seltner im Hippuritenkalke von Kutschlin, 
Hollubitz und Koriczan, in den Konglomeratschichten vom Bor- 
zen und der Schillinge bei Bilin. 

4. E. auricularis Goldfuss. — T. XXVII, F. 11. 

GoLDFüss, 1. c. II, p. 39, T. LXXXVIII, F. 2. 
Ostracites auricularis Wahlenberg, petr. suec. 

p. 58. 
Gryphaea auricularis Brongniart, 1. c. T. VI, 

F. 9. 
Chama haliotoidea Nilsson, I. c. p. 28, T. VIII, 

F. 3. 
? Amphidonte auricularis Püsch, I. c. p. 38, 

T. V, F. 4. 

Bisher haben sich nur Oberschalen vorgefunden. Sie sind 
0,5 — 1,33" hoch, breit-ohrfSrmig, ganz flach, mit wenig ver- 
dicktem, inwendig im obern Theile fein gekerbtem hinterm und 
scharfem vorderm Rande. Die innere Fläche kaum vertieft; 
der Muskeleindruck klein, quer-oval , fast zentral. Die äussere 
Fläche blättrig konzentrisch gestreift. Die Spirale, welche der 
in der Schalenfläche selbst liegende Wirbel beschreibt, ist 
gross und nimmt mehr als ein Drittheil der ganzen Schalen- 
höhe ein. 

Nicht selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin 
und im Plänersandstein von Hradek und Trziblilz; selten im 
Exogyrensandstein von Tuchorzitz und Lobkowitz. 



5. E. plicatula Lamarck. — T. XXXI, F. 5, 6, 7. 

Gryphaea plicatula Lamarck. 
Exogyra undata Goldfuss (non Sowerby) 1. c. II, 
p. 35, T. LXXXVI, F. 10. 

BJein, 2,5 — 6'" hoch. Die linke Schale eiförmig; der 
Rücken stark gewölbt, stumpf gekielt, mit gewölbter hinterer 
und steiler vorderer Fläche ohne Lappen, mit kurzem abgestutztem 
oder seitwärts vorstehendem Wirbel. Vom Rückenkiele laufen 
12 — 16 feine scharfe Falten über die hintere, und sparsamere 
nicht so deutliche über die vordere Fläche herab. Sie werden 
von blättrigen konzentrischen Linien durchzogen , die auf den 
Falten oft schuppenförmig vorstehen. Die Oberschale wurde 
bisher noch nicht aufgefunden. 

Im Grünsand von Neuschloss, im Exogyrensandstein von 
Malnitz und Drahomische), im untern Quader von Zloseyn. 

6. E. sigmoidea Reuss. — T. XXVII, F. 1—4. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 180. 

0,33 — 1,5" hoch, in der Form wandelbar, gewöhnlich 
ohrförmig, mitunter schmal, selbst halbmondförmig, selten breit 
bis zum Ovalkreisl'örmigen. Die linke Schale mit der ganzen 
äussern Fläche aufgewachsen. Manchmal muss jedoch die An- 
heftung nicht sehr fest gewesen sein, da man auch lose Unter- 
schalen findet. Steil steigt bei ihnen der hintere sehr dicke 
Rand senkrecht empor, manchmal bis zur Höhe von 0,66" 
(bei 1,3" Länge der Schale). Der Wirbel ist fast bis zu 1/3 
der Höhe der Schale eingerollt 

Die rechte Klappe ist der vorigen ganz gleich gestaltet, 
an der äussern Fläche eben oder etwas konkav. Der Wirbel 
bildet eine kleinere Spirale, die meistens y^ der Schalenhöhe 
nicht viel übersteigt, jedoch in einzelnen kürzern Individuen 
auch beinahe Yj derselben erreicht. Der hintere Rand ist 
senkrecht, ebenso dick, wie bei der ünterklappe (4,5'" bei 
1" Schalenhöhe), durch die aufeinander liegenden Schalen- 
lamellen der Länge nach grob gestreift und zuweilen auch 
der Quere nach schwach gefaltet, ganz wie bei der Unter- 
klappe. An der Innern Seite ist er regelmässig fein gekerbt 

Die äussere Schalenfläche zeigt blättrige Streifen, die 
»S förmig gebogen unterhalb des Wirbels entspringen und 
fächerförmig zum Hinterrande auseinanderlaufen, — die Enden 
der nicht bis zum geraden oder schwach ausgeschweiften vor- 
dem Rande reichenden äusseren Schalenlamellen, daher dieser 
auch sehr dünn und scharf ist. Die innere Fläche ist ebenso 
konkav, wie die der Unterschale; der vor der Mitte liegende 
Muskeleindruck gross, breit-eiförmig, fast kreisrund. Die Zahn- 
schwiele stark vortretend, die Schlossrinne ziemlich breit. 

In ungemeiner Menge zusammengehäuft im untern Pläner- 
kalke der Schillinge bei Bilin. Kömmt auch im Westphä- 
lischen Kreidemergel vor, von wo ich sie im Wiener kaiserl, 
Kabinete sah. 



7. E. reticulata Reuss. 



T. XXVII, F. 8. 



5,5 — 7,5'" hoch, fast kreisrund. Die Oberschale dünn, 
ihr hinterer Rand niedrig, wenig verdickt, senkrecht und etwas 
konkav, da sein äusseres Ende etwas leistenartig vorsteht. 



45 



Seine innere Hälfte ist fein quer linirt, die äussere glatt. Der 
vordere Rand ist scharf und bildet einen rundlichen den Wirbel 
manchmal weit überragenden Lappen. Die Wirbelspirale er- 
streckt sich über -/j der gesammten Schalenhöhe. Die innere 
Fläche schwach vertieft, glatt. Der grosse, breit ovale, ver- 
hältnissmässig tiefe Muskeleindruck liegt ganz vorne, zur Hälfte 
schon auf dem erwähnten vordem Lappen. 

Die äussere Fläche zeigt scharfe, blättrige, konzentrische 
Runzeln, die vor dem hintern Rande von zwei scharfen schmalen 
Längsfalten, die demselben parallel laufen, durchkreuzt werden 
und dadurch ein grobes unregelmässiges Netz bilden. 

Die Schalen stimmen mit der von Goldfuss T. LXXXVI, 
F. 7 , abgebildeten E. reniformis aus den Juraschichten von 
Nattheim einigermassen überein, unterscheiden sich aber durch 
das konstante gröbere und deutlichere Faltennetz auf der 
äussern Fläche der Deckelschalen. 

Die linke Schale ist von gleicher Form, ebenso dünn, mit 
der ganzen äussern Fläche aufgewachsen. Ihr hinterer senk- 
rechter Rand erhebt sich nur wenig und ist ganz glatt. 

Ziemlich gemein im untern Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin , sehr selten in denselben Schichten von Weisskirchlitz 
bei Teplitz. 

8. E. squamula Reuss. — T. XXVU, F. 6, 7. 

Die kleinste unserer Exogyren, indem sie 2,5 — 4,5'" Höhe 
nicht übersteigt. Die linke Klappe ganz aufgewachsen, dick, 
mit sehr hohem, etwas schrägem und im äussern Theile etwas 
gefaltetem hinterm Rande und tief konkaver innerer Fläche. 
Die rechte Klappe fast kreisrund, verhältnissmässig dick. Ihr 
hinterer Rand kaum verdickt, fein gekerbt. Der Wirbel bildet 
eine Spirale , die beinahe die Hälfte der gesamten Schalen- 
höhe einnimmt. Die äussere Fläche flach , vor dem hintern 
Rande, der etwas leistenförmig vorragt, schwach vertieft, mit 
blättrigen unregelmässigen Streifen und Runzeln. Die innere 
Fläche seicht konkav, glatt, mit kleinem, aber tiefem, ovalem, 
etwas vor der Mitte liegendem Muskeleindrnck. Die Zahn- 
schwicle stark vorragend ; die Schlossrinne sehr schmal. 

Häufig im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz bei Teplitz, 
selten in denselben Schichten in den Schillingen bei Bilin. 

e. Afwmidae d'Orb. 

Anomia Lamk. 

1. A. truncata Geinitz. — T. XXXI, F. 12, 13, 14. 
Geinitz, 1. c. p. 87, T. XIX, F. 4, 5. 

0,33 — 1" hoch, fast kreisrund oder vierseitig, mit geradem 
abgestutztem Schlossrande ; äusserst dünnschalig , fein konzen- 
trisch linirt. Die linke sehr flache Schale trägt ein massig 
grosses rundliches Loch im Wirbel. Ähnelt in der Form 
vollkommen der Anomia orbiculata Brocchi bei Goldfuss 
T. LXXXVHI, F. 5 a. 

Ziemlich häufig im Exogyrensandstein von Lobkowitz und 
Malnitz, selten im untern Plänerkalk von Laun, in den Konglo- 
meratschichlen der Schillinge bei Bilin, im Plänermergel von 
Luschitz und im Quadersande von Kreibitz. 



2. A. radiata Sowerby. 

SowERBY bei FiTTON, I. c. T. XIV, F. 5. 

5 — 6'" hoch, kreisförmig, dünnschalig und flach, mit fei- 
nen konzentrischen und radialen Linien. 
Selten im Plänersandstein von Perutz. 

3. A. SU b radiata Reuss. — T. XXXI, F. 18, 19. 

Reu.ss, geogn. Skizz. II, p. 180. 

Die rechte Schale, die bis jetzt allein aufgefunden wurde, 
ist 0,5—0,75" hoch, quer-oval, wenig konvex, sehr dünn, oft 
verbogen, mit am Rande liegendem Wirbel und geraden, in 
sehr stumpfem Winkel zusammenstossenden Schlossrändern. 
Über die Oberfläche laufen unregelmässige konzentrische 
Linien , die von zerstreuten , unregelmässigen , schmalen und 
flachen Radialstreifen durchkreuzt werden, wodurch hie und 
da kleine Knötchen entstehen. 

Im Plänermergel von Luschitz und Horzenc. 

Im unlern Plänerkalk von Kosstilz trifft man einzelne 
mehr als zoUgrosse Schalen, die fast kreisrund, äusserst fein 
konzentrisch linirt und glatt sind bis auf einzelne Radiallinien, 
die aber keine Knötchen tragen. Sonst stimmen sie mit den 
Schalen aus dem Plänermergel überein. 

4. A. exscissa Reuss. — T. XXXI, F. 15. 

6"' hoch und 5'" lang, quer-oval, sehr flach, mit einem 
tiefen und weiten Ausschnitt am Wirbel. Die verbogene Ober- 
fläche glatt. Ist in der Form sehr ähnlich der A. squamosa 
Lamk. , von der sie sich durch den sehr weiten Ausschnitt, 
und der A. lamellosa Roemer, von der sie sich durch die 
Glätte der Schale unterscheidet. 

Selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

B. Brach iopoden. 

Terebratula Brug. 

a. Plicatae Buch, 

1. T. alata Lamk. — T. XXV, F. 3—8; T. XLII, 
F. 26. 
Lamarck, bist. nat. VI, p. 254. — Encycl. meth. 
T. CCXLV, F. 2. — Brongniart, 1. c. T. IV, F. 6, 

— Defrance, dict. d. sc. nat. T. LXXIV, F. 4. 

— NiLSsON, 1. c. p. 35, T. IV, F. 8. — Hisingee, 
L c. p. 79, T. XXH, F. 11. — Buch, Terebrat. 
p. 48, 49. — Mem. d. 1. soc. geoL d. Fr. III, 1, 
T. XV, F. 21. — Geinitz, 1. c. T. XVI, F. 14; 
Nachtrag T. IH, F. 17 (Steinkern); Grundriss 
T. XXI, F. 7, 8. 

T. vespertilio Brocchi bei Bronn, Lethäa p. 645, 
T. XXX, F. 10. 

T. ala Marklin in Bronn, Lethäa p. 645 und Roe- 
mer, 1. c. p. 39. 

T. multiformis Roemer, Oolith. T. H, F. 22; 
Nachtrag p. 19, 20, T. XVHI, F. 8. 

4,5—9'" hoch. Höhe : Länge : Dicke = 100 : 11!) 
(108—128) : 68 (50—83). Doch gibt es auch Exemplare, 
bei denen die Länge von der Höhe übertroffen wird, so dass 



46 



Höhe : Länge : Dicke = 100 : 93 : 78. Sinusbreite := 68 
(57—78) der Höhe. 

Breit oval-dreieckig, dreilappig. Die hochgewölbte Ven- 
tralschale fällt gegen die Seiten mit steilen Flächen ab. Die 
Dorsalschale breitet sich jederseits in einen gerundeten flachen 
Flügel aus, der aber bei den schmalen Exemplaren weniger 
deutlich ist. Der Schlosskantenwinkel gewöhnlich grösser als 
90", selten == 90" oder gar etwas spitzig. Der spitzige 
Schnabel etwas iibergebogen , mit kleiner runder Öffnung. 
Die Area scharfkantig mit langem flachem Ohr. 

Der Sinus beginnt in der Hälfte der Schalenhöhe und 
ist bei erwachsenen Individuen tief, mit steilen Seiten und kon- 
kavem Grunde. 

26 — 34 dachförmige, mehr oder weniger scharfe, zuwei- 
len selbst gerundete Falten, die gegen den Sclinabel hin sich 
schnell verschmälern und deren 6 — 7 im Sinus liegen. Die 
Seitenflächen des Sinus sind selten glatt, gewöhnlich auch mit 
Falten besetzt , die aber stets flacher sind. Bei vielen Exem- 
plaren dichotomirt ein Theil der Falten, gewöhnlich schon im 
ersten Drittheil der Höhe, doch auch weiter unten. Sie wer- 
den von feinen konzentrischen Linien bedeckt und hin und 
wieder, besonders gegen die Stirne hin, von starken Anwachs- 
ringen durchkreuzt. 

Nicht selten finden sich verschobene unsymmetrische 
Exemplare, bei denen der Sinus zum Theil verstrichen ist. 

Junge Individuen zeichnen sich durch die verliältnissmäs- 
sig sehr geringe Dicke aus. Bei ihnen ist Höhe : Länge : Dicke 
= 100 : 115 : 57. Beide Schalen fallen allmälig gegen die 
Seiten ab und bilden keine deutlichen Flügellappen. Der 
Sinus ist sehr flach, gerundet und verschwindet bei ganz jun- 
gen Exemplaren von 3 — 4,5'" Höhe ganz, so dass der Stirn- 
rand gcradlinigt wird. 

In der gesamten Kreideformation verbreitet, vorzugs- 
weise aber in den tiefern Schichten. In ungeheuerer Menge 
zusammengehäuft im Exogyrensandstein von Drahomischel, selt- 
ner in dem von Malnitz und Tuchorzitz; im Grünsand von 
Neuschloss und Laun; im grauen Kalkstein von Czencziz; im 
untern Quader von Pankratz (Bunzlauer Kr.), Merklowitz, Wo- 
ches, Czihak, Nesselfleck (Königgrätzer Kr.), Neuland, Auscha, 
Kreibitz u. s. w. (Leitmeritzer Kr.), Koschatek u. s. w. (Bunz- 
lauer Kr.) ; häufig im Plänersandstein von Hradek, Trziblilz, 
Schelkowitz, Smolnitz, Tuchorzitz u. s. w.; im obern Quader 
des hohen Schneebergs bei Tetschen ; selten im untern Pläner- 
kalk bei Laun. 



2. 



Als Unterarten der vorigen Spezies sind zu betrachten: 

T. depi-essa Sow. — T. XXV, F. 9. 

SowERBY, M. C. T. DH, F. 2. — v. Buch, Terehrat. 

p. 38, 39. — mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. III 1 

T. XIV, F. 6. 
T. rostralina Boemer , Oolilh. Nachtrag, p. 20 

T. XVIII, F. 7. r > 

T. acuta Sow., M. C. T. DU, F. 8, 9. 
T. pectita Nilss., 1. c. p. 36, T. IV, F. 9. 
T, triangularis Nilss., 1. c. p. 36, T. IV, F. 10. 

— HisiNGER, 1. c. p. 80, T. XXIII, F. 1. — Geinitz, 



1. c. p. 85, 86, T. XVI, F. 11; T. XIX, F. 1, 2, 3 

(Jugendform). 

Anomites triangularis "Wahlenberg, petr succ 
T. 3, F. 11 — 13. 

7—10'" hoch. Höhe : Länge = 100 : 120. Sinus- 
breite erwachsener Individuen = 80. 

Sehr deutlich dreieckig-oval. Die Ventralschale doppelt 
so konvex als die Dorsalschale, in der Mitte am gewölbtesten, 
ziemlich steil gegen den Stirnrand abfallend und zwei deutliche 
herabhängende Flügel bildend. Die etwas eingebogene Schloss- 
kante sehr lang, länger als die gerundeten Randkanten. Der 
Schlosskantenwinkel = 90«». Der verlängerte abstehende 
Schnabel kaum übergebogen, mit grosser, ovaler, von scharfem 
erhabenem Rande eingefasster Oeffnung. Die Area gegen den 
Rücken sehr scharfkantig, mit grossen, langen, flach-konkaven, 
quergestreiften Ohren. Die Falten breit, scharf, dachförmig 
abschüssig, sehr regelmässig, gerade, auch im Sinus nicht ver- 
bogen und bis in den Buckel fortsetzend. Sie sind meistens 
einfach; selten dichotomirt eine oder die andere, gewöhnhch 
schon über der Jlitle, selten erst ohnweit des Randes. Unsere 
Exemplare zählen ihrer 28—30, von denen 8 — 12 im Sinus 
hegen. Sie werden von feinen, zigzagförmigen , konzentrischen 
Linien bedeckt und von einzelnen starken Anwachsstreifen 
unterbrochen. Bei den jugendlichen Exemplaren ist der Sinus 
kaum bemerkbar, nur bei ausgewachsenen Individuen ist er 
deutlich ausgesprochen. 

Nicht häufig im Exogyrensandstein von Lobkowitz und im 
Hippuritenkalk von Deberno, Hoflubitz und Wodolka. 

Im Exogyrensandstein von Drahomischel kommen unter 
zahllosen Exemplaren von T. alata kleine, 4 — 5'" hohe, aber 
auch nicht viel längere, dreieckig-ovale, sehr flache Terebrateln 
vor mit etwas spitzigem Schlosskantenwinkcl, verlängertem, spi- 
tzem, kaum übergebogenem Schnabel, grosser, scharfkantiger, 
geflügelter Area und 25—28 Falten, von denen die meisten 
dichotom sind und zwar selir oft doppelt, das erste Mal über 
der Mitte, das zweite Mal ohnweit des Randes. Der Sinus 
ist sehr flach oder fehlt auch ganz. 

Die gerundeten Randkanten gehen in unmittelbarer Run- 
dung in den Stirnrand über. Diese Form stellt die Jugend- 
form von T. depressa dar. 

3. T. res t rata Sow. — T. XLII, F. 25. 

SowERBV, M. C. T. DXXXVII, F. 1, 2. — v. Buch, 

Terehrat. p. 53. — Mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 

HI, 1, T. XV, F. 27. 
T. pect u neu lata V. Schlotheim in Leonh. Taschenb. 

VII, T. I, F. 5. — Geinitz, 1. c. p. 14, T. XVL 

F. 15. 
T. nuciformis Sow., M. C. T. DH, F. 3. — RoE- 

MER, 1. c. p. 38, T. VII, F. 5. 

6—9'" hoch. Die ausgezeichnetsten Exemplare bilden 
ein gleichschenkliges Dreieck, dessen Spitze am Buckel einen 
Winkel von 70—800 bildet. Höhe : Länge : Dicke = 100 : 
83 : 66. Die wenig eingebogenen Schlosskanten sind doppelt 
so lang, als die gerundeten, unmittelbar in den Stirnrand über- 
gehenden Seitenränder. Der Sinus ist entweder gar nicht 



47 



bemerkbar oder stellt sich nur als eine sehr seichte Depression 
der Dorsalschale am Stirnrande dar. 2ö — 36 einfache ziem- 
lich scharfe Falten bedecken die Oberfläche. Die Vcntralschale 
ist ebenfalls sehr flach und fallt allmälig zu der Stirn und den 
Seiten ab. 

Von diesen Exemplaren , die den Typus der T. rostrata 
bilden, findet sich aber an denselben Fundorten eine ganze 
Reihe von ununterbrochenen Ubergangsstufen zur deutlichen 
T. alata. Der Schlosskantenwinkel wird grösser; die ganze 
Muschel breiter, dabei die Seitenränder im Vcrhältniss zu den 
Schlosskanten länger; beide vereinigen sich in gerundeten Ecken 
und es treten allmälig deutliche Flügel hervor; der Sinus 
spricht sich deutlicher aus. Die Zahl der Rippen wächst bis 
zu 46 und dichte konzentrische Linien laufen darüber. Bei 
den Formen, die das andere Extrem dieser Reihe bilden, sind 
die Verhältnisse der Höhe : Länge : Dicke = 100 : 125 — 
128 : 50 — 75; ja man findet selbst Exemplare, bei denen die 
Länge so zunimmt, dass die Höhe : Länge sich verhält = 
100 : 140, also ein völliger Übergang zu T. latissima Sow. 

Die Abbildung der T. rostrata bei Leymerie (mem. d. I. 
soc. geol. d. Fr. V, I, 1842, T. XV, F. 11 a, b, c) gehört 
wohl mehr zu T. depressa Sow. 

Häufig in den kalkigen Konglonieratschichten von Kutsch- 
lin, im Hippuritenkalk von Deberno , Grossdorf, Hollubitz und 
Kutschlin ; selten in den Plänersandsteinbrocken aus dem Py- 
ropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 

Im Hippuritenkalke von Hollubitz finden sich zugleich 
zahlreiche 4 — 5'" hohe, breite, eiförmig-dreieckige, massig ge- 
wölbte Terebrateln mit schwachem Sinus , 20 — 25 einfachen 
breiteren Fallen und schwach übergebogenem rechtwinkligem 
Buckel, die ganz mit T. acuta (angulata) Sow., BI. C. T. DU, 
F. 4 übereinstimmen, welche also auch nur eine Varietät bildet. 

4. T. latissima Sow. 

T. lata Sow., M. C. T. DH, F. 1. — Roemer, 1. c. 
p. 37, 38, T. VH, F. 4. 

6 — 10'" hoch, aber viel länger, so dass sich Höhe : Länge 
verhalten wie 100 : 150 — 180; daher die Schale fast dop- 
pelt so lang als hoch erscheint, wenn man die Verlängerung 
des Buckels abrechnet. Übrigens ist die Muschel flach ge- 
wölbt, indem die Dicke nicht viel mehr als die Hälfte der 
Höiie beträgt. Der Scldosskantenwinkel sehr stumpf, die Schloss- 
kanten lang , eingebogen in Folge des etwas hervorgezogenen 
Schnabels. Beide Klappen fallen allmälig gegen die Seiten ab, 
so dass keine Flügel vortreten. Der Sinus entweder ganz 
fehlend oder seicht. Die Öffnung im Schnabel massig gross, 
etwas länglich. 32 — 42 breite, stumpfwinklige, wenig hohe, 
selten dichotome Falten, deren 10 — 12 im Sinus liegen. 

Nicht selten im untern Plänerkalk vom Borzen und aus 
den Schiihngen bei Bilin, in den Konglomeratschichten von 
Kutschlin, im Hippuritenkalke von Kutschlin, Deberno, Gross- 
dorf, Wodolka und Hollubitz. 

5. T. gallina Brongnurt. — T. XXV, F. 1, 2. 
Brongniart, 1. c. T. IX, F. 2. — Bronn, Lethäa, 

p. 6 52, 643, T. XXX, F. 8. 



? T. trilobata Sow. bei Fitton, I. c. T. XVIII, 
F. 2. 

6 — 11'" hoch, sehr lang. Höhe : Länge = 100 : 120 — 
160. Die Schlosskantenwinkel sehr stumpf; die Schlosskanten 
etwas eingebogen ; der kurze Schnabel nicht übergebogen, 
mit grosser länglich-runder Öffnung, die von einem erhabe- 
nen scharfen Rande eingefasst ist. Die Area ziemlich scharf- 
kantig, mit langen flachen Ohren. Die Ventralklappe stark 
gewölbt, wie die Dorsalschale allmälig gegen die Seiten ab- 
fallend. Zuweilen dreilappig und dann die Dorsalschale fla- 
cher. Der Sinus gewöhnlich seicht, selten tiefer; die Stirn 
nur manchmal hoch. Bei alten Exemplaren sind die Ränder 
durch die vielen aufeinander liegenden Schalenlamellen abge- 
plattet. Auf der Oberfläche der dicken Schale 32 — 50 breite 
stumpfe Fallen , die gegen den Rand hin schnell an Dicke 
zunehmen und zuweilen dichotomiren. 10 — 12 liegen im Si- 
nus. Gedrängte, feine, konzentrische Linien laufen darüber. 

Nicht häufig im untersten Plänerkalk vom Borzen und 
aus den Schillingen bei Bilin , in den Konglomeratschichten 
vom Köpfhügel bei Teplitz; im Hippuritenkalk von Kutschlin, 
Deberno, Grossdorf und Hollubitz. 

Die eben abgehandelten Formen , welche alle ineinander 
übergehen, verrathen ihre nahe Verwandtschaft schon dadurch, 
weil sie ausschliessend in den unteren Schichten der Kreidefor- 
mation vorkommen und nur sehr selten sich in ein höheres Ni- 
veau verirren. Diess mag auch zur Entschuldigung dienen, 
dass ich mit T. alata Formen, wie T. rostrata, latissima ver- 
einigte, welche von Anderen , z. B. von L. v. Buch, mit T. 
plicatilis verbunden wurden. Schon diess liefert aber den 
Beweis, dass die eben geschilderte Gruppe sich nicht ganz 
scharf trennen lasse von den folgenden Formen, welche sich 
durch ihr vorherrschendes Vorkommen in den oberen Kreidc- 
sehichten wieder ganz ungezwungen zu einer Gruppe ver- 
knüpfen. 

6. T. plicatilis Sow. — T. XXV, F. 10 — 13. 

Sow., M. G. T. CXVHI, F. 1. — Mantell, G. SE. 
Engl. p. 127, F. 4. — Brongniart, 1. c. T. IV, 
F. 5. — Bronn, Lethäa, p. 648, 649. — v. Buch, 
Terebrat. p. 51, 52. — Mem. d. 1. soc. geol. do 
Fr. III, 1, T. XV, F. 24. — Geinitz, Grundriss 
p. 502, T. XXI, F. 9. 

Diese Form steht der T. alata und latissima am nächsten. 
Unterscheidet sich von der folgenden T. ocloplicata nur durch 
grössere Länge der Schale, gewöhnlich geringere Konvexität, 
flacheren, erst am Rande bemerkbaren, dort aber oft plötzlich 
senkrecht niedersetzenden Sinus , eine mehr scharfkantige 
Area und stumpfere Schlosskantenwinkel ; von T. latissima 
durch geringere Länge , mehr übergebogenen spitzigen Schna- 
bel, die kleine runde Öffnung in demselben und häufigere 
Falten. Überdiess beginnt bei T. latissima, so wie bei allen 
mitT. al ata zusammenhängenden Formen, der Sinus immer schon 
über der Mitte der Schalenlänge, was bei T. plicatilis nur sehr 
selten, bei den aus ihr hervorgehenden Formen fast nie statt 
findet. Zuweilen wird sie etwas dreilappig und ähnelt dann 
vollkoniinen manchen schmälern Formen von T. alata. 



48 



Verliältnissmässig selten, aber überall im obern Pläiierkalk; 
\ereinzelt im Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz 
und im Pyropensande von Trziblitz. 

Durch nur einzelne unwesentliche und stets sehr verän- 
derliche Kennzeichen unterscheiden sich von T. plicatilis fol- 
gende Arten, die daher nur als Varietäten anzusehen sind : 

7. T. octoplicata Sow. — T. XXV, F. 14—16. 

Sow., M. C. T. CXVIII, F. 2. — Mantell, G. SE. 
Engl. p. 127, F. 5. — Brongniart, 1. c. T. IV, 
F. 8. — Deshayes, coq. caract. T. IX, F. 34. — 
HisiNGER, leth. suec. p. 79, T. XXII , F. 12. — 
v. Buch, Terebrat. p. 47. — Bronn, Lethäa p. 646, 
647, T. XXX, F. 9. — Mem. d. 1. soc. geol. de 
Fr. III, 1, T. XV, F. 18. — Geinit/,, 1. c. p. 15, 
T. XVI, F. 16. 
T. retracta Roemer, 1. c. p. 38, T. VII, F. 2. 

6 — 10'" hoch und ziemlich ebenso lang, eiförmig-rund- 
lich, an der Stirn abgestulzt, mit spitzigem übergebogenem 
Wirbel und kleiner runder Öffnung. Die flache , schmale 
Area durch eine mehr stumpfe Kante begrenzt. Der Schloss- 
kantenwinkel gewöhnlich = 90". Die etwas konvexen, selten 
zunächst dem Buckel etwas eingebogenen Schlosskanten gehen 
in unmittelbarer Rundung in die Seitenränder über. Die 
Bauchklappc besonders stark gewölbt und gegen die Seiten 
stark abfallend. (Höhe : Dicke = 100 : 75). Der Sinus ge- 
wöhnlich erst ohnweit des Randes beginnend, aber oft sehr 
tief, so dass die Stirnseite sehr hoch ist. Dann senkt sich 
die Dorsalklappe plötzlich unter zuweilen rechtem Winkel zur 
Stirn herab. 55 — 62 sehr niedrige einfache Falten, die' gegen 
den Buckel hin verschwinden. 8 — 12 Falten liegen im Sinus, 
dessen Weite sich zur Schalenhöhe verhält = 50 — 56 : 100. 

Einzelne alte Exemplare zeigen sehr dicke Ränder und 
in ihrer Nähe zahlreiche starke Anwachsringe. Bei ihnen 
liegen auf der Dorsalschale 12 schmale Falten im Sinus, wäh- 
rend die dem Sinus entsprechende schmale , gerade Erhebung 
der Ventralschale nur 8 solche Falten trägt, die sich überdiess 
über dem vorletzten Anwachsringe zu vier vereinigen, indem 
je zwei und zwei zu einer breitern verschmelzen. 

Sehr häufig und überall im obern Plänerkalk ; selten im 
untern Plänerkalk vom Borzen, aus den Schillingen und vom 
Panznershügel bei Bilin und im Plänermergel von Kautz. Sehr 
häufig auch im Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz 
und im Pyropensand von Trziblitz, findet sich aber auch im 
untern Quader von Pankratz bei Reichenberg und von Niemes. 

Unter den zahlreichen Exemplaren von T. octoplicata 
trifft man einzelne, welche beim ersten Anblicke der T. Wil- 
soni Sow. (Sow., M. C. T. CXVIII, F. 3. — Bronn, Lethäa 
p. 71, T. II, F. II. — V. Buch, Terebr. p. 47, 48. — 
Mem. d. 1. soc. geol. de Fr. III, 1, T. XV, F. 19. — Tere- 
brat. lacunosa Dalman , Terebr. T. VI, F. 1) sehr ähneln. 
Sie sind 5 — 6'" hoch und ebenso dick und nur wenig länger 
(Höhe : Länge : Dicke = 100 : 116 : 100). Die Ventral- 
schale ist stark gewölbt und behält diese Wölbung fast bis 
zum Rande bei , so dass sie sich dort fast senkrecht abstürzt 
und die Stirnansicht beinahe vierseitig ist. Der Sinus ist sehr 



breit (Schalenhöhc : Sinusbreite (100 : 73), aber erst am 
Rande bemerkbar und sehr seicht ; demungeachtet ist die Stirn 
sehr hoch, indem die Dorsalschale, sich unter beinahe rechtem 
Winkel umbiegend, tief in die Ventralschale eingreift und die 
Stirne daher eine schwach konkave , hohe , senkrechte Fläche 
darbietet, die unten in horizontaler zackiger Linie mit der ihr 
steil entgegenfallenden Ventralschale zusammenstösst. — Der 
kleine spitzige Schnabel ist übergebogen und mit einer sehr 
kleinen runden Öffnung versehen. Die schmale Area ziem- 
lich scharfkantig. 32 — 35 flache rundrückige Falten, von 
denen 8 — 9 im Sinus liegen, zieren die Oberfläche und wer- 
den von feinen konzentrischen Linien bedeckt. Die seitlichen 
Falten der Ventralschale bilden einen halben Kreisbogen, ehe 
sie den Schalenrand erreichen. — Solche Exemplare mögen 
es auch gewesen sein , welche Defrance unter dem Namen : 
T. Wilson! in der weissen Kreide von Beauvais angibt (Dict. 
d. sc. nat. Vol. 53, p. 159). Die wahre T. Wilson! unter- 
scheidet sich von ihnen jedoch bedeutend durch den mehr 
übergebogenen, die Bauchschale berührenden, spitzigem Schna- 
bel, den schon über dem Stirnrande beginnenden Sinus, die 
Depression, welche die Ventralklappe auf jeder Seite der Si- 
nuserhebung immer deutlich zeigt und , worauf zuerst Bronn 
aufmerksam macht, die zunächst dem Rande gespaltenen Rip- 
pen, — ein Merkmal, das ich niemals vermisste. 

8. T. pisuin Sow. — T. XXV, F. 17—20. 

Sow., M. C. T. DXXXVI, F. 6, 7. — Bronn, Lethäa 
p. 647, 648, T. XXX, F. 7. — v. Buch, Terebrat. 
p. 47. — Mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. HI, 1, T. XV, 
F. 18'''^ — Geinitz, 1. c. p. 15, T. XVI, F. 18. 
— V. Hagenow in Bronn's Jahrb. 1842, p. 535 
—537. 
T. parvirostris Bronn im Jahrb. 1834, p. 143. 
T. Martini Mantell, G. S. p. 181. 
Ist von der vorigen Art gar nicht zu trennen , da die 
von Hagenow angegebenen Unterscheidungsmerkmale keines- 
wegs beständig sind. Gewöhnlich ist sie kleiner, 3 — 5,5'" hoch 
und eben so lang. Die Dicke wechselt jedoch sehr ; bald ist 
die Muschel sehr gewölbt, fast kugelig, einer Erbse ähnlich 
(Schalenhöhe : Dicke = 100 : 72); bald wieder viel flacher 
(Höhe : Dicke = 100 : 57 — 65). Übrigens ist sie einlap- 
pig, gerundet, indem alle Ränder unmittelbar ineinander über- 
gehen. Der Sinus beginnt erst am Rande und ist gewöhnlich 
flach; seine Breite verhält sich zur Schalen höhe = 42 — 52 : 
100. Die Oberfläche bedecken 26—32 breite gerundete 
Falten, die von feinen, konzentrischen Linien , selten von stär- 
keren Anwachsringen durchkreuzt und gegen den Buckel hin 
undeutlich werden oder ganz verschwinden. Oft ist diess bei 
den seitlichen Falten auch in ihrer ganzen Länge der Fall. 
5 — 8 Falten liegen in dem Sinus. — Sie ist wohl die Jugend- 
form von T. octoplicata. 

Sehr häufig überall im Plänerkalk und auf sekundärer 
Lagerstätte mit der vorigen Spezies. 

9. T. Mantellian.a Sow. — T. XXV, F. 21, 22. 

Sow., M. C. T. DXXXVn, F. 5. — Mem. d. 1. soc. 
geol. d. France III, 1, T. XV, F. 26. — Geinitz, 
L c. p. 15, T. XVI, F. 17. 



49 



T. sulcata Mantell. G. S. p. 130, 13t. 
T. obliqua Sow. M. C. T. CCLXXVII, F. 2. 

Diese Spezies zeichnet sich durch einige selbstständige 
Charaktere aus. Sie ist 5 — 6'" hoch, fast kreisrund, gewöhn- 
lich stark gewölbt. Höhe : Länge : Dicke = 100 : 93 
(86—103) : 69 (66 : 73). Der Schnabel ist vorstehend, sehr 
spitzig, etwas übergebogen, mit sehr kleiner runder Öffnung. 
Die Schlosskanten sind kürzer als die Randkanten. Die kleine 
Area durch eine stumpfe fast gerundete Kante begrenzt. Der 
Sinus erst am Rande beginnend und seicht. Beide Klappen 
haben ihre grösste Wölbung in der Jlitte und fallen gegen 
alle Seiten gleichmässig ab ; selbst zu der manchmal ziemlich 
hohen Stirne dacht sich die Dorsalklappe nur allmälig ab. 
16 — 17 breite, schnell breiter und gegen den Rand hin ziem- 
lich scharf werdende, dachförmige, manchmal dichotome Falten 
bedecken die Überfläche ; 2 — 4 liegen im Sinus. 

Findet sich überall, obwohl seltner, mit den vorigen Ar- 
ten. Ausserdem trifft man sie selten in den untersten Pläner- 
schichten vom Borzen und aus den Schillingen bei Bilin und 
in den Konglomeratschichten von Teplilz. 

b. Dichutomae v. Brc/i. 

10. T. striata la Mantell. — T. XXVI, F. 2. 

Mantell, G. S. p. 131, 132, T. XXV, F. 7, 8, 12. 
— Sow., M. C. T. DXXXVI, F. 3, 4, 5. — Phil- 
lips Yorksh. T. II, F. 28. — v. Buch, Terebrat. 
p. 61. — Mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. III, 1, 
T. XVI, F. 7. — Geinitz, 1. c. p. 15, T. XVI, 
F. 12. 

0,33—1" hoch. Höhe : Länge : Dicke = 100 : 80 
(71 : 100) : 34 (31 — 37). Mehr oder weniger langgezogen 
fünfseitig-eifönnig, sehr flach gewölbt. Die Ventralschale sehr 
niedrig , am höchsten zunächst dem Buckel und sich dann in 
gleicher Höhe bis fast zur Stirn hinziehend , wahrend sie ge- 
gen die Seiten sich sanft und gleichförmig abdacht. Die Dor- 
salschalc ist im Anfange schwach gekielt, zu Ende des ersten 
Drittheils am gewölbtesten und fällt dann nach allen Seiten 
sanft ab. Die geraden Schlosskanten, die in einem sehr spi- 
tzen Winkel von 55 — 60" zusammenstossen , sind gerade und 
reichen bei höheren Exemplaren bis zur Hälfte der Schalen- 
höhe, bei kürzeren noch darüber hinaus, sind also bei Erstem 
ebenso lang, bei Letztem länger als die Randkanten, mit de- 
nen sie einen sehr stumpfen abgerundeten Winkel bilden. 

Die scharfe Stirnlinie, deren Länge die Länge der Schloss- 
kanten nie übertrifft, ist entweder gerade abgestutzt oder mehr 
oder weniger ausgebuchtet. Der Schnabel ist dick, ziemlich 
kurz, abstehend und von einer grossen runden Öffnung durch- 
bohrt. Die Area ist eine blosse Umbiegung der Dorsalschale, 
in die sie unmittelbar ohne Kante übergeht, daher die gekörn- 
ten Streifen sich auch auf sie fortsetzen. Das grosse Delti- 
dium zeigt selbst bei alten Individuen in der Mitte eine deut- 
liche Nath. 

Die Ventralschale trägt an jeder Seite des spitzwinkligen 
niedrigen Buckels ein deutliches stumpfwinkliges Ohr. Auf der 
Mitte der Dorsalschale läuft ein schon von der Mitte an oder 

ficvss, Versteinerungen, II, Abth, 



noch höher beginnender schmaler und flacher Sinus bis zum 
Stirnausschnitte herab. Wo dieser fehlt, sieht man auch fast 
keine Spur des Sinus. Die Ventralschale zeigt zwar keinen 
Sinus, aber auch keinen entsprechenden Kiel. 

Vom Schnabel entspringen 10 — 12 schmale runde Ripp- 
chen , die , immer die gleiche Breite beibehaltend , sich Iheils 
durch Dichotomie, theils durch Einschieben neuer Rippen in 
der Nähe des Randes bis auf 46 — 60 vermehren. Sie wer- 
den durch konzentrische Linien gekörnt und hie und da auch 
von stärkeren Anwachsringen unterbrochen. 

Ziemlich selten im obern Plänerkalk von Hundorf, Kutsch- 
lin und Trziblitz , im Plänermergel von Luschitz und Kautz, 
im Pyropensande von Trziblitz und im Pyropen führenden 
Konglomerate von Meronitz. 

11. T. chrysalis v. Schlotheim. — T. XXVI, F. 3. 

Schlotheim, Petrefktkde. I, p. 272. — Faujas St. 
Fond, mont. St. Pierre, T. XXVI, F. 9. — v. Buch, 
Terebrat. p. 62, 63. — Bronn, Lethäa p. 651,' 
T. XXX, F. 6. 

Sehr klein, höchstens 3'" hoch. Höhe : Länge = 100 : 70. 

Schmal und langgezogen eiförmig, flach und gleichmässig 
gewölbt, die Dorsalschale am m.eisten zunächst dem geraden 
vorstehenden Buckel , der eine grosse runde Öffnung trägt. 
Die Ventralschale gross geölirt. Der Schlosskantenwinkel spi- 
tzig von 55 — 60". Die langen Schlosskanten reichen bis un- 
ter die Mitte und gehen gerundet in die Randkanten und 
diese ebenso in den Stirnrand über. Keine Spur eines Sinus, 
daher die Stirn regelmässig gerundet, nicht ausgeraadet. Die 
Oberfläche mit feinen gekörnten Rippchen bedeckt, deren 8 — 9 
am Buckel beginnen, zwischen welche sich aber schwächere 
einschieben, so dass am Rande 24 — 25 gezählt werden. 

Bisher sehr selten im Plänermergel von Priesen , im un- 
tern Plänerkalk von Weisskirchlitz und im Pyropen-führenden 
Konglomerate von Meronitz vorgekommen. 

12. T. gvacilis v. Schlotheim. — T. XXVT, F. 1, 

T. XLII, F. 24. 

Schlotheim, Petrefktkde, p. 270; Leonhard's min. 
Taschenb. VII, F. 3. — v. Buch, Terebrat. p. 64, 
T. II, F. 35. — Mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. III, 
1, T. XVI, F. 11. — Geinitz, 1. c. p. 16, T. XVI, 
F 12 

T. r'igida Sow., M. C. T. DXXXVI, F. 2. 

T. ornata Roemer, 1. c. p. 40, T. VII, F. 10. 

1,5 — 3'" hoch, fast kreisrund, nur oben in eine stumpfe 
Spitze auslaufend. Der kurze, ziemlich dicke Schnabel ist 
bald fast gerade, bald mehr übergebogen, übrigens von einer 
sehr kleinen runden Öffnung durchbohrt. Die Area klein. 
Der Schlosskantenwinkel = 90" oder nur wenig stumpfer. 
Die Schlosskanten kurz und bald in die Zirkelrundung des 
Schalenrandes übergehend. Die Dorsalschale gewölbt, am 
meisten ohnweit des Buckels und von da nach allen Seiten 
gleichmässig abfaflend. In der Mitte ist sie zuweilen vom Bu- 
ckel bis zur Stirn etwas vertieft ; dann zeigt ihre innere Fläche 
neben der Mitte jederseits eine starke Furche. An den Stein- 

7 



50 



kernen treten diese als zwei Leisten hervor, die eine mittlere 
Furche zwischen sich haben. 

Die Ventralschale ist oben gerade abgeschnitten ; nur in 
der Mitte tritt der Wirbel als sehr kurze Spitze vor. Zugleich 
ist sie sehr undeutlich geöhrt. Sie ist ganz flach oder sehr 
oft selbst flach-konkav. 

Auf der verhällnissmässig dicken, mitunter aber (bei jiJnge- 
ren Individuen?) auch dünnen Schale laufen vom Schnabel 
9—10 hohe, oben gerundete Falten aus, die sich durch wahre 
Dichotomie, seltner durch Einsetzen schwächerer Falten ver- 
mehren, so dass am Rande 22 — 32 auftreten. Sie werden 
durch konzentrische Streifen schwach gekörnt. Hie und da 
laufen auch stärkere Anwachsringe darüber. 

An dem Steinkerne sieht man am Rücken vom Wirbel 
bis zur Stirne einen allmälig breiter werdenden Sinus verlau- 
fen, der viel mehr ausgesprochen ist, als an der Schale. Die 
obere Hälfte dieser Bucht hat jederseits einen schmalen Kiel 
neben sich, entsprechend der Furche an der Innern Schalen- 
fläche. Den Kiel begleitet an der äussern Seite wieder eine 
schmale Furche (T. XLIl, F. 24 b). 

Die Bauchseite des Steinkernes zeigt vom Wirbel anfan- 
gend drei schmale Leisten , von denen die mittlere schon in 
der Mitte der Höhe verschwindet, die seitlichen aber als sehr 
flache Erhöhungen bis zum Stirnrande fortsetzen (T. XLII, 
F. 24 a). 

Im Plänerkalke überall häuflg; in ungeheurer Menge aber 
im untern Plänerkalke von Kosstitz; selten in den untersten 
Schichten des Plänerkalkes vom Borzen, in den Schillingen 
und am Panznershügel bei Billn und von der Hassinamühle 
bei Malnitz ; ferner sparsam im Plänermergel von Kystra, 
Kauz und Kosstitz. Sehr gemein ist sie auch im Pyropen- 
sande von Trziblitz und im Pyropen-führenden Konglomerate 
von Meronitz ; an ersterm Orte meistens als Steinkern und in 
Brauneisenstein verwandelt. 

13. T. Faujasii Roemer. — T. XXVI, F. 4. 

RoEMER, 1. c. p. 40, T. VH, F. 8. 
Faujas St. Fond, mont. St. Pierre, T. XXVI, F. 7. 
T. locellus Defrance in litt. — v. Hagenow, 1. c. 
p. 537. 

1.5 — 1,75'" hoch, spitz-eirund, flach gewölbt. Höhe : Länge 
= 100 : 65—70. 

Die geraden Schlosskanten sind länger als die Randkanten, 
in 'welche sie gerundet übergehen, daher die grösste Länge 
unter der Mitte der Höhe. Der Schlosskantenwinkel spitzig, 
von beiläufig 55—600. Der dicke wenig gebogene Schnabel 
mit grosser halbrunder Öff'nung. Die sehr kurze Area nicht 
gekantet. Die Ventralschale flach, oben gerade abgeschnitten, 
mit grossen rechtwinkligen Ohren. Die Stirne flach gerundet, 
ohne Sinus und Ausschnitt. Vom Wirbel entspringen 8 — 9 
hohe, gerundete, gegen den Rand hin etwas breiter werdende 
Falten, zwischen welche sich unter der Mitte hie und da 
schwächere einschieben, so dass man am Rande 11 — 17 zählt. 
Alle sind stark perlenartig gekörnt. 

Sehr selten im obern Plänerkalk von Kutschlin , im 



untern Plänerkalk von Weisskirchlitz und im Plänermergel von 
Luschitz und Priesen. 

c. Laeves v. Buch. 

a. Jugatae v. Buch mit an der Stirn gegen die Bauchschale 

eingreifender Dorsalschale. 
14. T. carnea Sow. — T. XXVL F. 9—11." 

Sow., M. C. T. XV, F. 5, 6. — Mantell, G. SE. 

Engl. p. 127, F. 2. — Brongtjiart , 1. c. T. IV, 

F. 7. — Buch, Terebrat. p. 94, 95. — Mem. d. 

1. soc. geol. d. Fr. HI, 2, p. 203, T. XIX, F. 2. 

— PüsCH, Pol. Paläont. p. 18, T. III, F. 12. — 

Bronn, Lethäa, p. 654, 655, T. XXX, F. 13. 

0,75 — 1,25" hoch und ebenso lang oder doch nicht viel 

kürzer, ziemlich kreisförmig, massig gewölbt. Höhe : Dicke = 

100 : 53 (44—63). 

Der Schlosskantenwinkel stumpf von 110 — 120". Die 
Schlosskanten gerade, lang, bis zum Drittheil oder selbst zur 
Hälfte der Schalenhöhe herabreichend und dort mit den Rand- 
kanten in einem undeutlichen gerundeten Winkel zusammen- 
stossend. Der Schnabel kurz, übergebogen, doch gewöhnlich 
die Ventralklappe nicht berührend und von einer kleinen Öff- 
nung durchbohrt. Die Area sehr schmal , ziemlich scharfkan- 
tig. Das sehr breite Deltidium oftmals durch den Schnabel 
verdeckt. Der untere Theil der Schlosskanten bildet durch 
das Zusammenstossen der Ränder beider Klappen einen schar- 
fen einspringenden Winkel, wie v. Buch bemerkt. Die Seiten- 
ränder bilden eine gerade horizontale Linie. 

Die Dorsalklappe am Buckel gekielt, dann sich gegen die 
Stirn allmälig, nach den Seiten schneller abdachend; übrigens 
ohne Sinus, daher die Stirnlinie gewöhnlich gerade, horizontal 
ist. Ebenso beschaffen, nur oft etwas weniger gewölbt, ist die 
Ventralklappe. Sie ist zuweilen in ihrer untern Hälfte in der 
Mitte der Länge nach schwach vertieft und dann steigt ihr 
Stirnrand in der Mitte etwas gegen die Dorsalklappe in die 
Höhe, während er sich zu beiden Seiten dieser Erhebung 
etwas herabsenkt und daher eine schwache iSförmige Krüm- 
mung bildet, die bei T. semiglobosa dann deutlicher ausge- 
sprochen ist. Die Oberfläche der Schale ist mit feinen und 
stärkern konzentrischen Anwachshnien , besonders gegen den 
Rand hin, bedeckt, überdies dicht mit scharfen Punkten .besäet, 
die in ausstrahlenden bogenförmigen Reihen stehen, bei ganz 
frischer glänzender Schale aber nicht sichtbar sind. 

Häufig und überall im obern Plänerkalke, selten im un- 
tern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin und von Weisskirchlitz. 

Als Varietäten schliessen sich hier an : 
a. T. subiotunda Sow. — T. XLI, F. 2. 
Sow., M. C. T. XV, F. I, 2. 

T, lens NiLSSON, 1. c. p. 35, T. IV, F. 6. — HisiN- 
GEB, leth. suec. p. 83, T. XXIV, F. 6. 
Bei ihr ist der Kiel der Schnabelklappe besonders deutlich ; 
übrigens ist sie fast vollkommen kreisrund und die kürzeren 
Schlosskanten gehen ohne Winkel unmittelbar in die Randkan- 
ten über. Auch ist sie gewöhnlich viel flacher, als die typische 
Form der T. carnea. Die mittlere Depression der Bauchldappe 
findet sich auch bei ihr mitunter recht deutlich. 



51 



b. T. punctata Sowerby. 

Sow., M. C. T. XV, F. 4. 

Höher als lang, sonst ganz wie die vorige. 

c, T. elongata Sowerby. 

Sow., M. C. T. CDXXXV, F. 1, 2. 

T. ovata Sow., M. C. T. XV, F. 3. — Nilsson, 1. 

c. p. 3i, T. IV, F. 3. — HisiNGER, 1. c. p. 82, 

T. XXIV, F. 3. 
T. minor, Nilsson, 1. c. p. 34, T. IV, F. 4. 

Höher als lang; der Schlosskantenvrinkel = 90° oder 
noch kleiner. Sonst ganz mit der wahren T. carnea überein- 
stimmend, verhält sich also zu ihr wie T. punctata zu T. 
subrotunda. 

Alle diese Formen kommen mit T. carnea an den ge- 
nannten Fundorten vor, obwohl seltner, am häufigsten noch die 
T. subrotunda. 

15. T. semiglobosa Sow. — T. XXVI, F. 5—8. 

Sow., M. C. T. XV, F. 9. — Mantell, G. SE. Engl. 
F. 1, 3. — Brongniart, 1. c. T. IX, F. 1. — 
HisiNGER, 1. c. p. 82, T. XXIV, F. 2. — Bronn, 
Lethäa p. 659, T. XXX, F. II. — Buch, Tere- 
brat. p. 96. — Mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 
ni, 2, p. 205, T. XIX, F. 9. — Geinitz , 1. c. 
p. 16, T. XVI, F. 20. 

T. intermedia Sow., M. C. T. XV, F. 8. 

T. Albensis Lfa'Merie, mcm. d. 1. soc. geol. d. Fr. 
V, 1, p. II, T. XV, F. 2, 3, 4. 

1 — 1,33" hoch, breit eirund, schwach fünfseitig, etwas 
höher als lang, halbkugelig gewölbt, besonders die Dorsalschale. 
(Höhe : Länge : Dicke = 100 : 90 : 68 . Die grösste Länge 
in der Mitte der Höhe. Der Schlosskantenwinkel := 90" oder 
gewöhnlich noch etwas kleiner. Der dicke aufgeschwollene 
Schnabel sehr übergebogen , so dass er die Ventralschale be- 
rührt und das Deltidium fast immer ganz verdeckt. Er wird 
von einer sehr kleinen runden Öffnung durchbohrt, die ge- 
meiniglich noch kleiner ist als bei T. carnea. Die sehr schmale 
Area nicht gekantet. Die Schlosskanten , die so lang oder 
noch länger sind als die Randkanten und in diese gerundet 
übergehen, bilden wie bei T. carnea in der untern Hälfte einen 
scharf einspringenden Winkel. In der Seitenansicht stellen 
die Seitenränder eine mehr oder weniger iSförmig gebogene 
Linie dar. 

Die Dorsalschale erreicht ihre grösste Wölbung über der 
Milte der Höhe und senkt sich zuletzt herab , so dass sie mit 
zwei breiten Zacken mehr oder weniger lief in die Ventralschale 
eingreift. Man sieht nämlich auf ihr zwei seitliche breite Rin- 
nen, die durch eine mittlere runde Falte getrennt sind, während 
auf der Ventralschale von der Mitte an eine breite Depression be- 
ginnt, die, nach unten sich vertiefend, in dieErhebung der Dorsal- 
schale eingreift. Sie wird jederseits von einer Falte begrenzt, 
welche nach aussen wieder eine flachere und breitere Depression 
neben sich hat. Gerade also, wie bei T. biplicata, nur Alles mehr 
gerundet, seichter, flacher, weniger ausgesprochen. Die Stirn- 
linie ist also in zwei seitliche, mehr oder weniger seichte und 
gerundete Falten herabgezogen , wellenförmig. Feine konzen- 



trische Linien und gegen den Rand hin stärkere Anwachsringe 
bedecken hie und da die Oberfläche der Schale, welche, wenn 
sie weniger frisch erhalten ist, oft ebenso punktirt erscheint, 
wie bei T. carnea. Überhaupt scheinen diese zwei Spezies in 
einander überzugehen ; wenigstens ist man bei manchen For- 
men sehr im Zweifel, zu welcher von beiden man sie rech- 
nen soll. Es dürften daher die glatten Kreideterebrateln eben- 
so eine zusammenhängende Reihe bilden, wie wir es bei den 
Gefalteten gesehen haben*. 

T. semiglobosa mit ihren Varietäten liegt überall und häufig 
im obern Plänerkalk und auf den schon erwähnten sekundären 
Lagerstätten. Selten trifft man sie überdiess im untern Plä- 
nerkalk der Schillinge bei Bilin und von Weisskirchlitz, in den 
Konglomeratschichten des Zizkalhales bei Bilin und im Pläner- 
mergel von Horzenc. 

Hieher gehörige Varietäten sind: 

a. T. snbundata Sowerby. 

Sowerby, M. C. T. XV, F. 7. — Phillips, Yorksh. 
T. II, F. 25 (nicht aber T. subundata Roemer, I. 
c. T. VII, F. 15, welche zu T. biplicata gehört). 

Gewöhnlich klein (1") und länger, mehr regelmässig ge- 
rundet, am wenigsten gewölbt (Höhe : Länge : Dicke = 100 
: 100 : 66). Die Seitenränder wenig gebogen, ebenso die 
Wellenbiegungen des Stirnrandes am geringsten. 

b. T. obesa Sowerby. 

Sow., M. C. T. CDXXXVIH, F. 1. 

Die gewölbteste Form ; der Schnabel sehr angeschwollen ; 
die jS förmige Biegung der Seitenränder, so wie die wellenför- 
mige Biegung des Stirnrandes sehr ausgesprochen. (Höhe : Länge 
: Dicke = 100 : 83 : 70). 

c. T. acuta. 

Höher und kürzer; die grösste Länge unter der Mitte. 
Der Schlosskantenwinkel spitzig (70 — 80°;. Die Schlosskanten 
um die Hälfte länger als die Randkanten ; beide zuweilen unter 
einem deutlichen gerundeten Winkel zusammenstossend und 
eine starke Ä förmige Biegung machend. Die Wellenbiegung 
des Slirnrandes zuweilen sehr ausgesprochen, so dass die Mu- 
schel manchen Formen von T. biplicata sehr ähnlich wird. 
Höhe : Länge : Dicke = 100 : 81 : 69. 

16. T. biangularis Deshayes. 

Leymerie in mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 1842, V, 
1, p. 11, T. XIV, F. 4, a, b, c. 

Mit nicht völliger Sicherheit rechne ich Steinkerne hieher, 
die nicht selten im untern Quader von Hagelsdorf bei Seifers- 
dorf vorkommen und die mit der von Leymerie gegebenen 
Abbildung der mit T. biplicata verwandten Muschel beinahe 
ganz übereinstimmen. Nur ist die Schale niemals erhalten. 
Sie sind bis 6'" hoch und 5'" lang, breiteiförmig, gewölbt, 
mit dickem, wenig spitzwinkligem, etwas übergebogenem Buckel. 



* Geinitz vereinigt auch beide Spezies in seinem Grundrisse 
p. 509. 

7* 



52 



Die langen Schlosskanten bilden mit den sehr kurzen Rand- 
kanten einen gerundeten Winkel. Die gewölbte fast gekielte 
Üorsalschale zeigt einen tief herabgezogenen Sinus , der an 
jeder Seite mit einer hohen, am Steinkerne gerundeten Kante 
eingefasst ist und in der Mitte durch einen hohen Längskiel 
halbirt wird, so dass auf der Rückenschale drei solche Kiele vor- 
springen. Die Ventralschale zeigt zwei stumpfe vorspringende 
Kanten, die durch eine tiefe Furche getrennt werden und 
nach aussen neben sich eine tiefe Depression haben , welche 
den Kielen der Dorsalschale entspricht. Die Längsrippen, welche 
die übrige Schale zeigt und welche kaum die Hälfte der Scha- 
lenhöhe erreichen, sind an unseren Steinkernen nicht be- 
merkbar. 

17. T. pectoralis Roemer. — T. XXVI, F. 12. 

RoEMER, I. c. p. 42, T. VII, F. 19. 

6 — 7'" hoch, höher als lang, deutlich fünfseitig, nicht 
sehr gewölbt. Die Wölbung der Rückenschale ist aber doppelt 
so hoch, als die der Bauchschale, welche vom Buckel schnell 
und steil in die Höhe steigt, noch über der Älitte die grösste 
Wölbung erreicht und sich dann nach allen Seiten sehr sanft 
verflächt. Der dicke kurze Schnabel übergebogen, mit grosser 
runder Öffnung, die die Bauchschale berührt und das Deltidium 
ganz verdeckt. Die schmale Area schwach gekantet. Die 
Schlosskanten sind fast gerade und kürzer als die Randkanten; 
ja sie reichen mitunter nur bis zu Ende des ersten Drittheils 
der Schalenhöhe. Sie stossen mit den Randkanten in einem 
deutlichen abgerundeten Winkel zusammen. Ebenso bildet mit 
Letzterem die abgestutzte Stirne stumpfe Winkel. 

Die Dorsalschale erreicht im obersten Drittheil ihrer Höhe 
die grösste Wölbung und greift am Stirnrande in einem seich- 
ten Sinus in die Ventralschale ein. Manchmal fehlt jedoch 
der Sinus auch ganz. 

Findet sich sehr selten im obern Plänerkalk von Kutschlin. 

18. T. ovoides Sowerby. 

Sow., M. C. T. C. — v. Buch, Terebrat. p. 98, — 
Mem. d. I. soc. geol. de Fr. III, 2, p. 208, T. XIX, 
F. 7. — Geinitz, L c. p. 17, T. 8, F. 5; Var. 
minima T. XVI, F. 19. 

T. lata Sow., M. C. T. C. 

Von dieser Spezies trifft man nur junge Individuen, aber 
in grosser Menge, im Hippuritenkalk von Hollubitz und De- 
berno. Sie sind 6 — 9,5'" hoch, breit-oval, mit der grössten 
Länge unter der Mitte und massig gewölbt. Die Ventralschale 
ist selbst ziemlich flach zu nennen. Die Länge ist nicht viel 
geringer als die Höhe. Der dicke kurze Schnabel ist wenig 
gebogen, mit grosser runder schiefstehender Öffnung. Die 
Area breit und gegen den Rücken gerundet. Das Deltidium 
viel breiter als hoch. Die wenig konvexen Schlosskanten sind 
so lang als die Randkanten , mit denen sie in einem gerunde- 
ten Winkel zusammenstossen. Der Schlosskantenwinkel ist 
bei unseren jungen Exemplaren immer kleiner, als 90^ (circa 
80—85"). 

Die Ventralklappe ist fast kreisrund oder selbst länger 
als hoch, springt mit einer kleinen Spitze gegen den Schnabel 



der Dorsalschale vor und ist in der Mitte mit einem schwa- 
chen Kiele versehen. Die gleichförmig gewölbte nicht gekielte 
Dorsalklappe verräth ihren schwachen Sinus am Stirnrande 
nur durch ein schwaches Eingreifen in die Ventralschale. Die 
Oberfläche ist mit feinen konzentrischen Linien, selten mit 
etwas stärkeren Anwachsstreifen bedeckt; die Ventralklappe 
zeigt aber auch feine Radiallinien, die besonders bei begin- 
nender Verwitterung hervortreten. 

ß. Carinatae v. Buch mit an der Stirn gegen die Dorsalschale 
eingreifender Ventralschale. 

19. T. hipp opus RoEMER. — T. XXVI, F. 14. 

Roemer, 1. c. p. 114, T. XVI, F. 28. — Geinitz, 

Grundriss p. 511. 
T. pumila v. Buch bei Geinitz Charakt. p. 87. — 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 143. 

3 — 4'" hoch, ebenso lang, im Umrisse rundlich-fünfseitig ; 
jüngere Individuen flach, ältere stark gewölbt. Höhe : Länge 
: Dicke = 100 : 96 (92 : 100) : 64 (50 : 77). 

Diese kleine Terebratel erhält durch die verschiedene 
Beschaffenheit beider Klappen ein ganz eigenthümliches An- 
sehen. Die Dorsalklappe ist in der Mitte stumpf längsgekielt, 
also, indem sie nach beiden Seiten viel stärker abfällt als ge- 
gen die Stirne, von einer Seite zur andern gewölbt. Die 
Ventralklappe aber fällt gegen die Stirne und den Schnabel 
viel stärker ab, als gegen die Seiten, ist daher der Quere 
nach, von oben nach unten, gewölbt. Zugleich sieht man 
auf ihrer Mitte eine schwache Längsfurche verlaufen, die schon 
beim Buckel beginnt und, allmälig breiter werdend, zur Stirn 
herabläuft und diese in einen , in die Erhebung der Dorsal- 
klappe eingreifenden Sinus in die Höhe hebt. Dieser tritt 
jedoch bei jungen flachern Individuen nur wenig hervor, so 
dass die Stirnlinie bei ihnen nur wenig aufwärts gezogen er- 
scheint. Nie aber ist die Ventralschale ganz eben. 

Der dünne Schnabel der Rückenschale ist hakenförmig 
umgebogen, so dass er mit der Längenaxe der Schalen einen 
rechten Winkel bildet. Die Spitze trägt eine feine runde Öffnung. 
Die Area- sehr scharfkantig. Das Deltidium ziemlich hoch, 
aber schmal, zwischen Schnabelspitze und Schlossrand. 

Die Ventralschale oben fast gerade abgeschnitten und 
nur in der Mitte eine sehr kleine Spitze — den Wirbel — 
vorschiebend. Die Ränder gehen alle gerundet in einander 
über. Die Schlosskanten aber, die ebenso lang sind als die 
Randkanten, bilden mit diesen bei genauerer Betrachtung doch 
einen wiewohl sehr gerundeten Winkel, so wie letztere von 
der Stirne etwas abgestutzt werden, wodurch der in der Pro- 
jektion fünfseitige Umriss der Muschel entsteht. Die Oberfläche 
der Schalen zeigt feine konzentrische Linien und ist überdiess 
mit sehr feinen scharfen Punkten, die in bogenförmigen Längs- 
reihen geordnet sind, dicht bedeckt. — Diese Spezies unter- 
scheidet sich also nur durch die grössere Wölbung, die mitt- 
lere Furche der Ventralklappe und den stärkern Ventralsinus. 
Junge Individuen aber, bei denen die Ventralklappc nur in der 
Nähe des Wirbels schwach gewölbt ist, sind der T. pumila 
zum Verwechseln ähnlich. Es dürfte daher T. hippopus wohl 



53 



nur eine Varietät der T. pumila sein mit deutlicher ausge- 
sprochenem Ventralsinus. 

In grosser Menge zusammengehäuft im Exogyrcnsandstein 
von Drahomischel, in Begleitung von Terebratula alata ; selten 
im obern Plänerkalk von Kulschlin ; im untern Plänerkalk von 
Laun; im Plänersandstein von Hradek, Trziblitz und Oppotschna ; 
im Grünsandstein von Laun und Neuschloss ; im grauen Kalk- 
stein von Czencziz ; im Exogyrensandstein von Lobkowitz ; im 
Pyropensande von Trziblitz ; im Pyropcn-führenden Konglo- 
merate von Meronitz und in den darin eingebetteten Pläner- 
sandsteintrümraern. 

y. Aequales Klipst. ohne allen Sinns, mit horizontalem geradem 
Slimrantle; beide Klappen gewölbt. 

20. T. lentoidea Leymerie. — T. XXVI, F. 13. 

Leymerie in mem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 1842, V, 
1, p. 12, T. XV, F. 10, a, b, c. 

Eine sehr kleine, kaum 2 — 2,5'" hohe Spezies, fast rund, 
breit-eiförmig, linsenförmig, sehr flach, mit schneidigen Rändern. 
Der ^Yirbel vorstehend, wenig übergebogen. Die Ventralklappe 
fast fläch; die Dorsalklappe etwas gewölbter, am meisten über 
der Mitte der Höhe. Die Area gekantet, die Schnabelöffnung 
ziemlich gross. Die Schlosskanten so lang als die Randkan- 
ten , in welche sie unmittelbar übergehen. Der Stirnrand ge- 
rade, scharf. Die Oberfläche der sehr dünnen Schale äusserst 
fein konzentrisch linirt. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von W^eisskirchlitz bei 
Teplitz, 

Crania Retzics. 

1 . Cr. spinulosa Nilsson. 

NiLSSüN, 1. c. p. 37, T. III, F. 9, — Hisinger, 1. c. 
p. 83, T. XXIV, F. 7. — GoLDFUSS, 1. c. II, p. 295, 
T. CLXII, F. 12, T. CLXIII, F. 1. 

Ein einziges, aber deutliches Exemplar im obern Pläner- 
kalk von Wunitz gefunden in Gesellschaft von T. octoplicata, 
pisum, Mantelliana, carnea u. a. m. — Wurde in den geogn. 
Skizz. II, p. 29 und 142 durch Versehen als Cr. Ignabergen- 
sis Retz. aufgeführt. 

2. Cr. parisiensis Defrance. 

Defrance, dict. d. sc. nat. XI, p. 313. — Brongniart, 
1. c. T. IIJ, F. 2. — HÖNiNGHAUs, monogr. F. 8. 
— Goldfuss, 1. c. II, p. 293, 294, T. CLXII, F. 8. 

Eine obere Klappe im Hippuritenkalk von Grossdorf. Un- 
deutliche Unterschalen im untern Plänerkalk der Schillinge bei 
Silin. 

3. Cr. Irreo-iilaris Roemer. — T. XLII, F. 27, 28. 
RoEMER, Oolith. Nachtrag, p. 23, T. XVIH, F. 1. 
Patella irregularis Roemer, Oolith. p. 135, 

T. IX, F. 20. 
Crania (Patella) subquadrata Dunker et Koch, 
Verst. d. norddeutsch. Oolith. -Geb. p. 51, T. VI, 
F. 5. 

Die Rückenschale, die sich bisher allein vorgefunden hat, 
ist 4 — 8"' lang, vierseitig oder vierseitig -rundlich, niedrig 



kegelförmig; bald etwas höher, bald sehr flach; mit stumpfer 
gerundeter oder schärferer, zuweilen auch schwach übergebo- 
gener Spitze und manchmal deutlich vierkantig. Der Rand 
scharf. Die Oberfläche vielfach verbogen und oft höckerig, 
mit zahlreichen schmalen, niedrigen, unregelmässig dichotomiren- 
den radialen Rippchen bedeckt, die aber an manchen Exem- 
plaren kaum zu bemerken sind. Die oberen zwei Muskelein- 
drücke auf der Innern Fläche sind quer-eirund und schwach 
markirt. 

Nicht gar selten im untern Plänerkalke der Schillinge 
bei Bilin. 

C Rudisten. 

Caprina d'Orb. 

1. C. lamiiiea Geinitz. — T. XLV, F. ß. 

Geinitz, 1. c. p. 88, T. XIX, F. 18, 19. 

Beide Klappen zusammen erreichen eine Breite von nur 
1,75—2"; die Höhe beträgt nicht mehr als 1,5". Sie sind 
kugelig zusammengerollt, beide Klappen einander sehr genähert. 
Ihre Scheidewand wird äusserlich durch eine breite Furche 
angedeutet. Die rechte Klappe kleiner als die linke. Die 
Wirbel bilden eine anliegende Spirale von 1 % Windungen, die 
bei jeder nach der entgegengesetzten Seite eingerollt ist. Die 
Schale ist sehr dick (2"') und besteht aus zweierlei Substan- 
zen. Aus einer dichten festen besteht die innere Platte der 
Schale. Von ihr gehen nach aussen zahlreiche dünne parallele 
Blätter aus, die auf ihr senkrecht stehen und zwischen welche 
etwas dickere Blätter einer weniger dichten und festen Masse 
eingeschoben sind, so dass die ganze äussere Schalenplatte 
aus einem Wechsel solcher dünnerer und dickerer Blätter zu- 
sammengesetzt ist. An der Oberfläche der Muschel gibt sich 
dieser Bau durch eine grobe konzentrische Streifung zu er- 
kennen. 

Wurde bisher nur in einem konglomeralartigen dichten 
Kalkstein gefunden, der bei Kutschlin eine Spalte im Gneiss 
ausfüllt , in Gesellschaft von Terebratula rostrata Sowerby, 
Lima aspera Mant., Pecten decemcostatus Münst., Ostrea di- 
luviana Linne, Nerinea Geinitzii Goldf., Natica nodosa Geinitz, 
u. s. w. Sie ist aber stets mit dem festen Gesteine so innig 
verwachsen , dass man gewöhnlich nur Bruchstücke heraus- 
schlagen kann. 

Plippurites d''Hombres Firmas. 

Wiewohl die Gattungen Hippurites und Sphaerulites in 
ihren extremen Formen bedeutende , beim ersten Anblick in 
die Augen fallende Verschiedenheiten zeigen, so gibt es doch 
so viele Mittelformen , wodurch beide unmittelbar ineinander 
übergehen, dass an eine wirkliche Trennung derselben nicht 
zu denken ist. Der obere Kegel des Birosters , der bei den 
ausgezeichneten Sphaeruliten immer stark entwickelt ist, wird 
allmälig kleiner und schwindet endlich ganz, indem die in er- 
sterm Falle gewölbte Oberschale allmälig flacher wird und 
endlich zu einem blossen Deckel zusammenschrumpft. Die 



54 



Llattrigen Ausbreitungen an der äussern Fläche der Sphäruli- 
(en werden schmäler und endlich zu blättrigen Querstreifen, 
die man auch bei vielen Hippuritenformen antrifft; so wie im 
Gegentheil die Längsstreifung auch manchen Sphäruliten nicht 
.■■ehlt, obwohl sie nie so deutlich ausgesprochen ist, wie bei 
den eigentlichen Hippuriten. Der zellig-prismatische Bau der 
Schale, die innern Längskiele, das Vorhandensein des von 
Tesmoulins sogenannten appareil accessoire ist beiden Formen- 
reihen gemeinschaftlich. Es müssen also Hippuriten und Sphäru- 
liten ohne Zweifel in eine Galtung zusammengezogen werden. 
Noch grösser sind die Schwierigkeiten bei Unterscheidung 
der einzelnen Arten , selbst wenn die Exemplare vollkommen 
erhalten sind , wegen der ausserordentlich wechselnden Form. 
In noch höherm Grade finden sie bei den böhmischen Hippu- 
riten statt, von denen wir gewöhnlich nur die Steinkerne vor 
Augen haben oder wo die Schale, wenn sie auch erhalten ist, 
so fest mit dem umgebenden Gesteine verwachsen ist, dass 
an eine gänzliche Entblössung nicht gedacht werden kann. 
Ich beschränke mich daher darauf, die von Geinitz unterschie- 
denen Formen, deren mehrere vielleicht zusammenfallen dürf- 
Ijn, beizubehalten, ohne immer im Stande zu sein, sie strenge 
zu sondern und so genau zu beschreiben, dass nicht noch viel 
zu wünschen übrig bliebe. 

1. H. (Spli aerulites) undulatus Geinitz. — 
T. XLV, F. 7 — 12. 
Geinitz, 1. c. p. 87, T. XIX, F. 6 — 10. 

1 — 3" breit und 1,5 — 2" hoch, im Umfange kreisförmig, 
niedergedrückt kugelig oder kurz kegelförmig, mit breiter Basis 
aufsitzend. Die Unterschale dick und kurz kegelförmig, an 
der äussern Fläche mit gedrängten 4 — 10'" breiten, wellen- 
förmig auf- und abgebogenen konzentrischen blättrigen Ausbrei- 
tungen bedeckt (F. 11). Gewöhnlich sind jedoch nur die obersten 
erhalten; die übrigen sind, wie die ganze Schale, in grobe 
Gesteinsmasse umgewandelt und daher unkenntlich. Sie zei- 
gen gewöhnlich breite und fliache, selten etwas scharfe radiale 
Falten, welche von dichten feinen Radiallinien und eben sol- 
chen, zierlich wellenförmig gekräuselten konzentrischen Linien 
bedeckt sind. Sie bestehen aus sehr dünnen über einander 
liegenden Blättern, die sich leicht von einander absprengen 
lassen. Die innere Fläche der Schale zeigt an der hintern 
Seite drei ziemlich starke Längskiele, die entweder gleich sind 
oder von denen der mittlere schwächer ist (F. 8, 10, 12). 

Die Oberklappe bildet einen seicht napfförmig ausgehöhl- 
ten, oben flach gerundeten Deckel, an dessen innerer Fläche 
man dieselben feinen konzentrischen Linien, und am Rande 
die oben beschriebenen blättrigen Ausbreitungen findet. An 
einem Exemplare war jedoch die obere Fläche des Deckels 
ebenfalls seicht vertieft und zeigte feine konzentrische, etwas 
winklige Linien, die aus flachen aneinander gefügten Bögen 
bestanden (F. 7, 9). 

Der obere Kegel des Birosters ist kurz und dick kegel- 
förmig, oben stumpf und bildet mit dem untern einen sehr 
stumpfen, hinten offenen Winkel. — Die Zellen der Schale 
sind gross, dem freien Auge sichtbar und stellen 5 — 6 seitige 



mehr oder weniger unregelmässige kleine Prismen dar. Sie 
sind besonders an dem obern blättrigen Rande deutlich. 

Häufig im Hippuritenkalke von Kutschlin , sehr selten in 
den kalkigen Konglomeratschichten daselbst. 

2. H. CSphaerulites) Saxoniae Roemer. 

Sphaerulites Saxoniae Roemer, 1. c. p. 35, 36, 

T. VII, F. 1. 
Hippurites Saxonicus Geinitz, 1. c. p. 18, T. VII, 

F. 2, a, b ? 
H. pusillus Reuss, geogn. Skizz. II, p, 178. 

0,5 — 1,5" hoch. Die Unterschale verkehrt - kegelförmig 
oder kreiseiförmig, mit ziemlich breiter Basis aufsitzend; in- 
wendig trichterförmig ausgehöhlt. Die äussere Fläche mit 
zahlreichen, bald höheren, bald sehr niedrigen, selbst undeut- 
lichen Längsrippen, über welche feine konzentrische Linien im 
Zigzag laufen. In grösseren oder geringeren Abständen zeigt 
sie überdiess konzentrische in die Höhe stehende Blätter, die 
aber auch oftmals ganz fehlen. Die innere Fläche ist fein 
konzentrisch linirt, mit 1 — 2 schmalen Leisten. 

Die obere Klappe kreisrund, schildförmig oder' auch 
schüsselfönnig verlieft, mit feinen konzentrischen Linien, die 
durch entferntstehende vertiefte Anwachsringe unterbrochen 
werden. Die Zellen der Schale sind sehr klein. 

Selten im Hippuritenkalk von Grossdorf, häufiger in dem 
von Wodolka, aber gewöhnlich sehr schlecht erhalten. 

3. H. subd IIa latus Geinitz. — T. XLV, F. 13, 14. 

Geinitz, 1. c. p. 88, T. XIX, F. 11, 12. 

Bis 3" hoch und 2" dick. Die Unterklappe verkehrt- 
kegelförmig, gerade, im Querschnitte rundlich oder etwas vier- 
seitig; an der innern Seite mit zwei stark vortretenden stum- 
pfen Kielen ; an der äussern Fläche mit feinen Längs- und 
Kreislinien bedeckt ; oben einen unregelmässig blättrigen, sehr 
schwach gefalteten Saum bildend. Die untere Hälfte des 
Kegels ist oft durch zahlreiche dünne parallele Querscheide- 
wände in niedrige Kammern getheilt, die selten leer geblieben, 
gewöhnlich auch durch Versteinerungsmasse ausgefüllt sind. — 
Nicht selten sind mehrere solcher Kegel an den Seitenflächen 
mit einander verwachsen, wo dann ihre Schale ganz verschmol- 
zen ist. 

Die Oberklappe ist schildförmig, flach gewölbt, oben ge- 
rundet, am Rande ebenfalls einen blättrigen, wenig faltigen 
Saum bildend , an der Aussenfläche mit feinen konzentrischen 
und noch feineren radialen Linien bedeckt. 

Der untere Kegel des Birosters ist lang und verdünnt 
sich abwärts nur langsam. Er scheint mit dem sehr kurzen 
obern Kegel, der aber fast nie erhalten ist, keinen Winkel zu 
bilden. Am obern hintern Theile des erstem bemerkt man 
oft den aus flachgedrückten parallelen Röhrchen bestehenden 
appareil accessoire. 

Die Substanz der dicken Schale lässt selbst dem freien 
Auge ziemlich grosse, parallele, lange, prismatische Zellen wahr- 
nehmen, die oft gebogen sind. Sehr oft werden sie durch 
innige Verschmelzung mit der infiltrirten Versteinerungsmasse 



oa 



undeutlich , so dass sich ihre Grenzen nur durch eine feine 
parallele Streifung verrathen. 

Sehr häufig, aber gewöhnlich bis zur Unkenntlichkeit ent- 
stellt im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

4. H. ellipticus Geinitz. 

Geinitz, 1. c. p. 18, 59, T, VII, F. I; T. XVI, 
F. 22, 23 ; T. XIX, F. 13, 14. 

0,5 — 2" hoch, der vorigen Art in der Gestalt ähnlich; 
die Unterklappe verkehrt kegelförmig, gerade oder etwas ge- 
bogen, im Querschnitt aber mehr oval; aussen fein radial und 
konzentrisch gestreift, innen nur mit einem schmalen, aber 
starken Längskiel. 

Die Oberklappe schildförmig, wenig gewölbt, mit gewöhn- 
lich exzentrischem Wirbel , fein radial und konzentrisch ge- 
streift. Schale ebenfalls dick, ihre Zellen aber kleiner, als bei 
der vorigen Art. 

Seltner mit der vorigen Spezies. 

5. H. Germavi Geinitz. — T. XLV, F. 15. 
Geinitz, 1. c. p. 60, T. IX, F. 4; T. XIV, F. 3—5, 

T. XVI, F. 8? 

Mit nicht völliger Bestimmtheit rechne ich hieher einige 
lang und schmal kegelförmige untere Hippuritenklappen , die 
mehr als zur Hälfte ihrer Höhe durch Querscheidewände in 
niedrige Kammern getheilt sind und an denen die Kanten nur 
undeutlich ausgesprochen sind. Sie sind dünnschaliger als 
die vorigen Arten. Die Oberklappo wurde bisher noch nicht 
aufgefunden. 

Selten mit den vorigen Arten. 



6, H. falcatus Reüss. — T. XLV, F. 16. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 177, 178. 
H. Saxonicus Geinitz, T. XIX, F. 15. 

Man findet stets nur den untern Theil des Birosters, ein- 
geschlossen in der durch Zerstörung der Schale entstandenen 
Höhlung. Er ist 1 — 1,5" hoch, stellt einen sichelförmig ge- 
bogenen, nach unten schnell an Dicke abnehmenden, glatten 
umgekehrten Kegel dar. Die Schale muss, nach der Grosso 
der Höhlung zu urtheilen, sehr dick gewesen sein, so dass der 
Hippurit fast breiter als hoch wurde. Besonders stark war 
sie an ihren Seitentheilen , indem der Durchmesser der Höh- 
lung von links nach rechts doppelt so gross ist, als von vorne 
nach hinten. Die äussere Fläche war mit ungleichförmigen 
hohen gerundeten Rippen bedeckt, mit etwas breiteren Zwi- 
schenrinnen , die innere dagegen glatt. Von einem Längskielo 
sah ich nie eine Spur , wenigstens Hess der Biroster niemals 
eine Längsfurche wahrnehmen. 

Nicht gar selten mit den vorigen Arten. 

Andere Hippuriten von sehr veränderlicher Form findet 
man in grosser Menge in dem Hippuritenkalk von Koriczan. 
Sie sind aber so innig mit dem sehr festen Gesteine verwach- 
sen, dass es mir nicht gelang, auch ein einziges ganzes Exem- 
plar auszuschlagen. Sie sind 3 — 5" hoch, dabei kaum 1" 
dick, gerade oder gebogen, vierseitig und haben, wie es wenig- 
stens scheint, nur einen Längskiel. Die Oberfläche der Schale 
ist regelmässig quer-gestreift. Unter dieser äussern Schalen- 
lamelle befindet sich eine längsgestreifte. Der Biroster ist 
glatt. Oft sind mehrere (4 — 6) bündeiförmig zusammenge- 
wachsen. 



F« Railiarleii« 



A. E c h i 11 i d e n. 
a. Spatangi Agassjz. 

Micraster Agassiz. 

1. M. cor aiiguinum Agass. 

Spatangus cor marinum Parkinson, org. rem. 

III, T. III, F. 11, 12. 
Echinus cor anguinum Linne, Gnielin p. 3195. 
Echinites c er culum Schlotheim, Petrfklkde. p. 311. 
Spatangus cor anguinum Leske und Klein, echin. 

T. XXIII, F. A— C, T. 23*, F. C, T. XLV, F. 12. 

— Encycl. meth. T. CLV, F. 4—6. — Brongn., 

1. c. T. IV, F. 11. — DE LA Beche, geol. man. 

p. 298, F. 39. — GoLDF., I. c. I, p. 157, T. XLYIII, 

F. 6. 
Spatangus punctatus Lamk. syst. III, p. 32. 
Spatangus ananchytes Blainville, zooph. p. 185. 
Spatangus cor testudinarium Goldfüss, 1. c. I, 

p. 157, T. XL VIII, F. 5. 
Ananchytes cordata Grateloup, Dax. T. II, F. 2. 
Micraster cor anguinum Agassiz, descript. des 

echinodcrm. foss. de la Suisse in nouv. mem. d. I. 

soc. helvet. d. sc. nat. 1839, p. 24, T. III, F. 14, 

15. — Bronn, Lethäa p. 618, 619, T. XXIX, 

F. 23. 

Häufig und überall (1—3" hoch) im obern Plänerkalk; 
seltner im untern Plänerkalk der Schillinge und vom Borzcn 
bei Bilin; im Plänermergel von Luschitz und Kystra ; in den 
Konglomeratschichten von Teplitz ; im Plänersandstein von 
Trziblitz und Hradek ; im Grünsandstein von Malnitz ; im grauen 
Schieferthon des untern Quaders von Weberschan. 

Holaster Agassiz. 

1. H. subglobosus Agassiz. 

Agassiz, descr. d. echinod. foss. de la Suisse 1. c. 
1839, p. 13, T. II, F. 7—9. 

Spatangus sub gl o b o s u s Leske und Klein, echin. 
T. LIV, F. 2, 3. — Encycl. meth. T. CLYU, F. 7, 
8. — GoLDFUss, 1. c. I, p. 148, T. XLV, F. 4. 

Echinus subglobosus Linne, Gmelin p. 3198. 

Selten im Plänermergel von Kautz. 

2. H. granulosus Goldfuss. 

Spatangus granulosus Goldfuss, 1. c. I, p. 148, 
T. XLV, F. 3. 

Selten im obern Quader des hohen Schneebergs bei 
Telschen, nach Geinitz im untern Quader zwischen Limbach 
und Kaltenbach. 



Ananchytes Lamk. 

1. A. ovata Lamarck. 

Lamarck, bist. nat. III, p. 25. — Encycl. meth. T. CLIV, 
F. 13. — Defrance, dict. d. sc. nat. Radiaires, 
T. XII, F. 1. — Brongniart, 1. c. T. V, F. 7. — 
Goldfuss 1. c. I, p. 145, T. XLIV, F. 1. — Hi- 
singer, I. c. p. 93, T. XXVI, F. 3. — Bronn, 
Lethäa, p. 622, 623, T. XXIX, F. 22. — Agassiz, 
descr. d. echinod. foss. de la Suisse I. c. 1839, 
p. 30, T. IV, F. 4—6. 

Echinocorytes ovatus Leske und Klein, echinod. 
T. LIII, F.' 3. 

Echinocorys pustulosus Leske, T. XVI, F. A, B. 

Echinocorys minor a. papulosa Leske, T. XVI, 
F. C, D. 

Echinocorys scutatus Parkinson, org. rem. III, 
T. II, F. 4. 

Echinites scutatus major, Schlotheim, Petref. 
I, p. 309. 

Ananchytes pustulosa Lamk., Grateloup Dax 
T. II, F. 10, 11. 

Ananchytes striata Goldfuss, 1. c. I, p. 146, 
T. XLIV, F. 3. 

Häufig und überall im obern Plänerkalk, besonders bei 
Hundorf, Kutschlin, am Sauerbrunnberg bei Bilin; selten im 
Plänermergel von Luschitz und Priesen. 

2. A. CO reu 1 um Goldfuss. 

Goldfuss, 1. c. I, p. 147, T. XLV, F. 2. 

Sehr selten im obern Plänerkalk von Pokratitz. 

b. Clypeastri Agassiz. 

Catopygus Agassiz. 

1. C. carinatus Ag. 

Echinites pyriformis Parkinson, org. rem. III, 

T. III, F. 6. 
Nucleolites carinatus Goldfuss, \. c. I, p. 142, 
143, T. XLIII, F. 11. 

Nicht selten im Exogyrensandstein von Drahomischel und 
im untersten Quader von Tyssa und von Pankratz bei Reichen- 
berg; nach Geinitz auch in dem von Limbach und Kal- 
tenbach. 

Cassidulus Lamarck. 

1. C. lapls cancri Lamarck. 

Lamarck, bist. nat. III, p. 35. — Encycl. meth. 
T. CXLin, F. 6, 7. — Bronn, Lethäa p. 611, 
612, T. XXIX, F. 20. 



57 



Echinites lapis cancri Leske und Klein, T. XLIX, 

F. 10, 11. 
Faiuas St. Fond, mont. St. Pierre, T. XXX, F. 1. 
Echinites ste IIa tusScHLOTH. ; Petrefktkde. I, p, 320. 
Nucleolites lapis cancri Goldf., I. c. I, p. 143, 

T. XLIII, F. 12. 

Selten im Exogyrensandstein von Drahomischel und im 
Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 

c. Cidarites Agassiz. 

Cidaris Agassiz. 

1. C. vesiculosa Goldf. — T. XX, F. 14, 15, 16. 

Agassiz, desc. des echinod. foss. de la Suisse I. c. 

1840, p. 66, T. XXI, F. 11—18. — Bronn, Lethäa 

p. 607, 608, T. XXIX, F. 16. — Geinitz, 1. c. 

p. 89, T. XXII, F. 1. — HisiNGER, 1. c. T. XXVI, 

F. 5, b links. 
Cidarites vesiculosus Goldfüss, 1. c. I, p. 120, 

T. XL, F. 2. 
Cidaris cretosa Mantell, geol. transact. 1829, III, 

p. 205. 
Leske und Klein, T. XXXII, F. L, M. 

Bisher wurden nur Bruchstücke und einzelne Asseln die- 
ses Seeigels aufgefunden. Letztere sind fünfseitig , sehr flach 
ge\,ölbt, mit grosser durchbohrter Warze und glatter Gelenk- 
fläche. Die grossen, kreisförmigen, flach vertieften Höfe sind 
durch breite Zwischenräume von einander getrennt. Der übrige 
Theil der Assel ist von regelmässigen, runden, anscheinend 
hohlen Körnern bedeckt, von denen die innersten die gröss- 
len sind und einen regelmässigen Kranz um den glatten Hof 
bilden. Die schwach hin und hergebogenen Fühlergänge, deren 
Porenpaare in zwei Längsfurchen liegen und durch vertiefte 
Querlinien verbunden sind, haben je drei Reihen kleiner dicht- 
«tehender Knötchen neben sich. 

Häufig sind die hieher gehörigen Stacheln. Sie sind bis 
20"' lang, gevöhnlich zylindrisch oder spindelförmig, selten 
schwach keulenförmig, oben stets durchbohrt, gerundet oder 
abgestutzt, zuweilen auch rosettenförmig ; mit 14 — 16 schwach 
gekörnten, mitunter , besonders im obern Theile, ganz glatten 
Längsrippen. Selten treten die Körner deutlicher hervor. Die 
flach-konkaven Zwischenfurchen sind mit äusserst feinen Längs- 
linien bedeckt, die durch ebenso feine Querlinien in zarte 
Punkte zerschnitten werden. Der unterste Theil des Stachels 
über dem verdickten Gelenkende ist glatt. 

Die Stacheln , welche Mantell als der C. sceptifera an- 
gehörig beschreibt (G. S. p. 194, T. XVH, F. 12), unterschei- 
den sich kaum von den eben beschriebenen. 

Am häufigsten in dem untersten Plänerkalke der Schillinge 
bei Bilin und von Weisskirchlitz bei Teplitz ; seltner im obern 
Plänerkalke von Hundorf, Kutschlin, Dux, Kröndorf, vom Saucr- 
brunnberg bei Bilin; im untern Plänerkalke von Laun, Kosstitz 
und vom Borzen bei Bilin ; im Plänermergel von Priesen, 
Luschitz und Kystra; im Hippuritenkalk von Kutschlin, Gross- 
dorf, Deberno und Hollubitz ; im Exogyrensandstein von Lob- 
kowitz; im untern Quader von Tyssa und Rosenthal; auf 
sekundärer Lagerstätte im Pyropensand von Trziblitz und im 
Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 

Relss. Versteiiierunsen, U. Abth. 



2. C. clavigera König. — T. XX, F. 17, 18, 19, 21. 

Mantell, G. S. p. 194, T. XVII, F. 11, 14. — Roe- 

MER, 1. C. p. 28, T. VI, F. 7. — HlSINGER, I. c. 

T. XXVL F. 5, b, rechts. 

Vielleicht gehören einzelne Asseln aus dem untern Plä- 
nerkalk der Schillinge bei Bilin zu dieser Spezies. Sie sind 
denen von C. vesiculosa sehr ähnlich, aber grösser (7,5'"), 
stärker gewölbt und daher von den angrenzenden Asseln durch 
eine deutliche Furche getrennt. Der runde Hof, der die 
glatten Gelenkwarzen umgibt, ist gross und stark konkav; die 
durchbohrten Warzen sind grösser und mehr erhaben. 

Weit häufiger trifft man die Stacheln dieser Axt. Sie 
übersteigen die Länge von 5 — 7'" selten, sind keulen- oder 
birnförmig und mit 15 — 20 stark und grob gekörnten Längs- 
rippen versehen. Die Kerben sind gewöhnlich etwas aufwärts 
gerichtet und Sägezähnen ähnlich. Nach abwärts übergehen 
die Rippen in Reihen kleiner Knötchen, die den Gelenktheil 
bedecken. Zwischen ihnen ist die Oberfläche mit sehr feinen 
Körnchen bedeckt, die durch sich rechtwinklig durchkreuzende 
Linien gebildet werden. 

Man findet diese Stacheln sehr häufig im untern Pläner- 
kalk der Schillinge bei Bilin und von Weisskirchlitz bei Tep- 
litz, selten in dem vom Borzen bei Bilin, so wie auch in den 
Konglomeratschichten desselben Fundortes , von Kutschlin und 
Teplitz. 

3. C. paplllata Mantell. — T. XX, F. 22. 
Mantell, G. S. p. 194, T. XVII, F. 13. 

Die Stacheln, von denen es ungewiss ist, ob sie wirklich 
dieser Spezies angehören, sind 1,5 — 2" lang, dabei aber nur 
1 — 1,75'" dick und verdicken sich gegen den Gelenkknopf 
hin nur sehr wenig und langsam. Sie sind vieleckig und 
tragen auf 7 — 10 scharfen Kanten gedrängte, sehr feine, aber 
scharfe, aufwärts gerichtete Sägezähne. Zwischen diese Kanten 
schiebt sich in der untern Hälfte hie und da eine schwächere 
ein. Die Zwischenräume sind sehr seicht konkav oder auch 
ganz eben und mit äusserst feinen chagrinartigen Rauhigkeiten 
dicht besäet. Die Rippen lassen den untern Theil des Sta- 
chels nicht frei, sondern reichen bis zum Gelenkknopf, der an 
den Seiten fein längslinirt ist. 

Nicht selten, aber stets zerbrochen im untern Plänerkalk 
von Kosstitz; sehr vereinzelt im Plänermergel von Krssina. 

4. C. armata Reuss. — T. XX, F. 23, 24, 25. 
Bisher sind nur einzelne Asseln und Stacheln bekannt 

geworden. Erstere sind viel breiter als hoch, sehr flach, mit 
durchbohrter Stachelwarze und glatter Gelenkflächc , welche 
von einem sehr grossen, elliptischen, flach vertieften Hofe um- 
geben ist. Die Höfe der angrenzenden Asseln berühren ein- 
ander fast und sind nur durch einen schmalen Rand geschie- 
den. Der übrige Theil der Tafeln ist mit ziemlich grossen, 
reihenweise geordneten Knötchen bedeckt. Die Fühlergänge, 
deren Poren durch vertiefte Querlinien verbunden sind, haben 
drei Reihen kleiner Knötchen neben sich. Die Asseln ähneln 
mithin sehr denen von C. maxima v. Münst. (Goldf., 1. c. I, 
p. 116, T. XXXIX, F. 1), welche sich aber durch gestrahlte 



58 



Gelenkflächen, die nicht reihenweise stehenden Knötchen und 
das Vorhandensein von nur zwei Reihen Knötchen auf den 
Feldern der Fühlergänge unterscheiden. 

Die Stacheln, welche an demselben Orte vorkommen und 
wohl dieser Spezies angehören dürften, sind bis 1,5" lang, 
verdünnen sich oben nur wenig, sind zylindrisch oder sehr 
schwach gekantet und tragen 5 — 7 etwas unregelmässige alter- 
nirende Reihen entfernt stehender, aufwärts gerichteter, ver- 
hältnissmässig grosser Dornen. Die Zwischenräume lassen dem 
bewaffneten Auge sehr feine geschlängelte Linien wahrnehmen. 
— Die Stacheln ähneln sehr denen von C. spinosa Agass, 
(nouv. mem. dl. soc. helvet. d. sc. nat. 1840, p. 71, T. XXI, 
a, F. 1). 

Die Asseln selten, die Stacheln ziemlich häufig im untern 
Plänerkalk der Schillinge bei Silin ; leztere auch im untern 
Plänerkalk von Weisskirchlitz. 

5. C. exigua Reuss. — T. XLII, F. 1, 2. 

Diese Spezies , von welcher ich einzelne Asseln im un- 
tern Plänerkalk von Weisskirchlitz entdeckte , ist die kleinste 
unserer Cidariten. Denn die Asseln haben nur eine Grösse von 
1,25 — 2'". Sie sind 5 — 6eckig, haben eine kleine durchbohrte 
Stachelwarze und einen gekörnten Gelenkring. Von einem be- 
grenzten Hofe ist nichts zu bemerken. Der der Stachelwarze 
zunächst liegende Theil der Assel ist glatt, die übrige Fläche 
mit schmalen unregelmässigen radialen Furchen bedeckt. 

Cyphosoma Agassiz. 

1. C. granulosum Goldf. 

Cidarites granulosus Goldf., 1. c. I, p. 122, 
T. XL, F. 7. 

Nicht zu selten und überall im obern Plänerkalk, be- 
sonders bei Hundorf und Kutschlin. 

Tetragramma Agassiz. 

1. T. variolare Agassiz. 

Cidarites variolaris Brongniart, 1. c. T. V, F. 9. 

— GoLDFUss, 1. c. I, p. 123, T. XL, F. 9. 
Parkinson org. rem. HI, T. I, F. 10. 
Knorr, Petref. T. VII, F. 5. 

Echinus variolatus v. Schlotheim, Petref. p. 315. 
Bisher sind nur Stacheln vorgekommen, welche wohl die- 
ser Spezies angehören dürften. Sie sind 0,5 — 1,5" lang, sehr 
dünn, pfriemenförmig, drehrund, zuweilen sanft gebogen, ganz 
glatt oder sehr fein der Länge nach linirt. Das Gelenkende 
ist nur wenig verdickt ; das obere Ende scharf zugespitzt. 

liberall im Plänerkalk und Plänermergel, besonders häufig 
im obern Plänerkalk von Kutschlin und im Plänermergel von 
Luschitz. 

B. Stelleriden. 
a. Asteridei Agassiz. 

Goniaster Agassiz. 

1. G. quinquelobus Agassiz. — T. XLIII, F. 20—32. 
Asterias quinqueloba Goldfcss, 1. c. p. 209, 



T. LXIII, F. 5. — ROEMER, 1. c. p. 27, T. VI, 
F. 20. 
Parkinson, org. rem. III, T. II, F. 1. 

Einzelne Randtäfelchen trifft man sehr häufig im untern 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin und von W^eisskirchlilz, 
seltner im obern Plänerkalk von Kutschlin und vom Sauer- 
brunnberg bei Bilin, im untern Plänerkalk von Kosstitz, im 
Plänermergel von Luschitz und Kautz, im Plänersandstein von 
Hradek, im Exogyrensandstein von Drahomischel und im Py- 
ropensand von Trziblitz. 

Sie sind 1,2 — 4'." breit, gewöhnlich unregelmässig fünf- 
seitig, seltner 3 — 4-seitig, bald liöher, bald niedriger, an der 
konvexen Aussenfläche mit einer dünnen groblöcherigen Schichte 
überzogen, die aber den fein punktirtcn Rand frei lässt. Die 
Gelenkflächen sind an der Peripherie schwach erhaben, in der 
Mitte seicht vertieft. — Die Bauchtäfelchen (F. 30, 31) sind 
sehr klein, verhältnissmässig hoch, prismatisch, mit gewöhnlich 
sechsseitiger Basis. 

Im obern Plänerkalk des Sauerbrunnbergs bei Bilin fand 
sich das T. XLII, F. 32 abgebildete Bruchstück, in welchem 
man fünf Paare von Randtäfelchen in ihrer ursprünglichen 
Verbindung sieht. Man nimmt auch die schwache Ausbiegung 
wahr, welche die Ränder der Strahlen des Stammes besitzen. 
Die Täfelchen weichen jedoch von den früher beschriebenen 
etwas ab. Ihre ganze Aussenfläche ist mit in unregelmässige 
wellenförmige Reihen gestellten Kügelchen bedeckt, die, wenn 
sie ausgewittert sind, die oben angegebenen runden Grübchen 
zurücklassen. Sie erstrecken sich bis an den obern und un- 
tern Rand, ohne dort einen freien Raum zu lassen. Sie 
ähneln in dieser Hinsicht den Tafeln von Asterias jurensis 
V. Münster (Goldfüss, 1. c. I, p. 210, T. LXIII, F. 6). In 
Beziehung auf die Gelenkflächen stimmen sie aber ganz mit 
A. quinqueloba überein. 

2. G. margin at US Reüss. — T. XLIII, F. 15—18. 
Die Randtäfelchen dieser Spezies kommen stets verein- 
zelt, aber ziemlich häufig im untern Plänerkalk von Weisskirch- 
litz und im Plänermergel von Luschitz vor. Sie sind stets 
kleiner als bei der vorigen Spezies, nur 0,5 — 2,5'" breit und 
meistens ebenso hoch, gewöhnlich rundlich-dreiseitig, seltner 
4— 5-seitig. Die äussere Fläche ist stark gewölbt, in der Mitte 
bauchig, mit groben grösseren und kleineren Körnern besetzt; 
der glatte obere und untere Rand dagegen ist stark nieder- 
gedrückt , vertieft. Die glatten GelenkHächen sind fast eben, 
indem ihre Ränder nur sehr wenig vortreten. 

h. Ophiuri Agassiz. 

Ophiura Agassiz. 

1. O. serrata Rokmer. — T. XX, F. 26. 

RoEMEB, 1. c. p. 28, T. VI, F. 23. 

Bisher wurde ein einziges Bruchstück der nur 0,75'" 

dicken, kaum zusammengedrückten Arme im Pyropensande von 

Trziblitz, in Brauneisenstein umgewandelt, vorgefunden. Die 

paarigen Seitenschilder sind vierseitig, am obern Rande fein 



59 



gekerbt und mit einigen kurzen Stacheln besetzt; die unpaa- 
rigen Mittelschilder kleiner, das der Rückenfläche grösser, 
breit-oval, oben abgestutzt, gegen die Seiten hin etwas ausge- 
schweift ; das der Bauchseite kleiner und 5 — 6-seitig -keil- 
förmig. 

C. Crinoiden. 

Comatula Lamahck. 

1. Com. Geinitzii Reuss. — T. XX, F. 27. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 177. 

Comatula Geinitz, 1. c. p. 89, T. XXII, F. 2. 

Von dieser Spezies entdeckte ich bisher nur ein unvoll- 
ständiges Exemplar im obern Plänerkalk von Kostenblatt. 

Körper ? Rippen ? Die Glieder 

der Hände drehrund, am obern und untern Ende verdickt. 
Besonders findet diess am obern Ende statt, wodurch daselbst 
ein vorstehender dicker gerundeter Saum entsteht und die 
Glieder eine becherförmige Gestalt annehmen. Ihr Querdurch- 
messer am obern Ende ist dem Längendurchmesser ziemlich 
gleich. Dort tragen sie auch zwei gegenüberstehende borsten- 
förmige, etwas plattgedrückte Tentakeln, welche 2 — S'/^mal 
so lang sind, als ein Glied. Von Fingern ist keine Spur zu 
entdecken. 

Pentacrinites Miller. 

i. P. lanceolatus Roemer. 

RoEMER, 1. c. p. 27, T. VI, F. 3. 

Die Säule stumpf-fünffcantig, an den Seitenflächen etwas 
eingedrückt, 1,5 — 2'" dick. Die Glieder niedrig; ihre Gelenk- 
flächen mit lanzctllichen, bis zum Rande reichenden Blättern, 
die jederseits von fünf groben Zähnen eingefasst werden. Das 
mittlere Feld um den Nahrungskanal herum ist fein radial ge- 
furcht. Am Rande zwischen den Blättern befindet sich eine 
kleine dreieckige, glatte, niedergedrückte Fläche. 

Einzelne Glieder kommen nur selten in den kalkigen 
Konglomeratschichten von Kutschlin vor. 

Bourgueticrinus d''Orb. 

1. B. ellipticus d'Orb. — T. XX, F. 28—33. 
d'Orbigny, bist. nat. des Crinoides, 1840, Livr. 3. 
Apiocrinites ellipticus Miller, crinoid. p. 33, 

ic. - Mantell, G. S. p. 182, T. XVI, F. 3, 12. 

— GoLDFUSS, 1. c. I, p. 186, T. LVII, F. 3. — 

Geinitz, 1. c. p. 89, T. XXII, F. 3, h. 
Encrinus ellipticus Schlotheim, Petrefktkde. III, 

p. 93, T. XXV, F. 1. 
Parkinson org. rem. II, T. XIII, F. 31, 34, 35, 38, 

39, 75, 76. 

Die Krone wurde bisher noch nie aufgefunden ; ziemlich 
häufig aber sind Säulenglieder ; am häufigsten in den kalkigen 
Konglomeratschichten von Kutschlin und im untern Plänerkalk 



der Schillinge bei Bilin ; sparsamer im obern Plänerkalk von 
Kutschlin, Kröndorf und vom Sauerbrunnberg bei Bilin; im 
untern Plänerkalk von Kosstitz und Weisskirchlitz , im Pläner- 
mergel von Luschitz und Priesen und im Pyropcnsande von 
Trziblitz. 

Die Säulenglieder sind 0,5 — 1,5'" dick, ungleich hoch, 
oft verdrückt. Die kleinsten, wahrscheinlich dem obersten 
Theile der Säule und den Hülfsarmen angehörig (F. 29, 30), 
sind fast zylindrisch oder wenig zusammengedrückt, mit ebenen 
Gelenkflächen. Die grösseren (F. 28, 32, 33) dagegen sind 
schief zusammengedrückt, so dass die oberen und unteren Ge- 
lenkflächen sich in schiefem Winkel kreuzen. Ihre Gelenk- 
flächen sind breit-elliptisch , in der Mitte flach vertieft und im 
längern Durchmesser der Ellipse mit einer erhabenen Linie 
versehen, in deren Mitte die Öffnung des Nahrungskanals liegt. 
Diese Linie fehlt den kleineren zylindrischen Säulengliedern. 

Ein einziges Mal traf ich in den kalkigen Konglomerat- 
schichten von Kutschlin ein sehr kleines (1'" langes) Armglied 
(F. 31), das an dem Innern Rande einen Ausschnitt, der zur 
Bildung des Nahrungskanals beiträgt, auf der obern Fläche 
vier seichte im Kreuze stehende Vertiefungen hat, welche durch 
eine erhabene quere und zwei dergleichen Längslinien gebildet 
werden. Jede der letzteren wird von einem kleinen Loche 
durchbohrt. Es findet also eine völlige Übereinstimmung mit 
den ArmgVedern aus den Mastrichter Schichten statt. 

Apiocrinites Miller. 

Im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz kommen selten 
1 — 1,5'" lange Fingerglieder eines Apiocriniten oder Älillero- 
criniten vor, die denen von Apiocrinites obconicus Goldfuss 
(1. c. I, p. 187, T. LVII, F. 5 n) aus dem great oolile Eng- 
lands vollkommen ähneln. Ihre Gelenkflächen sind herzförmig, 
an der hintern Seite tief ausgeschnitten und mit 15 — 16 ra- 
dialen Streifen bedeckt, die nur die Gegend zunächst um den 
Nahrungskanal frei lassen (T. XLIII, F. 35). 

An demselben Orte findet man häufig Glieder, welche 
ebenfalls von einem verwandten Krinoiden abstammen dürften 
(T. XLIll, F. 33, 34). Sie sind 1,25—2'" hoch, im Quer- 
schnitt halbmondförmig. Die vordere Fläche ist von einer 
Seite zur andern gewölbt und mit kleinen Körnern besetzt. 
Der untere schmale Rand ist glatt, so wie auch ein breilerer, 
abschüssiger Saum am obern Rande, welcher 6 — 7 längliche, 
senkrechte Gruben (Ansatznarben"?) trägt und durch eine 
schmale Kante von der übrigen Fläche gesondert ist. 

Die hintere ausgehöhlte Seite ist durch eine in der Mitte 
mehr oder weniger vorstehende, etwas schräge Kante in zwei 
gegen einander geneigte, konkave Flächen gebrochen, von denen 
die obere glatt, die untere mit fünf eben solchen narbenarti- 
gen Gruben besetzt ist. 

Diese kleinen Glieder trifft man auch hie und da im 
Plänermergel von Luschitz an. 



8* 



O« Folyparien« 



A. A n t h o z o e n. 

Harmodytes Fischer. 

1. H. cretaceus Reuss. — T. XXIV, F. 1. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 177. 

Entferntstehende, parallele, gerade oder etwas gebogene, 
0,33 — 0,75'" dicke zylindrische Röhrchen sind durch feste 
Gesteinsmasse von einander getrennt. Sie haben einen rund- 
lichen oder etwas zusammengedrückten Querschnitt und sind 
nur durch sehr vereinzelte schwache Querästchen verbunden. 
Ihre äussere Fläche zeigt zahlreiche sehr kleine rundliche po- 
renähnliche Grübchen. Die etwas schräg angeschliffene vordere 
Fläche des abgebildeten Bruchstücks zeigt die Röhrchen nicht 
in ihrer ganzen Länge. — Steht der Syringopora filiformis 
GOLDF. (I. c. I, p. 113, T. XXXVIII, F. 16) aus der Gegend 
von Groningen sehr nahe. 

Findet sich selten , aber in mitunter faustgrossen Massen 
in den kalkigen Konglomeratschichten von Kutschlin bei Bilin. 

Astraea Lamk. 

1. Ä. distans Reuss. — 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 177. 

Von dieser Spezies, welche kleine Knollen bildete, fand 
ich bisher nur Fragmente des Hohlabdruckes. Die Sterne sind 
etwa 3'" breit, bald rund, bald etwas eckig und durch einen 
«ehr schmalen glatten Zwischenraum von einander geschieden. 
Die Endzellen , die sich am Hohlabdruck als flache Kegel mit 
di- oder trichotomen Lamellen darstellen, waren mithin trich- 
terförmig vertieft. Die in schiefe Reihen geordneten Sterne 
bestanden aus 20 — 25 längern Lamellen, zwischen deren zwei 
stets 1 — 2 kürzere eingeschoben waren, und welche gerade 
und strahlenförmig nach allen Seiten ausliefen und, ohne die 
der Nachbarsterne zu berühren, endigten. Sie hatten keine 
dichte Axe, sondern die Lamellen verbanden sich in der Mitte 
zu einem feinen Netzwerke. Die Entfernung zweier Sterne 
beträgt ebenso viel, als die zweier Reihen. — Ähnelt sehr 
der A. minuta Geinitz (I. c. p. 92, T. XXII, F. 15), von der 
sie sich aber durch bedeutendere Grösse, grössere Anzahl der 
Lamellen und die netzförmige Axe unterscheidet. 

Ziemlich häufig in den hornsteinartigen Konglomeratschich- 
ten der Schillinge bei Bilin. 

2. A. macrocona Reuss. — T. XXIV, F. 2. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 176. 



Auch von ihr fand sich bisher nur der Hohlabdruck. Die 
Sterne der knollenförmigen Koralle sind gross, 0,5 — 1" im 
Durchmesser haltend, stehen reihenweise, ziemlich gleichweit 
von einander entfernt. Die Endzellen waren tief trichterför- 
mig; daher sind ihre Ausfüllungen hochkonisch, fast säulen- 
förmig, mit beiläufig 25 nach aussen dichotomirenden dicken 
Lamellen. Die Mitte des Kegels ist hohl, daher die Axe der 
Sterne ein solider Zylinder war. Die Zwischenräume der 
Kegel sind mit groben, strahlenförmig nach allen Seiten aus- 
laufenden vertieften Linien bedeckt, welche theils in die der 
benachbarten Sterne übergehen, theils, in spitzen Winkeln mit 
ihnen zusammenstossend, endigen. 

Selten in den Hippuritenschichten von Kutschlin bei Bilin. 

3. A. parallela Reuss. — T. XIV, F. 39. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 176. 

A. geometrica Goldfüss bei Geinitz, 1. c. p. 92, 

T. xxni, F. 5. 

Bildet knollige Massen bis zu 6" im Durchmesser. Die 
ziemlich grossen , flach vertieften Sterne stehen in geraden 
Reihen, so dass die Sterne einer Reihe sich um das Doppelte 
näher sind, als je zwei Reihen. Der Mittelpunkt der Sterne 
bildet keine feste Axe, sondern ein feines Netzwerk. Von ihm 
entspringen 15 — 22 hie und da dichotomirende Lamellen, die 
unmittelbar in die der gegenüberstehenden Sterne der Neben- 
reihen übergehen. Die Lamellen, die den Nachbarsternen der- 
selben Reihe zugewendet sind, verbinden sich erst netzförmig, 
biegen sich dann um und nehmen ebenfalls die Richtung der 
Erstem an, so dass alle Lamellen einander parallel laufen. 
Überdiess sind sie an den Seiten gezähnt und durch sehr 
kurze Querwände verbunden , so dass der Querdurchschnitt 
stellenweise ein Netzwerk darstellt. 

A. geometrica Goldf. (1. c. I, p. 67, T. XXII, F. 11) 
ist sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch die strahlen- 
förmig nach allen Seiten verlaufenden ungezähnten Lamellen. 

Nicht selten in den kalkigen Konglomeratschichten von 
Kutschlin bei Bilin. 

4. A. multifida Reuss. — T. XIV, F. 38. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 176. 

Bildet rundliche Knollen mit in unregelmässigen Kreis- 
linien stehenden, flach vertieften Sternen, die von sehr unglei 
eher Grösse (von 1,5—6'" Durchmesser), in ihrer Form sehr 
unregelmässig, bald rund, bald in die Quere gezogen sind und 
einander oft so nahe stehen , dass sie ineinander verfliessen. 
Aus der dicken soliden Axe entspringen 6 — 9 dicke Lamellen, 
die mehrfach, oft 3 — tfach dichotomiren und in die der 



61 



Nachbarsterne bald unmittelbar, bald und zwar meistens durch 
eine netzförmige Yerschlingung übergehen. Sie strahlen ent- 
weder nach allen Seiten aus oder wenden sich zum grossen 
Theile und laufen einander parallel von einer Slernreihe zur 
andern , wie bei A. parallela. An der Oberfläche sind sie 
glatt; ein senkrechter Durchschnitt (F. 38 b) zeigt jedoch, 
dass sie durch kurze Vorragungen gezähnt und durch zahlreiche 
Querwände verbunden sind. Die feineren netzförmigen Ver- 
schlingungen der Lamellen sind durch die Verwandlung der 
Koralle in Hornstein immer verschwunden , wie auch an der 
Abbildung wahrzunehmen. 

Sehr selten in Brocken grauen Hornsteins, ganz ähnlich 
dem, der den Teplitzer Porphyr deckt, in Begleitung von Ge- 
schieben von Quarz, Gneiss und Feldsteinporphyr im untersten 
thonigen Plänerkalk des Panznershügels bei Bilin. 



5. Ä. maeandrin uides Redss. 



T. XLIII, F. 2. 



Gehört in die Abtheilung B. Astrees meandriniformes 
Blainville. Bildet grosse 1 — 1 '/j Fuss im Durchmesser haltende 
halbkugelige Knollen mit sehr unregelmässigen, bald rundlichen, 
bald vieleckigen, bald länglichen, bald mehrfach gebogenen 
und vicllappigen, grösseren und kleineren, schwach vertieften 
Zellensternen, deren zwei oder drei auch zusammenfliessen und 
dann ziemlich lange buchtige Zellengänge bilden, ähnlich denen 
der Maeandrinen. Die Sterne sind von einander durch nie- 
drige, aber scharfe Gräte geschieden. Die zahlreichen dünnen 
Sternlamellen gezähnt und durch viele sehr kurze Querwände 
verbunden, wie man sehr gut an dem senkrechten Durchschnitt 
(F. 2 c) sieht. Die Axe der Sterne porös. 

Selten im Exogyrensandstein von Koriczan. 

Porites Lamk. 
t. P. Midie linii Reuss. — T. XLIII, F. 3. 

2 — 3" grosse kugelige Knollen. Die Sterne der Ober- 
fläche klein, sich nicht berührend, mit porösem Centrum und 
unregelmässigen, gebogenen, gezähnten Lamellen. Die Zwi- 
schenräume der Sterne stellen ein durchlöchertes grobes Gewebe 
dar. Die Substanz der Knollen schwammig, mit vielfach durch- 
löcherten und durch kurze Querwände verbundenen Lamellen. 
Die Basis der Knollen zeigt hie und da konzentrische schmale 
Furchen als Zeichen übereinander liegender konzentrischer 
Schichten. 

Selten im Hippuritenkalk von Koriczan. 

Oculina Lamk. 

(Dendropliyllia Blainv. z. Th.) 

1. 0. gibbosa Goldfuss. — T. XIV, F. 35, 36, 37. 
Lithodendron gibbosum Goldfuss, 1. c. I, p. 106, 

T. XXXVII, F. 9. 
? Oculina Meyeri Dunk. et Koch , Verst. d. nordd. 
Oolith. p. 55, T. VI, F. 11. 

Bis 8" hohe, an der Basis dicke, knollige, zylindrische 
oder wenig zusammengedrückte Stämme mit zahlreichen un- 
regelmässig verbogenen, knotigen und höckerigen Ästen. Di^ 



Oberfläche beider ist mit zahlreichen, bald gedrängteren, bald 
entfernteren, 1,5 — 4"' grossen , rundlichen oder undeutlich 
5 — 6eckigen, meistens flach eingesenkten, selten ebenen oder 
stark vertieften Sternen besetzt, deren einer gewöhnlich auch 
am Ende jedes Astes steht. Jeder Stern besteht aus 15 — 25 
grob gekörnten , bis zur zelligen Axe reichenden Lamellen, 
zwischen welche sich je 1 — 2 kürzere und feinere einschie- 
ben. Besonders unregelmässig und entfernt sind die Sterne 
am untern knolligen Theile des Stammes. 

Nach der Beschaffenheit der Oberfläche lassen sich drei 
Varietäten unterscheiden : 

1) Die 5 — 6eckigen Sterne sind sehr tief eingesenkt und 
stehen zugleich sehr nahe, so dass die schmalen Zwischen- 
räume als hohe Rippen vortreten. Zugleich lässt sich eine 
etwas regelmässige Anordnung in alternirende Querreihen nicht 
verkennen. Vom äussern Ende der Lamellen setzen keine 
vertiefte Linien auf die glatten Zwischenräume der Sterne fort 
(F. 37). 

2) Die etwas entfernter und wenig regelmässig stehenden 
Sterne sind meistens rund, flach vertieft und von ihrem äussern 
Rande entspringen zarte vertiefte Linien, die gleich Strahlen 
den Stern umgeben , nie aber mit denen der Nachbarsterne 
zusammenfliessen, sondern immer einen breitern oder schmä- 
lern glatten Zwischenraum zurücklassen (F. 35 a). 

3) Die weit entfernten und fast ebenen Sterne sind, 
besonders auf einer Seite , von sehr langen vertieften Linien 
strahlenförmig umgeben, so dass fast der ganze Korallenstamm 
fein linirt ist. Diese Beschaffenheit besitzen besonders die 
dicken und kurzen Stämme (F. 36). Übrigens gibt es zwi- 
schen den drei Varietäten alle möglichen Zwischenstufen. 

Häufig im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin und 
von Weisskirchlitz; sehr selten im obern Plänerkalk von Kutsch- 
lin und Liebschilz. 

Anthophjllum Schweigger. 

I. A. cylindraceiiin Reuss. — T. XIV, F. 23—30. 
A. truncatum Reuss, geogn. Skizz. II, p. 299, 300*. 

Sehr ähnlich der Caryophyllia pedemontana Michelin 
(iconogr. zoophyt. p. 47, T. IX, F. 16) und der C. cyathus 
Lamx. (Lamx. expos. meth. T. XXVIII, F. 7. — Michelin, 
1. c. p. 47, T. IX, F. 17). 

0,25 — 1" lang und nur halb so dick oder noch dünner, 
zylindrisch, becherförmig, selten kreiseiförmig, drehrund, selten 
etwas iünfseitig, nach abwärts sich langsam verschmälernd und 
an der gewöhnlich mit etwas ausgebreitetem Rande versehenen 
Basis gerade abgestutzt, so dass die Anheftungsfläche ziemlich 
gross ist. Die Seitenfläche ist entweder ganz glatt oder seicht 
längsgestreift oder gefaltet. Meistens sind die Streifen nur in 
der obern Hälfte sichtbar. Manche Exemplare zeigen einzelne 
konzentrische Falten, andere sind dicht mit hohen blättrigen 
dergleichen Runzeln bedeckt. Die Endzelle ist vertieft, mit 



* Der Name wurde umgeändert, weil Goldfuss schon ein A. 
truncatum hat. 



62 



48 — 50 Lamellen, welche abwechselnd stärker und grob ge- 
körnt sind und dann bis zur netzförmigen Mittelaxe reichen. 
Die Seitenflächen der Lamellen sind mit wellenförmigen Reihen 
kleiner Knötchen besetzt, wie man an dem Längsdurchschnitte 
(F. 30) sieht. Selten ist die Endzelle proliferirend (F. 23). 

Sehr häufig im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin; selten in denselben Schichten von Weisskirchlitz. 

2. A. rudc Reuss. — T. XIV, F. 22. 

0,75 1,75" lang, unregelmässig und dick becherförmig, 

an der Oberfläche oft höckerig und verbogen, gegen das un- 
tere Ende hin sich etwas verdünnend, an der Rasis sich aber 
^ieder ausbreitend, oft so stark, dass ihr Umfang den des 
obern Endes übertrifft. Von den Lamellen ist äusserlich nichts 
zu bemerken, da die ganze Koralle mit einer sehr dicken festen 
Schale überzogen ist, welche nach oben die Endzelle weit 
überragt. Ihr oberer freier Rand ist oft etwas zusammenge- 
zogen. Der Stern besteht aus 20 — 25 längeren bis zum Cen- 
trum reichenden und ebenso vielen kürzeren , das Centrum 
nicht erreichenden sehr dünnen Lamellen. 

Selten im untern Plärierkalk der Schillinge bei Rilin. 

3. A. CO nie um Roemer. — T. XIV, F. 31. 

ROEMER, Oolith. p. 20, T. I, F. 4. — Kreidegeb. 
p. 26. 

Das grösste Exemplar 4'" breit und halb so hoch, kurz- 
konisch, mit breiter Basis aufgewachsen, oben abgestutzt, aus- 
sen inkrustirt, mit undeutlichen Spuren von Längsstreifen. 
Der von scharfem Rande eingefasste und tief eingesenkte Stern 
besteht aus 30 — 32 glatten, kürzeren und längeren Lamellen. 

Sehr selten mit voriger Art. 

4. A. explanatum Roemer. — T. XLIII, F. 6. 
Roemer, Oolith. Nachtrag p. 15, T. XVII, F. 21; 

Kreidegeb. p. 26. 

0,5 — 1" hoch, niedrig krcisel- oder becherförmig, nach 
oben sich schnell zu einem rundlichen, mitunter etwas eckigen, 
flach gewölbten , in der IMittc vertieften Sterne ausbreitend, 
der aus zahlreichen mehrfach dicholomen, gewöhnlich je zwei 
und zwei durch breitere Zwischenräume geschiedenen, gekörn- 
ten Lamellen besteht. Die Anheftungsbasis ziemlich gross. 
Die äussere Fläche des Stammes inkrustirt, glatt. 

Nicht sehr selten im Hippuritenkalke von Koriczan. 

Turbinolia Lamk. 

1. T. centralis Mantell. 

Madrepora centralis Mantell, G. S. p. 159, 160, 

T. XVI, F. 2, 4. 
Caryophyllia centralis Phillips, Yorksh. T. I, 

F. 13. 
Turbinolia excavata v. Hagenow in Bronn's 

Jahrb. 1839, p. 289—291. 

0,5 — 1" lang, verkehrt-kegel- oder kreiseiförmig, oft ge- 
krümmt, mit längsgestreifter Seitenfläche und flach vertieftem 
Sterne , der aus 20— 30 abwechselnd längeren und kürzeren 
Lamellen besteht. 



Selten im obern Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin, 
im untern Plänerkalk von Kosstitz, im Pläncrmergel von Lu- 
schitz und Priesen, im Hippuritenkalk von Kutschlin. 

2. T. conulus Michelin. — T. XIV, F. 16—21. 
Michelin iconogr. zoophyt. p. 1, 2, T. I, F. 12 a. 
Caryophyllia conulus Phillips Yorksh. T. II, F. 1. 
Turbinolia parvula Reüss, geogn. Skizz. II, p. 175. 

2 — 6'" lang, in der Form sehr wechselnd, verkehrt-kegel- 
förmig , kreiseiförmig oder auch fast walzenförmig , zuweilen 
stellenweise eingeschnürt, gerade oder leicht gebogen. An 
der gewöhnlich stumpfen Spitze sieht man zuweilen deutliche 
Anhefiungsspuren. Die Seiten sind der Länge nach gerippt. 
Die Rippen — 20 — 50 an der Zahl — sind bald alle gleich, 
bald je zwei und zwei durch eine breitere und tiefere Furche 
geschieden (F. 18); glatt oder gekörnt (F. 16). Zuweilen 
verläuft in der Furche zwischen zwei Rippen eine feine er- 
habene geschlängelte Linie, die zahlreiche Ausläufer zu den 
beiden Rippen sendet (F. 21). Nach unten fliessen stets 2 — 3 
Rippen in eine zusammen. Der runde, gewöhnlich sehr flach 
vertiefte, selten ganz ebene Stern besteht aus einer den Rip- 
pen gleichen Zahl von radialen Lamellen, die abwechselnd 
kürzer und länger, glatt oder gekörnt sind. Zuweilen ragen 
in regelmassigen Abständen 2 — 3 Lamellen stärker hervor, so 
dass der Stern etwas sechseckig wird. 

Sehr häufig im Pyropensande von Trziblitz, seltner im 
Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz und im Pläner- 
mcrgel von Luschitz, Priesen, Postelberg und Kystra. 

3. T. coinpressa Lamk. — T. XLIII, F. 5. 

Lamk. anim. s. vertebr. 4. — Lamouboux, exp. meth. 
T. LXXIV, F. 22, 23. — Michelin, iconogr. zoo- 
phyt. p. 16, T. IV, F. 2. 

Turbinolia Delphinas Defrance, dict. des sc. nat. 
Vol. 56, p. 92. 

0,75 — 1" hoch und fast ebenso breit, keilförmig, zusam- 
mengedrückt, mit gerundeten Rändern. Die Seitenfläche mit 
zahlreichen (über 40) Längsstreifen bedeckt, welche gegen die 
glatte Basis hin verschwinden und von einzelnen zuweilen recht 
starken Anwachsringen unterbrochen werden. Der etwas kon- 
kave Stern mit zahlreichen Lamellen, die nur zum Theil die 
Mittellinie des Sternes erreichen und mit 1 — 3 kürzeren ab- 
wechseln. 

Häufig im untern Quader von Zloseyn bei Weltrus. 

F u n g i a Goldpuss. 

1. F. coronnia Goldfüss. 

Goldfuss, 1. c. I, p. 50, T. XXX, F. 10. 
? Turbinolia Könlgi Mantell, G. S. T. XIX, 
F. 22, 24. 

2 — 4'" breit, fast ebenso hoch, halbkugelförmig, am 
Scheitel flach eingedrückt. Die obere konvexe Fläche mit 
20 — 22 dichotomen, seltener trichotomen, gezähnten radialen 
Lamellen, zwischen welche sich kleinere randliche einschieben. 
Auf der untern ebenen Fläche sind die feinen gedrängten La- 
mellen mehrfach dichotora. 



63 



Nicht selten im Plänermergel von Priesen, Postelberg und 
WoUenitz , im untern Quader von Zloseyn und Mülilhausen ; 
sehr vereinzelt im Pyropensande von Trziblitz. 

An letzterem Fundorte finden sich kaum zwei Linien breite, 
halbkugelige, am Scheitel gar nicht eingedrückte Exemplare, 
die an der stark gewölbten ebenen Fläche 30 — 35 gedrängte, 
meistens dichotome , fein gekörnte Lamellen , an der in der 
Mitte ebenfalls etwas konvexen Basis aber 12 doppelt stärkere 
und grobe körnige Lamellen zeigen. Sie dürften einer an- 
dern Spezies angehören. 



B. Bryozoen. 



I. Tubuliporaceen. 

Chaetites Fischer. 
1. Ch. cretosus Reuss. — T. XLIII, F. 4. 

1 — 1,5" grosse, kugelige, oben etwas abgeplattete, aus 
dicken konzentrischen Lagen bestehende , an den Seiten mit 
konzentrischen Furchen und einzelnen Löchern versehene 
Knollen, welche aus haarfeinen, parallelen, nach oben etwas 
divergirenden , 5 — Geckigen Röhrchen zusammengesetzt sind. 
An der obern Flache münden sie in sehr feinen, dem freien 
Auge nicht sichtbaren, rundlichen Löchern. Sic zeigen bei 
starker Vergrösserung parallele, entfernt stehende Querlinien. 

Sehr selten im Exogyrensandstein von Koriczan. 

Ceriopora Goldfuss. 

1. C. tubiporacea Goldfuss. 

Goldfuss, 1. c. I, p. 35, T. X, F. 13. 

Bisher nur Fragmente walzenförmiger, verhältnissmässig 
dicker Stämmchen oder Knollen. Sie bestehen aus konzentri- 
schen Lagen kleiner röhrenförmiger Zellen, die in unregelmäs- 
sigen schrägen Reihen stehen und kleine , dem freien Auge 
kaum sichtbare, eckige oder rundliche Mündungen haben. 

Selten im obern Plänerkalk vom Sauerbrunnberg und im 
untern der Schillinge bei Bilin. 

2. C. spongites Goldfuss. — T. XIV, F. 3. 

Goldfuss, 1. c. I, p. 35, T. X, F. 14. 

Beiläufig 3 — 3,5'" lang, keulen - oder pilzförmig, oben 
dicker, unten gerundet, mit verschmälerter Basis aufsitzend. 
Die Seitenfläche zeigt starke ringförmige Runzeln und schmale 
tiefe Furchen und scheint stellenweise inkrustirt zu sein. Die 
kleinen, nur dem bewaffneten Auge deutlich sichtbaren röhri- 
gen Zellen sind rund oder undeutlich eckig und stehen dicht 
gedrängt [und ohne Ordnung. Besonders deutlich sind sie 
auf der obern konvexen Fläche. 

Im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 



3. ? C. caespitosa Roemer. 

RoEMER, 1. c. p. 22, T. V, F. 29. 
c. T. XXIII, F. 7. 



? Geinitz, 1. 



Zusammengehäufte, von einem Punkte ausstrahlende, oft 



dichotome, zylindrische, der Quere nach vielfach eingeschnürte 
Stämmchen, die am Scheitel kleine Poren tragen. 

Selten und wenig deutlich im obern Plänerkalk von Ra- 
dowessitz und Kutschlin. 

4. C. mammilla Reuss. — T. XIV, F. 11, 12. 

Bildet 2 — 3"' breite , halbkugelige oder kurz-zylindrische 
oder kegelförmige Massen, die am Scheitel schwach eingedrückt 
sind und mit breiter Basis aufsitzen. Selten sind mehrere 
derselben zu einem kurzen ästigen Stamme verbunden (F. 12). 
Sie bestehen aus über einander liegenden dünnen Schichten 
sehr kleiner, nur dem bewaffneten Auge sichtbarer, kurzer, 
sechsseitiger Röhrenzellen, die in fast regelmässigen schrägen 
Reihen stehen. Gegen die Basis hin sind ihre Mündungen in 
die Länge gezogen, spaltenförmig. Alle werden durch dünne 
Scheidewände gesondert. An ganz vollkommenen, nicht ab- 
geriebenen Exemplaren ist die Mündung einer jeden Zellen- 
röhre von einem schwach erhabenen Rande umgeben, der von 
dem benachbarten durch eine feine Furche geschieden wird. 

Nicht häufig im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin, theils auf Austerschalen aufsitzend, theils losgelöset im 
Gesteine liegend. 

5. C. pygmaea Reuss. — T. XIV, F. 9. 

Mit breiter Basis aufsitzende Kügelchen von Stecknadel- 
kopfgrösse. Die röhrigen Zellen stehen in ziemlich regelmäs- 
sigen schrägen Reihen und öffnen sich durch verhältnissmässig 
grosse eckig-rundliche Mündungen, die von einer sehr schma- 
len seichten Furche umzogen sind. 

Selten mit der vorigen. 

6. C. incrustans Reuss. — T. XIV, F. 8. 

Unregelmässige Überzüge, aus mehreren Schichten feiner, 
dem freien Auge kaum sichtbarer röhriger Zellen bestehend, 
die sich in ihrer ganzen "Weite durch kreisrunde Mündungen 
öffnen. Die ziemlich dicken Zwischenwände sind an den Durch- 
kreuzungspunkten schwach angeschwollen. 

Nicht häufig mit den vorigen , auf Exogyra sigmoidea, 
Manon sparsum, Austern u. s. f. aufsitzend. 

Hornera Lamouroux. 

1. H. carinata Reuss. — T. XIV, F. 6. 

Kleine ziemlich dicke Stämmchen mit zahlreichen alter- 
nirenden Ästen. Die vordere Seite ist mit vielen in unregel- 
mässigen Längsreihen stehenden, rundlichen Mündungen bedeckt, 
die durch seichte Längsfurchen verbunden sind , so dass ihre 
Zwischenräume als erhabene Längslinien vorragen. Die hin- 
tere Seite trägt in der Mitte einen breiten, hohen, gerundeten 
glatten, sehr fein längsgestreiften Kiel ohne Zellenmündungen. 
Bei den jüngsten Ästen fehlt dieser Kiel ; bei den altern wird 
er breiter und bedeckt an den Stämmen die ganze hintere 
Fläche. — Bildet daher einen Übergang von Hornera zu Id- 
monea, indem sie die Zellenvertheilung der Erstem, den Kiel 
der Letzteren besitzt. 



64 



Bruchstücke nicht selten im untern Plänerkalk von Wciss- 
kirchlitz. 

Pustulopora Blaintiixk. 

1. P. madreporacea Blainv. — T. XIV, F. 5. 

Ceriopora madreporacea Goldfuss, 1. c. I, 
p. 35, T. X, F. 12. 

Kleine, 0,5 — 2'" dicke, dichotome , walzige Stämmchen 
mit entfernten, runden, schwach gerandeten Poren, welche in 
Spiralen Reihen stehen. 

Sehr selten im Hippuritenkalk von Kutschlin und im un- 
tersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

2. P. echinata Roemer. — T. XIV, F. 4. 

RoEMER, 1. c. p. 22, T. V, F. 23. 

Unterscheidet sich von den verwandten Arten durch die 
unregelmässig vertheilten, entfernten und weit vorragenden klei- 
nen runden Mündungen. Bisher haben sich nur seltene Bruch- 
stücke der schlanken runden Stämmchen im untern Plänerkalk 
von Weisskirchlitz vorgefunden. 

Cricopora Blainville. 

I. C. annulata Reuss. — T. XIV, F. 2, 3. 

Ceriopora annulata v. Hagenow in Bronn's 
Jahrb. 1839, p. 284, T. V, F. 5. 

Kleine, walzige, längsgefurchte Stämmchen mit sparsamen 
fast rechtwinkligen Ästen, welche aus parallelen, dicht an ein- 
ander liegenden , rundlichen oder 4 — 6seitigen Längsrölircn be- 
stehen, von denen sich die äusseren — 10 — 12 an der Zahl — 
in bestimmten Abständen schwach nach aussen biegen und mit 
feinen runden Mündungen enden, welche quiriförmig in regel- 
mässigen oder etwas schiefen Ringen stehen. Die innersten 
Röhrchen setzen in senkrechter Richtung aufwärts bis zum 
nächsten Ringe fort, wo sie sieh dann nach aussen münden, 
während sich im Innern neue Röhrchen anlegen. — F. 3 
stellt einen Längsdurchschnitt dar , welcher dieses Verhältniss 
anschaulicher macht. 

Bruchstücke selten im untern Plänerkalk von Weisskirch- 
litz bei Teplitz und aus den Schillingen bei Bilin, sehr selten 
im Plänersandstein von Hradek. 

Chrysaora Lamouroux. 

1. Ch. radiata Reüss. — T. XIV, F. 1. 

Ceriopora radiata Goldfuss, 1. c. I, p. 40, T. XII, 
F. 1. 

Unser Petrefakt weicht nur in unwesentlichen Merkmalen 
von dem GoLDFUSs'schen , das aber dem baierischen Jurakalk 
angehört, ab. Es ist 3 — 4'" lang, verlängert-eiförmig, schild- 
förmig gewölbt, mit nicht vollkommen zentraler, gerundeter 
Spitze und flacher unebener Basis, mit welcher es aufgewach- 
sen war. Von der Spitze laufen unregelmässige ästige Strah- 
len nach allen Seiten an der gewölbten Fläche herab bis zum 
Basalrande ; sie sind wenig erhaben über ihre Zwischenräume 
und glatt, ohne Spur von Zellenmündungen. In ihren Zwi- 



schenräumen dagegen sieht man feine rundliche Mündungen 
dicht an einander gedrängt. 

Sehr selten im [untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin. 

Myriopora Blainville. 

1. ? M. Creplinii Roemer. — T. XIV, F. 7. 

Orbitulites Creplinii v. Hagenow in Bronn's 

Jahrb. 1839, p. 289. 

3 — 4'" breite, dünne, aber schwach konvexe, unten flache, 
aufgewachsene, an den Rändern scharfe Scheibchen, aus einer 
Schichte kleiner röhrenförmiger Zellen bestehend, deren sehr 
kleine Mündungen ziemlich gedrängt in unregelmässige wellen- 
förmige Reihen geordnet sind. Die Poren sind oft durch sehr 
schmale und seichte Furchen verbunden. 

Auf Austerschalen aufgewachsen, nicht gar selten im un- 
tern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

Lichenopora Defrance. 

1. L. cribrosa Reuss. — T. XIV, F. 10; T. XXIV, 
F. 3—5. 

Dieses Fossil findet man nur selten im untern Plänerkalk 
der Schillinge bei Bilin, sehr häufig dagegen in denselben 
Schichten bei Weisskirchlitz. Die Form wechselt sehr. Bald 
ist der Polypenstock zylindrisch, 1 — 5'" hoch, gerade oder 
etwas gebogen, glatt oder mit unregelmässigen konzentrischen 
Einschnürungen und Ringen versehen ; oder ein sehr kurzer, 
oft schiefer Zylinder oder Kegel sitzt auf einer flachen, unre- 
gelmässigen, oft lappigen Basis. Die untere Fläche der Basis, 
welche aufgewachsen war, ist sehr uneben. Die obere Fläche 
des Zylinders schwach konvex, mit einem schmalen erhabenen 
Rande eingefasst und von eckig-rundlichen, oft durch seichte 
Furchen verbundenen Poren siebförmig durchbohrt. 

Defrancia Bronn. 

1. D. disciformis Reüss. — T. XIV, F. 34. 

Cellepora disciformis v. MtrNSTER. Goldfuss, 
1. c. I, p. 105, T. XXXVII, F. 4. 

3 — 4'" breite, kreisrunde, flache, in der Mitte seicht ver- 
tiefte, angewachsene Ausbreitungen, die im Innern eine porös- 
zellige Struktur zeigen. An der Oberfläche bemerkt man 
zahlreiche , durch tiefere Furchen geschiedene, oft etwas ge- 
bogene, gewöhnlich dichotome, vom Centrum ausstrahlende 
Rippen , auf denen die verhältnissmässig grossen, kreisrunden 
oder quer-ovalen, genäherten, etwas vorragenden Zellenmündun- 
gen stehen. Oft sind die Scheiben in Folge der unebenen 
Unterlage vielfach verbogen oder man sieht auch mehrere über 
einander liegen, so dass die höhere immer einen kleinem Kreis- 
umfang hat und mit steilen Rändern zu der tiefern abfällt. 
Dadurch wird das Ganze treppenförmig gewölbt , statt seicht 
vertieft zu sein. 

Unser Fossil stimmt also ganz mit der MüNSTER'schen 
Spezies, die tertiär ist, überein. Übrigens bildet die Gattung 
Defrancia überhaupt nur eine, sich durch radiale Anordnung 



65 



der Zellenröhren auszeichnende Unterabtheilung der Galtung 
Tubulipora M. Edw., zu welcher auch die T. Brongniarti (M. 
Edwards ann. d. sc. nat. 2''= Ser. VIII, p. 334, T. XIV, 
F. 1. — Michelin, iconogr. zoophyt. p. 122, T. XXXI, F. 4) 
und die T. elegans Michelin (1. c. p. 123, T. XXXII, F. 6) 
gehören. 

Selten im untersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

2. D. convexa Roemer. — T. XIV, F. 32. 

RoEMER, 1. c. p. 20, T. V, F. 18. 

2,5 — 3'" breit, ziemlich kreisförmig, jedoch oft mannig- 
fach verbogen, unten flach und aufgewachsen, oben stark 
konvex, halbkugelförmig, am Scheitel etwas eingedrückt. Die 
kleinen runden, mit schwach erhabenem Rande eingefassten, 
gedrängten Zellcnmündungen stehen in vom Scheitel ausstrah- 
lenden, unregelmässigen, mehrfach dichotomirenden Reihen, die 
durch schmale Furchen geschieden sind. 

Diastopora Milne Edwards. 

(Diastopora und Bcrenicca Lahix., Mcscnleripora Blaikv., Rosa- 
cilla RoEM.) 

a. Einschichtiger Überzug (Diastopores simples M. Edw.) 

1, D. (li In via na M. Edw. — T. XIV, F. 14. 

MiLNE Edwards in ann. d. sc. nat. 2''' Ser. IX, 

p. 232, T. XIV, F. 6. 
Berenicea diluviana Lamouroux, expos. meth. d. 

polyp. p. 81, T. LXXXII, F. 1 ; T. LXV, F. 4. — 

Bronn, Pflanzenlh. T. VII, F. 4. — Bronn, Lethäa 

p. 240, T. XVI, F. 8. — Blainville, dict. d. sc. 

nat. T. XLII, F. 4; man. d'actinolog. p. 445, 

T. LXV, F. 4. 
Cellepora orbiculata Goldfuss , 1. c. I, p. 28, 

T. XII, F. 2. 

Flache kreisförmige oder ovale Ausbreitungen , nur aus 
einer Schichte ur.rcgclmässig nach allen Seiten divergirender, 
eiitlernt stehender, walzenförmiger Zellen bestehend, d ren Be- 
grenzung von aussen nur durch eine schwache Wölbung sicht- 
bar ist. Die Mündungen sind rund oder oval, mit einem 
scharfen erhabenen Rande umgeben und schräg auswärts ge- 
richtet. 

Cellepora disciformis v. Hagenow (Bhonn's Jahrb. 1839, 
p. 279) unterscheidet sich durch kleinere, dichter gedrängte, 
nicht schräge Mündungen und regelmässige länglich-sechsseitige 
Zellenbegrenzung. 

Nicht häufig im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

2. p. gracllis Miln. Edw. — T. XIV, F. 33. 

MiLNE Edwards in ann. d. sc. nat. 1838, IX, p. 229, 
T. XIV, F. 3. — MiCHELiN iconogr. zoophyt. p. 5, 
T. I, F. 9. 

Der vorigen ähnlich. Sehr dünne und lange walzenför- 
mige Röhren stehen unregclmässig, bald näher, bald entfernter, 
und sind fest verwachsen, so dass sie eine gleichmässige Fläche 
darstellen, aus der nur die Enden der etwas umgebogenen 
Zellen als kleine Erhöhungen mit verhältnissmässig grossen 
runden oder ovalen Mündungen vorragen. An den Rändern 

Rci'.«, Vcialiiiii/iuui'en, 11. Abtii. 



der Ausbreitung sind die Zellen noch mehr isolirt und deut- 
licher zu unterscheiden. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf und im unlcrn 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

3. D. pusilla Reuss. — T. XIV, F. 15. 

Sehr dünner kreisförmiger Überzug mit ziemlich gedräüg- 
ten, äusserst kleinen, schwach vorstehenden Warzen, die von 
der feinen Zellenmündung durchbohrt sind. Unterscheidet sich 
von D. disciformis v. Hag. durch mehrfach kleinere, weniger 
vorragende, enger gemündete Zellenwärzchen. 

Selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, auf 
Manon sparsum aufsitzend. 

4. D. papulosa Reuss. — T. XV, F. 44, 45. 

Unregelmässige, oft 6 — 7'" grosse Ausbreilungen, mit in 
schrägen, ausstrahlenden, mehr oder weniger regelmässig alter- 
nirenden Reihen oder auch ganz unregelmässig neben einan- 
der liegenden röhrigen Zellen, die im untern Theile verwach- 
sen sind, oben sich rechtwinklig umbiegen und mit ihrem freien 
Ende in Gestalt kleiner röhriger Warzen mit runden Mündun- 
gen senkrecht emporstehen. An der F. 45 sieht man den 
horizontalen Theil der Zellen geöffnet, wo sie dann unregel- 
mässig länglich erscheinen. 

Häufig mit der vorigen, auf Manon sparsum, M. Phillipsii, 
Ostrea hippopodium, Scyphia heteromorpha u. a. m. aufge- 
wachsen. 

h. Mehrschichtiger Überzug {Diastopores enveloppanles 
M. Eon.) 

5. D. confluens Reuss. — T. XV, F. 41, 42. 

Rosacilla confluens Roemer, 1. c. p. 19. — 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 174. 
Cellepo ra flab elliform is V. Hagenow, I. c. 1839, 

p. 279. 

0,3 — 0,75" breite, kreisrunde, aus mehreren über einan- 
der liegenden Schichten kleiner unregelmässig-länglicher Zellen 
bestehende, mehr oder weniger gewölbte Ausbreitungen, welche 
von entfeinten, ziemlich grossen, runden, in radialen Reihen 
stehenden oder auch ohne Ordnung zerstreuten Mündungen 
bedeckt werden, deren Ränder etwas vorstehen. Zuweilen sind 
die Mündungen durch einen in der Mitte genabelten Deckel 
geschlossen. Eine Trennung der Zellen ist an der Oberfläche 
nicht bemerkbar. Zuweilen liegen zahlreiche solche Scheiben 
neben einander und bedecken sich zum Theil, so dass sie 
mitunter 1,5—2 Quadratzoll Fläche einnehmen. 

Nicht selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, 
vereinzelt im obern Plänerkalk von Rutschlin. Auf Scyphia-, 
Manon-, Ostrea- und Nautilusarten aufsitzend. 

6. D. congesta Reuss. — T. XV, F. 43. 

Bildet bis 0,5" grosse, mehr oder weniger gewölbte, kreis- 
runde Ausbreitungen, die aus zahlreichen über einander lie- 
genden Zellenschichten bestehen, welche immer desto kleiner 
werden, je höher sie liegen, so dass das Ganze eine rundliche 
9 



66 



Wölbung erhält. Die sehr schmalen und glatten langgezoge- 
nen Zellen ragen an der Oberfläche halbwalzenförmig vor mit 
vorstehenden rundlichen Mündungen. Sonst sind sie fest mit 
einander verwachsen und ihre Begränzungen auf der obern 
Fläche nicht sichtbar. Sie stehen mitunter in ziemlich regel- 
mässigen ausstrahlenden dichotomen Reihen. — Oft sind meh- 
rere solcher kreisrunder Ausbreitungen mit einander verwachsen. 
Sehr häufig im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Eiiin , aufgewachsen auf Manon sparsum , M. turbinatum , M. 
Phillipsii, Cnemidium pertusum, Scyphia heteromorpha, Serpula 
ampullacea, Ostrea hippopodium u. s. f. 

7. D. s erpn laeforinis Reüss. — T. XV, F. 40. 

Rosacilla serpulaeformis Roemer, 1. c. p. 19, 
T. V, F. 16, 

Einer kleinen dreiseitigen, mit breiter Basis aufgewachse- 
nen Serpula ähnlich ; an der Basis sich in einen schmalen 
Saum ausbreitend. Das Innere besteht aus langen neben und 
über einander liegenden röhrenförmigen Zellen, deren Begren- 
zung an der Oberfläche nicht v^ahrnehmbar ist. Sie münden 
längs der obern gerundeten Kante in mitunter ziemlich regel- 
mässig geordneten runden Öffnungen mit etwas vorstehendem 
Rande. 

Sehr selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, 
auf Oculina gibbosa aufsitzend. 

8. D. fasciculata Redss. — T. XV, F. 35—37. 

Aulopora crassa Roemer, Oolith. Nachtrag p. 15, 
T. I, F. 5. 

Unregelmässig ästige, baumförmige, halbzylindrische, auf- 
gewachsene, kriechende Stämmchen, die sich bald, flächer wer- 
dend , mehr ausbreiten , bald wieder etwas eingeschnürt sind. 
Sie bestehen aus büschelförmig gehäuften Längsröhren, die 
sich am obern Ende schwach umbiegen und in unregelmässig 
zerstreuten, ziemlich hoch gerandeten runden Öffnungen an 
der glatten , selten etwas längsllnirten Oberfläche des Stämm- 
chens ausmünden. — Nähert sich der Galtung Hornera, nur 
mit dem Unterschiede, dass sie aufgewachsen ist. 

Selten, auf Manon und Anthophyllum aufsitzend, mit den 
vorigen. 

Aulopora Goldfuss. 

1. A. Hagenowii Reüss. — T. XV, F. 38, 39. 

A. ramosa v. Hagenow in Bronn's Jahrb. 1839, 
p. 291. — Roemer, 1. c. p. 18, T. V, F. 15. 

Einfache, haarförmige, runde, glatte, sich stellenweise aber 
unregelniässig verdickende Röhrchen, welche sich in zahlreiche 
gewöhnlich dichotome Ästchen spalten , mitunter vielfach ana- 
stomosiren und ein Netz bilden oder sich zu einem kleinen 
Knäuel zusammenballen, an welchem die verwachsenen Röhr- 
chen nur durch Furchen angedeutet werden. Sie tragen ent- 
fernt stehende, kleine, runde oder längliche, sehr wenig oder 
gar nicht vorstehende Mündungen. 

Unterscheidet sich von A. ramosa Blainville (Alecto r. 
Blainv. man. d'aclinol. p. 46'<., T. XXXVIII, F. 6. — Milne 



Edwards in ann. d. sc. nat. 1838, IX, p. 207, T. XVI, 
F. 1 , 1 a) durch viel grössere Feinheit der Röhrchen und 
den Mangel des Saumes an der Basis. 

Nicht selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, 
gewöhnlich auf Manon sparsum aufsitzend. 

2. A. dichotoina Goldfuss. — T. XV, F. 32—34. 

GoLDFU-ss, 1. c. I, p. 218, T. LXV, F. 2. 

Alecto dichotoma Lamourcux, expos. meth. p. 84, 
T. LXXXI, F. 12—14. — Blainville, man. d'act. 
p. 464, T. LXV, F. 1 a. — Milne Edwards in 
ann. d. sc. nat. 1838, IX, T. XV, F. 4. — Mi- 
chelin, iconogr. zoophyt. p. 10, T. II, F. 10. 

Aufgewachsene dichotome Stämmchen, dicker als bei der 
vorigen Art, deren lange zylindrische, unten abgeplattete Zellen 
sich am obern Ende stark umbiegen und eine stark vorragende 
Warze bilden, welche die runde Mündung trägt. Sie prolife- 
riren am obern Ende hart unter der Mündung, indem bald 
nur eine neue Zelle hervorspriesst, die mit der alten in fort- 
laufender gerader Linie liegt , bald zwei, welche dann die Di- 
chotomie des Stämmchens bewirken. Alle Zellen sind am Ur- 
sprünge und gegen das obere Ende hin etwas zusammenge- 
schnürt, daher schwach keulenförmig. 

Selten mit der vorigen Art, auf Ausferschalen und Ma- 
nonarten aufsitzend. 

Anhang: Nullipora Lamk. 
1. N. gracilis Reuss. — T. XVI, F. 4, 5, 6. 

0,25—0,75'" dicke, sehr schlanke, wenig zusammenge- 
drückte, ästige, glatte Stämmchen von glänzender Weisse. Die 
Äste gehen fast unter rechtem Winkel vom Stamme ab und 
von ihnen läuft eine schwache Kante am Stamme herab, sich 
nach abwärts allmälig verlierend. 

Selten im Plänermergel von Luschitz , häufiger im untern 
Plänerkalk von Kosstitz. 

II. Flustraceen. 

Escharites Roemeh. 

1. E. dichotoma Reu.ss. — T. XV, F. 31. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 174. 

2 — 3'" dicke, runde, dichotome Stämmchen, ans konzen- 
trischen Zellenschichten bestehend. Die Zellen sind dicht 
gedrängt in sehr unregelmässigen queren und schrägen Reihen. 
Sie sind oval oder unregelmässig eckig und haben gemein- 
schaftliche und niedrige scharfe Ränder. In Folge von Abge- 
riebenscin sind sie in ihrer ganzen Weite offen. 

Vereinzelt im Exogyrensandstein von Drahomischel bei 
Postelberg. 

Vincularia Defrance. 

1. Bronnii Reuss. — T. XV, F. 30. 

Hat sich bisher nur einmal, aber in grösserer Menge zu- 
sammengehäuft, im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin 
vorgefunden. Scheint eine bedeutende Länge erreicht zu 



6: 



haben, da unter den Bruchslücken sich mehrere von 2" Länge 
befinden), während die Breite 0,5'" nicht viel übersteigt. 
Es sind scharfkantige, vierseilige, etwas zusammengedrückte 
Stäbchen, deren Querschnitt ein längliches Rechteck bildet. Sie 
besteht aus vier altcrnirenden Längsreihen sehr langer Zellen, 
deren ganze obere Hälfte von der oben stärker, unten schwach 
gerundeten, mitunter fast gerade abgestutzten Mündung einge- 
nommen wird. Sie wird oben von einem schwach erhabenen 
Rande eingefasst, welcher auch an beiden Seiten der Zellen 
bis fast zum Ende derselben herabsteigt, dann aber verschwin- 
det. Die Vorderwand der Zellen ist gegen die Mündung hin 
etwas abschüssig. 

Eschara Lamarck. 

1. E. megalostoma Reuss. — T. XV, F. 29. 

Sehr ähnlich der E. dubia M. Edw. (ann. d. sc. nat. 
1836, VI, p. 341, T. Xn, F. 17), vielleicht mit ihr zusam- 
menfallend und nur eine Altersverschiedenheit darstellend. Flache 
aus zwei oder mehreren Schichten sehr kleiner Zellen be- 
stehende Ausbreilungen. Die rhombischen oder etwas sechs- 
seitigen Zellen stehen in ziemlich regelmässigen alternirenden 
Reihen und sind äusserlich durch eine sehr zarte Furche be- 
grenzt. Die grosse runde oder elliptische Mündung liegt über 
der Mitte. Die Vorderwand ist in der Mitte sehr llach ge- 
wölbt. Ist die obere dünne Schichte abgerieben, so sieht man 
die geöffneten Zellen durch ziemlich breite und hohe Wände 
getrennt. 

Selten im Hippuritenkalk von Kutschlin, auf Kernen von 
Cardium alternans aufsitzend. 

2. E. rliombifeia Reuss. — T. XV, F. 28. 

Glauconome rhombifera v. MiJNSTER. Goldf., 
l c. l, p, 100, T. XXXVI, F. 6. 

Kleine, 0,5 — 0,75'" dicke, gerade, einfache, fast walzige 
Stäinmchen. Die äussere Oberiläche der Zellen schmal rliom- 
bisch-oval, stark vertieft, mit hohen herablaufenden Seitenrän- 
dern. Die Mündung ist oval und liegt über der Mitte ; ihr 
oberer Rand ist etwas verdickt und vorstehend. Gewöhnlich 
liegen fünf Zellen in einer Ebene, so dass man am Stämmchen 
zehn Längsreihen zählt, in denen die Zellen alterniren. 

Sehr klein und immer vielfach zerbrochen im Plänermergel 
Ton Luschitz. 

3. E. fissa v. Hagenow. — T. XV, F. 27. 

v. Hagenow in Bronn's Jahrb. 1839, p. 267. 

Unregelmässige meistens ein-, doch auch mehrschichtige 
Ausbreitungen, aus kleinen, bald in gerade, bald in scliräge 
Reihen geordneten, glatten, ganz flachen Zellen bestehend. Sie 
sind oval, schmäler oder breiter und von einem dicken, erha- 
benen, gemeinschaftlichen Rande umgeben. Die von Hagenow 
angegebene Einfassungsfurche sah ich nie, vielleicht weil unsere 
Exemplare nie so vortrefflich erhalten sind , wie die aus der 
Kreide von Rügen. Die kleine quer-ovale Mündung ist tief 
eingesenkt und durch die etwas schirmförmig vorstehende Ober- 



lippe halb verborgen. In dem W^inkel zwischen je vier Zellen 
steht auf dem Zellenrande eine lang- und schmal-geschlitzte 
Nebenpore. Unterscheidet sich von den Rügener Exemplaren 
überdiess durch grössere Breite der Zellen und die mehr er- 
habenen Zwischenwände; auch bildet sie niemals Stämmchen. 
Ziemlich häufig im untersten Plänerkalk der Schillinge 
bei Bilin. 

4. E. labyrin tliica Michelin. 

MiCHELix, iconogr. zoophyt. p. 124, 125, T. XXXII 
F. 2 a b. 

Diese Spezies scheint nicht selten im untern Plänerkalk 
der Schillinge bei Bilin vorzukommen , aber immer sehr un- 
deutlich, in feine Steinmasse eingesenkt und mit ihr verwach- 
sen und dadurch apfel - bis faustgrosse Knollen bildend. Sie 
bestand aus breiten, vielfach verbogenen und verflochtenen, 
blättrigen, dünnen Lappen, von denen aber nur die obern 
freien Ränder als schmale gebogene und gewundene Wülste 
über die Oberfläche des Gesteins hervorragen. Die Blätter 
bestehen aus sehr kleinen, nur selten sichtbaren, von einem 
etwas vorragenden Rande eingefassten, regelmässig an einander 
gereihten, alternirenden Zellen mit grossen Mündungen. 

C u p u I a r i a Lamouroux. 

In dem untersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin findet 
man sehr selten eine sehr kleine, 1,5'" breite, halbkugel- oder 
kegelförmige Art, welche aber nicht gut genug erhalten ist, 
um sie genau bestimmen zu können. Die untere tief konkave 
Fläche zeigt feine radiale Furchen, die durch zahlreiche kurze 
Querfurchen regelmässig verbunden sind. Die obere hoch ge- 
wölbte Fläche ist mit undeutlich rhomboidalen , mitunter auch 
rundlichen oder polygonen Zellen bedeckt, die durch einen 
ziemlich hohen Rand gesondert sind. Die Zellenhaut triigt 
eine ziemlich grosse zentrale Öffnung. Gewöhnlich ist aber 
durch Abreibung die ganze Zelle geöffnet. Auf dem erhabe- 
nen Rande hat jedes Zellenpaar eine kleine Nebenpore zwi- 
schen sich. 

Escharina Milne Edwards. 

1. E. dispersa Reuss. — T. XV, F. 26. 

Cellepora dispersa v. Hagenow in Bronn's Jahrb. 
1839, p. 280. 

Kleine , glatte , gewölbte , gewöhnlich lang-eiförmige und 
zuweilen an dem einen Ende in eine ziemlich lange Spitze 
auslaufende, seltner breit-ovale Zellen mit sehr feiner rundlicher 
Mündung am stumpfen Ende sind einzeln zerstreut oder reihen- 
weise zusammengekettet. 

Selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, auf 
Austerschalen aufsitzend. 

2. E. sulcata Reuss. — T. XV, F. 25. 

Kleine, glatte, schwach gewölbte, breit-oval-sechsseitige, 
selten vierseitige, in schrägen Reihen stehende Zellen mit klei- 
ner halbrunder Öffnung, deren Oberlippe breit und gewölbt 
ist. Längs der Innern Seite des Randes verläuft eine schmale 
9* 



-^eichte Furche, die am untern Ende am tiefsten ist, gegen die 
Mündung hin sich yerliert. 

Mit der rorigen ebenfalls sehr selten. 

3. E. impressa Reuss. — T. XV, F. 24. 

Kleine, in ausstrahlenden, öfters dichotomen Längsreihen 
stehende, rhomboidal -sechsseitige Zellen. Die gerade über 
einander stehenden sind an der Basis abgestutzt; jene, welche 
in die Zwischenräume zweier Zellen hineinragen , sind aber 
schnabelaitig verlängert. Oben sind alle zugerundet. Der un- 
tere Tl)eil ist der Quere nach flach gewölbt, der mittlere flach 
eingedrückt. Am oborn Ende dieses flachen Theiles liegt die 
massig grosse rundliche Öffnung. 

Selten mit den vorigen. 

^. E. peiforata Reuss. — T. XV, F. 23. 

Ziemlich grosse , in unregelmässigen dichotomen Reihen 
stehende, zuweilen entfernte, ovale, nach unten oft etwas ver- 
)än£ferlc und ver.sclmiälerte gewölbte Zellen mit einer grossen 
rllipüschen tiefen Depression , die bis zum untern Drittheil 
der Zellenlänge herabreicht und in der Mitte von der verhält- 
nissmässig kleinen zirkelrunden Mundung durchbohrt ist. Der 
Boden der Depression ist sehr dünn, so dass er leicht zerstört 
wird und man dann sehr grossmundige Zellen vor sich zu 
haben wähnt ; hie und da sind einzelne kleine rundliche Zellen 
mit sehr kleiner Mündung eingestreut. 

Auf Oculina gibbosa und Austerschalen aufsitzend, sehr 
selten mit den vorigen Arten. 

5. E. confiuens Reuss. — T. XV, F. 22. 

Nebst den zwei vorigen Arten und E. crenulata eine der 
grössten unserer Celleporinen , so dass ihre Zellen dem freien 
Auge unterscheidbar sind. Sie bilden ziemlich grosse unre- 
gelmässige Ausbreitungen und stehen in ausstrahlenden, oft 
regelmässigen alternirenden Reihen. Sie sind ei-förmig, nach 
unten sich etwas verschmälernd, massig gewölbt, mit grosser 
elliptischer Mündung , die oben und an den Seiten nur von 
einem schmalen, glatten, vorstehenden Rande eingefasst wird. 

Wo die Zeilen in regelmässigen Reihen stehen , fliessen 
dier benachbarten zusammen, so dass sie ziemlich gewölbte, 
durch tiefe Furchen gesonderte halbzylindrische Röhren bilden 
mit abwechselnden Einschnürungen und grossen breit-ellipti- 
schen Mündungen, wodurch eine äussere Ähnlichkeit mit Au- 
iopora bedingt wird, wie es bei Cellepora aulopor^ea v. Hag. 
aus der Kreide von Rügen stattfindet. Zuweilen ist die 
Trennung der Zellen nach aussen durch feine Querfurchen 
angedeutet. 

Oft scheint die Zellenbildung von mehreren Punkten zu- 
gleich ausgegangen zu sein, wo dann neben einander liegende 
Zellen manchmal eine ganz entgegengesetzte Richtung haben. 
So sind in dem abgebildeten Fragmente die zu Reihen ver- 
bundenen Zellen mit ihrem obern, die nicht verwachsenen mit 
ihrem untern Ende dem Beschauer zugewendet. 

Kömmt nur sehr selten mit der vorigen vor. 



6. E. crenulata Reüss. — T. XV, F. 20, 21. 

Ziemlich grosse , ovale , schwach gewölbte , in schrägen 
ausstrahlenden Reihen stehende Zellen mit weiter elliptischer 
Mündung über der Mitte; mit einer runden, von einem schma- 
len gewölbten Rande umgebenen Nebenpore am obern Ende, 
die oft fehlt, noch seltner aber doppelt vorhanden ist. Hiezu 
kömmt noch manchmal eine sehr kleine punktförmige Neben- 
pore am untern Ende, das einen- kleinen zungenförmigen Fort- 
satz bildet, selten in eine längere Spitze ausläuft. Die Seiten- 
ränder der Zellen zeigen an der äussern Kante 12 — 14 
vertiefte Querlinien, wodurch sie schwach gekerbt werden. 
Manchmal sind einige nahe stehende Zellen mit einander ver- 
wachsen. Mit der beschriebenen Form untermischt findet man 
kleine runde oder ovale, mit gewölbtem breitem Rande um- 
gebene Zellen mit grosser gleichförmiger Mündung, ohne alle 
Nebenporen. Sie dürften wohl die Jugendform der beschrie- 
benen Spezies darstellen. 

Selten mit den vorigen Arten. 

7. E. radiata Roemer. — T. XV, F. 19. 
RoEMER, 1. c. p. 13, T. V, F. 4. 

Sehr kleine, ovale, gewölbte Zellen mit verhältnissmässig 
grosser rundlicher oder viereckiger Mündung und beiläufig 
zwanzig feinen radialen Furchen am ganzen Rande. 

Selten mit den vorigen. 

8. E. poly Stoma Recss. — T. XLIII, F. 8. 

Kleine, in ausstrahlenden alternirenden Reihen stehende, 
flach gewölbte, ovale Zellen mit massig grosser, rundlicher 
Mündung. Um den obern Theil jeder Zelle liegen jederseits 
zwei länglich runde Nebenporen über einander, und zwar so, 
dass die oberen mit ihren oberen Enden schräg nach aussen, 
die unteren etwas schräg nach innen gerichtet sind. Eine 
grössere runde Nebenpore steht am untern Ende jeder Zelle. 
Jede einzelne Zelle erscheint daher mit einem Kranze von acht 
Nebenporen umgeben. 

Auf Austerschalen aufgewachsen, sehr selten im untern 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

Marginaria Roemer^. 

1. M. elliptica Roemer. — T. XV, F. 17, 18. 

Geinitz, 1. c. p. 93, T. XXII, F. 16. 

Cellepora elliptica v. Hagenow in Bronn's Jahrb. 

1839, p. 268, T. IV, F. 6. 
? Cellepora bipunctata Goldfüss, I. c. I, p. 27, 

T. IX, F. 7. 

Kleine elliptische , selten etwas verzogene , schrägzeilige, 
oft etwas entferntstehende, in ihrer ganzen Weite offene Zellen 
mit dünnem, oben ebenem Rande. Zwischen ihnen liegen hie 



" Ich behalte die RoEMER'schen Gattungen: Marginaria, Dis- 
copora u. s. w. bei, wenn sie auch eigentlich keine wirklichen ge- 
nerischen Abschnitte bilden, weil sie dazu dienen, die zahlreichen 
fossilen Formen leichter zu unterscheiden und die ähnlichen Formen 
zusammeii zu gruppiren. 



69 



und da einzelne kleine kreisrunde Zellen. Wo die benachbar- 
ten Zellen zusammenstossen, haben sie kleine vertiefte Räume 
zwischen sich, die wohl keine Nebenporen, für welche Roemer 
(1. c. p. 17) sie ansieht, sind, sondern Vertiefungen, die durch 
das Zusammenstossen der ringförmig erhabenen Zellenränder 
nothwendig gebildet werden müssen. Cellepora bipunctata 
GoLDFUSS ist daher wohl nichts als unser Fossil mit dicht an 
einander stossenden Zellen , wie sie sich bei uns nicht selten 
findet. 

Nicht selten im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin. 

2. M. coucatenata Reuss. — T. XV, F. 16. 

Kleine , aber dem freien Auge erkennbare , elliptische, 
selten eiförmige oder rundliche, in ihrer ganzen Weite geöff- 
nete Zellen mit niedrigen , sehr dünnen , scharfen Rändern, 
welche in ziemlich regelmässigen, ausstrahlenden, alternirenden 
Reihen stehen , dicht aneinander gedrängt. Zwischen je zwei 
Zellen einer Längsreihe befindet sich eine kleine runde , mit 
beiden verwachsene Nebenzellc, die seltner offen, gewöhnlich 
durch einen gewölbten Deckel geschlossen ist und dadurch 
das Ansehen eines kleinen Knötchens gewinnt. 

Selten, auf Terebratula Mantelliana und octoplicata auf- 
sitzend, im obern Plänerkalk von Kutschlin. 

3. M. velaineii Roemer. — T. XV, F. 15. 

ROEMER, 1. C. p. 13. 

Cellepora velamen Goldfuss, I. c. I, p. 26, 27, 
T. IX, F. 4. 

Kleine , in ausstrahlende unregelmässige Reihen dichtge- 
drängte, ei- oder etwas birnförmige, ungleiche, in ihrer ganzen 
Weite gemündete Zellen mit ziemlich dicken, nach innen gegen 
die Mündung hin etwas abschüssigen Rändern. Die Zwischen- 
poren fehlen stets. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf. 

4. M. ostiolata Reuss. — T. XV, F. 14. 

Sehr kleine, in sehr unregelmässigen Längsreihen stehende, 
öfters weit entfernte, elliptisehe , in ihrer ganzen Weite ge- 
mündete Zellen , deren ziemlich dicker Rand durch eine feine 
Furche halbirt wird. Öfters sind zwei benachbarte Zellen 
einer Längsreihe durch eine kleine runde Zelle mit einfachem 
Rande verbunden. Jede grosse Zelle hat an ihrer Rasis jeder- 
seits eine sehr kleine runde warzenförmige Nebenpore neben sich. 

Sehr selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Rilin. 

5. M. parva la Roemer. — T. XV, F. 13. 
Roemer, I. c. p. 19. 

Cellepora parvula v. Hagenow, 1. c. p. 277. 

Sehr kleine, 5 — 6seitige, selten ovale oder birnförmige, 
in schrägen ausstrahlenden Reihen stehende Zellen , die durch 
eine feine Furche geschieden sind, sehr dicke Wände und grosse 
ovale oder kreisförmige Mündungen haben, die zuweilen ganz 
durch einen flachen , in der Mitte mit einem feinen Knötchen 
versehenen Deckel geschlossen sind. 

Selten in den kalkigen Konglomeratschichten von Kutschlin. 



6. M. tenera Reuss. — T. XV, F. 12. 

Ein dünner Anflug von in unregelmässigen, öfters dichotomen 
Längsreihen stehenden, ziemlich grossen, sechsseitigen, seltner 
fünfseitigen oder unregelmässigen, in ihrer ganzen Weite gemün- 
deten Zellen, deren niedriger und dünner Rand durch eine 
Längsfurche getheilt ist. Die Randzeflen zeigen einen noch 
feinern halbrunden kleinern oder grössern Ansatz am obern 
Ende, den Anfang neuer hervorsprossender Zellen. 

Nicht häufig im untern Plänerkalk der Schillinge bei Rilin. 

7. M. subrotunda Reuss. — T. XV, F. 11. 

Sehr kleine, um eine Miltelzelle unregelmässig versammelte, 
rundliche oder etwas eckige, stets fast ebenso breite als lange, 
flache Zellen mit grosser quer-ovaler Mündung, die ein Drit- 
theil der Gesammtlänge der Zellen ausmacht. Sie werden 
von einem ziemlich dicken, in der Mitte fein längsgefurchten 
Rande überragt. 

Nicht selten mit der vorigen. 

8. M. tenuisulca Reuss. — T. XV, F. 10. 

Kleine, in geraden ausstrahlenden Reihen stehende, glatte, 
flach gewölbte, ovale Zellen, die von einem schmalen Rande 
eingefasst sind, der durch eine feine Furche in zwei Leistchen 
getheilt wird. Die quer-ovale Mündung ist klein. 

Sehr selten mit den vorigen. 

Discopora Roemer. 

1. D. hexagonalis Reuss. — T. XV, F. 9. 

Cellepora hexagonalis v. Mijnster. Goldfuss, 

1. c. I, p. 102, T. XXXVI, F. 16. 
Eschara sex angularis M. Edw. in ann. d. sc. 

nat. 1836, 2^« Ser. VI, p. 339, T. XII, F. 16. 

Sehr kleine sechseckige Zellen, bald gleichseitig, bald mehr 
in die Länge gezogen, durch einen dünnen vorstehenden Rand 
geschieden, flach verlieft, mit kleiner rundlicher Mündung über 
der Mitte. Die meisten der Zellen zeigen an der Stelle der- 
selben ein kleines Knöpfchen. — Ich finde diese Form voll- 
kommen übereinstimmend mit der von Goldfuss beschriebenen 
aus dem glaukonitischen Sandstein von Traunstein. 

Selten im Plänersandstein von Hradek. 

2. D. Simplex Reuss. — T. XV, F. 8. 

In schrägen Reihen stehende , in ihrer ganzen Weite 
offene, länglich-sechsseitige oder auch ovale Zellen, die durch 
einen dünnen, oben abgestutzten, nicht scharfen Rand ge- 
trennt sind. 

Nicht selten im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Rilin; selten im obern Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin. 
— Vielleicht ist es die Jugendform einer andern Spezies. 

3. D. crispa Reuss. — T. XV, F. 7. 

Kleine, sehr niedrige, in mehr oder weniger regelmässigen 
ausstrahlenden Reihen stehende, sechsseitige Zellen, die in 
ihrer ganzen Weite offen sind. Die gemeinschaftlichen Scheide- 
wände sind niedrig , dünn und schlangeaförmig hin - und 



70 



hergebogen und zwar so , dass auf eine Seite des Sechseciis 
gewöhnlich drei solcher iileiner Bögen kommen. Über jeder 
grossen Zelle steht eine kleinere halbkreisförmige oder halb- 
elliptische , die fast stets durch eine schmale Spalte in der 
nicht gebogenen Scheidewand mit der erstem kommunizirt; 
doch fehlt sie öfters auch ganz. Durch sie wird die untere 
Seite der nächst darüberstehenden grossen Zelle halbmondför- 
mig ausgeschnitten. Die beide trennende Wandung ist sehr 
dünn und ohne Serpentinen. 

Bisher nur in wenigen Exemplaren aufgefunden im un- 
tersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin , auf den Steinker- 
nen einer Exogyra aufsitzend. 

4. D. irreg^ularis Roemer. — T. XV, F. 6. 

ROEMER, 1. C. p. 12. 

Cellepora irregularls v. Hagenovv, 1. c. p. 276, 
n. 38. 

Kleine, in schrägen ausstrahlenden Reihen stehende, oft 
aber auch ganz unregelmässig gehäufte und in ihrer Form sehr 
wechselnde, bald ovale, bald lanzettliche, bald 5 — Gseitige 
Zellen, durch einen breitern oder schmälern niedrigen, oben 
scharfen, nach beiden Seiten schräg abdachenden Rand ge- 
schieden. Ihre Vorderwand ist niedergedrückt, am meisten 
zunächst der grossen halbrunden Mündung , so dass sie gegen 
dieselbe abschüssig ist. 

Sehr häufig im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin, die häufigste unserer Celleporiiien, auf Arten von Manon, 
Scyphia , Cnemidium, Ostrea, AnthophjUum, Exogyra u. s. w. 
aufsitzend. 

5. D. polymorpha Reuss. — T. XV, F. 5. 

Die kleinen flachen Zellen sind von verschiedener Form. 
Die grösseren sind längliche, vielfach verzogene Fünf- oder 
Sechsecke , von einem schmalen, sehr niedrigen, gemeinschaft- 
lichen Rande umgeben. Ihre flache Vorderwand trägt am un- 
tern Ende beinahe immer, selten höher oben eine sehr kleine 
runde Nebenpore. Die Mündung liegt ganz am obern Ende, 
ist gross, rundlich-vierseilig und nimmt die ganze Breite und 
ein Drittheil der Länge der Zelle ein. Dazwischen sind ein- 
zelne viel kleinere Zellen eingestreut. Sie sind oval und 
laufen unten zuweilen in eine lange Spitze aus; sind gewölbt, 
so dass ihre Wölbung den niedrigen Zellenrand überragt, und 
tragen eine kleine elliptische Mündung, die nicht ganz am obern 
Ende liegt und auch nicht die ganze Zellenbreite einnimmt, 
nie aber eine Nebenpore. Sie ähneln in der Form der Zelle 
denen der Escharina perforata und impressa. 

Selten im untersten Plänerkalk der Schiflingc bei Bilin, 
gewöhnlich auf Spondylus lineatus Goldf. aufgewachsen. 

6. D. circum vallata Reuss. — T. XV, F. i. 

Rundliche dünne Ausbreitungen , aus bald in geraden di- 
cholomen , bald in schrägen Reihen stehenden kleinen Zellen 
bestehend. Sie sind oval oder undeutlich 5 — 6seitig , sehr 
schwach gewölbt oder ganz flach, glatt, durch einen niedrigen 
schmalen Rand geschieden, der an jeder Seite eine seichte 



Furche neben sich hat. Die Mündung ist gross, rundlich- 
dreiseitig, selten ganz rund und von einem hohen schmalen 
Rande eingefasst. Oft liegen einzelne vielgestaltige Zellen 
zwischen den regelmässigen; diese besitzen dann keine Mündung. 
Bisher nur sehr selten mit den vorigen vorgekommen. 

Flustra Lamk. 
I. FI. ornata Reuss. — T. XV, F. 3. 

Sehr kleine, lanzettförmige blattartige Ausbreitungen, die 
aus in geraden Reihen aneinander liegenden flachen Zellen 
bestehen, welche äusserlich durch eine schwach wellenförmige, 
wenig vertiefte Linie abgegrenzt sind. Die grossen ovalen, 
ebenfalls von einer feinen Furche umgebenen Mündungen stehen 
in alternirenden geraden Reihen. 

Sehr selten in den kalkigen Konglomeratschichten von 
Kutschlin. 



C. Z o o p h y t e n. 



Isis Linne;. 
1. J. foveolata Reuss. — T. XV, F. 1, 2. 

Kleine, 5 — 8'" lange und 2 — 2,5'" dicke, zylindrische, 
oben oftmals dichotome, an der Stelle der Gabelung verdickte 
Stämmchen, mit Spiralen Reihen entfernt stehender, grosser, 
elliptischer oder rundlicher seichter Grübchen, ohne Spur von 
Zellen, sowohl im Innern, als auch an der Oberfläche. Diese 
ist unregelmässig und seicht längsgefurcht; an der Gabelungs- 
stelle nehmen die Furchen aber eine quere Richtung an. 

Die Ansatzstellen für die oberen hornartigen Glieder sind 
schüsseiförmig vertieft und konzentrisch "gestreift, mit einem 
kleinen durchbohrten Knötchen in der Mitte. Das untere Ende 
der kalkigen Glieder jedoch ist konvex, konzentrisch gestreift, 
mit einem in der Mitte vorragenden durchbohrten kleinen 
Zapfen. 

Selten im untersten Plänerkalk der Schiflinge bei Bilin. 

D. Amorph ozoen. 

Wenn wir in der nachfolgenden Liste die aufgefundenen 
verschiedenen Schwammformen den gewöhnlichen, von Anderen 
aufgestellten Gattungen unterordnen, so geschieht es nur, um 
eine leichtere Übersicht zu erlangen, keineswegs aber, weil 
wir von der Selbstständigkeit dieser Gattungen überzeugt sind. 
Im Gegentheil gibt es, wie anderswo, so auch in der Kreide- 
formation Böhmens , viele Miltelformen zwischen denselben, 
die wir als ebenso viele Übergänge betrachten müssen. Streng 
genommen lassen sich also Cnemidium, Siphonia, Scyphia, Tra- 
gus , Manon , Achilleum und Spongia keineswegs trennen und 
alle dürften wohl zu einem einzigen grossen Genus vereinigt 
werden können und müssen, in welchem die einzelnen heivor- 
stechendsten Formtypen höchstens zu Unterabtheilungen benützt 
werden sollten. So geht Cnemidium einerseits unmittelbar in 
Tragos und Spongia, andererseits in Siphonia und Scyphia, 
Scyphia in Siphonia und Spongia, Manon in Tragos und Spongia, 



71 



u. s. f. über. Es ist daher bei der schwankenden Begrenzung r 
der Galtungen auch nicht zu verwundern, wenn manche For- i 
men von einem Paläontologen in dieses, von einem Andern in 
jenes Genus eingereiht werden. Mit demselben Rechte itann 
dann jede andere Formabweichung zu einem gemeinschaftlichen 
Unterscheidungsmerkmal erhoben werden. Es findet also hier 
dasselbe Verhältniss statt, wie bei den Tubuliporaceen, wo Ce- 
riopora, Pustulopora, Cricopora, Clirysaora u. a. m., und bei 
den Bryozoen , wo Discopora , Marginaria, Escharina auch iiur 
Unterabtheilungen einer und derselben Gattung bilden sollten. 

C n e m i d i u m Goldfüss. 

1. Cn. acutum Reuss. — T. XVI, F. 9, 10. 

4 — 10'" hoch, mit breiter inkrustirter Basis aufsitzend, 
oben zitzenförmig, gerade oder schief, in eine mehr oder we- 
niger stumpfe Spitze auslaufend , die nur zuweilen eine kleine 
undeutliche Scheitclvertiefung trägt. Von ihr entspringen 10 — 12 
schmale unregelmässige Furchen, die, sich verästelnd und bis 
zur Basis herablaufend , die ganze Oberfläche bedecken. Die 
Masse des Schwammes besteht aus einem unregelmässigen Ge- 
webe dicker Fasern , welche grössere und kleinere rundliche 
Poren zwischen sich lassen. Sehr oft spriesscn aus der Basis 
des Schwammes eine oder mehrere kleinere hervor, deren Axe 
immer senkrecht auf der Axe des Mutterschwanimes steht und 
deren Oberfläche in die des Letztem unmittelbar, ohne ein- 
springenden Winkel , übergeht. So innig sind sie miteinander 
verschmolzen. — Schliesst sich zunächst an die Gattung Mam- 
millipora Bronn (Lymnorea Lamx.), welche wohl nur eine Un- 
terablhcilung von Cnemidium bilden dürfte, an. 

Nicht häufig, auf Scyphia- und Manonarten aufsitzend, im 
spätem Alter lose, im untern Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin. 

2. Cn. pisifornie Miciielin. 

MiCHELiN, iconogr. zoophyt. p. 114, 115, T. XXVI, 

F. 6. 
Tragos pisifornie Goldfüss, 1. c. I, p. 12, T. V, 

F. 5; T. XXX, F. 1. 

0,75 — 1,33" grosse, kugelige oder knollige, mit einem 
dünnern Stiele oder mit breiter Basis aufsitzende Massen, die 
auf der gewölbten obern Fläche eine 1,5"' grosse flache runde 
Scheiteldepression zeigen , von welcher zahlreiche schwache 
Furchen sich strahlenförmig verbreiten, deren aber nur wenige 
sich weiter fortsetzen und verzweigen. Die Substanz besteht 
aus dichtem Fasergewebe mit zahlreichen kleinen rundlichen 
Poren, 

Selten mit vorigem. 

3. Cn. stell atum Goldfüss. — T. XVJ, F. 1. 
Goldfüss, I, T. XXX, F. 3 (non T. VI, F. 2). — 

MiCHELiN, iconogr. zooph. p. 115, T. XXVI, F. 8. 

Unregelmässig knollig , mit breiter ungleicher Basis auf- 
sitzend. Die unebene Oberfläche zeigt entfernt und unregel- 
mässig stehende kleine , massig tiefe, runde Scheitelöffnungen, 
von denen zahlreiche, sich vielfach spaltende und mit einander 



anastomosirende, unregelmässige, schmale, aber ziemlich tiefe 
Furchen ausstrahlen und, ebenso breite oder wenig breitere 
Zwischenräume lassend, die ganze Oberfläche bedecken, die 
dadurch wie gerunzelt erscheint. Die Furchen übergehen un- 
mittelbar in die der Nachbarsterne. Ob Cn. Plauense Geinitz 
(Nachtrag p. 18, T. VI, F. 19) sich wesentlich davon unter- 
scheide, kann ich bisher nicht entscheiden. 
Selten mit den vorigen. 

4. Cn. pertusum Reuss. — T. XVI, F. 7, 8, 11 — 14. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 299. 

Eine der veränderlichsten Formen. 1 — 8" lang, gewöhnlich 
walzenförmig oder verkehrt-konisch, seltner kreisel-, kugel-, 
kuchen - oder schwammförmig , zuweilen sich in zwei mehr 
oder weniger verwachsene Köpfe spaltend. An der Basis sich 
ungleich verschmälernd und mit breiler unebener Fläche auf- 
sitzend. Die Scheitelfläche konvex oder ganz eben und dann 
mit der Seitenfläche eine deutliche , zuweilen ziemlich scharfe 
Kante bildend, selten stark zugerundet. In der Mitte eine 
liefe zylindrische Höhlung, von ziemlicher Grösse, die gewöhn- 
lich ein Drittheil des gesamten Querdurchmessers ausmacht. 
Von ihr entspringen zahlreiche , sich mehrfach spaltende, 
schmale, seichte Furchen, die sich gewöhnlich kaum über den 
Rand der Scheitelfläche herab erstrecken. Die Seitenfläche 
des vollkommen erhaltenen Schwammes zeigt dicht bei einander 
stehende Löcher von beiläufig 0,4'" Diameter, zwischen denen 
das bewaffnete Auge in dem dichten feinen Fasergewebe noch 
eine Unzahl sehr kleiner rundlicher Poren bemerkt. Ist da- 
gegen die dünne obere Schichte des Schwammes durch Ver- 
witterung zerstört , so verschwinden die grösseren isolirten 
Mündungen, welche zu unregelmässigen schmalen Furchen zu- 
sammenfliessen, die das tiefere grobe Fasergewebe nach allen 
Richtungen durchziehen. 

Zuweilen scheinen diese Schwämme dicht aneinander ge- 
drängt gewesen zu sein und sich wechselseitig in der Aus- 
bildung gehindert zu haben , dann sind sie eckig und ganz 
unregelmässig geformt. Mitunter sitzt auf einem Schwämme 
ein zweites Individuum auf, das sich leicht von seiner abge- 
platteten Unterlage ablösen lässt. 

Der F. 11 abgebildete Verlikaldurchschnitt entblösst den 
Innern Bau. Von der zylindrischen Zentralhöhlung laufen 
zahlreiche horizontale Kanäle nach allen Seiten aus, die aber 
nicht bis zur äussern Fläche des Schwammes durchdringen, 
sondern noch im Innern blind endigen. An dem abgebildeten 
Exemplare sind sie von bedeutender Weite ; an anderen sind 
sie viel dünner. Wenn der Schwamm, wie es oft der Fall ist, 
ganz in dichte Kalkmasse umgewandelt wurde, so sind auch 
diese Kanäle vollkommen ausgefüllt und verrathcn sich manch- 
mal nur durch die lichtere Farbe der Ausfüllungsmasse. Von 
der äussern Fläche nehmen dagegen wieder unzählige feine 
Kanäle ihren Ursprung, welche in den Löchern der Oberfläche 
ihren Anfang haben und sich nicht weit nach innen zu er- 
strecken scheinen. — Es stellt sich also eine vollkommene 
Übereinstimmung des Baues mit dem von Choannites Eönigi 
Mantell (G. S. p. 179, T. XVI, F. 19, 20, 21) aus der 



72 



Kreide von Sussex heraus, welcher Körper daher, wenn nicht 
ganz identisch mit unserm Fossil, jedenfalls auch demselben 
Genus zugehörig ist. 

Übrigens weicht unsere Spezies in Bezug auf ihren Ge- 
samthabitus sehr von allen andern Cnemidiumarten ab und 
stimmt darin vielmehr mit manchen Arten von Siphonia und 
noch vielmehr von Scyphia überein; unterscheidet sich aber 
von erstem durch den Mangel der Längskanäle, von letzteren 
durch die Gegenwart zahlreicher von der Zentraldepression 
ausstrahlender Furchen. Immer bildet sie aber ein Verbindungs- 
glied zwischen den Gattungen Scyphia und Cnemidium, dürfte 
also mit gleichem Rechte beiden zugezählt werden. — Findet 
sich in ungeheurer Menge, oft dicht über einander liegend, je- 
doch selten ganz wohl erhalten im untern Plänerkalk der 
Schillinge bei Bilin. Es scheinen daher die Schwämme schon 
abgestorben gewesen zu sein, ehe sie in dem Niederschlage 
des Kreidegesteins begraben wurden. 

5. Cn. conglobatum Reuss, — T. XVI, F. 2, 3. 

1,5 — 4" breit, oben gewölbt, in den verschiedensten 
Formen, bald brotförmig , bald halbkugelig oder selbst kurz 
konisch, mit bald geradem, bald schiefem oder auch etwas 
niedergedrücktem Scheitel. Diese Fläche geht durch einen 
stets dicken, gerundeten Rand in die untere unregelmässige 
Fläche über, mit welcher der Schwamm aufsitzt. Vereinzelte 
Sterne mit kleinem wenig vertieftem Zentrum sind über die 
ganze Oberfläche zerstreut. In der Zentralvertiefung eines jeden 
stehen 12 — 22 in mehrere kleine Kreise geordnete runde Mün- 
dungen. Von ihr strahlen 5 — 10 ästige schmale Furchen aus. — 
Ein solcher Stern nimmt den Scheitel des Schwammes ein ; die 
anderen stehen in melir oder weniger regelmässigen, entfernten, 
konzentrischen Kreisen (5 — 6 Sterne in einem Kreise) um ihn 
her. Zwischen den Sternen ist die ganze Oberfläche des 
Schwammes, der aus einem dichten Fasergewebe besteht, mit 
dem freien Auge sichtbaren rundlichen Mündungen bedeckt, 
zwischen denen das bewaffnete Auge noch zahllose ganz feine 
entdeckt. 

Die eben beschriebene Spezies erinnert einerseits an den 
Bau der Mammillipora protogaea Bronn (Cnemidium tuberosum 
GoLDFUSS, 1. c. I, p. 16, T. XXX, F. 4); andererseits macht 
sie schon den Übergang zu den Siphonien, da in den einzelnen 
Sternvertiefiuigen zahlreiche Längskanäle ausmünden. 

Selten mit den vorigen. 

Siphonia Parkinson. 

1. S. ternafa Reuss. — T. XVII, F. 1, 3. 

Cnemidium ternatum Reuss, geogn. Skizz. II, 
p. 298. 

Dieser schöne Seeschvvamm misst 2 — 6" in der Höhe. 
Seine Breite ist nicht viel geringer oder selbst noch bedeu- 
tender. Er ist knollig, kurz keulenförmig. Der untere sich 
etwas verdünnende Theil war mit breiter ungleicher Basis auf- 
gewachsen. Der obere ist selten einfach ; gewöhnlich theilt 
er sich in drei keulenförmige Köpfe, welche Theilung schon 



unterhalb der Mitte durch breite Furchen angedeutet wird, bis 
endlich gegen das obere Ende hin durch breite und tiefe Ein- 
schnitte die vollkommene Theilung erfolgt. Jeder Kopf ver- 
schmälert sich nach oben wieder und endet mit einer etwas 
schiefen, trichterförmig ausgehöhlten Scheitelfläche, welche von 
einem breiten gerundeten Rande umgeben wird und in deren 
Mitte sich die zylindrische Zentralhöhlung einsenkt. In voll- 
kommen erhaltenem Zustande scheint der ganze Schwamm mit 
einer dünnen ganz glatten Rinde umhüllt gewesen zu sein, von 
der man an den fossilen Exemplaren, besonders gegen die 
Basis hin, auch noch hie und da einzelne Partieen anhängen 
sieht. Von der etwas länglichen, 0,25 — 0,5" grossen Scheitel- 
Öffnung entspringen strahlenförmig divergirende , entfernt ste- 
hende, hie und da sich gabelförmig theilende schmale Furchen, 
die nur bis zur Hälfte des Schwammkörpers herabreichen. 
Auf der untern Hälfte des Schwammes bemerkt man aber eine 
noch grössere Anzaiil gedrängterer, sich vielfach zerspaltender, 
hie und da auch anastomosirender Furchen, welche von der 
Basis aus sich nach allen Seiten aufwärts verbreiten, ohne aber 
mit den oberen Furchen irgendwo zusammenzutreffen. Über- 
dicss ist die ganze Oberfläche des Schwammes mit zahlreichen 
runden Löchern von 0,5 — 1'" Durchmesser bedeckt, welche 
nur hie und da zwischen den Furchen unregelmässige Läiigs- 
reihen bilden , sonst aber ohne alle Ordnung zerstreut sind. 
Am gedrängtesten stehen sie auf der Scheitclfläche rings um 
die Scheitelöffnung herum, ohne aber auch hier in regelmässige 
Kreise gestellt zu sein. Dort sind sie auch am grössten. Sie 
bilden die Mündungen der zahlreichen weiten Längskanäle, die 
nach abwärts divergirend, sich bis zur Basis hinab erstrecken, 
wo sie sich einander wieder nähern. (F. 3.) 

Die Zwischenräume aller dieser Mündungen zeigen dem 
bewaffneten Auge ein grobes Fasergewebe mit unzähligen feinen 
unregelmässigen Por.'n. 

Ist bisher nur in wenigen Exemplaren aus den untersten 
Plänerkalkschichten vom südlichen Fusse des Borzen bei Bilin 
und des Tripelberges bei Kutschlin bekannt. 

2. S. pyrifoiinis Goldfuss. 

GoLDFUss, 1. c. I, p. 16, 17, 97, T. VI, F. 7; 
T. XXXV, F. 10. — SowERBY bei Fitton in geol. 
transact. 1837, IV, T. XV a. — Deshayes, coq. 
caract. d. terr. T, XI, F. 1. — Michelin, iconogr. 
zoophyt. p. 137, T. XXXIII, F. 1. 
Alcyonium ficus Pakkinson , org. rem. II, T. IX, 
F. 7—13; T. XI, F. 8. 
Walch, System. Steinreich, T. XXIV, F. 3, 6. 
GüETTARD, mem. T. I, F. 1, 5; T. H, F. 1, 2; 
T. III, F. 3, 4; T. IV, F. 5. 
Choannites pyriformis Passy, geol. d. 1. Seine 
infer. p. 339,' T. XVI, F. 9. 

1,5 — 2" lang, biniförmig, mit dünnem zylindrischem Stiele 
und scharfrandiger Scheit"löffnung. Um sie und in ihr mün- 
den die zahlreichen, ziemlich kreisförmig gestellten Längsröhren 
aus, welche im Körper des Schwammes divergirend herablau- 
fen, dann aber, wieder näher zusammentretend, bis zum untern 
Ende des Stiels fortsetzen. Die stets verwitterte Oberfläche 



73 



zeigt zahlreiche, wie angefressene, wurniföimige Furchen. Selir 
oft ist der ganze Schwamm in Planer umgewandelt, so dass 
keine Spur eines organischen Baues wahrzunehmen ist, wobei 
aber die äussere Form ganz gut erhalten ist. 
Selten im obern Plänerkalk von Kutschlin. 

3. S. elongata Reuss. — T. XLIII, F. 1. 

Reuss, geogn. Skizz. 1843, II, p. 171. — Michelin, 
iconogr. zoophyt. 1845, p. 134, T. XXXIX, F. 4. 

Bis 12" lang, langgezogen flaschenfönnig. Der Körper 
etwa 4" lang, 1,5" dick, geht nach unten, sich verschmälernd, 
allmälig in den sehr langen , am Ende etMas gebogenen und 
4 — 5"' dicken Stiel über. Der Scheitel flach vertieft. Die 
Zahl der Mündungen an demselben lässt sich an den Steinker- 
nen nicht wahrnehmen, wohl aber stellenweise ein dichtes Ge- 
webe feiner Fasern, das dem freien Auge nur schwer sichtbar 
ist. Der Stiel , welcher zahlreiche schräge seichte Furchen 
zeigt, besteht aus einem dichten Gewebe schlanker, vielfach 
verflochtener Längsfasern. Im Querschnitt desselben sieht man 
sparsame, kreisförmig gestellte, 1 — 1,5"' grosse Öffnungen, 
die Durchschnitte der Längskanäle. 

Nicht häufig und meistens ohne Stiel im obern Plänerkalk 
von Kutschlin, Hundorf und Radowessitz. 

4. S. heterostoma Reuss. — T. XVII, F. 4, 5. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 171, 172. 

Es fanden sich bisher nur Bruchstücke dieses schönen, 
aber äusserst gebrechlichen Schwammes, aus denen sich aber 
theilweise auf die Gesamtform schliessen lässt. Der obere 
Tlieil scheint eine sehr weite trichterförmige Öffnung, gleich 
vielen Scyphien , gehabt zn haben, daher selbst teller - oder 
becherförmig gewesen und nach unten in einen langen dreh- 
runden Stiel übergegangen zu sein, so dass dadurch gleichsam 
ein Mittelglied zwischen den Siphonien und Scyphien gebildet 
wurde. Manchmal jedoch war der Stiel auch kurz und mit 
breiterer Basis aufsitzend. Diese Form ist aber auch Ursache 
dass der obere Theil stets zertrümmert ist und nur der Stiel 
in etwas vollständigeren Partieen angetroffen wird. 

Die Grösse scheint oft mehrere Zolle erreicht zu haben. 
Die Substanz des Schwammes besteht aus einem sehr lockern, 
zerbrechlichen , äusserst regelmässigen Gewebe rundlicher oder 
etwas platter Fasern, welche sich rechtwinklig durchkreuzen, 
an den Durchkreuzungspunkten sich etwas verdickend und da- 
her nach allen Seiten dem freien Auge sichtbare , fast gleich 
grosse, reihenweise stehende Maschen zwischen sich lassend. 

Auf dem abgebildeten Querschnitte des runden Stieles 
(F. 4) sieht man die Fasern höchst symmetrisch vom Mittel- 
punkte ausstrahlen und von anderen konzentrischen Fasern 
durchkreuzt werden. 

An der Aussenseite des Schwammes wird das Gewebe in 
bestimmten Abständen von 9 — 10 mal grösseren runden Lö- 
chern unterbrochen, welche die Ausmündungen gerader, die 
Substanz durchdringender Querkanäle sind. Sie stehen in ge- 

REfiB, Versleincrunjen, II. Abt'.i. 



railen, sich rechtwinklig kreuzenden Quer- und Längsreihen, 
doch so, dass die zweier Nebenreihen altcrniren. Zwischen 
je zwei solchen Reihen befinden sich 4 — 6 Reihen kleiner 
Maschen. Doch auch der Länge nach wird der Körper des 
Schwammes von mehr oder weniger zahlreichen , in mehrere 
Kreise gestellten, runden Kanälen durchbohrt, die sich bis in 
den Stiel hinab erstrecken. Im untersten Theile des Stieles 
scheinen die horizontalen Kanäle zu fehlen. — Die Struktur 
ist übrigens sehr ähnlich der des unter dem Namen Retepora 
crassa Michelin (iconogr. zooph. p. 146, T. XL, F. 4) be- 
schriebenen Fossils aus der craie chloritee von La Coulonge. 

Findet sich in sehr häufigen Bruchstücken in den unter- 
sten Hornstein-artigen Konglomeratschichtcn am südlichen Fusse 
des Borzen , seltner am südlichen Gehänge des Hradisst und 
in dem untersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

5. S. biseriata Reuss. — T. XVII, F. 6. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 172. 

Von diesem äusserst zierlichen Seeschwamme fand ich 
bisher nur seltenere Fragmente in den Konglomeratschichten 
am südlichen Fusse des Borzen. Er stimmt in der äussern 
Form und im Baue mit dem vorigen ganz überein ; nur haben 
die etwas mehr länglichen Maschen und die das Maschenge- 
webe durchbohrenden Löcher einen wenigstens viermal gerin- 
gern Durchmesser. Letztere stehen in geraden, nicht alterni- 
renden Reihen und haben immer nur 2 — 3 Reihen kleiner 
Maschen zwischen sich. Diese Abweichungen sind aber kon- 
stant, ohne alle Mittelglieder, wesshalb diese Spezies auch nicht 
eine blosse Varietät der S. heterostoma sein kann, 

6. S. cer vicornis Goldfuss. — T. XVI, F. 15 ; 

T. XVII, F. 2. 
Goldfuss, 1. c. I, p. 18, T. VI, F. 11. — Geinitz, 
1. c, T. XXII, F. 14. 

Immer finden sich nur Bruchstücke von 0,5 — 3" Länge. 
Sehr selten ist das untere Ende erhalten. Das T. XVI, F. 15 
abgebildete ßiuchstüek davon stimmt ganz mit der unter dem 
Namen Jerea arborescens von Michelin (iconogr. zoophyt. 
T. XLII, F. 2 b) gegebenen .\bbildung , welche das untere 
Ende des Schwammes darstellt. 

Der obere Theil wurde noch nicht aufgefunden. Der 
Stamm selbst ist walzenförmig, nach unten sich verdünnend 
und in ästige Wurzeln spaltend. Zahlreiche, verhältnissmässig 
weite Längsröhren, deren Mündungen sowohl am obern Ende 
als auch an den Wurzeln zu bemerken sind, durchziehen den 
Stamm. Die horizontalen Röhren münden an den Seitenflächen 
hie und da in Gestalt länglicher Spalten, die mitunter in deut- 
lichen Längsreihen liegen und Furchen bilden, welche durch 
mehr oder weniger höckerige rundliche Rippen geschieden 
werden. Das Gewebe besteht aus feinen Längsfasern, die durch 
zahlreiche kleine, bald quere, bald schräge Äste anastomosiren. 

Ziemlich häufig im obern Plänerkalk von Kutschlin und 
Hundorf, selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin 
und im Pyropensande von Trziblitz. 

10 



74 



Scyphia Oken. 

1. Sc. paivula Relss. — T. XVIII, F. 9. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 172. 

3 — 4'" lang, breit umgekehrt-kegelförmig, gewöhnlich et- 
was zusammengedrückt, dünnwandig, mit grosser und tiefer 
Scheitelöffnung. Schon das freie Auge unterscheidet ein ver- 
worrenes Gewebe sehr dicker, etwas knotiger Fasern, die klei- 
nere und grössere unregelmässige Poren zwischen sich lassen. 
— Ist vielleicht doch nur junge Brut von Sc. infundibuli- 
formis Goldfiss (1. c. I, p. 12, T. V, F. 2 a, b, c), nur ist 
es dann auffallend, dass sich nie ausgewachsene Individuen 
finden. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und im Pyropen- 
sande von Trziblitz. Ähnliche Formen kommen im untern 
Quader von Perutz vor, lassen aber keine Struktur erkennen. 

2. Sc. furcata Goldfüss. 
GoLDFüss, 1. c. I, p. 5, T. II, F. 6. 

Sc. subfurcata, clavata und ramosa Roemer, 
Oolith. Nachtrag p. 10, 11, T. XVII, F. 24, 27, 28. 

Spongia furcata Michelin, iconogr. zoophyt. p. 114, 
T. XXVI, F. 3. 

1" lang, gabelig gespalten, gleichförmig dünn zylindrisch, 
mit kleiner runder Scheitelöffnung. Besteht aus einem dichten 
Gewebe grober Fasern mit kleinen unregelmässigcn Poren. 

Selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

3. Sc. odontostoma Reuss. — T. XLV, F. 4, 5. 

Eine 3 — 4'" hohe, bald verkehrt-kegelförmige, bald krei- 
»clförmige, bald dicke, unten stumpfe, bald wieder sehr schlanke, 
unten zugespitzte, dickwandige Art, welche sich besonders 
durch die 6 — 10 groben, oft ungleichen, mitunter abwechselnd 
grösseren und kleineren Zähne der ziemlich engen Zentralöff- 
nung auszeichnet. Die Zähne scheinen durch die ganze Zen- 
tralhöhlung, wenigstens zum Theile hindurchzugehen; denn an 
dem einen abgebildeten Exemplare, dessen Spitze etwas abge- 
brochen zu sein scheint, sah ich noch ein von fünf Zähnen 
umgebenes Loch auch ain untern Ende. Die Substanz besteht 
aus einem verworrenen Gewebe grober Fasern mit grösseren 
und kleineren unregclmässigen Poren. 

Selten im Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 

4. Sc. angustata Roemer. — T. XVII, F. 11. 
Roemer, 1. c. p. 8, T. III, F. 5. — Geinitz, 1, c. 

p. 95, T. XXIII, F. 9. 

1,25—2" lang, verkehrt -konisch oder fast kreiseiförmig, 
ziemlich dickwandig, im obern Theile etwas zusammengezogen, 
mit liefer Scheitelöffnung. Auf der äussern Fläche zahlreiche 
rundliche oder etwas eckige Löcher — die Mündungen durch 
die ganze Substanz durchgehender Kanäle — , welche bald in 
deutlichen schrägen Reihen, bald ohne Ordnung stehen und 
durch fast ebenso breite gewölbte Zwischenräume getrennt sind. 
Diese zeigen dem bewaffneten Auge ein deutliches Gewebe 
knotiger Fasern mit rundlichen Poren. 



Häufig im obern Plänerkalk von Hundorf, Teplitz und 
Kutschlin, gewöhnlich aber verkiest. Auch im Plänersandstein 
von Hradek kommen solche verkieste Scyphien vor, von denen 
es sich aber nicht mit Sicherheit entscheiden lässt, ob sie 
wirklich dieser Spezies angehören. 

5. Sc. Benettiae Reuss. — T. XVIII, F. 11. 

Ven triculites Benettiae Maimtell, G. S. p. 177, 
T. XV, F. 3. — ? MicHELiN, iconogr. zoophyt. 
T. XXXVIII, F. 3. 

2 — 2,5" lang, verkehrt-kegelförmig, sehr dickwandig, mit 
oben flachem Rande und enger walzenförmiger Zentralhöhlung. 
Die äussere Fläche ist mit 1 — 3'" breiten, rundlichen, länglichen, 
gewöhnlich aber ganz unregelmässigen Löchern bedeckt, die 
einander bald näher, bald wieder ferner stehen. Die flachen 
Zwischenräume , die mithin ein unregelmässiges Netzwerk dar- 
stellen, bestehen aus einem dichten Gewebe knotiger Fasern 
mit sehr kleinen Maschen. 

Selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

6. Sc. radiata Reuss. — T. XVII, F. 14. 
Ventriculites r adiatus Mant., G. S. p. 168— 175, 

T. X— XIV; G. SE. Engl. p. 97—105, c. icon. — 
Bronn, Lethäa, p. 586, T. XXVII, F. 18. 
Sc. Oeynhausii Goldfüss, I. c. I, p. 219, T. LXV, 
F. 7. 

Dieser 1 — 8" hohe Schwamm findet sich nur äusserst 
selten wohl erhalten. Ganz ist er nur, wenn er in Schwefel- 
kies umgewandelt ist, dann aber immer mehr oder weniger un- 
kenntlich geworden. Im gegentheiligen Falle ist er immer in 
Bruchstücke zerfallen. Seine Form wechselt sehr. Bald ist 
sein oberer Theil zusammengezogen und er hat dann eine ver- 
kehrt-kegelförmige Gestalt ; bald ist er trichterförmig oder auch 
flach tellerförmig ausgebreitet. Nicht selten ist seine dünne 
ästig-wurzelige Basis noch erhalten. Seine Wandungen sind 
immer dünn. Die äussere Fläche zeigt grosse, in unregelmäs- 
sigen, nach oben dichotomen Längsreihen stehende, längliche 
oder auch lineare Maschen mit flach gewölbten, ebenso brei' 
ten oder noch breiteren Zwischenräumen, die vergrössert ein 
grobes Fasergewebe mit kleinen länglichen, rundlichen oder 
eckigen Poren wahrnehmen lassen. 

Die innere Fläche dagegen ist mit runden Mündungen 
bedeckt, die zuweilen in etwas unregelmässigen horizontalen 
Reihen stehen. 

Häufig, gewöhnlich aber verkiest, im obern Plänerkalk 
von Hundorf, Kutschlin, Teplitz u. a. 0., im untern Plänerkalk 
von Kosstitz ; selten im Plänermergel von Luschitz und Priesen 
und im Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz und im 
Pyropensande von Trziblitz. 

7. Sc. heteromorpha Reuss. — T. XVIII, F. 1—4. 

Die unregelmässigste und veränderlichste aller Scyphien. 
Mitunter eine Grösse von 4 — 6" und darüber erreichend, stets 
mit breiter , ganz unförmlicher, knolliger Basis aufgewachsen. 
Über dieser verschmälert sie sich dann etwas und breitet sich 



75 



dann enlweder zu einem unregelinässigen, dünnwandigen, ge- 
wöhnlich zusammcngedrücliten Trichter oder Teller aus; oder 
spaltet sich in zahlreiche unregelmässige Äste, deren jeder eine 
ziemlich weite Scheitelöffnung trägt. Jüngere Individuen sind 
auch walzenförmig und dabei mitunter ästig , oder flach ohr- 
förmig. Immer aber sind die Wandungen dünn. 

Auf der äussern Fläche erkennt schon das freie Auge 
zahllose runde, seltner ovale oder schwach-eckige, gewöhnlich 
unregelmässig vertheilte, 0,3 — 0,6'" grosse Öffnungen, die bald 
weiter von einander entfernt, bald wieder nur durch sehr 
dünne Scheidewände geschieden sind. An diesen nimmt man 
ebenfalls schon mit unbewaffnetem Auge ein lockeres Gewebe 
runder, fester, knotiger Fasern wahr mit kleinen rundlichen 
Poren. Zuweilen fehlen die grösseren Mündungen stellenweise 
ganz. Immer findet diess aber an dem dicken Strünke statt, 
der nur ein Netzwerk dünner, etwas knotiger Fasern mit klei- 
nen rundlichen Poren darbietet. Nach aufwärts stellen sich 
die grössern Maschen erst einzeln ein und nehmen dann in 
dem obern Theile allmälig an Häufigkeit zu, werden aber an- 
fänglich durch breitere Zwischenwände geschieden. 

Ganz verschieden gebildet ist die innere Fläche. Sie be- 
steht aus dicken, an den Durchschnittspunkten stark knotigen, 
sich rechtwinklig durchkreuzenden Fasern, welche kleine rund- 
lich viereckige Maschen bilden, die in ziemlich regelmässigen 
Längs- und Querreihen stehen. Erstere dichotomiren nach 
oben. In dieser Hinsicht ähnelt unsere Spezies sehr der Sc. 
Humboldtii Goldf. (1. c. I, p. 90, T. XXXIII, F. 3} aus dem 
Jurakalk von Muggendorf. 

Kömmt sehr häufig, aber stets zertrümmert im untern 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin vor. Besonders zahlreich 
sind die knolligen Strünke, während der dünnwandige Trichter 
der Zerstörung viel leichter unterlag. 

8. Sc. subseriata Roemer. — T. XVIII, F. 7. 
ROEMER, 1. c. p. 9, T. III, F. 8. 
Sc. anomala Reüss, geogn. Skizz., II, p. 173. 

Gehört ebenfalls zu den höchst unregelmässigen Formen. 
Sie wird bis 4" hoch, ist bald lang walzenförmig, bald ausge- 
breitet tellerförmig ; dabei oft zusammengedrückt und mannig- 
fach verbogen ; bald theilt sie sich in zahlreiche unregelmäs- 
sige, kurze, am Ende abgestutzte und mit nicht sehr tiefer 
Scheitelöffnung versehene Äste. Stets aber ist sie dünnwan- 
dig und trägt an der Basis kurze ästige Wurzeln. Die äussere 
Oberfläche ähnelt sehr der vorigen Spezies ; sie ist nämlich 
mit kleinen runden oder etwas viereckigen Maschen besetzt, 
welche in ziemlich regelmässigen alternirenden Längsreihen 
stehen und durch ebenso breite oder wenig schmälere flache 
Zwischenräume gesondert sind, an denen das bewaffnete Auge 
ein sehr nettes Gitterwerk feiner knotiger Fasern mit sehr 
kleinen rundlichen oder eckigen Poren erkennen lässt. 

Die Struktur der Innern Fläche scheint ähnlich zu sein, 
lässt sich aber an keinem der vorliegenden Eicmplare deut- 
lich wahrnehmen. 



Selten und gewöhnlich zerbrochen im obern Plänerkalk 
von Ilundorf und Kutschlin , im untern Plänerkalk von Maliiitz 
und der Schillinge bei Bilin; im Pyropensande von Trziblitz 
und im Pyropen-führenden Konglomerate von Meronitz. 

9. Sc. pedunculata Reuss. — T. XVII, F. 7, 

8, 9. 
Spongia cylindrica Reuss, geogn. Skizz. H, 
p. 169. 

Diese ganz eigenthümlich gestaltete Scyphie sitzt auf 
einem 2 — 5" langen Stiele und breitet sich erst weit oben 
zu einem Trichter aus. Der Stiel, dessen Bruchstücke ich 
lange für Theile einer Spongia hielt, ist einfach, gewöhnlich 
gerade, selten etwas gebogen, cylindrisch, hie und da mit brei- 
ten furchcnförmigen oder auch ganz unregelinässigen seichten 
Eindrücken versehen, stellenweise auch von grossen runden 
Löchern durchbohrt. Er besteht aus einem dichten, nur dem 
bewaffneten Auge wahrnehmbaren Gewebe sehr schlanker wel- 
lenförmiger Längsfasern , die durch zahlreiche kurze Queräst- 
chen mit einander verbunden sind und dadurch sehr feine un- 
regelmässige Poren bilden. Wenn die erwähnteiij breiten und 
tiefen Längsfurchen vorhanden sind, so weichen die Längsfasern 
zu beiden Seiten derselben auseinander, während in ihnen 
selbst bogenförmige Fasern erkennbar sind. 

Nach unten zu verdickt sich der Stiel etwas und theitt 
sich in mehrere fingerförmige Wurzeln. Die äussere Fläche 
des dünnwandigen Trichters zeigt in schrägen Reihen stehende, 
0,2'" grosse runde Öffnungen mit doppelt breiteren gewölbten 
Zwischenräumen , an welchen das bewaffnete Auge die schon 
erwähnten feinen Längsfasern unterscheidet, welche aber hier 
mehr auseinander weichen und etwas grössere rundliche Po- 
ren zwischen sich haben. An der innern Fläche dagegen be- 
merkt man längliche elliptische oder rhomboidale Mündungen 
mit nur halb so breiten, etwas gewölbten Zwischenräumen, 
aus dichtem Fasergewebe mit sehr feinen Poren bestehend. 

Nicht selten, aber stets zerbrochen im obern Plänerkalk 
von Kutschlin und vom Sauerbrunnberg bei Bilin , selten im 
untersten Plänerkalk der Schillinge. Einzelne Bruchstücke im 
Pyropensande von Trziblitz und im Pyropen-führenden Kon- 
glomerate von Meronitz. 

10. Sc. tenuis Roemer. — T. XVIII, F. 8. 

Roemer, 1. c. p. 9, T. IV, F. 1. — Reuss, geogn. 
Skizz., n, p. 172. 

Bisher sind nur Bruchstücke aufgefunden worden, aus de- 
nen sich schliessen lässt, dass diese Spezies ausgebreitet trich- 
terförmig, tellerförmig oder auch flach ohrförmig und von be- 
deutenden Dimensionen gewesen sei. Übrigens zeichnet sie 
sich durch grosse Dünnheit ihrer Wandungen aus. Beide 
Flächen sind von ziemlich gleichem Ansehen. Es stehen näm- 
lich 1,5—2'" lange, elliptische Öffnungen in ziemlich regel- 
mässigen, nicht alternirenden Längs- und Querreihen. Erstere 
dichotomiren oft nach oben und sind einander gewöhnlich mehr 
10* 



76 



genähert, indem die Zwischenräume bald nur ebenso breit, 
bald noch schmäler sind, als die Mündungen selbst, während 
die der Querreihen gewöhnlich weiter von einander abstehen. 
Stets aber sind sie ziemlich gewölbt, so dass sie gleichsam 
schwache Längs- und Querrippen bilden und desshalb die ÖfT- 
nungcn in Furchen zu liegen scheinen. Bei den Längsreihen 
tritt diess mehr hervor, bei den Querreihen nur stellenweise. 
Das Gewebe der Masse des Schwammes ist schon dem freien 
Auge sichtbar und besteht aus schlanken knotigen Fasern, die 
zahllose kleinere und grössere rundliche Poren bilden. 

Selten im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

11. Sc. ßeauraontii Reuss. — T. XVII, F. 12. 

Dieser schöne Schwamm wurde bisher nur in dem untern 
Plänerkalk der Schillinge bei Bilin entdeckt. Er ist die grösste 
unserer Scyphien und erreicht mitunter eine Breite von 8 — 9". 
Sie ist flach trichterförmig oder ausgebreitet schüsseiförmig, 
dabei ziemlich dickwandig und sitzt auf einem niedrigen, aber 
sehr dicken , unregelmässigen Strünke auf. Der obere Rand 
des Tellers ist etwas zugeschärft. Beide Flächen haben eine 
ganz verschiedene Beschaffenheit. 

Die innere Fläche trägt 0,73 — 1'" lange, ovale Maschen, 
die in regelmässigen , nach oben theilweise dichotomirenden, 
nicht alternirenden Längsreihen stehen. Die konvexen Zwi- 
schenräume sind breiter und bestehen aus einem dichten Ge- 
webe dicker, etwas knotiger Fasern, welche ungleiche, schon 
dem freien Auge sichtbare Poren zwischen sich haben. Be- 
sonders konvex treten die Zwischenräume zwischen zwei be- 
nachbarten Längsreihen hervor, so dass sie beinahe die Form 
von Längsrippen annehmen. 

Die äussere Fläche zeigt dicht an einander liegende, 
1'" lange und fast ebenso breite quadratische Maschen, die 
in regelmässige Längs- und Querreihen geordnet sind. Die 
sehr schmalen Zwischenräume , von denen feine zackige Spi- 
tzen nach allen Seiten in die Maschen hineinragen , bestehen 
aus einem sehr dichten Gewebe starker knotiger Fasern mit 
sehr feinen Poren. Der obere Rand ist schwach längsgefurcht 
und besteht aus einem porösen Gewebe ohne grössere Mün- 
dungen. Ein ähnliches Gewebe setzt den Strunk des Schwam- 
mes zusammen. 

12. Sc. bifrons Reuss. — T. XVIII, F. 6. 

Reuss, geogn. Skizz. II, p. 299. 

Ebenfalls eine der grossen Arten. 2 — 7" gross, fast im- 
mer breit-ohrförmig, nicht sehr dickwandig, mit dickem kurzem 
Strünke aufsitzend. Der freie Rand ist gerundet, schwach 
auswärts gebogen. Die äussere Fläche besitzt ohne Ordnung 
zusammengedrängte, 0,75 — 1'" grosse, unregelmässig-eckige 
Maschen, die durch sehr schmale Zwischenwände getrennt sind, 
von welchen feine Zacken in die Maschen hineinragen , wie 
bei Sc. Decheni Goldf. Sie bestehen aus einem dichten Ge- 
webe grober knotiger Fasern mit sehr feinen Poren. — Auf 
der innern Fläche dagegen sieht man grosse 1,25 — 2'" lange, 



runde oder ovale, gewöhnlich unregelmässig, selten in kurzen 
Querreihen stehende Öffnungen , die ebenso breite oder noch 
breitere gewölbte Zwischenräume haben, welche schon dem 
freien Auge ein Gewebe feiner knotiger Fasern mit ungleichen 
rundlichen Poren zeigen. Am Strünke und am obern Rande 
fehlen die grösseren Mündungen. 

Im äusseren Ansehen stimmt diese Scyphie sehr mit Sc. 
Decheni Goldf. (1. c. I, p. 219, T. LXV, F. 6) überein, für 
welche ich sie früher auch hielt, ehe ich bessere Exemplare 
aufgefunden hatte. Leider kennen wir von jener die Beschaffen- 
heit der innern Fläche nicht. 

13. Sc. Mantellii Goldfuss. — T. XVII, F. 13. 
GoLDFUss, 1. c. I, p. 177, T. LXV, F. 5. 
Spongia terebrata Phillips, Yorksh. T. I, F. 10. 

2,3" lang, trichterförmig, dickwandig, mit weiter tiefer 
ScheitelöfTnung. Besteht aus dicken, etwas gebogenen, paralle- 
len Längsfasern, die durch feinere kurze Querfasern verbunden 
sind und daher kleine, viereckig-rundUche, reihenföimige Ma- 
schen bilden. 

Selten, in wenig deutlichen Exemplaren mit den vorigen 
Arten. 

14. Sc. isopleura Reuss. — T. XVII, F. 10. 

Bisher haben sich nur seltene Bruchstücke dieser zier- 
lichen, wahrscheinlich teller- oder breit trichterförmigen Spezies 
im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin aufgefunden. Sie 
ist verhältnissmässig dünnwandig (3 — 3,5'") und auf beiden 
Flächen dicht mit kleinen breit-elliptischen oder kreisförmigen 
Mündungen besetzt, welche in regelmässigen alternirenden, nach 
aufwärts öfters dichotomirenden Längsreihen stehen und ge- 
wöhnlich durch um die Hälfte schmälere Zwischenräume ge- 
schieden sind, so dass eine Längsreihe von zehn solchen Poren 
nur 5"' misst. Die Substanz des Schwammes besteht aus 
einem dichten Gewebe feiner, an den Durchschnittspunkten kno- 
tiger Fasern , die kleine rundliche oder ovale , ohne Ordnung 
stehende Poren zwischen sich haben. 

15. Sc. Zippe i Reuss. — T. XVIII, F. 5. 

S. cribrosa Phillips bei Gbinitz, 1. c. p. 94, 95, 
T. XXIII, F. 4. 

2,5 — 3,5" lang, verkehrt-kegelförmig, sich nach abwärts 
langsam verschmälernd, nicht sehr dickwandig. Die Oberfläche 
ist mit dicht an einander gedrängten, grossen, rautenförmigen 
Maschen bedeckt, die in regelmässigen schrägen Reihen stehen, 
so dass sie stets mit der Spitze aufwärts gerichtet sind. Jedoch 
nicht immer sind sie so regelmässig, wie an dem abgebildeten 
Exemplare. Die sehr schmalen gewölbten Zwischenräume zei- 
gen nur bei starker Vergrösserung ein feines Fasergewebe. — 
Sc. cribrosa Phillips unterscheidet sich davon durch elliptische, 
viel entfernter stehende Öffnungen, die an der Basis des 
Schwammes fehlen. 

Selten im obern Plänerkalk von Hundorf und Kutschlin. 



77 



Plöcoscjphia Reuss. 

(von nXoKT} Geflecht.) 

Eine Amorphozoengattung , die sich zunächst an Scyphia 
und Polypothecia anschliesst. Der Schwamm gestielt, aufge- 
wachsen, mit weiter und tiefer Zentraldepression, wie bei Scy- 
phia, aber bestehend aus ineinander verflochtenen und ver- 
wachsenen unregelmässigen Röhren , die als Wülste an der 
Oberfläche vorragen und theils daselbst, theils in die Zentral- 
öffnung weit ausmünden. Das Gewebe aus dichten feinen Fa- 
sern bestehend. 

I. P. labyrinthica Reuss. — T. XVIII, F. 10. 

Scyphia labyrinthica Reuss, geogn. Siiizz. II, 

p. 173. 
Achilleum Morchella Goldfuss bei Geinitz, I. 

c. p. 96, T. XXII, F. 13. 

1 — 3" im Durchmesser haltend, kugelförmig oder etwas 
in die Länge gezogen, zuweilen aber auch niedergedrückt, stets 
mit kurzem dünnem Stiele aufsitzend. Die gewöhnlich grosse 
Scheitelöffnung rund, selten etwas sechsseitig, tief, bis zum Stiele 
herabreichend. Die dicken Wandungen bestehen aus 0,25 — 0,33" 
starken, hohlen, zylindrischen Röhren, die — 5 — 9 an der 
Zahl — von dem Stiele ausgehend, sich nach oben mehrfach 
spalten, in einander verfliessen und ohne Ordnung verflechten, 
so dass sie an der Oberfläche als unregelmässige, gerundete, 
den Hirnwindungen ähnliche Wülste hervortreten. Sie öffnen 
sich nicht nur an der Oberfläche, theils durch mehr oder we- 
niger grosse Längsspalten , Iheils durch runde , mit hohem, 
dickem, wulstigem, selbst röhrig vortretendem Rande versehene 
Öffnungen, sondern auch in die trichterförmige Zentralhöhlung, 
deren Wände imeben und der Länge nach stark wulstig sind. 
Bei manchen Exemplaren treten die Wülste an der Oberfläche 
weniger hervor und es fehlen dann auch die vorragenden run- 
den Mündungen, deren Stelle unregelmässige Spalten vertreten. 
Die Substanz des Schwamnies besteht aus einem dichten Ge- 
webe schlanker Fasern mit kleinen rundlichen Poren, die nur 
dem bewaffneten Auge sichtbar sind. 

Selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und Lieb- 
schitz. 

M a n n Schweigger. 

1. M, megastoma Roemer. — T. XX, F. 1 ; T. XLIII, 
F. 9. 
Roemer, I. c. p, 3, T. 1, F. 9. 

Kugelig oder unregelmässig knollig ; die obere gewölbte 
oder ebene Fläche mit entfernt stehenden, sehr grossen (bis 
0,5''), kreisrunden, elliptischen oder auch mannigfach verzoge- 
nen Mündungen besetzt, die von einem scharfen hoch vor- 
stehenden Rande umgeben und zuweilen in mehr oder weniger 
regelmässige Kreislinien gestellt sind. Die flachen Zwischen- 
räume zeigen dem bewaffneten Auge ein äusserst dichtes Fa- 
sergewebe. 



Selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und im unter- 
sten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

2. M. verrucosum Reuss. — T. XX, F. 6. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 170. 

Die wenigen, bis jetzt aufgefundenen Exemplare sind ver- 
kehrt-kegelförmig, von den Seiten etwas zusammengedrückt 
und waren mit dem dünnern Ende aufgewacliscn. Die äussere 
Fläche mit nahe stehenden zackigen Warzen besetzt ; die un- 
regelmässige abschüssige obere Fläche, die mit der Seitenfläche 
in einer scharfen vorstehenden Kante zusammenstösst, zeigt 
entfernte unregelmässige , runde oder auch langgezogene Mün- 
dungen mit hoch vorstehendem scharfem Rande. Die ganze 
Masse besteht aus einem dem freien Auge nicht sichtbaren Ge- 
webe feiner anastomosirender Fasern. 

Selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und vom Sauer- 
brunnberg, so wie auch im untern Plänerkalk der Schillinge 
bei Bilin. 

3. M. Phillipsii Reuss. — T. XIX. F. 7, 8, 9. 

Spongia marginata Phillips Yorksh. T. I, F. 5. 
Manon seriatoporum Roemer, 1. c. p. 3, T. I, 

F. 6. 
M. distans Roemer, 1. c. p. 3. 
? M. micrommata Roemer, 1. c. p. 3, T. I, 

F. 4. 
Chenendepora marginata Michelin, iconogr. 

zoophyt. T. XXVIII, F. 7. 

1 — 8" gross, mit breiter ungleicher Basis aufgewachsen, 
gewöhnlich ohr- oder kapuzenförmig, selten trichter- oder ver- 
kehrt-kegel-, selbst pilzförmig, mannigfach verbogen, sehr dick- 
wandig, mit gerundetem, gewöhnlich etwas auswärts gebogenem 
freiem Rande. Auf der Innern Fläche zahlreiche, 0,33 — 0,7'" 
grosse, runde, stark vorragende Warzen mit rundlichen Mün- 
dungen, bald entfernt stehend und dann grösser, bald gedrängt 
und kleiner, bald in ziemlich regelmässige horizontale Reihen 
geordnet , bald ohne Ordnung zerstreut. Die Zwischenräume 
bestehen aus einem sehr dicliten feinen Fasergewebe. Ist je- 
doch diese dünne Schichte zerstört, so erscheinen in wellen- 
förmigen Reihen stehende unregelmässige, dem freien Auge 
sichtbare Poren , deren Zwischenräume noch feinere Poren 
wahrnehmen lassen. Bei noch weiter vorgeschrittener Verwit- 
terung fliessen erstere in gedrängte, zum Theil von den War- 
zen ausstrahlende, vielfach gebogene und unterbrochene Fur- 
chen zusammen. 

Die äussere, oft unebene, höckerige Fläche und der Rand 
zeigen ein verworrenes Gewebe dicker gedrängter Fasern. 
Ist die äussere Rinde zerstört, bemerkt man mit freiem 
Auge in unregelmässigen bogenförmigen Längsreihen stehende 
Poren. 

M. seriatoporum Roemer ist nur durch reihenförmige 
Anordnung der Warzen unterschieden, die aber oft nur an 
einem Theile des Schwammes verhanden ist, während an den 
übrigen Theilen sich keine solche Anordnung wahrnehmen 



78 



lässt. Auch M. mieromniata Roemer dürfte kaum verschieden 
geiii, da die Grösse der Mündungen und die Form des Schwam- 
mes sehr wandelbar ist. 

M. marginatum Roemer (I. c. p. 3) unterscheidet sich 
durch die Warzen, die auch die äussere Fläche des Schwam- 
mcs bedecken. 

Sehr häufig, aber die grösseren Eiemplare fast stets zer- 
brochen, im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

4. M. miliare Reuss. — T, XIX, F. 10—13; T. XX, 

F. 3. 

Dem vorigen ähnlich, aber durch einige konstante Merk- 
male leicht zu unterscheiden. — 0,75 — 4" hoch und bis 
6" breit, ohrförmig, einen schwach konkaven oder auch ganz 
flachen Halbkreis bildend, oft stark verbogen ; mit gerundetem, 
nicht verdicktem Rande. Zuweilen ist der Schwamm schwach 
konzentrisch gerunzelt, immer aber viel dünnwandiger, als M. 
Phillipsii. Beide Seiten mit kleinen warzenförmigen runden 
Mündungen bedeckt; die der äussern sind grösser, ragen stär- 
ker hervor und stehen mehr vereinzelt; die der Innern sind 
viel gedrängter, um die Hälfte kleiner, wenig vorstehend und 
sehr kleinen geplatzten Frieselbliischen ähnlich. Manchmal 
stehen sie auf beiden Flächen in ziemlich regelmässigen 
konzentrischen oder in netzförmig verschlungenen Reihen ; ge- 
wöhnlich aber ohne Ordnung. Oft sind die erhabenen Ränder 
der Mündungen ganz abgerieben oder es stehen 2 — 3 Mün- 
dungen auf einer Warze. Die Substanz des Schwammes be- 
steht aus einem sehr dichten Gewebe feiner Fasern. 

Häufig mit der vorigen Art. 

5. M. teiiue Roemer. — T. XX, F. 2. 

Roemer, 1. c. p. 3, T. I, F. 7. 

Dem vorigen in der Form ganz ähnlich, bis 3" hoch, 
aber noch dünnwandiger, mit gerundetem freiem Rande, zu- 
weilen ebenfalls schwach konzentrisch gerunzelt. Beide Seiten 
mit zahlreichen äusserst kleinen Mündungen bedeckt. Beson- 
ders gedrängt und klein, dem freien Auge eben sichtbar, feinen 
Nadelstichen ähnlich sind die der äussern, öfter etwas konve- 
xen Fläche. 

Ziemlich häufig mit den vorigen. 

6. M. peziza Goldfuss. 

Faujas St. Fond., mont. St. Pierre, T. XXXV, F. 7, 8. 
Manon peziza Goldfüss, 1. c. p. 3, T. 1 , F. 7 ; 

T. V, F. 1; T. XXIX, F. 8. — Bronn, Lethäa 

T. XXIX, F. 2. 
Spongia peziza Michelin, iconog. zoophyt. p. 143, 

T. XXXVI, F. 5. 

Napf-, becher- oder ohrförmig, an der inncrn Fläche ein 
dichtes Gewebe starker Fasern mit feinen Öffnungen darbietend; 
an der äusseren mit zerstreuten grösseren runden Mündungen, 
die bald unordentlich , bald in ziemlich regelmässigen Reihen 
stehen. 



Selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und im unter- 
sten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

7. M. sparsum Reuss. — T. XVIII, F. 12—20. 
Reuss, geogn. Skizz. II, p. 170. 

0,33 — 1,5" lang, sehr selten eine Grösse von 2—2,5" 
erreichend, walzen- oder keulenförmig, selten konisch oder 
kugelig, oft seitlich zusammengedrückt und mit unregelmässigen 
Eindrücken und grösseren oder kleineren Höckern oder auch 
kreisförmigen Wülsten versehen, so dass hie und da schwache 
Kanten vortreten. Das obere Ende zugerundet, die Basis, mit 
der der Schwamm aufsass, zusammengezogen, sehr selten breiter 
als der Körper. Auf der Oberfläche sind grosse, pusteiförmig 
vorragende, runde oder verzogene Mündungen zerstreut, bald 
sehr vereinzelt, bald wieder ziemlich gedrängt. Mitunter ver- 
längern sich einzelne Warzen zu' kurzen Röhrchen oder es 
fliessen mehrere Pusteln zu einem grössern unregelmässigen 
Höcker zusammen. Die Substanz der Oberfläche des Schwam- 
mes besteht aus einem sehr dichten Gewebe anastomosirender 
Fasern. Wenn diese dünne kompakte Schichte zerstört ist, 
kömmt, wie bei Äl. Phillipsii, ein lockeres grobes Fasergewebe 
zum Vorschein. — In seltenen Fällen sind zwei Individuen 
dieses Schwammes mit einander verwachsen. 

Sehr häufig im untersten Plänerkalk der Schillinge bei 
Bilin. 

8. M. turbi natura Roemer. — T. XIX, F. 1 — 6. 
Roemer, 1. c. p. 3, T. I, F. 5. 

? Spongia osculifera Phillips Yorksh. T. I, F. 3. 

0,75 — 4" lang, gewöhnlich verkehrt kegel- oder kreisei- 
förmig, selten kuchen- oder schwammförmig oder unregelmässig 
knollig. Die Basis meistens sehr verschmälert. Die obere, in 
der Mitte gewöhnlich seicht vertiefte, doch auch zuweilen ge- 
wölbte Fläche , die durch eine gerundete Kante in die Seiten- 
fläche übergeht, zeigt 10 — 25 grosse, runde, von wenig erha- 
benen Rändern eingefasste Kanalmündungen , welche oft in 
mehr oder weniger deutlichen Kreislinien stehen. Die Mündun- 
gen der Seitenfläche bilden dagegen kleinere, stärker vorragende 
Warzen, welche selten vereinzelt, meistens dichter gedrängt 
sind und zuweilen die ganze Oberfläche bedecken. Stets sind 
sie in grösserer Anzahl vorhanden, als bei M. sparsum. Sie 
haben überdiess noch das Eigenthümliche , dass sie fast stets 
in getrennte, drei-, fünf- oder mehrzählige Gruppen versammelt 
oder auch kettenförmig zu kürzeren oder längeren Reihen zu- 
sammengehängt sind. Das Gewebe des Schwammes verhält 
sich , wie bei der vorigen Spezies. Auch hier sind mitunter 
zwei Individuen verwachsen. 

Häufig und an demselben Fundorte mit der vorigen Spezies. 

1 Trag OS Goldfüss. 

1. T. globulaiis Reuss. — T. XX, F. 5. 

? Millepora globularis Phillips, Yorksh. 'f. I, 
F. 12. — Woodward, Norfolk T. IV. F. 11. — 



79 



V. Buch, die Muscheln des Granatensandes von Trzi- 
blitz in Kärsten's Archiv, Bd. XI. 
Ceriopora pisum Reuss, geogn. Skizz. 11, p. 140. 

1^5 — 5"' im Durchmesser haltend, vollkommen kugelig 
wie Schrotkörner, gewöhnlich ohne allen Anheftungspunkt. Be- 
steht aus einem Gewebe kurzer, krauser, an den Durchschnitts- 
punkten schwach knotiger Fasern, welche rundliche oder eckige 
Poren zwischen sich lassen. Die gewölbten Zwischenräume 
derselben zeigen bei starker Vergrösserung wieder sehr feine 
Poren. 

Nicht selten im obcrn Plänerkalk von Kutschlin und vom 
Sauerbrunnberg bei Bilin und von Trziblitz, im untern Pläner- 
kalk der Schillinge bei Bilin; sehr häufig im Pyropensande 
von Trziblitz. 

2. T. enorme Reuss. 

Erreicht zuweilen die Grösse eines kleinen Kindskopfes 
und misst gewöhnlich 4 — 5" in die Höhe. Birnförmig, ver- 
schmälert sich nach unten schnell und geht in einen kurzen 
dicken Stiel über. Scheitel flach oder etwas eingedrückt, 
seltner gewölbt. Hie und da ist die Struktur wahrnehmbar, ein 
dem freien Auge sichtbares Netzwerk grober knotiger Fasern 
mit eingestreuten grösseren rundlichen Mündungen. 

Ziemlich häufig im obern Plänerkalk von Kutschlin. 

Achilleum Schweiggeb. 

1. A. glomeratum Goldfuss. — T. XX, F. 9. 
GoLDFüss, 1. c. I, p. 1, T. I, F. I. — Bronn, Lethäa 

p. 584, T. XXIX, F. 3. 
A. deforme Roemer, 1. c. p. 2. 

0,5 — 1" grosse, halbkugelige oder unregelmässig knollige, 
mit breiter ungleicher Basis aufgewachsene Massen, die aus 
eng verwickelten groben Fasern bestehen, welche kleine, ganz 
unregelmässige , vielfach mit einander kommunizirende , dem 
freien Auge sichtbare Poren zwischen sich lassen. Sie finden 
sich auf verschiedenen Körpern aufgewachsen, nicht aber ein- 
gewachsen ; ich kann daher der Meinung Qüenstedt's nicht 
beistimmen, der sie für zusammengehäufte Steinkerne in Poly- 
penstöcken eingewachsen gewesener Thierkörperchen hält. 

Nicht häufig im untern Plänerkalk der Schillinge und in 
den Hornstein-artigen Konglomeratschichten am südlichen Ab- 
hänge des Hradisst bei Bilin. 

2. A. riigosum Reuss. — T. XX, F. 4. 

Reüss, geogn. Skizz. II, p. 169, 170. 

Bis 4" lang, ohrförraig; die innere Seite ganz flach oder 
wenig konkav ; die äussere der Quere nach schwach konvex ; 
mit ziemlich breiter Basis aufsitzend. Die etwas verdünnten 
Ränder laufen bogenförmig im abgerundeten obern Ende zu- 
sammen. Auf der äussern Fläche sieht man viele unregelmäs- 
sige kurze und schmale Runzeln, welche alle schräg nach oben 
konvcrairen. Die Subst;inz stellt ein aus dicken verworrenen 



Fasern bestehendes schwammiges Gewebe mit kleinen unglei- 
chen Poren dar. 

Häufig im obern Plänerkalk von Kutschlin und vom Sauer- 
brunnberg bei Bilin. 

3. A. form OS um Reuss. — T. XLIII, F. 7. 

1 — 1,5" hoch, verkehrt-kegelförmig, oben abgestutzt, un- 
ten stumpf zugespitzt und eine kleine unebene .4.nheftungsfläche 
darbietend. Die Oberfläche mit unregelmässigen, mit einander 
verschlungenen, mitunter kreisförmigen, öfter aber lappigen 
und buchtigen Wülsten bedeckt, welche durch ziemlich tiefe, 
ebenso unregelmässige Vertiefungen gesondert sind. Grossen- 
theils sind diese aber an den vorliegenden Exemplaren durch 
Steinmasse ausgefüllt. Die Substanz des Schwammes besteht 
aus einem Gewebe kurzer, aber dünner Fasern, die sich stern- 
förmig vielfach durchkreuzen und an den Durchkreuzungspunk- 
ten zu grossen , selbst dem freien Auge sichtbaren, niederge- 
drückt kugeligen Knötchen anschwellen. 

Selten im untersten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

4. ? A. Morchella Goldfuss. 

Goldfuss, 1. c. 1, p. 2, T. XXIX, F. 6. 

Hieher dürften einige Schwammforraen gehören , obwohl 
sie in manchen Merkmalen von dem GoLDFUSS'schen Typus 
abweichen. Sie sind 1 — 4" hoch, kugelig, eiförmig oder un- 
regelmässig knollig, mit zahlreichen breiten, bald seichteren, 
bald tiefern Eindrücken an der Oberfläche , die von hohen, 
dachförmig abschüssigen Rändern eingefasst werden. Diese 
verfliessen vielfach in einander und bilden dadurch unregel- 
mässige , den Hirnwindungen ähnliche Wülste. Zuweilen wird 
der Schwammkörper auch von grösseren, tief eindringenden 
Löchern durchbohrt, oder die Ränder treten stellenweise stär- 
ker hervor und bilden kurze runde , am Ende schüsselförniig 
vertiefte , ästige Vorsprünge. Diese fremdartig aussehenden 
Formen, die aber durch unmittelbare Übergänge mit den an- 
dern zusammenhängen, wurden in den geognost. Skizzen IJ, 
p. 174 unter dem Namen Tragos truncatum beschrieben. 

Die Substanz des Schwammes besteht aus dichtem Ge- 
webe grober Fasern mit dem freien Auge erkennbaren rund- 
lichen oder unregelmässigen Poren. 

Häufig im obern Plänerkalk von Kutschlin und im unter- 
sten Plänerkalk der Schillinge bei Bilin. 

Spongia Schweigger. 

1. S. ramosa Mantbll. — T. XX, F. 7, 8. 
Mantell, G. S. p. 162, 163, T. XV, F. 11. 

Gewöhnlich finden sich nur Fragmente, welche selten die 
Länge von 3—4" erreichen und 0,5—1,5" dick sind. Sie 
sind walzenförmig oder seitlich zusammengedrückt, mit spar- 
samen, unter spitzem Winkel entspringenden Ästen. Sie be- 
stehen aus lockerm Gewebe dicker, dem freien Auge sichtbarer, 
verworrener Fasern. — Von Michelin wird die Sp. ramosa 
Mant. für identisch mit seiner Jerea arborescens gehalten. 



80 



Mantrll erwähnt aber nirgeiids etwas von den Kanalmündun- 
gen an den Astenden. Auch dürfte die Struktur verschieden 
sein , auf welche überhaupt von Michelin bei den Amorpho- 
zoen viel zu wenig Gewicht gelegt wird. 

Nicht selten im obern Plänerkalk von Kutschlin und vom 
Sauerbrunnberg bei Silin ; selten im untern Planerkalk der 
Schillinge bei Bilin und im Pyropen-führenden Konglomerat 
von Meronitz. Scheint übrigens häufiger zu sein ; ist jedoch 
oft bis zur Unkenntlichkeit verändert, besonders durch Imprä- 
gnation mit Schwefelkies und Brauneisenstein. 



2. Sp. cariosa Rkuss. — T. XX, F. 10 — 13. 

0,5 — 1" grosse, >valzenförmige oder unregelmässig knol- 
lige Massen, die aus einem dichten Gewebe weicher Fasern 
bestehen, das bald von unregelmässigen ungleichen Löchern 
durchbohrt ist, wie wurmstichig; bald aber feine, in seichten 
Furchen zusammengedrängte Löcher zeigt. Die Substanz des 
Schwammes ist weich, zerreiblich. 

Selten wohlerhalten im untern Plänerkalk der Schillinge 
bei Bilin. 



II« Pflanzen« 



Beschrieben uud abgebildet 



AUGUST JOSEPH CORDA, 

Custo« am böbni. Nationalmuseum zu Prag, MItgliede der k, böhm. Gesellschaft der Wissenscliaftcn und des Vereins zur Krmunterung des GewerbageUtes in Böhmen, 

der Societc royale des sciences de Liege, der R. botanical society of Edinburgh , der k. botanischen Gesellschaft zu Regensburg, der schlesischen Gesellschal't für 

Talerläudische Kultur, der naturforscheiiden Gesellschaft zu Danzig, der nalurforschendcn Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg, der k. U. L,-Uldwirthschafts- 

Gescllschaft der Steiermark, der k. k. Gartenbau-Gesellschaft zu Gratz, des Apothekcrvercins in Norddeutschland, etc. etc. 



Mein geliebter Freund, Herr Dr. Aug. Reuss, übergab 
mir die Bearbeitung der Pflaiizenreste, welche derselbe in den 
Kreidegebilden unseres Vaterlandes aufgefunden hatte. Für dieses 
Zutrauen danke ich ihm hier öffentlicii und bitte den Leser, mit den 
geringen von mir aufgefundenen Endresultaten, welche die Reste 
dieser an Pflanzen armen Formation orgeben haben, gütigst zu- 
frieden zu sein ; denn es ist der erste Versuch , gewisse Reste 
dieser Formation zu deuten. Nur mein verehrter Freund, 
Herr Professor Dr. Göppert, hat in seiner berühmten Abhand- 
lung: „Über die fossile Flora des Quadersandsteins von Schle- 
sien und der Umgegend von Aachen. Breslau, 1841" auf 
eine Reihe merkwürdiger Pflanzenreste eines Gliedes dieser 
Formation aufmerksam gemacht, und ich bin hier so frei, 
gleichzeitig zu bemerken, dass die schlesischen und böhmischen 
Quadersandstcinc sich durch ihre Pflanzenreste völlig unter- 
scheiden und dass in dem böhmischen Quadersandsteine noch 
keine einzige mit den im schlesischen Quader enthaltenen 
Pflanzenresten identische Form gefunden worden sei. In Böh- 
men fehlen die ,\lgacitcn, die Protopteriden, so wie auch alle 
von Professor Göppert beschriebene Palmen und Coniferen 
gänzlich und daher verzeihe man uns, wenn wir hier von 
dieser so schönen Arbeit unseres sehr verehrten Freundes fast 
gar keine Anwendung machen werden. 

Ausser der GÖPPERx'schen Arbeit hat aber unseres Wis- 
sens nur noch unser hochverehrter Freund, Herr Dr. H. B. 
Geinitz, im dritten Hefte seiner „Charakteristik der Schichten 
ujid Petrefakten des sächsisch böhmischen Kreidegebirges. Dres- 
den, 1842" noch einige wenige Pflanzenreste beschrieben, und 
auch hier sei uns erlaubt zu bemerken, dass ausser einigen 
Koniferen alle von unserm Freunde beschriebenen Farne , Al- 
gen und Pilze (?) in Böhmen fehlen oder noch nicht aufge- 
funden sind. 

RtEss, Versteinerungen, II. Abth. 



Noch sei ein freies Wort über unsere Arbeit hier ge- 
stattet. Wir sind nie darauf ausgegangen, in der Flora der 
Vorwelt unerhörte Wunder einer noch ungeahnten und un- 
erwarteten Welt zu entdecken. Im Gegentheile haben wir uns 
schon für alle Fälle ein genau gekanntes Ziel abgesteckt, wel- 
ches wir einfach mit folgenden Worten bezeichnen zu dürfen 
glauben : Nur eine organographische, auf die genaueste Kunde 
des Baues der Pflanzen der Jctzwelt gestützte Deutung der 
vorweltlichen Pflanzenreste könne der Wissenschaft und ihren 
wahren Pflegern genügen, und daher wird es uns gewiss Nie- 
mand verargen, wenn wir die rein ideale Form früherer Deu- 
tungsmelhoden verbessi^rt haben und uns auf dem allerdings 
sehr beschwerlichen Wege organographischer Deutung etwas 
prosaisch behelfen. 

Allerdings sind die baumartigen ungekannten Formen vor- 
weltlicher Lycopodiaceen , Farne und Schachtelhalme zu ganz 
gewöhnlichen Pflanzenformen unserer Jeztw:lt zusammenge- 
schrumpft ; allerdings ist es uns jetzt nicht mehr gestattet, 
ideelle Landschaften der abenteuerlichsten Form dem geehr- 
ten Leser vorzumalen und aus den bisher nur krautartig ge- 
kannten Bärlappen eine Gigantenform zu schaffen ; aber für 
diese verlorne ideale Welt werden wir uns hinreichend ent- 
schädigt sehen, wenn wir durch die prosaischen Deutungen 
der Neuzeit uns befähigt erachten dürfen , die ersten Rudi- 
mente einer physischen Geographie unseres Erdballs für die 
längstentschwundenen Zeiten, die wir „Vorwelt" nennen, auf- 
tauchen sehen. Schon in den Beiträgen zur Flora der Vor- 
welt versuchte ich die Temperatur der Kohlenepoche zu be- 
stimmen, und hier sei es mir später erlaubt, denselben Versuch 
für die Periode der Kreidebildung zu machen. Dieser Versuch 
wird allerdings noch dürftiger ausfallen, als für die Steinkoh- 
lenperiode, denn hier steht mir nicht jene grosse Zahl von 
11 



82 



Pflanzenarten mit so umschriebenen Temperaturzonen und so 
trefflicher Konservirung zu Gebote, wie bei denselben Bestim- 
mungen für die Steinkohlenepoche ; und hier werden auch 
keine Zahlenverhältnisse, wie dort, die Untersuchung begründen 
können, um so mehr, als ich nur die von mir selbst unter- 
suchten Pflanzenreste und einige wenige aus der trefflichen 
Arbeit meines Freundes, Dr. Professor Göppert , für diese 
Zwecke benutzen kann und darf. 

Nur zwei Palmen , zwei Cykadeen und neun in der ge- 
mässigten oder tropischen Zone vorkommende Koniferen nebst 
einem Baumfarne (Protopteris Singeri Presl) 'geben uns An- 
haltspunkte für unsere Untersuchung; denn ferne sei uns der 
Versuch, die in der Kreide vorkommenden Pliylliten deuten 
oder gar bestimmen zu wollen. Zugleich sei erlaubt zu be- 
merken, dass die Glieder der böhmischen Kreideformation noch 
keine Art der „Credneria" genannten Phylliten geliefert haben 
und dass die als „Stämme von Dikotyledonen aus unbestimm- 
ten Familien" von Dr. Geinitz bezeichneten Äste nach un- 
serer persönlichen Untersuchung der Exemplare wohl nur Wur- 
zeln von Koniferen sind. Sedites Rabenhorsti und Araucarites 
Reichenbachi Geinitz ist aber eine Cryptomeria, die ich Cr. 
primaeva nenne und die mithin ebenfalls zu den Koniferen 
gehört. Lycopodites insignis Reich ist aber bestimmt ein Koni- 
ferenrest und wahrscheinlich dürfte sie zu Pinus exogyra gehören. 

Es sei nun erlaubt, die vorzüglichst erhaltenen und uns 
bekannt gewordenen Reste aus der Kreide in Gänze zu be- 
trachten und die tropischen und subtropischen Formen näher 
zu bezeichnen, ehe ich zur speziellen Beschreibung der böh- 
mischen Arten übergehe. 

Es finden sich nach Professor Dr. Göppert, Reich, Ross- 
MÄSSLER, Brongniart Und Geinitz in der Kreide 

Farne 7 Arten, 

Baumartige Farne 1 » 

Cycadeen nach Göppert 1 | „ 

von mir 2 j 

Palmen nach Göppert 1 1 

von mir 1 j ' ' * 

Pinus nach mir 3 1 

nach Göppert und Unger 2 j 

Dammarae nach Göppert 1 1 

nach Presl I \ . . . 3 „ 
nach LiNDLEY 1 j 

Cryptomeria 1 « 

Cunninghamiae 3 „ 

Araucariae 2 „ 

Dikotyle Phylliten? nach Göppert 4| 

nach Geinitz 3 ) 18 „ 
von mir 11 \ 

Fruchtreste dikotyler Pflanzen ... 2 „ 

mithin Pflanzenarten überhaupt 47 Arten, 
und eine so geringe Pflanzenanzahl einer Formation erlaubte, 
nur auf eine sehr arme Flora zurückzuschliessen (wir sehen, 
dass die gesamten in der Kreide gefundenen Pflanzen nach 
Professor Unger nur 71 Arten betragen), wenn uns hier nicht 



ein anderer Schluss durch die zahlreichen fossilen Reste meer- 
bewohnender Thiere gegeben wäre. Man muss die Kreide 
und ihre Glieder als ein Produkt submariner Entstehung be- 
trachten und die in ihr enthaltenen Pflanzenreste bezeichnen 
uns im strengsten Sinne nur die Uferflora jenes Meeres in der 
Epoche der Kreidebildung. 

Da wir aber von den 47 bisher genauer gekannten Pflan- 
zenresten einen wirklichen Baumfaren (die Protopteris Sin- 
geri Presl), nebst zwei Cycadeen, zwei wahren Palmen 
als tropische und subtropische Formen ausscheiden müssen, 
und von den 12 — 13 in der Kreide aufgefundenen Koniferen 
neun Arten als gewiss zu den Gattungen Araucaria, Cunning- 
hamia, Cryptomeria und Dammara gehörig, ebenfalls tropischen 
und subtropischen Formen zugezählt werden müssen, so finden 
wir unter den 47 Pflanzenarten der Kreideformation schon 
14 Arten, welche eine höhere Jahreswärme bedingen, wenn 
man voraussetzt, dass die Gattungen und Arten vorweltlicher 
Pflanzen denselben physischen Gesetzen unterthan waren, wel- 
chen es die verwandten Gattungen und Arten jetztweltlicher 
Pflanzen noch sind. 

Untersucht man nun aber die andern, theilweise unent- 
räthselbaren 33 Pflanzenreste, so findet man bald, dass ihr 
Habitus im Allgemeinen und ihr lederartiger Blattbau den tro- 
pischen und subtropischen Pflanzen - und tropischen dikotyle- 
donen Blattformen mehr entspricht, als den Blattformen der 
Pflanzen der gemässigten Zone ; und wenn man schon Ana- 
logieen gewaltsam finden will, so kann man mit den Laurineen, 
Proteaceen , Piperaceen und der Gattung Styrax , so wie den 
Melastomaceen verwandte Blattformen auffinden , aber keine 
unseren in der gemässigten Zone vorkommenden Blattformen 
entsprechenden, und auch sie verweisen uns also unwillkürlich 
auf eine Zone von höherer Jahrestemperatur. 

Schon in den Beiträgen zeigte ich die Verwandtschaft 
der Protopteris-Arten mit den Dicksonien, und die beiden 
baumartigen Spezies der Jeztwelt, nämlich Dicksonia culcita 
auf Madera und Dicksonia antarctica bei Hobart- Town auf 
Van Diemensland leben noch unter hohen Mitteltemperaturen, 
erstere nämlich bei 21,0 — 21,6" Cels. und letztere von Ho- 
barttown bei 11,3" C. oder der mittlem Temperatur von 
VAN Diemensland von 15,6" C. 

Fast alle Palmen der Jeztwelt gehören Zonen mit sehr 
hohen Mitteltemperaturen an , und die kältesten Punkte der 
Erde, wo noch Palmen vorkommen, sind auf der nördlichen 
Halbkugel, wenn wir den gepflanzten Palmenwald bei Genua 
und Nizza noch mit einschUessen wollen, folgende : 
Nizza mit der Mitteltemperatur von 15,6" C. 

Genua „ „ „ „ 15,7" „ 

Messina „ „ „ „ 18,3" „ 

Catania „ „ „ „ 19,7" „ 

Sizilien überhaupt „ „ „ 19,0" „ 

New-Orleans mit der „ „ 19,4" „ 

Auf der südlichen Halbkugel : 
Für das tropische Neuholland 
Fort Dundas mit der Mitteltemperalur von 27,0" ,, 
Port Jackson „ „ „ „ 18,0" „ 



83 



Aus Van Diemensland ist uns noch keine Palme bekannt 
und, wie Nizza in der nördliclien Halbkugel, so ist Port Jack- 
son in der südlichen Halbkugel der Ort mit der niedrigsten 
Temperatur, wo noch Palmen gedeihen, oder die gesamten 
Palmenarten leben in der Wärmezone von 15,6 — 29" C. mitt- 
lerer Temperatur und darüber. 

Die bisher bekannt gewordenen Cykadeen leben in der 
nördlichen Halbkugel in Mexiko mit einer Mitteltemperatur von 
16,3** C. und in der südlichen Halbkugel lebt Zamia spiralis 
Salisb. bei Port Jackson mit einer M. Temperatur von 18,0" C. 
Die gesamten jetzt bekannten Cykadeen leben aber unter 
Temperaturzonen, welche zwischen 16 und 26,6" C. und da- 
rüber schwanken. 

Bei Betrachtung der Koniferen der Jetztwelt und zur 
Vergleichung der Reste der Vorwelt wird es vorerst nothwen- 
dig, die Gattung Pinus als Weltbürger auszuschliessen, da sie 
mit ihren zahlreichen , noch kaum organographisch gekannten 
Arten von Pol zu Pol reicht , und dafür die anderen Gattun- 
gen, welche Analoga in der Vorwelt besassen, scharf ins 
Auge zu fassen. Untersuchen wir nun diejenigen Gattun- 
gen in Bezug ihrer Analoga in der Vorwelt und in Hinsicht 
auf die mittleren Temperaturen ihrer Heimath , so finden wir, 
dass die Arten folgender Gattungen , nach Temperaturzonen 
geordnet, ungefähr die beigefügten Mitteltcniperaturen be- 
sitzen : 

Taxodium u. e. M.-Temp. von 11,1 — 11,7 — 17,3" G. 
Podocarpus „ „ „ „ 15,3 — 16,7 — 17,3—18,0 

— 26,7" C. 
Araucaria „ „ „ „ 15,3—16,0 — 23,1. 

Dacvydiuni „ „ „ „ 16,7. 

Cunninghamia „ „ „ „ 16,5. 

Phyllocladus „ „ „ „ 16,7—18,0. 

Dammara „ „ „ „ 16,7 — 26,7. 

Salisb urya „ „ „ „ 17,3. 

Cryptomeria „ „ „ „ 17,3. 

Athrotaxis „ „ „ „ 17,3. 

Callitris „ „ „ „ 18,0. 

Pachylepis „ „ „ „ 19,0. 

Oder die Arten dieser Konifcrengatlungen wachsen sämt- 
lich unter Temperaturzonen, welche zwischen 11" und 26" C. 
mittlerer Temperatur schwanken. 

Da aber nach unseren früheren Untersuchungen bereits 
erwiesen ist, dass die Pflanzen der Vorwelt nach denselben 
organographischen und elementaren Gesetzen gebaut sind, so 
wird man bei völlig analogen Gattungen und Arten auch nicht 
umhin können, sie als denselben noch jetzt herrschenden phy- 
sikalischen Gesetzen imterthänig zu betrachten, und da wir 
gesehen haben, dass die Temperaturmittel, unter welchen in 
der Jeztwelt die den Pflanzenresten der Kreide analogen Pflan- 
zeijfamilien , Gattungen und Arten leben, auch zur Zeit der 
Kreideepoche gleich und analog gewesen sein müssen. Da 
wir oben schon nachgewiesen haben, dass die vier Familien, 
von welchen vollkommen enträthselbare Reste in der Kreide 
vorkommen, höhere Temperaturmittel bedingen und zwar die 
Dicksonien von 11,3 bis 21,6" C. 



Palmen von 15,6 bis 30" „ 
Cycadeen „ 16,0 „ 30" 
Coniferen „ 11,1 „ 26,7" „ 
oder letztere Familie speziell nach den vorkommenden Re- 
präsentanten 

Araucarien von 15,3 bis 23,1" C. 

Cunninghamiae „ 16,5" G. 

Dammarae „ 16,7 bis 26,7" C. 

Cryptomeriae „ 17,3" C. 
so werden wir auch folgern müssen, dass die Temperatur- 
mittel , unter welchen zur Zeit der Kreideepoche die in den 
Schichten der letztern enthaltenen Pflanzen gelebt haben, zwi- 
schen 11 und 30" C. geschwankt haben, und wenn es erlaubt 
ist, aus solchen Mitteln ein Mittel zu folgern, die mittlere 
Temperatur jener Epoche in Gänze zwischen 17,8 und 28,0" C. 
geschwankt haben muss, welciies Resultat die Mittel aus den 
mittleren Temperaturen der Familien, welche sich in der Kreide 
repräsenlirt finden, und der Koniferen insbesondere bestättigen, 
indem crstere die Mitteltemperatur von 20,2" G., letztere aber 
von 19,2" C. geben. 

Nach solchen, wenn auch oberflächlichen und oft hetero- 
gen erscheinenden Resultaten dürfte es vielleicht erlaubt sein, 
für die Periode der Kreidebildung ebenfalls eine subtro- 
pische und tropische Temperatur als nachgewiesen zu 
betrachten und sowohl aus den einzelnen Pflanzen, wie auch 
aus der Temperatur, in der sie lebten, als auch aus den mit 
diesen Pflanzenresten gleichzeitig vorkommenden Seethieren 
sind wir genöthigt, die Flora der Kreideepoche als 
eine Strandflora zu betrachten, welche unsere jetzt- 
weltliche Vegetation ebenfalls in der Australasischen Inselwelt 
oder überhaupt innerhalb des Beckens des stillen Ozeans zwi- 
schen dem 40" nördlicher und dem 45" südlicher Breite 
besitzt. 

Wir wollen nun unmittelbar zur Beschreibung und Ver- 
gleichung der in der bölmiischen Kreide vorkommenden Reste^ 
übergehen und fügen nur die Bem.erkung bei , dass bis jetzt 
in Böhmen noch gar keine baumartige Farnreste aus dieser 
Formation bekannt geworden sind. Auch werden wir nur die 
Reste der Cycadeen , Coniferen und Palmen einer genauem 
Untersuchung würdigen, und wir ersuchen noch einmal die 
verehrten Leser, zu verzeihen, dass wir afle in der böhmischen 
Kreide aufgefundenen und uns bekannt gewordenen Phylliten 
bloss abbilden, ohne sie wie üblich zu taufen oder gar zu 
beschreiben und zu deuten; denn wir erklären frei und offen, 
dass alle solche schon oft versuchte Deutungen nur unzuläng- 
lich und irreleitend waren und es noch so lange bleiben müs- 
sen, als kein konstantes Gesetz für die Blattnervenvertheilung 
bei mono- und dikotylen Pflanzenarten aufgefunden worden 
ist ; denn man kömmt ohne solche positive Kunde sehr leicht 
in Gefahr, eine Proteacee für eine Salix, einen Styrai für eine 
Platane oder einen Ahorn oder Liriodcndron, ja selbst für 
einen Quercus u. s. w. zu halten und solche Deutungen, sei 
uns hier erlaubt, als unnütze und mitunter schädliche Spie- 
lereien bezeichnen zu dürfen. 



11 



84 



Cycadeae L. Cl. Richard. 

0. Persoon, Syn. plant. 2, p. f)30. — Richard, mem. 
sur les Coniferes et les Cycadees p. 171. — Rob. 
Brown, prodr. flor. Nov. Holl. p. 346. — Isis 1819, 
6, p. 884, — Rob. Brown, app. to Capt. King's 
voyage p. 549. — Brongn. in ann. d. sc. nat. 
XVI, 589. — Hugo Mohl in den Denkscliriften der 
Münchn. Akad. 1832, X, p. 399—442. — MiauEL, 
monograph. Cycad. 1842, p. 1. — Corda, Beiträge 
p. 37, ubi charact. nat. exp. 

Wir wollen, um Raum zu sparen , den natürlichen Cha- 
rakter dieser so eigenthümlichen PQanzenfamilie nicht wieder- 
holen, sondern verweisen auf unsere vollkommene Bearbeitung 
desselben in den Beiträgen zur Flora der Vorwelt 1845, p. 37, 
bemerken aber dabei, dass unseres Wissens die Früchte dieser 
Familie fast noch unbekannt als fossile Reste der Vorwelt sind; 
denn gegen die bei Lindley und Hutton (fossil Flora of 
great Britain Nr. XIII, Taf. CXXV) abgebildete Zamia macro- 
cephala erheben sich bei uns grosse Bedenken, ob es wirklich 
eine Cycadec sei. Eine Zamiaart kann es vermöge ihres Baues 
durchaus nicht sein. Die Schuppen stehen in anderer Ord- 
nung, nämlich nach der dortigen Angabe "/jg, in Wirklichkeit 
aber gleich bei den Zamiaarten, wo sie % stehen ; und die 
Eichen stehen auf der obern Seite der Schuppen und sind, 
wenn der auf p. 118 jenes Heftes abgebildete Durchschnitt 
nicht erfunden Ist, hängend. Nun besitzen ausser der Gattung 
Dioon alle von uns gekannten Cycadeengattungen aber keine 
Schuppen, deren Oberfläche die Eichen trägt. Die Gattung 
Dioon aber zeigt eine andere Schuppenstellung; die Schuppen 
selbst sind oben zugespitzt, während sie bei der fossilen Zamia 
macrocephala L. et H. abgestumpft und schief sechsseitig sind. 
Die Eichen stehen bei Dioon aufrecht und sind daher den 
Eichen der fossilen Zamia völlig entgegengestellt. Wenn Zamia 
macrocephala die Eichen paarweise in einer Ebene stehen hat, 
und auch nur mit einem Eichen aber dürfte es sicher eine 
Konifere sein und eine schöne Gattung, neben Dammara ste- 
hend, bilden, wenn es nicht, wie wir später finden dürften, 
eine Dammaraart selbst ist. Zu Zamia aber gehört sie keines 
Falls und unser verehrter Freund, Herr Professor Dr. End- 
licher hatte daher recht, sie als eigene Gattung unter den 
Cycadeen mit dem Namen Zamiostrobus (gen. plant, p. 72) 
zu bezeichnen. 

Wir selbst haben sonst noch keine fossile Frucht einer 
wirklichen Cycadee gesehen, und um so interessanter wird der 
hier Später zu beschreibende Fruchtzapfen einer Cycadee aus 
dem Pläner- und Grünsande sein. 

Wenn wir den Fruchlbau einer lebenden Zamiaart, als 
der fossilen von uns zu beschreibenden Gattung zunächst ver- 
wandten Form, genau betrachten und zu diesem Zwecke Za- 
mia integrifolia (T. XLVI, F. 11 — 15) wählen, so finden wir, 
dass die fruchttragenden weiblichen Amenta zapfenähnlich 
gebaut sind und gewöhnlich auch schlechthin Zapfen genannt 
werden. 

Dieser Zapfen besitzt einen starken runden Stiel (F. 11, 
12 a), der sich nach oben in die Rhachis verlängert und un- 



mittelbar die Schuppen trägt. Diese Schuppen (F. 11, 12 b; 
F. 13, 14) sind bei den Zamiaarten schildförmig und gestielt 
und ihr Stiel (F. 14, 15, f. f.) ist gewöhnlich mittelständig 
und bildet gleichsam durch seine Verdickung nach oben den 
Schild und an der Unterfläche dieses Schildes stehen in einer 
seichten Vertiefung (F. 14, h) die Eichen (F. 12 d; F. 13 d) 
und Samen oder Nüsse (F. 14 g, g), welche stets orthotrop 
und invers sind. Die Schuppen selbst stehen bei Zamia spi- 
ralig (F. 14 b) und zwar ist ihre Stellung y, ; selten nur 
findet man durch Abortus einzelner Schuppen Übergänge in 
andere Steflungsverhältnisse. 

Die Schuppen selbst sind sechsseitig und nach oben mehr 
oder minder verdickt und gewölbt; ihre Oberfläche ist sammt- 
artig oder behaart. Die Rhachis des Zapfens sowohl, als auch 
die Stiele der Schuppen sind frisch fleischig; im Alter ver- 
trocknen sie entweder korkartig oder, was noch öfter der Fall, 
sie verfaulen. Die Schuppen an der Spitze des Zapfens sind 
meistens abortiv (F. 12 c) und höchst unvollkommen ent- 
wickelt. 

Die beiden an der untern Fläche der Schuppen stehen- 
den Nüsse sind glatt, nackt und oben mit einem grossen Hylus 
und 1 — 3 Öffnungen versehen. Nur bei Macrozamia Preissii 
(T. XLVI, F. 18) ist die Oberfläche der orangerothen Nuss 
mit einem grossmasehigen Netze sehr flacher Furchen bedeckt, 
welches Netz ich bisher auf den Nüssen der wirklichen Za- 
miaarten noch nicht gefunden habe, und welches sich auch 
auf den Nüssen der verwandten Koniferen nicht findet. 

Die männlichen Zapfen der Zamiaarten sind ganz ana- 
log den weiblichen gebaut und wir haben des Vergleiches 
willen hier einen männlichen Blüthenzapfen von Zamia fari- 
nosa (T. XLVI, F. 16, 17) abgebildet. Hier ist der Stiel 
(a) dünner und verlängert sich ebenfalls unmittelbar in die 
Rhachis (F. 17 a), welche die Schuppen (b, b) trägt. Diese 
Schuppen sind ebenfalls gestielt und nach oben schildförmig 
erweitert und die Schilde derselben stehen spiralig in der 
Stellung '/o , sind ebenfalls sechsseitig und nach aussen ge- 
wölbt oder polyedrisch verdickt und sammtartig oder fein filzig. 
Aber ihr Stiel ist nicht mehr rund und wirklich zentral , son- 
dern er ist an der untern Fläche etwas flach gedrückt und 
die Schuppen selbst tragen hier nicht die Antheren (F. 16 i), 
sondern diese letzteren sind an der verflachten Unterfläche 
des Stieles befestigt und gehen nur selten auf die diese Fläche 
umgrenzenden Schuppenflächen über. 

Betrachten wir nun unsere fossilen Reste (T.XLVI, F. 1 — 10), 
so finden wir, dass es längliche Zapfen (F. 1) waren, im Um- 
risse dem Zapfen der Zamien (F. 11, 16) nicht unähnlich; nur 
waren sie schlanker und oben minder zugespitzt. Der Stiel 
(F. 1 a, b) war stark und aussen mit einem undeutlich erhalte- 
nen wolligen (?) Überzuge bekleidet. Die Schuppen waren 
kurz gestielt (F. 6 e) und die Schilde derselben sechsseitig 
(F. 2, 3, 4) und spiralig gestellt. Ihre Position war eben- 
falls '/j und sie hatten auf ihrer flach gewölbten undeutlich 
polyedrischen Aussenfläche (F. 5) 2 — 3 erhöhte Warzen (g). 
Ihre Substanz scheint dünn gewesen zu sein, wie aus F. 6, 



85 



7, c, c hervorgeht und nn gut erhaltenen Exemplaren sieht 
man, dass sie ebenfalls filzig bekleidet waren (fig. 1 e). 

Vergleicht man nun den Längsschnitt des fossilen Zapfens 
(F. 1) mit dem Längsschnitte der Zapfen der lebenden, hier 
abgebildeten beiden Arten (F. 12, 17), so sieht man, dass der 
Stiel (F. 1 a) des Zapfens sich ebenfalls unmittelbar in die 
Rhachis (F. 1 h) fortsetzte und hier ist dessen Substanz aus- 
gefault und mit einem Steinkern (h) ausgefüllt. Vergleicht 
man ihn nun mit dem männlichen Zapfen der Zamia farinosa, 
so sieht man, dass die länglichen Körper (f, f) nicht senkrecht 
auf den Schuppenstielen, sondern auf der Rhachis stehen und 
daher mit den Antheren (F. 17 i) der Zamia farinosa keine 
Ähnlichkeit haben, indem sie an den Schilden der Schuppen 
und nicht, -wie letzlere, an den Stielen der Schuppen befestigt 
sind. Vergleicht man aber einzelne Schuppen der fossilen 
Art (F. 6 , 7 , 8) mit einzelnen fruchttragenden Schuppen 
(F. 12 c, d; F. 13, 14) der Zamia integrifolia, so sieht man, 
dass die von den Schilden der fossilen Pflanze herabhängenden 
Körper die eigentlichen Früchte, hier Nüsse sind und dass die 
fossile Galtung sich durch 3 — 6 Nüsse an einer Schuppe von 
der nur 2 — 3 Nüsse tragenden Zamia integrifolia unterscheidet. 
Bei der fossilen Art stehen die Nüsse gedrängt, sind orthotrop 
und hängend und ihre Oberfläche ist mit einem grossmaschi- 
gen Furchennetze bedeckt. 

Dieses Furchennetz fehlt den Nüssen der Gattung Zamia, 
aber die Nüsse der Gattung Macrozamia (F. 18) zeigen es 
auf ihrer Aussenfläche deutlich. Abortive Schuppen (F. 1 '•• c), 
wie sie sich bei den lebenden Zamiaarten sowohl unter den 
fruchtbaren Schuppen , als auch an der Spitze des Zapfens 
(F. 12 c) finden , gelang uns an den nicht besonders gut er- 
haltenen fossilen Resten nicht aufzufinden. Über den Bau der 
fossilen Nüsse selbst erlaubte das Versteinerungsniaterial nichts 
zu ermitteln. Der Habitus der fossilen Reste, ihr Vorkommen, 
die zahlreichen unter jedem Schilde vorkommenden Nüsse und 
der Bau der Schilde selbst dürfte uns berechtigen, die fossilen 
Reste als eine Gattung und Art der Cycadeen zu betrachten 
und nach ihren kleinen Früchten wollen wir sie Microzamia 
nennen und zwischen ihre nächsten Verwandten , nämlich 
zwischen Zamia und Macrozamia stellen. Die Charakteristik 
der Gattung ist folgende : 

Microzamia Corda. 

Flores masculi carent. 

Flores feminei : Caipidia plurima, inonophylla, aperta, 
in sti'obilos pedunculatos collecta, rhnchii coininuni cen- 
tral! cylindricae spiraliter inserta, sing-ula basi in stipi- 
tem centralem attenuata, apice in peitas hexagonas spi- 
raliter ordinatas C/D tlüatata; pelta supra convexa, 
gibbosa, subtus utrinque ovulis vel nuculis plurimis 
(3 — 6) orthotropis, inversis foeta. Fructus e carpidiis 
subdiscretis. Nuces ovatae, oblongae, supra subattenua- 
tae vel apiculatae; superficie grosse reticulata. Hylus 
latus. 

1. M. gibba Corda. — T. XLVI, F. 1-10. 



Conus fnictifer subcylindricus, obtusus, puberulus; 
peltis hexagonis convexiusculis, inedio gibbosis. 

Syn. Conites gibbus Reuss, geognost. Skizz. II, 
p. 169. 

Fundort: Unterer Quader Böhmens und zwar Pläncrsand- 
stein von Trziblitz (F. 1, 2) und Grünsand von Laun (F. 3). 

Dr. Reuss. 
Beschreibung. 

Der Zapfen ist 70 Millimeter lang samt dem 10 M. 
langen und ungefähr 7 M. dicken Stiele. Ich sah nur einen 
ganzen, der Länge nach gespaltenen, in F. 1 abgebildeten Za- 
pfen und zahlreiche Fragmente, wie die beiden F. 2, 3 abge- 
bildeten sind. Der Stiel a ist gut erhalten und zwar rund und 
in der Mitte, so wie die Rhachis des Zapfens selbst, ausgefault 
und, so wie die Rhachis zur Hälfte, so ist er ganz durch 
einen runden Steinkern ausgefüllt , welcher wahrscheinlich die 
Stelle des in den lebenden Zamien von den Holzbündeln 
(F. 14 a) umschlossenen Markes (1. c. X) einnimmt. 

Die Schuppen sind selten gut erhalten und dann ist es 
fast stets nur ihre Aussenfläche (F. 2, 3, 4). Diese selbst ist 
sechsseitig ; die Winkel sind scharf und selten verschoben ; 
ihre Fläche selbst ist schwach gewölbt und in der Mitte mit 
2 — 3 grossen Warzen (F. 4, 5, g) versehen, welche oft ge- 
nähert stehen und sehr selten gut erlialten gefunden werden. 
Diese Oberfläche scheint, nach Querschnitten zu urtheilen, 
filzig gewesen zu sein (F. 1 c ; F. 6, 7 c c), und die Schuppe 
selbst scheint, wie bei den meisten kleineren Zamiaarten der 
Jetztwelt, sehr dünn und fast fleischlos gewesen zu sein. Die 
Stiele der Schuppen sind, wie die Rhachis des Zapfens, gröss- 
tentheils zerstört und nur mit Mühe wurde das Stielrudiment 
(F. 6 e) an einer Schuppe aufgefunden; und auch dieses löste 
sich bei dem Versuche, es isolirt darzustellen, in eine staubige 
Kohlcnmasse auf. 

Die Früchte selbst stehen zu 3—6 Stück auf der untern 
Fläche jeder Schuppe (F. 1, f; F. 6, 7, 8, f, f) in verschie- 
denen Entwicklungszuständen ; die grösseren sind durchschnitt- 
lich 5 Millimeter lang. 

Die mir vorzüglich entwickelt erscheinenden Nüsse (F. 9, 
10) sind länghch-eiförmig , dunkelschwarzbraun und glänzend 
und ihre Testa ist mit einem Netze grossmaschiger Furchen 
bedeckt, welches gleich an das Furchennetz, das die Nüsse von 
Macrozamia Preissii besitzen, erinnert, deren Frucht ich daher 
auch zum Vergleiche hier F. 18 abgebildet habe. 

Die Nüsse der Microzamia gibba gleichen in Bezug auf 
die Form am meisten den Nüssen der Zamiaarten und sie sind 
ebenfalls im Querschnitte so drei- und oft vielseitig verschoben, 
wie man dieses an den Nüssen der Zamia integrifolia (F. 14, 
g, g, F. 15) und der Macrozamia Preissii (F. 18) sieht. 
Mit den Früchten jener Cykadeengattungen , welche dieselben 
an der Oberfläche oder in den Achseln der Schuppen oder 
in deren seitlichen Einschnitten tragen, können diese fossilen 
Nüsse nicht verghchen werden, indem die Früchte der Gattun- 
gen Cycas und Dioon aufrecht stehen, während die Früchte 
der Zamien hängen und daher ist die Basis der Ersteren stets 



86 



früher verdünnt , wie man an noch unreifen Früchten eines 
Dioon (F. 19) aus Mexiko sehen kann ; und erst nahe der 
Reife (F. 20) verdickt sich dieselbe allmälig , wodurch die 
Früchte mehr walzig werden, obgleich sie ebenfalls drei- oder 
vierseitig (F. 21) abgeflacht erscheinen. 

Zamites Presl. 

„Fructus strobilifonnes, ovales, petiunculatl, squamis 
magnis inibricatis in serie spirali dispositis obtecti. Folia 
pinnatifida vel pinnata, pinnis distichis sessilibus adna- 
tisve laciniisque integenimis nervosis. Nervi plnres pa- 
rallel!, in basi pinnarum vel laciniavum juxta se positi.« 
Presl, Flora der Vorwelt II, p. 195. 

1. Z. familiarls Corda. — T. XLIX, F. 10, 11. 
Squamis spatulatis, circum rhachin crassam positis. 

Syn. Conites familiaris Sternberg, Flora der 
Vorwelt I. Tent. p. 39, T. XLVI, F. 2. 

Fundort: Im Plänersandslein von Trziblitz. 
Beschreibuno;. 

Ich fand nöthig, dieses höchst merkwürdige Fragment 
einer genauen Untersuchung und Vcrgieichung zu unterziehen, 
indem es mir höchst abweichend von allen von mir untersuch- 
ten Koniferenfrüchten erschien. Ich sah mich genöthigt, eine 
bessere Abbildung zu fertigen und fand, dass im Querbruchc 
die Rhachis des Zapfens (F. 10 a) sehr stark war und noch 
deutlich zerstreut stehende Gefässbündcl zeigt, eine Erscheinung, 
die bei den Koniferen nie vorkömmt ; denn zerschneidet man 
z. B. bei Pinus pumilio T. XLIX, F. 14, 15) die Rhachis 
des Zapfens, so findet man, dass dieselbe einen völlig geschlos- 
senen Holzzylinder zeigt, der das Mark umschliesst; mithin ge- 
hört dieses Fragment der Rhachis nach nicht zu den Koniferen. 
Die Schuppen (F. 11) aber sind den Schuppen der Koniferen 
noch weniger ähnlich, und wir wollen hier gleichzeitig mehrere 
Schuppen verschiedener Koniferen betrachten, um diese Unähn- 
lichkeit so viel als möglich zu verdeutlichen. 

Betrachtet man die Schuppen der Gattung Pinus, so fin- 
det man, dass sie alle holzig und starr sind, welche Eigenschaf- 
ten das fossile Fragment nicht zeigt. Die Schuppen aller 
Pinusarten verdünnen sich nach unten nicht so allmiilig, denn 
die Flügel der Samen liegen der obern Schuppenfläche auf 
und hinterlassen nebst den beiden basilaren Samenhöhlen auf 
allen Schuppen zwei die Form der Flügel genau bezeichnende 
Eindrücke (F. 14, 17, 19, 21, 22). Beide Arten Eindrücke 
fehlen aber an der fossilen Schuppe und daher kann es keine 
Pinusschuppe, von der obern Fläche betrachtet, sein. 

Die untere oder äussere Fläche der Pinusschuppen ist 
aber noch abweichender gebaut, denn sie ist mit einem oder 
zwei kantigen Kielen versehen und trägt an ihrer Spitze eine 
dicke, holzige, streng umschriebene gefelderte Narbe, welche 
die Aussenfläche der Schuppen an dem noch geschlossenen 
Zapfen bildet. An der Basis aber trägt jede Pinusschuppe 



entweder ihr angewachsenes oder ihr aufsitzendes Afterbläll- 
chen (Stipula; F. 15, 16, 18, 20, 23). Bei der fossilen 
Schuppe aber fehlt dieses Afterblättchen und die Spitze der 
Schuppe ist ganz different gebaut; sie kann daher auch keine 
von aussen oder unten betrachtete Schuppe eines Fruchtza- 
pfens einer Pinus sein. 

Mit den Schnppen der Cunninghamia (F. 28) und Dam- 
mara (F. 9) aber lässt sie sich gar nicht vergleichen. Der 
gleiche Fall findet mit den fälschlich so genannten Schuppen 
der Araucarien (F. 24, 25, 26, 27) statt, denn dagegen spricht 
der schlanke Bau und der ganze Habitus der fossilen Schuppe. 

Zu den Coniferen ist also dieser fossile Pflanzenrest ver- 
möge des Baues der Rhachis und der Gestalt der Schuppen 
nicht zu stellen. 

Wenn man aber die Schuppen genauer betrachtet, so er- 
sieht man bald , dass sie den männlichen Schuppen aus den 
Zapfen der Cykadcen, und zwar von oben gesehen sehr ähneln. 
Betrachtet man nämlich die Rhachis des männlichen Zapfens 
der Zamia farinosa Hort, (integrifolia Jacq.) im Querschnitte, 
so findet man, dass die Rhachis (F. 12, 13 a) ebenfalls stark 
und fleischig ist und zerstreute Gefüssbundel zeigt , wie die 
Rhachis des fossilen Fragmentes. Die Rhachis des männlichen 
Zapfens der Cycas circinalis aber zeigt diese zerstreut stehen- 
den Bündel schon nicht mehr, sondern da sind die Bündel 
zwar noch vereinzelt und von einander getrennt, aber doch 
schon kreisförmig geordnet und daher ist das fossile Fragment 
in Beziehung des Baues seiner Rhachis den männlichen Za- 
pfen der Zamiaarlen näher verwandt, als denen der Cycadeen. 

Betrachtet man nun die Schuppen (F. 10, 11) selbst, so 
findet man , dass ihre Form weit mehr den Schuppen des 
männlichen Zapfens von Zamia farinosa (F. 12, 13, 13 b) 
gleicht, als den Schuppen des männlichen Zapfens der Cycas 
circinalis (F. 13 c). 

Die Form der nach unten stielartig verlängerten Schup- 
pen, die randbildende Kappe und die Falten ähneln in beiden 
Arten sehr. Die Antheren fallen bei allen Cycadeen sehr 
leicht ab und man wird sie auch hier kaum mehr suchen. 

Ich glaube daher aus diesen Analogieen mich berechtigt 
zu schliessen , dass Conites familiaris Sterne, eine Cycadee 
und zwar männliche Schuppen einer Zamia sind. Encephalar- 
tos und Dioon kann man in Betreff ihres Schuppenbaues ganz 
übergehen , so auch Macrozamia , da diese drei Gattungen gar 
zu abweichend gebaut sind. 

Ob nun diese Zamia familiaris von der Microzamia gibba 
spezifisch verschieden sei, ist fast unmöglich kritisch zu erör- 
tern. Ich erlaube mir nur die Bemerkung, dass die männlichen 
Zapfen aller jetzt lebenden Cycadeen kleiner sind , als ihre 
weiblichen , und wenn man beide zusammenziehen wollte , so 
müsste man nur annehmen, hier habe in der Vorwelt der um- 
gekehrte Fall statt gefunden , was höchst zweifelhaft und un- 
wahrscheinlich wäre. In anderer Beziehung sind jedoch die 
Schuppen der Microzamia und der Zamia famiUaris so abwei- 
chend gebaut , dass auf eine so grosse Gestaltverschiedenheit 
zwischen den männlichen und weiblichen Schuppen einer und 
derselben Art nicht zurückgeschlossen werden darf. 



87 



Die Angabe: „in schisto calcareo tertiariae formationis 
ad Trziblitz" bei Graf Sternbehg ist nach unseren Angaben 
umzuändern. 

Palmae Linne. 

Method. sexual. 1737, p. 22. — Rob. Brown, prodr. 
flor. nov. Hol). Ed. Okenii p. 852. — Martics, 
palmarum illustrat. et Hugo Mohl, de palm. struct. 
1837, 1 — 6. — Endlicher, gen. plant, p. 244. 
— CoRDA, Beiträge zur Flora der Vorwelt, p. 39. 

Ti'uncus s'aepissime arborens, erectus, rarius decli- 
natus vel repens , pleruinque siinplicissinuis , raro parte 
Ii3'pogaea caespitoso-ramosu.s, rarissime dichotomus, teres, 
subcyliiidricus, Interdum ventricosus vel supra incrassa- 
tus, cortice teuHi ; substantia interna versus peripheriam 
duriore, interdum fere Cornea; enodis , foliorum basibus 
horizontaliter anniilatus vel eorumdem basibus persisten- 
tibus liorridus, pleruinque verticaliter erectus, iion raro 
elatus, e geinma terminali utpluriinum solitaria frondes- 
cens. Ligni fasciculi per truncum dissipati, plerumque 
discolores, sine ordine vel dispositione intertexti, e vasis 
magnis minoribusque excentricis et fascicuio lunuliformi 
e cellulis pachydermis libri compositi. Rledulla per 
truncum diffusa, parenchymatosa, rarius lacunosa. Vasa 
punctata vel scalariformia, solitaria vel aggregata, ad 
fasciculos libri excentrice, sed versus centrum trunci et 
rarissime irregulariter posita, et vagina propria, e cel- 
lulis tenuioribus composita inclusa vel nuda. 

Characteres fructificationis et liabitus vide apud 
Endlicher gen. plant, p. 244. 245. 

Für die Gesciiichte der organischen Wesen in der Kreide 
war die Auffindung eines Palmenholzes im Pläner höchst in- 
teressant und daher habe ich auch dasselbe auf die mühsamste 
Weise trotz seiner ausserordentlich schlechten Erhaltung un- 
tersucht und hier abgebildet, da das Fragment selbst auf eine 
Palme von grossem Stammdurchmesser hinweist, und einzelne 
Gefässbündel , wenn auch nur im Querschnitte ziemlich gut 
erhallen sind. Wir stellen es zur Gattung Palmacites und 
nennen es F. varians. 

Palmacites Brongn. 

Fragmenta truncorum plerumque decorticata, fasci- 
culis lignosis irregulariter, sed basi vasifera plerumque 
versus centrum disposita, vagina propria nuUa vel spuria 
cincta. Medulla parenchymatosa vel lacunosa, rarius 
vasis gummiferis vel resiniferis repleta. 

Vasa solitaria vel gregaria, niajora vel minora, sca- 
lariformia, rarius punctata. Corda, Beiträge p. 39. 

1. P. varians Corda. — T. XLVII, F. 7— 9. 

Fasciculis lignosis tenuibus subdistantibus, horizon- 
taliter sectis ovoideis vel rotundatis; vasis excentricis 
binia vel gregariis, rotundis vel angulatis, rarius miuori- 



biis mixtis vel circumdatis; cellulis libri colovatis; pa- 
renchymate spurio, cellulis oblongis minutis tenuibus. 

Fundort : Im obern Plänerkalk von Kutschlin bei Bihn. 

Dr. Reuss. 
B e .s c h r e i b u n g. 

Dieses Palmenholz ist ein Bruch von der äussern Schichte 
eines Stammes und hat ungefähr 100 Millimeter Durchmesser. 
Es ist sehr schlecht erhalten und nur hin und wieder kann 
man mit der Loupe kleine Holzpartieen oder einige zerstreute 
Holzbündel erhalten finden. Im Längsbruche (F.. 7 a) sieht 
man die einzelnen Holzbündel ausserordentlich deutlich und 
blass isabellgelb gefärbt, daher sie von dem lichtem Pläner 
sehr abstechen. Im Längsschnitte sind sie aber an geschliffe- 
nen Exemplaren völlig undeutlich und nur in gut gefertigten 
Querschnitten (F. 8) findet man einzelne gut konservirte 
Holzbündel. Diese letzteren sind nämlich auf der ganzen 
Schnittfläche sehr ungleich erhalten , so dass bei b F. 8 nur 
farbige Flecken von der Gestalt und an der Stelle der Holz- 
bündel erhalten sind , während sie in der Mitte der Schnitt- 
fläche völlig zerstört sind. Bei c F. 8 findet man nach innen 
und oben noch die in F. 9 gesellig abgebildeten gut erhalte- 
nen Holzbündel ; nach unten zu aber sind die Bastbündel der- 
selben theilweise zerstört und die unvollständig erfüllte Höhle 
von mondförmiger Gestalt (F. 9, c c), an welche sich öfters 
ein bräunlich gefärbtes, strukturloses, den zerstörten Holzbün- 
del bezeichnendes Fleckchen anschliesst, welches manchmal 
noch 1 — 2 erhaltene Gefässe enthält. Die gut erhaltenen 
Bündel (F. 9 f) sind im Querschnitte rundlich-keilförmig, und 
an einem derselben sah man noch Spuren der Bastzellen (f), 
welche braun gefärbt waren. Die Gefässe (e) waren in diesen 
Bündeln eckig, geselhg und ihre Wände gut erhalten, und der 
Hohlraum war mit anders gefärbtem lichter grauem Plänerkalk 
erfüllt. Bei andern Bündeln sah man oft nur zwei isolirte 
grosse eirunde Gefässe (F. 9 d), oder auch drei grössere und 
zwei kleinere , welche von den ersteren entfernt stehen (i;. 
In einem einzigen grössern Gefässe (h) sah ich eine Spur 
einer Scheidewand. Der Raum , welchen der Bastbündel ein- 
nahm , war sehr häufig durch organische aufgelöste Substanz 
(k) braun gefärbt, und nur zwischen den zwei gut erhaltenen 
Bündeln fand ich Spuren des Parenchymgewebes des Stam- 
mes als kleine zarte gelbhcbe Zellen (g). 

Dieses Palmenfragment ähnelt dem Palmacites microxylon 
(Beiträge T. XXI) und P. dubius (1. c. T. XXII), unterscheidet 
sich aber von beiden Arten durch den Mangel der kleinen 
gefässlosen Bastbündel, die Stellung der Gefässe, die Form des 
Bastbündels und durch die Form und Stellung der Paren- 
chymzellen. 

Coniferae Juss. 

(Coniferae Juss. gen. 411. — L. C. Richard, memoires 
sur les coniferes et les Cycadees p. 122. — A. 
B. Lambert, Esq. a description of the genus Pinus 
etc. 1832, Tom. II. — Endlicher, genera plantar, 
p. 258). 



88 



Flores dicliiies , amentacei. Perigoniiim ntilliiin. 
Ovula in sqiiamis apertis iiiula vei intra discuin perviuin 
sessilia, erecta vel invei'sa. orthotropa, rarissime ana- 
tropa. Fructus disco accresceiite subdriipaceus vel squa- 
inis iudurescentibus strobilaceus. 

Semina nuda, alata, adnexa, erecta vel pendula, 
rarius driipa carnosa vel sqiiamis, drupain osseani for- 
mantibus, inclusa, albumiiiosa. Embryo axilis, aiititro- 
pus vel rarissime ortliotropus, cotyiedonibiis 'i vel plu- 
ribus verticillatis, gemraula conica, saepins inconspicua. 

Arbores Silvas vastissimas formantes, per totinn 
orbem dissipatae, resinosae, procerrimae, aut arbusculae 
vel sufFrutices; foliis in plerisqiie persistentibns, exsti- 
pulatis, pulvinulis propiüs insidentibus, solitariis vel in 
vagina communi paieacea fasciculatis, spiraliter positis, 
alternis, oppositis aut terno-verticillatis, rigidis. Gem- 
niatio nuda aut squamata. Trunci plerumque pyrami- 
dales, extus cortice stratosa, resinifera, dein superfici- 
aliter in squanias irreguläres secedentes soluta tectis. 
Cortex ramulorura juniorum carnosa, laevis, rarius pube- 
rula, et cicatricibus pulvinnlisque foliorum suftiiltis, 
spiraliter positis ornata. Pulvinulus decurrens, planus 
vel elatus, rotundatus, rarius angulosus, medio cicatrice 
simplici, rotundata vel qnadrangulari vel lata compressa 
et fasciculo vasorum unico siniplici, vel annuliformi, vel 
fasciculis numerosis irregiilariter dispersis ornatns. 

Ligniim admoduni evoliitum , e stratis saepissime 
numerosis, concentricis, annotinis dictis, compositum, al- 
bum vel coloratum. Strata concentrica cxtus e cellulis 
lil)ri pacliytychis, holopleuris, durioribus et intensius co- 
l(>ratis composita, intus e vasis quadratis hexagonisque, 
latere poris, areoiis concavis anuulatim circumdatis, or- 
natis. Radii medulläres tenues, numerosi, minuti, ad 
peripheriam trunci currentes, et e cellulis comprcssis 
resiniferis amyliferisque compositi. Riedulla centralis 
nunquiim valde evoluta , in radicibus vix conspicua , po- 
lygona vel stellata et annulo vasorum spiralium simplici 
primario circumdata. 

Wir können nicht umhin, diese höchst wichtige Familie 
genauer als es bisher geschah, zu betrachten, da sie Bürger 
jeder Zone unserer Jetztwelt und jeder organische Reste füh- 
renden Schichte unseres Erdballs überhaupt umfasst. Sie bil- 
det sowohl in organographischer, genetischer, als auch in ana- 
tomischer Beziehung eine so eigenthümlich gebaute Pflanzen- 
klasse, dass sie, ausser oberflächlichen Analogieen mit den Cy- 
cadeen, kaum eine ihr wirklich verwandte oder analog gebaute 
Pflanzengruppe in der Jetztwelt findet. Die Petrefaktologen 
haben aber mit den fossilen Resten dieser Pflanzenklasse so viel 
Unfug getrieben,, dass wir sie daher der genauesten Unter- 
suchung in allen uns zugänglichen jetzt- und vorweltlichen 
Arten würdigten, hoffend, diese umfassende Arbeit ihrer Zeit 
vollständig und reich ausgestattet publiciren zu können. 

Die Koniferenreste der Vorwelt wurden von vielen Forschern 
mit allen fast denkbaren Familien verglichen und wir finden 



viele derselben als Algen, als Lycopodiacecn, ja sogar als Le- 
piJodendren beschrieben. Noch andere zählte man den Palmen 
und Cycadeen zu und selbst in neuerer Zeit versichert Herr 
Professor Don eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Konife- 
ren und Lepidodendren gefunden zu haben ; aber wir sind 
überzeugt, wenn Herr Professor Don nicht blos die bisher ge- 
fertigten schlechten Abbildungen der Stämme oder der Blatt- 
narben , sondern wirkliche gut erhaltene Exemplare der Lepi- 
dodendra gesehen haben und mit den Ästen und Narben der 
Koniferen verglichen haben wird, so wird diese Ähnlichkeit 
sich in die grösste Unähnlichkeit umwandeln, ohne noch auf 
die totale Verschiedenheit des Baues des Stammes und Holz- 
körpers selbst Rücksicht zu nehmen. 

Die Klasse der Koniferen zerfällt in folgende Familien : 

1. Cupressineae L. Cl. Richard; 

2. Abietineae L. Cl. Richard; 

3. Dammareae ; 
-V. Araucarieae ; 

5. Taxineae L. Cl. Richard, und 

6. Gnetaceae Blume, 

von welchen v.ir für diese Schrift nur die vier ersten Familien 
genauer betrachten müssen , da fossile Reste derselben in der 
Kreide aufgefunden wurden und wir selbst mehrere zu be- 
schreiben haben. 

Die Koniferen sind nach meinen Erfalu-ungen auch die- 
jenige Pflanzengruppe, welche aus einer und derselben Gattung 
Repräsentanten in der Vorwelt und Jetztwclt besitzt und zwar 
von der Grauwacke und dem Rolbtodtliegenden anzufungen 
bis zur Kreide und den jüngsten Alluv^algebilden au-wärls; 
und die lebenden Arten widerstehen sehr der Fäulniss, welche 
Eigenscliaft thcils auf ilirem Haizgebalte , theils aber auch in 
ihrem Baue beruht. 

I. Cupressiiioac RicSiard. 

(L. Cl. Richard, memoires p. 137. — Lambert, 
conif. 1. c. — Endlicher, gen. plant, p. 258. — 
Bartling, ord. nat. 95. — Don, dcscriptions of 
two new genera of the natural family of plants 
called coniferae. Linnean transact. Vol. XVIII, 
P. 2, p. 166.) 

Flores monoici vel dioici, staminibus et squamis 
ovuliferis axi communi centrali insertis, imbricatis, ebrac- 
teatis, amcnta terminalia vel lateralia , solitaria aut ra- 
rius conferta, interdum spicata Constituantes. 

Amanta mascula: Stamina plurima, nuda, axi undi- 
que inserta, subhorizontalia, rarius pendula. Filamenfa 
laevissima, crassa, in connactivum squamaaforme, excen- 
trice peltatum , margine superiore angustius producta, 
vel nuUa. Antherae loculi quatuor ad duodecim, con- 
nectivi margini inferiori subtus adnati, ovati vel oblongi, 
parallel!, discreti, longitudinaliter deliiscentes. Pollen 
spherico tetraedrum, latere poris tribus deliiscens. 

Amenta ferainea strobilum formantia. Squamae 
ovuliferae paucae, circa axim abbreviatam verticillatae, 
imbricatae vel juxta axira plus minus elongatam undique 



insertac, peltatae, ebracteatae. Ovula ad basin squa- 
iiiarum vel juxta caruniclem stipitein solitaiia , gemiiia 
vel indefiiiita, sessilia, erecta, orthotropa, apice pertusa 
et saepius in Collum stylifonne , peiacta foecundatione 
obliteiatura producta. 

Fructus squamis carnoso-incrassatis vel lignoso- 
induratis drupaceus vel strobilaceus, squamis plus mi- 
iiusve inter se conuatis v. aicte lechisis, matuiitate 
saepius ad suturas deiiiscentibus. Semina ad basin 
squamaium, solitaiia, gemina vel pluriraa, erecta. Testa 
uiembranacea, glabra, lignosa vel ossea, iiiterdum angu- 
lata, saepius utriiique in alam niembranaceam producta. 
Albumen carnosum parcum. Embryo aiititropus, axilis, 
albuminis ut pluriniuni longitudinc. Cotjledoues duae, 
rarius 3, 6 vel 9^ oblongae, obtusae. Radicula cylin- 
drica, apice cum albumine concrescens, verticem seminis 
spectans, puncto insertiouis ejusdem e diametro opposita, 
ideoque respectu squaniae supera. 

Arbores saepius excelsae vel frutices ramosissimi, 
ramis plerumque sparsis. Truncus plerumque pyrami- 
dalis, cortice valde rimosa vestitus, ligno |)lerumque co- 
lorato, exacte fissili. Folia spiraliler posifa, opposita, 
verticillata vei spai'sa, pcrennantia, rigida, aiiguste liiiea- 
ria vel quadrangularia, parva, saejiius seriatim imbri- 
c.ata, adpressa vel patentia, raiius falcata. 

Diese Familie umschliesst die Gallungen Juiiiperus, Tliuja, 
Cupressus, Taxodium, Callilris, Paciiylepis, Alhrolaxis und Cryp- 
tomeria. Aus iclzterer Gattung entdeckle Herr Dr. Beuss 
eine Arl in der Löhmisciien Kreide, welche wir nun besclirei- 
ben wollen. 

Crjplomeria Don. 
Eon, 1. c. Tom. XVIII, P. 2, p. 166. 

„Amcnta mascula spicata. Squamae antlieriferae 
roluiidatae, adpresse-imbricafae, sessiles. Autherarum 
tliecae 5, connatae; basi squamarum omnino adnatac, 
antice foramine amplo dehiscentes. Strobili solitarii, 
globosi, squarrosi: squamis e pericarpio 3 — 6-deutato 
bracteaque lanceolata aciiminata inferne concretis com- 
positis. Semina 4 vel 5, erecta, inequilateri-oblonga, 
margine anguste alata." 1. c. 

Arbores japonicae et e formatione cretacea, proce- 
rae, semper virentes. Truncus rectissimus. crassitie pe- 
dalis. Lignum albnm, dense conipactum contexfus fibrosi. 
Vasa tenuissiaia, poris minutis orbiculatis simplici or- 
dinc crebre notata. Ramnii patuli. Folia quinquefariam 
ordinata, subulata, rigida, viiidia, verticaliter compressa, 
4 sulcata, falcato-incurva, vis poliicaria vel minora, apice 
calloso obtusiuscuia vel acumiiiata, basi in angnliim ca- 
rinatnm decurrentia ; adultiora persistentia, novella prae- 
sertim ad ramulorum basin abbreviata, subimbricata. 
Pnivinulus foliorum rhombicus vel oblongus, suico longi- 
tudinali notatus, supra cicatrice ovoidca minuta, fasci- 
culo vasorum unico medio ornatus. Amcnta mascula 

R-.i'«s. Vei.sifincningtn. 11. AHIi- 



aggregata, feminea soiitaria. Strobili terminales ma- 
gnitudine pisi vel nucis avellanae. 

Die lebende Art stammt aus Japan. 
1. Cr. primaeva Corda. — T. XLVIII, F. 1 — 11. 

Cr. foliis quinquefariis, quadrangularibus, subdecur- 
rentibus, falcato-incurvis, acuminatis ; strobilis minutis 
termiualibus squarrosis. 

Syn. Sedites Rabenhorsti Geinitz, Charakt. ill, 
p. 97, T. XXIV, F. 5 (Ramuhis juvenilis). 

Araucarites Reichenbachi Geinitz, 1. c. p. 98, 
T. XXIV, F. 4 (Ramulus adullus). 

Fundort: Böhmen: im Grünsande von Laun (F. 1); im 
Plänersandstein von Hradek (F. 2), Perulz (F. 3), Trziblitz 
(F. 6) und Smolnitz (F. 4-) ; im Plänerkalke von Hundorf (F. 5) 
und Kutschlin F. 7. Dr. Reuss. — Die sächsischen Exem- 
plare stammen nach Geinitz aus dem untern Quader von 
Bannewilz, dem Plänersande von Goppeln, dem Planerkalke von 
Strehlen und dem Schieferthone des Quadersandsteines von 
Waltersdoif. 

Beschreibung. 
Wir besitzen nur ältere und jüngere Ästchen dieser Ko- 
nifere , welche ziemlich schlank und dünn sind. Die Blätter 
der jugendlichen und kräftiger entwickelten Äslchen sind stär- 
ker (F. 2 — 4) und oft weniger spitzig, als die älteren Biälter 
(F. 7). Die Blätter waren vierkantig (F. 11 a), nach oben si- 
chelförmig gekrümmt, genau so wie es die Blätter der noch 
lebenden und hier vergleichsweise abgebildeten Cryptomeria 
japonica Don (F. 13) noch sind. Nach unten sind sie nach 
der ganzen Länge ihres Blatipolslers gekielt herablaufend 
'F. 11 b), und die Blattpolster derselben sind an den jüngsten 
Ästchen lang gezogen , oben und unten gespitzt und gekielt 
(F. 11 c). An älteren Ästen (z. B. F. 1) werden sie nach 
unten allmälig rautenförmig (F. 8 , 9) und gehen endlich in 
vollkommen vierseitig- rhombische sehr vertiefte Blattpolster 
über. Die Früchte bilden kleine erbsengrosse, rundlich-eiför- 
mige Zapfen mit starker Rhachis und sparrigen Schuppen 
(F. 6), welche terminal stehen und leider nicht so gut erhal- 
ten waren, dass ich eine Analyse derselben hätte vornehmen 
können. 

II. Abietineae Cl. Ricliard. 

(Richard, memoires I. c. p. 143. — Bartling, ord. 
plant, p. 94. — Lambert, descript. Syn. Table. — 
Endlicher, gen. plant, p. 259). 

„Flores monoici vel rarissime dioici , staminibus et 
squamis ovuliferis saepissime bractca adnafa, persistente 
vel mox evanescente stipafis, circa axim communem im- 
bricatis, amenta terminalia vel lateralia, soiitaria, cou- 
ferta vel spicata constitnentibus. 

Amenta mascula: Stamina plurima ebracteata axi 
uiidique spiraliter inserta. Filamenta brevissiraa, ple- 
rumque filiformia, teretiuscula vel crassiuscula, superne 

12 



90 



in connectivum squaniaeforme, laceriim, erectum vel in- 
flexiim producta. Antlieiae iiuuc bilociilares loculis 11- 
beiiSj coiinectivo iiiterposito, iongitudinaliter dehiscenti- 
biis, iiiiiic loculis longitudinalitei' connatis, transversim 
dehiscentUuis. Pollen flavum proprium dicoecuraj medio 
aiisa convexa connatum, hylo infero. 

Amenta feniiiiea terminalia aut lateralia, strobili- 
formia, erecta vel pendula. Squamae ovuliferae pluri- 
mae, axi plus minus elongatae spiraliter insertae, im- 
bricatae, apice incrassatae vel tenuiores, obtusae vel 
apiculatae, vel infra apicem mucronatae , plerumque 
bractea libcra vel saepius adnata, persistente vel mox 
obliterata stipatae. Ovula in cujusvis squamae super- 
ficiem internam gemina, collateralia, nuda , basi iisdera 
versus medium adnata, inversa, orthotropa, apice deor- 
sum speetante in collum mox obliteratum producta et 
pertusa, margine exteriore in alam membranaceam, e 
basi sursum directaui dilatata. 

Fructus strobilum erectum vel saepissime pendulum, 
lignosnni, squarrosum vel coriaceum, cylindraceum, co- 
iiicum, rarius ovoideum formans; squaniis spiraliter po- 
sitis, apice incrassatis, areolatis, apophysatis, vel saepius 
atteniiatis persisteiitibns aut rarius tandem basi solutis 
compositus, bracteis supra dilatatis et apiculatis squa- 
maeformibus, inter squamas obsoletis vel interdum per- 
sistentibus, easdem velantibus vel nuUis. 

Semina bina, ad squamarum basin pro eorumdem 
receptione excavatam adnexa, inversa. Testa coriacea 
vel duriuscula, basi latere exteriore in alam membrana- 
ceam obliquam et maturitate a semine solvendam pro- 
ducta. Albumen carnoso-oleosum. Embryo (saepissime 
in eodem semine embryones phires) antitropus, axilis, 
albuminis fere longitudine. Cotyledones 5—15, rarissime 
3, oblongo-lineares, verticillatim positae, acerosae. Ra- 
dicula cylindrica vel coniformis, apice cum albumine con- 
crescens, verticem seminis spectans, puncto insertionis e 
diametro opposita ideoque respectu apicis squamae infera. 

Arbores ut plurimum excelsae, saepissime gigan- 
teae, trunco conico, subverticillatim vel spiraliter ramoso, 
ramis plus minus horizontalibus, rarius pendulis. Cortex 
primum glabra et pulvinulis foliorum tecta, dein rimosa, 
fuscescens. Linum e stratis concentricis compositum, va- 
sis tenuissimis, latere poris minutis areolatis simplici 
ordine vel irregularlter positis notatis. Medulla centra- 
lis minuta angulata. Folia acerosa, solitaria vel fasci- 
culatim conjuncta, spiraliter ordinata. Pulvinuli foliorum 
orbiculati vel decurrentes, cicatrice orbiculata vel qua- 
drata, fasciculo vasorum simplici vel annulato ornata. 

Diese Familien bilden die Gattungen Pinus, Abies und 
Larix und ihre Arten verbreiten sich in der Jetzlwelt von Pol 
zu Pol. In der Vorwelt treffen wir ihre Fragmente schon im 
Rothtodtliegenden und der Kohle und von da bis in die jüngsten 
Alluvialgebilde hinauf an. Sie sind von den verwandten Dam- 
mareae und Araucariae strenge geschieden, indem die Ersteren 



nicht, wie Pinus, Abies und Larix, ein Ovulum innatum, son- 
dern ein Ovulum liberum pendulum besitzen , und die Arau- 
carieae haben keine eigentlichen Schuppen , wie die anderen 
Familien dieser Klasse, sondern die bisher als Schuppen be- 
trachteten Organe sind eigentlich eine drupa ossea vel lignea, 
mit deren Rückseite die Bractea verwachsen ist. 

In der Kreide Böhmens hat unser sehr verehrter Freund 
Dr. Reuss drei Arten der Gattung Pinus entdeckt, deren Be- 
schreibung wir hier unmittelbar folgen lassen. 

Pinns LiNNE. 

(Gen. plant, ed. II, p. 879. — Juss. gen. 414. — 
Richard, conif. 145. — Endl. gen. plant, p. part. 
p. 260. — GÖPPERT über Coniferen. schles. Arb. 
und Veränd. v. Jahre 1839. Breslau, 1840, p. 146). 

„Flores monoici in diversis ramis. 

Masculi: Amenta globosa-ovoidea, numerosa, con- 
ferta et quasi spicam ovoideam efFormantia; singulo 
stamine breviter pedicellato , bi-antherifero, apice mem- 
branula terminato, florem masculum constltuente, anthe- 
ris oblongis inter se coadnatis, suico longitudinali de- 
hiscentibus. 

Feminei: amenta 1 — 3 aut plura, versus apicem ra- 
moruni nascentia; squamis imbricatis, spiraliter positis, 
supra et intus bi-floris, infra et extus bractea auctis. 

Fructus strobilus plerumque pendulus, rarius erectus, 
forma conoideus vel varius, squamis imbricatis ligneis. 

Semina bina in superiiciem ad basin squamae ad- 
nata, testa coriacea aut ossea, superius in alam unilate- 
ralem, membranaceam deliiscentia. Embryo fere longi- 
tudine endospermi (albumini.s) , cotyledonibus 3 — 12, 
acerosis, approximatis. 

Arbores excelsae vel rarius arbusculae humiles, per 
totum orbem , a maris litore ad terminum vegetationis 
arboreae provenientes et Silvas vastas Constituantes. 
Folia acerosa, solitaria, sparsa aut disticha, vel fasci- 
culata, planiuscula vel latere rotundata et compressa, 
triangularia vel quadrangularia, rigida et semperviren- 
tia. Fasciculi foliorum basi vaginnla scariosa ciiicti. 

1. P. Reuss ii Corda. — T. XLVI, F. 22—25. 

P. fragmentum strobili gigantei cylindricum. Squa- 
mae latae, supra acuminatae et attenuatae; ovulis vel 
seminibus binis, arcte counexis oblongis majusculis, 
glabris. 

Fundort: Im Grünsandsteine von Czenczic. Dr. Reuss, 
Beschreibung. 

Das Fragment hat 120 MM. Länge und 45—50 MM. 
Breite. Es ist ein Hohlahdruck und nur die oberen Partieen 
sind erkennbar erhalten. Die Schuppen sind leider ausgefault 
und nicht ausgefüllt worden, und man sieht an ihrem Längs- 
bruche (F. 23), dass sie sich nach oben verdünnten und nach 
aussen mit einer scharf vorspringenden Protuberanz (b) ver- 
sehen waren. Ihre Spitze (F. 23 c) lief scharf zu. Über ihre 



91 



obere Geslalt lässt sich nichts sagen, nach unten liefen sie 
aber konisch (F. 24, 25) zu. Die Eichen , vielleicht schon 
reife Samen , waren tief in die Schuppenhöhle eingesenkt 
(F. 23 a ; F. 24, 25), wie wir es auch an einer Pinusart von 
Norfolk, von welcher wir hier auf T. XLVI, F. 26 eine ein- 
zelne Schuppe abbilden, sahen. Die Flügel des Samens schie- 
nen gestreift zu sein (F. 24;. In F. 25 haben wir ein paar 
reifere Früchte, ihrer Decke entblösst, abgebildet, wo man 
deutlich ersehen kann, dass sie verkehrt eiförmig und glatt 
waren. 

2. Pinus exogyra Corda. — T. XLVIII, F. 16—18. 

P. ramulis tenuibiis, teretibus, foliis spiraliter po- 
sitis, cuitis, tennibus, acicularibiis, quatliangulatis. 

Fundort : Im Exogyrensandsteine von Drahomischel. 

Dr. Reuss. 

Beschreibung. 

Diese sehr unvollkommen erhaltene Art unterscheidet sich 
von allen von mir gekannten fossilen Arten durch ihre vier- 
kantigen Blätter (F. 18). Im groben Sandsleine sind nur die 
Hohlabdrücke der Ästchen erhalten (F. 16,1 7) ohne jede Spur 
von Holz und Rinde; nur die Blätter-Querschnitte bilden oft 
ein Netz (F. 17), welches man bei oberflächlicher Betrachtung 
für die Reste der Blattpolster ansehen könnte. Die Blätter 
selbst scheinen kaum über 5 MM. lang gewesen zu sein , und 
waren rund um das Ästchen leicht aufsteigend und nur 
wenig abstehend. Andere Organe oder Strukturreste sind nicht 
erhalten. 

3. Pinus cretacea Corda. — T. XLVII, F. 1 — 6. 

P. truncHS rotundatus, decorticatns ; medulla stel- 
lata, S — 10 radiata; stiatis annotinis latiuscnlis; vasis 
subsexangularihus poris irrcgiilariter positis, multiseria- 
tis. arcuiatis ornatis; ra(1ii.s niedullaribus simplicibus, 
tenuissiniis. Diam. vas. 0,001805—0,002115 p. P. P. 

Fundort: Am Schäferhügel bei Weberschan unweit Po- 
slelberg, in einem kalkigen, zwischen Pläncrkalk und Basalt ge- 
legenen Konglomerate ; in grosser Menge zusammengehäuft. 

Dr. Reuss. 

B c s c Ii r c i b II n g. 

Dieses beiläufig 70 MM. dicke und fast 100 MM. lange 
rundliche Stammstück ist mit kohlensaurem Kalke durchdrun- 
gen und hat wahrscheinlich seine natürliche isabellgelbe Farbe 
erhalten. Unser F. 1 abgebildeter Querschnitt zeigt geschnit- 
ten und geschliffen vollkommen erhaltene Struktur. Die Mark- 
röhre (F. 2 f; ist achtzehn-strahlig, klein und rostroth gefärbt. 
Ihre Zellen sind gross , dickwandig und dunkel-rostroth, gleich 
der Markröhre der Juniperus bermudiana oder J. virginiana. 
Die Markstrahlen haben dieselbe Farbe und bestehen nahe dem 
Marke aus zwei Zellenreihen (F. 2 a) , im Stamme selbst aber 
aus einer einzigen Zellenreihe (F. 3, 4 a, a). Im Längsschnitte 
parallel den Markstrahlen bestehen diese letzteren aus 2 — 5 
übereinander gcselzien Zellen F. 5, 6, c, c, c von röthlicher 



Farbe, welche noch mit Harz erfüllt sind. Dieses Harz ist 
rolhbraun, durchsichtig und sowohl in den Markstrahlen, wie 
auch in den im Holze hin und wieder zerstreuten Harzgängen 
ist es noch so vollkommen erhalten, dass es sich in unverän- 
derter Form und Farbe ausscheidet oder zwischen den Holz- 
fasern zurückbleibt, wenn man Fragmente des Stammes in ver- 
dünnten Säuren auflöset. Die Gefässzonen sind in jedem Jah- 
resringe durch eine sehr dünne, etwas intensiver gefärbte Zone 
von Bastzellen (F. 3, 4 d, d) getrennt, wie solche es in allen 
uns bekannten Koniferen sind. 

Die Gefässe selbst sind quadratisch-sechsseitig, indem die 
beiden horizontalen Winkel des Sechseckes fast völlig abge- 
stumpft und ausgeglichen sind. Im Holzbündel zwischen je 
zwei starken Markstrahlen keilt sich gegen das Mark die Ge- 
fässmasse rundlich aus (F. 2 b). Die Gefässe im eigentlichen 
entwickelten Holzbündel (F. 3, 4 b, b) sind klein, zartwandig 
und ihre den Markstrahlen (F. 5, 6 c, c) parallelen Wände sind 
mit zerstreut stehenden, unregelmässig gestellten Poren bedeckt, 
welche einen konkaven verdünnten Hof besitzen (F. 5, 6 b, b). 
Durch diese eigenthümliche Porenstellung unterscheidet sich 
dieses Holzfragment von allen Europäischen Abietineen und 
bildet gleichsam den Übergang zu den Araucarien, von wel- 
chen es aber die Gefässform, die Stellung der Poren und deren 
Gestalt tmd der gesamte Habitus hinreichend unterscheidet. 

Die fossilen Hölzer der Koniferen nur durch ihren Innern 
Bau zu unterscheiden, ist leicht, ja fast ebenso leicht, wie 
dieses bei lebenden Koniferenholzarten thunlich ist. Aber sie 
in sicher umschriebene Gattungen unterzuordnen, scheint mir 
nach meinen so zahlreichen Beobachtungen fast unmöglich, 
und für unsern Wissensstandpunkt selbst gefährlich zu sein. 
Die lebenden Koniferen unterscheiden sich in ihrem Holzbaue 
in Betreff ihrer auf den Fruchtbau gegründeten Gattungen 
durchaus nicht und sehr oft haben zwei Arten aus zwei Fa- 
milien und höchst abweichend gebauten Gattungen fast gleichen 
Holzbau. Darum schied ich auch Pinus cretacea nicht von 
den Abietineen, einer Familie, die sehr abweichenden Holzbau 
zeigt, und ich glaube, diese fossile Art als ein anatomisches 
Ubergangsglied zwischen den Abietineen und Araucarieen be- 
trachten zu dürfen. 

III. Daminareae. 

Abietineae L. Cr.. Richard mem. p. 145. 
Endlicher, gen. plant, p. 259, pari. 

Flores dioici vel in diversis lamis monoici. 

Masc: Anienta teiminalia vel lateialia, ovoidea vel 
cylindrica, basi squamis stipulaefoiniibns dnris cineta. 
Stamina numerosa, spiraliter posita, a\i centrali snb- 
horizontaiiter inserta, supra rudimentis squaniaeformibiis 
connectivi imbiicata. Filamenta brevissiraa, feie nid i- 
mentalia, supra in connectivum crassum, squamaef'onne, 
cuneatuin vel truiicatuiu vel batllliforme expaiisum pro- 
ducta: antherae 3 — 15 gregariae, seriatae, paralleliter 
positae, pendulae, inter se liberae, uniloculares, longitu- 
dinaliter deliiscentes, poiiine sulfureo repletae. 
12* 



or 



Fem.: Äinenta termiiialia, spliei'oidea, obovata vel 
supra acuminata. Sqiianiae lignescentes , batilliformes, 
obtiisae vel aciimiiiatae, supra incrassatae vel teiiuiores, 
spiraliter ('/,) positae, imbricatae, sessiles vel stipitatae, 
supra florifeiae. Ovula in medio superticiei inteinae 
squamae adnata, pendula seu inveisa, oithotropa, soli- 
taiia vel teinata , apice deoisuni s|)cctautia , pertusa, 
nuda vei supra velo communi scarioso, spurio, continuo 
oriiata. 

Strobilus ovoideus , obovatus, globosns vel cyliii- 
draceus, e squamis coriaceo-lignosis spiraliter positis 
('/,)> deiise iinbricatis, persisfcntibus vel dein ab axi 
solutis. Seiiiiua in superficiem internain vel superain 
squamae adnata, pendula, solitaria vel terna, coUatera- 
lia, inversa, sublibera, testa coriacea utrinque in alam 
niembranaceam angustam vel latissimam producta, lobis 
aeqnalibus vel lobo alae altero angusto, altero latissirao 
et borizontaliter expanso. Embryo in axi albuminis 
carnosi antitropus, ejnsdem longitudine , cotyledonibus 
binis obtusis, crassiusculis; radicula cylindrica, infera, 
subtus attenuata. 

Arbores excelsae in Asia orientali extra- et intra- 
troplca, Amboina et Nova Zeelandia sponte crescentes 
et in stratis terrae cretaceis fossiles; truncis simpiicibus, 
teretibus, glabris vel rimosis ; ramis verticillatis vel irre- 
gulariter positis, teretibus vel obtuse tetragonis; pulvi- 
nulis foliorum delapsorura oblongis, transversaliter po- 
sitis, vel rhomboideo-hexagonis, spiraliter positis, medio 
carinatis, cicatrice transversali terminatis ; fasciculis va- 
sorum uniserialibus vel solitariis; foliis sessilibus vel 
attenuato-pedicellatis planis, rigidis, margine integerri- 
mis vel scabriusculis. Lignum album, resina alba li- 
quida terebintinacea turgidum, vasis minutis simpiicibus, 
latere poris areolatis uniserialibus ornatis, radiis medul- 
larlbus angustis, cellulis uni- vel rarius triserialibus, 
porosis. 

Diese kleine Familie umfasst nur die beiden Gattungen 
Dammara und Cunninghamia mit wenigen Arten, welche beide 
aber fossile Arten in der Kreideforniation Böhmens aufzuwei- 
sen haben. 

Dammara Rumph. 

(RüMPH, hört. Amboin. II, 174, T. LVII. — Lambert, 
pinus II, T. LIV, LV. — Endlicher, gen. plant, 
p. 261. — Agathis Salisbury in Linnean Transact. 
VIII, 311, T. XV. — Richard, mem. 83, 151, 
T. XIX. — Zamiostrobus Endl. gen. p. 72. 

Char. gen. : „Flores dioici. Masc. : Amenta extra- 
axillaria. Stamina plurima, axi inserta, imbricata; fila- 
nienta brevissiraa, in connectivum crassum cuneatum pro- 
ducta; antherae S — 15 cylindricae, e basl connectivi 
duplici Serie pendulae, liberae. 

Fem. : Amenta terminalia obovata vel globosa, ra- 
rius cylindrica. Squamae ebracteatae, dense imbricatae. 



Ovula in medio superficiei internae vel superae squamae 
adnata, solitaria, inversa; testa coriacea, utrinque iu 
alam membranaceam producta, ala altera angusta, altera 
latissima. Embryo in axi albuminis carnosi antitropus, 
ejusdem longitudine, cotyledonibus 2, radicula cyliudra- 
cea infera." 

Folia simplicia coriacea; pulvinulis foliorum trans- 
versis lunaeformibus angustis, fasciculis vasorum uni- 
seriatis. 

Von den bisher geitannten Arten sind erst Dammara au- 
stralis und orientalis genauer untersuclit. Die von Rumphius 
I. c. T. LVII abgebildete Dammara alba scheint eine neue Art 
zu sein, die sich von der bei Lambert II, T. LIV, abgebilde- 
ten D. Orientalis schon durch die Blätter und Zapfen unter- 
scheidet. Von fossilen Arten kenne ich aus der Kreide (Plä- 
nersande) und dem Grünsandc noch Dammara crassipes (Göp- 
pert, Quadersandst. v. Schles. T. LIII, F. 3) und D. albens 
Presl nebst jener schönen Art, die Lindley und Hutton in 
der fossil. Flora XIII, T. CXXV als Zamia macrocephala ab- 
bilden und aus welcher Herr Prof. Endlicher seine Gattung 
Zamiostrobus gemacht hat. 

Die fossilen und lebenden Arten der Gattung lassen sich 
nach der Form der Schuppen trefflich abtheilen ; die einen 
haben gerundete Schuppen und hieher gehören folgende Arten : 

1. Dammara orientalis Lamb., 

2. „ alba Rumph, 

3. „ albens Presl, 

4. „ crassipes Göppert, 

wenn diese zwei letzteren Arten unterschieden werden können. 
In der zweiten Sektion sind die Schuppen eckigt und sie 
umfasst : 

5. Dammara australis Lamb. und 

6. „ macrocephala (Zamiostrobus Endl.) 

In der böhmischen Kreide wurde bisher nur Dammara 
albens gefunden und da sie in Sternberg's Flora der Vorwelt 
sehr mittelmässig abgebildet und fast gar nicht untersucht ist, 
so habe ich sie hier noch einmal kritisch abgebildet. 

1. Dammara albens Presl. — T. XLIX, F. 6—8. 
Presl in Sternberg's Flora der Vorwelt II, p. 203, 
T. LH, F. 11, 12. 

D. Conus subsphericus; squamis rotuudatis, extus 
convexis, glabris; stipite tereti, crasso. 

Fundort: Im Quadersandsteine bei Neubidschow in Böh- 
men. Im böhmischen Nationalmuseum, mitgelheilt durch Hrn. 

POLIWKA. 

Beschreibung. 

Diese schöne Art wurde in Böhmen bisher nur einmal 
gefunden und ihre Schuppen sind trefflich erhalten. Die Schup- 
pen ähneln am meisten denen der lebenden Dammara orien- 
talis und der ganze Zapfen jenem der Dammara alba Rumph. 
Der Zapfen war fast kugelig und die spiralig (%) gestellten 
Schuppen sind am obern Rande geschärft, während sie sich in 



93 



der Mitte verdicken und polsteiig erheben. Der Stiel war 
dick, rund und unmitteljjar in den Zapfen übergeliend ; er 
hatte fast 10 MM. Durchmesser und ist leider unmittelbar bei 
der Einlenkung und Anheftung der untersten Schuppen abge- 
brochen. Der Zapfen selbst ist flach gedrückt (F. 8) und da- 
durch sind die einzelnen Schuppen theilweise etwas verscho- 
ben ; aber demungeachtet ersieht man bei genauer Betrachtung, 
dass ihre Stellung % war, wie es alle uns bekannte lebende 
und fossile Arten besitzen. Der Sandstein ist leider zu grob- 
körnig, als dass man erwarten dürfte, bei Durchschneidung des 
Zapfens noch Spuren der Eichen der Früchte zu finden. 

Cunninghamia R. Brown. 

Char. Flores in diversis ramis nionoici. 

Masc. : Amenta terrainalia ovata. Stamina pluriina, 
pedicello squamae inserta ; pedicellus supra in connec- 
tivutn latissiinum squamaefornie productiis. Aiitherae 3, 
uniloculares, pendulae, liberae, loculis cylindricis, pol- 
line fluvo. 

Fem. : Amenta terminalia ovoidea. Squamae acu- 
minatae, batillifornies, spiraliter ('/,) positae, medio ca- 
rinatae. Ovula 3 in medio superficiei internae vel superae 
squamae adnata, collateralia, inversa, oithotropa, apice 
deorsum spectante, pertuso, supra velo scarioso , spurio, 
continuo, communi ornata. 

Strobilus obovatus, supra acumiuatus , e squamis 
snblignosis, spiraliter (y^) positis dense imbricatus. 
Semina 3 iu superiiciem internam vel superam squamae 
adnata, pendula, collateralia, inversa, testa coriacea, 
utrinque in alam membranaceam angustam producta. 

Embryo in axi albuminis carnosi antitropus, ejusdem 
fere longitudine, cotyledonibns 2, obtusis, radicula cy- 
lindrica, infera. 

Arbor sinica, ramis cylindricis, foliis alternis, con- 
fertis, anguste-lanceolatis, acutis, rigidis, subspinesccn- 
tibus ; pulvinulis foliorum rhoniboideo-iiexagonis, cari- 
natis, supra cicatrice transversa trnncatis. Species 
fossiles 5 cognitae sunt: C. oxycedrus, planifolia et ele- 
gans e stratis cretaceis; C. dubia ex arenaceo Keuper 
et C. sphenolepis ex arenario Lias. 

Die einzige bisher bekannt gewordene lebende Art: Cun- 
ninghamia sinensis Lamb. ist in Beziehung ihres Blattbaues von 
den anderen jetzt lebenden Koniferen so verschieden, dass man 
einzelne blüthenlose Ästchen vollkommen bestimmen kann ; 
und in der Vorwelt hat sie ihren nächsten Verwandten im 
Blattbaue an C. oxycedrus Presl, während sie in Hinsicht 
ihres Rindenbaues von C. elegans kaum differirt. Ausser der 
sehr zweifelhaften C. sphenolepis Braun i Beiträge zur Urge- 
schichte p. 17, T. II, F. 16 — 20) habe ich alle anderen fossi- 
len Arten selbst gesehen und untersucht. 

1. C. elegans Corda. — T. XLIX, F. 29—31. 
C. ramis gracilibus teretibus, pulvinulis foliorum 



rhomboideo-hexagonis, longitudinaliter carinatis ; cica- 
tricibus terniinalibus oblique-transversis; foliis hamato- 
arrectis, attenuatis , integerrimis , acutis, medio nervo 
tenui simplici. 

Fundort: Im untern Quader von Msseno bei Sclilan in 
Böhmen in einem Schieferthone , der das Dach wenig mächti- 
ger Kohlenflötze bildet. 

Beschreibung. 

Diese schöne Art zeichnet sich von C. oxycedrus Presl 
vorzüglich durch die Blattform, die schmäleren Blätter, ihre 
Anheftung und den schmalen Blattnervcn aus. Die Äste sind 
schlank , rundlich und im Abdrucke theilweise platt gedrückt. 
Die Rinde ist mit 4 — 5 JIM. langen, sechsseitig-rhombischen 
Blattpolstern (F. 30) bedeckt, welche den Blattpolstern der C. 
sinensis Lamb. (F. 32, 33) ausserordentlich ähnlich gebaut 
sind, und dieselbe Grösse, Gestalt und Abstumpfung durch die 
schmale schief aufgesetzte Blattnarbe besitzen. Die Blätter 
;F. 30, 31; sind aber länger, an der Spitze schmäler und an 
der Basis breiter als jene der C. sinensis; auch sind sie nicht 
gerandet, wie es die letzteren sind. 

Von der zweiten im Schieferthon bei Perutz vorkommen- 
den Art unterscheidet sich die C. elegans durch die Blattform, 
den Mittelnerven und die Basis des Blattes sowohl, als auch 
durch die Blattnarben hinlängUch. 

2. C. planifolia Corda, — T. L, F. 1—3. 

C. ramis gracillimis, longis, tenuibus, foliis spirali- 
ter po.sitis planis, utrinque attenuatis, lanceolatis, acu- 
minatis, integerrimis, pulvinulis minutis subquadrangula- 
ribus, cicatricibus mammillosis minutis, 

Fundort: Im kohligen Schieferthon des untern Quaders 
von Perutz. Dr. Reuss. 

Beschreibung. 

Diese Art ist sehr schlecht erhalten und selten deutlich 
sichtbar im Abdrucke vorhanden. Sie bildet gewöhnlich dünne 
gebogene schlanke Äste von 2 — 3 Decimetern Länge und 
höchstens 4 MM, Dicke, und ihre Blätter stehen rings um den 
Ast, während sie bei C. dubia Presl, C. oxycedrus Presl und 
C. elegans zweireihig gebogen erscheinen. 

Die Rindennarben sind viereckigt, aber nie so gut erhal- 
ten, dass man sie zeichnen kann und die Blätter (F. 2) sind 
10 — 12 MM. lang, flach gekrümmt, ohne deutlich sichtbaren 
Mittelnerven, ganzrandig, oben und unten verschmälert, lang 
zugespitzt und unten endigen sie in eine kleine , in der Mitte 
von dem einzelnen Gefässbündel perforirte Warze. Dieser 
einzelne bei allen Blättern beobachtete Gefässbündel (F. 2, 3) 
erlaubte auch nicht, die Art zu Araucaria zu stellen, wohin 
ihre Blattstellung und Blattform sie reihen könnten , und nur 
Cunninghamia hat unter den Gattungen der Dammareen und 
Araucarien einen vereinzelten Gefässbündel im Blatte und in 
der Blattnarbe. 



94 



Von dieser Art finden sieh oft die Enden der Äste, 
welche dichte Blattbüschel tragen und dann leicht zu Ver- 
wechslungen mit Lycopodioliten Veranlassung geben könnten. 
Wegen Mangel an Raum haben wir keine solche Blatt-tragende 
Astspitze abgebildet. 

TV. Araucarieae Corda. 

(Abietinearum pars Auctt.) 

Flores dioici. 

Masc. : Amenta terminalia, dipsaciformia, ovato- 
cylindrica vel oblonga, erecta. Sqiiamae numerosae im- 
bricatim ad axim communem spiialiter positae, basi an- 
gustato-unguiculatae , siipra expansae, lanceolato-recur- 
vatae vel pedicellatae, pedicello trigono. Äntherae 
ö — 30, lineares, ex dorso sqiiamae diiplici serie depen- 
dentes, parallelae, inter se laxe coliaerentes, dein liberae, 
pendulae, cylindricae, longitudinaliter dehiscentes, apice 
mucronatae. 

Fem. : Amenta terminalia, erecta, ovoidea ; sqnaiiiae 
bractea connata stipatae, spiraliter positae, dense imbri- 
catae , apice recurvato-lanceolatae. Ovuluiii ad basin 
sqiiamae concavitate apertae peculiari innatiini, unicum, 
orthotropum, inversum, apice deorsum spectante, liberum, 
pertusum. 

Strobiii terminales , e fructibus squamaeformibus 
spiraliter ('/,) positis, subiinbricatis, dein ab axi coin- 
inuni cylindrica solutis compositi. Fructus drupa lignea, 
jiutamine e stipnla et squama concretis orto, duro, re- 
sinifero, apice mucronato, iiifra attenuato, amygdaliformi, 
lateraliter saepius alato. Semen inversum. Embryo in 
axi albuminis carnosi aiititropus, ejusdem longituiiine, 
cotyledonibus 2 — 4, linearibus, obtusis, radiciila cylin- 
drica iufera. 

Arbores tropicae vel subtropicae, Silvas vastissimas 
formantes, et a stratis carboniferis usque ad strata ter- 
tiaria fossiles, giganteae, pyramidatae vel bracliiatae. 
Rami patentissimi, foliis utrinque amicti , vel infra nudi 
et coina foliorum termiiiati. Folia rigida coriacea , spi- 
raliter (i/j) posita, arcte imbricata vel subpatentia; stro- 
bilis terminalibus giganteis, ovoideo-globosis; seminibus 
edulibus. 

Unicum genus : 

Araucaria Juss. 

(Juss. gen. 413. — Richard, mem. T. XX, XXI. — 
Lame. Pinus. Edit. 1832, T. LVI— LXII. — Endl. 
gen. plant, p. 261. — Dombeya Lamarck, dict. 
T. DCCCXXVIII. — Colymbea et Eutassa Salisbury 
in LiNN. transact. VIII, 315). 

Cliaracter gen. ut supra. 

Die bisher von mir untersuchten Arten dieser schönen 
Gattung sind: 



I. Lebende Arten: 

A. brasiliensis. — A. imbricata — und R. 
excelsa; — A. Cunninghami sah ich bisher 
noch nicht in Früchten. 

II. Fos.sile Arten: 

A. peregrina Lindley et Hütton foss. Flora I, 
T. LXXXMII. — Araucarites Göpperti Presl 
in Sterne. Flora d. Vorw. II, T. XXXIX, F. 4. — 
Araucaria Stern bergi Corda in Verhandl. der 
Gesellsch. des böhm. Museums 1842, p. 63, T. I. 
— A. erassifolia (s. T. XLVIII, F. 12) und A. 
acutifolia (s. T. XLVIII, F. 13— 15). 

Von diesen fossilen Arten fand sich in der Steinkohle : 
A. Sternbergi; in der Braunkohle : A. Göpperti ; im Liaskalke: 
A. peregrina ; zwei in der Kreide. 



1. A. erassifolia Corda. 



T. XLVIII, F. 12. 



R. foliis arcte imbricatis, obovatis, supra acumina- 
tis, crassis, convexiusculis, spiraliter C'/i) positis, in- 
tegerrimis. 

Fundort : Im Gault von Luschitz sehr selten. 

Dr. Reuss. 

Beschreibung. 
Diese schöne Art ist im Mergel fast noch vollkommen 
gut erhalten und licht ochergelb gefärbt. Ihre Blätter sind 
bis 7 MM. breit und 10 MM. lang, dick, lederartig-fleischig, 
schwach gefaltet, ganzrandig und etwas zugespitzt. Sie besitzt 
ein starres Ansehen und ihre erhaltenen Fragmente erinnern 
durch ihren ganzen Habitus , so wie auch durch ihre an der 
Spitze etwas einwärts gekrümmten Blätter an Araucaria ex- 
celsa, von welcher letztern ich auch auf T. XLVIII, F. 19 
einen Ast mit männlicher Blüthe, F. 20 ein Stückchen ent- 
blätterten Astes und F. 21, 22 zwei einzelne Blätter zur 
Vergleichung abgebildet habe. Beide Arten gleichen sich sehr; 
nur ist die fossile Art robuster gebaut, ihre Blätter sind 
grösser und stehen in weniger zahlreichen Spiralen um den 
Ast, als die kleineren Blätter der A. excelsa Lamb. 

2. A. acutifolia Corda. — T. XLVHI, F. 13—15. 

A. ramiilis tenuibus; foliis laxis, falcato-incurvis, 
obovatis, supra acuteacuininatis, integerrimts , medio 
lonoitudinaliter carinatis. 



Fundort: Im Gault von Luschitz selten. 



Dr. Reuss. 



Beschreibung. 
Die Reste dieser schönen Art sind stets unansehnlich und 
haben sehr gelitten. Die Endspitzen (F. 15) der Ästclien 
sind dünn und ihre Blättchen sind schmal, schlaff, zugespitzt 
und weniger sichelförmig nach innen gekrümmt, als die Blätter 
der altern Äste. Nach den Bruchstücken, nach welchen F. 14 
gezeichnet wurde, scheinen die Äste vielfach getheilt gewesen 



95 



zu sein und die Blätter der älteren Äste waren fast recht- 
winklig abstellend. Die Blätter selbst (F. 13) waren 8—9 MM. 
lang und 5 MM. breit, nach oben und innen sichelförmig ge- 
krümmt, verkehrt-eiförmig, oben lang zugespitzt, ganzrandig 
und in der Mitte der Länge nach schwach gekielt. Ausser 
den hier abgebildeten Blältertragenden Ästchen wurden noch 
keine anderen Thelle aufgefunden. 

Farn e. 

Die fossilen Farne fanden sich bisher sehr selten in der 
Kreideformation und die bekannten fünf Arten wirklicher Farne, 
welche in Schlesien, Sachsen, Baiern und Schweden in der 
Kreide und dem Grünsande sich vorgefunden haben , wurden 
bisher in Böhmen noch nicht entdeckt. Sie sind: Alethopte- 
ris Reichiana Sternb. , Camptopteris biloba Sternb., Polypo- 
dites Schneiderianus Göpp. , Pecopteris Reichiana Presl und 
Protopteris Singeri Presl. — Pecopteris Schönae (Geimtz, 
Verst. III, p. 22) kenne ich nicht, da sie nicht beschrieben 
ist und Chiropteris Reichii Rossmässler (Haliserites Reichii 
Sterne.) ist noch so zweifelhaft, dass man sie kaum in Wirk- 
keit zu den Farnen rechnen darf. 

Ich kann hier die fünf bekannten Farne durch folgende 
drei neue Arten aus dem untern Quader vermehren, welche 
insgesamt der Gattung Pecopteris angehören. 

Pecopteris Brongniart. 

(Brongniart, hist. des veget. foss. 7, p. 267. — 
Sternberg, Flora d. Vorw. I, IV, p. 17. — Presl, 
in Sternb. Flora II, p. 146. — Göppert, fossile 
Farne p. 58.) 

„Frons bi-tripinnatifida vel bi-tripinnata. Venae e 
Costa angulo recto, subrecto acutoque exeuntes, simpli- 
ccs vel furcatae, rectae vel curvato-areuatae." Presl, 
I. c. p. 146. 



Die Arten aus der böhmischen Kreideformation sind leider 
sehr fragmentarisch erhalten und nur mit Mühe enträthselbar. 

1. P. boheinica Corda. — T. XLIX, F. 1. 

P. fraginentum pinnatum , lanceolatum, rliaclii sul- 
cata, pinnuiis lanceolatis aeutis subpatentibus. 

Fundort: Im Schieferthone des untern Quaders von 
Msseno bei Schlan. 

Beschreibung. 

Diese Art scheint doppelt gefiedert gewesen zu sein und 
ist so schlecht konservirt, dass ich keine Zeichnung der Blatf- 
nervcn selbst zu fertigen möglich fand, obgleich das Fragment 
noch solche Spuren derselben zeigt, dass man es nur zur 
Gattung Pecopteris bringen kann. 

2. P. ZIppei Corda. — T. XLIX, F. 2, 3. 

P. bipinnata; pinnis graeilibus, supra dense attenua- 
tis, pinnuiis lanceolatis, aeutis, integerrimis ; nervis basi 
furcatis, supra sioiplicibus. 

Fundort: Im Schieferthon des untern Quaders von Msseno 
bei Schlan. Sie kam bisher nur ein einziges Mal vor und 
zwar nur das hier abgebildete Fragment. Die Rhachis ist glatt 
und gekielt. 

3. P. lobifolia Corda. — T. XLIX, F. 4, 5. 

P. margine undulato-inciso; nervis confertis, furca- 
tis, areuato-curvatis, tenuissimis. 

Fundort: In einem sehr harten kalkigen Schieferthon des 
untern Quaders bei Sternberg und Msseno. 

Ich fand bisher nur stets die Endlappen der WedeL Der 
Farn selbst scheint, nach diesen Endlappen zu urtheilen , sehr 
gross gewesen zu sein. Die Nerven stehen sehr gedrängt (F. 5) 
und sind bogenförmig nach aussen gekrümmt. 



96 



Dicotyle Pflaiizenreste. 



Die Zahl der bisher in der böhmisciien Kreideformation 
gefundenen Reste diiiolyler Pflanzen ist nicht unbedeutend 
und vorzüglich finden sich dieselben im Plänersandstein von 
Trziblitz , im Gault von Luschitz und im untern Quader von 
Perutz und Weberschan. Es sind Phylliten, mit Ausnahme 
eines einzigen Fragmentes, welches wahrscheinlich eine Kcich- 
schuppe (T. L, F. 11 in nat. Grösse; F. 12 schw. vergr.) ist, 
jedoch so gebaut, dass ich keine ähnliche kenne. 

Schon in der Einleitung erwähnte ich , dass es meine 
innigste Überzeugung sei, man kenne bei der jetzigen Form 
der Bearbeitung der dikotylen Pflanzen den Blattbau noch gar 
zu wenig und daher sei es bisher auch unmöglich , deren 
fossile Reste überhaupt und namentlich Phylliten richtig zu 
deuten. 

Die Phylliten selbst zu taufen finde ich nicht allein zweck- 
los, sondern die Wissenschaft selbst gefährdend ; daher werde 
ich hier nur die Fundorte mit Hinweisung auf die Abbildun- 
gen anführen und um der alten gewohnten Sünde, zu deuten, 
willen mir erlauben, einige poetische Vergleiche zu machen. 

Im untern Quader von Perutz — in einem eingelagerten 
kohligen Schieferlhon — fand unser sehr verehrter Freund 
Dr. Reüss eine Zahl sehr schöner Phylliten , die ich auf 
T. L, F. 4 — 10 abgebildet habe. Von denselben dürfte F. 4 
einer Rhamnee, F. 5 vielleicht einer Laurinee, F. 6, 7, 8, 9 
einer dickblättrigen Proteacec angehören und diese letzteren 
Fragmente nannte mein Freund in den „Kreidegebildcn des 
westlichen Böhmens" p. 169, Salix macrophylla R. 

Das auf T. L, F. 10 abgebildete Blattfragment ähnelt 
manchen Blättern der Dillcniaceen und stammt ebenfalls von 
Perutz. 



Das auf T. LI, F. 1 abgebildete Fragment mit den zwei 
Blättern und dem Fruchtrudiment am Stengel ist wohl dunkel- 
gefärbt, aber doch äusserst undeutlich erhalten und scheint 
nebst den beiden anderen in F. 2 und 3 abgebildeten Blät- 
tern Pflanzen aus der Familie der Piperaceen oder ihr ver- 
wandt angehört zu liaben. 

Alle drei Fragmente fanden sich im Plänersandstein von 
Trziblitz. 

Das auf T. LI, F. 6 abgebildete Blatt scheint einer 
Myrtacee angehört zu haben und findet sich ebenfalls im Plä- 
nersandstein von Trziblitz. 

T. LI, F. 7, 8 ähnelt in Bezug der Blattform und Ner- 
venvertheilung einigen schmalblättrigen Arten der Gattung 
Metrosideros, nur scheint es nicht lederartig gewesen zu sein. 

Dr. Reuss nannte es 1. c. p. 169 Salix angusta. Es 
findet sich vereinzelt im Gault von Priesen, häufiger im Schie- 
ferlhon zwischen Plänersandstein und unterem Quader bei 
Weberschan. F. 7 stellt das Blatlfragment in natürlicher Grösse, 
F. 8 einen Theil desselben vergrössert dar. 

T. LI, F. 4, 5 gehören einem Blatte an und ähneln in 
Bezug der Nervenbildung und im Habitus überhaupt den 
Blättern einiger Arten der Gattung Styrax. F. 5 ist die 
Spitze, F. 4 die Basis des Blattes mit dem kurzen Blatt- 
stiele. Beide Fragmente stammen aus dem Plänersandsteine 
von Trziblitz. 

T. LI, F. 9 ist der Abdruck eines dicken lederartigen 
Blattes ohne deutlich sichtbare Nerven; es ist an der Basis 
verschmälert und gezähnt. 

Es kömmt ziemlich häufig im Plänersandsteine von 
Trziblitz vor. 



Maehträg^e unil ^rgäiiKungen 

zur ersten Abtheilung. 



Seite 1, Spalte 1. Zeile 25 von oben. 
2. Äcroduspolydyctios Reuss. — T. XXI, F. 1—8. 

Die hieher gehörigen Zähne sind 3— 9'" lang, verlängert 
oval oder elliptisch, an den Enden gerundet, selten stumpf zu- 
gespitzt, zuweilen etwas seitwärts gebogen. Die meisten sind 
sehr flach und nur ein sehr schmaler scharfer Längskiel ragt 
aus der obern Kronenfläche hervor, bald gerade in der Mitte, 
bald etwas seitwärts. Die Mitte desselben steht gemeiniglich 
in Form einer kleinen Kuppe stärker hervor. Nur sehr selten 
sind die Zähne mehr gewölbt und die Seiten fallen von der 
Mittelkante dachförmig ab , deren Mitte dann auch als ein et- 
was höherer gerundeter Kegel hervorragt. Die flachen Zähne, 
welche mehr dem vordem Theile der Kiefern angehören, zeigen 
sehr zahlreiche, von der Mittelkante nach beiden Seiten hin 
auslaufende Fältchen , die aber gleich vielfach unter einander 
anastomosircn und ein feines Netzwerk bilden, wodurch sich 
diese Zähne sehr denen von Cestracion nähern. (F. 2, 3, 5.) 

Bei den längeren mehr gewölbten Zähnen, die wohl vom 
hintern Theile der Kiefern abstammen, sind die Falten stärker, 
mehr parallel, weniger verzweigt und anastomosircn erst gegen 
den Rand des Zahnes hin, wobei sie zugleich ein gröberes, 
mehr regelmässiges Netzwerk bilden. Besonders findet diess 
auf einer Seite des Zahnes statt, während die andere das 
eigenthümliche feinere unregelmässige Netz aufzuweisen hat. 
(F. 1, 6). 

Doch finden sich auch Zähne , die fast ganz flach sind 
und nur sehr schwache, dem freien Auge kaum bemerkbare 
Runzeln darbieten (F. 8). 

Bei einem Exemplare (F. 7), das sich den vordem Zähnen 
von Cestracion noch mehr nähert , ragt aus der Mitte der 
obern Fläche eine zusammengedrückte rundliche Spitze senk- 
recht hervor. 

Die Wurzel ist nicht hoch. 

Nicht selten, jedoch gewöhnlich zerbrochen im untern 
Plänerkalk von Weisskirchlitz bei Teplitz. 

S. 1, Sp. 2, Z. 22 V. o. 

Ptychodus latissimus Ac. kömmt auch im untern 
Plänerkalk von Rannay vor. 



Seite 3, Spalte 1, Zeile 37 von oben. 

In der jüngsten Zeit entdeckte ich im untern Plänerkalk 
von Weisskirchlitz die Zähne von 7 Hybodusarten, so dass die 
böhmische Kreideformation nun 8 Arten dieser in den Kreide- 
schichten sonst so seltenen Gattung aufzuweisen hat. Sie sind: 

2. Hybodus p ol yptychus Reuss. —T. XXI, F. 9, 10. 
Die Zähne ähneln in der Form am meisten denen von 
H. raricostatus Ag. (rech. s. 1. poiss. foss. III, T. XXIV, 
F. 24). Sie sind dreimal so lang als hoch. Der mittlere 
Kegel ist stumpf, gerundet, ebenso breit als hoch oder niedrig 
kegelförmig mit stumpfer Spitze. Auf jeder Seite desselben 
stehen drei, selten vier kleinere, ebenfalls stumpfe Kegeln, die 
nach aussen an Höhe abnehmen und durch gerundete, manch- 
mal wenig deutliche Ausschnitte getrennt sind. Zahlreiche 
grobe Falten, welche sich abwärts verzweigen und öfters ana- 
stomosircn, bedecken die Kegeln bis zu ihrer Spitze. Die 
Zwischenräume zwischen denselben bilden oben eine scharfer 
Kante. Bei manchen Zähnen treten die einzelnen Kegeln sehr 
wenig vor und dann läuft eine scharfe Kante über die ganze 
Länge des Zahnes. Das Email endet unten in einer nur sehr 
wenig ausgeschweiften Linie ; auf der innern Seite des Zahnes 
reicht es tiefer herab, als an der äussern und schwillt am un- 
tern Ende zu einem ziemlich starken Wulste an. Der ganze 
Zahn ist in der Mitte bedeutend dicker, als an den Enden, 
daher, von oben angesehen, schwach dreiseilig. Die äussere 
Fläche ist schwach ausgeschweift. Die Wurzeln niedriger als 
die Krone, fast gerade, aussen wenig eingebogen. 

3. H. Bronnii Reuss. — T. XXIV, F. 26; T. XLII, 

F. 7. 

Nähert sich der vorigen Spezies am meisten. Die Zähne 
sind 3 — 3,5'" hoch, bei 4 — 5'" Länge, und vollkommen sym- 
metrisch. Der Mittelkegel nimmt genau die Mitte des ganzen 
Zahnes ein, ist kegelförmig, verschmälert sich nach aufwärts 
rasch zur ziemlich scharfen Spitze und hat mehr als die dop- 
pelte Höhe der Seitenkegeln , deren man auf jeder Seite ge- 
wöhnlich zwei zählt. Nur selten findet sich ein dritter, wenig 
ausgebildeter, der dem benachbarten sehr genähert ist. Der 
Erste ist von dem Mittelkegel durch einen liefen runden 
13 



98 



Ausschnitt gesondert, welcher breiter ist, als der zwischen dem 
ersten una zweiten Nebeniiegel. Üijrigens ist der Mitteliiegel 
fast vollkommen rund im Querschnitt und ringsum bis fast 
zur Spitze mit Falten bedeckt. Diese sind auf der äussern 
Fläche sehr schmal und fein , durch breitere und flache Zwi- 
schenräume getrennt, auf der innern etwas gröber und weit 
dichter stehend. Zwischen die längeren Falten schieben sich 
an der Basis kleinere ein ; daselbst anastomosiren sie auch 
öfters mit einander, doch nie so stark als bei der vorigen 
Spezies. An den Nebenzähnen reichen die Falten, welche dort 
schärfer sind und mehr anastomosiren, bis an die Spitze. Das 
Email geht auf der äussern Seite des Zahnes weiter herab, als 
auf der innern, und bildet dort an der Basis einen etwas an- 
geschwollenen Wulst. Die Wurzel ist ziemlich niedrig, sehr 
schräg, auf der äussern Seite flach und gerade, auf der innern 
stark vortretend, unten flach abgeschnitten. 

k. H. dispar Reuss. — T. XXIV, F. 27, 28. 

Wiewohl sich bisher nur sehr wenige Exemplare dieser 
Spezies vorgefunden haben , so unterscheiden sie sich doch 
von allen Andern so bedeutend, dass man eine eigene Spezies 
aus ihnen bilden muss. Sie sind nur 2 — 4'" hoch und eben- 
so lang. Der Mittelkegel ist hoch , sehr schlank und spitzig, 
wenig einwärts, zuweilen auch etwas rückwärts gebogen. Feine 
Längsfältchen, die besonders auf der äussern Fläche zart sind 
bedecken ihn bis über die Hälfte, so dass nur die Spitze glatt 
ist. Nur eine Falte an der vordem und eine an der hintern 
Seite des Zahnkegels setzt sich fast bis zur Spitze fort. Die 
äussere Fläche ist nur wenig flacher, als die innere. Auf jeder 
Seite des mittleren Kegels stehen zwei sehr kleine, spitzige, 
oftmals mit der Spitze etwas einwärts gerichtete Nebenzähne, 
welche, besonders an der äussern Seite, nur sehr schwach 
gefaltet sind. Das Email reicht an der äussern Seite des 
Zahnes viel weiter herab, als an der innern, welche Ungleich- 
heit diesen Zähnen eine ganz abweichende Physiognomie mit- 
Iheilt. Die ziemlich dünne Wurzel ist daher auf der äussern 
Fläche ganz durch das hier ganz glatte, ungcfaltete Email ver- 
deckt, während ihre innere Seite etwas gewölbt ist und einen 
schwachen Querkiel zeigt. Die Basis des Emails und der 
Wurzel ist parallel, schwach ausgeschnitten. 

5. H. serratus Reuss. — T. XXI, F. 14, 15. 

1,5 — 1,8'" hoch, dreiseitig, ebenso lang als hoch, schwach 
zusammengedrückt, mit 2 — 3 sehr kleinen, stumpfen, nahe 
stehenden Nebenzähnen an jeder Seite. Die Basis des Emails 
stark ausgeschnitten ; die äussere Fläche in der Mitte der Basis 
eingedrückt, die innere daselbst gewölbt. Geschlängelte, hie 
und da anastomosirende Falten, die nur hart an der Basis 
breiter sind, aufwärts aber bald sehr fein werden, reichen bis 
gegen die Spitze des Mittelkegels; die der innern Fläche sind 
stärker und gedrängter, als die der äussern. 

6. H, regularis Reuss. — T. XXI, F. 11. 

Beim ersten Anblick sind die Zähne dieser Spezies denen 
eines Otodus oder einer Lamna sehr ähnlich, welche Ähnlich- 



keit jedoch bei genauerer Untersuchung schwindet. Sie sind 
3 — 4'" hoch und fast ebenso lang. Der Mittelkegel ist schlank 
konisch, stumpf zugespitzt, im Querschnitt vollkommen rund, 
wenig einwärts gebogen. Auf jeder Seite ein wenigstens viermal 
kürzerer, stumpf konischer Nebenzahn. Feine Längsfalten be- 
decken den mittleren Kegel bis zur Hälfte aufwärts, sind aber 
an der innern Fläche stärker, als an der äussern, wo sie sehr 
flach und fein sind. Die Basis der äussern Fläche etwas ein- 
gedrückt. An den Nebenzähnen gehen die Falten bis an die 
Spitze. Die Basis des Emails ist an der äussern Seite etwas 
ausgeschweift. Die Wurzel dick, aber niedrig, bogenförmig; 
an der innern Seite stark höckerig vortretend. 

7. H. gracilis Reuss. — T. XXI, F. 12, 13. 

Ebenfalls einer Lamna sehr ähnlich, viel kleiner und zar- 
ter als die vorige Spezies, nur 1,5 — 2'" hoch und wenig kür- 
zer. Der Mittelkegel aufwärts schnell an Dicke abnehmend 
und scharf zugespitzt, oft sehr stark einwärts gebogen, im 
Querschnitt rund. Jederseits ein durch einen weiten Ausschnitt 
getrennter, 2 — 2yinial kürzerer, sehr spitz-konischer Neben- 
zahn. J Scharfe, feine Längsfalten bedecken die Kegeln und las- 
sen nur die Spitze des mittleren frei. Die Wurzel niedrig, 
unten ganz flach , stark hufeisenförmig gebogen. — Kömmt 
ausser dem schon oben genannten Fundorte auch im Pläncr- 
mergel von Priesen und Postelberg vor. 

8. H. tenuissimus Reuss. — T. XXI, F. 16, 17. 

Diese nur 1,33 — 1,6'" hohen Zähnchen zeichnen sich 
vor allen anderen Hyboduszähncn durch die Schlankheit des 
sehr spitzigen, pfriemenförmigen Mittelkegels aus, dessen Höhe 
die Dicke an der Basis mehr als zweimal übertrifft. Jeder- 
seits begleiten hn 1 — 2 ziemlich hohe, äusserst dünne , fast 
nadeiförmige, spitzige Nebenzähne , deren äussere eine etwas 
schräge Richtung haben. Die Oberfläche zieren wenige, ver- 
hältnissmässig dicke Längsfalten , die gewöhnlich nur das un- 
tere Drittheil des Mittelkegels einnehmen, indem sie sich auf- 
wärts schnell verschmälern und verschwinden ; nur selten stei- 
gen sie bis zur Mitte empor. Das Email reicht an der äussern 
Fläche viel weiter herab, als an der innern. Am ähnlichsten 
aber doch weit weniger schlank ist: H. attenuatus Pliening. 
aus der Breccie zwischen Keuper und Lias bei Stuttgart (von 
Meyer und Plieninger Beitr. z. Paläont. Württembergs. 
T. XII, F. 72). 

S. 3, S. 1, Z. 4 von unten. 

Notidanus Cuvier. 

1. N. microdon Agass. — T. XLII, F. 8. 

Agassiz, rech. s. 1. poiss. foss. III, p. 221, T. XXVII, 
F. 1 ; T. XXXVI, F. 1, 2. — Geinitz, 1. c. p. 38, 
T. IX, F. 2. 
Mantell, G. S. T. XXXII, F. 22. 

Bisher fand ich nur einen hieher gehörigen Zahn im un- 
tern Plänerkalk von Weisskirchlitz bei Teplitz. Er ist bei- 
läufig 4'" lang, seitlich stark zusammengedrückt. Der obere 
Theil der Krone ist in fünf kleine, sägeförmige, scharfe, spitzige, 



99 



stark nach rückwärts gerichtete Zacken zerschnitten , die nach 
hinten sehr an Grösse abnehmen, so dass die hinterste nur 
einen kleinen Hocker bildet. Der vordere Rand der vorder- 
sten Zacke ist selbst wieder fein gesägt. Offenbar gehört der 
abgebildete Zahn den mittleren Zähnen des Unterkiefers an. 
Die Wurzel ist gerade, dünn, nach unten wenig dicker, am 
vorderen Theilc etwas höher als im hintern. 

An demselben Fundorte entdeckte ich ein Fragment eines 
andern Zahnes, der wahrscheinlich auch einer Notidanusart 
angehört (T. XLII , F. 9). Es zeigt nur drei Zacken , die 
aber stärker konvex, viel breiter, nicht so scharf zugespitzt 
sind und überdiess fast senkrecht stehen. Endlich muss der 
Zahn, von welchem das abgebildete Bruchstück abstammt, auch 
viel kleiner gewesen sein, als die Zähne von N. microdon. 

Seite 4, Spalte 1, Zeile 24 von unten. 

Die Zähne von Corax hetcrodon Rkuss sind neuer- 
dings auch im untern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin, von 
Weisskirchlitz und von Rannay, ja selbst im untern glaukoni- 
tischen Quader von Kreibilz aufgefunden worden. 

S, 5, Sp. 1, Z. 8 von oben. 

Gompliodus Reuss. 

Zähne mit unten sehr dickem, massivem, nach oben sich 
allmälig zuspitzendem, an beiden Flächen stark gewölbtem, 
schwach zweischneidigem Mittelkegel und jederseits 1 , seltner 
zwei kleinen Nebenzähnen üljcr der sich ausbreitenden und 
etwas verflachenden Rasis des Zaimes. Oberfläche glatt bis 
auf schwache Runzeln an der Basis der äussern Fläche. 
Wurzel niedrig, der innere Theil etwas iiöher. 

1. G. Agassizii Reuss. — T. XXI, F. 22—25. 

Die Form dieser Zähne, welche {nur selten im untern 
Pliinerkalke von Weisskirchlitz vorkommen, ist so ausgezeichnet, 
dass sie mit keiner der lebenden und fossilen Gattungen der 
Haie übereinstimmt. Ich habe sie daher zum T^pus einer 
eigenen Gattung erhoben, welche ich wegen ihrer Verwandt- 
schaft mit den Scylliodontcn, besonders Triakis Müll, et Henle, 
provisorisch den Scyllien angehängt habe. 

Die Zähne sind 2 — 5'" hoch und beinahe ebenso lang 
und dick ; seltner überwiegt die Höhe bedeutend. In der Mitte 
des Zahnes erhebt sich ein dicker, stark einwärts geneigter 
Kegel, dessen Seitenränder erst unter der Mitte eine sehr 
schmale Schneide zeigen. Beide Flächen sind gewölbt, die 
innere dabei von oben nach unten etwas ausgescliweift , die 
äussere stärker konvex, besonders in der Mitte. Die Spitze 
bei den meisten Exemplaren sehr stumpf, oft tief abgenützt ; 
nur bei den schlanken , wahrscheinlich vorderen Zähnen ist 
sie ziemlich lang gezogen. Vorne und hinten steht an der 
Basis des mittleren Kegels ein kurzer, dicker, slumpfspitziger, 
schneidiger Seitenzahn, der von dem Mittelkegel bis an die 
Basis durch eine tiefe Furche gesondert ist. Nur selten sieht 
man neben diesen Nebenzähnen noch einen zweiten kleinern. 



An der äussern Fläche des Zahnes, wo das Email weiter 
herabsteigt, dehnt sich die Basis in eine zweilappige, fast ho- 
rizontale Ausbreitung aus, deren unterer Rand in der Mitte 
ausgeschweift ist. Sie ist mit feinen, oben mehr geraden, un- 
ten und an den Seiten des Zahnes sich vielfach verbindenden 
und ein feines Netzwerk bildenden Runzeln bedeckt, während 
jederseits von dem äussern Rande des Nebenzahnes eine stär- 
kere Falte entsteht und geschlängelt nach vorne läuft und in 
der Mitte mit der der andern Seite sich verbindet. Von ihr 
entspringt ein grosser Theil der feinen Runzeln. 

Die innere Fläche tritt in der Mitte der Basis bedeutend 
hervor und bildet dort einen mehr oder weniger vorstehenden 
gewölbten Fortsatz, während der untere Rand zu beiden Sei- 
ten ausgeschweift ist. Sie ist ganz glatt. 

Die Wurzel tritt an der Innern Seite tiefer herab und 
ist daselbst in der Mitte stärker gewölbt, zu beiden Seiten ein- 
gedrückt und mit einer starken rundlichen Verliefung oder 
einem Loche versehen. An der äussern Seite ist die Wurzel 
sehr niedrig. 

S. 5, Sp. Ij Z. 21 von oben. 

Zähne von Otodus appendi cu latus Ac, so wie auch 
von Ct. latus Ag., diese aber sehr selten, enthält auch der 
untere Plänerkalk von Weisskirchlitz ; ersterc auch der untere 
Plänerkalk von Rannay und sehr vereinzelt der Grünsand 
von Laun. 

S. 5, Sp. 2, Z. 4 von unten. 
5. Otodus rudis Rjeuss. — T. XXI, F. 26—40. 

Diese 1,25 — 4'" hohen Zähne flnden sich ziemlich häufig 
im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz; sehr oft aber sind 
sie zerbrochen. Die aus dem vordem Theilc der Kinnlade 
sind breit-dreieckig, stets länger als hoch und immer schief, 
so dass der hintere Rand des Mittelkegels senkrecht abfällt, 
während der vordere schräg ansteigt. Beide sind übrigens 
gerade und schneidend. Die innere Fläche ist stark gewölbt 
und an der Basis mit kurzen, sehr feinen, dichtstehenden Fält- 
chen versehen. Die äussere dagegen ist nur sehr wenig kon- 
vex, zeigt aber an der Basis zahlreiche kurze, unregelmässige, 
bald gerade, bald schräge, zuweilen aurh sich verbindende 
grobe Längsfalten, welche einen ziemlich dicken Querwulst 
bilden. Die Basis des Emails ist geradlinigt. 

Der hintere Nebenzahn ziemlich gross, gerundet, an den 
Rändern schneidig und durch einen tiefen sehmalen Ausschnitt 
vom Hauptzahn gesondert. Der vordere niedrigere fliesst mit 
dem Mittelkegel beinahe zusammen. 

Eine ganz abweichende Gestalt haben die Zähne aus dem 
hintern Theile der Kinnlade. Der mutiere Zahnkegel wird 
immer niedriger; die stumpfe Spitze tritt immer weniger her- 
vor. Die Nebenzähne fliessen mit ihm ganz zusammen und 
bei den hintersten Zähnen bildet die Krone nur einen hori- 
zontalen oder wenig bogenförmigen, niedrigen , scharfen Rand 
auf der hohen Wurzel, dessen Basis an der äussern Seite 
wulstfürmig vortritt. Die groben Falten daselbst werden noch 
13* 



100 



stärker, sind gewöhnlich schräge und erstrecken sich oft bis 
zum obern Rande des Zahnes (F. 36 — 39). 

Der Fig. 40 abgebildete Zahn dürfte aus der Mitte des 
Kiefers herstammen, wofür der symmetrische Bau desselben 
spricht. 

Die Wurzel ist sehr selten wohlerhalten , hoch und dick, 
an der äussern Seite oft ausgehöhlt, an der Innern konvex, so 
dass sie eine halbmondförmige Gestalt annimmt. 

6. O. sulcatus Geinitz. — T. XXI, F. 41. 

Geinitz, Nachtrag 1843, p. 5, T. IV, F. 2. 

6 — 8'" hoch, schmal dreieckig; der mittlere Kegel im 
obern Theile pfriemenförmig zugespitzt, im untern sich ver- 
hältnissmässig stark verdickend, scharf zweischneidig. Die in- 
nere Fläche stark gewölbt, die äussere beiderseits mit einer 
breiten seichten Längsfurche , in der Mitte schwach gewölbt. 
Beide Flächen an der Basis mit kurzen starken Längsfalten, 
die an der Innern bis zur Hälfte der Höhe emporsteigen, an 
der äussern kürzer, aber zugleich dicker sind. An der Spitze 
ist der Zahn schwach nach aussen, in der Mitte nach innen 
gebogen. An jeder Seite des Mittelkegels ein langer, scharf 
zugespitzter, unten bauchiger, kegelförmiger Nebenzahn, der 
an beiden Flächen gewölbt und mit kleinen, bis fast zur Spitze 
reichenden Falten besetzt ist. Die Basis des Emails schwach 
ausgeschweift. Die Wurzel ziemlich dick und hoch, stark bo- 
genförmig, mit langen dünnen Schenkeln. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz. 

S. 6, Sp. 1, Z. 9 von oben. 

Die Zähne von Oxyrrhina Mantellii Ag. finden sich 
auch im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz und Rannay. 

S. 7, Sp. 1. 

4. Oxyri-hina heteromorpha Reuss. — T. XXIV, 
F. 23, 24; T. XLII, F. 10, II, 12. 

Die unter diesem Namen beschriebenen Zähne stimmen 
beinahe ganz mit den Zähnen von Scoliodon M. et H. über- 
ein, denn es sind „scharfschneidende Zähne mit ganz nach 
rückwärts gewendeter Spitze, ohne Zähnelung und der hintere 
Theil der Basis bildet einen stumpfen Absatz, entweder ohne 
oder mit leichter Einkerbung". Ob sie aber wirklich einer 
Spezies dieser Unterabtheilung von Carcharias angehören, muss 
unentschieden bleiben, da sich ausser vereinzelten Zähnen kein 
anderer Theil vorgefunden hat. Jedenfalls unterscheiden sie 
sich aber von den typischen Formen der Gattung Oxyrrhina 
so bedeutend, dass sie von demselben getrennt werden müs- 
sen. Ich belege sie indessen mit dem Namen Scoliodon 
priscus. 

Ich habe sie seither auch, wiewohl selten, im untern 
Plänerkalk von Weisskirchlitz gefunden. T. XLII, F. 10 — 12 
stellen Exemplare von diesem Fundorte dar, von denen das 
kleinere einige Falten an der Basis der äusseren Fläche hat. 

Der F. 12 dargestellte Zahn muss wegen seiner besonders 
schiefen Richtung dem hintersten Theile des Kiefers angehört 
haben. 



Seite 7, Spalte 2, Zeile 13 von oben. 

Die Zähne von Odontaspis (Lamna) raphiodon Ao. 
sind seither in ungeheuerer Menge im untern Plänerkalk von 
Weisskirchlitz bei Teplitz vorgekommen. Sie erreichen mitun- 
ter eine Höhe von 12 — 13'", sind gewöhnlich schmal, an den 
Seitenrändern scharf schneidend, mit scharfer Spitze. Der 
oberste Theil ist auswärts, die Mitte ziemlich stark einwärts, 
der untere Theil wieder auswärts gebogen. Die innere Fläche 
sehr stark konvex, unten mit schmalen, scharfen, bis zur Hälfte 
der Höhe reichenden Falten, welche mitunter, besonders die 
mittelsten, dichotomiren und anastomosiren. Die äussersten 
sind die kürzesten, die zunächst folgenden die längsten, wäh- 
rend die mittelsten wieder kürzer sind. 

Stets aber ist der dem gefurchten Rande zunächst lie- 
gende Theil der innern Fläche glatt, faltenlos. Die äussere 
Fläche wenig gewölbt, am meisten noch in der Mitte des un- 
tern Theiles, so dass diese gleichsam kielartig vortritt, während 
die Seiten flach und der Rand deutlicher gefurcht ist, als bei 
der innern Fläche. An der Basis ist eine dreieckige Depres- 
sion. Die Wurzel sehr stark hufeisenförmig gebogen, mit dün- 
nen Schenkeln. Die Seitenzähne sind kurz, sehr dünn und 
spitzig und stehen von dem Hauptkegel weit ab (T. XXI, 
F. 42). 

Die Zähne aus dem hintern Kiefertheile sind viel nie- 
driger bei grösserer Länge; die Wurzel ist dabei weniger 
bogenförmig, nie aber sehr massiv. Zugleich ist die Spitze 
mehr oder weniger rückwärts gekrümmt und dadurch der ganze 
Zahnkegel etwas schief. Die innere Fläche zeigt überdiess 
eine weit geringere Konvexität. (T. XXI, F. 43). 

Ausser dem oben genannten Fundorte habe ich die Zähne 
dieser Spezies noch im obern Plänerkalk von Hundorf, im un- 
tern Plänerkalk der Schillinge bei Bilin und von Kosstitz, in 
den Konglomeratschichten vom Borzen bei Bilin, und im Hip- 
puritenkalk von Kutschlin angetroffen. 

S. S, Sp. 1, Z. 1 von unten. 

4. •? Lamna subulata Agass. — T. XXIV, F. 25. 
Agass. 1. c. III, p. 269, T. XXXVII a, F. 5—7. 

Im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz trifft man seltene 
Zähne, welche zu der genannten Spezies gehören dürften. 
Sie sind 0,75" hoch, schlank, spitzig, mit dem obern und 
untern Ende auswärts, in der Mitte etwas einwärts gebogen. 
Die innere Fläche stark konvex, mit bogenförmigem untern 
Emailrande; die äussere wenig gewölbt, an der Basis etwas 
eingedrückt ; beide glatt, faltenlos. Die Ränder schneidig. Auf 
beiden Flächen längs dem Rande eine schmale Furche. Ne- 
benzähne klein, aber spitzig. Wurzel dick , stark hufeisenför- 
mig gebogen, mit langen Schenkeln. 

C. Squatinae. 
Squatina Dem. 
1. Sq. Mülleri Reuss. — T. XXI, F. 18, 19, 20. 
Diese schönen Zähne sind 2 — 5'" lang und beinahe 



101 



ebenso hoch , nur selten etwas höher. Der mittlere ziemlich 
dicke Zahnkegel ist etwas nach innen geneigt, an den Seiten- 
rändern schneidig und glatt, oben meistens stumpf zugespitzt, 
selten in eine längere Spitze ausgezogen. Er bildet an der 
Basis YOrne und hinten eine lange niedrige Ausbreitung mit 
scharfem, gewöhnlich horizontalem oberm Rande, welche daher 
einen rechten Winkel mit der Längenaxe des Zahnes bildet 
und fast senkrecht abgeschnitten endigt. Die innere Fläche 
des mittlem Kegels ist stark gewölbt , mit an der Basis etwas 
ausgeschnittener Emaillinie. Die äussere Fläche, welche we- 
niger konvex Ist, verlängert sich in der Mitte der Basis in 
einen längern oder kürzern zapfenfSrmigen, unten gerundeten 
Fortsatz, dessen Oberfläche ebenfalls ziemlich stark in die 
Quere gewölbt ist. Die Basis der seitlichen Ausbreitungen 
des Zahnes ist horizontal. Die Oberfläche des ganzen Zah- 
nes glatt. 

Die Wurzel ist an der äussern Seite fast eben , an der 
innern aber tritt sie in der Mitte in starker Wölbung vor. 

An manchen Exemplaren ist die seitliche Ausbreitung des 
Zahnes von dem Mitteltheile durch einen kleinen Ausschnitt 
getrennt, so dass sie dann die Form eines Nebenzahnes an- 
nimmt. 

Diese seltenen Zähne, die in ihren Umrissen ganz mit 
den Zähnen der lebenden Squatina angelus Risse überein- 
stimmen , habe ich zu Ehren des Herrn Prof. J. Müller in 
Berlin, dem ich sie zur Ansicht gesandt hatte, benannt. Sie 
flnden sich selten im Plänerkalkc von Wcisskirchlitz , in den 
Konglomeratschichten vom Borzen bei Bilin und im untern 
Plänerkalk von Kosslitz. Von leztcrm Orte stammt auch das 
T. IV, F. 9 abgebildete eingewachsene Exemplar, das ich da- 
mals wegen seiner Unvollständigkeit nicht erkannte. 

2. Sq. lobata Reuss. — T. XXI, F. 21. 

Nur 2'" lang und 1,25'" hoch; der Mittelkegel niedrig, 
oben stumpf, mit schneidigen Rändern und massig gewölbten 
Flächen; die äussere an der Basis, wie bei der vorigen Spe- 
zies, in einen zapfenförmigen Fortsatz auslaufend ; die innere 
nach unten ebenfalls einen breiten gerundeten, die Wurzel 
daselbst überragenden Lappen bildend. Vorne und hinten 
verlängert sich der Mittelzahn , wie bei Sq. Mülleri , in eine 
ziemlich lange Ausbreitung mit horizontalem oberm Rande, 
die an den Enden fast gerade abschneidet. Die innere Fläche 
des ganzen Zahns ist mit schwachen kurzen unregelmässigen 
Längsrunzeln bedeckt, während die äussere nur an dem hori- 
zontalen untern Rande der seitlichen Ausbreitungen einige 
kurze Fältchen wahrnehmen lässt. 

Die unten eine ebene Fläche bildende Wurzel steigt vorne 
schräg an, ist unten von einem scharfen Rande begrenzt und 
auf der vordem Fläche mit einigen breiten Längsfurchen be- 
setzt. Hinten dagegen ist sie ausgeschnitten und in den 
Ausschnitt ragt der oben erwähnte Lappen des Zahnes hinein. 

Sehr selten im Plänermergel von Priesen. 

S. S, Sp. 2, Z, 3 von oben. 

Spiiiax (Acanüiias) maior Agass. — T. XXI, F. 65. 



AcASSiz, poiss. foss. in, p. 62, T. X b, F. 8 — II. — 
Geinitz, Nachtrag 1843, p. 5, T. IV, F. 4. 

Im untern Plänerkalk von Wcisskirchlitz trifl't man selten 
Bruchstücke von ziemlich grossen Flossenstacheln, die ganz 
mit den von Agassiz gegebenen Abbildungen der Stacheln 
von Spinax major übereinstimmen. Sie gehören alle den vor- 
dem Flossenstacheln an. Sie sind 4 — 5'" dick, gerade, im 
Querschnitt dreiseitig. Die vordere Seite bildet eine gerun- 
dete Kante ; die hintere ist breit und der Quere nach schwach 
ausgeschweift. Die Oberfläche zeigt entfernt stehende schwache 
schräge Furchen und dazwischen feine, in derselben Richtung 
verlaufende Linien. 

Die p. 8 beschriebenen und T. IV, F. 10 — 14 abgebil- 
deten Stacheln gehören auch der Bonaparte'schen Untergattung 
Acanthias an. 

Im untern Plänerkalke finden sich noch andere der Gat- 
tung Spinax angehörige Flossenstacheln. Einzelne sind gerade, 
vorne stumpf gekantet, an den Seiten nicht weit hinter der 
vordem Kante mit einer schmalen Längsfurche , mit breiter, 
in der Mitte tief gefurchter hinterer Fläche (T. XLII, F. 13). 

Andere haben eine scharfe vordere Kante und in der 
Mitte jeder Seite eine tiefe Längsfurche, veie bei dem leben- 
den Acanthias uyatus M. et H. Die hintere Fläche ist wie 
bei der vorigen beschaffen (T. XLII, F. 14). 

Andere sind mehr oder weniger nach rückwärts gebogen, 
daher den hinteren Flossenstacheln angehörig, im untern Theile 
rund und ringsum sehr fein längsgefurcht, in der obern 
Hälfte stark von vorne nach hinten zusammengedrückt und 
daher an den Seiten scharf gekantet (T. XLH, F. 15). 

Andere endlich sind ebenfalls rückwärts gekrümmt, aber 
in ihrer ganzen Länge drehrund und fein gestreift (T. XLII, 
F. 16). 

S. 9, Sp. 1, Z. 26 von oben. 

Placoidenschuppen. 
(T. XXI, F. 44—64.) 

In dem untern Plänerkalk von Wcisskirchlitz liegen sehr 
häufig lose Haifischschuppen zerstreut. Sie sind 0,4 — 1'" lang 
und in ihrer Form sehr veränderlich, was zum Theil von dem 
verschiedenen Alter der Individuen, von denen sie abstammen, 
herrühren mag. Denn nach J. Müller's Untersuchungen neh- 
men die Furchen und Falten der Schuppen mit dem Alter an 
Zahl und Grösse zu. Im Umrisse sind sie mehr oder weniger 
dreieckig oder rautenförmig , gewöhnlich sehr dünn , auf der 
obern Fläche glänzend glatt. Im Besondern lassen sich drei 
Formen unterscheiden, die wohl verschiedenen Haifischspezien 
angehören. 

1. Mehr oder weniger dreizackig, hinten in eine mitt- 
lere, oft lange, zuweilen kurze gerundete Spitze auslaufend. 
Der Rücken gewöhnlich mit drei niedrigen scharfen Kielen, 
die durch ebenso breite runde Furchen geschieden sind. Der 
mittlere Kiel endet in der erwähnten Spitze des hintern Ran- 
des und verlängert sich manchmal auch etwas über den vor- 
dem Rand heraus in der Form eines Kartenpique, wie bej 



102 



dem lebenden Acanthias vulgaris Risso (F. 47). Er zer- 
theilt sich oft in 2 — 3 Längskiele, die erst in der Nähe des 
hintern Endes zusammenfliessen. Die Seiteneciten sind bald 
spitz, bald gerundet. Der vordere Rand ist ganz oder durch 
die auslaufenden Furchen schwach gekerbt, selten in einen 
längern Mittellappen auslaufend (F. 4-7, 48). Sie finden sich 
am häufigsten und ähneln sehr den von J. Müller und Henle 
gegebenen Abbildungen der Schuppen von Carcharias laticau- 
dus M. et H., C. oxyrrhynchus M. et H., C. Menisorrah Val. 
und Tnakis Scyllium M. et H. (F. 44—49). 

2. Mehr oder vfeniger rautenförmig, hinten in ein stum- 
pfes gerundetes, selten stark vorspringendes Eck auslaufend. 
Der vordere Rand gezähnt durcli 5 — 7 kurze Falten. Diese 
sind bald deutlich markirt und mitunter bildet die mittlere 
einen ziemlich weit vorstehenden, wieder zweitheiligen Lap- 
pen ; bald sind sie nur wenig ausgesprochen oder fehlen auch 
ganz und dann ist der vordere Rand ebenfalls ganz, ungetheilt 
oder höchstens dreilappig. Der Rücken ist eben (F. 50 — 60). 
Sie stehen an Häufigkeit des Vorkommens der ersten Varietät 
nur wenig nach und haben Ähnlichkeit mit den Schuppen von 
Triaenodon obesus M. et H., Odontaspis taurus JI. et H. und 
Ccntrophorus granulosus M. et H. 

Bei den beiden eben genannten Abänderungen der Schup- 
pen ruht die obere dünne, glänzend emaillirte Platte auf einer 
höhern rhomboidalen Basis in etwas schiefer Richtung, so dass 
das hintere Ende, welches zugleich frei über die Basis vor- 
ragt, höher steht als das vordere. Die Basis bildet ein rhom- 
bisches Prisma, dessen höchste Kante nach hinten, die nie- 
drigste nach vorne gerichtet ist. Zwischen je zwei Kanten 
läuft eine seichte breite Furche zur scharfkantigen Grundfläche 
herab. Diese ist eben und zeigt im hintern Winkel ein klei- 
nes rundes Gefässloch. 

3. Die dritte Art von Schuppen scheint nur sehr selten 
vorzukommen. Sie sind am grössten, indem sie zuweilen 1'" 
übersteigen, vierlappig, kartenkreuzförmig, doch öfters noch 
sechslappig. Der hintere Lappen steigt bedeutend in die Höhe, 
indem seine Höhe zuweilen -/j der Schuppenlängc beträgt. 
Von der stumpfen gerundeten Spitze, die er bildet, fällt der 
gekielte Rücken dacliförmig zu dem vordem niedrigsten Theile 
der Schuppe ab. Von den übrigen Lappen steht gewöhnlich 
einer am vordem Ende, 2 — 4 ziemlich symmetrisch auf beiden 
Seiten. Sie sind durch tiefe Ausschnitte getrennt, oben eben- 
falls mit einem Kiele versehen, der vom Mitlelkiele entspringt, 
und theilen sich am Ende wieder in 2 — 3 kleine Lap- 
pen (F. 63, 64). An manchen Schuppen ist der Rücken 
nur wenig gewölbt , fast flach und beide Ränder sind in 
mehrere kleine Lappen zerschnitten (F. 61, 62). — Diese 
Schuppen haben Ähnlichkeit mit denen von Cestracion Phi- 
lipp! Cuv. 

Ihre Wurzel ist breit, ebenfalls ziemlich hoch, undeutlich 
sechsseitig, an ihren abschüssigen Seitenflächen mit seichten 
Furchen versehen , deren jede einem Lappenausschnitte der 
obern Schuppenplatte entspricht. 

Welchen Gattungen und Arten der Haifische die beschrie- 



benen Schuppen entsprechen, dürfte wohl nicht zu bestimmen 
sein, da, soweit uns die lebenden Placoiden lehren, die Arten 
einer Gattung eine sehr abweichende Schuppenbildung besitzen 
können, während sie im Gegentheile in verschiedenen Gattun- 
gen sehr übereinstimmt. Ich muss mich darauf beschränken, 
die Plagiostomenspezies anzuführen, deren Zähne in Gesellschaft 
der Schuppen gefunden werden, von denen also letztere wohl 
abstammen müssen , ohne dass sich bestimmen Hesse , welche 
Schuppenform einer oder der andern Art von Zähnen ent- 
spreche. Der Plänerkalk von Weisskirchlitz liefert Zähne von : 
Odontaspis raphiodon Ag. in erstaunlicher Menge; Otodus 
appcndiculatus Ag. , 0. rudis Rss. , Oxyrrhina Mantellii Ag., 
Hybodus regularis Rss., Acrodus polydyctios Rss., Gomphodus 
Agassizii Rss. nicht sehr zahlreich; Otodus piicatus Gein., 
Notidanus microdon Ag., Squatina Müileri Rss., Hybodus po- 
lyptychus Rss. , H. Bronnii Rss. , H. dispar Rss. , H. serratus 
Rss. , H. gracilis Rss. , H. tenuissimus Rss. , Lamna subulala 
Ag., Ptychodus mammillaris Ag. nur sehr selten. Die so häu- 
figen ersten zwei Abänderungen von Schuppen dürften dem- 
nach wohl den Arten angehören , deren Zähne ebenfalls häu- 
figer gefunden werden, also einem Odontapsis, Otodus, Oxyr- 
rhina u. s. w. Die dritte Abänderung, welche erwähnter 
Weise Ähnlichkeit mit den Schuppen von Cestracion Philippi 
hat, könnte also vielleicht auch mit dem Acrodus polydyctios, 
dessen Zähne ohnediess denen von Cestracion sehr nahe stehen, 
in Verbindung gebracht werden. 

S. 9, Sp. 2, Z. 25 von oben. 

Zähne von Pycnodus complanatus Agass. und P. 
rhomboidalis Reuss trifft man auch, wiewohl selten, im 
untern Plänerkalk von Weisskirchlitz ; ebenso kommen daselbst 
nicht selten Zähne von PJiyllodus cretaceus Reuss vor. 

S. II, Sp. 2, Z. 29 von oben. 

Dieselben kleinen Koprolithen , bald eiförmig oder ellip- 
tisch, bald fast kugelig, bald walzenförmig, von 1 — 4'" Länge, 
kommen in ungemeiner Menge im untern Plänerkalk von 
Weisskirchlitz vor (T. XXI, F. 66 — 70). Zuweilen sind sie 
zu grössern oder kleinern Massen, mitunter von zylindrischer 
Form, verbunden (T. XXI, F. 71). Da sie hier nur Zähne 
von Plakoiden (nur sehr selten von Pyknodonten) zu Beglei- 
tern haben, so dürften sie vielleicht auch von einer kleinen 
Art dieser Familie abstammen. Sie stimmen ganz mit den 
Koprolithen überein, welche Geinitz in grosser Menge im un- 
tern Plänerkalk des PJauen'schen Grundes bei Dresden fand, 
so wie überhaupt die Fossilreste dieser zwei Punkte sehr viele 
Übereinstimmung zeigen. 

Grosse Koprolithen von Macropoma Mantellii Ag., 
ganz mit denen von Kosstitz übereinkommend beherbergt, nicht 
selten auch der an Haifischzähnen so reiche untere Plänerkalk 
von Rannay. -^ Die Koprolithen aus dem untern Plänerkalk 
von Kosstitz wurden von Professor Dr. Redtenbacher in Prag 
analysirt. Sie enthalten in 100 Theilen: 



103 



Eisenoxyd 

Thonerde 

Basisch phosphors. Kalkerde 
Kolilens, Kallierde 

Kieselsäure 

StickstofFlialtiffe Substanz . 



2,078, 
6,424, 
50,892, 
32,216, 
0,142, 
7,377, 

99,129. 



S. 13, Sp. 1, Z. 3 von unten. 

Halec Sternbergii Ag. — T. XXII, XXIII. 

Ich liefere hier nachträglich eine treue Abbildung des 
einzigen bisher bekannten, im böhmischen Nationalmuseum be- 
fmdlichcn Exemplars dieses Fisches, das sich aus dem Gesteine 
so herausnehmen lässt, dass man beide Seiten betrachten kann. 
Die AcASSiz'sche Abbildung ist aus beiden kombinirt. 

Das aljgebildete Bruchstück, dem der Schwanztheil ganz 
fehlt, ist 14,5" lang. Der Kopf ist sehr gi-oss, 5" lang und 
3,5" hoch, von oben etwas niedergedrückt, vorne zugespitzt. 
Der Rachen sehr weit, bis hinter die Augenhöhlen gespalten. 
Der Unterkiefer lang und sehr schmal , mit borstenförmigen 
Zähnen besetzt. Der Oberkiefer und Zwischenkiefer anschei- 
nend zahnlos ; die Gaumenbeine tragen starke konische Zähne. 
Die Augenhöhle gross. Die Stirnbeine stark, lang und schmal; 
der Jugalknochen gross, dreiseitig; das Praeoperculuni schmal, 
fast gerade ; das Operculum gross , flach , auf .der Oberfläche 
gestrahlt; das os suprascapulare gross, breit, hinten gerundet; 
das OS scapulare schmal, in die Quere verlängert. 

Der Rumpf ist im Verhältnisse zum Kopfe , dessen Höhe 
er nirgend erreicht, schlank ; die Wirbel sind klein , ebenso 
hoch als lang ; ihre Apophysen sehr lang, aber verglichen mit 
den Körperdimensionen sehr schlank; die Rippen lang, dünn, 
nur die Vordersten etwas stärker. Alle tragen Muskelansätzc. 
Keine Brustbeinrippen. Die Schwanz- und Afterflosse fehlen 
an unserm Exemplare ganz. Von der Brustflosse ist nur ein 
einziger , aber langer und sehr starker Strahl erhalten , von 
welchem sich auf die Stärke der ganzen Flosse schliessen 
lässt. Die Rückenflosse scheint bedeutend entwickelt gewesen 
zu sein. Die wenigen vorhandenen Strahlen sind stark , lang, 
gegliedert, alle einfach. Von ihren Apophysalknochen sind an 
dem vorliegenden Exemplare 14 erkennbar. Der erste ist sehr 
gross, fast 0,5" breit, wie Agassiz meint, vielleicht durch 
Zusammenschmelzen mehrerer entstanden. Die nächstfolgenden 
drei sind ebenfalls stark und über 1" lang. Nach hinten 
nehmen sie dann allmälig an Dicke ab. 

S. 13, Sp. 2, Z. 1 von unten. 

In der Kreideformation Böhmens findet man hie und da 
nicht seltene Fischreste zerstreut, welche aber zu unvollständig 
sind, um eine genauere Bestimmung zuzulassen. Drei der 
besser erhaltenen Trümmer habe ich T. XLII abgebildet, um 
darauf aufmerksam zu machen, bis der Zufall diese Reste er- 
gänzen wird. 

T. XLII, F. 4 stellt Bruchstücke eines Fischschädels aus 
dem Pläncrsandsteine von Trzlblitz dar. Die Knochen selbst 



sind grosscntheils zerstört und nur der Abdruck vorhanden. 
Die Rachenöffnung muss sehr weit gewesen sein, wie aus der 
schnabelförmig verlängerten Schnauze zu schliessen ist. 

T. XLII, F. 5 gibt ein Bruchstück eines Unterkiefers mit 
noch einigen kleinen pfriemenförmigen Zähnen, aus dem Gault 
von Priesen ; der Kieferknochen ist der Länge nach vertieft in 
Form einer Hohlleiste und mit feinen Vertikallinien gezeichnet. 

T. XLII, F. 6 ebenfalls ein Kieferbruchstück mit einigen 
verhältnissmässig langen und dünnen Zähnen. Aus dem Gault 
von Luschitz. 

S, 14, Sp. 1, Z. 4 von oben. 

Klytia Leachii Reuss. — T. XLII, F. 3. 

Vor Kurzem wurde im Plänersandstein des Laurenzberges 
bei Prag ein Exemplar aufgefunden , das , wenn es auch nur 
fragmentär ist, doch einige früher nicht bekannt gewesene 
Körpertheile der Beobachtung darbietet. T. XLII, F. 3 liefert 
ein treues Bild davon. 

a a' Bruchstücke der früher schon beschriebenen Schee- 
renfüsse. 

b b' Fragmente zweier Kinnladenfüsse , die sich durch 
ihre Länge und Dicke auszeichnen, am Innern Rande gezähnt 
und mit einem gezähnten gegliederten klauenförmigen Ende 
versehen sind. 

c c' c" Bruchstücke des vordersten rechten Gangfusses ; 
c" das zweite kurze Glied (trochanterl. 

d das Ansatzglied (coxa) des vordersten linken Gang- 
fusses. 

c e' Klauenförmige Enden (Nägel) zweier Gangfüsse. 

f f f" f" Bruchstücke der vier vorletzten Hinterleibs- 
segmente. Sie sind breit, fast vierseitig und bestehen, wie bei 
Astacus und Gomarus, aus zwei Querbändern, einem hintern 
breitern und höhern und einem vordem schmälern , mehr de- 
primirten. Beide setzen in einer Querfurche aneinander ab. 
Das vordere schiebt sich bei der Einlenkung unter das hintere 
Band des nächst vordem Segmentes. Das vordere Querband 
verlängert sich jederseits in einen zapfenförmigcn Anhang, der 
bei den hintern Segmenten breiter und gerade ist , bei den 
vordem aber schmäler und länger wird und sich immer mehr 
schief nach rückwärts wendet. Ihre Oberfläche ist wie die 
ganze übrige Schale mit kleinen Höckern und Warzen be- 
deckt. 

g. Theilweiser Abdruck des letzten Hinterleibsegmentes. 

h. Theilweiser Abdruck der Innern rechten Schwanzflosse 
mit dem Abdrucke ihres mittlem Längskieles. 

S. 15, Sp. 1, Z. 21 von unten. 

2. Caliianassa antiqua Otto. - 

Roemer, 1. c. p. 106, T. XVI, F. 25. — Geinitz, 
Nachtrag p. 6, T. l, F. 1—4. 

Pagurus antiquus Geinitz, Grundriss der Verstei- 
nerungskunde p. 210, 211, T. VIII, F. 12, 13. 

Reste dieses Dekapoden sind auch im untern Quader von 
Kreibitz und von Glocker im untern Quader bei Schirmdorf 
und Triebilz unweit Landskron aufgefunden worden. 



104 



S. 16, Sp. 1, Z. 9 von unten. 

Die Zahl der Cyth erinen der böhmischen Krcidefor- 
mation hat sich durch fortgesetzte Forschungen sehr vermehrt, 
melir als verdoppelt. Sie lassen sich insgesamt unter vier 
Unterabtheilungen bringen und zv/ar: 

a. Simplices. Gehäuse von verschiedener Form, 
gewöhnlich glasig-glänzend, seilen rauh, stets mit einfachen, 
nicht verdickten oder gesäumten Rändern. Die Oberfläche 
ohne Höcker, Stacheln oder Falten. 



C. subdeltoidea v. MüivsT 
C. Hilseana Roemer. 
C. parallela Reuss. 
C. complanata Reuss. 
C. elongata Reuss. 
C. ovata Roemer. 
C. asperula Reuss. 
C. attenuata Reuss. 



Schon p. 16 beschrie- 
)ben und T. V abge- 
bildet. 



T. XXIV, F. 15. 

Diese sehr kleine, kaum 0,4—0,6'" lange Spezies hat 
fast ganz die Form eines Mytiius edulis. Sie ist ei-keilförmig, 
xiemlich gewölbt, an dem einen Ende gerundet , an dem an- 
dern sich verschmälernd und in eine Spitze endigend. Der 
untere Rand fast gerade, der obere bogenförmig; die untere 
Seite sehr steil abfallend, die obere sich allmälig verflachend. 
Die Oberfläche glatt, glänzend. 

Nicht gar selten im Plänermergel von Rannay, Luschitz, 
Brozan und Kystra. 



9. C. faba Reuss. 



T. XXIV, F. 13, 



Gehört unter die grösseren Arten. Bei 1" Länge ist sie 
nur '/j so hoch. Sie ist bohnenförmig, an einem Ende kurz 
zugespitzt, an dem andern gerundet. Der untere Rand in der 
Mitte wenig ausgeschweift, der obere flach bogenförmig; der 
Rücken schwach gewölbt. Die Oberfläche glatt und glänzend. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

10. C. solenoides Reuss. — T. XXIV, F. 14. 

Diese 1 — 1,25'" lange Spezies ähnelt in ihren Umrissen 
nicht wenig dem Solen vagina. Sie ist dreimal so lang als 
hoch. Beide Ränder sind fast gerade und parallel ; beide 
Enden beinahe gerade abgestutzt, nur wenig gerundet. Die 
Wölbung des Rückens gering. Die Oberfläche glatt und 
glänzend. 

Sehr Selten mit der vorigen Art. 

b. Margi natae. Gehäuse in der Mitte gewölbt, an 
den Enden schnell und stark zusammengedrückt ; das hintere 
Ende und der untere Rand mit einem erhabenen Saume ein- 
gefasst. Oberfläche meistens sehr rauh , höckerig oder auch 
stachelig. 

11. C. Karsten i Reüss. — T. XXIV, F. 19. 

0,5 — 0,75'" lang, eiförmig, am hintern Ende höher und 
flach bogenförmig, am vordem etwas zugespitzt. Beide Rän- 
der beinahe geradlinigt, kaum merklich ausgeschweift. Der 



Rücken in der Mitte ziemlich stark konvex, fällt gegen die 
Seiten, besonders die untere, steil ab. An beiden Enden ist 
das Gehäuse stark zusammengedrückt und steigt dann steil 
gegen den Rücken an. Die Ränder erscheinen verdickt, ganz 
fein gestrichelt und gekerbt, besonders der untere, der in der 
Mitte einen stärker vorstehenden Saum bildet , welcher ein 
schmales lineares Feldchen einschliesst. Die Oberfläche der 
Schale glatt, glänzend. 

Selten im Plänermergel von Luschitz, Rannay und Brozan. 

12. C. ornatissima Reuss. — T. XXIV, F. 12, 18. 

Ist eine der schönsten Arten. 0,75 — 1'" lang, vierseitig- 
eiförmig. Rücken stark gewölbt ; die Enden stark zusammen- 
gedrückt und gegen den Rücken dann steil ansteigend. Beide 
Seiten , besonders die untere , steil abfallend. Das vordere 
Ende etwas verschmälert, das hintere breitere einen flachen, 
wenig schiefen Bogen bildend. Der Rand ringsum verdickt; 
besonders aber ist er am hintern Ende zu einem erhabenen 
gekerbten Saume angeschwollen, der sich auch längs des un- 
tern Randes bis fast zum vordem Ende erstreckt, auf diesem 
Wege aber auseinander weichend, ein schmal elliptisches ver- 
tieftes Feldchen einschliesst. Der gewölbte Rückei/ trägt ge- 
wöhnlich zwei starke runde oder etwas längliche Höcker, von 
denen der eine dem vordem , der andere dem hintern Abfalle 
des Rückens zunächst liegt. Nicht selten sind beide Höcker durch 
einen länglichen Wulst verbunden oder der vordere Höcker 
ist durch einen solchen Wulst ersetzt. Übrigens ist die ganze 
Oberfläche des Gehäuses mit zahlreichen stachligen Höckern 
ohne Ordnung besetzt , die dem Rande zunächst am grössten 
und gedrängtesten sind. 

Nicht gar selten im Plänermergel von Luschitz , Raruiay, 
Kystra und Brozan und im untern Plänerkalk von Kosstitz. 

13. C. ciliata Reuss. — T. XXIV, F. 17. 

Verlängert-ciförmig ; das vordere Ende viel schmäler, 
stumpf zugespitzt, das andere flach bogenförmig. Der Rücken 
gewölbt, weniger steil, als bei der vorigen Art, gegen die 
ebenfafls zusammengedrückten Enden abfallend. 5r zeigt ge- 
wöhnlich am hintern Ende drei schmale längliche oder runde 
Höcker, am vordem eine längliche Wulst. Sehr oft sind sie 
jedoch sehr undeutlich oder eine und die andere Hervorragung 
verschwindet auch ganz. Übrigens ist die gesamte Oberfläche 
des Gehäuses dicht mit starken Höckern und Warzen besäet, 
die am Rande des vordem und hintern Endes sich in feine 
und ziemlich lange Wimpern verlängern. Im Ganzen Ist die 
Spezies der vorigen sehr verwandt. 

Selten im Plänermergel von Rannay, Brozan und Luschitz. 

14. C. semiplicata Reuss, — T. XXIV, F. 16. 

Ist der C. plicata v. Ml'NSTER aus dem norddeutschen 
Tertiärsande und der C. triplicata Roemer aus dem Hilsthone 
des Hilses verwandt. Sie gehört unter die kleinen Spezies, 
ist nur 0,33 — 0,4"' lang, eiförmig, am vordem Ende ver- 
schmälert, hinten breiter ; der Rücken gewölbt, an beiden Enden, 
besonders dem hintern, plötzlich s'.ark zusammengedrückt. 



105 



Die Seiten, vorzüglich die untere, steil abfallend. Der Rand, 
besonders am hintern Ende und der untern Seite , einf n ver- 
dickten Saum bildend, der an letzterm Orte ein schmales lan- 
zettliches Feldchen einschliessen hilft. Der Rücken zeigt am 
vordem Ende drei scharfe schmale Falten , die durch breitere 
Zwischenfurchen getrennt sind und nur bis in die Mitte der 
Schale reichen, so dass die hintere Hälfte eben ist. Ober- 
fläche glatt. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Rannay. 

c. Cornntae. Im Querschnitt dreiseitig; die untere 
Seite vollkommen senkrecht, pfeilförmig ; de^ Saum daselbst 
sich zu einem spitzen Hörn erhebend. 

15. C. corhuta Roemer. — T. XXIV, F. 20. 
RoEMER, die Cytherinen des Molassengebirges in Bronn's 

Jahrbuch 1838, p. 518, T. VI, F. 31. 

0,5'" lang, vierseitig-oval, glatt, glänzend, am vordem 
Ende schmäler, am hintern breiter, gerundet, an beiden fein 
gezähnt. Das hintere Ende umgibt ein schmaler erhabener 
Saum , der sich längs des untern Randes bis zum vordem 
Drittheil fortsetzt, allmälig höher ansteigend und in ein spitzes, 
etwas gebogenes Hörn endend. Diese vorstehende Kante fällt 
zum untern Rande vollkommen senkrecht ab, so dass die un- 
lere Seite des Gehäuses eine in der Mitte etwas vertiefte, 
breite, pfeilförmige Fläche bildet. Zum obern Rande dagegen 
fällt der Rücken allmälig ab und ist in der Mitte schwach 
ausgeschweift. Der senkrechte Querdurchschniit des Gehäuses 
bildet demnach ein gleichschenkliges Dreieck mit etwas ein- 
gebogenen Seiten. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz, Brozan und 
Rannay. 

16. C. spinosa Reuss. — T. XXIV, F. 2). 

Verlängert eiförmig, massig gewölbt, am vordem Ende 
schmäler, als am hintcMn. Dieses ist, wie bei der vorigen 
Spezies, mit einem schmalen erliabenen Saume eingefasst, der 
sich bis in die Mitte des untern Randes erstreckt und dort in 
einen nicht sehr breiten abstehenden Stachel endigt. 2 — 3 
andere kleinere Stacheln stehen am obern Rande. Das vor- 
dere und hintere Ende sind mit ziemlich langen feinen Spitzen 
gewimpert. Übrigens ist das Gehäuse in der Mitte massig ge- 
wölbt , an beiden Enden zusammengedrückt. Die Oberfläche 
glatt und glänzend. 

Bisher nur sehr selten im Plänermergel von Luschitz vor- 
gekommen. 

d. Concentricae. Das eiförmige, gewöhnlich kon- 
vexe Gehäuse mit in konzentrischen Reihen geordneten Grüb- 
chen oder Furchen besetzt. 

17. C. concentrica Reuss. — T. XXIV, F. 22. 

Gehört unter die kleinsten unserer Cytherinen, indem sie 
0,33 — 0,45'" nicht übersteigt, und ist zugleich die konvexeste, 
indem die Dicke der Höhe fast gleichkömmt. Ihr Umriss ist 
oval. Der Rücken ist zunächst dem untersten Rande, zu 

Reuss, VLn-st.;iiieiui)2en , li, Abth. 



welchem er sehr steil abfällt, am gewölbtesten; in der Mitte 
desselben tritt er etwas hervor und bildet nach Art der Bival- 
ven einen kleinen Buckel. Die untere Seite der vereinigten 
Klappen stellt eine breit-elliptische Fläche dar, die in der Mitte 
zwischen den Buckeln etwas vertieft ist. Gegen den obern 
Rand senkt sich der Rücken weniger steil, gegen beide Enden 
mehr allmälig. Die Schale ist glänzend , zeigt aber bei stär- 
kerer Vergrösserung kleine Grübchen, die zu unregelmässigen 
konzentrischen Furchen zusammenfliessen, ähnlich wie bei C. 
striato-punctata Roemer von Paris. 

Selten im Plänermergel von Luschitz und Rannay. 

S. 17, Sp. 1, Z. 16 von unten. 

3. Pollicipes glaber Roemee. — T. XXIV, F. 11, 
T. XLII, F. 17. 

Manchmal ist die Oberfläche der hintern paarigen Seiten- 
schale mit den untern Rändern parallelen , niedrigen , breiten, 
gerundeten Rippen geziert, über welche wieder in derselben 
Richtung feine Linien verlaufen (T. XXIV, F. 11). — Einzelne 
Schalen dieser Spezies kommen in Gesellschaft des P. Bronnii 
Roem. sehr häufig auch im untern Plänerkalk von Weisskirch- 
litz vor. Einmal fand sich daselbst eine hintere paarige Sei- 
tcnschale von 1" Länge. 

T. XLII, F. 17 stellt eine Basalklappe der linken Seite 
von demselben Fundorte vor, welche ebenfalls von einem grös- 
sern Exemplare abstammen muss, da sie die gleichnamigen 
Klappen aus den Schillingen bei Bilin bedeutend an Grösse 
übertrifft. 

S. 17, Sp. 2, Z. 1 von unten. 

6. Pollicipesquadricarinatus Reuss. — T. XLII, 
F. 18. 

Es ist bisher zwar nur eine 2,5'" lange Rückenklappe 
im untern Plänerkalke von Weisskirchlitz vorgekommen; sie 
unterscheidet sich aber von allen bekannten Arten so bedeu- 
tend, dass man sie wohl mit Recht für eine neue Spezies an- 
sprechen kann. Sie hat das Ausgezeichnete, dass ihre Seiten- 
flächen mit der Rückenfläche in einem vollkommen rechten 
Winkel zusammenstossen, der Querschnitt also ein vorne offe- 
nes rechtwinkliges Viereck darstellt. Auf der Kante, welche 
die genannten Flächen bilden, verläuft jederseits ein deutlicher 
glatter Längskiel. Ein anderer seh" ächerer Kiel liegt auf jeder 
Seitenfläche vor dem Erstcenaniitcn. Der zwischen beiden 
Kielen liegende Theil der Seitenlläclie ist rinnenformig ausge- 
höhlt; die übrige Seitenfläche mit schräg nach hinten herab- 
laufenden Streifen bedeckt. Die Rückenfläche crschei.'it an 
dem vorliegenden Exemplare ganz eben und glatt. Die Spitze 
der Klappe ist etwas vorwärts gebogen. 

S. IS, Sp. 1, Z. 19 von oben. 

Hinter S. depressa Münst. einzuschalten : 
20. Serpula t riangularis v. Münst. 

GoLDFUss, 1. c. 1, p. 230, T. LXX, F. 4. 
14 



106 



■Wurmrörmig gebogen, dreikantig, mit einem ziemlich brei- 
ten, etwas Itrausen Saume an der Basis, in ihrer ganzen Länge 
aufgewachsen; oben mit einem hohen scharfen Kiele, neben 
welchem jederseits eine seichte Längsfurche verläuft. Die 
steilen, wenig ausgeschweiften Seitenflächen zeigen gedrängte, 
ziemlich grobe Quersireifen. 

Selten im Hippuritenkalk (U. Q.) von Koriczan und im 
Grünsand von Laun. 

S. 18, Sp. 2, Z. 1 von unten. 

Hinter S. subtorquata einzuschalten : 

18. Serpula fluctuata Sow. — T. XXIV, F. 10. 

SowERBY, M. C. T. DCVIII, F. 5. 
S. undulata v. Hagenow, Bbonn's Jahrb. 1840, 
p. 668, 669. 

Von dieser ausgezeichneten Spezies haben sich bisher 
nur seltene Bruchstücke im untern Plänerkalk von Weisskirch- 
litz vorgefunden. Sie weichen zwar in einigen Merkmalen, 
besonders der Grösse und darin , dass sie nicht ganz aufge- 
wachsen sein konnten, von der SowERBY'schen Abbildung ab, 
welche Unterschiede aber nicht zur Aufstellung einer eigenen 
Spezies hinreichen. Unsere Bruchstücke haben nur eine Dicke 
von 1,5'" und sind fünfseitig. Die geflügelten Kanten sind 
höchst regelrnässig wellenförmig hin- und hergebogen ; die nicht 
ganz gleichen Seitenflächen in der Mitte schwach der Länge 
nach vertieft und in derselben Richtung fein linirt. Überdiess 
zeigen sie auch feine, in der Mittelfurche winklig gebrochene 
Querlinien, Die Höhlung ist stielrund. 

S. 19, Sp. 1, Z, 11 von unten, 

T. XLII, F. 23 bringt nachträglich eine Abbildung der 
Serpula gordialis aus dem obern Plänerkalk von Brozan, 
T. XLII, F. 22 der S. serpe n tina Goldf. aus dem untern 
Plänerkalk von 'Weisskirchlitz. 

S, 19, Sp, 2, Z. 15 von oben. 

e. Serpula planorbis Geinitz kömmt sehr häufig 
im obern Plänerkalk von Trziblitz vor. Sie ist stielrund, 
0,75 — 1'" dick, glatt, faltenlos, gewöhnlich in 4 — 5 an ein- 
ander schliessenden Windungen in einer Ebene aufgerollt. 
Nur selten liegen die Windungen mehr oder weniger regel- 
mässig über einander und dann sieht man deutlich, dass die 
Röhre sich um einen dünnen zylindrischen Körper geschlun- 
gen hatte, während bei der ersten Abänderung kaum eine An- 
heftungsspur wahrzunehmen ist. Das Mundende ist nicht ver- 
dickt (T, LXII, F. 19—21). 

S. 20, Sp. 1, Z. 9 von unten. 

17. S. ampullacea Sow. 

T. XXIV, F. 6, 7 bringt nachträglich eine vollständigere 
Abbildung dieser auch im untern Plänerkalk von Weisskirch- 
lit« vereinzelt vorkommenden Spezies, 



S. 20, Sp, 2, Z. 1 von unten. 
19. Serpula annulata Reuss. — T. XXIV, F. 8, 9. 

Ähnlich der S. Bardensis v. Hao. (Bronn's Jahrb. 1840, 
p. 667, T. IX, F. 16). Bald ziemlich regelmässig schnecken- 
förmig, bald unregelmässig gewunden und mittelst eines mit- 
unter breiten, gefurchten Saumes aufgewachsen ; 1,5 — 3'" dick, 
mit runder Höhlung und ringförmig verdicktem Mundende. 
Die ganze Oberfläche ist durch dichtstehende, geschlängelte, 
oft dichotomirende Querfurchen rauh und überdiess in unbe- 
stimmten Entfernungen mit höhern und niedrigem ringförmig 
vorstehenden Falten versehen. 

Selten im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz bei Teplitz. 

S, 27, Sp, 1, Z, 6 von unten, 

Nodosaria oligostegia Reuss gehört nicht in die 
Abtheilung der Dentalinen, sondern zu den eigentlichen Nodo- 
sarien. Das Gehäuse ist nie gebogen und die Mündung bei 
Exemplaren , die durch Zusammendrückung nicht verunstaltet 
sind, stets central. 

S. 28, Sp. 2, Z. 19 von oben. 

Die Gattung Vaginuli na d'Orb. , wenn man sie von 
Marginulina trennen will, zerfällt in zwei Unterabtheilungen : 

a. Yagiuuliua d'Orb. mit mehr oder weniger zu- 
sammengedrücktem scheidenförmigem Gehäuse und massig 
schiefen Kammern. Hieher gehört die Marginulina Roemeri 
Reuss. 

b. Citharina d'Orb. mit blattförmig zusammenge- 
drücktem, langgezogenem oder dreieckigem Gehäuse und sehr 
schiefen und schmalen Kammern. Die erste ist manchmal ge- 
wölbt. Sie umfasst ausser der schon p. 28 beschriebenen: 

1. C. costulata ReuSS (Vaginulina costulata Roemer) 
noch eine zweite, seither aufgefundene sehr seltene Art: 

2. C. strigillata Reuss. — T, XXIV, F. 29. 

Sie gleicht in ihrem Umrisse ganz der vorigen, ist schmal 
dreieckig, indem die Breite von der Länge achtmal übertroffen 
wird. Die grösste Breite hat das Gehäuse in oder unter der 
Mitte. Oben ist es lang zugespitzt, unten verläuft es eben- 
falls allmälig in eine lange Spitze, deren Ende ich aber nie 
sah, da es immer abgebrochen war. In seiner ganzen Länge 
ist es blattförmig zusammengedrückt, sehr dünn ; der schmale 
Rücken gerade abgeschnitten. 6 — 8 sehr niedrige und schräge 
Kammern, die äusserlich durch sehr schmale Furchen ange- 
deutet sind. Ihre Oberfläche ist der ganzen Länge nach fein, 
aber scharf gestrichelt. 

Äusserst selten im Plänermergel von Luschitz. 

S. 29, Sp. 1, Z. 5 von oben. 
4. Marginulina ensis Reuss. — T. XXIV, F. 30. 

Nicht selten trifft man im Plänermergel von Luschitz 
Exemplare dieser Spezies , die gleichsam aus Bruchstücken 



107 



zweier Individuen zusarrimengesetzt erscheinen. Oft ist die 
obere Hälfte des Gehäuses bedeutend schmäler, als die untere. 
I;;n solches Exemplar ist T. XXIV, F. 30 abgebildet. Es geht 
daraus deutlich hervor, dass ein lebendes Individuum durch 
irgend einen gewaltsamen Einfluss zerbrochen wurde, der obere 
Theil durch Neubildung, durch Fortwachsen nach oben sich 
wieder ersetzt hat. Es müssen also die Forarainiferen ein be- 
deutendes Regenerationsvermögen, wodurch sie verlorne Theile 
leicht wieder zu ersetzen im Stande sind, besitzen. Spuren 
dieser Erscheinung beobachtete ich auch , wiewohl viel seltner 
und weniger ausgezeichnet, an Cristellaria rotulata d'Orb. 

S. 29, Sp. 1, Z. 23 von oben. 

5. Margin ulina elongata d'Orb. — T. XXIV, 
F. 31—36. 

Das Auffinden sehr zahlreicher Exemplare dieser Spezies 
Im Plänermergel von Luschitz erlaubt die p. 29 gegebene 
Charakteristik zu vervollständigen. 

Die Jugendform unterscheidet sich bedeutend von den 
altern Individuen. Erstere sind vollkommen zylindrisch und 
bestehen aus 2 — -5 Kammern, von denen die oberste sehr 
gross und stark gewölbt und durch eine schmale tiefe Nath 
von den übrigen gesondert ist. Sie verlängert sich oben in 
eine kurze, ganz in der Mitte oder nur wenig gegen den 
Rücken hin stehende Spitze, welche die Mündung trägt. Die 
Näthe sind oft ganz horizontal und nur die der untersten, 
sehr schnell an Grösse abnehmenden Kammern ist sehr wenig 
schräg vorwärts gewendet. Die Dicke des Gehäuses ist oft 
kaum um die Hälfte geringer, als die Höhe. 

Mit dem Alter nimmt die Zahl der Kammern zu ; die 
Mündung rückt mehr gegen die Rückenseile ; die Näthe wer- 
den schiefer ; die untersten Kammern zeigen eine deutliche 
Neigung zur Spiralen Einrollung. 

Die Breite des Gehäuses nimmt im Vergleiche zur Höhe 
sehr ab, so dass sie bei alten Individuen, deren Kammerzahl 
bis zu 11 anwächst, sieh zu letzterer verhält wie I : 4,5. 

Die Figuren 31 — 36 der Tafel XXIV zeigen in Verbin- 
dung mit T. XIII, F. 28—32 diese Übergänge deutlich. 

S. 30, Sp. 2, Z. 9 von oben. 

5. Frondicularia marginata Reuss. — T. XXIV, 
F. 39, 40. 

Die p. 30 gegebene Beschreibung passt nur auf einzelne 
Exemplare. Die Allen gemeinschaftlichen Kennzeichen sind 
folgende : Die Gestalt ist lanzettförmig, oberhalb der Mitte am 
breitesten, nach abwärts sich allmälig verschmälernd, manchmal 
am untern Ende wieder etwas breiter werdend. In der Mitte 
etwas dicker, als an den Rändern. Der Rand gerade abge- 
schnitten, in der Mitte der Länge nach vertieft und auf bei- 
den Seiten als ein schmaler Saum vorragend. 10 — 15 Kam- 
mern mit schmäleren hohen scharfen Leisten, die manchmal 
nicht bis an den Rand reichen. Die unterste Kammer ge- 



wölbt, mit einer Längsrippe auf jeder Seite und einer kurzen 
Spitze am untern Ende. Die zweite Kammer flach, aber hoch, 
mit' einem oder zwei schwach erhabenen Längslinien In der . 
Mitte. — Die auf T. XII, F. 9 gegebene Abbildung ist schlecht. 
Nicht selten im Plänermergel von Luschitz , Rannay und 
Brozan. 

S. 30, Sp. 2, Z. 13 von nuten. 

7. Frondicularia striatula Reüss. — T. XLIII, 
F. 11. 

Diese schöne Spezies war ich in letzterer Zeit so glück- 
lich in ziemlicher Menge — wiewohl selten wohl erhalten — 
im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz aufzufinden. Die hier 
vorkommenden Exemplare sind grösser (2,5 — 4'" lang) und 
verhältnissmässig schmäler, als bei Kosstitz und Luschitz, und 
nicht so gleichförmig dünn, sondern in der Mitte etwas dicker, 
als an den Seiten. 7 — 12 Kammern mit schmalen Leistchen, 
die in der Mitte nicht zusammenstossen , sondern , schmäler 
werdend , sich als feine Fältchen aufwärts fortsetzen bis zur 
nächsten Kammer. Die äussere Fläche jeder Kammer zeigt 
6 — 15 feine, kurze Längsfältchen, zwischen welche sich an der 
Basis oft noch einige ganz kurze einschieben. Die erste Kam- 
mer, welche von der zweiten fast ganz umfasst wird und unten 
in eine kurze Spitze ausläuft, ist breit elliptisch, kugelig ge 
wölbt und trägt auf jeder Seite sieben Längsfalten, von denen 
die mittelste die längste und stärkste ist. Zuweilen zeichnen 
sich unter den Übrigen noch zwei durch ihre Länge aus , so 
dass jedesmal zwei Längere eine Kürzere zwischen sich haben. 
Der Rand ist bei den Weisskirchlitzer Exemplaren nicht sehr 
breit und nur durch eine seichte Längsfurche getheilt. 

S, 31, Sp. 1, Z. 24 von oben. 

9. Frondicularia angulosa d'Orb. — T. XXIV, 
F. 42. 

Gewöhnlich ist die lezte Rammer etwas mehr umfassend, 
als bei dem T. XHI, F. 40 dargestellten Exemplare. Die 
äussere Fläche der oberen Kammern ist an der Spitze stets 
etwas eingedrückt, so wie die zweite Kammer es in höherm 
Grade an der Basis ist. 



S. 31, Sp. 1, Z. 14 von unten. 

Hinter Frondic. angulosa d'Orb. einzuschalten : 

17. Frondicularia turgida REUS3. — T. XXIV, 
F. 41, 44. 

Dem Umrisse nach der Fr. angulosa ähnlich, 0,75 — I'" 
lang, oval, oben kurz, unten lang und scharf zugespitzt. Nur 
2—3 Kammern; die obere flach ausgebreitet, mit einem nie- 
drigen Saum umgeben, an der Basis vertieft ; die unterste fast 
ebenso gross, als die zweite, eine vollkommene Kugel dar- 
stellend, jederseits mit drei scharfen Längsrippen, von denen 
die mittlere gewöhnlich kürzer und feiner ist. Der Seitenrand 
14^» 



108 



des Gehäuses sehr breit, gerade abgestutzt; da, wo er die 
zweite Kammer einfasst, in der Mitte seicht gefurcht, so dass 
jederseits eine sehr schmale, niedrige, aber scharfe Längsleiste 
bleibt. Wo er die erste Rammer umgibt, ist er noch breiter 
und verschmälert sich erst unten, indem er in die lange dünne 
Spitze übero-eht. Er ist in der Mitte tiefer ausgehöhlt und 
hat jederseits eine Längsleiste, die aber breiter und nach in- 
nen abgerundet ist. 

Auch diese Spezies bietet Beispiele von Verwachsung 
zweier Exemplare, wie bei Fr. Cordai. Bei dem T. XXIV, 
F. 41 abgebildeten Exemplare ist der dritte Arm der Kam- 
mern fast rechtwinklig auf die beinahe in einer Ebene liegen- 
den zwei andern Arme gestellt. Die stachhge Spitze der er- 
sten Kammer scheint abgebrochen zu sein. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

S. 31, Sp. 1, Z. 5 von unten. 

11. Frondicularia Cordai Reuss. — T. XXIV, 
F. 38. 

Sehr selten trifft man im Plänermergel von Luschitz eine 
Varietät dieser Spezies — Var. tribrachiata — (T. XXIV, 
F. 38), wo zwei Individuen so unter einander verwachsen sind, 
dass die Hälften derselben unter einem Winkel von beiläufig 
120" sich verbinden, wodurch das Gehäuse eine dreikantige 
Gestalt erhält, wie bei Fr. tricarinata d'Orb. aus der Kreide 
von Sens (d'Orb. mem. d. I. soc. geol. d. Fr. 1840, T. I, 
F. 1 — 3). Jede Kammer besteht dann nicht blos aus zwei 
Armen, die in einer Ebene liegen, sondern aus drei Armen, 
die in drei um 120" von einander abstehenden Ebenen liegen. 
Die erste Kammer ist kugchg gewölbt, auf jeder der drei Sei- 
fen mit 4 — 5 sehr schmalen Längsrippen versehen. Der 
schmale umfassende Rand ist gerade abgeschnitten , gekantet, 
in der Mitte seicht längsgefurcht. 

S. 32, Sp. 1, Z. 6 von oben, 

14. Frondicularia bicornis Reüss. — T. XXIV, 
F. 37. 

In neuerer Zeit habe ich auch Exemplare gefunden, bei 
denen die seitlichen Winkel des Trapezoids mehr abgerundet 
und die Leistchen der einzelnen Kammern in der Mitte nicht 
durch eine Lücke unterbrochen waren. Stets aber Avaren sie 
daselbst schwächer und niedriger. Die Fläche der Kammern 
ist in der Mitte immer etwas rinnenförmig vertieft. 

S. 32, Sp. 1, Z. 22 von unten. 

16. Frondicularia peregrina Reuss. — T. XXIV, 
F. 45. 

1,2 — 1,35'" lang, sehr schmal, beiläufig viermal so lang 
als breit, oben stumpf zugespitzt, unten abgerundet, ziemlich 
dick, mit zugeschärftem Rande. 4; — 5 grosse hohe Kammern, 
die oben von schmalen und niedrigen bogenförmigen, kaum 



winkligen Leistchen begrenzt werden. Ihre äussere Fläche ist 
stärker gewölbt, als bei allen andern Arten dieser Gattung, be- 
sonders an den obersten Kammern. Die unterste ist kugelig 
gewölbt, von einem breiten Saum umgeben. Der Rand ein- 
fach, massig scharf. Oberfläche rauh. 

Sehr selten im Plänermergel von Rannay. 

Lingulina d'Orb. 

1. L. boheraica Reüss. — T. XLIII, F. 10. 

2 — 2,5'" lang, lanzettförmig, nach abwärts allmälig an 
Breite abnehmend, unten stumpf zugespitzt, von vorne nach 
hinten zusammengedrückt, an den Seiten winklig, aber nicht 
scharf. 7 breite niedrige Kammern mit horizontalen vertief- 
ten Käthen ; die oberste gross , gewölbt , an der stumpfen 
Spitze mit einer sehr feinen Querspalte. Gehäuse glatt. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz bei 
Teplitz. 

S. 32, Sp. 2, Z. 26 von oben. 

2. Flabellina ornata Reuss. — T. XXIV, F. 43. 

Später zahlreich im Plänermergel von Rannay aufgefun- 
dene Exemplare erlaube.! Folgendes zu der p. 32 gegebenen 
Beschreibung hinzuzusetzen : 

Ältere Exemplare erreichen die Länge von 2'". Stets 
sind sie verkehrt-eiförmig, oben eine breite Rundung darbietend, 
aus der immer ein kurzer, aber sehr deutlicher stumpfer Fort- 
satz sich erhebt, welcher die Mündung trägt. Die Zahl der 
Kammern wechselt von 7 — 15. Die unteren sind spiralförmig 
eingerollt, mehr oder weniger unregelmässig. 

S, 3.3, Sp. 1, Z. 22 von oben. 
Cristellaria d'Orb. 

Stellt man die Cristellarien der böhmischen Kreide nach 
ihrer Verwandtschaft zusammen, so ergeben sich folgende 
Gruppen : 

a. Rotatae mit kreisrundem Gehäuse, wo alle Kammern 
zum Centrum der Spira zurückkehren. Enthält : C. rotulata 
d'Orb., C. lobata Reuss, C. ovalis Reuss. 

b. Projectae, wo nur die untern Kammern das Cen- 
trum der Spira berühren, die obern aber sich mehr oder we- 
niger gerade strecken. Umfasst : C. navicula d'Obb. , C. tri- 
angularis d'Orb., C. lituola Reuss, C. intermedia Reuss, C. 
recta d'Orb. 

c. Planularia Defrance. Sehr zusammengedrückt, 
nur die untern Kammern spiral, die oberen mehr oder weni- 
ger gerade gestreckt. Begreift: C. complanata Reuss, C. lim- 
bata Reuss, C. denticulata Reuss. 

S. 33, Sp. 2, Z. 15 von unten. 

5. Cristellaria intermedia Reüss. — T. XXIV, 
F. 50, 51. 



109 



Ich fand neuerdings zahlreichere Exemplare dieser Spezies. 
Aus der Vergleichung einer ganzen Reihe derselben ergeben 
sich manche Zusätze zu der p. 33 gegebenen Charakteristik. 

Das Gehäuse ist 0,75 — 1'" lang, -verlSngert-eiförmig oder 
nierenförmig, oben zugespitzt, unten breit gerundet. Rücken 
winklig, aber nicht gekielt; Bauchseite schmal, gerundet. 
9 — 10 niedrige , schwach gebogene Kammern , die nur einen 
Umgang bilden. Die Näthc sind in der Jugend nur durch sehr 
feine , durchscheinende Linien angedeutet ; nur die oberste 
Nath ist schwach vertieft. An erwachsenen Individuen treten 
die Scheidewände als schwach gerundete Rippchen bei den 
obersten 5 — 6 Kammern hervor. Die Blündung auf einem 
kleinen Höcker am Riickenwinkel der lezten Kammer. Ihre 
Mundfläche schmal, gewölbt, sehr schräg abschüssig. Ober- 
fläche glatt, glasig-glänzend. 

S, 34, Sp. 2, Z. 2 von oben. 
8. Cr. rotulata dOrb. — T. XXIV, F. 48, 49. 

Die Mundfläche der letzten Kammer ist stets zu beiden 
Seiten von einer erhabenen Leiste eingefasst, übrigens etwas 
vertieft, am meisten zunächst der genannten Leiste. Die feine 
runde Mündung sitzt auf einem kleinen Höcker und ist von 
einem feinen Strahlenkranz umgeben , welcher von Orbigny 
nicht erwähnt wird. Sonst stimmt aber unsere Spezies voll- 
kommen mit der OaBiGNv'schen Beschreibung und Abbildung 
überein. 

S. 35, Sp. -1, Z, 6 von oben. 
II. Cristellaria lituola Reuss. — T. XXIV, F. 47. 

Diese Art würde in der Reihe der böhmischen Kristella- 
rien ihre Stellung zwischen Cr. intermedia und C. triangula- 
ris einnehmen. Sie ist 1,25 — 1,5'" gross. Der untere Theil 
bildet eine regelmässige, kreisrunde, zusammengedrückte Spi- 
rale mit scharfem Rücken, während der obere gewölbtere Theil 
sich gerade streckt , so dass die lezten vier grösseren und 
stärker konvexen, durch tiefe Näthe gesonderten Kammern das 
Centrum der Spira nicht erreichen. Die Spirale besteht aus 
7 — 8 Kammern , deren Grenzen nur durch feine durchschei- 
nende Linien angedeutet sind. Eine kleine sehr flache Nabel- 
scheibe. Die Mündung auf der etwas verlängerten Spitze der 
lezten Kammer, deren Mundfläche bauchig gewölbt ist. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

Robulina d''Ohb. 
1. R. lepida Reuss. — T. XXIV, F. 46. 

Die einzige Spezies dieser Gattung wurde bisher stets mit 
den kleinen flachern Exemplaren der Cristellaria rotulata ver- 
wechselt, von welchen sie sich aber wesentlich unterscheidet. Sie 
ist 0,5 — 0,75'" hoch, eiförmig, oben etwas verlängert, wenig 
gewölbt. Der Rücken scharf, nur im untern Theile schwach 
gekielt. Eine kleine, sehr flache Nabelscheibe. Im lezten 
Umgänge acht wenig gebogene Kammern, deren Scheidewände 
nur als dunkle Linien durchscheinen. Mundfläche lang und 



schmal herzförmig, gewölbt, stets ohne Seitenleisten. Die Mün- 
dung eine schmale Längsspalte, im obern Theilc von einigen 
sehr feinen Strahlen umgeben. 

Nicht gar selten im Plänermergel von Luschitz. 

S. 35, Sp. 1, Z. 20 von oben. 

Statt: Spirolina inaequalis soll es dort heissen : 
1. Spirolina irregularis. 

S. 30, Sp. 1, Z. 13 von unten. 

Rosalina moniliformis Reuss gehört zur Gattung 
Anomalina d'Orb. und muss daher Anomalina monili- 
formis Reuss heissen. 

S. 38, Sp. 1, Z. 20 von unten. 

8. B ulimi na subsphaeri ca Reuss. — T. XXIV, 

F. 52. 

Eine ausgezeichnete Spezies, welche bisher nur sehr sel- 
ten im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz angetroffen ivurde. 
Sie ist 0,5'" gross, fast kugelig, mit drei Umgängen, die nach 
oben sehr schnell an Höhe zunehmen. Jeder besteht aus 
2'/, Kammern. Die unteren sind massig, die oberen stark 
gewölbt. Die oberste bauchig , mit einem ziemlich grossen, 
halbrunden Mündungsausschnitte am innern Rande. Alle sind 
durch schmale , aber tiefe Näthe geschieden. Oberfläche sehr 
fein rauh. 

9. B. polystropha Reuss. — T. XXIV, F. 53. 

Zeichnet sich vor allen andern Arten durch die grosse 
Anzahl ihrer Windungen und durch ihre schmale, verlängert- 
eiförmige Gestalt aus. Sie ist 1 — 1,5'" hoch, oben gerundet, 
unten stumpf zugespitzt. 9 — 10 niedrige Windungen, deren 
jede aus drei massig gewölbten, durch schmale, aber deutliche 
Näthe gesonderten Kammern besteht. Die oberen Kammern, 
besonders die lezte, hoch gewölbt. Am innern Rande der 
leztern die Mündung als ein kleiner halbrunder Ausschnitt. 
Oberfläche sehr rauh. 

Selten im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz. 

S. 39, Sp. 2, Z. 1 von unten. 

11. Textularia concinna Reuss. — T. XXIV, F. 54. 

0,75 — 1,25'" lang, verlängert -oval, gerundet, wenig zu- 
sammengedrückt, unten stumpf, oben gewölbt. Jederseits 
6 — 8 hohe, gewölbte, durch tiefe, sehr wenig schräge Näthe 
geschiedene Kammern. Die obere Fläche der lezten Kammern 
gewölbt. Die Mündung gross , halbmondförmig. Oberfläche 
sehr rauh. 

Sehr selten im untern Plänerkalk von Weisskirchlitz. 

12. T. foeda Reuss. — T. XLIII, F. 12, 13. 

1 — 1,25'" lang, lanzettförmig, sehr oft unregelmässig ver- 
bogen, mit sehr rauher unebener Oberfläche, so dass dadurch 



110 



die Kammernäthe selbst undeutlich werden. Unten stumpf 
zugespitzt, stark zusamniengedrüclit, mit gerundeten Seitenkan- 
ten. Jederseits 10 — 14 niedrige, selten regelmässige Kam- 
mern mit sehr schmalen, wenig tiefen, horizontalen Näthen. 
Mündung klein. 

Nicht zu selten im Plänermergel von Luschitz. 

S. 40, Sp. 1, Z. 27 von oben. 

Die Familie der Polymorphinideen muss in die Klasse der 
Helikostegier versetzt und die Gattung Polymoiphina von Glo- 
bulina und Guttulina getrennt werden, da sie sich in der An- 
ordnung der Kammern bedeutend unterscheiden. Bei Poly- 
morphina stehen die Kammern in einer oft sehr unregelmässi- 
gen Spirale, bei den zwei anderen Gattungen in einer regel- 
mässigen umfassenden Spirale, so dass bei Guttulina die früheren 
Kammern von den lezlern zum Theile umfasst werden, bei 
Globulina aber nur die lezten drei Kammern sichtbar sind. 

Die Galtung Guttulina enthält drei Spezies: 

1. G. trigonula Reuss, 

2. 6. damaecornis Reuss und 

3. G. elliptica Reuss. — T. XXIV, F. 55. 

Elliptisch, von vorne nach hinten schwach zusammenge- 
drückt, so dass der Querschnitt ebenfalls elliptisch wird. Beide 
Enden fast gleich. Fünf Kammern sichtbar, nur die oberen 
zwei etwas gewölbt und durch seichte Näthe geschieden ; die 
Trennung der untern ist nur durch äusserst feine Linien an- 
gedeutet. Mündung rund , von einem gedrängten , sehr feinen 
Strahlenkranze umgeben. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 

Ebensoviele böhmische Spezies umfasst die Gattung Glo- 
bulina und zwar : 

1. Gl. globosa V. MüNST. 

2. Gl. lacrima Reuss und 

3. Gl. horrida Reuss. — T. XLIII, F. 14, 

Eine eigenthümliche Form, die zu den übrigen Arten von 
Globuhna in demselben Verhältnisse steht, wie Guttulina da- 
maecornis zu den Guttulinen. Sie ist 0,75 — 1'" lang, eiför- 
mig, unten breiter, gerundet, nach oben sich etwas verschmä- 
lernd, schwach zusammengedrückt. Drei grosse Rammern sicht- 
bar, deren Begrenzung nur durch feine, bei starker Vergrösse- 
rung sichtbare Linien angedeutet wird. Der obere Theil endet 
in 5 — 6 nicht sehr lange, unregelmässig nach allen Seiten ge- 
richtete dornige Spitzen. 

Sehr selten im Plänermergel von Luschitz. 



S. 41, Sp. 2, Z. 10 von unten. 

Acmaea orbis Roemer ist, wie Geinitz ganz richtij 
bemerkt, nichts als der Abdruck eines Fischwjrbels. 



S. 42, Sp. 1, Z. 7 von oben. 
Bei Acmaea laevis Sow. nachzutragen das Citat: 
Geinitz, Grundriss d. Verst. p. 388, T. XVI, F. 13. 

S. 42, Sp. 1, Z. 25 von oben. 
5. Acmaea concentrica Reuss. — T. XLIV, F. 10. 

8'" hoch, hoch-schildförmig, beinahe kreisförmig (Länge : 
Breite : Höhe = 100 : 93 : 40), mit aufrechtem, etwas 
hinter der Mitte liegendem Wirbel. Die Oberfläche ist mit 
gedrängten, sehr regelmässigen, erhabenen, konzentrischen Strei- 
fen bedeckt. 

Sehr selten im Hippuritenkalk von Koriczan (U. Q.) 

Pate IIa LmNi:. 

1. P. campanulata Reuss. — T. XLIV, F. 9. 

3 — 4'" lang und beinahe ebenso hoch, glockenförmig, 
mit kreisrunder Basis und zentralem Scheitel. Die Oberfläche 
mit 16 — 18 hohen, mit starken und entfernten Knoten be- 
setzten Längsrippen, in deren breiteren Zwischenrinnen je 2 — 3 
viel schwächere und niedrigere Rippen sichtbar sind. Die 
Steinkerne sind glatt und nur an der Basis gekerbt. 

Selten im Hippuritenkalk von Koriczan. 

2. P. tenuicostata Michelin. — T. XLIV, F. 11. 

MiCHELiN, in niem. d. 1. soc. geol. d. Fr. 1838, III, 
1, p. 99, T. XII, F. 1. 

4,5 '" lang, hoch-schildförmig mit breit-eiförmiger Basis 
(Länge : Breite : Höhe =: 100 : 80,3 : 44,4) mit aufrech- 
tem, etwas hinter der Mitte stehendem Wirbel, daher die hin- 
tere Seite steiler abfallend, als die vordere. Die Oberfläche 
der Schale mit vielen ungleichen, schmalen, niedrigen Ripp- 
chen, welche von konzentrischen Linien und einzelnen stärkeren 
Anwachsringen durchkreuzt werden. 

Selten mit der vorigen Art. 

3. P. semistriata V. Münst. — T. XLIV, F. 8. 

GoLDFUss, 1. c. III, p. 7, T. CLXVII, F. 12. 

Bis 10,5'" lang, gewölbt, mit breit - elliptischer Basis 
(Länge : Breite : Höhe = 100 : 83 : 30). Der Wirbel weil 
hinter der Mitte stehend und übergebogen, so dass er beinahe 
senkrecht über dem hintern Rande steht. Die vordere Seite 
bauchigt, die hintere sehr steil abfallend und in die Quere 
ausgeschweift. Vom Wirbel strahlen zahlreiche flache Rippen 
aus , welche von konzentrischen Linien und einzelnen starken 
Anwachsringen durchkreuzt werden. 

Selten mit den vorigen Arten. 

S. 43, Sp. 1, Z. 11 von unten. 

Pleurotoma Roemeri Regss ist zn streichen, denn 
genauere Untersuchungen vollständiger Exemplare haben nach- 
gewiesen, dass diese Schnecke zur Gattung Fasciolaria gehört. 



111 



S. 44, Sp. 1, Z. 25 von unten. 

Bei Pyrula Cottae Roemkr nachzutragen das Citat: 
GoLDFUSS, 1. c. III, p. 27: 'i'. CLXXII, F. 13. — Findet sich 
auch im untern Grünsand von Kreibitz. 

3. P. carinata Roemer. 

ROEMER, I. c. p. 73, T. xr, F. 12.— Geinitz, Nach- 
trag T. I, F. 14; Grundriss p. 372, 373, T. XDI, 
F. 18, 19. 

Kömmt nach Geinitz mit der vorigen Art im untern 
Grünsand von Kreibitz vor. 

S. 44, Sp. 1, Z. 5 von unten. 

Fasciolaria Lamarck. 

1. F. Roemer i Reuss. — T. IX, F. 10 a— d; T. XLIV, 
F. 17. 

Pleurotoma Roemeri Reuss, p. 43, T. IX, F. 10. 

Der dort gegebenen Beschreibung ist nur noch beizufü- 
gen, dass die Spindel drei schiefe Falten trägt. 

S. 44, Sp. 1, Z. 4 von unten. 

Voluta LiNNE. 

1. V. elongata d'Orb. 

d'Ohb., paleont. franc. II, p. 323, T. CCXX, F. 2. 
Fasciolaria elongata Sovv., Sedgwick and Mur- 

CHisoN in geolog. transact. See. Ser. III, 2, 1832, 

T. XXXIX, F. 22. 

Bis 3" hoch, verlängert-spindelförmig, mit 5 — 6 hohen, 
massig gewölbten, oben gekielten Umgängen, die durch tiefe 
Nälhe geschieden sind und von denen der unterste so hoch 
ist, als das ganze übrige Gewinde. Sechs Liingsrippen, über 
welche regelmässige tiefe Spiralfurchen hinweglaufen. Die 
Mündung verlängert, eckig. Drei Spindelfalten. 

Selten im Plänersandstein von Trziblitz und im Hippuri- 
tenkalk von Koriczan. — Wahrscheinlich gehört Pleurotoma 
remote lineata Geinitz aus dem untern Quader von Tyssa auch 
hieher, nicht aber, wie p. 43 erwähnt wurde, zu Fasciolaria 
Roemeri (Pleurotoma Roem.) 

S. 46, Sp. 1, Z. 23 von oben. 

Bei Rostellaria Parkinson! Mantell noch hinzu- 
zusetzen: R. Burmeisteri Geinitz Grundr. p. 363, T. XIII, 
F. 6. 

S. 46, Sp. 1, Z. 12 von oben. 

12. Rostellaria anserina Nilsson. — T, XLV, 
F. 19. 
Nilsson, 1. c. p. 13, T. III, F. 6. 
R. vespertilio Goldfüss, I. c. III, p. 17, T. CLXX, 
F. 5. 

1,5 — 2" hoch, thurmförmig, mit sechs massig gewölbten, 
durch liefe Näthe gesonderten Umgängen, von denen der lezte 
fast, ebenso hoch ist, wie das übrige spitzige Gewinde. Sie 



werden von 18 — 20 schmalen scharfen Längsrippen bedeckt, 
über welche feine regelmässige Querlinien laufen. Der Flügel, 
welcher sich etwas über das Niveau des lezten Umgangs erhebt 
und am obern Ursprünge mit dem vorlezten Umgange ver- 
wachsen ist, theilt sich am Ende in drei schmale, spitze, ge- 
kielte Finger, die von einander divergiren und durch bogen- 
förmige Ränder verbunden sind. Von jedem Finger läuft ein 
Kiel über die lezte Windung ; die obersten zwei Kiele sind die 
stärksten. Zwischen dem zweiten und dritten und unterhtilfa 
des leztern bemerkt man am lezten Umgange noch mehrere 
schwächere Kiele. Die Längsrippen der Schale bilden da, wo 
sie den obersten Kiel durchsetzen, flache Knoten und ver- 
schmälern sich nach unten bedeutend. 

Im untern Quader von Kreibitz, Die zur Abbildung be- 
nützten Exemplare verdanke ich der gütigen Mittheilung meines 
Freundes Dr. Geinitz in Dresden. 

S. 47, Sp. 1, Z, 17 von oben. 

Conus cylindraceus Geinitz (T. XLIV, F. 15) findet 
sich ziemlich häufig im untern Quadersand von Zloseyn bei 
Weltrus. 

S. 47, Sp. 1, Z. 20 von oben. 

Zu Pleurotomaria linearis Mant. (Geinitz, Grund- 
riss p. 355, T. XV, F. 1) gehören noch als Synonyme: 

PI. distincta Dujardin. — Goldfüss, 1. c. III, 

p. 75, 76, T. CLXXXVII, F. 1. 
PL velata Goldfüss, 1. c. IH, p. 76, T. CLXXXVII, 

F. 2. 
PL granulifera v. Münst. ; Goldfüss, 1. c. III, 

p. 76, T. CLXXXVn, F. 3. 
PI. plana v. Münst., Goldf., 1. c. p. 76, T.CLXXXVII, 

F. 4. (Ein stark niedergedrücktes Exemplar). 
PL Mailleana d'Orb., paleont, franc. II, p. 253, 

T. CXCV. 
Cirrus perspectivus Mant. ; Leymerie , in mem. 

d. 1. soc. geol. d. Fr. 1842, V, L T. XVL F. 13. 

S. 47, Sp. 1, Z. 8 von unten. 

Zu Pleurotomaria secans d'Orbigny gehört als 
Synonym : 

PL seriato-granula ta Goldfüss, 1. c. p. 75, 
T. CLXXXVI, F. 10. — Geinitz, Grundriss p. 356. 
T. XV, F. 2. 

S. 47, Sp. 1, Z. 18 von unten. 

Zu Pleurotomaria gigantea Sow. ist nachzutragen 
das Citat : 

Goldfüss, 1. c. III, p. 77, T. CLXXXVH, F. 6. — 
Geinitz, Gnmdriss p. 356, T. XV, F. 3, 4. 

S. 47, Sp. 2, Z. 4 von unten. 

Bei Pleurotomaria sublaevis Geinitz noch zuzu- 
setzen das Citat: 

Geinitz, Grundriss p. 357, T. XIV, F. 19 (Steinkern). 



112 



S. 48, Sp. 1, Z. 2G von oben. 

7. Pleurotomaria clictyota Reuss. — T. XLIV, 
F. 19. 

2,5 — 3,5'" hoch und an der Basis ebenso breit, kreisei- 
förmig, mit 5 abschüssigen, durch tiefe Nälhe gesonderten 
Umgängen. Der ziemlich breite Spaltsaum, der von zwei 
schwachen kielartigen Spiralslreifen eingefasst wird, liegt an 
der Basis der Windungen, die sich unterhalb desselben schnell 
zur Nath herabsenken. Die über dem Spaltsaume liegende 
dachförmige Fläche trägt zwei etwas näher stehende erhabene 
Spiralstreifen, welche, wie der Spaltsaum 'selbst, von entfernten 
rückwärts gewendeten erhabenen Längsstreifen durchkreuzt wer- 
den, wodurch ein SL-hönes rhombisches Gitterwerk entsteht. 
Den Längsstreifon parallele feine gedrängte Läi^gslinien be- 
decken überdiess die ganze Oberfläche. Die lezte Windung 
ist an der Basis gekantet. Die massig gewölbte Basis zeigt 
erhabene Spiralstreifen und dichte feinere Längslinien. Der 
Piabel sehr enge. Die Mündung rhomboidal. 

Selten im Pyropen-führenden Konglomerat von Meronitz. 

S. 48j Sp. 1, Z. 28 von oben. 

Zu Trochus Basteroti Brongn. ist nachzutragen das 



Citat : 



GoLDFUss, 1. c. III, p. 58, T. CLXXXI, F. 7. 



S. 48, Sp. 1, Z. Kl von unten. 

3. Trochus Geinitzii Reuss*. — T. XLIV, F. 2-V. 

Tr. granulatus Geinitz 1840, 1. c. p. 46, T. XV, 
F. 20. 

Pleurotomaria granulata Geinitz, 1. c. Index, 
p. VII. 

5 — 7'" hoch (Höhe : Breite an der Basis = 100 : 92), 
kegelförmig. Sechs ziemlich niedrige, ganz ebene, dachförmig 
abfallende, durch wenig vertiefte Näthe geschiedene, dicht an 
einander liegende, an der Basis gekantete Umgänge ; jeder mit 
4. — 6 starken Spiralbinden, die durch schräg rückwärts liegende 
Längslinien grob gekörnt sind. Die Basis des lezten Umgangs 
fast eben, mit ungekörnten Spiralslreifen, beinahe ungenabelt. 
Mündung sehr schief, quer dreiseitig-eiförmig. 

Häufig im Ilippuritenkalk von Koriczan. 

4. Tr. pseudohelix Reuss. — T. XLIV, F. 23. 

2,5 — 5'" lioch, niedrig kreiseiförmig (Höhe : Breite an 
der Basis = 100 ; 133); mit fünf schnell an Grösse abneh- 
menden, schwach gewölbten, dachförmig abschüssigen, durch 
schmale , aber ziemlich tiefe Näthe gesonderten Umgängen. 
Die Basis des Iczten Umgangs gerundet. Die Oberfläche glatt 
bis auf feine, rückwärts gerichtete Längslinien. 

Nicht selten im Hippuritenkalk von Koriczan. 

5. Tr. canaliculatus Reuss. — T. XLIV, F. 25. 

8'" hoch und 10'" breit, niedergedrückt kreiseiförmig. 



" Der Name wurde umgeändert, weil Roemep. im Nachtrag zu 
den OolithenversteineruDgen (1839) schon einen Tr. granulatus anführt. 



mit sehr niedrigem stumpfem Gewinde. Vier Umgänge , die 
sehr schnell an Grösse abnehmen ; von denen der lezte höher 
ist, als das ganze übrige Gewinde. Sie sind massig gewölbt; 
jeder an der Nath über den nächsfobern etwas übergreifend. 
Die Näthe wenig vertieft. Unter der Nath ist jeder Umgang 
etwas angeschwollen und unter dem dadurch entstandenen 
schwachen Wulst verläuft eine breite seichte Spiralfurche. 
Die ganze Schalenoberfläche ist mit gröberen und feineren, 
etwas rückwärts gerichteten Längsstreifen bedeckt. Der lezte 
Umgang bildet an der Basis eine sehr abgerundete Kante. Die 
Basis ist massig gewölbt , eng genabelt. Die Mündung schief, 
fast eirund. 

Sehr selten mit den vorigen Arten. 

S. 49, Sp. 1, Z. 20 von oben. 

5. Turbo Astierianns d'Orb. T. XLIV, F. 22. — 
d'Orbigny, paleont. franc. H, p. 290, T. CLXXXII, 
F. 18—20. 

Unser Fossil ist 5 — 6"' hoch und an der Basis ebenso 
breit , kegelförmig mit fünf ziemhch hohen gewölbten Umgän- 
gen. Jeder hat fünf starke breite Spiralstreifen, zwischen deren 
je zwei ein schmälerer Streifen liegt. Alle werden von schwa- 
chen, schräg rückwärts gewendeten Längsstreifen durchkreuzt 
und dadurch in regelmässige perlenartige Körner zerschnitten. 
Am deutUchsten sind die Längsstreifen in den Zwischenräumen 
der Spiralbinden. Der lezte Umgang ist an der gerundeten 
Basis am stärksten gewölbt ; die Basis selbst gewölbt mit re- 
gelmässig gekörnten gleichbreiten Spiralstreifen. Kein Nabel. 
Mündung rund. 

Ziemlich häufig im Hippuritenkalk von Koriczan. 

S. 49, Sp. 1, Z. 27 von oben. 

Litorina rotundata Sow. wird von Geinitz (Grund- 
riss p. 346) zu Natica exaltata Goldf. gezogen, hat aber keine 
schwielige Spindel und eine scharfe innere Mundlippe. 

S. 49, Sp. 2, Z. 18 von oben. 

Bei Nerita costulata Roemer fehlt das Citat : Neri- 
topsis costulata Geinitz, Grundriss p. 344. 

S. 49, Sp. 2, Z. 22 von oben. 
2. Nerita plebeia Reuss. — T. XLIV, F. 18. 

3 — 4'" breit, halbkugelförmig, mit einem sehr kleinen, 
in die lezte bauchige Windung fast eingesenkten Gewinde. 
Basis fast flach. Blündung klein, halbkreisförmig, sehr schief. 
Die Aussenlippe glatt; bei der Innenlippe lässt sich leider die 
Zahl der Zähne nicht bestimmen, da sie bei allen Exemplaren 
mit fester Gesteinsmasse bedeckt ist. Die sehr dicke Schale 
ohne alle Verzierung, nur mit sehr feinen dem Mundsaum 
parallelen Linien, welche an der lezten Windung oben zunächst 
der Nath von kurzen, noch feineren, bogenförmig vorwärts ge- 
richteten durchkreuzt werden. 

Selten im Hippuritenkalk von Koriczan. 



113 



S, 49, Sp. 2, Z. 27 von oben. 

Bei Natica canaliculata Sow. Ist nachzutragen das 
Citat: Geinitz, Grundriss p. 339, T. XV, F. 17. 

S. 50, Sp, 1, Z. 7 von oben. 

Bei Natica rugosa Höningh, hinzuzusetzen das Citat: 
GoLDFUSS, I. c. III, p. 119, T. CXCIX, F. 11. 

S. .50, Sp. 1, Z. 24 von oben. 

Natica dichotoma Geinitz. — T. XLIV, F. 16. 

Der Hippuritenkalk von Koriczan beherbergt 6 — T" hohe 
Exemplare mit erhaltener Schale. Sie sind breiter als hoch, 
rund, nicht gekantet, sehr bauchig, mit drei Umgängen, von 
denen der unterste sehr bauchig und gross ist, viel grösser als 
das übrige Gewinde. Die Mundöffnung ist halbkreisförmig. Der 
Nabel ziemlich weit. Über die Schale laufen rückwärts ge- 
wendete starke Längsfalten herab, die schon hoch oben dicho 
tomiren. 

S. 50, Sp. 1, Z. 19 von unten. 

Bei Natica vulgaris Reuss hinzuzufügen das Citat: 
N. cretacea Goldfuss, 1. c. III, p. 119, T. CXCIX, F. 12. 
Auch N. exaltata Goldfuss (1. c. p. 119, T. CXCIX, F. 13) 
scheint nur eine schmälere Varietät mit längerem Gewinde zu 
sein. 

Natica vulgaris Reuss kömmt auch sehr häufig im 
untern Quader von Zlosejn vor, seltner im Hippuritenkalk und 
Exogyrcnsandstein von Koriczan , in den leztgenannten Schich- 
ten bei Lobkowitz und Koschatek. 



S. 50, Sp. 1, Z. 7 von unten. 

Natica nodoso-costata Reüss. 
F. 21. 



— T. XLIV, 



Der N. nodosa im Umrisse sehr ähnlich. Drei Umgänge, 
die obern zwei sehr klein; der lezte sehr gross, bauchig. Jeder 
wird durch eine Kante, die an der lezten Windung 12 — 14 
stumpfe Knoten trägt, in zwei Flächen geschieden, die fast 
rechtwinklig zusammenstossen. Die obere schwach gewölbte 
Fläche zeigt starke Längsrippen, zwischen welche im vordem 
Theile einige kleinere sich einschieben. Alle sind mit feinen 
Längslinien bedeckt, welche von Spiralstreifen durchkreuzt und 
gekörnt werden. Euie grössere solche Knötchenreihe steht 
hart über der knotigen Kante. Die unter der Kante liegende 
steil abfallende Fläche ist mit groben Spiralstreifen bedeckt, 
von denen zwei stärkere und entfernter stehende bisweilen in 
der Mitte liegen. Sie werden durch die Fortsetzung der oberen 
Längsstreifen ebenfalls gekörnt. Bei manchen Exemplaren tritt 
diess besonders deutlich hervor, die dann mit vielen Spiral- 
reihen zierlicher entfernter Knötchen bedeckt erscheinen. 

Selten im Hippuritenkalk von Koriczan. 

8. N. not ata Reuss. — T. XLIV, F. 20. 

Die kleinste unserer Natica-Arten. Sie ist 1,5 — 2,5'" hoch 
und 2 — 3'" breit, mit sehr niedrigem Gewinde, drei Windungen, 

Rnuss, VersttinerunL'cii, U, Abth. 



von denen die zwei obern sehr klein, die unterste verhältniss- 
mässig sehr gross, bauchig ist. Die Näthe sehr seicht. Die 
Oberfläche mit regelmässigen Spiralstreifen. Die Mündung 
rundlich. Der Nabel ganz verdeckt durch die sehr breite und 
weit zurückgeschlagene Schwiele der Innern Mundlippe. 
Nicht selten im Hippuritenkalke von Koriczan. 

S. 50, Sp. 1, Z. 4 von unten. 

Die Actaeonella laevis d'Orb. entdeckte ich neuer- 
lich auch im Hippuritenkalk von Koriczan. 

S. 50, Sp. 2, Z. 6 von unten. 

Zu Avellana incrassata d'Orb. ist noch zu ziehen 
das Citat: Ringicula incrassata Geinitz, Grundriss p. 337, 
T. XVI, F. 3, 4. Sie kömmt auch im untern Quader von 
Kreibitz vor , wenn überhaupt das Fossil aus dem untern Qua- 
der dieselbe Spezies , denn auch ich konnte die Spindelfalten 
bei ihm nie sehen, während ich bei den Exemplaren aus dem 
Plänerniergel deutlich die drei Falten an der Spindel wahrnahm. 
Erslere könnte also Avohl auch A. cassis d'Orb. sein. 

S. 51, Sp, 1, Z. 12 von unten, 

Pjramidella Lamahck. 

1. P. carinata Reuss. — T. XLIV, F. 6, 7. 

Diese schöne Schnecke erreicht eine Höhe von 1 — 3". 
Höhe : Breite :=: 100 : 58. Hoch kegelförmig mit zahlrei- 
chen (12) ganz ebenen, nur durch schwach vertiefte Linien 
angedeuteten Umgängen und einer Spindelfalte. Die lezte 
Windung oben scharf gekielt. Die Basis stark gewölbt, in einen 
kurzen Kanal auslaufend. Die Schale glatt , nur an der Basis 
bemerkt man gedrängte, rückwärts gebogene Längsstreifen. 

Häufig, aber fast stets innig mit dem testen Gesteine ver- 
Avachsen, im Hippuritenkalk von Koriczan. 

S. 51, Sp. 1, Z. 10 von unten. 

Nerinaea Borsoni aus der böhmischen Kreide ist ebenfalls 
N. Geinitzii Goldfuss, 1. c. HI, p. 43, T. CLXXVII, F. 8 
mit nur zwei Spindelfalten. Die Anordnung der Falten bei 
dem von Geinitz (Grundriss T. XIV, F. 12) abgebildeten 
Steinkern gleicht fast vollkommen der von M. bicincta Bronn. 

2. N. bicincta Bronn. — T. XLIV, F. 5. 

Bronn, Jahrb. 1836, p. 562, T. VL F. 14. — Goldf. 

1. c. HI, p. 46, T. CLXXVII, F. 5. 
Cerithium Buchii Keferstein, geogn. Deutschld. 

V, p. 530. 

Von dieser 10 — 15'" dicken Spezies haben sich bisher 
nur Bruchstücke im Hippuritenkalke von Koriczan und Koscha- 
tek vorgefunden. Die Windungen sind wenig konkav, jede mit 
zwei Spiralen Reihen breiter, sehr flacher, oft fast ganz ver- 
wischter Höcker besetzt. Die Spindel mit drei Falten, von 
denen die oberste an der Decke befindliche die dickste, die 
unterste die kürzeste ist. Nur eine lange dünne Wandfalte, die 
bis unter die oberste Spindelfalte eingreift. 
15 



114 



3. N. longissima Reüss. — T. XLIV, F. 1—4. 

Turrilites baculoides Geinitz, Nachtrag p. 8, 
T. V, F. 3 (Steinkern). 

Diese Spezies, welche der N. flexuosa Sow. und granu- 
lata V. MüNST. aus den Gosauschichten ähnelt, muss sehr lang 
gewesen sein, da man an 4 — 5" langen Bruchstücken kaum 
irgend eine Abnahme in der Dicke der Windungen zu bemer- 
ken pflegt. Dabei ist sie sehr schlank, nur 3—6'" dick. Die 
sehr zahlreichen Windungen sind hoch, fast eben, die Näthe 
kaum vertieft, besonders an manchen Exemplaren, wo sie kaum 
durch Linien angedeutet sind. Bei Anderen ist der unterste 
Theil der Windung etwas eingedrückt. Jede Windung trägt 
vier Spiralreihen kleiner Knötchen, von denen die oberste hart 
an der Nath steht. Die Spindel trägt zwei Falten, eine obere 
dickere und längere und eine untere sehr schwache. Zwischen 
beiden steht eine starke Wandfalte. 

Häufig im Hippuritenkalke von Koriczan und Koschalek 
im untern Quader von Zloseyn, seltner im untern Quader von 
Tyssa, an lezteren